Chaniá

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Die zweitgrößte Stadt der Insel ist für meinen Geschmack die allerschönste. Chaniá ist die Metropole des Westens, und als solche präsentiert sich der Ort auch: Er erstickt wie Iráklion in Autoverkehr und Hektik. Und so etwas soll schön oder gar liebenswert sein?

Es ist, denn nur wenige Schritte weiter findet man grüne und ruhige Flecken (die es in Iráklion beispielsweise so kaum oder gar nicht gibt). Für kretische Verhältnisse ist Chaniá sogar üppig grün.

Die von Osten kommende „New Road“ ist inzwischen (endlich) weiter ausgebaut, endet also nicht mehr bei Mourniés (wer nicht nach Chaniá hinein will, kann sie weiter fahren).

Die nächste Ausfahrt von der „New Road“ befindet sich an der Straße in die Omalós-Hochebene hinauf, die neue Straße endet bei Galatás und führt dann auf die alte Küstenstraße Richtung Kastélli Kissámou hinunter.
Insgesamt führt die „New Road“ inzwischen bis Tavronítis kurz vor Kastélli (hier zweigt die Straße nach Paleóchora ab).
Übrigens ist auch der gesamte Bereich westlich Chaniás incl. der „alten“ Ausfallstraße Richtung Kastelli inzwischen richtig „modern“ ausgebaut. Alle Ausfallstrecken aus Chaniá sind aber sehr mäßig beschildert!

Wer nach Chaniá hinein will (und das ist vermutlich die Mehrheit), biege am günstigsten bei Mourniés ab.

PicturesOG/chaniagitter.jpgGeschichte
An der Stelle des heutigen Chaniá lag (nach Archäologenmeinung bereits im Neolithikum, zumindest in den ersten Anfängen) einmal das antike Kydonia.

In der Folge blieb Chaniá (ich bleibe einmal bei diesem Namen, obwohl es seinerzeit noch nicht so hieß) relativ autonom, bis die Araber Kreta eroberten.
Im 9. Jahrhundert nahmen sie auch Chaniá ein. Sie ließen die Stadt aber ebenso vergammeln wie den Rest der Insel, erst die späteren Herren Kretas, die Venezianer, putzten Chaniá wieder heraus. Noch heute sind an allen Ecken und Enden die zwar nicht besonders gepflegten, aber dennoch prächtigen Relikte der venezianischen Zeit erkennbar. Unter den Venezianern war das heutige Viertel Kastélli (östlich des Hafens) das Stadtzentrum.

PicturesOG/chaniamoschee.jpgDem türkischen Ansturm 1645 konnte auch Chaniá nicht standhalten. Viel an bleibenden Werten hinterließen die Türken auf Kreta nicht, in Chaniá aber immerhin die Janitscharen-Moschee am Hafen und ein Minarett unweit der Markthalle (etwas nördlich davon).

1898 mussten die Türken dann die Insel räumen, der Hochkommissar der Großmächte, Prinz Georg, machte Chaniá zur Inselhauptstadt. Dies blieb sie bis 1971, dann trat Iráklion an ihre Stelle.

Auch der Aufstand der freiheitssüchtigen Kreter gegen Prinz Georg ging von Chaniá aus, genauer gesagt, vom kleinen Dorf Thérissos ein Stück weiter südlich. Unter Führung des kretischen Nationalhelden Elevthérios Venizélos forderten die Kreter den Anschluss an das griechische Mutterland. Der spätere griechische Ministerpräsident Venizélos und sein Sohn Sofoklís sind oberhalb von Chaniá auf Akrotíri begraben, ein Besuch der Gräber erweist nicht nur die Reverenz einem kretischen Nationalhelden gegenüber, sondern bietet auch einen einmaligen Blick auf Chaniá und die westliche Nordküste.

