Kournás: Taverne „Kalí Kardhiá“

Ein paar Kilometer oberhalb des Kournás-Sees südlich von Georgioúpolis liegt das eigentliche Dorf Kournás. Und hier gibt es einen guten Tipp für all jene, die gerne gut essen: Kommt man vom See aus in das Dorf hinein, liegt im Inneren einer Linkskurve ziemlich weit oben das Lokal mit dem Namen „I Kalí Kardhiá“ (= Das gute Herz), dessen Inhaber Konstantínos Agapinákis und seine Töchter ihre Spezialitäten auf dem Grill vor dem Haus an der Straße zubereiten.

Diese Spezialitäten sind vor allen Dingen die hausgemachten Würstchen (!) und „Apáki“, geräuchertes Schweinefleisch. Als Ergänzung dazu schmeckt besonders der hauseigene Salat, der hier besonders reichhaltig und schmackhaft angerichtet wird. Wer hier hinauf kommt, darf an diesem Lokal eigentlich nicht einfach nur vorbeifahren und muß außerdem einen ordentlichen Appetit mitbringen!

Kentrochóri: Taverna „Agamemnon“

Fährt man von Spíli Richtung Agía Galíni, zweigt etwa 6 Kilometer hinter Spili nach links eine kleine Straße zur Taverna Agamemnon am Rand des Örtchens Kentrochori ab.

Hier sind alle gut aufgehoben, die auf Trubel und bebilderte, 3-sprachige Speisekarten gut verzichten können. Von der Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick ins Grüne und innen sitzt es sich im Winter oder an kälteren Tagen gemütlich und warm. Die Taverna ist ganzjährig geöffnet. Es sind hier viele Kreter anzutreffen, im Sommer kommen aber auch schon einige Touristen hierher, die die noch ursprüngliche Atmosphäre zu schätzen wissen.

Agamemnon und seine Frau Ourania freuen sich sehr, wenn ein Gast der griechischen Sprache etwas mächtig ist, bemühen sich aber ansonsten mit Händen, Füßen, in die Küche schleppen, ein paar Bröckchen Englisch und der typischen kretischen Herzlichkeit, alles möglich zu machen, was der Gast wünscht.

Als erstes kommt das obligatorische Fläschchen Raki auf den Tisch, dann beugt man sich am besten den Empfehlungen von Agamemnon (ich bin jedes Jahr mehrmals dort und habe noch nie eine Speisekarte benötigt).

Sehr lecker sind die Schnecken (Kochlí), Chórta gemischt mit Zucchini und Bohnen, Lammkoteletts, das Hühnchen und – nicht immer vorrätig – die Ziege aus dem Ofen! Am besten von allem etwas bestellen – lígo ap’óla – und alles zusammen – óla masí – auf den Tisch. Auch der Hauswein ist nicht zu verachten.

Und wenn man denkt, man kriegt keinen Bissen mehr runter, zaubert Agamemnons Frau Ourania meist noch eine leckere Nachspeise herbei, die dann doch noch ein Plätzchen im Magen findet.

Von Gabi Moosegger

Áno Méros: „Panagía Kalóidhena“ – Südwesten Kreta

Das kleine Dorf Áno Méros liegt an Kretas alten Straße von Agía Galíni aus Richtung Réthymnon am Hang des Kédros-Gebirges.

PicturesOG/kaloidena2.jpgEtwa in Ortsmitte von Áno Méros führt ein Fußweg links den Berg hinauf, es zweigen viele Pfade links und rechts ab, aber man achte darauf, dass es immer bergauf geht. Notfalls kann man auf Kreta auch fragen, ob der Weg noch stimmt: „Avtós íne o sostós dhrómos jia tin Kaloídhena?“ Kaloídhena ist ein Platz oberhalb des Dorfes Áno Méros, den man in etwa einer halben Stunde zu Fuß erreicht. Der Name erklärt sich nach Erzählungen der Dorfbewohner wie folgt: Einst hatte eine Bewohnerin des Dorfes Áno Méros hier die Erscheinung der Mutter Gottes. Keiner wollte ihr glauben, doch sie bestand hartnäckig darauf: „Kalo ídhena“ („Ich habe es gut gesehen“).

