Ágios Geórgios (Rethýmnou)

Ágios Geórgios ist eigentlich kein richtiger „Ort“, sondern besteht nur aus einigen wenigen Häusern am Meer westlich von Agía Galíni (man biegt nach dem Verlassen Agía Galínis gleich bei der ersten Möglichkeit scharf links ab (Richtung Mélambes). Die kurvenreiche Straße hinauf ist asphaltiert. Nach etwa 4 Kilometern zweigt links die Schotterstraße nach Ágios Geórgios ab. An der Abzweigung ausgeschildert zu „Niko’s Cafe Bar – Rooms“. Von hier aus sind es noch etwa 3 Kilometer. Kurz vor dem Ort gabelt sich der Weg, links geht es zu Níkos, rechts zu Jórgos. Diese beiden Tavernen sind außer der Kirche des Ágios Geórgios das ganze Dorf, welches natürlich nach der Kirche heißt.

Nikos‘ Lokal war wohl das Erste am Platz und liegt strategisch am günstigsten über dem Strand. Nikos spricht gut deutsch, die Speisekarte, sprich das Essensangebot ist nicht sehr umfangreich, aber gut. Er vermietet inzwischen acht Zimmer, die Terrasse und die Treppe zum Strand sind frisch renoviert. Er würde gerne noch mehr tun, z. B. eine größere Anlegestelle für die Boote aus Agía Galíni bauen, damit es noch mehr werden, aber da hat er Probleme mit der Baugenehmigung. Der Preis für die Zimmer richtet sich nach Dauer des Aufenthalts, man kann von Deutschland aus reservieren (Nikos spricht deutsch!) und hat jetzt ein Handy: 6944-504852.

Jorgos‘ (Geórgios‘) Lokal liegt ein wenig weiter vom Strand entfernt, dies versucht er durch offensive Werbetafeln überall wett zu machen, bei ihm ist laut eigener schriftlicher Aussage alles „am besten, schönsten und billigsten“. Unbestritten sitzt man bei ihm sehr schön, auch das Essen ist völlig in Ordnung. Nicht ganz glauben mag ich ihm allerdings sein Credo, dieses Lokal nur zu führen, um eine Heimstatt auf Kreta zu schaffen für all jene, die Ruhe suchen … dafür ist wiederum die Werbung zu heftig.

Unten am Strand (Sand und Kiesel) gibt es noch eine kleine Snack-Bar (das ist hauptsächlich deshalb praktisch, weil man dann nicht für jede Limo beim Baden den ganzen Weg bis zu den Tavernen hochklettern muss). Die Snack-Bar vermietet auch Sonnenschirme. Sie ist bei den anderen Wirten naturgemäß sehr unbeliebt, man munkelt sogar davon, dass der Besitzer überhaupt keine Lizenz besäße. Wie ich aber die Kreter kenne, kann das ebenfalls nicht so ganz stimmen, denn ansonsten gäbe es das Lädchen nicht mehr (nicht wegen der Polizei, sondern wegen der Konkurrenz).
Zitat: „Wirt Michalis und seine Mutter sind herzensliebe Leute. Während man mit Blick durch Bambus auf das Meer seine Seele baumeln lassen kann, bereitet Michalis ein köstliches Omelette (wirklich ein Genuss!). Er ist ein lustiger Vogel, der es schafft, in jeden Satz drei Sprachen einzubauen.“

Öffentliche Verkehrsmittel
Nicht mit dem Bus, sondern nur mit dem Boot kann man von Agía Galíni hierher fahren. Aber man kann auch zu Fuß von dort nach Ágios Geórgios wandern, dafür erhält man kostenlos in Agía Galíni bei „Cretan Holidays“ eine sehr gute Wegskizze! Unbedingt aber genügend Trinkwasser mitnehmen. Für beide Tipps herzlichen Dank an Fritz Tempelmeier.

