Route 29 – Von Mártha über Archánes nach Iráklion

Wie in Fahrtroute 28 erwähnt, kann man sich auf der Strecke in Kretas Südosten beim Dorf Mártha entscheiden, ob man links abbiegt und weiter im Süden nach Westen bis in die Messará abbiegt oder ob man wie hier beschrieben geradeaus quer über die Insel nach Iráklion weiterfahren will (alternativ kann man auch hier links zur Messará abbiegen und ca. 10 KM bis Skiniás fahren und erst dort rechts nach Norden abbiegen. Diese Strecke ist weniger kurvenreich als die andere. In Arkalochóri treffen sich beide Straßen wieder).

Wer allerdings eine völlig ungewöhnliche Strecke fahren will, die sogar ich selbst zugegebenerweise nicht kenne, sondern erst durch Gerald beschrieben bekommen habe, der muss hinter Mártha geradeaus fahren. Etwa 4 Kilometer weiter biegt nämlich rechts die Straße nach Xeniákos und Katofýgi ab. Von letzterem Dorf aus führt eine (schlechte) Straße von hier aus  hinauf in die Lassithi-Hochebene. Wie gesagt, ich bin sie bisher nicht gefahren und zitiere im folgenden Geralds Beschreibung:

„Ab Katofýgi gibt es eine Schotterpiste. Später ist in der Karte die Straße als asphaltiert eingezeichnet, bis man dieses Stück erreicht, dauert es allerdings eine Weile. Für 30 Kilometer  haben wir ca. 2 Stunden gebraucht. Ein Jeep ist zu empfehlen (Anm. von mir: Die 2 Stunden bezogen sich auf die Fahrt mit einem Fiat Panda). An der ersten Abzweigung gibt es noch ein Schild ins Díkti-Gebirge (links), an der zweiten (links eine kleine Kirche) jedoch nicht mehr. Wir sind wieder links abgebogen. Ebenso an der nächsten Abzweigung, von der aus man unten im Tal eine Art Lagerhalle sieht. Auf der gegenüber liegenden Bergseite sieht man die sich den Hang empor windende Straße und überlegt sich schon, ob der Wagen das schaffen wird (falls man nicht in einem Jeep sitzt!).
An der vierten Abbiegung hilft einem in der Regel der dort wohnende Hirte: Direkt rechts hinter seiner Hütte rechts beginnt die asphaltierte Straße hinauf in die Lassithi-Hochebene. Man kommt dort ein Stückchen östlich Psýchro heraus.“
Eine interessante Alternative …

Wer diese nicht nutzen will, erreicht wie oben beschrieben auf dieser Straße das Landstädtchen Arkalochóri. Von hier aus bietet sich ein Abstecher ins Töpferdorf Thrápsano an. Man muss auch nicht zurück nach Arkalochóri zurück, sondern kann direkt weiter über Vóni nach Ágies Paraskiés fahren. Kurz hinter diesem Dorf erreicht man dann auch wieder die Strecke nach Norden.

Knapp 10 Kilometer weiter zweigt links die Straße nach Archánes ab.

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man nach gut 4 Kilometern (vor dem Dorf Spiliá) die Abzweigung nach Skaláni. Wer Lust auf einen Abstecher zum Museum Níkos Kazantzákis hat, der sollte hier abbiegen (die weitere Anfahrt ist dort näher beschrieben).

Auf der Hauptstraße kommt man nach weiteren ca. 3 Kilometern an den Ausgrabungen des Palastes vonKnossós vorbei und von hier aus ist dann Iráklion fast im Handumdrehen erreicht.

Thrápsano

Das Töpferdorf Thrápsano liegt im Inselinneren südlich von Iráklion (6 Kilometer nordöstlich des Landstädtchens Arkalochóri).
Thrápsano leidet ebenso wie Margarítes unter der Tatsache, dass Plastik inzwischen verbreiteter ist als Tongefäße. Aber hier kann man noch Töpfern bei der traditionellen Arbeit zuschauen.

Öffentliche Verkehrsmittel
Von Iráklion aus fahren Busse nach Arkalochóri oder ins ebenfalls nur einige Kilometer entfernte Kastélli Paidiádas. Ob Thrápsano selbst ebenfalls angefahren wird, ist mir nicht bekannt.

Knossós (Palast)

Knossós (Palast)

PicturesOG/knossospithoi.jpgKnossós ist sicher die berühmteste Ausgrabungsstätte eines minoischen Palastes auf Kreta – Verdienst eines Mannes: Sir Arthur Evans. Der englische Archäologe bemühte sich nach der Entdeckung des Palastes durch einen kretischen Amateurarchäologen im Jahre 1878 zuerst vergeblich (ebenso wie Heinrich Schliemann), das Gelände von dem damaligen türkischen Besitzer zu erwerben, um Ausgrabungen durchführen zu können. Erst nach der Befreiung Kretas von der Türkenherrschaft konnte er sein Lebenswerk in Angriff nehmen. Dank seiner Arbeit genießt er auf Kreta hohes Ansehen (im Ausgrabungsgelände ist er mit einer Büste verewigt, eine Straße in Iráklion wurde nach ihm benannt).

Die Ausgrabung von Knossós ist die einzige restaurierte bzw. rekonstruierte Darstellung eines minoischen Palastes, wie er seinerzeit ausgesehen hat … oder ausgesehen haben mag. „Knossós (Palast)“ weiterlesen

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

PicturesOG/irakhistor.jpgHistorisches Museum
Neben dem wirklich beeindruckenden Archäologischen Museum von Iráklion nimmt das Historische Museum nur einen „Platz am Katzentisch“ ein. Das ist sehr schade, denn die kretische Geschichte hat ja nun wirklich nicht mit den Römern aufgehört. Oder interessiert sich niemand für die jüngere kretische Geschichte (die wir Deutschen für kurze Zeit leider ebenfalls mitprägten?). Der Direktor des Museums hat eine Erklärung parat: „Wir führen ein Schattendasein, weil die Touristen nicht wissen, dass es uns gibt. Für Werbung fehlt uns das Geld.“ Ob das nun wirklich der Grund ist? „Iráklion – Die anderen Museen“ weiterlesen

Archánes

Archánes

Ein Besuch des Dorfes südlich von Iráklion lohnt (nicht nur) wegen der dortigen Ausgrabungen. Die meisten Funde von hier sind im Archäologischen Museum in Iráklion ausgestellt.

Man nimmt von Iráklion die Ausfallstraße an Knossós vorbei und biegt ca. 7 KM später (zwischen Spília und Kournávi) rechts nach Káto Archánes ab. Rechter Hand an der Abzweigung steht übrigens eine Skulptur – ein zerbrochener Stab mit Stacheldraht – die an die Entführung des Generals Kreipe während der deutschen Besatzungszeit erinnert (Näheres dazu siehe Anógia).

Durch Káto Archánes fährt man bis Epáno Archánes (welches im folgenden nur noch als Archánes bezeichnet wird) weiter.

PicturesOG/arne-archanes.jpgDas Dorf ist eines der Zentren der Weinbauregion südlich von Iráklion und wurde in den letzten Jahren erfreulich liebevoll hergerichtet bzw. restauriert. Viele Geschäfte haben „auf alt getrimmte“ gemalte Ladenschilder. Das Rathaus aus der Türkenzeit bietet vor allen Dingen abends durch dezente Beleuchtung einen schönen Anblick.
Neben dem Rathaus gibt es ein Volkskundemuseum, das ich aber bisher noch nicht von innen gesehen haben. Man kann ja auch nicht alles gesehen haben. „Archánes“ weiterlesen