Während des Zweiten Weltkriegs war der Bezirk Chaniá das am meisten betroffene Gebiet. Beim Flughafen Máleme westlich der Stadt gelang es den deutschen Invasionstruppen zuerst, Fuß zu fassen. Mit der Eroberung des Flughafens war auch der Nachschub gesichert und der Fall der Insel trotz weiteren heftigen Widerstandes der Kreter nur eine Frage der Zeit. In vielen Kafenía und Geschäften dieser Gegend und auch in Chaniá selbst kann man (immer noch) die heroische Darstellung kretischer Bauern sehen, die gerade mit einem Stein oder Knüppel einen deutschen Fallschirmjäger erschlagen. Fremden- oder gar Deutschenfeindlichkeit braucht man aber nicht zu befürchten. Wie vieles andere auch ist dies für die Kreter heute nicht viel mehr als ein Kapitel ihrer langen und blutigen Geschichte.PicturesOG/chanipla.jpg

Sehenswürdigkeiten
Beginnen wir unseren Rundgang an der Platía Elevtheríou Venizélou am Hafen neben der türkischen Moschee. Links die Hafenpromenade (Aktí Koundouriótou) mit den zahllosen Lokalen und den schmalen venezianischen Häusern dahinter. Man folge aber vom Platz aus zuerst einmal der hinter der Hafenpromenade verlaufenden Parallelstraße (Odós Zambelíou), die an der Südwestecke des Platzes beginnt. In der Zambelíou liegt nämlich die alte venezianische Loggia (auf der linken Seite), von deren einst viergeschossigem Bau leider nur noch die Außenmauern stehen. Zwischen ihren Fenstern ist ein Wappen angebracht, das den schönen Spruch „Nulli parvus est census qui magnus est animus“ (Keiner, der einen großen Geist besitzt, wird gering geschätzt).

Überhaupt ist das ganze Viertel hinter der Hafenpromenade eine einzige Sehenswürdigkeit. Die schmalen Gassen der venezianischen Altstadt laden geradezu dazu ein, sich darin zu verlaufen. Und tagsüber fallen einem die auch hier überall vorhandenen Lokale kaum auf. Wer diesen Teil der Altstadt schon kennt, kann allerdings die nächste Möglichkeit hinter der venezianischen Loggia nutzen, wieder rechts hinunter zur Hafenpromenade abzubiegen und ihr dann links nach Westen zu folgen, vorbei am Nautischen Museum (erkennbar am großen Anker vor der Tür, unten näher beschrieben) um die Landzunge herum, bis man auf der anderen Seite links abbiegend die Odós Pireós erreicht, der man dann wieder landeinwärts folgt. Sie führt an der alten venezianischen Befestigungsmauer entlang, die nirgendwo sonst so gut und zusammenhängend erhalten ist. Auf der anderen Straßenseite liegen allerdings nur reizlose Mietshäuser. Bei der nächsten Möglichkeit biegt man wieder links ab und erreicht die Odós Chalídon, die den wieder links hinunter zurück zur Platía El. Venizélou führt, der schon genug hat.

Wer mehr sehen will, geht hier nach rechts und biegt gleich die nächste Straße wieder links hinein, dies ist die berühmte „Ledergasse“ PicturesOG/markthalle.jpgChaniás, die Odós Skrídlof.

Wer hier zum Einkaufen gehen will, nicht nur zum Schauen, findet unten mehr Informationen. Folgt man der Skrídlof weiter nach Osten, erreicht man die zentrale Markthalle der Stadt, die kreuzförmig nach Marseiller Vorbild (so ist es überliefert, ich kenne leider die Markthalle von Marseille nicht) gebaut wurde.

Sie gehört sicherlich zu den echten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist ebenfalls unter dem Stichwort „Einkaufen“ näher beschrieben.
Folgt man der Straße weiter (inzwischen heißt sie schon seit einer Weile Odós Tsoudéron), erreicht man weitere Überreste venezianischer Stadtmauern, davor links aber auch die Kirche „Ágii Anargíri“. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und war in der venezianischen Zeit die einzige orthodoxe Kirche der Stadt, später unter den Türken gar die einzige christliche. Sie ist dreischiffig, deshalb ist die in jeder Kirche anzutreffende Ikonenwand hier dreifach vorhanden.

