Route 29 – Von Mártha über Archánes nach Iráklion

Wie in Fahrtroute 28 erwähnt, kann man sich auf der Strecke in Kretas Südosten beim Dorf Mártha entscheiden, ob man links abbiegt und weiter im Süden nach Westen bis in die Messará abbiegt oder ob man wie hier beschrieben geradeaus quer über die Insel nach Iráklion weiterfahren will (alternativ kann man auch hier links zur Messará abbiegen und ca. 10 KM bis Skiniás fahren und erst dort rechts nach Norden abbiegen. Diese Strecke ist weniger kurvenreich als die andere. In Arkalochóri treffen sich beide Straßen wieder).

Wer allerdings eine völlig ungewöhnliche Strecke fahren will, die sogar ich selbst zugegebenerweise nicht kenne, sondern erst durch Gerald beschrieben bekommen habe, der muss hinter Mártha geradeaus fahren. Etwa 4 Kilometer weiter biegt nämlich rechts die Straße nach Xeniákos und Katofýgi ab. Von letzterem Dorf aus führt eine (schlechte) Straße von hier aus  hinauf in die Lassithi-Hochebene. Wie gesagt, ich bin sie bisher nicht gefahren und zitiere im folgenden Geralds Beschreibung:

„Ab Katofýgi gibt es eine Schotterpiste. Später ist in der Karte die Straße als asphaltiert eingezeichnet, bis man dieses Stück erreicht, dauert es allerdings eine Weile. Für 30 Kilometer  haben wir ca. 2 Stunden gebraucht. Ein Jeep ist zu empfehlen (Anm. von mir: Die 2 Stunden bezogen sich auf die Fahrt mit einem Fiat Panda). An der ersten Abzweigung gibt es noch ein Schild ins Díkti-Gebirge (links), an der zweiten (links eine kleine Kirche) jedoch nicht mehr. Wir sind wieder links abgebogen. Ebenso an der nächsten Abzweigung, von der aus man unten im Tal eine Art Lagerhalle sieht. Auf der gegenüber liegenden Bergseite sieht man die sich den Hang empor windende Straße und überlegt sich schon, ob der Wagen das schaffen wird (falls man nicht in einem Jeep sitzt!).
An der vierten Abbiegung hilft einem in der Regel der dort wohnende Hirte: Direkt rechts hinter seiner Hütte rechts beginnt die asphaltierte Straße hinauf in die Lassithi-Hochebene. Man kommt dort ein Stückchen östlich Psýchro heraus.“
Eine interessante Alternative …

Wer diese nicht nutzen will, erreicht wie oben beschrieben auf dieser Straße das Landstädtchen Arkalochóri. Von hier aus bietet sich ein Abstecher ins Töpferdorf Thrápsano an. Man muss auch nicht zurück nach Arkalochóri zurück, sondern kann direkt weiter über Vóni nach Ágies Paraskiés fahren. Kurz hinter diesem Dorf erreicht man dann auch wieder die Strecke nach Norden.

Knapp 10 Kilometer weiter zweigt links die Straße nach Archánes ab.

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man nach gut 4 Kilometern (vor dem Dorf Spiliá) die Abzweigung nach Skaláni. Wer Lust auf einen Abstecher zum Museum Níkos Kazantzákis hat, der sollte hier abbiegen (die weitere Anfahrt ist dort näher beschrieben).

Auf der Hauptstraße kommt man nach weiteren ca. 3 Kilometern an den Ausgrabungen des Palastes vonKnossós vorbei und von hier aus ist dann Iráklion fast im Handumdrehen erreicht.

Thrápsano

Das Töpferdorf Thrápsano liegt im Inselinneren südlich von Iráklion (6 Kilometer nordöstlich des Landstädtchens Arkalochóri).
Thrápsano leidet ebenso wie Margarítes unter der Tatsache, dass Plastik inzwischen verbreiteter ist als Tongefäße. Aber hier kann man noch Töpfern bei der traditionellen Arbeit zuschauen.

