Sitía

Kommt man aus Richtung Ágios Nikólaos auf der Straße nach Sitía hinunter, präsentiert sich der Ort von hier aus auf den ersten Blick nur bedingt reizvoll, links und rechts der Straße wird eifrig gebaut, und Sitía selbst wirkt vorwiegend schmutzig grau. Von drinnen aber sieht es dann aber freundlicher aus.

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Sitía ist die östlichste Stadt Kretas und nach Meinung vieler Leute eine der schönsten. Das kann ich nicht ganz unterstreichen, denn architektonisch kann der Ort nicht mit Chaniá oder Réthymnon mithalten, in puncto Lage ist Ágios Nikólaos besser dran … aber Sitía ist irgendwie lockerer (und ein bisschen billiger) als der Rest. Außerdem bietet sich der Ort als Standquartier für eine Erkundung des „äußeren kretischen Ostens“ an.

Die Geschichte der Stadt reicht nicht sonderlich weit zurück, in der Nähe lag zwar die antike Siedlung Itea, das heutige Stadtgebiet wurde aber erst in byzantinischer Zeit besiedelt.
Der Stadt ist heute noch anzusehen, dass die Venezianer sie einmal zu einem ihrer Zentren und zu einer einzigen Festung machen wollten, davon zeugt die rechtwinklige Anlage aller Straßen. Viel Erfolg war ihnen bei ihren Plänen allerdings nicht beschieden, man findet oberhalb der Stadt nur noch die spärlichen Reste eines kleinen Kastells, denn die Türken eroberten die Stadt mehrfach, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie sogar vollkommen von ihren Bewohnern verlassen.

Erst 1870 wurde ein Neuanfang gemacht, die Stadt Sitía (auch von den Türken!) wieder aufgebaut, und sie entwickelte sich schnell zum Handelszentrum Ostkretas (und ist auch Unterbezirkshauptstadt der „Eparchía Sitías“).
Bedeutendster Sohn der Stadt ist sicherlich Vizéntzos Kornáros, dessen berühmtestes Werk „Erotókritos“ viele Einheimische auswendig zitieren können. Er ist für die Kreter das, was Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer ist.

PicturesOG/sitia2_gwg2.jpgSehenswürdigkeiten und Museen
An „traditionellen“ Sehenswürdigkeiten hat Sitía außer den Resten des venezianischen Kastells oberhalb des Ortes nicht sehr viel zu bieten. Hier stehen nur noch die massiven Außenmauern und der Hauptturm.

In der Umgebung: Beim Dorf Petrás findet man die Ausgrabungen einer minoischen Siedlung (etwa 1,5 Kilometer Richtung Palékastro fahren, dann rechts nach Petrás abbiegen). Oder man fährt die Hauptstraße noch einige Kilometer weiter bis zum Dorf Agía Fotiá, auch hier minoische Ausgrabungen, u.a. eine Nekropole (Friedhof).

Auf schlechter Straße erreicht man nordwestlich von Sitía nach knapp 9 Kilometer das Kloster Moní Faneroménis.

Sitía verfügt über zwei Museen: Das Archäologische Museum liegt links an der Ausfallstraße Richtung Ierápetra. Es ist täglich von 9 bis 15 Uhr, sonntags erst ab 10 Uhr und dienstags überhaupt nicht geöffnet. Gezeigt werden hier ausschließlich regionale Funde, die aber auch sehenswert sind. Überhaupt ist es in den kleinen Museen viel gemütlicher und interessanter als im Trubel des Archäologischen Museums in Iráklion.

Zudem gibt es (auch) in Sitía ein Folklore-Museum: Es liegt in der Odós Arkadíou (die vierte parallele Straße oberhalb der Hafenpromenade) und zeigt vor allen Dingen kunsthandwerkliche, folkloristische Hand- und Webarbeiten sowie die dafür verwendeten Werkzeuge und Materialien. Außerdem auch Ackergerät. Das Museum ist wochentags von 10 bis 13 Uhr und 17.30 bis 19 Uhr geöffnet.

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Adressen
EOT – Touristeninformation:
in einem Kiosk an der Platía Iróon Polytechníou (angeblich ist diese Unterbringung provisorisch, aber dieses Provisorium dauert nun schon mehr als 25 Jahre an).

Polizei: in der Odós Missónos.

Hafenpolizei auf der Ecke Odós E. Venizélou/Odós Galanáki (hier auch Auskünfte über die Schiffsverbindungen ab Sitía).

Post: an der Platía Ethnikís Antistásseos (geöffnet werktags 7.30-14.30 Uhr). Auch Sitía bietet allerdings den Service eines zusätzlichen Postkioskes. Es steht auf der Ecke der Odós E. Venizélou mit der Odós Dimokrítou und ist werktags durchgehend von 8 bis 20 Uhr, sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet (auch zum Geldwechseln, falls nötig).

OTE (Telefon und Telegramme): Odós Kapetán Sífi 22 (schräg gegenüber des Crystal-Hotels), geöffnet täglich außer sonntags von 7.30 bis 22 Uhr. Kartentelefone sind natürlich auch überall verfügbar.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle des IKA befindet sich in der Odós Papanastassíou 39, Tel. 28430-22253.

Ärzte z.B.:
Dimítris Kolokithás, Od. Fountalídou 2, Tel. 28430-28750.
Panagióta Xantháki, Od. D. Papadáki 19, Tel. 28430-24163.

Zahnärzte z.B.:
Evángelos Avgoustinákis, Od. Dimikrítrou 4, Tel. 28430-22356.
Sofia Nikitáki-Anipsitáki, Od. N. Kazantzaki 1, Tel. 28430-28211.
Maria Plakáki, Od. E. Venizélou 9, Tel. 28430-22212.

Kinderärzte z.B.:
Amalía Neárchou, Od. Kapetán Sífi 39, Tel. 28430-23950.

Krankenhaus:
Ecke Odós Kapetán Sífi/Odós N. Kazantzáki, Tel. 28430-24311-14.

Apotheken:
befinden sich in ausreichender Anzahl im Zentrum.

Auto- und Motorrollervermietungen
Diverse im Zentrum, z. B. „Apollon“ in der Odós Dimokrítou 4 oder für Mopeds etc. „Motor Tours“ in der Odós 4 Septemvríou.

PicturesOG/sitia4_gwg2.jpgBaden
Hier bietet sich vor allen Dingen die langgestreckte Bucht östlich des Ortes an: über einen Kilometer Sandstrand, der leider ein wenig schmal ist und dem außerdem an vielen Stellen die Straße nach Palékastro und Vái eng auf die Pelle rückt. Der Strand ist aber schön, und der Blick auf Sitía von hier aus viel freundlicher als von der anderen Seite.

Banken / Geldwechsel
Die Banken liegen größtenteils in der Odós Elevtheríou Venizélou und an der Platía Iróon Polytechníou. Normale Öffnungszeiten von 8.30 bis 13 Uhr, an einigen Wochentagen auch nachmittags zum Geldwechseln von 17.30 bis 19.30 Uhr (auch Geldautomaten vorhanden).
Bequeme Geldwechselmöglichkeit bietet auch der Postkiosk an der Ecke Od. El. Venizélou/Od. Dimokrítou (s. o.).

Essen und Trinken
Die meisten Lokale befinden sich an der Uferpromenade, hier sitzt man auch am schönsten. Das größte und wohl auch beste ist das Restaurant „Sorbas“, das meist sehr voll ist, was zu entsprechenden Wartezeiten führen kann. Wer hat es denn aber im Urlaub eilig?
Eine kleinere Ausführung dieser Taverne liegt ein Stück weiter nördlich, auch hier ist das Essen in Ordnung. Außerdem am Hafen empfehlenswert das „Mouragio“ (dicht an der Mole). Die Preise halten sich in allen Lokalen die Waage und liegen im Durchschnitt bzw. knapp (!) unter den üblichen Preisen.

Ein besonders lustiges (und gutes) Lokälchen liegt in der Odós V. Kornárou Nr. 27. Von außen sieht sie sehr unscheinbar aus, die Café-Bar „O Baklavas“, wenn man mal von den vielen handschriftlichen Schildern absieht, die einen zum Eintreten auffordern und vor allen Dingen in allen Sprachen den leichtsinnigen Hinweis enthalten: „Wenn nix schmecken, dann nix bezahlen“. Innen drin ist das Lokal klein, urig und gemütlich, ganze sechs Tische, ein paar Stufen steigt man zur Küche hinauf, um in die Töpfe zu schauen. Die Wände sind mit naiv-bunten Bildern geschmückt, die Zeichnung neben der Tür stellt den Wirt dar, dem ein zufriedener Gast das kleine Andenken hinterlassen hat. Das Essen ist gut und reichlich und die Atmosphäre trotz all der Schilder an der Tür absolut original. Und wenn man der Wirtin glauben darf, hat es sogar schon mal einen Bericht des deutschen Fernsehens über ihr Lokal gegeben. Gott sei Dank fehlt der Platz, hier viel zu verändern. Auch der sehr gute Rakí und die oft zum Nachtisch unaufgefordert servierten Trauben passen zu diesem Lokal.

