Kritsá-Schlucht

Die folgende Beschreibung der Schluchtdurchwanderung schickte mir Frank Bageritz.
Die Strasse von Kritsá zur Ausgrabung der dorischen Stadt Láto überquert kurz nach dem Ortsausgang von Kritsá ein im Sommer ausgetrocknetes Flussbett. Hier weist ein kleines verrostetes Schild mit der Aufschrift „Farángi Kritsás“ nach links den Weg zum eigentlichen „Einstieg“ in die Schlucht.

PicturesOG/kritsaschlucht001.jpegMan auch schon an der Brücke in das Flussbett klettern. Wer nicht erst durch Kritsa hindurch will, kann sogar mit der Wanderung schon hinter der Kirche „Pánagia i Kerá“ ins Flussbett einsteigen. Es sei aber nicht verschwiegen, dass bis zur oben genannten Brücke der Weg eher einer Müllhalde als einem Flussbett ähnelt.

Schöner ist es, hinter der Brücke erst einmal den Weg bis zu einem kleinen Kirchlein zu laufen, denn erst dahinter beginnt die eigentliche Schlucht. Für einen Sonntagsspaziergang mit Kind und Kegel ist diese Wanderung wirklich nicht empfehlen. Geht es am Anfang nur über Geröll, so steht man nach etwa 400 Metern bereits an der ersten Herausforderung. Man muss einen ausgewaschenen Felsen bezwingen. Nicht sehr hoch, aber glatt. Man braucht zwar keine alpine Ausrüstung, aber festes und vor allem rutschfestes Schuhwerk ist in jedem Falle von Nöten (also die Oma unbedingt zu Hause lassen).

PicturesOG/kritsaschlucht002.jpegDie Mühe lohnt sich. Man ist nun in einer menschenleeren Schlucht angekommen, die meiner Meinung nach sogar imposanter ist als z.B. die Samariá-Schlucht. Durch die Enge der Schlucht hat man auch im Sommer immer ausreichend Schatten. Allerdings sollte man sich mit Getränken eindecken, da es hier in den warmen Monaten keinen Wasserlauf mehr gibt (übrigens haben wir auch Ende April nur Pfützen sehen können). Auf ca. 3 Kilometern geht es nun weiter durch die enge Schlucht. Immer wieder wird man durch kleine Klettereinlagen überrascht. Auch das Passieren der Zäune, welche wohl bei der Schneeschmelze transportiertes Gestein zurückhalten sollen, fordert teilweise etwas Geschick. Dann verbreitert sich die Schlucht. Linker Hand ist unser „Katzenfelsen“ zu sehen. Der Stein auf dem Berg sieht echt wie eine sitzende Katze aus.

PicturesOG/kritsaschlucht003.jpegAb hier treten die Wände noch weiter auseinander, die Schlucht wird immer breiter. Auch mit dem Schatten ist es vorbei. Immer mehr Olivenbäume prägen das Bild, bis man plötzlich in einem richtigen Olivenhain steht. Dieser gehört zum Bergdorf Tápes, welches das Ende der Schlucht darstellt. Nach ca. 7 Kilometern ist die Durchwanderung geschafft. Von den kleinen Kletterpartien abgesehen, ist es nicht sehr anstrengend, der Weg von Agía Rouméli nach Omalós durch die Samariá-Schlucht (also auch bergauf) ist wesentlich beschwerlicher.

In Tápes angekommen wird man allerdings schnell enttäuscht sein, denn einen guten griechischen Kaffee oder Frappé erhält man hier nicht.

Jetzt ist eine Entscheidung gefordert. Entweder, man geht den gleichen Weg zurück oder man „wandert“ entlang der Strasse Richtung Ágios Nikólaos. Öffentliche Verkehrsmittel sind uns auf der Wanderung von Tapes nach Ágios Nikólaos nicht begegnet. Die Strecke ist ca. 12 Kilometer lang und führt immer an der Strasse entlang. Das macht also keinen richtigen Spaß.

PicturesOG/kritsaschlucht005.jpegEs ist eher zu empfehlen, die Schlucht nur bis zu dem Punkt zu durchwandern, wo sie richtig breiter wird (hinter dem Katzenfelsen). Hier ein kleines Picknick machen und dann den gleichen Weg zurück (auch das sind dann insgesamt etwa 7 Kilometer).

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss:
Durch die Einsamkeit der Schlucht sieht es im Notfall sehr schlecht mit Hilfe aus. Auch mein Handy hatte größtenteils keinen Empfang. Deshalb sollte man die Wanderung auf keinen Fall alleine unternehmen!

