Amnissós und Plas Tobroúk

Amnissós und Plas Tobroúk

In minoischer Zeit war Amnissós der Haupthafen von Knossós, davon ist allerdings heute nichts mehr zu sehen, wenn man von den ausgegrabenen Grundmauern einer minoischen Villa am Westende des Strandes absieht. Heute ist es der nächste östlich gelegene Badeort von Iráklion (ca. 8 Kilometer), der außer dem beliebtesten Badestrand der Iraklióten nicht sonderlich viel bietet.

PicturesOG/amnissos.jpgNur unweit östlich davon liegt der Strand von „Plas Tobroúk“ (das „s“ von Plas spricht sich stimmhaft wie in „Rose“ aus und bedeutet „Strand“). Die Bewirtschafterin des hiesigen Kiosk erzählt einem gern die Geschichte des ausgefallenen Namens dieser kleinen Ansammlung von Häusern, ein Dorf kann man es kaum nennen: Hier soll ein sehr spleeniger Engländer seine Villa am Strand gebaut haben, inmitten eines ihm gehörenden Geländes. Er war alter Afrikakämpfer und benannte deshalb die Gegend nach der im Zweiten Weltkrieg stark umkämpften Stadt Tobruk an der ostlibyschen Küste. Als dann andere Häuser dazukamen, hatte sich der Name bereits eingebürgert … und so gibt es ihn heute noch.Read More

Agía Triáda (Ausgrabungen)

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Die Ausgrabungen von Agía Triáda liegen in der Messará-Ebene im Süden Zentralkretas unweit des Palastes von Festós. Direkt hinter dem dortigen großen Parkplatz (Richtung Mátala) gabelt sich die Straße: Rechts geht es zur Ausgrabung nach Agía Triáda, links bergab Richtung Mátala.

Die kurvenreiche Straße bis Agía Triáda (ca. 2,5 km) ist asphaltiert, aber schmal. Oberhalb der Ausgrabungen endet sie auf einem Parkplatz. Aus unverständlichen Gründen steht auf dem Parkplatz ein Schild, das das Fotografieren verbietet, unten in den Ausgrabungen ist es erlaubt. Unverständlich sind die Gründe allerdings nur für den, der nicht weiß, dass sich einige Kilometer von hier am Strand hinter Timbáki ein „militärisches Flugfeld“ befindet, das natürlich strengster Geheimhaltung unterliegt. Es ist von hier aus nicht zu sehen, aber vielleicht zu fotografieren?

PicturesOG/agtriad1.jpgDer Palast von Agía Triáda ist kleiner als die von Knossós, Festós und Mália, liegt aber wunderschön und ist auch nicht so überlaufen wie die anderen Ausgrabungsstätten.
Die Ausgrabungen sind von von 8 – 20 Uhr geöffnet, Eintritt ca. 1,50 Euro, Schüler und Studenten mit Ausweis frei.

Ursprünglich wurde von Archäologen vermutet, Agía Triáda sei ein zu Festós gehörendes „Sommerhaus“ gewesen. Seit einiger Zeit widersprechen dem Fachleute mit der Begründung, beide Paläste lägen zu nah beieinander (ebenso wie z. B. der große und der kleine Palast von Knossós, für die früher die gleiche Deutung galt). Nunmehr wird eher vermutet, die großen Paläste seien Kultstätten, die kleinen die eigentlichen Wohnungen gewesen.

PicturesOG/agtripla.jpgMan betritt die Ausgrabung von Osten her, rechts liegt der Ostflügel des Palastes. Direkt rechts vorne die Ausgrabung eines alten minoischen Heiligtums (1), das älter datiert wird als der Rest der Ausgrabungen. Rechts dahinter ein Trakt mit Magazinen und Wohnungen von Bediensteten (2). Man geht nun auf den Nordflügel und eine Treppe (3) zu, die hinabführt.
Unten angekommen, wendet man sich halbrechts und erreicht ein lose mit dem Palast in Verbindung stehendes nördliches Haus (4), dahinter die Überreste einer alten Stadtanlage (5). Wer durch diese hindurchgeht und die Ausgrabungen am hinteren Ende verlässt, kommt zu einem minoischen Friedhof mit zwei Rundgräbern und einem Kammergrab (nicht eingezeichnet).

PicturesOG/agtriad2.jpgWendet man sich vom nördlichen Haus nun nach links und geht diese tieferliegende Terrasse (6) entlang, trifft man wieder auf eine Treppe, die diesmal hinaufführt (7). Im Westflügel lagen die eigentlichen Wohngemächer. Der Hauptraum (8) öffnete sich in mehreren Türen auf eine kleine Terrasse oder einen Hof (9), auf der schon die Minoer dieselbe Aussicht genossen wie der heutige Besucher. Ringsum noch mehrere kleinere Wohnräume, von denen einer für ein Archiv gehalten wird, da hier mehrere Täfelchen in Linear-A-Schrift gefunden wurden.
Weiter im Süden dann wieder Magazinräume (10). Die kleine Kirche auf dem Hof ist natürlich nicht minoisch, sondern stammt aus dem 14. Jahrhundert n. Chr. Im Inneren sind noch Fresken zu sehen.
PicturesOG/agtriad3.jpgWendet man sich nun abschließend noch einmal zum Nordflügel (11), der ja vorhin links liegen gelassen wurde, ist hier ein selbst für den Laien erkennbares Gemisch aus minoischen und mykenischen Überresten zu sehen. Die jüngeren mykenischen Mauern (so z.B. direkt links neben der Treppe (3) sind um einiges dicker und wuchtiger als die älteren minoischen. Hier lagen ebenfalls Magazine (in einem stehen noch große Ton-Píthoi) und ein Heiligtum, in dem Weihegaben gefunden wurden, die heute im Museum in Iráklion aufgestellt sind.

Öffentliche Verkehrsverbindungen
Bisher offiziell keine.

Thólos

PicturesOG/tholos2_gwg2.jpgThólos – An der Nordküstenstraße von Kreta, zwischen Ágios Nikólaos und Sitía erreicht man einige KM hinter Pachiá Ámmos das Dörfchen Kavoúsi. Hier zweigt die Straße hinunter zum „Thólos Beach“ ab (4 Kilometer).

Der Strand der schönen Bucht ist bei Thólos recht grobkieselig, es gibt eine einfache kleine Taverne, praktisch sonst bisher aber keine großartige „touristische Infrastruktur“. Etwa einen knappen Kilometer landeinwärts liegt an der Zufahrtsstraße das „Tholos Beach Café Restaurant“, wo man auch Zimmer mieten kann.

PicturesOG/tholos1_gwg2.jpgIn Strandnähe von Thólosliegen einige spärliche Ausgrabungen römischer Gebäude, auf dem vorgelagerten Inselchen Psíra Reste einer frühminoischen Ansiedlung. Vielleicht fährt ein Fischer herüber, aber natürlich nicht ganz umsonst. Der Besuch von Psíra ist eigentlich auch nur für den ein „Muss“, der später mal von sich behaupten will, jeden (!) minoischen Stein auf Kreta gesehen zu haben.

Öffentliche Verkehrsmittel
Alle Busse zwischen Ágios Nikólaos und Sitía halten in Kavoúsi.