PicturesOG/sitia5.gwg2.jpgWer eine gute Pizzeria sucht, findet sie in der Odós Itánou (die Durchgangsstraße, kurz bevor sie aufs Meer trifft). Imbissstuben gibt es natürlich reichlich, besondere Erwähnungen erübrigen sich nicht nur wegen der Anzahl.
Ein besonders gemütliches und noch echtes Kafenío liegt an der Platía Iróon Polytechníou, ein anderes in der Odós V. Kornárou.
Und egal, in welchem Lokal man sitzt und isst oder trinkt: Unbedingt probieren sollte man den lokalen Wein „Agrilos“, den es rot, rose‚ oder weiß gibt, er ist wirklich gut.

Nachtleben
Das Nachtleben ist in Sitía vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt wie in anderen Zentren, es kann sich aber durchaus sehen lassen. Neben dem Trubel auf der Hafenpromenade gibt es inzwischen auch die unweigerlichen Diskotheken, z. B. direkt am Strand östlich der Promenade den „Cavi-Club“ oder die Disco „Sorbas“ in der Odós V. Kornárou 121.
Wen das einheimische Nachtleben mehr interessiert, der findet ein kretisches „Kentro“ mit Lýra-Musik zumindest am Wochenende. Es liegt ein wenig außerhalb an der Straße nach Palékastro. Auch wer ein eigenes Auto zur Verfügung hat, dem sei hier ein Taxi empfohlen, und zwar zum „Kéntro Karavopétra“.

Unterkunft
Hotels B-Kat.: „Denis“ (Pension), Odós E. Venizélou 60; 13 Zimmer/25 Betten; Tel. 28430-28356.
A-Kat.: „Sitia Beach“; 162 Z./310 B.; Tel. 28430-28821; April-Oktober.
B-Kat.: „Maresol“; 25 Z./ 47 B.; Tel. 28430-28950; (direkt am Meer).
C-Kat: „Alice“, Od¢s Papanastassíou 34, 36 Zi./69 B.; Tel. 28430-28441 und 28430-28450.
C-Kat.: „Crystal“, Odós Kapetán Sífi 17; 41 Zi./75 B.; Tel. 28430-22284 und 28430-28484.
C-Kat.: „Itanos“, Odós Karamanlí 4; 72 Zi./138 B.; Tel. 28430-22146 und 28430-22900.
D-Kat.: „Archontikon“, Odós I. Kondyláki 16; 10 Zi./22 B.; Tel. 28430-28172. Dieses Hotel hat einen kleinen „Ableger“: Der Wirt Apostólis vermietet auch 3 Zimmer in seinem Privathaus, die sehr sauber und gepflegt sind (mit separater Dusche und WC), die Anmeldung erfolgt im „Archontikon“.
D-Kat.: „Flisvos“, Odós K. Karamanlí 4, 9 Zi./19 B.; Tel. 28430-22422.
D-Kat.: „Pressos“, Odós G. Mavrikáki 9; 12 Zi./22 B.; Tel. 28430-22325 und 28430-28555.
E-Kat.: „Akrogiali“, Odós K. Karamanlí 10; 9 Zi./22 B.; Tel. 28430-22357, April – Oktober.

Private Zimmervermietungen überall im Ort, z. B. in den Parallelstraßen zum Hafen: Odós Kontyláki, Odós Fountalídou und Odós V. Kornárou. Weitere Auskünfte bekommt man beim EOT.

Die Jugendherberge liegt am südwestlichen Ortsausgang Richtung Ágios Nikólaos in der Odós Theríssou (der Ausfallstraße). Recht groß, sehr einfach, aber Garten und überdachte Terrasse machen das Ganze gemütlich.

PicturesOG/sitia3_gwg2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Schiff:
Von hier aus zweimal wöchentlich nach Rhódos über Kárpathos und nach Agios Nikólaos, außerdem nach Athen. Auskünfte über genaue Zeiten und Preise erteilt die Hafenpolizei und das Reisebüro „Tsortzákis Travels“ in der Odós E. Venizélou 88. Schiffs- und Flugkarten gibt es in einem zweiten Büro in der gleichen Straße Nr. 183. Tel. 28430-28900 bzw. 28430-22631.

Mit dem Flugzeug:
Sitía verfügt über den dritten Flughafen der Insel, wenn er auch klein ist. Er wird nur im innergriechischen Verkehr angeflogen und verbindet Kreta mit Athen und Rhódos. Auskünfte (z.B. bez. der Abflugszeiten) und Flugkarten bei Olympic Airways in der Odós El. Venizélou 56, Tel. 28430-22270 und 28430-22596.
Der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Stadt, 4 Kilometer entfernt (Tel. 28430-24666). Er soll seit vielen Jahren ausgebaut und erweitert, um auch Ostkreta an den internationalen Flugverkehr anzuschließen, aber bisher tut sich nicht viel.

Mit dem Bus:
Der Busbahnhof befindet sich an der Strandpromenade Richtung Palékastro und Vái. Verbindung nach Ágios Nikólaos und Iráklion, sowie nach Ierápetra jeweils etwa 5x täglich, nach Káto Zákros (über Palékastro) 2x täglich, nach Vái (ebenfalls über Palékastro) 4x täglich.

Sonstiges
Internationale Zeitungen und Zeitschriften gibt es bei Manólios Tsirilákis in der Odós V. Kornárou und am Períptero (Kiosk) an der Platía Iróon Polytechníu.

Route1 Von Iráklion nach Westen bis Réthymnon über die „New Road“

Die Straße Richtung Westen aus Iráklion heraus führt durch die „Chanióporta“, das Chaniá-Tor. Wer sich den Weg durch die ganze Stadt sparen will (und dabei doch kaum etwas gewinnt), kann auch Richtung Knossós hinausfahren und findet auch dort eine ausgeschilderte Abzweigung auf die „New Road“ (die ziemlich gut ausgebaute „neue“ Nordküstenstrecke, der wir hiermit ein für alle Mal diesen Namen „verpassen“ wollen).

Durch das Chaniá-Tor folgt man weiter der stets chaotisch überfüllten Ausfallstraße bis zum Ortsausgang von Iráklion, vorbei an zahlreichen Werkstätten, Geschäften, Tankstellen etc. alles geschäftig, hektisch und … hässlich?

Direkt hinter dem Schild, welches das Ende Iráklions anzeigt, zweigt links die Straße nach Míres und Górtys ab, die man nehmen muss, um die „New Road“ zu erreichen. Wenige hundert Meter weiter ist es ausgeschildert: „Rechts müsst Ihr steuern nach Chaniá“.
Fast wie auf einer Autobahnauffahrt geht es leicht bergan, weit geschwungen, und dann ist man (endlich) auf der „New Road“. Und da ist der Mitteleuropäer auf den ersten Blick vielleicht ein wenig enttäuscht, weil er denkt, eine Schnellstraße müsse vier Spuren haben. Das muss sie aber wirklich nicht. Was sollte auf Kreta eine vierspurige Autobahn?

Denn die „New Road“ ist überwiegend breit und sie hat auch zwei offizielle Standspuren, die allerdings nicht als solche genutzt werden sollten. Hier gilt grundsätzlich: Straße ist Straße, da wird gefahren! Was also bei uns in Deutschland bei Strafe verboten ist, wird auf Kreta geradezu erwartet bzw. verlangt: Kommt von hinten ein schnellerer Wagen, weicht das langsamere Vehikel auf die Standspur aus (was es allerdings auch nicht immer tut!). Das Stehen oder Parken auf der „Standspur“ ist sowieso eigentlich auch überhaupt nicht erlaubt, deshalb findet der Reisende an der Nordküste nach Westen überall eingezäunte Strände und nur dann und wann einen „Exit to Beach“.

Man kann die „New Road“ tatsächlich zumindest teilweise als so etwas wie eine kretische „Autobahn“ bezeichnen, dennoch ist gerade hier besondere Vorsicht geboten: Insbesondere im Bereich von Iráklion können einem tags wie nachts auch schon einmal ein paar Ziegen auf der Straße begegnen, an der einen oder anderen Stelle ist der Straßenbelag schon lange nicht mehr das, was er mal sein wollte, manche Kurven sind sogar negativ überhöht (d. h. sie fallen nach außen ab) usw. Außerdem: Nur an dieser Straße gibt es tatsächlich auch mal Geschwindigkeitskontrollen. Und wer als Raser erwischt wird, muss mit einigem an Geldstrafe rechnen. Griechischen Verkehrssündern wird sogar rigoros für einige (manchmal auch längere) Zeit das Nummernschild entzogen: Fahrverbot!

Etwa 15 Kilometer von der Auffahrt auf die „New Road“ entfernt erreicht man die Abzweigung nach Agía Pelagía. Wer Tourismus immer dann nicht mag – auch wenn er selbst Tourist ist – wenn sich die Menschenmassen zu sehr knubbeln, der braucht den Link nicht zu benutzen und nicht abzubiegen, sondern fährt geradeaus weiter.

Etwa 7 Kilometer weiter erreicht man wieder das Meer, rechts der Straße sind Hotel- und Appartementanlagen zu bewundern, links ist es nach Fódele ausgeschildert. Der Geburtsort von „El Greco“ ist ein beliebtes Ziel für Touristen, es sind von hier aus noch etwa 3 KM bis zum Dorf.

