Geld und Devisen

Griechenland ist Euro-Land. Und der Euro ist genau 340,75 Drachmen wert, d.h. für den, der immer noch in DM rechnet, ist diese 174,2 Drachmen wert. Euro-Touristen werden sich also zukünftig nicht mehr an der griechischen Inflation freuen können, im Gegenteil, die Preise sind schon wieder gestiegen, zum Teil sehr moderat, zum Teil aber auch ebenso heftig wie hierzulande.

Trotzdem habe ich aus Gründen der Nostalgie die Abbildungen der Drachmenscheine auf dieser Seite gelassen (die griechischen Euro-Münzen beschreibe ich weiter unten).

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Der 10000-Drachmen-Schein zeigte auf der Vorderseite Georgios Papanikoláou, auf der Rückseite Herrn Äskulap (am Stab erkennbar). Der Schein war zuletzt knapp 60 DM wert. Geld und Devisen weiterlesen

Wirtschaft

Die Exportprodukte der kretischen Wirtschaft sind hauptsächlich landwirtschaftlichen Ursprungs, deren gibt es in der EG allerdings schon reichlich. Statt freien Exports also eher Preisverfall im Export und Preissteigerung im Lande …
Die kretische Wirtschaft ist wie gesagt vornehmlich eine Agrarwirtschaft, Industrie ist bisher eher nebensächlich und wenn, leben nicht viele von ihr.

Tomaten, Gurken, Salat, kleine und sehr schmackhafte Bananen und auch Blumen (!) werden in einigen Gegenden der Insel wie z. B. in der Messará-Ebene und um Ierápetra in Gewächshäusern gezogen, hier wächst alles schnell und schafft reichen Ertrag. Wirtschaft weiterlesen

Mythologie um Kreta

Neben den geschichtlich belegbaren Fakten gibt es wie überall auf der Welt auch auf Kreta einen mythologischen Sagenkreis, dessen Hauptpersonen in Götter- und Heldenkreisen zu finden sind.

Es beginnt gleich recht barbarisch: Da Krónos, dem Herrn der Erde, von seinem Vorgänger Uranós prophezeit worden war, er werde die Weltherrschaft an seinen Sohn verlieren, griff er zu einem seiner Meinung nach probaten Mittel: Er fraß alle seine Kinder gleich nach ihrer Geburt einfach auf. Seine Gattin Rhéa konnte sich damit verständlicherweise nicht so sehr anfreunden, deshalb gebar sie ihren Sohn Zeus heimlich (angeblich in der „Diktéon Ándron“, der Höhle im Díkte-Gebirge) und gab Krónos einen in Windeln gewickelten Stein zu fressen. Er verschlang ihn wie alle Geschwister zuvor, ohne lange nachzuschauen. Mythologie um Kreta weiterlesen

Geschichte Kretas

Die ältesten Funde, die auf eine Besiedlung der Insel schließen lassen, stammen aus der Jungsteinzeit zwischen 6000 und 5000 v. Chr. Die Herkunft dieser Urbevölkerung Kretas kann nur vermutet werden. So wird angenommen, daß die ersten Siedler aus Kleinasien stammten.
Sie ernährten sich von Jagd und Fischerei, etwas Viehzucht und Ackerbau. Wie sie wohnten, ist umstritten. Die Tatsache, daß bisher nur vereinzelte Höhlen als Wohnhöhlen jener Zeit identifiziert, andererseits aber in den wenigen Siedlungsgebieten jener Zeit, wie z.B. in Knossós, unter minoischen Trümmern auch Reste aus dem Neolithikum gefunden wurden, erhärtet eher die Auffassung, schon damals habe man in hausähnlichen Lehmbauten gewohnt.

Gegen Ende der Jungsteinzeit, etwa 2600 v. Chr., kamen neue Einwanderer nach Kreta. Ihre Herkunft vermutet man aus Anatolien und Ägypten. Die neuen Einwanderer wohnten bereits als Großsippen in Siedlungseinheiten beieinander, oft auch schon in Häusern mit mehreren Räumen. Sie hatten als besondere Innovation das Kupfer mit nach Kreta gebracht, aus dem nun Werkzeuge und Waffen hergestellt wurden.
Neben die bisherigen Methoden, den Lebensunterhalt zu verdienen, trat nun auch das Handwerk (Metallbearbeitung und Töpferei), und damit der Handel, der seine Fühler bereits außerhalb der Insel in den östlichen Mittelmeerraum ausstreckte. Die Archäologie nennt diese Epoche von etwa 2600 bis 2000 v. Chr. die „Vorpalastzeit“.