Öffentliche Verkehrsmittel
Von Iráklion aus fahren Busse nach Arkalochóri oder ins ebenfalls nur einige Kilometer entfernte Kastélli Paidiádas. Ob Thrápsano selbst ebenfalls angefahren wird, ist mir nicht bekannt.

Knossós (Palast)

Knossós (Palast)

PicturesOG/knossospithoi.jpgKnossós ist sicher die berühmteste Ausgrabungsstätte eines minoischen Palastes auf Kreta – Verdienst eines Mannes: Sir Arthur Evans. Der englische Archäologe bemühte sich nach der Entdeckung des Palastes durch einen kretischen Amateurarchäologen im Jahre 1878 zuerst vergeblich (ebenso wie Heinrich Schliemann), das Gelände von dem damaligen türkischen Besitzer zu erwerben, um Ausgrabungen durchführen zu können. Erst nach der Befreiung Kretas von der Türkenherrschaft konnte er sein Lebenswerk in Angriff nehmen. Dank seiner Arbeit genießt er auf Kreta hohes Ansehen (im Ausgrabungsgelände ist er mit einer Büste verewigt, eine Straße in Iráklion wurde nach ihm benannt).

Die Ausgrabung von Knossós ist die einzige restaurierte bzw. rekonstruierte Darstellung eines minoischen Palastes, wie er seinerzeit ausgesehen hat … oder ausgesehen haben mag.
Evans‘ Gegner nämlich werfen dem Meister vor, er habe seiner Phantasie zu wenig Zügel angelegt, sprechen sogar von „Evans‘ Disneyland“. Denn beweisen konnte Evans nicht, daß der Palast wirklich so ausgesehen hat. Andere Archäologen sind zum Teil nicht einmal mit ihm einig, daß es sich bei der Ausgrabung wirklich um einen Palast gehandelt habe, sie deuten die Reste als solche von Bauten zu kultischen oder nekropolen Zwecken. Die verwinkelte und unübersichtliche Anlage führte gar zu der Deutung, hier habe das sagenhafte Labyrinth gestanden, in dem der Minotaurus eingesperrt war und aus dem Theseus nur mit Hilfe des berühmten Ariadnefadens herausfand … Tatsache ist aber sicher, dass Evans‘ teils wagemutige Rekonstruktionen Kritik und Unglauben geradezu herausfordern.

PicturesOG/knossos2.jpgSo möge der Besucher den Palast unter der Voraussetzung besichtigen, dass so ein minoischer Palast ausgesehen haben „könnte“. Anderenorts bietet sich ihm diese Möglichkeit nicht, denn alle anderen Ausgräber haben sich auf das Freilegen vorhandener Grundmauern, Treppen etc. beschränkt.

Man erreicht Knossós von Iráklion aus mit dem eigenen Auto über die ausgeschilderte Ausfallstraße über die Platía Elevtherías sowie mit dem Stadtbus Linie 2 (ab Busbahnhof A bzw. ab Platía Kalérgon). Die Ausgrabungen sind täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet, auch sonntags. Diese Öffnungszeiten ändern sich von Zeit zu Zeit, deshalb lasse man sie sich vor dem Ausflug sicherheitshalber bei der Touristeninformation in Iráklion bestätigen.

Eintritt und Parkgebühren sind im Verhältnis zu anderen archäologischen Stätten happig. Fotografieren mit Stativ und Videoaufnahmen sind ebenfalls gebührenpflichtig! Es herrscht aber vor allen Dingen in der Hauptsaison ein solcher Andrang, dass es einem kaum gelingt, überhaupt Fotos ohne gnadenlos posierende andere Reisende in den Kasten zu bekommen. Nicht nur deshalb empfiehlt sich Besuch direkt um 8 Uhr, dann sind noch keine Reisebusse da.

