Route 13 – Von Réthymnon nach Chaniá (über die „New Road“ oder die alte Straße)

Verlässt man Réthymnon in Richtung Westen, hat man wieder einmal die Wahl zwischen „New Road“ und alter Straße. Letztere führt durchs Landesinnere, die „New Road“ bis Georgioúpolis immer am Meer entlang. Wer Zeit hat und etwas mehr von Kreta sehen will, dem empfehle ich auch hier die alte Straße. Es liegen an ihr zwar keine besonderen Sehenswürdigkeiten, aber man fährt eben statt auf einer Schnellstraße durch viele malerische Dörfer. Und man genießt bei dieser Gelegenheit die Tatsache, daß es die „New Road“ gibt, denn die LKWs fahren alle dort (und das ist ein Segen – wenn ich noch an die Zeit denke, als es dieses neue Straßenstück gab, es war trotz viel weniger Verkehrsaufkommen schon manchmal ein Horror, über viele Kilometer hinter einem stinkenden LKW herzuschleichen).

Kommt man aus Réthymnon heraus, steigt hinter dem Ortsausgang die Straße relativ steil an, oben angekommen, zweigt die alte Straße nach links ab. Ich beschreibe diese Strecke nicht näher, weil es da auch nichts Entscheidendes zu erklären gibt.
Die „New Road“ wird fast auf ihrer gesamten Strecke von Zäunen gesäumt. Der Zugang zum Strand ist nur an den „Exits to Beach“ gestattet, an denen sich jeweils Parkplätze befinden. Man soll und darf eben nicht wild auf der „New Road“ parken, da wie anderenorts schon beschrieben, die Standspuren durchaus zum Fahren gedacht sind.

Dort wo die Küstenlinie Kretas nach Norden abknickt, liegt das Dorf Georgioúpolis, ein sehr lebendiger Ort, der inzwischen voll touristisch erschlossen ist. Nicht nur ich empfehle Georgioúpolis gerne als „Einstieg“ für einen ersten Aufenthalt auf Kreta. Übrigens treffen sich hier vorübergehend „New Road“ und alte Straße und trennen sich gleich wieder.

Von hier aus sei jedenfalls ein Abstecher zum Kournás-See empfohlen, er ist immerhin Kretas einziger „echter“ Binnensee (alle anderen sind künstlich angelegt).

Ich wiederhole noch einmal meine Empfehlung, ab Georgioúpolis das waldreichste Gebiet Kretas auf der alten Straße zu genießen. Wer es sich anders überlegt, kann etwa 5 KM von Georgioúpolis entfernt auch wieder auf die „New Road“ einbiegen. Die alte Straße führt vom Dorfplatz durch die einmalige Eukalyptus-Allee nach Westen. Man unterfährt also am besten 5 Kilometer weiter die „New Road“ und erreicht nach weiteren 3 Kilometern Vrýsses, den Ort, wo Joghurt und Honig fließen. Dieses Dorf gilt als beste Einkaufsquelle für das Genannte, leider sind auch die Preise inzwischen oft so, als ob die Einheimischen gemerkt hätten, dass sie immer wieder empfohlen werden. Scherz beiseite: Es ist sehr lecker!

Vrýsses ist übrigens auch der offizielle Umsteigeort für die Busse nach Chóra Sfakíon.

Schon kurz hinter Vrýsses könnte und darf man wieder auf die „New Road“ einbiegen, sollte man aber nicht! Fahren Sie lieber auf der alten Straße bis Kalýves, denn die neue führt nur zwischen Böschungen hindurch, während die alte Straße durch einen der grünsten Teile der Insel führt, wie bereits angesprochen.

Ein hübscher Platz zum Rasten liegt etwa 4 KM hinter Vrýsses rechts unterhalb der Straße: Eine kleine Kirche, ein Picknickplatz, Süßwasserquellen, gerade Einheimische nutzen diesen Platz gerne zur Rast, leider wird öfter mal auch wilder Müll zurückgelassen.