Etwa 20 Kilometer weiter erreicht man Balí. Man sieht das Dorf schon eine Weile zuvor schneeweiß in der Bucht liegen, leider ist ein ziemlich großer Teil dieses „Schneeweißen“ eine Ansammlung von Hotelanlagen im vorderen Teil des Ortes. Der hintere Teil aber ist Besuch und Aufenthalt wert.
Von Balí aus steigt die „New Road“ wieder langsam und zäh bergan, dann erreicht man eine Art „Pass“ und kann den Wagen bis zur Abzweigung nach Pánormos fast nur noch rollen lassen. Hier verliert die kretische Nordküste (vorübergehend) ihren wilden, vom Fels geprägten Charakter, von dem sie etwa ab Agía Pelagía geprägt war. Die Berge fallen wieder flacher ins Mehr hinab und kleine Ebenen erstrecken sich im Hinterland des Küstenstreifens.

Ab Pánormos führt die „New Road“ deshalb nun auch kurvenarm bis Réthymnon weiter. Über eine kurze Stichstraße rechts hinunter fährt man nach Pánormos hinein. An der gleichen Stelle zweigt übrigens auch die Straße ins Landesinnere nach Pérama ab, welche an der alten Straße liegt, und deshalb unter der Fahrtroute 2 von Iráklion nach Réthymnon behandelt wird.

Wie man in der Beschreibung über Pánormos erfährt, gehört dieses noch „ein wenig verschlafene“ Dorf meiner Meinung nach zu den besseren Adressen für den Individualreisenden auf Kreta.
Wenn man sich den Abstecher oder einen längeren Aufenthalt hier gegönnt hat, erreicht man die „New Road“ wieder, indem man zunächst der „Hauptstraße“ des Dorfes nach oben folgt und am oberen Ende derselben links einbiegt, dann erreicht man nämlich die „offizielle“ Auffahrt.

Von hier aus erreicht man Réthymnon schnell, die Straße verläuft fast schnurgerade. Etwa 20 KM weiter kreuzt die alte Straße, der Wechsel lohnt eher nicht, da diese nur durch dicht-(meist hotel-)besiedeltes Gebiet führt . Wer allerdings zu den Campingplätzen bei Réthymnon will, muss hier auf die alte Straße überwechseln.
Außerdem kann man hier auch nach Süden zum Kloster Arkádi abbiegen. Ebenso lohnt ein kurzer Besuch des Geburtsortes des „Helden von Arkádi“ Kóstas Giamboudákos, des Dorfes Ádele, oder auch des weniger bekannten, aber sehenswerten Klosters Arsaníou.

Nach Réthymnon sind es von dieser Kreuzung aus, ganz gleich, welcher Straße man folgt, noch etwa 7 Kilometer.

Kreta Reiseroute 1

Praessós (Ausgrabungen)

Die Reste des antiken Praessós, einer nachminoischen Stadt aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. liegen etwa 14 Kilometer südlich von Sitía beim Dorf Néa Praessós (an der Straße von Sitía nach Chandrás). Vom Dorf führt eine befahrbare Betonpiste etwa 2 Kilometer nach Norden bis zu den spärlichen Ausgrabungen.

Alten Funden zufolge wurde die Stadt Praessós von der minoischen Urbevölkerung gegründet, die sich vor den neuen dorischen Herren der Insel  Kreta ins Landesinnere zurückzogen. Die Stadt  Praessós lag auf drei Hügeln.

Zu sehen sind noch einige Grundmauern, Tholos- und Kammergräber, die in den Felsen gehauen wurden, sowie einige andere kleinere Überreste. Auch die Bewohner von Praessós hat einen schönen Blick bis zum ägäischen Meer bei Sitía.

Kreta – Zu den Ausgrabungen 

Chaniá

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Die zweitgrößte Stadt der Insel ist für meinen Geschmack die allerschönste. Chaniá ist die Metropole des Westens, und als solche präsentiert sich der Ort auch: Er erstickt wie Iráklion in Autoverkehr und Hektik. Und so etwas soll schön oder gar liebenswert sein?

Es ist, denn nur wenige Schritte weiter findet man grüne und ruhige Flecken (die es in Iráklion beispielsweise so kaum oder gar nicht gibt). Für kretische Verhältnisse ist Chaniá sogar üppig grün.

Die von Osten kommende „New Road“ ist inzwischen (endlich) weiter ausgebaut, endet also nicht mehr bei Mourniés (wer nicht nach Chaniá hinein will, kann sie weiter fahren).

Die nächste Ausfahrt von der „New Road“ befindet sich an der Straße in die Omalós-Hochebene hinauf, die neue Straße endet bei Galatás und führt dann auf die alte Küstenstraße Richtung Kastélli Kissámou hinunter.
Insgesamt führt die „New Road“ inzwischen bis Tavronítis kurz vor Kastélli (hier zweigt die Straße nach Paleóchora ab).
Übrigens ist auch der gesamte Bereich westlich Chaniás incl. der „alten“ Ausfallstraße Richtung Kastelli inzwischen richtig „modern“ ausgebaut. Alle Ausfallstrecken aus Chaniá sind aber sehr mäßig beschildert!

Wer nach Chaniá hinein will (und das ist vermutlich die Mehrheit), biege am günstigsten bei Mourniés ab.

PicturesOG/chaniagitter.jpgGeschichte
An der Stelle des heutigen Chaniá lag (nach Archäologenmeinung bereits im Neolithikum, zumindest in den ersten Anfängen) einmal das antike Kydonia.

In der Folge blieb Chaniá (ich bleibe einmal bei diesem Namen, obwohl es seinerzeit noch nicht so hieß) relativ autonom, bis die Araber Kreta eroberten.
Im 9. Jahrhundert nahmen sie auch Chaniá ein. Sie ließen die Stadt aber ebenso vergammeln wie den Rest der Insel, erst die späteren Herren Kretas, die Venezianer, putzten Chaniá wieder heraus. Noch heute sind an allen Ecken und Enden die zwar nicht besonders gepflegten, aber dennoch prächtigen Relikte der venezianischen Zeit erkennbar. Unter den Venezianern war das heutige Viertel Kastélli (östlich des Hafens) das Stadtzentrum.

PicturesOG/chaniamoschee.jpgDem türkischen Ansturm 1645 konnte auch Chaniá nicht standhalten. Viel an bleibenden Werten hinterließen die Türken auf Kreta nicht, in Chaniá aber immerhin die Janitscharen-Moschee am Hafen und ein Minarett unweit der Markthalle (etwas nördlich davon).

1898 mussten die Türken dann die Insel räumen, der Hochkommissar der Großmächte, Prinz Georg, machte Chaniá zur Inselhauptstadt. Dies blieb sie bis 1971, dann trat Iráklion an ihre Stelle.

Auch der Aufstand der freiheitssüchtigen Kreter gegen Prinz Georg ging von Chaniá aus, genauer gesagt, vom kleinen Dorf Thérissos ein Stück weiter südlich. Unter Führung des kretischen Nationalhelden Elevthérios Venizélos forderten die Kreter den Anschluss an das griechische Mutterland. Der spätere griechische Ministerpräsident Venizélos und sein Sohn Sofoklís sind oberhalb von Chaniá auf Akrotíri begraben, ein Besuch der Gräber erweist nicht nur die Reverenz einem kretischen Nationalhelden gegenüber, sondern bietet auch einen einmaligen Blick auf Chaniá und die westliche Nordküste.

Während des Zweiten Weltkriegs war der Bezirk Chaniá das am meisten betroffene Gebiet. Beim Flughafen Máleme westlich der Stadt gelang es den deutschen Invasionstruppen zuerst, Fuß zu fassen. Mit der Eroberung des Flughafens war auch der Nachschub gesichert und der Fall der Insel trotz weiteren heftigen Widerstandes der Kreter nur eine Frage der Zeit. In vielen Kafenía und Geschäften dieser Gegend und auch in Chaniá selbst kann man (immer noch) die heroische Darstellung kretischer Bauern sehen, die gerade mit einem Stein oder Knüppel einen deutschen Fallschirmjäger erschlagen. Fremden- oder gar Deutschenfeindlichkeit braucht man aber nicht zu befürchten. Wie vieles andere auch ist dies für die Kreter heute nicht viel mehr als ein Kapitel ihrer langen und blutigen Geschichte.PicturesOG/chanipla.jpg

Sehenswürdigkeiten
Beginnen wir unseren Rundgang an der Platía Elevtheríou Venizélou am Hafen neben der türkischen Moschee. Links die Hafenpromenade (Aktí Koundouriótou) mit den zahllosen Lokalen und den schmalen venezianischen Häusern dahinter. Man folge aber vom Platz aus zuerst einmal der hinter der Hafenpromenade verlaufenden Parallelstraße (Odós Zambelíou), die an der Südwestecke des Platzes beginnt. In der Zambelíou liegt nämlich die alte venezianische Loggia (auf der linken Seite), von deren einst viergeschossigem Bau leider nur noch die Außenmauern stehen. Zwischen ihren Fenstern ist ein Wappen angebracht, das den schönen Spruch „Nulli parvus est census qui magnus est animus“ (Keiner, der einen großen Geist besitzt, wird gering geschätzt).