Ágios Antónios (Schlucht)

Die Durchwanderung der Ágios Antónios Schlucht ist für all jene ideal, die sich nicht zu sehr anstrengen wollen, denn der Weg ist begrenzt. Man erreicht sie über die alte Straße von Réthymnon nach Agía Galíni, von der man in Filákio rechts abbiegt. Man fährt weiter bis zum Dorf Patsós und durch dieses hindurch.

PicturesOG/antonios01.jpgWenige 100 m hinter dem Dorf zweigt rechts die ausgeschilderte Straße in die Ágios Antónios Schlucht ab. Sie endet vor einer sehr netten Taverne, weniger aufgrund ihrer Optik aber unbedingt wegen der Freundlichkeit der Wirtsleute und der Qualität des Essens. Selbst zu einem simplen Frappé vor der Wanderung bekamen wir (zu dritt) ungefragt einen ganzen Teller leckeren Gebäcks serviert. Beim Bier nach der Wanderung waren es dann diverse herzhafte Leckereien wie Oliven, gefüllte Weinblätter und einiges andere.

Am Ende des „Parkplatzes“ vor der Taverne beginnt unübersehbar der Fußweg in die Ágios Antónios Schlucht, entlang an einem kühlenden Bach, der angeblich bis August und im Herbst bald wieder Wasser führt. Schon nach kurzem Marsch erreicht man die Kapelle des Ágios Antónios, nach dem die Schlucht heißt. Hier haben orthodoxe Gläubige eine Unzahl von Votivgaben hinterlassen.

Unterhalb des Kirchleins gibt es einen geräumigen Grillplatz (deshalb ist der Spaziergang an einem Sonntag eher ungünstig, da dann gerne einheimische Großfamilien mit Sack und Pack gerade mal bis zu dem Grillplatz spazieren und für Stauungen auf dem schmalen Pfad sorgen).

PicturesOG/agiosantonios5_gwg2.jpgEinige Meter hinter dem Kirchlein kann man rechts zu einem Aussichtspunkt emporsteigen. Vernünftiges Schuhwerk ist auch hier sehr zu empfehlen, da der Pfad an einigen Stellen von rutschigem Geröll übersäht ist.

Der Weg folgt weiter dem Flusslauf hinunter in die Schlucht, bis er an einer Engstelle und einer Holzbrücke endet. „Otto Normalwanderer“ kehrt hier um und genießt nach dem Rückweg ein kühles Getränk in der o. g. Taverne. Man könnte zwar im Flussbett noch ein Stück weiterlaufen, aber das ist nicht nur beschwerlich, sondern je nach Jahreszeit wegen des Wassers auch nicht mehr möglich. Ich habe schon gelesen, dass die Schlucht mit Mühe auch komplett durchquert werden könne, ich habe aber gewisse Zweifel daran.
Na ja, ich bin ja auch ein Flachlandtiroler …

Zu den Schluchten auf Kreta

Ágii Déka

Ágii Déka (ca. 750 Einwohner) liegt an der Straße von Iráklion nach Agía Galíni, dort wo die Straße sich endgültig in die Messsará-Ebene gesenkt hat. Der Ortsname („Die Heiligen Zehn“) erzählt von frühchristlichen Märtyrern, die hier von den heidnisch-römischen Machthabern hingerichtet wurden. Der Legende zufolge wurden nur neun zum Tode geführt, denen sich ein junger Schäfer mit den trotzigen Worten „dann bin auch ich ein Christ“ anschloss (bekanntlich wurde Kreta von der Messará her christianisiert, der Apostel Paulus soll in Kalí Liménes gelandet sein). Die neun hatten sich geweigert, an den Einweihungsfeierlichkeiten für einen Tempel der Göttin Tyche teilzunehmen. In der Dorfkirche von Ágii Déka ist heute noch der Stein zu sehen, auf dem sie bei ihrer Enthauptung gekniet haben sollen. Ihre Gräber, bzw. das, was ihre angeblichen Überreste beherbergt, kann man besichtigen, wenn man westlich außerhalb des Ortes links abbiegt zur Kapelle der Heiligen Zehn (ausgeschildert „Tombs Agii Deka“).
Übrigens gibt es um diese hingerichteten Christen auch die Legende, sie seien gar nicht hier gefangen genommen worden, sondern im Amári-Becken, genauer gesagt im Ort Apostóli, welches seinen Namen nach ihnen trägt. Aber es ist völlig normal, dass viele Geschichten sich durchaus auch mal ein wenig widersprechen.