Ein Stück weiter trifft man mit etwas Glück auf Köhler, die hier ihrer eintönigen und anstrengenden Arbeit nachgehen. Sie freuen sich immer über Besuch und ein Schwätzchen (sei es auch nur mit Händen und Füßen). Sie stammen aus den umliegenden Dörfern, sehen in den Sommermonaten meist aber wenig von ihrer Familie, denn die verbringen sie hier draußen. Die Meiler müssen ständig beobachtet und gepflegt werden. Früher schliefen sie im Freien auf der Erde, heute verfügen sie zum Teil schon über richtige Wohncontainer mit dem nötigsten Komfort.

Die Straße schlängelt sich weiter durch die Hügel (links hat man immer einen herrlichen Blick auf die „Levká òri“, die „Weißen Berge“, deren Hänge im gleißenden Sonnenlich tatsächlich weiß aussehen. Im Dorf „Ágii Pántes“ kann man rechts zum Kap Drápano abbiegen, zu urwüchsigen Dörfern, da der Tourismus hierher noch selten kommt. Eine Tour zum Kap Drápano ist unter Kalýves/Ausflug beschrieben.

Im Dorf Arméni steht an der Durchgangsstraße unter Platanen das Lokal mit dem originellen Namen „Platanos“, dessen Besitzer sich immer noch nicht endgültig entschieden haben, ob sie nun griechische oder Sonstwie-Küche anbieten wollen. So gibt es hier einiges, was man anderswo nicht bekommt, aber das braucht man vermutlich auch nicht! Meiner Erfahrung nach bestelle man lieber das Übliche, das ist völlig O.k., die Bedienung ist ausgesprochen nett und das Lokal als ganzes auch gemütlich eingerichtet.

Etwa 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni unterquert die alte Straße mal wieder die „New Road“. Wer die Nase voll hat von Kurven, kann hier auffahren. Er verpasst dann allerdings Kalýves, und das wäre schade.

Etwa 4 Kilometer westlich von Kalýves stellt sich die Frage „New Road“ oder alte Straße eh nicht mehr, sie vereinigen sich endgültig. Von Kalýves aus umfährt man vorher das ehemalige türkische Fort Izzedin, welches auch heute noch die Soúda-Bucht „beherrscht“. Während der Zeit der griechischen Militärjunta war das Fort ein Gefängnis für politische Gefangene, heute ist es eine Kaserne. Da die gesamte Strecke von hier bis Soúda miltärisches Sperrgebiet ist, weisen etwa alle 20 Meter Schilder darauf hin, das Fotografieren verboten ist (es gibt aber auch rein gar nichts, was lohnenswert zu fotografieren wäre). Und wer gerne ins Fort Izzedin hinein fotografieren möchte (strengstens verboten!), der fährt einfach 2 Kilometer weiter links nach Aptéra hoch, von hier aus hat man einen hervorragenden Blick hinein …

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man schon wenige KM später die Abzweigung nach Soúda, dem Fährhafen von Chaniá. Man verpasst nicht viel, wenn man nicht hineinfährt.

Wiederum einige Kilometer weiter ist die Zufahrt nach Chaniá ausgeschildert, wenn man hier nicht hineinfährt, verpasst man hingegen einiges! Man könnte inzwischen zwar auch an Chaniá vorbei über die „New Road“ nach Westen weiterfahren, aber die meiner Meinung nach schönste Stadt Kretas muss man definitiv besuchen!

Soúda

Das kleine Städtchen Soúda an der Nordküste am Ende der gleichnamigen Bucht ist der Fährhafen von Chaniá und neben Iráklion Zielort der Fähren aus Piräus. Soúda ist in erster Linie Zweckort. Entsprechend sieht es hier aus. Zu ertragen ist es am großen Platz oberhalb des Hafens, z.B. in der Sacharoplastío (Konditorei) „Móna Lísa“ oben an der Ecke.
Zwei Häuser weiter nach unten auch das Büro der A.N.E.K., wo man die Fahrkarten nach Piräus erstehen kann.

