Agiofárango (Schlucht)

Man erreicht die Agiofárango-Schlucht südlich von Mátala mit dem Auto von Sívas aus Richtung Kalí Liménes (z. T. nicht asphaltiert, aber ordentlich befahrbar). Beim Kloster Odigítrias zweigt hier rechts der Fahrweg nach Vathý Iremía ab. Diesmal fährt man aber geradeaus Richtung Kalí Liménes weiter. Vom Kloster aus sind es noch ungefähr drei Kilometer. Man durchquert dann ein Flussbett (man „durchquert“ es wirklich!), einige hundert Meter weiter rechts ein größeres Haus mit Tierpferchen, wieder einige hundert Meter weiter biegt dann rechts in spitzem Winkel zurück der Schotterweg Richtung Agiofárango-Schlucht ab.

PicturesOG/agiofarango_wn.jpgDas erste Stück des Weges ist sehr gut zu befahren (oben an der Straße gibt es auch keinen Schatten zum Parken), außerdem recht reizlos zu Fuß zu laufen. Mit einem normalen PKW kann man so weit fahren, wie man sich traut, zumindest bis zu der Stelle, wo auch dieser Weg zum ersten Mal das Flussbett kreuzt (denn dahinter sieht der Weg dann teilweise sehr ähnlich aus wie das Flussbett und kreuzt es immer wieder!), mit einem Jeep auch bis zum Ende des (Fahr)Wegs zu einigen kleinen Hütten mit Schafspferchen.
Dieser Teil des Wegs ist aber auch zu Fuß reizvoll, von der Agiofárango-Schlucht ist hier allerdings noch nichts zu sehen. Bienenstöcke, Olivenbäume, Macchia, Oleanderbüsche, vor allem im Frühjahr sehr schön. Am absoluten Ende des Fahrwegs (s.o.) bleibt man auf der linken Seite des Flussbettes und wandert weiter talwärts (jetzt höchstens noch 45 Minuten ohne Pausen). Ab hier ist es wirklich nur noch ein schmaler Pfad direkt am oder im Flussbett. Man muss also oft über Geröll kraxeln, wie immer bei solchen Wanderungen ist festes Schuhwerk nötig.

PicturesOG/schlucht2.jpgAllmählich treten die Berghänge näher zusammen, dann macht das Flussbett einen deutlichen Knick nach links. Hier versuche man etwas links den Berg hinaufzusteigen, denn dort verläuft ein Pfad, auf dem es sehr viel angenehmer zu laufen ist, als im Flussbett selbst! Hinter diesem Linksknick sieht man dann auch endlich die eigentliche Schlucht: Agiofárango, auch die „Schlucht der Eremiten“ genannt.

Hier lebten seit frühchristlicher Zeit bis zum Ende des letzten Jahrhunderts zahlreiche Einsiedler in Höhlen in den Felshängen. Schon am Anfang der Schlucht kann man die ersten Höhlen erkennen. Diese hier hat eine besonders hübsche Form!

Eine „ebenerdige“ Eremitenwohnung liegt einige hundert Meter weiter hinter einem alten, knorrigen Olivenbaum. Wieder einige hundert Meter weiter ist die eigentliche Schlucht zu Ende, man erreicht die kleine Kirche des „Ágios Antónios“ (St. Anton), die in die Felswand hinein gebaut wurde. Davor gibt es sehr zur Freude des schwitzenden Wanderers einen eingefassten und abgedeckten Trinkwasserbrunnen, aus dem man sich das Wasser mit einem Blecheimer heraufziehen kann. Bitte den Brunnen hinterher wieder schließen!

PicturesOG/agiofarango4_gwg2.jpgNach einer kurzen Rast und Erholung sind es nicht mehr als ca. 10 Minuten bis zu einer schönen Badebucht mit Sand-Kiesstrand. Es gibt ein wenig Schatten seitlich unter den Felsen und in der Regel auch wenig Besucher, außer es kommt gerade eines der Boote aus dem unweiten Mátala herangeschippert und lädt massenhaft Badegäste samt Grill und Musik aus (die Touren kann man in Mátala in den „Tourist-Offices“ buchen). Bei dieser Gelegenheit: wer mit einem solchen Boot kommt, kann und sollte wenigstens von hier aus mal ein Stück in die Schlucht hinauf laufen!