Überhaupt ist das ganze Viertel hinter der Hafenpromenade eine einzige Sehenswürdigkeit. Die schmalen Gassen der venezianischen Altstadt laden geradezu dazu ein, sich darin zu verlaufen. Und tagsüber fallen einem die auch hier überall vorhandenen Lokale kaum auf. Wer diesen Teil der Altstadt schon kennt, kann allerdings die nächste Möglichkeit hinter der venezianischen Loggia nutzen, wieder rechts hinunter zur Hafenpromenade abzubiegen und ihr dann links nach Westen zu folgen, vorbei am Nautischen Museum (erkennbar am großen Anker vor der Tür, unten näher beschrieben) um die Landzunge herum, bis man auf der anderen Seite links abbiegend die Odós Pireós erreicht, der man dann wieder landeinwärts folgt. Sie führt an der alten venezianischen Befestigungsmauer entlang, die nirgendwo sonst so gut und zusammenhängend erhalten ist. Auf der anderen Straßenseite liegen allerdings nur reizlose Mietshäuser. Bei der nächsten Möglichkeit biegt man wieder links ab und erreicht die Odós Chalídon, die den wieder links hinunter zurück zur Platía El. Venizélou führt, der schon genug hat.

Wer mehr sehen will, geht hier nach rechts und biegt gleich die nächste Straße wieder links hinein, dies ist die berühmte „Ledergasse“ PicturesOG/markthalle.jpgChaniás, die Odós Skrídlof.

Wer hier zum Einkaufen gehen will, nicht nur zum Schauen, findet unten mehr Informationen. Folgt man der Skrídlof weiter nach Osten, erreicht man die zentrale Markthalle der Stadt, die kreuzförmig nach Marseiller Vorbild (so ist es überliefert, ich kenne leider die Markthalle von Marseille nicht) gebaut wurde.

Sie gehört sicherlich zu den echten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist ebenfalls unter dem Stichwort „Einkaufen“ näher beschrieben.
Folgt man der Straße weiter (inzwischen heißt sie schon seit einer Weile Odós Tsoudéron), erreicht man weitere Überreste venezianischer Stadtmauern, davor links aber auch die Kirche „Ágii Anargíri“. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und war in der venezianischen Zeit die einzige orthodoxe Kirche der Stadt, später unter den Türken gar die einzige christliche. Sie ist dreischiffig, deshalb ist die in jeder Kirche anzutreffende Ikonenwand hier dreifach vorhanden.

PicturesOG/Chaniamarkt_wn.jpgWer der venezianischen Befestigungsmauer nach links ein Stück folgt, erreicht die Odós Vourdoúmba, in die er wieder links einbiegt, um auch die Kirche des „Ágios Nikólaos“ zu erreichen, die an der Platía 1821 liegt. Hier steht das Minarett, welches davon zeugt, dass die Kirche unter der türkischen Herrschaft zur Moschee umfunktioniert wurde. Nicht weit davon am gleichen Platz die kleine San-Rocco-Kirche, deren Inneres interessanter ist als das des großen Bruders in der Nähe.

Von hier aus folgt man der Straße zurück Richtung Westen (Odós Vourdoúmba) oder nach Norden zum alten venezianischen Hafen herunter, dem man dann gemütlich nach links entlang wieder bis zur Platía El. Venizélou folgen kann.
Anspruch auf Vollständigkeit darf dieser Spaziergang nicht erheben, sind doch bisher die (kleinen) minoischen Ausgrabungen nicht erwähnt, die in der Odós Kaneváro (an zwei Stellen links der Straße eingezäunt) liegen. Die Straße beginnt ebenfalls an der Platía El. Venizélou, führt aber nach Osten.

Ebenfalls noch nicht erwähnt ist der kleine Stadtpark zwischen der Odós Tsanakáki und der Odós Dimokratías, eine der kleinen grünen Lungen der Stadt und auch während der Mittagshitze ein Ort der Kühle und Erholung. Er beherbergt neben einem kleinen Tierpark auch ein Kino und ein altes Kafenío, hier kommen die Einheimischen in der Mittagspause oft her, denn es ist sicher angenehmer hier als in ihren heißen Wohnungen. Das „alte“ Kafenío ist übrigens in den letzten Jahren positiv renoviert worden, laut Zeugenaussagen sind „die Toiletten die schönsten in der ganzen Stadt“!

PicturesOG/chania16_gwg.jpgGegenüber der Markthalle (allerdings jetzt auf der anderen Seite) geht es rechts neben der Nationalbank die Odós Tsanakáki hinein (dann nur noch wenige 100 Meter).
Ebenfalls noch nicht erwähnt ist vieles andere, was sich in Chaniá auf vielen kleinen Spaziergängen noch entdecken lässt.

Archäologisches Museum
Das relativ kleine Archäologische Museum von Chaniá befindet sich in der San-Francesco-Kirche in der Odós Chalídon, nicht weit vom Hafen auf der rechten Seite. Es ist montags von 12.30-19 Uhr, dienstags bis freitags von 8-19 Uhr und am Wochenende sowie freitags von 8.30-15 Uhr geöffnet.

Es gibt keinen speziellen Führer für das Museum, die Vitrinen sind allerdings beschriftet, so daß ich hier auf einzelne Beschreibungen verzichten kann.
Die Funde, die das Museum ausstellt, sind vorwiegend regionaler Natur (die unter anderem belegen, dass es die minoische Stadt Kydonia an dieser Stelle wirklich gegeben hat). Besonders interessant sind ziemlich weit hinten die römischen Mosaiken auf dem Fußboden.

Historisches Museum
Das Historische Museum liegt in der Odós Sfakianáki 20, geöffnet werktags von 8 bis 13 Uhr. Seine Ausstellungsstücke zeugen von der „jüngeren“ Geschichte der Region (der späteren byzantinischen, venezianischen und türkischen Zeit). Den Interessierten erwarten hier historische Bilder, Ikonen, Waffen und Rüstungen sowie eine der bedeutendsten Dokumentensammlungen  ganz Kretas.
Die kurzen Öffnungszeiten signalisieren es schon, das Interesse an der jüngeren kretischen Geschichte ist wie andernorts geringer als das an der Archäologie.

PicturesOG/chanianautisch.jpgNautisches Museum
Das Nautische Museum ist ein Unikum auf Kreta, Vergleichbares gibt es in keiner anderen Stadt. Es liegt kurz vor dem Ende der Hafenpromenade (Ákti Koundouriótou) im Nordwesten des Hafens.
Nicht zu verfehlen wegen des schon erwähnten großen schwarzen Ankers vor der Tür. Montags ist es geschlossen, dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, donnerstags und samstags zusätzlich auch von 19 bis 21 Uhr geöffnet.
Das Museum bietet ein echtes Kontrastprogramm: Auf der einen Seite sind hier vorwiegend militärisch-kriegerische Reliquien aus der Geschichte der griechischen Seefahrt gesammelt, Fotos von Schiffen, Schiffsteile und -zubehör, navigatorische Instrumente, Modelldarstellungen wichtiger Seeschlachten etc., auf der anderen Seite ist eine umfangreiche Sammlung von Meeresmuscheln ausgestellt, die ja nun glücklicherweise nichts Militärisches an sich haben.

 

Praktische Informationen zu Chaniá

Adressen
EOT (Touristeninformation): Das Büro ist umgezogen und befindet sich jetzt in einer Nebenstraße der Platia 1866 (dieser fast parkähnliche Platz bildet sozusagen den oberen Abschluss der Odós Chalídon, die auf den Hafen zuführt): Vom Hafen kommend die erste Straße auf dem Platz links (Odos Kriári), in einem der ersten Häuser links das Touristeninformationsbüro.
In diesem Zusammenhang zwei weitere Hinweise: Es gibt auf selbigem 1866-Platz eine öffentliche Toilette (!). Die Straße hinunter zum Meer (Odós Chalídon) ist von 20 Uhr bis 4 Uhr morgens für den Autoverkehr gesperrt. Da sie eine der Haupt-Flaniermeilem ist, scheint das nicht unvernünftig.

Touristenpolizei: in der Odós Karaiskáki 23, die schräg gegenüber der Markthalle (südlich davon) in die Odós Giannári einmündet.

PicturesOG/chania12_gwg.jpgPost: in der Odós Tsanakáki (südlich der Markthalle rechts von der Nationalbank hinein). Eingeschränkte Öffnungszeiten, allerdings gibt es an der Platía Patriárchou Athinagóra (an der Odós Chalídon vor der Kathedrale) einen Postkiosk, der werktags von 8 bis 20 Uhr und sonntags immerhin von 9 bis 18 Uhr die üblichen Wünsche der Reisenden erfüllt.

OTE (Telefon und Telegramme): fast direkt neben der Post in der Odós Tsanakáki. Außerdem natürlich überall Kartentelefone!

Deutsches Konsulat (auf griechisch: „Proxenío Germanías“): in der Odós Sfakíon 4,
Tel. 28210-57944.