PicturesOG/Festos01_vk.jpgAb 2000 v. Chr. entstanden die ersten Fürstentümer und gar Königreiche und mit ihnen die ersten alten Paläste. Nach ihnen heißen die nun folgenden 300 Jahre die „Ältere Palastzeit“. Die ersten Paläste wurden in Knossós, Festós und Mália gebaut. Schifffahrt und Außenhandel wurden stark ausgeweitet, Kretas Einfluss im östlichen Mittelmeer wuchs ständig. Erste Kolonien wurden auf Santorin und einzelnen Kykladeninseln gegründet. Hand- und Kunsthandwerk gediehen zu einer ersten Blüte, die Töpferei entwickelte sich kunstvoll (aus dieser Zeit stammen die ersten Funde im Kamáres-Stil), Goldschmiede- und andere Metallarbeiten entwickelten sich zu einer allerersten schon etwas höheren Kultur. Die ältesten Schriftfunde der Insel stammen ebenfalls aus der „Älteren Palastzeit“, sie waren in der sog. „Linear-A-Schrift“ verfaßt.
Doch um etwa 1700 v. Chr. fand diese Blütezeit ein jähes Ende. Die Wissenschaft ist sich nicht ganz einig, welche Katastrophe die Ursache war, es wird ein Erdbeben vermutet, welches alle Paläste zerstörte.

PicturesOG/Festos02_vk.jpgDoch schon etwa 100 Jahre später entstanden auf den Ruinen der alten Paläste neue schönere, größere und prachtvollere Bauten. Die nun folgende „Neuere Palastzeit“ gilt als eigentliche „minoische Epoche“, obwohl der Name „Minos“ wohl weniger der Eigenname einer Person als der Titel des jeweiligen Herrschers war. Eine rege Bautätigkeit setzte ein, neben den großen Palästen entstanden überall kleinere Herrenhäuser und Villen. Kunst und Kunsthandwerk kultivierten sich weiter, der Handel wurde immer mehr ausgeweitet, Kretas Handelsbeziehungen reichten nun schon über das gesamte Mittelmeer hinaus. Aus jener Zeit stammen auch die ersten Funde der beiden heute bekannten (weil auch durch die Souvenirindustrie millionenfach verarbeiteten) religiösen Symbole Kretas: der Doppelaxt und des Stierkopfes.
Schriftfunde in Form gemeißelter Steinplatten sind nun in der „Linear-B-Schrift“ geschrieben, einer Schrift, von der man vermutet, sie könne vom griechischen Festland importiert worden sein, da sie auch dort nachgewiesen wurde. Geschichte Kretas weiterlesen

Kreta – Fauna und Flora

Die wildlebende Fauna ist auf Kreta nur bedingt reichhaltig.

PicturesOG/streichelesel.jpgHaustiere
Als Haustiere werden auf Kreta hauptsächlich Schafe und Ziegen gehalten. Kühe habe ich nur selten gesehen, ebensowenig Schweine, deren Fleisch nicht zuletzt dank der EG fast ausschließlich importiert wird.

Esel werden nicht gegessen, sondern sind immer noch in unwegsamen Gebieten ein wichtiges Transportmittel, auch wenn Dreirad oder japanischer Pick-Up unaufhaltsam auf dem Vormarsch sind und die Esel vermutlich bald ganz verschwunden sein werden.

Hunde und Katzen haben im wahrsten Sinne meist ein schweres Leben in Griechenland und auf Kreta. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedauerlich, daß das einzige Tierheim der Insel, die „Arche Noah“, immer wieder oder permanent hochgradig in seiner Existenz gefährdet ist. Informationen über das Tierheim finden Sie im Sachverzeichnis A (auch die Nummer des Spendenkontos).

Flora

PicturesOG/baum_gwg.jpgKreta war in der Antike üppig bewaldet, doch davon ist heute nichts mehr zu sehen, da die Römer und alle anderen Besatzer nicht gerade glimpflich mit dem Waldbestand umgingen. Damit einher geht in vielen Gegenden der Insel ein wirklicher Wassermangel, was aber die, die reichlich davon haben, nicht so recht erkennen wollen.
Und was die zahlreichen Versuche zur Wiederaufforstung betrifft: sie scheitern bisher fast ausnahmslos an den allgegenwärtigen und alles fressenden Ziegen (siehe auch „Geographie und Klima“).

Der wichtigste Kulturbaum der Insel ist der Olivenbaum, der überall wächst. Ich liebe zwar auch die schroffen Felsen und gewaltigen Landschaften, aber fast am schönsten finde ich Gegenden, die auf sanften Hügeln Olivenbäume mit ihrem silbrig-grünen Blattwerk tragen. Dass das auf Kreta hergestellte Olivenöl nicht nur köstlich, sondern auch sehr gesund ist, versteht sich fast von selbst (auch wenn ich da erst kürzlich eine andere – griechische – Meinung gehört habe: „Wenn ihr wüsstet, was da alles drin ist!“).
Da wir unser Olivenöl aus einer ausgesprochen vertrauenswürdigen Quelle beziehen, weiß ich, was „da alles nicht drin ist!“

PicturesOG/blume_vk.jpgWer die Insel im August oder September besucht, wird kaum glauben, dass es auf Kreta einen großen Reichtum an Blumen, sogar diverse Orchideenarten, gibt. Tatsächlich strotzt das Land im Frühjahr vor saftigem Grün, es blüht allerorten bunt und reichlich. Landschaftlich gesehen ist deshalb April/Mai die allerschönste Reisezeit.