PicturesOG/Chaniamarkt_wn.jpgWer der venezianischen Befestigungsmauer nach links ein Stück folgt, erreicht die Odós Vourdoúmba, in die er wieder links einbiegt, um auch die Kirche des „Ágios Nikólaos“ zu erreichen, die an der Platía 1821 liegt. Hier steht das Minarett, welches davon zeugt, dass die Kirche unter der türkischen Herrschaft zur Moschee umfunktioniert wurde. Nicht weit davon am gleichen Platz die kleine San-Rocco-Kirche, deren Inneres interessanter ist als das des großen Bruders in der Nähe.

Von hier aus folgt man der Straße zurück Richtung Westen (Odós Vourdoúmba) oder nach Norden zum alten venezianischen Hafen herunter, dem man dann gemütlich nach links entlang wieder bis zur Platía El. Venizélou folgen kann.
Anspruch auf Vollständigkeit darf dieser Spaziergang nicht erheben, sind doch bisher die (kleinen) minoischen Ausgrabungen nicht erwähnt, die in der Odós Kaneváro (an zwei Stellen links der Straße eingezäunt) liegen. Die Straße beginnt ebenfalls an der Platía El. Venizélou, führt aber nach Osten.

Ebenfalls noch nicht erwähnt ist der kleine Stadtpark zwischen der Odós Tsanakáki und der Odós Dimokratías, eine der kleinen grünen Lungen der Stadt und auch während der Mittagshitze ein Ort der Kühle und Erholung. Er beherbergt neben einem kleinen Tierpark auch ein Kino und ein altes Kafenío, hier kommen die Einheimischen in der Mittagspause oft her, denn es ist sicher angenehmer hier als in ihren heißen Wohnungen. Das „alte“ Kafenío ist übrigens in den letzten Jahren positiv renoviert worden, laut Zeugenaussagen sind „die Toiletten die schönsten in der ganzen Stadt“!

PicturesOG/chania16_gwg.jpgGegenüber der Markthalle (allerdings jetzt auf der anderen Seite) geht es rechts neben der Nationalbank die Odós Tsanakáki hinein (dann nur noch wenige 100 Meter).
Ebenfalls noch nicht erwähnt ist vieles andere, was sich in Chaniá auf vielen kleinen Spaziergängen noch entdecken lässt.

Archäologisches Museum
Das relativ kleine Archäologische Museum von Chaniá befindet sich in der San-Francesco-Kirche in der Odós Chalídon, nicht weit vom Hafen auf der rechten Seite. Es ist montags von 12.30-19 Uhr, dienstags bis freitags von 8-19 Uhr und am Wochenende sowie freitags von 8.30-15 Uhr geöffnet.

Es gibt keinen speziellen Führer für das Museum, die Vitrinen sind allerdings beschriftet, so daß ich hier auf einzelne Beschreibungen verzichten kann.
Die Funde, die das Museum ausstellt, sind vorwiegend regionaler Natur (die unter anderem belegen, dass es die minoische Stadt Kydonia an dieser Stelle wirklich gegeben hat). Besonders interessant sind ziemlich weit hinten die römischen Mosaiken auf dem Fußboden.

Historisches Museum
Das Historische Museum liegt in der Odós Sfakianáki 20, geöffnet werktags von 8 bis 13 Uhr. Seine Ausstellungsstücke zeugen von der „jüngeren“ Geschichte der Region (der späteren byzantinischen, venezianischen und türkischen Zeit). Den Interessierten erwarten hier historische Bilder, Ikonen, Waffen und Rüstungen sowie eine der bedeutendsten Dokumentensammlungen  ganz Kretas.
Die kurzen Öffnungszeiten signalisieren es schon, das Interesse an der jüngeren kretischen Geschichte ist wie andernorts geringer als das an der Archäologie.