Sonstiges
Von Soúda aus fährt man über die alte Straße Richtung Chaniá. Noch vor dem Ortsausgang von Soúda (die Hauptstraße knickt nach links ab) geht es geradeaus weiter zum Soúda-Bay-Cemetery, dem englischen Soldatenfriedhof mit Opfern der deutschen Invasion auf Kreta. Hier liegen mehr als 1500 gefallene Engländer und Alliierte. Diese Stätte ist wie der deutsche Soldatenfriedhof bei Máleme eine eindringliche Mahnung der Geschichte, und gerade deshalb sollte man auch in Urlaubsstimmung (bitte entsprechend gekleidet) sich die Zeit und die Besinnung nehmen, diese Mahnung auf sich einwirken zu lassen. Wenn man die Grabsprüche und das Alter der gefallenen Soldaten liest – es ist entsetzlich. „Soúda“ weiterlesen

Vrýsses

Vrýsses – Dieses Binnendorf an der alten Straße zwischen Georgioúpolis und Kalýves „an“ der Nordküste bietet auf den ersten Blick nichts Besonderes. Auf den zweiten aber durchaus. Ein Bach fließt durch das Dorf Vrýsses , und viel Grün ist zu sehen.
Darüber hinaus wird Vrýsses in allen (!) Reiseführern als die beste Einkaufsquelle für Honig und Joghurt angepriesen (wer nichts mitschleppen will oder kann, dem sei ein entsprechender Imbiss an Ort und Stelle zumindest empfohlen). Allerdings sollte man darauf achten, dass man nicht als unbedarfter Tourist bei den Preisen übers Ohr gehauen wird (so habe ich neuerdings gehört). „Vrýsses“ weiterlesen

Kournás-See (und Dorf)

PicturesOG/Kournas.jpgEs gibt auf Kreta einen echten Binnensee, der zwischen den Bergen eingebettet fast ein Schweizer Panorama darstellt, und das ganze Jahr über mit Bötchen befahren werden kann: den Kournás-See, nur unweit südlich von Georgioúpolis (zwischen Chaniá und Réthymnon) gelegen.
Vom zentralen Platz von Georgioúpolis aus folgt man der alten (!) Straße Richtung Réthymnon etwa 3 Kilometer, dann zweigt die Straße nach Kournás rechts ab. Weitere 3 Kilometer zum Dorf Mourí oberhalb des Sees (die Entfernungen zeigen: Man kann die Strecke auch ganz gut zu Fuß gehen!).

Oberhalb des Sees liegt die Taverne „I Limni“ (der See), in der guter hausgemachter Joghurt und herrlicher Schafskäse angeboten wird. Unten vermietet der Wirt auch Tretboote, mit denen man geruhsam strampelnd den See genießen kann. Ein auf Kreta seltenes Vergnügen, denn an den Meeresstränden machen die Tretboote irgendwie nur halb so viel Spaß. Hier aber liegt das Wasser ruhig und man kann geruhsam „herumradeln“. Das Schönste ist dann ein Bad vom Boot aus. Ein „Ungeheuer von Loch Kournás“ wurde bisher nicht gesichtet.

PicturesOG/kournas1_gwg.jpgLeider ist der Trampelpfad um den See herum nicht komplett, ein Teil ist bis jetzt nach wie vor undurchdringliche Macchia.