Olympic Airways, A.N.E.K., Minoikés Grammés siehe: Öffentliche Verkehrsmittel.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle der IKA liegt in der Odós Voloudákidon. Diese zweigt etwa gegenüber der Dienststellen von Post und OTE von der Odós Tsanakáki ab.
Eine besondere Empfehlung war Frank folgende Privatklinik wert: Klinik Gavrilakis, Odós M. Bótsari 76, Tel. 28210-70800 oder 28210-70814 oder 28210-87000. Guter technischer und medizinischer Standard. Billig ist allerdings nicht, man sollte besser eine private Auslandsreisekrankenversicherung haben, aber „dann werden Sie geholfen“.
Chrístos verweist zudem ausdrücklich auf das neue Staatliche Krankenhaus in Mourniés wenige Kilometer südlich von Chaniá, das auf dem allerneuesten Standard ist (und natürlich billiger, weil staatlich). Man braucht sich also um die ärztliche Versorgung in Chaniá wenig Sorgen zu machen.

PicturesOG/chania2_gwg.jpgEs gibt darüber hinaus natürlich Ärzte in großer Auswahl und in allen Richtungen spezialisiert:
Allgemeinärzte z. B.:
E. Konstantínos Myridákis, Od. Kydonías 46, Tel. 28210-57277.
Ioánnis Skarákis, Od. Smýrnis 30, Tel. 28210-21877.
Elevthería Xinídou, Od. Strat. Tsanakákis 21, Tel. 28210-25388.

Zahnärzte z. B.:
Stélios Fournianákis, Od. Chiotáki (erste Straße hinter der Post links) 17, Tel. 28210-24714 (spricht deutsch, hat in München studiert).
Káeti Kouráki, Odós Apokorónou 51, Tel. 28210-56969.
Ioánnis Myridákis, Od. Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-55633.

Kinderärzte z. B.:
Michális Anagnostákis, Odós Vouloudákidon/Sfakíon, Tel. 282100-27775.
Spýros Manousélis, Odós Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-21544.
Pári Chiotáki, Odós Tsanakáki 20, Tel. 28210-23477.

Krankenhaus: Odós Dragoúmi, Tel. 28210-27231.

Apotheken gibt es in Chaniá reichlich, z. B. am Beginn der Odós Tsanakáki und in der Markthalle.

Auto- und Motorrollervermietungen
Autovermietungen finden sich in Chaniá fast an jeder Ecke. Preisvergleiche sind auf jeden Fall lohnenswert.
Motorroller und Mofas gibt es z. B. an der Platía El. Venizélou (am Hafen) zu mieten.

Baden
In Chaniá selbst ist es mit dem Baden nicht besonders gut bestellt. Allerdings sind in Richtung Westen die Strände schnell erreicht, die Busse Richtung Kastélli Kissámou und Kolymbári fahren fast andauernd vom Busbahnhof aus (den ersten Strand von „Néa Chóra“ erreicht man auch in etwa 10-15 Minuten zu Fuß – entsprechende Infrastruktur wie Liegen, Sonnenschirme und Tretboote sind vorhanden).

PicturesOG/chania8_gwg.jpgBis Agía Marína führt die Straße allerdings fast überall recht dicht am Strand entlang, das schmälert den Reiz des Bades etwas (schöner ist es da schon in der Nähe des „Camping Chaniá“). Die Strände bieten vorwiegend Sand, nur der eine oder andere Kiesel ist zu verzeichnen. Das Gebiet westlich von Chaniá wird eifrig touristisch erschlossen, sprich bebaut, für ein Bad am Nachmittag ist es aber jederzeit angenehm.

Der Weg nach Osten ist weiter, denn vor Kalýves bietet sich keine nennenswerte Bademöglichkeit.

Eine mögliche Alternative ist der Wasserpark „Limnoúpolis“ bei Varýpetro: Von Chaniá nimmt man zuerst die Strecke zur Omalós-Hochebene/Samariá-Schlucht, biegt dann aber schon bald links ab (Ausschilderung). Es gibt etwa 10 verschiedene Riesenrutschen (was besonders Kinder eine tolle Abwechslung zum Bad im Meer finden), einen Pool, Babybecken, Spielplatz, Mini-Market und sonstige Verpflegungsmöglichkeiten. Besonders preiswert ist es allerdings nicht.

Banken
Banken gibt es in Chaniá in ausreichender Anzahl. Die Nationalbank z. B. gegenüber der Markthalle am Eingang der Odós Tsanakáki, weitere Banken an der Platía 1866 und beim Busbahnhof. Alle Banken sind in der Regel werktags von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet, manchmal auch nachmittags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Euroschecks und Travellerschecks werden entgegengenommen. Geldwechsel ist ja nun im „Euro“pa nicht mehr nötig.
Die größeren Banken verfügen natürlich inzwischen auch über Geldautomaten! Den ganzen Tag über und sonntags steht auch der Kiosk der Post an der Kathedrale (Platía Patriárchou Athinagóra) zur Verfügung.

Einkaufen
Waren des touristischen Bedarfs und Souvenirs werden vor allen Dingen in der Odós Chalídon und in kleineren Straßen und Gassen östlich davon angeboten. Schmuck aus Gold und Silber fand ich am besten ebenfalls ganz unten in der Odós Chalídon und in der von der Platía El. Venizélou am Hafen abzweigenden Odós Karaolí ke Dimitríou.

PicturesOG/chaniaamphora_gwg2.jpgBücher und Postkarten (auch etwas ausgefallenere, darunter ziemlich pornografische) gibt es z. B. in der „Internationalen Buchhandlung“ an der selbigen Platía El. Venizélou. Griechisches findet sich ein gutes Stück weiter oben rechts in der Odós Chalídon Nr. 98 bei P. Pelekanákis.

Und wenn man schon mal da oben ist, hier biegt auch die Odós Skrídlof von der Odós Chalídon ab: die berühmteste Ledergasse der Insel! Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein paar Stiefel maßanfertigen zu lassen, ist hier richtig. Es dauert ungefähr eine Woche und kostet auch durchaus gutes Geld, allerdings nur einen Bruchteil dessen, was es in Deutschland kosten würde. Man kann natürlich auch Stiefel und anderes Lederzeug „von der Stange“ kaufen. Es ist aber sinnvoll, vor einem Kauf erst ein paarmal durch die Gasse zu laufen und Preise sowie Qualität zu vergleichen.

In der Nr. 29 der Laden von Herrn Mallinákis, bei dem man Angeln, Tauch- oder Campingzubehör, Harpunen, Rucksäcke, Isoliermatten etc. kaufen kann. Wer nach einem Rucksack- und Campingurlaub seine Ausrüstung am liebsten hier lassen würde, der kann sie bei Mallinákis zu wahrscheinlich nicht sonderlich gutem Preis wieder verkaufen.

PicturesOG/markthalle2.jpgIn der Odós Pótie (geht man weiter die Skrídlof Richtung Markthalle entlang, eine Nebenstraße links) gibt es ein ganz besonderes Geschäft. Auf der rechten Seite mit der Nr. 51 (das Geschäft heißt „MAT“ verkaufte der „Schachmeister von Chaniá“, der übrigens auch gut deutsch sprach, Schach- und Távlibretter in sonst jedenfalls von mir nicht gefundener Qualität und Auswahl. Wer sich auf Kreta ein Távlispiel kaufen will, sollte das unbedingt hier tun. Es mag woanders sichere billigere Távlibretter geben (mit Folie beklebt, nicht mit Holz-Einlegearbeiten), aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier auf jeden Fall wie nirgendwo sonst. Und der Besitzer riet durchaus von teuren Prestigekäufen ab, wenn er ein ebensogut verarbeitetes Brett anbieten konnte, das (etwas) billiger warist. Ich selbst besitze drei schöne Távlibretter bester Verarbeitung und sie stammen alle aus diesem Laden!
Dass ich hier in der Verrgangenheitsform schreibe, liegt daran, dass der Besitzer des Geschäfts im  August 2002 verstorben ist. Letzten Meldungen zufolge wird das Geschäft weitergeführt, allerdings ist es ohne ihn sicher nicht mehr dasselbe.

Folgt man der Verlängerung der Skrídlof, der Odós Tsoudéron, erreicht man bald die berühmte Markthalle von Chaniá (bereits unter „Sehenswürdigkeiten“ erwähnt). Sie ist kreuzförmig erbaut, jeder der vier Kreuz-Arme beherbergt andere Warengruppen. Einer Fisch und Fleisch, einer Gemüse, Eier und Geflügel, einer Brot, Wurst und Käse, und der letzte von allem ein bisschen, dazu noch Gewürze, Windeln und Spielwaren.

PicturesOG/fotochania.jpgZwischen den Ständen auch ein paar kleine Lokale, in die die Marktleute selbst einkehren, auch der Besucher braucht sich nicht zu genieren. Im Gegenteil, die Lokale mögen zwar auf den einen oder anderen möglicherweise etwas schmuddelig wirken, sie sind aber völlig in Ordnung und es schmeckt!

Übrigens: Neben der Markthalle gibt es immer noch einen oder mehrere Photographen, die mit antiken Kameras hantieren!

Internationale Presse führt das Kiosk an der Ecke Odós Micháli Giannári (Hauptstraße von der Markthalle nach Westen)/Ecke Odós Chalídon, oder auch der etwa 250 Meter näher auf der rechten Seite der Od. Giannári gelegene Laden.
Spirituosen in großer Auswahl bieten zwei Läden ganz unten in der Odós Chalídon kurz vor dem Hafenplatz.

