Impressionen aus Iráklion

Von Peter BielingMediapalette

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Ausgrabungen in der Nähe des Hafens
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Die Venezianische Festung am Fischerhafen sollte vor auswärtigen Feinden schützen
– doch die kamen eher von innen
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Gerne Fotografiert, aber wieder schön: Der Fischerhafen

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Fischer beim Netzflicken – eine langwierige und mühselige Arbeit!

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Blick vom Hafen auf die Stadt

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Eine heiße Maschine, kein Sondermüll – der Fahrer holt gerade Zigaretten …

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In den Straßen von Iráklion

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Réthymnon: Taverne „Fantastico“

Etwa drei Kilometer östlich von Réthymnon zweigt von der „Old Road“ die Straße Richtung Maroulás ab. Etwa einen Kilometer oberhalb hinter dem Ort weist ein auffälliges Schild auf die Taverne „Fantastico“ hin.

Vom Lokal aus bietet sich wirklich ein phantastischer Blick auf den über 16 Kilometer langen Strand von Réthymnon. Und wenn die Sonne untergeht, tut sie dies scheinbar genau im Hafenbecken der Stadt. Über der Prassánes-Schlucht, einem gewaltigen Einschnitt in der Bergkette kreisen stundenlang ohne einen Flügelschlag neun gewaltige Raubvögel. Es ist nicht zu erkennen, ob es Adler oder Geier sind.

Und wir sitzen da und genießen die Ruhe und den Ausblick, während auch der Magen bestens zu seinem Recht kommt. Die freundliche Familie, die das Lokal betreibt, verwöhnt uns nach allen Regeln der Kunst.

Von Christoph Halbey

Pitsídia: Taverne „Mystical View“

Im Süden Zentralkretas, zwischen den Ortschaften Pitsidia und Matala befindet sich eine Taverne mit dem erwartungsschwangeren Namen „Mystical View“. Man findet sie recht einfach:
Man verlässt Pitsidia auf der Hauptstraße in Richtung Matala. Die Straße steigt dort leicht bergan. Etwa 1,5 Kilometer hinter dem Ortsausgang steht auf der Anhöhe hinter einer Kuppe ein Hinweisschild auf die Taverne. Man biegt nach rechts auf den unbefestigten Weg ab, der einen nach wenigen Metern zum Ziel führt (es ist die hintere Taverne!).

Sie liegt direkt an der Klippe hoch über dem Strand von Kommós. Es eröffnet sich ein traumhafter Blick über die Golf von Messará und die Gegend um Agía Galíni. Über allem thront erhaben das Ida-Massiv. Bei klarem Wetter sind im Westen die bis weit in den Juni schneebedeckten Gipfel der Lefka Ori, der Weißen Berge, zu erkennen.

Man sollte noch bei Tageslicht anreisen und den Tag in die Nacht dämmern lassen: Das Tageslicht garantiert die Fernsicht und die Orientierung, die Dämmerung bietet ein einzigartiges Farbenspiel. Das (für uns) eigentliche Highlight erwartet den Besucher dann in der Dunkelheit: Der Blick auf die funkelnden Bergdörfer in den südlichen Abhängen des Ida-Gebirges ist schlichtweg atemberaubend! Im Vordergrund grüßt Agía Galíni mit seinen Lichtern. Wenn man das Glück hat, diese Szenerie bei Vollmond zu erleben, möchte man gar nicht mehr von hier fort!

Leider ist die Taverne selbst in den letzten Jahren ständig ausgebaut und modernisiert worden, was ihrem urigen Charme aus unserer Sicht nicht eben zuträglich war. Den einmaligen Blick muss man beim Testen der guten Küche nicht extra bezahlen, die Preise entsprechen denen einer typisch kretischen Landtaverne. Ein Abend auf der Terrasse ist ein unvergessliches Erlebnis und besonders Hochzeitsreisenden und Frischverliebten zu empfehlen!