Geschichte
PicturesOG/knossos1.jpgAus der Tatsache, dass unter den minoischen Ausgrabungen eine Schicht von Wohnschutt aus dem Neolithikum (über 5 m stark) gefunden wurde, wird geschlossen, dass Knossós schon zu jener Zeit erstmals besiedelt war. Wie die anderen alten Paläste wurde der erste Palast an dieser Stelle aber erst etwa 2000 v. Chr. gebaut und wurde ca. 300 Jahre später zerstört. Wie auch anderswo wurde an der gleichen Stelle wenig später der Neue Palast errichtet, schöner, größer, luxuriöser. Die meisten der sichtbaren Ausgrabungen stammen von diesem Neuen Palast. Wiederum etwa 100 Jahre später zerstörte eine Naturkatastrophe fast alle Ansiedlungen auf der Insel, auch den Palast von Knossós. Die Stadt übernahm zwar noch einmal unter der dorischen Herrschaft eine Führungsrolle auf der Insel. Erst als die Römer Herrscher über die Insel wurden, verlor Knossós die Vormachtstellung an Górtys, welches von den neuen Herren präferiert wurde. Die beiden Städte hatten sich schon vorher nicht besonders gut vertragen.

Rundgang durch die Ausgrabungen
Man betritt die Ausgrabungen von Westen her und erreicht durch einen üppig bewachsenen Laubengang zuerst die Büste von Sir Arthur Evans (1). Links davon drei runde Gruben (2), bei denen es sich wahrscheinlich um Vorratsräume handelte. Von hier aus halte man sich halbrechts und betritt den Palast durch den Westeingang (3). Direkt diesem gegenüber ein Wachraum. Links davon beginnt ein langer und verwinkelter Gang (der für Knossós typisch ist, was auch ein wenig die alte Sage vom Labyrinth erklärt), der der archäologischen Deutung zufolge Prozessionszwecken diente (4). Hier wurde auch das „Prozessionsfresko“ (bzw. das, was davon übrig war) gefunden, welches jetzt im Archäologischen Museum von Iráklion hängt.