Schallplatten (bzw. natürlich inzwischen nur noch CDs) gibt es in mehr als respektabler Auswahl bei Níkos Stathópoulos an der Platía Agorás (oder auch Platía S. Venizélou, letzteres der offizielle Name, ersterer aber bei den Einheimischen bekannter, da er „Platz am Markt“ bedeutet). Es ist dies der Platz an der Südseite der Markthalle, der Plattenladen liegt nur wenige Meter links der Nationalbank. Mit dieser Auswahl können einige Läden in Athen nicht mithalten. Absolut mein Lieblingsladen in dieser Hinsicht!

Essen und Trinken
Man trifft sich in den zahlreichen Cafés an der Platía El. Venizélou am Hafen zum Frühstück, das wie überall in Griechenland nicht zwingend empfehlenswert ist. Eine „Frühstückskultur“ kennen die Griechen halt immer noch nicht so wirklich. Alle Cafés bieten frischgepresste Säfte, Bier vom Faß (!) und diverse Cocktails (d. h. man sitzt hier nicht etwa nur zum Frühstück). Eigentlich gibt es keine nennenswerten Preis- oder Qualitätsunterschiede. Ich schätze dennoch von diesen Cafés am meisten das „Remetso“ (Remezzo), das letzte kurz vor der Moschee. Hier hat man erstens den schönsten Blick über den Hafen, zweitens fand ich die Kellner hier ein wenig netter als anderswo. Das kann aber auch Geschmackssache, Tagesform oder Zufall sein, denn qualitativ sind ansonsten diese Lokale alle gleich.

Sehr beliebt bei den Einheimischen (auch Studenten) ist das „Café 13“ auf der Ecke Odós Chatzimichaíl Giannári (die Ausfallstraße Richtung Westen) und der Odós Chalídon (die Straße hinunter zum Hafen). Hier sitzt man den ganzen Tag zwar dicht am Straßenverkehr, aber gemütlich bei Eis, Kaffee und Kuchen. Und um die Ecke herum gibt es ja auch eine kleine Parkanlage.

PicturesOG/chania1_gwg.jpgWenn es noch zu früh zum Essen ist, bieten sich zudem die Cafeterien, Café-Bars etc. am Ende der Hafenpromenade kurz vor dem Nautischen Museum an, den Abend mit einem Drink einzuläuten (oder später ausklingen zu lassen).

Hier am Aktí Koundouriótou ballen sich auch die meisten Tavernen und Restaurants der Stadt. Qualitativ wie preislich gibt es meines Erachtens keine entscheidenden Unterschiede, man überlege sich nur, von welchem „Krachtis“ man sich hereinlocken lässt.

Eine Empfehlung, die ich nicht selbst ausprobiert habe und deshalb ohne Gewähr weitergebe (inzwischen wurde der Tipp von Claudia noch einmal ausdrücklich bestätigt!), ist das „Ekstra“ in der Odós Zambelíou 8 (der Parallelstraße zur Hafenpromenade). Hier haben zwei deutsche Frauen eine kleine Oase in einem alten Gewölbe mit Natursteinbögen geschaffen. Eine „Café-Eateria“, in der man Kaffee trinken, deutsch und griechisch (?) frühstücken, essen oder auch nur einfach ein Weißbier trinken kann. Es soll für Frau besonders angenehm sein, da es hier keinerlei Anmache gibt. Außerdem findet man hier nur wenige Meter von der trubeligen Hafenpromenade entfernt seine Ruhe (auch als Mann).
Und das besondere für Kinder: hier gibt es auch Fischstäbchen!

Wendet man sich stattdessen von der Platía El. Venizélou nach rechts zum Aktí Tombázi (vorbei an der Moschee), liegt um die Ecke herum eine Ouzeri‚ mit leckeren Häppchen (Mesédes) zum Oúzo. Außerdem das Restaurant „Fáros“ mit leckeren Fischspezialitäten vom Holzkohlegrill. Weiter empfehlenswert in dieser Gegend das „Babit“ und das „Karnágio“ an der Platía Katecháki 8. Erkennbar an dem hölzernen Dirigentenpult mit der Speisekarte vor der Tür. Die Kellner sind sehr nett und lassen einen sogar möglicherweise die Sandkörner im Tintenfisch vergessen (die hatte ich hier zwar nicht immer, aber doch mehrmals).

PicturesOG/chania5_gwg.jpgGeht man weiter bis zum Ende des alten venezianischen Hafens, der heute als Yachthafen dient, findet man dort das wohl allerbeste Fischlokal der Stadt: „O Apostolis“ (das vorletzte Lokal – Ákti Enóseos 10). Diese Einschätzung teile ich mit vielen Einheimischen und sogar mit meiner Frau.

Bratkartoffeln und Steaks, sprich deftige internationale Küche, bietet das „Oleander“ in der Odós Skoúfon 7, einer Nebenstraße der Odós Zambelíou (und die ist wiederum die Parallelstraße hinter der Hafenpromenade Aktí Kondouriótou). Nicht mehr „in deutscher Hand“, aber das Essen ist nach wie vor O. k.

Das witzigste Café/Lokal im Hafen ist allerdings das „Fortetsa“, das als „moderne“ venezianische Festung vorne auf die Mole gebaut wurde. Damit man nicht von ganz hinter dem Yachthafen über die Mole hinlaufen muss, gibt es sowohl vom Nautischen Museum als auch aus dem Yachthafen einen kostenlosen Transfer mit viereckigen kleinen Fährbooten – sie sind schon wirklich einfallsreich, die Kreter!

Es gibt übrigens ein chinesisches Restaurant rechts hinter der Moschee am Hafen: „Golden Wok“. Aber wer isst als Tourist auf Kreta schon chinesisch?

In der venezianischen Altstadt hinter dem Fischerhafen sind immer mehr Lokale entstanden, die sich in alten (eigentlich abbruchreifen) venezianischen Häusern angesiedelt haben. Manchmal sitzt man dort ohne Dach über dem Kopf, oft spielen ein paar Studenten Bousoúki und Gitarre, praktisch immer isst man ordentlich und überall ist es gemütlich!
Ein paar kleinere und billigere Lokale liegen in der Odós Giannári (der Durchgangsstraße zwischen Markthalle und Odós Chalídon) oder in der Markthalle. In letzterer natürlich nur tagsüber, denn abends ist die Halle geschlossen.

Imbissbuden (Fastfoudádika) gibt es reichlich in der Odós Giannári, am Beginn der Hafenpromenade Aktí Koundouriótou und in der Odós Chalídon. Ein eher klassisches Souvláki-Lokal (gemütlich) liegt ebenfalls in der Odós Chalídon neben der katholischen Kirche.

Nicht allzu weit von hier kommt der Liebhaber süßer Sachen voll auf seine Kosten: In der Odós Tsoudéron kurz vor der Markthalle auf der linken Seite das Sacharoplastío (Konditorei) „Tzedaki“: Die Leckereien liegen unübersehbar im Schaufenster, und es duftet unüberriechbar schon von weitem. Es gibt hier auch Loukoumádes (die griechische Krapfenversion).

PicturesOG/chanianight.jpgNachtleben
Später am Abend bietet Chaniá natürlich auch noch diverse Möglichkeiten der Unterhaltung westlicher Art: Mehrere Diskotheken gibt es am Aktí Tombázi hinter der Moschee.

Das „Ideon Andron“ in der Odós Chalídon ziemlich weit unten in einem Hinterhof erinnert wahrlich an eine Höhle. Hier ist oft auch westliche Gitarren-Live-Musik zu hören.

Etwas anspruchsvoller das „Fagotto“, das mehr eine Bar ist, mit Klaviermusik und Jazz (direkt vor dem Nautischen Museum die Odós Angélou links hoch, ziemlich bald im Souterrain auf der rechten Seite). Erst ab 9 Uhr abends geöffnet, dafür aber bis 2 Uhr nachts.

Unterkunft
Hotels:
B-Kat.: „Lissos“; Od. Dimokratías 68; 41 Zimmer/68 Betten; Tel. 28210-24671 und 28210-24672.
C-Kat.: „Afroditi“ (Pension); Od. Agíon Déka 18; 9 Zi./20 B.; Tel. 28210-57602.
C-Kat.: „Mary Poppins“ (Pension); 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-26357.
C-Kat.: „Plaza“; Akti Tombázi 1; 8 Zi./17 B.; Tel. 28210-22540.
C-Kat.: „Theofilos“ (Pension); Od. Papanastassíou 76; 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-53294 und 28210-56288.
D-Kat.: „Nea Ionia“; Od. Verovíts Passá 3; 12 Zi./22 B.; Tel. 28210-22706.
D-Kat.: „Tina“; Odós Bonáli 3; 15 Zi./26 B.; Tel. 28210-41195.
E-Kat.: „Averof“; Platía 1866 11; 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-40809 und 28210-23090.
E-Kat.: „Lagonikakis“; Platía Mitropóleos; 8 Zi./20 B.; Tel. 28210-52525 und 28210-22161.
E-Kat.: „Phedias“; Od. Apokorónou Santriváni 6; 20 Zi./43 B.; Tel. 28210-52494.
E-Kat.: „Piraeus“; Od. Zambelíou 14; 15 Zi./31 B.; Tel. 28210-54154.
E-Kat: „Viennos“; Od. Skalídi 27; 8 Zi./18 B.; Tel. 28210-22470.