Von Roger Möckel

Kournás: Taverne „Kalí Kardhiá“

Ein paar Kilometer oberhalb des Kournás-Sees südlich von Georgioúpolis liegt das eigentliche Dorf Kournás. Und hier gibt es einen guten Tipp für all jene, die gerne gut essen: Kommt man vom See aus in das Dorf hinein, liegt im Inneren einer Linkskurve ziemlich weit oben das Lokal mit dem Namen „I Kalí Kardhiá“ (= Das gute Herz), dessen Inhaber Konstantínos Agapinákis und seine Töchter ihre Spezialitäten auf dem Grill vor dem Haus an der Straße zubereiten.

Diese Spezialitäten sind vor allen Dingen die hausgemachten Würstchen (!) und „Apáki“, geräuchertes Schweinefleisch. Als Ergänzung dazu schmeckt besonders der hauseigene Salat, der hier besonders reichhaltig und schmackhaft angerichtet wird. Wer hier hinauf kommt, darf an diesem Lokal eigentlich nicht einfach nur vorbeifahren und muß außerdem einen ordentlichen Appetit mitbringen!

Keratókambos: Im „Lyvikon“ bei Manólis

Keratókambos ist nicht mehr so abgeschieden wie ehedem, spätestens seit die Straße hinunter asphaltiert ist.

PicturesKJ/kerato_manoli2.jpgDirekt an der Kirche liegen zwei Tavernen, eine davon ist das „Lyvikon“ von Manólis. Hier sitzt man herrlich direkt am Meer, welches meist sanft vor der Terrasse vor und zurück rollt. Ebenso beruhigend wie dieses gleichmäßige Geräusch ist der Wirt, den einfach nichts aus der Ruhe bringt. Und dabei hat er fast immer ein kleines verschmitztes Lächeln im Gesicht.

Das Essen, welches er serviert, ist außerdem auch noch erstklassig. Und wenn Manólis jemanden ins Herz geschlossen hat, muss derjenige aufpassen, dass er bei der Rechnung nicht im positiven Sinne „über’s Ohr gehauen wird“ (d.h. zu Manolis‘ Ungunsten!!!).

Kentrochóri: Taverna „Agamemnon“

Fährt man von Spíli Richtung Agía Galíni, zweigt etwa 6 Kilometer hinter Spili nach links eine kleine Straße zur Taverna Agamemnon am Rand des Örtchens Kentrochori ab.

Hier sind alle gut aufgehoben, die auf Trubel und bebilderte, 3-sprachige Speisekarten gut verzichten können. Von der Terrasse aus hat man einen wunderschönen Blick ins Grüne und innen sitzt es sich im Winter oder an kälteren Tagen gemütlich und warm. Die Taverna ist ganzjährig geöffnet. Es sind hier viele Kreter anzutreffen, im Sommer kommen aber auch schon einige Touristen hierher, die die noch ursprüngliche Atmosphäre zu schätzen wissen.

Agamemnon und seine Frau Ourania freuen sich sehr, wenn ein Gast der griechischen Sprache etwas mächtig ist, bemühen sich aber ansonsten mit Händen, Füßen, in die Küche schleppen, ein paar Bröckchen Englisch und der typischen kretischen Herzlichkeit, alles möglich zu machen, was der Gast wünscht.

Als erstes kommt das obligatorische Fläschchen Raki auf den Tisch, dann beugt man sich am besten den Empfehlungen von Agamemnon (ich bin jedes Jahr mehrmals dort und habe noch nie eine Speisekarte benötigt).

Sehr lecker sind die Schnecken (Kochlí), Chórta gemischt mit Zucchini und Bohnen, Lammkoteletts, das Hühnchen und – nicht immer vorrätig – die Ziege aus dem Ofen! Am besten von allem etwas bestellen – lígo ap’óla – und alles zusammen – óla masí – auf den Tisch. Auch der Hauswein ist nicht zu verachten.