PicturesOG/knosplan.jpg

Man folgt dem Gang immer links an der Wand lang und erreicht das südliche Propyläum (5). Von hier aus steigt man die Treppe hoch zum Oberen Propyläum (6) ins „Piano nobile“, dem Obergeschoss. Dieses ist übrigens komplett „Made by Evans“ (hier stand nichts mehr, als er ausgrub). Links hinunter bietet sich ein interessanter Blick auf Vorratsräume mit alten „Pithoi“, großen tönernen Krügen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Geradeaus erreicht man den „Pfeilersaal“ (7), in dem die Sockel von drei Pfeilern und drei Säulen zu erkennen sind, sich weiter links haltend, einem offenen Korridor folgend, auch die „Sechssäulenhalle“ (8), in der das Fresko der „Kleinen Pariserin“ gefunden wurde (jetzt im Archäologischen Museum in Iráklion). Ein wenig zurück führt rechts die Treppe zum Innenhof des Palastes hinunter (9). Ein solch offener Innenhof ist für alle minoischen Palastanlagen charakteristisch. Er diente vermutlich zu religiösen Handlungen und kultischen Sportspielen wie z. B. dem Stierspringen, welches man als restauriertes Fresko ebenfalls im AM Iráklion und auf zahlreichen Ansichtskarten bewundern kann.
PicturesOG/knossos4.jpgLinks von der Treppe, die man aus dem „Piano nobile“ herunter gestiegen ist, liegt der alte Thronsaal (10), in dem hinter einer Absperrung der „Thron des Minos“ aus Alabaster zu sehen ist. Bei einem ebenfalls zu besichtigenden Holzthron handelt es sich freilich um eine Nachbildung. Gegenüber des Throns ein bassinartiger Raum hinter (restaurierten) Säulen, dessen Bestimmung nicht eindeutig bekannt ist. Es könnte tatsächlich ein Schwimmbad, ein Raum für rituelle Waschungen oder vielleicht auch ein Terrarium für heilige Schlangen gewesen sein. Ähnliche Räume finden sich auch an anderen Stellen im Palast.
Auf der anderen Seite der Treppe, also südlich des Thronsaals, ein heiliger Schrein (11), hinter dem mehrere kultische Räume liegen (12). Geht man von hier aus nach Süden an der Fassade entlang, erreicht man die Überreste der einzigen griechischen Ausgrabung auf dem Palastgelände, eines Tempels (13).
Von hier aus überquert der Besucher den Hof und betritt den Ostflügel des Palastes. Hier lagen wohl die Privatgemächer Ihrer und Seiner Durchlaucht. Über eine großzügige Treppe steigt man hinunter und findet hier die Gemächer der Königin (14) sowie dahinter das wohl älteste Wasserklosett der Welt (15), zumindest halten die Gelehrten es für ein solches. Der König wird es wohl mitbenutzt haben, sein Raum liegt nicht weit entfernt (16), bekannt als die „Halle der Doppeläxte“, auch hier steht ein (unechter) Holzthron. Wer sich nun nach Norden wendet, passiert die Ostbastion (17) und erreicht den Bereich, in dem die alten Werkstätten des Palastes lagen, klein und verschachtelt (18). Hier hält man sich wieder links, verläßt das eigentliche Palastgelände durch den Nordausgang (19) und erreicht nicht weit entfernt davon ein altes „Theater“ (20), von dem sich die Wissenschaft auch nicht so ganz einig ist, ob es eines war.
PicturesOG/knossos3.jpgEs können wirklich ansteigende Sitzreihen gewesen sein, oder aber auch eine Schautreppe, die darauf zuführende gepflasterte Straße, die vermutlich zu Prozessionszwecken angelegt wurde (21), lässt möglicherweise letzteres vermuten. Evans allerdings schien sich seiner Sache sehr sicher und lokalisierte im „Theater“ sogar die königliche Loge.
Wenn auch dieser Rundgang nicht jeden Winkel der Ausgrabung erreicht (manchmal sind Teile wegen laufender Arbeiten auch abgesperrt), das Wichtigste hat man nun allemal gesehen, und was Originales betrifft, ist man im Archäologischen Museum in Iráklion jedenfalls besser beraten. Und wie oben schon erwähnt: Eines hat Knossós leider mit der Akrópolis in Athen gemeinsam. An bestimmten Tagen sieht man vor lauter Leuten die Trümmer kaum noch.

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

PicturesOG/irakhistor.jpgHistorisches Museum
Neben dem wirklich beeindruckenden Archäologischen Museum von Iráklion nimmt das Historische Museum nur einen „Platz am Katzentisch“ ein. Das ist sehr schade, denn die kretische Geschichte hat ja nun wirklich nicht mit den Römern aufgehört. Oder interessiert sich niemand für die jüngere kretische Geschichte (die wir Deutschen für kurze Zeit leider ebenfalls mitprägten?). Der Direktor des Museums hat eine Erklärung parat: „Wir führen ein Schattendasein, weil die Touristen nicht wissen, dass es uns gibt. Für Werbung fehlt uns das Geld.“ Ob das nun wirklich der Grund ist?

Sei es wie es sei, dem Historischen Museum seien jedenfalls mehr Besucher gewünscht. Es erfordert weniger Zeit als das Archäologische Museum und ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags schließt es schon um 14 Uhr, sonn- und feiertags ist geschlossen.
Das Museum liegt an der Uferstraße Odós Makaríon westlich des Hafens (gegenüber des Xenia-Hotels).

Wer die „jüngere“ kretische Geschichte chronologisch betrachten möchte, der beginne im Untergeschoss und wandere in Ruhe bis ganz nach oben.

Untergeschoss: Byzantinisch-mittelalterliche Sammlung (ca. 6.-18. Jahrhundert)
Gezeigt werden frühchristliche, byzantinische, venezianische und türkische Gefäße, Grabsteine, Inschriftentafeln, Säulen- und andere Fragmente.