Mitten aus dem Sand vieler Strände sprießen die weißen Sandlilien … wo es welche gibt, sind es meist viele.

Außerdem wachsen auf Kreta viele Heil- und Gewürzkräuter, die man nicht unbedingt selbst suchen muss, da sie abgepackt und ziemlich preiswert auf allen Märkten angeboten werden.

Zu nennen seien hier nur der kretische wilde „Rígani“ (Orégano), „Thymári“ (Thymian) oder „Díktamon“, der zu einem heilkräftigen Tee aufgegossen wird. Das reichliche Vorkommen von Thymian und Orégano beschert den zahlreichen „zahmen“ Bienenvölkern, deren bunte „Bienenkisten“ (Bild s. o.) man immer wieder abseits der Straßen sehen kann, eine gute Grundlage für einen würzigen Honig.
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Prometheus

Prometheus

Er galt als ein wirklich schlaues Kerlchen, der im Voraus denkende Prometheus (so die ungefähre Übersetzung seines Namens). Er war listiger als Odysseus, wenn man der Mythologie glauben darf.
Und er dachte pragmatisch. Bei einem großen Tieropfer überlegte er, warum er denn das Fleisch und die Innereien eines Tiers opfern sollte, wenn es denn auch Fell und Knochen täten. Also verbarg er ersteres unter dem Magen des Tieres und bot letzteres Zeus als Opfer an. Da jener nur dann ein bisschen blind war, wenn es wieder mal um eine schöne Frau ging, erkannte er den Schwindel, wählte zwar bewusst den von Prometheus angebotenen falschen Haufen aus, gedachte aber sogleich, sich zu rächen. Prometheus weiterlesen

Kleine kretische Mythologie

Kleine kretische Mythologie

oder: Von Göttern, Helden, Frauen, Stieren und Bruchpiloten

Neben den geschichtlich belegbaren Fakten gibt es wie überall auf der Welt auch auf Kreta einen mythologischen Sagenkreis, dessen Hauptpersonen in Götter- und Heldenkreisen zu finden sind.

Es beginnt gleich recht barbarisch: Da Krónos, dem Herrn der Erde, von seinem Vorgänger Uranós prophezeit worden war, er werde die Weltherrschaft an seinen Sohn verlieren, griff er zu einem seiner Meinung nach probaten Mittel: Er fraß alle seine Kinder gleich nach ihrer Geburt einfach auf. Seine Gattin Rhéa konnte sich mit Krónos‘ Essgewohnheiten verständlicherweise nicht so sehr anfreunden, deshalb gebar sie ihren Sohn Zeus heimlich (angeblich in der „Diktéon Ándron“, der Höhle im Díkte-Gebirge) und gab Krónos einen in Windeln gewickelten Stein zu fressen. Er verschlang ihn wie alle Geschwister zuvor ohne lange nachzuschauen. Kleine kretische Mythologie weiterlesen

"Neugriechisch ist gar nicht so schwer"?

„Neugriechisch ist gar nicht so schwer“?

Ist Neugriechisch eigentlich schwer? Nein, sicher nicht, denn jeder kann es ja … sollte man zumindest meinen, wenn schon jeder Kreta-Liebhaber auf seiner Seite Sprachführer etc. anbietet. Also, machen wir in der Unterweisung in die griechische Sprache hiermit weiter. Aber Vorsicht ist schon geboten! Denn fast alles an der folgenden Geschichte ist wahr, nur verwenden sollte man es doch besser so nicht (was analog auch für manchen ernst gemeinten Sprachtipp anderswo gilt). "Neugriechisch ist gar nicht so schwer"? weiterlesen

Wie schreibt und liest man griechischen Text am Computer?

Wie schreibt und liest man griechischen Text am Computer?

Vielfach wurde der Wunsch geäußert, als zusätzlichen Service eine kleine Anleitung zu verfassen, wie man problemlos zum einen selbst mit dem Computer (z. B. unter MS-Word) griechische Texte schreiben kann, wie man andererseits aber auch griechische Texte (auf griechischen Seiten) lesen kann.
Da kann ich natürlich weiterhelfen. Für viele ist das überhaupt nichts neues, aber ich fasse hier allgemein verständlich mal zusammen, was geht (und was leider nicht geht!). Wie schreibt und liest man griechischen Text am Computer? weiterlesen

So singt Griechenland

So singt Griechenland

Das griechische Lied an und für sich ist nicht über einen Kamm zu scheren, denn griechische Lieder sind so vielfältig wie es die Griechen sind. Das griechische Lied ist nicht „der Sirtaki“, ist nicht (nur) Mikis Theodorakis, ist nicht nur Rembetiko … aber von allem etwas, nein sehr viel … so viel, dass selbst eine Sammlung von etwa 215 Liedern nur einen winzigen Bruchteil davon darstellt. Soll man sich davon entmutigen lassen? Nein, habe ich mir gesagt und zwei Liederbücher gemacht, die in meinen Augen durchaus einen wenn auch subjektiven, so doch repräsentativen Querschnitt durch „das griechische Lied“ darstellen. So singt Griechenland weiterlesen