Zu den Schluchten auf Kreta

Láto (Ausgrabungen)

Kurz hinter dem Ortseingang von Kritsá (von Ágios Nikólaos aus) zweigt rechts die Zufahrtsstraße nach Láto ab (4 Kilometer). Sie ist gut befahrbar, aber nicht an allen Abzweigungen ausgeschildert (immer rechts halten!).

Zu besichtigen sind die Überreste einer dorischen Stadt: ein Tempel, eine Zisterne, der alte Markt (Agorá), eine Treppe, bei der es sich auch um die Ränge eines Theaters handeln kann. Außerdem die Grundmauern vieler kleiner Häuser in der Nähe der Agorá. Erfreulich ist hier, dass selten viele Besucher (auf einmal) anwesend sind, da bisher keine Reisebusse bis hierhin fahren.

Bezüglich der Öffnungszeiten informiere man sich sicherheitshalber vorher in der Touristeninformation in Ágios Nikólaos.

Öffentliche Verkehrsmittel
Keine

Kritsá

In allen Reiseführern liest man, wie pittoresk dieses Bergdorf 12 Kilometer südwestlich von Ágios Nikólaos sei. Da der größte Teil der Anfahrt praktisch ebenerdig durch Olivenhaine führt, mag man zuerst vielleicht gar nicht glauben, daß man gleich da sein wird, doch dann ist rechts schon die größte Sehenswürdigkeit des Dorfes auf, die Kirche Panagía i Kerá, erreicht.

PicturesOG/kritsa.jpgKritsá  ist mit etwa 2000 Einwohnern eines der größten Dörfer der Insel. Spätestens seitdem es Schauplatz der Verfilmung von Kazantzakis‘ „Griechischer Passion“ durch Jules Dassin war, gilt es auch als eines der schönsten Dörfer Kretas.Read More

Katharó-Hochebene

Katharó-Hochebene

PicturesOG/Katharo_gbeisner_087.jpgDiese Hochebene liegt östlich der Lassíthi-Hochebene im Díkte-Gebirge. Man erreicht sie von Kritsá aus.

Fährt man durch das Dorf auf der sehr schmalen „Hauptstraße“ hindurch (aber dann nicht Richtung Kroustás!), windet sich die Straße hinauf ins Díkti-Gebirge. Erst jetzt geht es so „richtig“ in die Berge, deswegen führt die Bezeichnung Kritsás als „Bergdorf“ wirklich ein wenig in die Irre.

Je höher man nun kommt, desto beeindruckender wird der Blick ringsum in die kargen Berghänge, es gibt immer weniger Olivenbäume, immer mehr Macchia und den Duft nach allen Kräutern der Insel wie Thymian, Rosmarin, Salbei oder Oregano.Read More

Ítanos

Ítanos

PicturesOG/itanos4_gwg2.jpg

Diese nur noch spärlichen Ausgrabungen einer antiken Stadt liegen an der Ostküste Kretas nördlich des berühmten Palmenstrandes von Vái.Read More

Istró

Istró

Istró liegt ca. 10 Kilometer östlich von Ágios Nikólaos an der Straße nach Sitía. Das langgestreckte Straßendorf ist sozusagen der „Ableger“ des Dorfes Kaló Chorió am Meer. Die Straße durch das Dorf ist gut ausgebaut, was leider zur negativen Folge hat, dass auch große LKWs viel zu schnell durchbrausen.

Baden
Mehrere Stichstraßen führen zum nahen Meer hinunter. Die Bucht(en) sind mehr sandig als kieselig, das Meer sauber, es gibt Liegen und Sonnenschirme zu mieten und auch kühle Getränke am Strand zu kaufen. Gut für Familien mit kleinen Kindern geeignet! „Mittelalte“ Kinder werden die nächtlichen Unterhaltungsmöglichkeiten vermissen.Read More

Panagía i Kerá (Kirche)

Die relativ kleine Kirche bei Kritsá wenige Kilometer südlich von Ágios Nikólaos ist die wohl berühmteste Kirche Panagía i Kerá auf Kreta und ziert viele Titelblätter, nicht zu Unrecht, denn sie bietet immerhin zwei Besonderheiten.

PicturesOG/kritsa2.jpgZum einen ist Panagía i Kerá  dreischiffig. Diese drei Kirchenschiffe entstanden in horizontaler Sandwichbauweise nach und nach im Laufe von drei Jahrhunderten. Das macht die Kirche Panagía i Kerá  viel breiter, als der Kuppelturm über dem mittleren Schiff hoch ist. Wegen ihrer zusätzlichen schrägen Stützmauern an den Seiten wirkt sie geduckt und fest im Boden verwurzelt. Nicht das mittlere Schiff mit dem Turm ist übrigens das älteste, sondern das südliche, welches zu Beginn die komplette Kirche darstellte.