Direkt am Seeufer liegt die Taverne „I Ómorfi Límni“ (früher „Panorama“) von Manólis Frangiadákis. Weiter rechts die neueste hier, die „Lake Taverna Korisía“. Alle Tavernen vermieten auch Zimmer. „Kournás-See (und Dorf)“ weiterlesen

Kalýves – Ein Ausflug zum Kap Drápano

Mit dem eigenen oder gemieteten Auto kann man von Kalýves aus eine schöne Tour zum Kap Drápano unternehmen. Man fährt vom Zentrum aus Richtung Réthymnon über die Brücke und biegt die zweite Möglichkeit dahinter nach rechts ab (die erste ist die Straße nach Réthymnon), Ausschilderung nach Vámos (wenn ich mich recht erinnere). Man schraubt sichPicturesOG/ombro2.jpg mit der Straße den Berg hoch und biegt kurz vor dem Dorfausgang links Richtung Almyrída ab. Almyrída ist ein Straßendorf mit schmalem Sandstrand, welcher am Wochenende ziemlich überlaufen ist.

Eine sehr schöne Unterkunft einige hundert Meter westlich vom Ortsrand Richtung Kalýves ist  Kástro Kerá.

Von dort aus geht es wieder den Berg hoch durch eine recht wilde Landschaft, häufig passiert man irgendwo in die Landschaft gesetzte Wohnhäuser (die Gegend ist vor allen Dingen bei Engländern sehr beliebt), Pensionen und Zimmervermietungen und bedauert insgeheim die Leute, die hier wohnen (falls sie nicht motorisiert sind).

Kap Drápano an sich ist eigentlich eine Enttäuschung, denn es ist zum einen nur eine flache Felszunge im Meer, zum anderen endet die Straße schon vorher vor einem militärischen Sperrgebiet. Von dort aus fährt man entweder zurück nach Kalýves oder aber über z. T. recht schlechte Straßen die aber landschaftlich interessante Route über Kókkino Chorió nach Georgioúpolis. Vom Kap kommend fährt man der ersten Straßengabelung links nach Kókkino Chorió. Hinter dem Dorf biegt man bei der Glasbläserei links ab (derzeit noch keine Ausschilderung), dann durchfährt man das Dorf Drápanos und biegt an einer ausgeschilderten Abzweigung (u. a. Kefalás) nach Süden ab. „Kalýves – Ein Ausflug zum Kap Drápano“ weiterlesen

Kalýves

Kalýves liegt am östlichen Ausgang der Soúda-Bucht an der Nordküste zwischen Chaniá und Réthymnon.

PicturesOG/kalyves1_gwg.jpgWer aus Richtung Chaniá kommt, biege vor dem türkischen Fort Izzedine links Richtung Kalámi und Kalýves von der „New Road“ ab.

Auch am Ortsende findet sich noch eine Möglichkeit, die „New Road“ zu verlassen. Wer aus Richtung Réthymnon kommt, darf inzwischen ebenfalls hier (endlich) legal abbiegen.

Kalýves will und muss ich ein paar mehr Zeilen widmen, denn mir kam es in der jüngeren Vergangenheit so vor, dass ich ihm Unrecht getan habe. Genau gesagt, habe ich ihm in der Momentaufnahme überhaupt kein Unrecht getan, der Ort war so laut und unerträglich, wie es mir ein schlafloser Aufenthalt dort in die Feder diktierte. Und nun liegt die Betonung auf „war“, denn inzwischen gehört Kalýves zu meinen persönlichen Lieblingsorten auf Kreta!!! Und deshalb nutze ich diesen Platz, öffentliche Abbitte zu leisten und viele neue Infos unter die Leute zu bringen.