PicturesOG/chanianautisch.jpgNautisches Museum
Das Nautische Museum ist ein Unikum auf Kreta, Vergleichbares gibt es in keiner anderen Stadt. Es liegt kurz vor dem Ende der Hafenpromenade (Ákti Koundouriótou) im Nordwesten des Hafens.
Nicht zu verfehlen wegen des schon erwähnten großen schwarzen Ankers vor der Tür. Montags ist es geschlossen, dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, donnerstags und samstags zusätzlich auch von 19 bis 21 Uhr geöffnet.
Das Museum bietet ein echtes Kontrastprogramm: Auf der einen Seite sind hier vorwiegend militärisch-kriegerische Reliquien aus der Geschichte der griechischen Seefahrt gesammelt, Fotos von Schiffen, Schiffsteile und -zubehör, navigatorische Instrumente, Modelldarstellungen wichtiger Seeschlachten etc., auf der anderen Seite ist eine umfangreiche Sammlung von Meeresmuscheln ausgestellt, die ja nun glücklicherweise nichts Militärisches an sich haben.

 

Praktische Informationen zu Chaniá

Adressen
EOT (Touristeninformation): Das Büro ist umgezogen und befindet sich jetzt in einer Nebenstraße der Platia 1866 (dieser fast parkähnliche Platz bildet sozusagen den oberen Abschluss der Odós Chalídon, die auf den Hafen zuführt): Vom Hafen kommend die erste Straße auf dem Platz links (Odos Kriári), in einem der ersten Häuser links das Touristeninformationsbüro.
In diesem Zusammenhang zwei weitere Hinweise: Es gibt auf selbigem 1866-Platz eine öffentliche Toilette (!). Die Straße hinunter zum Meer (Odós Chalídon) ist von 20 Uhr bis 4 Uhr morgens für den Autoverkehr gesperrt. Da sie eine der Haupt-Flaniermeilem ist, scheint das nicht unvernünftig.

Touristenpolizei: in der Odós Karaiskáki 23, die schräg gegenüber der Markthalle (südlich davon) in die Odós Giannári einmündet.

PicturesOG/chania12_gwg.jpgPost: in der Odós Tsanakáki (südlich der Markthalle rechts von der Nationalbank hinein). Eingeschränkte Öffnungszeiten, allerdings gibt es an der Platía Patriárchou Athinagóra (an der Odós Chalídon vor der Kathedrale) einen Postkiosk, der werktags von 8 bis 20 Uhr und sonntags immerhin von 9 bis 18 Uhr die üblichen Wünsche der Reisenden erfüllt.

OTE (Telefon und Telegramme): fast direkt neben der Post in der Odós Tsanakáki. Außerdem natürlich überall Kartentelefone!

Deutsches Konsulat (auf griechisch: „Proxenío Germanías“): in der Odós Sfakíon 4,
Tel. 28210-57944.

Olympic Airways, A.N.E.K., Minoikés Grammés siehe: Öffentliche Verkehrsmittel.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle der IKA liegt in der Odós Voloudákidon. Diese zweigt etwa gegenüber der Dienststellen von Post und OTE von der Odós Tsanakáki ab.
Eine besondere Empfehlung war Frank folgende Privatklinik wert: Klinik Gavrilakis, Odós M. Bótsari 76, Tel. 28210-70800 oder 28210-70814 oder 28210-87000. Guter technischer und medizinischer Standard. Billig ist allerdings nicht, man sollte besser eine private Auslandsreisekrankenversicherung haben, aber „dann werden Sie geholfen“.
Chrístos verweist zudem ausdrücklich auf das neue Staatliche Krankenhaus in Mourniés wenige Kilometer südlich von Chaniá, das auf dem allerneuesten Standard ist (und natürlich billiger, weil staatlich). Man braucht sich also um die ärztliche Versorgung in Chaniá wenig Sorgen zu machen.