Von dem hier daraufhin gebauten Kloster, welches durch die Türken zerstört wurde, ist nichts mehr zu sehen. Es steht hier nur noch ein kleines Kirchlein. Unterhalb der Kirche stehen mächtige Platanen, unter denen eine Quelle entspringt. Steintische und -bänke laden zu einem Picknick ein (wehe dem, der nichts mit zu essen hinaufgenommen hat). Selbst bei der Mittagshitze auf Kreta ist die PicturesOG/kaloidena1.jpgKühle hier herrlich, der Blick auf das Ida-Gebirge gewaltig, der anschließende Mittagsschlaf unter den Bäumen erfrischend. Leider gibt es manchmal zu viele Wespen hier, was an den Essensresten der Picknicker liegen mag.

Der Fußweg zur Kapelle ist nun seit einigen Jahren nicht mehr „nötig“: Unweit des südlichen Ortsausgangs von Áno Méros führt nun eine kurvenreiche, aber asphaltierte Straße hinauf (kleines braunes Schild „Monastéri Kaloídena“). Man kann direkt bis an die Kirche fahren.
Diese wurde kräftig renoviert. Auch der Picknickplatz wurde erheblich erweitert und bietet nun ganzen Heerscharen Platz. Vermutlich wird hier deshalb im Sommer mehr los und der Platz wohl daher nicht mehr ganz so idyllisch sein! Eigentlich ein bisschen schade …

 

Kousés

Kousés liegt zwischen Sívas und Pómbia am Rande der Messará-Ebene, nur wenige Kilometer von den Zentren Mátala, Pítsidia, Kamilári, Kalamáki und Vóri entfernt, also ideal für jeden, der in Mittel-Südkreta Urlaub macht. Der Ort Kousés hat übrigens ein eigenes „Wahrzeichen“, auf das seine Bewohner sehr stolz sind: einen Turm, der in der Zeit der Türkenherrschaft und der Befreiung davon eine wichtige Rolle spielte.
Der Archäologe Antonis Vassilakis schreibt dazu: „Aus dem Dorf Kousés der Messará kamen die Kourmoulides , heimliche Christen, und der aus ihren Reihen stammende Hussein Michalis wurde zu einem der Anführer…“
Auf dem Platz vor der Kirche steht die Büste des Hussein Michalis.

Es gibt hier in Kousés aber auch zwei andere ausgesprochen besuchenswerte Dinge, wegen derer ich das Dorf hier aufgenommen habe.

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1.  Den Kräuterladen „Vótano“: Vor einigen Jahren eröffnete Iánnis Iannoútsos seinen Laden. Er pflückt viele seiner Kräuter selbst, doch in Iánnis‘ Laden stapeln sich in deckenhohen Regalen in großen Gläsern auch ausgefallene Tees, Gewürze aus aller Herren Länder sowie duftende Blätter und Blüten. Und an der Decke hängen farbenprächtige Pfefferschoten zum Trocknen.

Wenn Iánnis seine Besucher und Kunden berät, tut er dies mit liebevoller Ruhe und Sorgfalt. Nicht nur Touristen finden inzwischen den Weg in das Dorf, auch bei den Einheimischen hat sich herumgesprochen, dass Iánnis sehr viel davon versteht, Krankheiten mit Naturheilmitteln zu heilen. Und nebenbei ist der kleine Laden auch eine Oase der Ruhe und Gastlichkeit, die hier im immer hektischer werdenden Kreta erhalten geblieben ist.
Ganz mag sich sich aber auch Iánnis dem Fortschritt nicht verweigern: Online Shop.

PicturesOG/kouses-olakala.JPG2. Nur zwei Häuser daneben liegt das erste Bio-Kafeníon in Südkreta: „Óla kalá“. Es ist eigentlich inzwischen viel mehr als ein Kafenío, denn Sabine Maria Fragkioudákis bietet außer biologischem Kaffee, Fruchtsäften, Bier, Wein und Raki auch täglich frische Mahlzeiten (verschiedene Vorspeisen, kleine Gerichte, Fleisch vom Grill und sogar ein Tagesgericht) an.

Alles ist wirklich ausgesprochen schmackhaft und offensichtlich nicht nur mit Olivenöl aus dem eigenen biologischen Anbau, sondern auch mit viel Liebe zubereitet.
Ganz nach dem Motto: „Man ist, was man isst!“

Das Lokal hat täglich außer sonntags von 8:30 bis 20:30 Uhr geöffnet.
Auch hier kann ich eine Webadresse verraten: Biokafeníon Kousés.