Und wenn man denkt, man kriegt keinen Bissen mehr runter, zaubert Agamemnons Frau Ourania meist noch eine leckere Nachspeise herbei, die dann doch noch ein Plätzchen im Magen findet.

Von Gabi Moosegger

Kalýves: Das „Kastro Kera“

PicturesOG/kastro02.jpgFährt man von Kalýves aus Richtung Almyrída, so liegt etwa ein knapper Kilometer vor Almyrída unterhalb der Straße praktisch am Strand das Haus „Kastro Kera“ von Adriána und Vassílis Androulákis (Tel. (0030-2) 825-0-31918 oder 0-31471). Wie der Name „Kastro“ schon sagt, das Haus sieht fast wie eine kleine Burg aus (im „Turm“ befindet sich das Treppenhaus). Alle Appartements haben Kochgelegenheit, Kühlschrank, Bad und Balkon (Preis 20 Euro/Person/Nacht egal, ob Haupt- oder Nebensaison).

Neben dem schönen Haus und dem ebenso schönen Sandstrand sind besonders die überaus freundlichen Wirtsleute zu erwähnen. Beide sprechen recht gut deutsch, „Familienanschluss“ ist also gewährleistet, falls gewünscht. Und der exzellente Wein, den Vassilis selbst keltert, ist mehr als einen Schwips wert!

Einkaufen und Essen gehen kann man zu Fuß im benachbarten Almyrída oder in Kalýves, falls man nicht sowieso mal von den Wirtsleuten zum Essen eingeladen werden sollte. Kommt alles vor. (KK)

Iráklion: Das Restaurant „Ionía“ in der Odós Évans

Das „Ionía“ ist ein richtig altes Restaurant, welches seit 1923 (!) besteht, mit riesiger Wärmetheke, netten Kellnern (viele schon im vierten Jahrzehnt im Lokal), aber wenig speziellen Zugeständnissen an den Tourismus.

PicturesKK/irakionia.jpgHier essen auch in erster Linie die Einheimischen, und das ist immer ein Zeichen für Qualität! Es liegt auf der Ecke Odós Évans/Odós Micháli Giannári (die Évans ist die linke Parallelstraße der Marktstraße vom Meer aus gesehen).

Ich habe mich vermutlich im Lauf der Jahre einmal quer durch die opulente Wärmetheke gegessen. Zum Charme des Lokals gehört auch die freundliche Sturheit der meisten Kellner hier, die manchmal an das Verhalten der Köbesse in Kölner Brauhäusern erinnern.

Ich saß einmal dort, als sich ein Touristenpärchen ins Lokal „verirrte“ und ziemlich hilflos die Speisekarte studierte. Als der Kellner zu ihnen an den Tisch trat und freundlich „Oríste?“ (ein fragendes „Bitte schön“ im Sinne von „Was darf es denn sein?“) sagte, fragte der junge Mann: „Do you speak English?“ Ungerührt freundlich antwortete der Kellner: „Lígo“ (ein bisschen).
Das war zu viel: Statt zur Wärmetheke zu gehen und per Fingerzeig zu bestellen, bestellten sie  Souvláki und werden nie erfahren haben, was sie verpassten.  (KK)

Iráklion: Das „Pántheon“ im „Schmutzgässchen“

Vor Jahren galten sie noch als „Geheimtipp“, die kleinen Lokale in der Odós Archimandrítou Fotíou Theodasáki, heute sind sie allgemein bekannt und auch längst nicht mehr so viel billiger als anderswo. Die Gasse ist nicht annähernd so lang wie ihr Name, sie verbindet die Marktstraße mit der Odós Évans. Auch den Einheimischen scheint der offizielle Name wohl zu hochtrabend zu sein, im Volksmund heißt die schmale überdachte Straße „Schmutzgässchen“ (wohl noch aus der alten Zeit, als die wenigsten Lokale eigene Toiletten hatten).