PicturesOG/chania2_gwg.jpgEs gibt darüber hinaus natürlich Ärzte in großer Auswahl und in allen Richtungen spezialisiert:
Allgemeinärzte z. B.:
E. Konstantínos Myridákis, Od. Kydonías 46, Tel. 28210-57277.
Ioánnis Skarákis, Od. Smýrnis 30, Tel. 28210-21877.
Elevthería Xinídou, Od. Strat. Tsanakákis 21, Tel. 28210-25388.

Zahnärzte z. B.:
Stélios Fournianákis, Od. Chiotáki (erste Straße hinter der Post links) 17, Tel. 28210-24714 (spricht deutsch, hat in München studiert).
Káeti Kouráki, Odós Apokorónou 51, Tel. 28210-56969.
Ioánnis Myridákis, Od. Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-55633.

Kinderärzte z. B.:
Michális Anagnostákis, Odós Vouloudákidon/Sfakíon, Tel. 282100-27775.
Spýros Manousélis, Odós Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-21544.
Pári Chiotáki, Odós Tsanakáki 20, Tel. 28210-23477.

Krankenhaus: Odós Dragoúmi, Tel. 28210-27231.

Apotheken gibt es in Chaniá reichlich, z. B. am Beginn der Odós Tsanakáki und in der Markthalle.

Auto- und Motorrollervermietungen
Autovermietungen finden sich in Chaniá fast an jeder Ecke. Preisvergleiche sind auf jeden Fall lohnenswert.
Motorroller und Mofas gibt es z. B. an der Platía El. Venizélou (am Hafen) zu mieten.

Baden
In Chaniá selbst ist es mit dem Baden nicht besonders gut bestellt. Allerdings sind in Richtung Westen die Strände schnell erreicht, die Busse Richtung Kastélli Kissámou und Kolymbári fahren fast andauernd vom Busbahnhof aus (den ersten Strand von „Néa Chóra“ erreicht man auch in etwa 10-15 Minuten zu Fuß – entsprechende Infrastruktur wie Liegen, Sonnenschirme und Tretboote sind vorhanden).

PicturesOG/chania8_gwg.jpgBis Agía Marína führt die Straße allerdings fast überall recht dicht am Strand entlang, das schmälert den Reiz des Bades etwas (schöner ist es da schon in der Nähe des „Camping Chaniá“). Die Strände bieten vorwiegend Sand, nur der eine oder andere Kiesel ist zu verzeichnen. Das Gebiet westlich von Chaniá wird eifrig touristisch erschlossen, sprich bebaut, für ein Bad am Nachmittag ist es aber jederzeit angenehm.

Der Weg nach Osten ist weiter, denn vor Kalýves bietet sich keine nennenswerte Bademöglichkeit.

Eine mögliche Alternative ist der Wasserpark „Limnoúpolis“ bei Varýpetro: Von Chaniá nimmt man zuerst die Strecke zur Omalós-Hochebene/Samariá-Schlucht, biegt dann aber schon bald links ab (Ausschilderung). Es gibt etwa 10 verschiedene Riesenrutschen (was besonders Kinder eine tolle Abwechslung zum Bad im Meer finden), einen Pool, Babybecken, Spielplatz, Mini-Market und sonstige Verpflegungsmöglichkeiten. Besonders preiswert ist es allerdings nicht.

Banken
Banken gibt es in Chaniá in ausreichender Anzahl. Die Nationalbank z. B. gegenüber der Markthalle am Eingang der Odós Tsanakáki, weitere Banken an der Platía 1866 und beim Busbahnhof. Alle Banken sind in der Regel werktags von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet, manchmal auch nachmittags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Euroschecks und Travellerschecks werden entgegengenommen. Geldwechsel ist ja nun im „Euro“pa nicht mehr nötig.
Die größeren Banken verfügen natürlich inzwischen auch über Geldautomaten! Den ganzen Tag über und sonntags steht auch der Kiosk der Post an der Kathedrale (Platía Patriárchou Athinagóra) zur Verfügung.