PicturesOG/kalyves_platz.jpgDer Ort ist inzwischen zwar immer noch nicht perfekt touristisch infrastrukturisiert, aber schon ganz gut auf dem Wege dazu. Immer noch verhindern die vernünftigen Einheimischen zum Glück, dass es überhand nimmt. Die Hauptstraße ist nach wie vor sehr belebt und deswegen auch oft verstopft, es gibt alles Nötige und auch manches Unnötige zu kaufen, der Lärm aber hat nachgelassen. Der Besitzer von „Thamiris“ an der Hauptstraße hat sich meine damalige Kritik tatsächlich zu Herzen genommen (ja, da bin ich im positiven Sinne offensichtlich wirklich schuld, wie er mir erzählt hat) und hat in seine zur Straße gelegenen Zimmer ebenso Doppelfenster wie Klimaanlage eingebaut. Und siehe da, die „Gnade der Taubheit“ ist nicht mehr nötig! Also: „Thamiris“ ist wieder eine sehr gute Adresse zum Wohnen.
Telefon 28250-31637 und 28250-31207, Fax 28250-31170, Mobil 69735-64831, E-Mail thamiris@otenet.gr.

PicturesOG/karol1.jpgMeine Lieblingsadresse war jahrelang das „Haus Karoline“: Man geht bzw. fährt die Hauptstraße Richtung Réthymnon, biegt aber hinter der Brücke nicht rechts ab, sondern fährt immer geradeaus den Berg hinauf. Das Haus liegt links unterhalb der Straße (ausgeschildert). Leider verstarb Gisela, die treusorgende deutsche Wirtin des Hauses im Winter 2001/2002 ebenso überraschend wie auch tragisch. Ihr griechischer Mann Nikos war auch nicht mehr der Jüngste und hat sich inzwischen zurückgezogen. Geführt wird das Haus jetzt von einem netten englischen Paar, Janet und Brian. Nach wie vor sehr empfehlenswert.
Telefon 28250-31703, Fax 28250-32482, Mobil 69727-50535, E-Mail karoline@otenet.gr.

Wer nicht unbedingt in Kalýves selbst wohnen will, sondern „bereit“ ist, ins Umland auszuweichen, für den gibt es hier noch einen weiteren „absoluten“ Tipp:

PicturesOG/kastrokera_gwg.jpgFährt man Kalýves aus Richtung Almyrída (siehe auch Kalýves/Ausflug), so liegt etwa ein knapper Kilometer vor Almyrída praktisch am Strand das Haus „Kastro Kera“ von Adriána und Vassílis Androulákis (Telefon 28250-31918 oder 28250-31471). Wie der Name „Kastro“ schon sagt, das Haus sieht fast wie eine kleine Burg aus (im „Turm“ befindet sich das Treppenhaus). Alle Appartements haben Kochgelegenheit, Kühlschrank, Bad und Balkon. „Kalýves“ weiterlesen

Georgioúpolis

Der Ort Georgioúpolis liegt an der Nordküste zwischen Réthymnon und Chaniá, genau dort, wo die Küste nach Norden abknickt. Georgioúpolis ist der optimale Urlaubsort für alle, die einen Badeurlaub und die umgebende Natur lieben, denn beides ist hier sehr attraktiv.
Das Dorf ist touristisch gesehen ein richtiger Spätstarter, noch Anfang der 80er Jahre war hier kaum was los, während woanders schon längst der Bär tanzte. Heute allerdings hat sich hier schon sehr viel getan, von dörflicher Abgeschiedenheit ist keine Rede mehr. Doch der Reihe nach:

Das Dorf gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Unter dem damaligen Namen „Almyrópolis“ lag es in einem feuchten Moor- und Sumpfgebiet, war verrufen als Schlupfloch für Piraten und als Malariaherd. Erst als Prinz Georg, der 1. Hochkommissar Kretas, den Ort von Chaniá aus zusammen mit dem engagierten ersten Bürgermeister des Dorfes wirtschaftlich förderte, wurde man auf Georgioúpolis aufmerksam. In jener Zeit wurden z. B. all die schönen Eukalyptusbäume angepflanzt, die dem Dorf auch heute noch seinen unverwechselbaren Charakter geben (und für das Ende der Malaria-Gefahr sorgten). Zu Beginn dieses Jahrhunderts (nach meiner Information so um 1903) wurde das Dorf zum Dank in Georgioúpolis (Georgsstadt) umbenannt, der damalige erste Bürgermeister steht als Denkmal auf dem Dorfplatz.