PicturesKK/irakschmutzgass.jpgAber das Essen ist durchaus ohne Sorge zu genießen, in jedem dieser teils winzigen Lokale. Mein Lieblingslokal unter ihnen ist das „Pántheon“ gleich vorne rechts auf der Ecke, wenn man von der Marktstraße in die Gasse hineinkommt. Und mein Lieblingsessen dort sind die Zucchini („kolokithákia“). Einfach köstlich!

Immer, wenn ich dorthin komme, bedient mich der gleiche Kellner, der hier wohl geboren zu sein scheint.
Und er hat mir vor ein paar Jahren ein wirklich schönes Kompliment gemacht: „Ich arbeite hier nun schon seit über 30 Jahren, aber ich habe noch nie einen Ausländer erlebt, der so perfekt Griechisch gesprochen hat.“
Nicht nur des Komplimentes wegen sitze ich hier ausgesprochen gerne. Kretisches urbanes Leben pur, gutes Essen und viel zu sehen!

PS.: Im nächsten Jahr war es nicht der gleiche Kellner … Aber als ich zielgerichteten Schrittes vor die Wärmetheke im Pántheon trat, sprach mich der „Neue“ wie selbstverständlich auf Griechisch an. Das fand ich gut, wunderte mich aber, dass er andere Touristen auf Englisch hereinzulocken versuchte, während ich meine köstlichen Artischocken mit Kaninchen zu mir nahm.
Als ich ihn später fragte, warum er es bei mir nicht auf Englisch versucht habe, meinte er gleichmütig: „Sie sehen zwar aus wie ein Ausländer, aber wie einer, der hier wohnt!“ Auch das erschien mir irgendwie wie ein Kompliment! (KK)

Ierápetra: Tassos‘ Kafenío

Auf den ersten Blick macht es sicher nicht viel her, dieses alteingesessene Kafenío an der Platía Emmanouíl Kóthri (gegenüber des Archäologischen Museums), auch wenn es offensichtlich gerade renoviert wurde. Eigentlich sitzen hier immer die gleichen Einheimischen und nur ganz selten mal ein Tourist wie ich. Dabei ist dies einer der spannendsten Plätze Ierápetras, wenn man den chaotischen Verkehr vor dem Lokal beobachtet, der keiner irgendwie gearteten Regelung zu folgen scheint.

PicturesOG/ierap_tassos1.jpgAber Touristen, die das Kafenío erst einmal entdeckt haben, die kommen wieder, denn auch der Magen kommt hier nicht zu kurz. Eine Flasche Mýthos kostete 2003 zwei Euro, aber sie kommt nicht allein. Als Rekord standen einmal fünf Tellerchen daneben: Tomaten, Gurken, Féta, Wurststückchen und Oliven auf dem einen, Pommes frites und gegrillte Wurststückchen auf dem zweiten, Zwieback auf dem dritten, ein gevierteltes hartgekochtes Ei mit Olivenöl auf dem vierten sowie eine Portion kleiner Keftedákia (Fleischbällchen) auf dem fünften.

Ganz nach dem Motto: Nach drei Bier bist du rundherum satt. Denn mit jeder Flasche bringt Tassos‘ Sohn auch wieder etwas zum Essen mit. Es gehört für mich schon zur Tradition, hier meine Mittage zu verbringen, wenn ich in Ierápetra bin. Man holt sich träge die nötige Bettschwere für den Mittagsschlaf (natürlich in der Cretan Villa) und isst sich nebenbei satt.

Als ich einer Freundin davon erzählte, die ganz woanders auf Kreta ein Lokal betreibt, war sie empört: „Wir können die das machen, da geht ja keiner mehr in den Restaurants essen!“ Ich frage mich manchmal auch, wie sie das finanziell hinkriegen. Und natürlich auch arbeitsmäßig, denn die Tellerchen sehen immer wieder adrett zubereitet aus … und selbst Sonderwünsche werden berücksichtigt: „Bitte heute keine Gurken …“ Dafür war es dann mehr Féta!