Agía Rouméli

PicturesOG/ag_roumeli2_gwg.jpgAgía Rouméli am unteren Ende der Samariá-Schlucht lebt allein von den durchwandernden Scharen. Es gibt inzwischen mehrere Tavernen in Agía Rouméli, die alle auch Zimmer vermieten. Leider muss wieder einmal ein „leider“ eingefügt werden: Denn auch hier ist eine irrwitzige Bauwut ausgebrochen: Große und hässliche Betonklötze schießen wie Pilze aus dem Boden. Wer soll das denn alles bewohnen? Eine riesige Solaranlage von über 10.000 qm ist zwar sicher ökologisch sinnvoll, optisch verschandelt sie die Gegend von Kreta aber nachhaltig. Und auch die Preise! Hier nimmt man es von den „Überlebenden“, die froh sind, die Schlucht überstanden zu haben.

Agía Rouméli ist mit der Außenwelt nur durch den Seeweg verbunden, eine Straße hierher gibt es nicht. Den ganzen Tag über verkehren die Fährboote regelmäßig nach Chóra Sfakíon (das letzte um 18 Uhr – wie immer ohne Gewehr, ähhh …), einmal täglich auch über Soúgia nach Paleochóra.

Paleochóra

Paleochóra

Das Städtchen Paleochóra an der Südwestecke der Insel ist schon sehr lange ein beliebter Treff der Individualtouristen auf Kreta. Jedes Jahr ein bisschen mehr los. Man zweigt im Ort Tavronítis von der Nordküstenstraße Chaniá – Kastélli ab.

PicturesOG/pale02_gwg.jpgPaleochóra ist („eigentlich nur“) ein großes Fischerdorf mit etwa 1.400 Einwohnern. Es liegt auf einer Landzunge und bietet so rechts wie links Meer. Sehenswürdigkeiten gibt es keine, vom ehemals auf dem kleinen Plateau über dem Ort liegenden venezianischen Kastell ist außer ein paar Grundmauern nicht mehr viel zu sehen. Allerdings lohnt sich ein Spaziergang hinauf schon wegen der Aussicht. „Paleochóra“ weiterlesen

Makrygialós*, Análipsi und Koutsourás und  (bei Ierápetra)

Makrygialós*, Análipsi und Koutsourás und  (bei Ierápetra)

Die drei Dörfer liegen an der Südküste östlich von Ierápetra. Sie liegen auf der Landkarte scheinbar weit auseinander, gehen aber faktisch ineinander über. Man merkt den Wechsel eigentlich nur am Ortsschild.

Diese Dörfer liegen an einem langen und grobsandigen Strand, der auch gut für Kinder geeignet ist (der Ortsname „Makrygialós“ bedeutet nichts anderes als „breiter“ oder auch „langer“ Strand) mit vielfältigem Angebot, es gibt auch sehr nette Tavernen am Strand oder am Hafen von Makrygialós (*übrigens findet man manchmal auch die Schreibweise „Makrýs Gialós“).

„Makrygialós*, Análipsi und Koutsourás und  (bei Ierápetra)“ weiterlesen

Kalamáfka – Südosten Kreta

Ein Kreta typisches, pittoreskes Dorf im Inselinneren im Osten.
Kalamáfka in Süde-osten von Kreta, zentral gelegen

In Istró biegt man von Ágios Nikólaos kommend ziemlich am Ortseingang recht ab Richtung Kaló Chorió, Prína und Kalamáfka. In Kaló Chorió fährt man nicht rechts ins Dorf hinein (außer man will es sich anschauen, aber es sieht aus wie viele andere Bergdörfer) sondern hält sich geradeaus/halblinks den Berg hinauf Richtung Prína. Wie viele ähnlicher Straßen windet sich auch diese eng und kurvenreich den Berg in Kreta hinauf, je höher man kommt, desto mehr weichen die Olivenbäume der Macchia, Büschen und vereinzelten Kiefern, die später fast zu einem kleinen Wäldchen werden. Je höher man kommt, desto schöner wird auch der Blick von Kreta zurück auf den Golf von Mirabello.