Erdgeschoss: Historische Sammlung
Der erste Raum links vom Eingang zeigt im Uhrzeigersinn gesehen venezianische Brustpanzer und Waffen wie Schwerter, Äxte, Pfeile und Handgranaten (!). Des weiteren Bilder kretischer Freiheitskämpfer gegen die Türken, ihre Waffen, andere Dokumente, eine Fahne mit dem berühmten Wahlspruch „Énosi i Thánatos“ („Vereinigung oder Tod“ – es ging dabei um den Anschluß Kretas an Griechenland) und letztendlich ein Bild des Prinzen Georg von Griechenland, seinen Schreibtisch und die Admiralsuniform, die er trug, als er im Dezember 1898 Kreta betrat.
In den weiteren Räumen auf der anderen Seite des Ganges ist eine umfangreiche Sammlung alter Münzen zu sehen, Töpferwaren, Meßgewänder und andere Kirchengerätschaften. Außerdem zahlreiche alte Ikonen. Sehr interessant (aber schon ziemlich verwittert) die Darstellung der Zwölf Apostel gegenüber des Eingangs. Die Christus-Ikone links des Eingangs erinnert allerdings weniger an den asketischen jungen Jesus, sondern stellt ihn als ölig-dicklichen Jüngling mit verwegenem Schnurrbart dar.

Im Gang zwei alte Kanonen, die den Eingang des Museums schützen, und viele alte Fotografien von der Insel. Manches, was hier dargestellt ist, sieht heute noch fast genauso aus. Am Ende des Ganges in einem kleinen Gewölberaum an Decke und Wänden Fragmente alter Fresken; ebenso an der Treppe rechts vorbei in einem weiteren Raum am Ende des Ganges.

Erster Stock:
Im Treppenhaus zum 1. Stock hängen Gemälde und historische Fahnen aus dem Befreiungskampf gegen die türkischen Besatzer (z.T. mit dem Schlachtruf der Kreter „Elevthería i Thánatos“ („Freiheit oder Tod“). Geradeaus dem Gang am Ende der Treppe folgend, Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg (Deutsche Invasion), an der Decke ein deutscher Fallschirm.
Am Ende des Ganges rechter Hand das Arbeitszimmer von Emmanuel Tsoudéron, des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten. Man beachte einmal, wie spartanisch sein eigener Stuhl, wie opulent hingegen die für seine Besucher sind. Im gleichen Raum alte Karten und Bücher. In Vitrine 67 (an der Wand) werden Briefmarken aus der Zeit gezeigt, als Kreta noch nicht zu Griechenland gehörte (um die Jahrhundertwende); außerdem einige alte Briefmarken anderer Länder, die Kreta zum Thema haben.
Auf der anderen Seite des Ganges gegenüber das Arbeitszimmer des kretischen Schriftstellers Níkos Kazantzákis, in einem Vorraum eine Auswahl seiner Werke im Original und in diversen Übersetzungen. Wer sich darüber hinaus intensiver für den berühmtesten aller kretischen Schriftsteller interessiert, sollte das „Museum Níkos Kazantzákis“ besuchen (s.u.).

Zweiter Stock: Folkloreausstellung
Eine halbe Treppe höher werden Webarbeiten (Teppiche, Decken, Kissen), Spitzenarbeiten und alte kretische Kostüme gezeigt. Hinten rechts eine komplette Bauernstube mit einer „Sitzgruppe“ vor dem offenen Kamin, der auch als Kochstelle dient(e), im Hintergrund neben dem Doppelbett ein großer Webstuhl. Recht interessant ist auch die kleine Getreide-Handmühle aus zwei ineinander passenden Mühlsteinen vorne auf dem Fußboden.

Naturkundlich-Historisches Museum
Das Naturkundlich-Historische Museum der Universität von Kreta befindet sich in der Zufahrtsstraße nach Knossós, dem Leofóros Knossoú 157. Es wurde 1980 gegründet, ist aber erst seit 1998 in einer ständigen Ausstellung jedermann/frau zugänglich. Es bietet einen guten Überblick über die naturhistorische Entwicklung des östlichen Mittelmeerraums anhand lebensgroßer Dioramen u.a.