In den 80er Jahren wurde Georgioúpolis zu einem der wenigen Rucksacktouristentreffs an der Nordküste der Insel. Inzwischen vermietet aber fast jedes Haus Zimmer, der Ort wird von sehr vielen Veranstaltern auch pauschal angeboten, so hat sich die Klientel sehr gewandelt. Einen Rucksack sieht man nur noch selten.

Trotz der inzwischen stark touristischen Infrastruktur ist der Ort aber reizvoll geblieben. Immer noch fahren die Fischer hinaus, immer noch werden Schafherden an den Fluss getrieben und immer noch schwimmen auf jenem die Entenfamilien. Die Atmosphäre wirkt tatsächlich immer noch dörflich, auch wenn man es irgendwie kaum glauben sollte. Ich empfehle Georgioúpolis immer wieder als Standort und Ausgangspunkt für Kreta-Neulinge (und fahre nach wie vor gerne selbst dorthin). Zudem liegt Georgioúpolis auch sonst sehr „geschickt“: nach Chaniá und Réthymnon ist es nicht weit und auch das gesamte Hinterland ist sehr reizvoll. Ich verweise da nur auf den Kournás-See, Kap Drápanos, Kalýves, das erstaunlich stark bewaldete Hinterland Richtung Vrýsses etc.

Sehenswert
PicturesOG/georgi11.jpgDer Blick von der Hafenbrücke zum Fischerhafen. Vom Dorfplatz aus ein Stück Richtung Hafen laufen, dann links halten. Da der Fischerhafen praktisch in einer Flussmündung liegt, ist er sehr geschützt. Rechts vom Fluss (zum Meer hin gesehen) liegt am Ende einer langen Mole die Kapelle des Ágios Nikólaos, links vom Fluss auf der Landzunge die unten beschriebene Taverne „Arkadi“.

Am hinteren Ende der Kaliváki-Bucht im Westen des Ortes (siehe: Baden) liegt am Hang des Kap Drápano eine weitere Kapelle, zu der sich ein Spaziergang lohnt. Den kleinen Fluss am Ende der Bucht kann man dank einer Fußgängerbrücke nun auch trockenen Fußes überqueren.

Die Eukalyptus-Allee vom Dorfplatz aus Richtung Chaniá, an deren Ende ein seeähnlicher Biotop-Tümpel mit interessantem Pflanzen- und Tierbestand liegt. Da es hier auch Sitzgelegenheiten gibt, kann man alles in Ruhe beobachten und dabei z. B. picknicken.
Auch der Blick auf Dorf und Bucht vom „Arkadi“ oder vom „Panorama“ (ebenfalls weiter unten Näheres) aus ist sehenswert.

PicturesOG/georgi3.jpgBaden
Zum Allerschönsten an Georgioúpolis gehören die weitläufigen Sandstrände. Die ca. 300 Meter lange Kaliváki-Badebucht im Westen (hinter dem „Arkadi“) ist vor allen Dingen für Kinder ideal, da das Wasser nur sehr langsam tiefer wird. Weiterhin angenehm ist ein Süßwasserfluss, der am hinteren Ende der Bucht eiskalt ins Meer fließt, so kann man sich immer gleich das Salz abwaschen. Ein anderer Arm dieses Flusses bildet gleichzeitig den Fischerhafen des Dorfes. Der Fluss sorgt für die Feuchtigkeit des Hinterlandes, so dass es bis vor einigen Jahren hier immer noch Fälle von Malaria gegeben haben soll, wie die Einheimischen berichten. Ich wage dies allerdings zu bezweifeln (siehe auch oben).