PicturesOG/kalamafka01.jpgWer einen Abstecher in die links dieser Straße gelegenen Dörfer Messeléri und Makriliá unternehmen möchte, sollte nicht die erste ausgeschilderte Abzweigung dorthin nehmen, sondern lieber einige Kilometer weiter kurz vor Prína die ganz neue Asphaltstraße, die dort links abzweigt.

Einige hundert Meter hinter dem Dorf Prína liegt links unterhalb der Straße die Taverne „Pitopolous“, in der man gemütlich unter Olivenbäumen sitzt und gut essen kann, ganz Kreta typisch. Am Wochenende greift Wirt Dimítris auch gerne zur Lyra.

Auf dem Weg nach Kalamáfka , geht es hinter Prína weiter steil den Berg hinauf und dann bietet sich ein Blick, den man auf Kreta nicht oft hat: Man kann von hier aus nämlich gleichzeitig im Norden den Golf von Mirabéllo und im Süden das Libysche Meer bei Ierápetra sehen.


PicturesOG/kalamafka02.jpgEin kleines Stück hinter dieser Wasserscheide erreicht man das Dorf  Kalamáfka. Im hinteren Ortsteil führt links eine Treppe zum Kirchlein „Tou Timíou Stavroú“ (des Heiligen Kreuzes) hinauf, das oben auf einem Felsen liegt. Das Hinaufsteigen lohnt sich …

Essen und Trinken
Es gibt mehrere Lokale an der Durchgangsstraße in Kalamáfka, von denen ich aber nur eines von innen kenne: Kafeníon Taverna „Oasis“ im oberen Ortsteil. Das Lokal sieht außen wie innen recht unscheinbar und nur bedingt einladend aus, die Qualität des Essens wie auch die Freundlichkeit der Wirtsleute sind aber ohne Zweifel. Lediglich die Souvlákia waren mir etwas zu trocken, da – guten Willens – ausgesprochen mageres Fleisch verwendet wurde. Ein bisschen Fett habe ich lieber.
Besonders geschmeckt hat mir das unaufgefordert servierte Zicklein mit Mangold aus dem Kochtopf – sehr zart und schmackhaft. Auch wenn man offiziell nichts zu essen bestellt, kommt (in der Regel) zu Bier oder Wein ein großer Teller mit Tomaten, Gurken, Käse, Fleischwurst und sehr leckeren, selbst eingelegten Oliven. Überhaupt verwendet der Wirt Nikos fast ausschließlich Lebensmittel aus eigener Produktion.


Fährt man von Kalamáfka dann weiter den Berg Richtung Ierápetra hinunter, entdeckt man links der Straße überrascht einen recht großen See mit hellgrünem Wasser, überrascht deshalb, weil doch angeblich der Kournás-See bei Georgioúpolis der einzige Binnensee Kretas sein soll.

Dieser hier ist allerdings auch künstlicher Natur, ein Stausee nämlich (von denen es auf Kreta inzwischen einige gibt), der dazu dient, das im Winter reichlich von den Bergen fließende Wasser zu sammeln, um es im Sommer zur Bewässerung der Gewächshäuser zu verwenden. Ein Schotterweg führt um den ganzen (eingezäunten) See herum und man erkennt, dass er nebenbei auch noch so eine Art Naturschutzgebiet darstellt: „Jagen und Lärmen verboten!“

Zusammenfassend: Diese etwa 27 Kilometer lange Strecke zwischen Istró und Ierápetra ist ganz besonders etwas für Naturliebhaber von Kreta und für Leute, die gerne jedmögliche Kirche besichtigen. Davon gibt es hier nämlich unzählige, in viele abzweigende Wege weisen kleine Schilder, man kann sich sozusagen „von Kirche zu Kirche hangeln“. Weniger schön ist der letzte Teil der Strecke, da sieht man rechts und links nur noch Gewächshäuser.