Direkt vom Eingangsbereich aus betritt man eine Ausstellung mit Fauna und Flora Kretas (Raum 2). Hält man sich rechts (Raum 3), gelangt man zur Ausstellung über Kretas Höhlen, gleich daneben (Raum 4) zu den Wäldern der Insel (von denen ja bekannt ist, daß es sie früher reichlicher gab, als heutzutage). In Raum 5 und 6 wiederum dahinter erfährt man etwas über die Feuchtgebiete, Strände und die Meeresfauna.

Wer nicht zwischendurch einen Kaffee braucht oder ein Mitbringsel kaufen will (denn nun erreicht man die entsprechenden Etablissements), wendet sich nun am besten wieder zum Eingangsbereich zurück, um sich dort dann links zu halten. Raum 10 und 11 sind den Gebirgen und den Macchiagebieten gewidmet. Besonders interessant in Raum 12 ist die Ausstellung über bedrohte Tierarten der Insel wie den Bartgeier oder das „Agrimi“, die kretische Wildziege. Beide stehen ja schon länger unter Naturschutz.
Ein Abstecher in den Hof führt zu einem Botanischen Garten.
Im 1. Stock des Museums findet man Ausstellungen zur menschlichen Evolution, der minoischen Entwicklung, Fossilien und Mineralien und einen Überblick über die geologische Entwicklung der Insel. Und übrigens auch die Toiletten …
In meinen Augen stellt dieses Museum eine sehr interessante Ergänzung zu den beiden anderen „großen“ Museen Iráklions dar und ist unbedingt einen Besuch wert. Über die jeweils aktuellen Öffnungszeiten informiert die Touristeninformation.


Museum Níkos Kazantzákis
Dieses Museum liegt nicht in Iráklion selbst, sondern in Myrtiá, einem Dorf südlich der Stadt (wer über kein eigenes oder gemietetes Fahrzeug verfügt, nimmt sich am besten ein Taxi, wobei der Preis vorher ausgemacht werden sollte).

Man verlässt Iráklion von der Platía Elevtherías über die Ausfallstraße Richtung Knossós, lässt diese Ausgrabungen aber links liegen, falls man nicht den Besuch der beiden Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden will. Etwa 6 Kilometer von Iráklion entfernt sind nahe der Straße die Reste eines alten Aquäduktes zu sehen. Hinter dem Dorf Spiliá biegt man links ab in Richtung Skaláni (Ausschilderung auch zum Museum), in diesem Dorf dann am Ortseingang wiederum rechts ab. Wenige Kilometer später erreicht man Myrtiá, das Museum liegt auf dem Dorfplatz. Es ist ganz allein dem Leben und Werk von Níkos Kazantzákis gewidmet, dem berühmten kretischen Schriftsteller (z.B. „Alexis Sorbas“ oder „Die letzte Versuchung“).

PicturesOG/kazantzakis.jpgGeöffnet ist das Museum von März – Oktober täglich von 9-13 Uhr (außer Donnerstag); zusätzlich montags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 16-20 Uhr. Im Winterhalbjahr nur sonntags von 9-14 Uhr, da dann wohl kaum noch Interesse vorhanden ist.
Sicherheitshalber lasse man sich die Öffnungszeiten vorher bei der Touristeninformation (EOT) in Iráklion bestätigen.

Die Vitrinen sind beschriftet, deshalb hier nur einige kurze Hinweise auf besonders Interessantes:

Raum 1: Bilder aus seinem Leben, sowie Bücher, die Kazantzákis ins Griechische übersetzte (u.a. Nietzsche, Büchner, H. Bergson). Außerdem Bilder aus seinem Theaterschaffen, Kostümentwürfe und Handschriftliches von ihm.