Nach Osten reichen die Sandstrände kilometerweit, auch hier fließt ein Fluß ins Meer, über den eine sehr selbstgebaut aussehende Fußgängerbrücke führt. Einheimische warnen an diesem Strand allerdings gerne vor tückischen Meeresströmungen, besonders bei bewegtem Meer. Man sollte vielleicht darauf hören, denn ich habe auch schon persönlich eine gewisse „Sogwirkung“ verspürt. Auf Kinder achten!!! „Georgioúpolis“ weiterlesen

Áptera

Die Ruinen der antiken Stadt Áptera – in mykenischer Zeit gegründet, später von den Dorern zu einem wichtigen Handelsplatz ausgebaut – liegen oberhalb der Soúdabucht im Nordwesten der Insel.
Wenige Kilometer westlich von Kalýves ist die Abzweigung nach Megála Choráfia von der „New Road“ ausgeschildert. Im genannten Dorf biegt man links ab Richtung Metóchi, dieses Dorf durchfährt man ebenfalls noch, wenig später endet die Straße auf einer kleinen Hochebene mit den Ruinen von Áptera.

Bereits an der Zufahrtsstraße liegt rechts ein kleines Stück eingezäunter Ausgrabungen, besonders beeindruckend ist eine alte Mauer aus großen, exakt behauenen und zusammengefügten Steinen.

PicturesOG/aptera_fort.jpgDie Sehenswürdigkeiten sind täglich (außer montags) von 8.30-15 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Kurz vorher gabelt sich die Zufahrtsstraße. Fährt man links, erreicht man bald die 1816 erbaute, vorgelagerte türkische Burg (die man auch von unten aus auf dem Berg liegen sieht).
Man kann sie von innen besichtigen, durch eine moderne Betontreppe erreicht man auch den Innenhof im „1. Stock“.

PicturesOG/aptera_izzedine.jpg

Außer der „Ruine“ dieses alten Forts ist der Blick über die Soudabucht mehr als reizvoll. Nebenbei hat man die perfekte Möglichkeit, von oben in das ebenfalls ehemalige türkische Fort „Izzedine“ (früher ein Gefängnis für politische Häftlinge, danach eine Kaserne, derzeit ein Platz für Veranstaltungen wie Konzerte) hineinzuschauen und natürlich die putzigen Kanönchen zu fotografieren, mit denen einst das militärische Sperrgebiet Soudabucht vor bösen Eindringlingen geschützt werden sollte.

Unten steht alle paar Meter an der Straße ein Schild, welches das Fotografieren verbietet, ein normales Teleobjektiv von hier oben täte ausreichende bzw. viel bessere Dienste. Von unten sieht man nämlich nix. Das ist kein Tipp für Spione … 🙂


Hält man sich an der erwähnten Gabelung aber geradeaus (bzw. rechts) erreicht man die übrigen Ausgrabungen. Die dort noch erhaltenen Bauten stammen aus verschiedenen Epochen. Die Stadt wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von dorischen Siedlern gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einer wichtigen Handelsmetropole. Im Jahre 824 n. Chr. wurde die Stadt aber von Sarazenen zerstört und geplündert.

Besichtigen kann man hier noch gleich linkerhand am Eingang eine römische Zisterne. Wenig später passiert man die eher spärlichen Reste eine Tempels aus hellenistischer Zeit, der der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter geweiht ist und erreicht dann das byzantinische Kloster des Ágios Ioánnis von Pátmos. Von diesem stehen nur noch die Außenmauern und eine kleine Kapelle. Aber eine Hausnummer hat es … und eine griechische Fahne wehte bei meinem letzten Besuch auf dem Dach.

Gleich unterhalb des Klosters ist eine riesige dreischiffige Zisterne aus der Römerzeit zu sehen. Ein Stück weiter nach Osten ein weiterer kleiner Tempel, im Süden ein Theater und ein dorischer Tempel.

Man kann sich auf einer Tafel am Eingang vor dem Betreten einen Plan der Ausgrabungen anschauen, um sich nachher besser zurecht zu finden.