Öffentliche Verkehrsmittel
sind mir nicht bekannt

Spíli: Der Brunnenplatz mit den venezianischen Löwen

Spíli liegt an der neuen Straße von Réthymnon nach Agía Galíni, Plakiás etc. etwa in der Mitte der Insel.

PicturesKJ/spili.jpgWer einmal bei brütender Mittagshitze quer über Kreta gefahren ist, der wird meine Liebe zum „Brunnenplatz“ in Spíli nachvollziehen können. Im Zentrum des Bischofsstädtchens speien 19 Löwenköpfe auch im heißesten Sommer reichlich kühles Wasser.

Und nachdem man den Kopf unter einen der vielen Strahlen gehalten hat, ist man wieder frisch und kann sich dann in einem der Cafés am Platz zu einer gemütlichen Rast niederlassen.

Auch sonst ist Spíli ein schönes Standquartier für den, der nicht unbedingt unmittelbar am Meer wohnen will. (KK)

Kirchlein Ágios Nikólaos in der Kourtaliótiko-Schlucht

Kourtaliótiko-Schlucht – Der Besuch dieses kleinen Kirchleins Ágios Nikólaos zwischen Spíli und Préveli lohnt sich weniger wegen dieser einen von Hunderten dem Ágios Nikólaos geweihten Stellen auf Kreta als mehr wegen der unweit dort entspringenden Quellen des „Megalopotamós„, des „Großen Flusses“, der bei Préveli ins Meer fließt.

Von Spíli aus folgt man nach Norden der Straße nach Réthymnon und biegt zum Dorf Koxaré ca. 8 Kilometer weiter links ab (umgekehrt von Réthymnon aus ist diese Aussage hoffentlich auch nachvollziehbar bzw. konvertierbar). Hinter dem Dorf Koxaré tritt die Straße in die Kourtaliótiko-Schlucht ein. Es lohnt sich, an einem der Parkplätze mit Aussichtspunkten mal anzuhalten und einen Blick in die Schlucht zu genießen.

PicturesOG/agnik_kirche 01.jpgIrgendwann ist auf der Schluchtseite statt der sonst vorhandenen Leitplanke ein Natursteinmäuerchen zu sehen (es gibt inzwischen auch eine Beschilderung zur Kirche).
Hier bitte parken (auch wenn es nur einen schmalen Parkplatz gibt) und die Treppe ins Tal hinunter steigen. Auf halber Höhe etwa gabelt sich diese Treppe, rechts geht es bis ganz zur Schlucht hinunter, von wo aus man von unten in die Klamm hineinschauen kann, aus der die vereinigten Quellen des Flusses schon als solcher hervortreten. Noch reizvoller ist der linke Abzweig, auf dem man schon bald das Kirchlein des Ágios Nikólaos erreicht, ein kleines weißes Gebäude mit einem winzigen Glockenturm und frei hängender Glocke.

Die Ikonen im Inneren zeigen vorwiegend die Heiligen Nikólaos und Nektários (letzter genießt vor allen Dingen in diesem Teil Kretas größte Verehrung). Fast allen Ikonen sind die Gesichter ausgekratzt, was den türkischen Besatzern zugeschrieben wird. Diese Erklärung wirkt allerdings nicht sehr glaubhaft, da in einer so abgelegenen und unverschlossenen Kirche mit Sicherheit nicht solch alten Ikonen hängen würden. Denn in der Vergangenheit wurden so viele davon geklaut, dass die Kreter das Vertrauen in die ausländischen Besucher verloren haben.

PicturesOG/quellen_megpot.jpgAußerdem hängen auch hier wie in vielen anderen Kirchlein und Ikonostássia viele der kleinen Votivtäfelchen, mit denen z. B. um die Geburt eines Kindes oder die Heilung eines Gebrechens gebeten wird.

Rechts an der Kirche vorbei führt der Pfad noch ein Stück weiter, und man hört es schon aus einiger Entfernung rauschen. Dann tut sich (wiederum) rechts des Weges eine steile Klamm auf, aus deren Felswand unzählige wasserreiche Quellen entspringen und in die Tiefe stürzen. Weiter unten treten sie dann bereits als Fluss aus der Klamm heraus, das Loch ist von hier oben gut zu erkennen. Vorsicht beim Herumklettern, denn es ist alles etwas nass und glitschig. Von der kleinen Aussichtsterrasse aus sieht man auch alles sehr gut. Ein Platz zum Sitzen und Träumen, sehr ruhig. Wesentlich beeindruckender als die berühmteren Wasserfälle von Argyroúpolis.