Wer diese Strecke umgekehrt befahren will, nehme von Ierápetra die Straße nach Gra Ligiá und Mýrtos. Am Ortsausgang von Ierápetra biegt man direkt hinter einer Kirche rechts ab (hier weist auch ein Schild nach Kalamáfka, wenn es nicht gerade mal wieder umgefallen ist – oder wie 2009 kaum noch leserlich).

Damnóni – Südküste Kreta

Wer von Plakiás an der Südküste von Kreta, nach Osten läuft, dann links um den großen Berg herum durch die Olivenhaine, um nach ca. 40 Minuten den Strand von Damnóni zu erreichen, der übrigens bereits von der Zufahrtsstraße nach Plakiás ausgeschildert ist.

Das „Dorf“ Damnóni besteht aus einigen Tavernen und mehreren Hotels, darunter auch eine riesige Hapimag-Anlage (zehn mal so viele Häuser wie der übrige „Ort“). Früher tolerierten die Besitzer der Tavernen das wilde Zelten, da es ihnen natürlich auch Kundschaft brachte. Bei den Tavernen gibt es auch einige Süßwasserduschen am Strand. Auch die Tavernen vermieten z. T. Zimmer. Vermutlich werden aber die Hoteliers (wie oft auf Kreta) inzwischen zu verhindern wissen, dass hier wild gecampt wird, denn es könnte ja ihre Gäste stören .

An der Hapimag-Anlage werden Wassersportarten aller Art, vom Surfen und Tauchen über Bananaboat und Wasserski bis hin zum Paragliden angeboten.

Análipsi, Koutsourás und Makrygialós* (bei Ierápetra)

Die drei Dörfer Análipsi, Koutsourás und Makrygialós liegen an der Südküste von Kreta,  östlich von Ierápetra. Análipsi, Koutsourás und Makrygialós liegen auf der Landkarte von Kreta scheinbar weit auseinander, gehen aber faktisch ineinander über. Man merkt den Wechsel eigentlich nur am Ortsschild.

Diese Dörfer liegen an einem langen und grobsandigen Strand, der auch gut für Kinder geeignet ist (der Ortsname „Makrygialós“ bedeutet nichts anderes als „breiter“ oder auch „langer“ Strand) mit vielfältigem Angebot, es gibt auch sehr nette Tavernen am Strand oder am Hafen von Makrygialós (*übrigens findet man manchmal auch die Schreibweise „Makrýs Gialós“).

Die Umgebung von Análipsi, Koutsourás und Makrygialós  indes ist ansonsten nicht nur reizvoll. Die Gegend von Kreta wird sehr stark agrarisch genutzt, bis in die Dörfer hinein stehen die Gewächshäuser (in dieser Region von Kreta werden darin bevorzugt Bananen angebaut), die inzwischen aber immerhin fast ausschließlich nicht mehr Plastik bespannt sind, sondern verglast, sodass die Umweltverschmutzung in Form herumfliegender Plastikfetzen inzwischen ein Ende hat.

Natürlich ist es vor diesem Hintergrund nicht ganz einfach, diese Gegend von Kreta touristisch zu erschließen, und seien die existierenden (und in der Regel pauschal vermieteten) Hotels auch noch so luxuriös (und das ist vermutlich die Gefahr, denn diese Hotels werden natürlich in den entsprechenden Tourismusbroschüren von Kreta entsprechend vorteilhaft fotografiert, und dann kommt erst vor Ort möglicherweise die Enttäuschung über das Umfeld!).

Bei Koutsourás ist übrigens der Strand nicht mehr so schön, dafür gibt es eine Bank und eine Post an der Durchgangsstraße bzw. in Sichtweite davon.

Agía Fotiá – Kreta Südküste

Agía Fotiá ist ein kleiner „Badeort“ an der Südküste von Kreta,  östlich von Ierápetra, eigentlich kein richtiges Dorf, sondern nur einige flache Häuser im Hinterland der Bucht. Am Strand von Agía Fotiá gibt es Tavernen, einige der Häuser vermieten Zimmer. Jenseits der Durchgangsstraße am Hang stehen Appartmenthotels, aber hier haben die Götter von Kreta dann aber vor das Bad den Fußmarsch gesetzt.