Außerdem auch viele unklassifizierte Pensionen und „Rent Rooms“, die man beim EOT (Touristeninformation) erfragen kann.

Spezielle Empfehlungen:
C-Kat.: „Eva“, Ecke Zambelíou (Parallelstr. hinter Hafenpromenade)/Theofánous; 4 Zi./8 B.
C-Kat.: „Manos“ (Pension); Akti Koundouriótou 17 (zentral, aber direkt über der Hafenpromande, also ggfs. etwas lauter); 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-29493 und 28210-52392.

„Rooms and Studios Ifigenia“ in der Altstadt hinter dem Fischerhafen. Sehr schöne Räume und Studios teilweise mit Blick oder Balkon zum Hafen. Abends ist es deshalb nicht immer ruhig, man ist eben mitten drin. Das Preisniveau bewegt sich in mittleren bis etwas höheren Kategorien, aber man gönnt sich ja sonst nichts: Ifigenia.

Hotels Chaniá – Preisvergleich bei trivago.


Einen nicht luxuriösen, aber sehr netten Campingplatz gibt es ca. 4 Kilometer westlich von Chaniá (ohne eigenes Fahrzeug mit dem Bus Richtung Kastélli erreichbar): „Camping Chaniá“ (Tel. 28210-33125).
Ich habe gehört, lange Wohnwagengespanne könnten leichte Probleme mit der engen Einfahrt haben. Ich war selbst noch nie mit so einem Gespann dort. Das Gelände ist flach und verfügt über natürlichen Schatten durch Olivenbäume. Die sanitären Anlagen sind gepflegt und in Ordnung. Es gibt eine Taverne, einen Mini-Market, Waschmaschinen und einen Swimmingpool (zum Meer sind es aber nur etwa 5 Minuten zu Fuß).


PicturesOG/chanianight2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Chaniá befindet sich auf der Halbinsel Akrotíri (Entfernung 14 Kilometer). Er wurde inzwischen bombastisch zum „International Airport“ ausgebaut. Das hier früher allgegenwärtige Militär ist nur noch diskret vorhanden. Man erreicht den Flughafen über die von der Markthalle ausgeschilderte Straße Richtung Osten oder auch mit dem Stadtbus Linie 1. Die Olympic Airways stellt auch Zubringerbusse zur Verfügung, die beim dortigen Büro abfahren. Nachts gibt es allerdings nur Taxis.
Flüge gibt es von bzw. nach Athen 6x täglich. Genauere Information (so weit es die bei Olympic Airways überhaupt gibt *g), im Büro der Olympic Airways: Odós Stratígou Tsanakáki 66 (gegenüber des Stadtparks – Tel. 28210-22701).

Mit dem Schiff:
Der alte venezianische Hafen von Chaniá ist so klein, daß die dortigen Mauern schon beim Anblick eines ausgewachsenen Fährschiffes kollabieren würden. Deshalb leistet sich Chaniá den Luxus eines eigenen Hafenortes. Was für Athen Piräus ist, ist für Chaniá Soúda. Die Stadtbusse der Linie 2 pendeln ständig von der Markthalle zum Hafen von Soúda. Jeden Abend fahren von hier die Fährschiffe der Gesellschaften „A.N.E.K.“ und „Minoikés Grammés“ nach Piräus ab, jedenfalls mit dem Auto sollte man mindestens eine Stunde früher da sein. Fahrkarten kann man auch in Soúda kaufen, die zentralen Büros der beiden Gesellschaften in Chaniá befinden sich:
A.N.E.K. am Platz gegenüber der Markthalle, neben der Nationalbank.
Minoikés Grammés (Minoan Lines): in der Odós Chalídon 8 (ziemlich weit unten).
Beide Linien haben praktisch identische Preise.

PicturesOG/chania15_gwg.jpgMit dem Bus:
Der zentrale Busbahnhof von Chaniá liegt an der Ecke der Odós Kylaídi/Odós Kydonías.
Von hier aus fahren Busse nach:
– Alikianós/Fournés/Lákki (8x täglich).
– Agía Triáda (Kloster auf Akrotíri) (2x täglich).
– Chandris-Hotel (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kolymbári und/oder Kastélli weiterfahren – fährt vorher durch Stálos, Agía Marína, Plataniás, Geráni, Máleme an der Nordküste entlang nach Westen) vormittags und nachmittags alle 15 Minuten.
– Chóra Sfakíon (Sfakiá)(3x täglich).
– Elafonísi (über Kloster Chryssoskalitisa) (1x täglich – morgens!)
– Falássarna (über Kastélli und alles, was vorher an der Nordküste liegt) (3x täglich).
– Kastélli (über alle Orte, die unter Chandris-Hotel genannt sind und Kolymbári) (14x täglich).
– Kolymbári (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kastélli weiterfahren) (knapp 30x täglich).
– Omalós-Hochebene (Samariá-Schlucht) (4x täglich). Zur Omalós-Hochebene bietet KTEL von Chaniá Pauschaltouren an (Chaniá-Omalós und zurück Chóra Sfakíon-Chaniá), die preislich deutlich günstiger liegen als die der Reiseunternehmen.
– Paleóchora (5x täglich).
– Réthymnon und Iráklion (andauernd, mindestens 25x täglich).
– Über Réthymnon nach Agía Galíni (6x täglich).
– Über Réthymnon nach Plakiás (5x täglich).
– Soúgia (2x täglich, sonntags nicht).
– Stavrós (Akrotíri) (6x täglich).
– Vámos (auf der Halbinsel Drápano) (5x täglich).
Weitere Busverbindungen in kleinere Dörfer erfrage man am Busbahnhof.

Außerdem gibt es Stadtbusse in Chaniá, die man erstens an der dunkler blauen Farbe und zweitens an der Nummer vorne im Sichtfenster erkennt. Sie befahren folgende Strecken:
– Linie 1: von der Markthalle über Chalépa und Akrotíri zum Flughafen.
– Linie 2: von der Markthalle zum Hafen von Soúda.
– Linie 3: von der Markthalle nach Galatás.
– Linie 4: von der Markthalle nach Mourniés und Nerokoúres.


Einen besonderen Busservice gibt es seit Juni 2009: Einen Minibus, der laufend durch Innen- und Altstadt die gleiche Route abfährt und zwar:
Start ist in der Odós Stratígou Tzanakáki vor dem Gebäude der Olympic Airways (zur besseren Orientierung, es ist unweit von Post, OTE und dem kleinen Stadtpark). Nächster Haltepunkt ist die Markthalle, von der es ein Stück die Hauptstraße weiter nach Westen geht. Odós Moussoúron – Od. Chatzimichálí Giannári – Od. Episkópou Chrysánthou – Od. Sifáka (H) – Pýli ton Neoríon (H) – Od. Kalérgon – Pýli tis ámmou (am kleinen östlichen Stadtstrand – H) – durch die Odós Kýprou zur Odós Koraí (H am Nationalstadion). Wieder nach Osten über die Od. E. Venizélou (H) und dann nach Süden durch die Od. Kyriákou Mitsotáki zu den Gerichtsgebäuden (H). Der letzte Haltepunkt,  bevor der Bus wieder seinen Ausgangsort erreicht, liegt in der Od. Ioánnou Sfakianáki. Die Route ist an den Haltepunkten ausgehänbgt.

Der Bus verkehrt zwischen 9:00 und 23. alle 20 Minuten und ist kostenlos! Er wird zwar durch KTEL betrieben, aber von der Stadt finanziert.


Mit dem Taxi:
Innerorts und abends wieder nach draußen bietet das Taxi die beste Verbindung. Die Preise sind an mitteleuropäischen Maßstäben gemessen angenehm.

PicturesOG/chania3_gwg.jpgSonstiges
Diverse Reisebüros bieten Tagesausflüge z.B. in die Samariá-Schlucht an, das Angebot des KTEL (s.o.) ist aber in jedem Fall das preiswerteste. Dieses Angebot des KTEL gilt für alle Orte zwischen Réthymnon und Kastélli: Fahrt vom jeweiligen Ort zur Omalós-Hochebene und Rückfahrt von Chóra Sfakíon zum jeweiligen Ausgangsort der Preis für das Fährschiff(chen) von Agía Rouméli nach Chóra Sfakíon ist nicht inbegriffen).
Es gibt in Chaniá auch eine katholische Kirche, und zwar in der Odós Chalídon ziemlich weit unten. Jeden Sonntag um 10 Uhr wird die Messe gelesen.
Die ELPA (der griechische ADAC) befindet sich in der Odós Nikólaou Skoulá, einer rechten Seitenstraße der Ausfallstraße Richtung Soúda (ausgeschildert).

 

Ravdoúcha: Kirchlein und Picknickplatz

Das Dorf Ravdoúcha liegt oberhalb der Westküste der Halbinsel Rodópou im Nordwesten der Insel. Inzwischen muss man nicht mehr die alte Straße zwischen Chaniá und Kastélli befahren, um nach Ravdoúcha zu kommen. Die Abzweigung ist auch von der „New Road“ aus ausgeschildert.