Raum 2: Zwei Büsten des Dichters. In der ersten Vitrine rechts oben ein handschriftlicher Brief (auf griechisch), der mit „liebe, liebe Germaine“ beginnt. Jugendbücher und weitere Bilder aus seinem Theaterschaffen.

Raum 3: Prachtausgaben der „Odyssee“ und eine weitere Büste.

Raum 4: Puppen mit Theaterkostümen. Über dem Kamin ein Mosaikbild des Dichters (von Álkis Voliótis). In einem Vortragsraum nebenan eine Sammlung aller seiner Werke in Übersetzung (eine Unmenge!).

Raum 5: (oben geradeaus) Z.B. in Vitrine 26 Bilder, Skizzen und Programme aus seinem Theaterschaffen.

Raum 6: Bücher und Bilder, Modelle von Bühnenbildern. In Vitrine 38 ein Brief von Albert Schweitzer an Níkos Kazantzákis und ein Foto der beiden. In Vitrinen 45 und 47 persönliche Gegenstände (Pfeifen, Handschuhe, Krawatten u.a. sowie verschiedene Ausweise). Dazu eine Blechschachtel mit Zimt und Muskatnuß, die er auf alle Reisen mitnahm und beim Schreiben geöffnet vor sich auf den Tisch stellte.

Ein etwas ausführlicherer Führer durch das Museum ist an der Kasse erhältlich.

Ikonen-Museum
Das Ikonen-„Museum“ ist in der Kirche der Agía Aekateríni am gleichnamigen Platz (Platía Agías Aekaterínis) untergebracht. Hier hängen sehr schöne Ikonen, in erster Linie solche im sog. „Kretischen Stil“. Einige stammen sogar vom berühmtesten Vertreter dieser Kunst aus Kreta, Michális Damaskinós. Die Kirche ist montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

Iráklion – Allgemeine Einführung

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Iráklion – Kleiner Rundgang

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Iráklion – Sehenswürdigkeiten

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Iráklion – Archäologisches Museum

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Iráklion – Die anderen Museen

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Iráklion – Essen und Trinken

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Iráklion – Adressen – Ärztliche Versorgung – Auto- und Motorrollervermietung – Banken

Iráklion Adressen

Iráklion – Nachtleben / Sonstiges

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Baden

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Arkalochóri

Arkalochóri

Arkalochóri ist ein kleines Landstädtchen südlich von Iráklion. Der Ort selbst ist nicht weltbewegend reizvoll, bietet dafür aber alle nötigen Dinge wie Bank, Post, OTE und Tankstelle.Read More

Archánes

Archánes

Ein Besuch des Dorfes südlich von Iráklion lohnt (nicht nur) wegen der dortigen Ausgrabungen. Die meisten Funde von hier sind im Archäologischen Museum in Iráklion ausgestellt.

Man nimmt von Iráklion die Ausfallstraße an Knossós vorbei und biegt ca. 7 KM später (zwischen Spília und Kournávi) rechts nach Káto Archánes ab. Rechter Hand an der Abzweigung steht übrigens eine Skulptur – ein zerbrochener Stab mit Stacheldraht – die an die Entführung des Generals Kreipe während der deutschen Besatzungszeit erinnert (Näheres dazu siehe Anógia).

Durch Káto Archánes fährt man bis Epáno Archánes (welches im folgenden nur noch als Archánes bezeichnet wird) weiter.

PicturesOG/arne-archanes.jpgDas Dorf ist eines der Zentren der Weinbauregion südlich von Iráklion und wurde in den letzten Jahren erfreulich liebevoll hergerichtet bzw. restauriert. Viele Geschäfte haben „auf alt getrimmte“ gemalte Ladenschilder. Das Rathaus aus der Türkenzeit bietet vor allen Dingen abends durch dezente Beleuchtung einen schönen Anblick.
Neben dem Rathaus gibt es ein Volkskundemuseum, das ich aber bisher noch nicht von innen gesehen haben. Man kann ja auch nicht alles gesehen haben.Read More