Heute ist Ágii Déka ein recht nüchternes Straßendorf auf Kreta mit einigen Lokalen und Kafenía an der Durchgangsstraße (an einem davon hält auch der Bus mit Umsteigemöglichkeiten nach Léntas). Ein Teil der Steine, aus denen die Häuser des Dorfes erbaut sind, stammt übrigens aus der benachbarten antiken Stadt Górtys.
Mehrere Tavernen vermieten auch Zimmer, insgesamt sind es derzeit ca. 30 Betten.
Ebenfalls an der Durchgangsstraße Post und OTE.

Öffentliche Verkehrsmittel
Alle Busse von Iráklion nach Agía Galíni, Festós und Mátala halten hier, Umsteigemöglichkeit in den lokalen Bus nach Léntas.

Tipp: Von hier aus einen Ausflug nach Kapetanianá unternehmen. Es lohnt sich!

Agía Paraskeví

Das kleine Dorf Agía Paraskeví liegt an der Straße zwischen Agía Galíni und Réthymnon, allerdings an der besonders kurvenreichen „Alternativstrecke“, die man wie folgt erreicht: Kommt man aus der Messará-Ebene von Timbáki aus den Berg hinauf, nimmt man kurz hinter einer Kaserne die Abzweigung rechts nach Réthymnon. Geradeaus geht es weiter nach Agía Galíni. Etwa zwei KM weiter gabelt sich die Straße, geradeaus führt die „normale“ alte Straße nach Réthymnon. Links zweigt die „Alternativstrecke“ über Agía Paraskeví und Áno Méros ab.

Das erste Dorf auf dieser Strecke ist Agía Paraskeví. Fast in jedem Kafenío des Dorfes hängt das Portrait eines streng blickenden kahlköpfigen Mannes: Vor knapp 30 Jahren sah man sein Bild noch öfter in den Tageszeitungen, es ist der Junta-Obrist Stylianós Patakós, einer der Exponenten der griechischen Faschistenregierung von 1967 bis 1974. Seine Familie stammt aus diesem Dorf, und noch immer gehört ihr der größte Teil des Dorfes und Landbesitzes. Womit nicht behauptet werden soll, die Bevölkerung des Dorfes sei rechts eingestellt. Hier sind es Familienbande, und was Patakós alles mit verantwortet hat, ist den meisten nicht so recht bewusst. Es ist allerdings sinnlos und fehl am Platze, hier aufklärerisch wirken zu wollen.

Abgesehen davon hat das Dorf auch noch mehr zu bieten:
Am unteren Dorfeingang gegenüber eines „venezianischen“ Brunnens die kleine Doppelschiffkirche der Agía Paraskeví und des Ágios Geórgios, die große Kirche der Agía Stylianí weiter oben direkt an der Durchgangsstraße und vor allen Dingen in Dorfmitte zu Fuß zu erreichen die älteste Kirche des Dorfes, gewidmet der Panagía, der Heiligen Muttergottes. Sie weist uralte, teilweise sehr verwitterte Fresken auf.
Die Kirche ist meistens abgeschlossen. Geht man aber direkt oberhalb der Kirche nach rechts vorbei am Kafenío um die Ecke herum, kommt man zum Haus des Dorfpopen und kann nach dem Schlüssel fragen.

Außer dem bereits erwähnten Kafenío bietet die „Taverna Maria“ (eigentlich auch ein besseres Kafenío) weiter unten an der Durchgangsstraße zumindest Omeletts und Salat an.