Die zweite Besonderheit der Kirche Panagía i Kerá sind die Fresken in ihrem Inneren, die ich leider nicht fotografieren konnte, da es zu dunkel war und ein Blitz verboten ist.

Nirgendwo sonst auf Kreta sind diese Fresken so zahlreich und gut erhalten. Deshalb kommen so viele Interessierte hier her, dass diese Kirche meines Wissens die Einzige auf Kreta ist, für die Eintritt verlangt wird (ca. 3 Euro). Das Innere ist diesen Obulus aber auch wert.

Das Mittelschiff ist mit Bildern der Propheten (in der Kuppel, schlecht erhalten), der Evangelisten (in den Ecken darunter) und dahinter mit einer Darstellung der Auferstehung Christi geschmückt. In der Apsis findet eine Darstellung der Gottesmutter mit den Erzengeln Gabriel und Michael. Im vorderen Teil sind einige Stationen aus dem Leben Christi zu sehen, wie seine Geburt, der Kindermord des Herodes, das Abendmahl u.a.

Das Südschiff ist der Agia Anna geweiht (der „Großmuttergottes“). Die Fresken zeigen Bilder aus ihrem Leben.

Das Nordschiff gehört dem Ágios Antónios. In der Apsis ist hier besonders interessant die Darstellung des Christus Pantokrator. Etwas fehl am Platze scheint in der hinteren linken Ecke ein Paar in kretischer Tracht. Man vermutet, daß es sich ganz prosaisch um die Stifter dieses zuletzt angebauten Nordschiffes handelt.

Die Kirche ist montags – samstags von 10-15 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr geöffnet. Man sollte sich vor dem Hinauffahren diese Öffnungszeiten aber unbedingt bei der Touristeninformation (EOT) in Ágios Nikólaos bestätigen lassen, damit man nicht möglicherweise vor verschlossener Tür steht.

Neápolis

Neápolis

Das Landstädtchen Neápolis liegt etwas abseits der „New Road“ zwischen Mália und Ágios Nikólaos im Nordosten der Insel. Zwei bis drei Kilometer hinter einem der seltenen Straßentunnel auf Kreta (dieser ist sogar 275 Meter lang), erreicht man die Abzweigung PicturesOG/neapolis.jpgnach Neápolis, welches einen kleinen Verkehrsknotenpunkt darstellt. Hier treffen sich die „New Road“ und die alte Straße für einen Moment, man kann also statt der bequemen Strecke direkt nach Ágios Nikólaos die kurvenreiche alte Straße nehmen oder sogar den ebenso kurvenreichen nördlichen Umweg über Fourní, der nördlich von Ágios Nikólaos bei Eloúnda das Meer erreicht. Außerdem zweigt in Neápolis die zweite Strecke in die Lassíthi-Hochebene von der nördlichen Hauptstraße ab.Read More

Camping Goúrnia Moon – Nordküste Kreta

An der Nordküste von Kreta, ungefähr 15 Kilometer von Ágios Nikólaos entfernt liegt links unterhalb der Straße nach Sitía der Campingplatz „Gourniá Moon“.

PicturesOG/campinggournia.jpgDer Campingplatz „Gourniá Moon“ ist gepflegt und bietet inzwischen fast überall natürlichen Schatten. Restaurant, Supermarkt, Swimmingpool und Kinderplantschbecken gibt es auch, ebenso Kochgelegenheit, Satelliten-Fernsehempfang, Wasch- und Bügelmöglichkeit und eine Post mit Geldwechsel (was man als Deutscher oder Österreicher auf Kreta ja nicht mehr braucht). Zum Meer muss man nur ein kleines Stück hinunterlaufen. Alles in allem ein sehr schöner Platz!

Eine Zuschrift von Evelin S. zur Lage auf Kreta : „In der Nachsaison ist der Platz nur bedingt geeignet. Die Taverne war geschlossen (2007) und es gibt angeblich keinen Supermarkt am Platz. Die Toiletten waren seit Tagen offensichtlich nicht geputzt worden (Abfalleimer in den Toilettenzellen quollen fast über).
Die Lage unterhalb der Schnellstraße und der alten Nationalstraße ist auch nicht besonders anziehend.“

Afráta – Kreta

Afráta auf Kreta- Ein Ausflug weiter nördlich auf die Halbinsel Rodópou bietet Kreta´s wilde felsige Landschaft und einen tollen Blick auf die Küstenlinie von Kreta – bei besonders klarem Wetter kann man bis nach Chaniá sehen – vom Dorf Afráta führt ein Feldweg hinunter zum Meer, vorbei an einem winzigen und sehenswerten Kirchlein.
Unten liegen die wenigen kleinen Boote der Fischer von Afráta, und hier kann man auch baden. Afráta auf Kreta