Zu den Schluchten auf Kreta

Zarós (Sarós)

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Das Bergdorf Zarós (auch: Sarós) liegt am Südhang des Ida-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene. Man erreicht das Dorf von Iráklion aus wie folgt: Man fährt die Straße nach Süden Richtung Míres, Timbáki und Agía Galíni bis zum Dorf Agía Varvára. Hier biegt die Straße nach Kamáres rechts von der Hauptstraße ab. Die Straße schlängelt sich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 17 Kilometer Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Zarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós.

Man verfehlt das obere Dorf (und die weitere Strecke nach Kamáres) leicht: Die vermeintliche Hauptstraße führt nämlich hinunter nach Káto Sarós, man muss an einer Kreuzung (Tankstelle und Polizeistation) rechts hinauf abbiegen. Dies wird hier so genau erwähnt, da das Hinweisschild Richtung Kamáres so günstig angebracht ist, daß man es erst sieht, wenn man vorbeigefahren ist.

Zarós ist wie die meisten kretischen Bergdörfer rein optisch eher relativ reizlos, die üblichen Supermärkte und Tankstellen sind vorhanden, Geldwechselmöglichkeit bei Bank oder Post an der Hauptdurchgangsstraße (falls man nicht aus einem Euro-Land kommt)

PicturesOG/zaros-stefan2011.jpgEin Haus aber ist wirklich interessant, allerdings nur deshalb, weil es die Werkstatt des über Kretas Grenzen hinaus bekannten Instrumentenbauers Antónis Stefanákis beherbergt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall, evtl. auch der Kauf einer Lýra oder eines Baglamás. Read More

Veneráto

PicturesOG/wn_venerato01.jpgVeneráto ist ein kleines Dorf mit etwas mehr als 800 Einwohnern an der Straße von Iráklion nach Süden in die Messará-Ebene.

Sehenswert
Etwa 2 Kilometer östlich liegt das Nonnenkloster Monastéri tis Palianís.

Im Nachbardorf Kerásia lohnt ein Besuch der Kirche des „Ágios Geórgios“ sowie ein Spaziergang zum westlich des Dorfes idyllisch im Grünen gelegenen Kirche der „Panagía Fameroméni“ (knapp 2 Kilometer).Read More

Timbáki

Timbáki ist der zweitgrößte Ort (nach Míres) der Messará-Ebene im Süden Zentralkretas. Ein Ort, der den Reisenden nicht unbedingt zum längeren Verweilen einlädt, der aber wegen der Einkaufsmöglichkeiten nicht unwichtig ist.
Die Hauptdurchgangsstraße des Ortes hat ein gewisses Wildwest-Flair. Heiß und staubig, ein völlig chaotischer Verkehr teilweise extrem aussehender Fahrzeuge (was die Verkehrssicherheit betrifft). Einen TÜV gibt es eben auf Kreta noch nicht, und bis die Polizei (die dafür zuständig ist) mal ein Auto aus dem Verkehr zieht, muss es schon sehr dick kommen. Das Wildwestpanorama wird allerdings durch neue Straßenlaternen im Wiener Stil etwas gestört, bzw. gemildert.

Timbáki gehört zu den Hochburgen der Gewächshausproduktion. Wer als jüngerer Reisender hier scheinbar ziellos herumsteht, wird oft darauf angesprochen, ob er vielleicht Arbeit suche. Denn die Einheimischen verrichten einen großen Teil ihrer Arbeit in den Gewächshäusern mit Hilfe billiger „Gastarbeiter“. Wer wirklich für ein paar Tage oder länger Arbeit sucht, setze sich einfach ins Kafenío kurz oberhalb der Post, hier kommen täglich morgens früh die potentiellen Arbeitgeber vorbei und schauen sich um. Einen ähnlichen Treffpunkte gibt es in Kókkinos Pýrgos. Allerdings werden die ausländischen Rucksäckler in dieser Hinsicht immer mehr von „echten“ Gastarbeitern aus Albanien oder Bulgarien ersetzt, da sie noch billiger und anspruchsloser sind. Allerdings ist hier – wenn man den Einheimischen Glauben schenken darf –  ein ursächlicher Zusammenhang zur steigenden Kriminalitätsrate zu sehen.Read More