Hier sei insbesondere einer meiner Lieblingsplätze auf Kreta beschrieben:
Man fährt im Dorf Ravdoúcha bis zur Kirche, die links neben der Straße liegt. Direkt gegenüber der Kirche biegt rechts ein asphaltierter Weg ab, der steil hinunter zum Meer führt (Schild: „Pros Paralia Tavern“, was soviel heißt wie: „zum Strand und zur Taverne“).

Von dieser Abzweigung sind es hinunter zum Strand ca. 2,5 Kilometer, aber schon nach etwa 1 Kilometer ist eine kleine Kirche erreicht, die oberhalb des Weges in den Hang gebaut ist (im Inneren Fresken und Wandmalereien unbestimmten Alters). Direkt am Weg unterhalb der Kirche der alte Waschplatz des Dorfes, zu dem früher die Frauen hinunter pilgerten, als es weder Wasser, Strom noch Waschmaschinen gab. Vor der Kirche liegt ein kleiner Picknick-Platz mit Steinbänken und -tischen und einem überwältigendem Blick auf den Golf von Kastélli.

Leider wird dieser Blick seit einiger Zeit aber erheblich durch ein neues Appartementhaus unterhalb der Straße getrübt: das Panorama ist immer noch herrlich, aber man schaut eben von oben auf diesen Betonklotz.

Bierbrauerei bei Réthymnon

Etwa 15 Kilometer südlich von Réthymnon Richtung Spíli liegt rechts ein wenig abseits der Straße die einzige biologische Bierbrauerei Kretas:
Was Bernd Brink hier braut, ist ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelche chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure. Bierbrauerei bei Réthymnon weiterlesen

Veneráto

PicturesOG/wn_venerato01.jpgVeneráto ist ein kleines Dorf mit etwas mehr als 800 Einwohnern an der Straße von Iráklion nach Süden in die Messará-Ebene.

Sehenswert
Etwa 2 Kilometer östlich liegt das Nonnenkloster Monastéri tis Palianís.

Im Nachbardorf Kerásia lohnt ein Besuch der Kirche des „Ágios Geórgios“ sowie ein Spaziergang zum westlich des Dorfes idyllisch im Grünen gelegenen Kirche der „Panagía Fameroméni“ (knapp 2 Kilometer). Veneráto weiterlesen

Spinalónga und Kalydón(a)

Die ehemalige „Leprainsel“ liegt nördlich von Ágios Nikólaos gegenüber des Badeortes Eloúnda.

Tatsächlich besteht Spinalónga aus zwei Inseln, der südlichen, die wirklich so heißt, aber nicht (!)  die Leprainsel war, und der nördlichen, die die Leprainsel war, aber richtig Kalydón bzw. Kalydóna heißt.

PicturesOG/spinalo1.jpgBeginnen wir mit der südlichen (Spinalónga) und ihren (kleinen) Sehenswürdigkeiten: Zu dieser Insel kann man auch zu Fuß oder mit dem Auto hinüber gehen/fahren, denn sie ist mit dem kretischen „Festland“ durch einen langen Damm verbunden. Diesen wiederum durchschneidet ein schmaler Kanal, über den eine Brücke führt. Die Zufahrt ist im Ort Eloúnda recht unauffällig rechts zum „Public Beach“ ausgeschildert.

Direkt hinter der Brücke geht man rechts bis zu einer recht netten Taverne. Direkt rechts daneben  führt ein schmaler Weg etwa 20 Meter landeinwärts. Dort findet man ein etwa 3-5 Meter großes (eingezäuntes) byzantinisches Fußbodenmosaik, welches Delphine und Rosetten zeigt.

PicturesOG/spinalo2.jpgZurück an der Taverne geht man weiter (links) am Wasser entlang und erreicht eine kleine Kirche. Direkt vor der Kirche kann man bei ruhiger See unter der Wasseroberfläche die Grundmauern von Häusern erkennen (es ist nicht ganz einfach, man muss schon genau gucken).
Es soll sich hier um Überreste der antiken Stadt Ólous handeln, die bei einer Erdbewegung der Insel im Meer versank.
Einige hundert Meter den Weg weiter gehend, erreicht man zwischen den felsigen Klippen diverse kleine Badestellen, wo man fast für sich alleine sein kann. Nebenbei sind die Felsen bestens als Sprungbrett ins Meer zu nutzen, da es hier tief genug ist. Einer meiner Söhne hat hier mal mit der Hand einen Oktopus gefangen, den er leider wieder schwimmen ließ, weil er ihn so traurig anschaute (und ich esse doch Oktopus für mein Leben gern!)

PicturesOG/spinalo3.jpgKommen wir nun zur nördlichen Insel Kalydón, der echten Leprainsel (man kann zu dieser Insel mit Ausflugsschiffen von Ágios Nikólaos oder von Eloúnda aus fahren, ich persönlich ziehe es vor, mit dem Auto (oder dem Bus – s. u.) weiter nach Norden bis zu dem kleinen Fischerdorf Pláka zu fahren (die Straße nach Pláka zweigt in Eloúnda hinter dem Hafenplatz und dem Uhrturm rechts ab) und von dort aus den kurzen Weg mit einem größeren Fischerboot zu fahren (Preis/Person ca. 8 Euro). Im Lokal „Gorgona“ direkt an der Anlegestelle haben wir gut gegessen, während wir auf das nächste Boot warteten. Spinalónga und Kalydón(a) weiterlesen

Tóplou (Kloster)

PicturesOG/toplou.jpgAm östlichen Ende der Bucht von Sitía steigt die Straße Richtung Palékastro, Vái und Káto Zákros steil in die Berge hinauf, es bietet sich immer wieder ein herrlicher Blick auf die Bucht zurück.
12 Kilometer hinter Sitía biegt links die Straße zum Kloster Tóplou ab.

Die teils sehr kurvenreiche Straße hinauf zum Kloster Tóplou ist seit vielen Jahren asphaltiert und bestens befahrbar. Nach 3 Kilometern erreicht man das einsam in felsiger Gegend liegende Kloster Tóplou, das auf den ersten Blick wie eine Festung aussieht. Genau das war es auch einige Jahrhunderte lang, denn so weit draußen östlich war das Kloster Tóplou ganz allein auf sich gestellt und musste sich entsprechend wehrhaft einrichten. Im Türkischen bedeutet „Tóplou“ übrigens „Kanone“ (sic!). Trotz der Wehrhaftigkeit des Klosters und seiner Mönche gelang es den Türken mehrfach, das Kloster zu erobern und weitgehend zu zerstören, doch die Mönche bauten es stets unverdrossen wieder auf. Auch im Zweiten Weltkrieg war hier ein Widerstandsnest zu finden, wie anderenorts unterstützte die Kirche aktiv den Kampf des kretischen Volkes und seiner englischen Verbündeten.

Heute ist das Kloster wegen Nachwuchsmangels schon fast geschlossen. Es leben nur noch zwei Mönche hier, die Besucher gerne begrüßen, auch wenn diese hier alles andere als selten sind (im Gegenteil: das Kloster wird von allen Ostkreta-Touren angefahren und so kommen die Besucher reisebusweise).

PicturesOG/toplou2.jpgDas schöne, gemütliche Klosterinnere mit seinem Innenhof und besonders die zweischiffige Klosterkirche lohnen eine Besichtigung. Im linken Schiff der Kirche vom Eingang aus gesehen sind noch spärliche Reste von Fresken aus dem frühen 15. Jahrhundert zu erkennen, die leider durch Feuchtigkeit stark beschädigt sind. Links z. B. als erstes eine Kreuzigungsszene. Die Zweischiffigkeit der Kirche bedingt auch zwei Ikonostasen mit vielen Ikonen. Tóplou (Kloster) weiterlesen

Vassilikí

PicturesOG/vassiliki_archea3.jpgDas kleine Dorf Vassilikí liegt etwas westlich abseits der Straße von Ierápetra an die Nordküste kurz vor derselben. Die Abzweigung ist ausgeschildert. Schon nach weniger als einem Kilometer passiert man ein fast unauffälliges Schild, das nach links in die Olivenhaine weist: Auch hier gibt es eine kleine minoische Ausgrabung, genauer gesagt, die einer spätminoischen Siedlung aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Es sind nur einige hundert Meter in den Hain auf einem erkennbaren Fußweg hinein. Meist ist das Ausgrabungsgelände abgeschlossen, allerdings fand ich die Möglichkeit, links am Zaun vor dem Wächterhäuschen entlang zu gehen und dann ohne größere Mühe an einer Stelle unter dem Zaun durchzukriechen, um die hier gezeigten Fotos zu schießen.PicturesOG/vassiliki_archea1.jpg Außer diesen Mauern ist nicht sonderlich viel zu sehen, schön ist allein die Ruhe (kein Mensch da!), der Blick in die Ebene und die Gewissheit, dass hier vor etwa 2.300 Jahren Leute lebten, die diesen Ausblick auch genossen.

Bei den Ausgrabungen wurden hier einige Keramikgefäße gefunden, die auf eine bestimmte Art gefärbt wurden, nämlich durch die Flammenstärke beim Brennen. Farben kannte man noch nicht, bzw. konnte damit noch nicht arbeiten. Beispiele dieser Gefäße im „Vassilikí-Stil“ sind heute in den Archäologischen Museen von Ágios Nikólaos und Iráklion zu sehen. Vassilikí weiterlesen