Einkaufen
Waren des touristischen Bedarfs und Souvenirs werden vor allen Dingen in der Odós Chalídon und in kleineren Straßen und Gassen östlich davon angeboten. Schmuck aus Gold und Silber fand ich am besten ebenfalls ganz unten in der Odós Chalídon und in der von der Platía El. Venizélou am Hafen abzweigenden Odós Karaolí ke Dimitríou.

PicturesOG/chaniaamphora_gwg2.jpgBücher und Postkarten (auch etwas ausgefallenere, darunter ziemlich pornografische) gibt es z. B. in der „Internationalen Buchhandlung“ an der selbigen Platía El. Venizélou. Griechisches findet sich ein gutes Stück weiter oben rechts in der Odós Chalídon Nr. 98 bei P. Pelekanákis.

Und wenn man schon mal da oben ist, hier biegt auch die Odós Skrídlof von der Odós Chalídon ab: die berühmteste Ledergasse der Insel! Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein paar Stiefel maßanfertigen zu lassen, ist hier richtig. Es dauert ungefähr eine Woche und kostet auch durchaus gutes Geld, allerdings nur einen Bruchteil dessen, was es in Deutschland kosten würde. Man kann natürlich auch Stiefel und anderes Lederzeug „von der Stange“ kaufen. Es ist aber sinnvoll, vor einem Kauf erst ein paarmal durch die Gasse zu laufen und Preise sowie Qualität zu vergleichen.

In der Nr. 29 der Laden von Herrn Mallinákis, bei dem man Angeln, Tauch- oder Campingzubehör, Harpunen, Rucksäcke, Isoliermatten etc. kaufen kann. Wer nach einem Rucksack- und Campingurlaub seine Ausrüstung am liebsten hier lassen würde, der kann sie bei Mallinákis zu wahrscheinlich nicht sonderlich gutem Preis wieder verkaufen.

PicturesOG/markthalle2.jpgIn der Odós Pótie (geht man weiter die Skrídlof Richtung Markthalle entlang, eine Nebenstraße links) gibt es ein ganz besonderes Geschäft. Auf der rechten Seite mit der Nr. 51 (das Geschäft heißt „MAT“ verkaufte der „Schachmeister von Chaniá“, der übrigens auch gut deutsch sprach, Schach- und Távlibretter in sonst jedenfalls von mir nicht gefundener Qualität und Auswahl. Wer sich auf Kreta ein Távlispiel kaufen will, sollte das unbedingt hier tun. Es mag woanders sichere billigere Távlibretter geben (mit Folie beklebt, nicht mit Holz-Einlegearbeiten), aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier auf jeden Fall wie nirgendwo sonst. Und der Besitzer riet durchaus von teuren Prestigekäufen ab, wenn er ein ebensogut verarbeitetes Brett anbieten konnte, das (etwas) billiger warist. Ich selbst besitze drei schöne Távlibretter bester Verarbeitung und sie stammen alle aus diesem Laden!
Dass ich hier in der Verrgangenheitsform schreibe, liegt daran, dass der Besitzer des Geschäfts im  August 2002 verstorben ist. Letzten Meldungen zufolge wird das Geschäft weitergeführt, allerdings ist es ohne ihn sicher nicht mehr dasselbe.

Folgt man der Verlängerung der Skrídlof, der Odós Tsoudéron, erreicht man bald die berühmte Markthalle von Chaniá (bereits unter „Sehenswürdigkeiten“ erwähnt). Sie ist kreuzförmig erbaut, jeder der vier Kreuz-Arme beherbergt andere Warengruppen. Einer Fisch und Fleisch, einer Gemüse, Eier und Geflügel, einer Brot, Wurst und Käse, und der letzte von allem ein bisschen, dazu noch Gewürze, Windeln und Spielwaren.

PicturesOG/fotochania.jpgZwischen den Ständen auch ein paar kleine Lokale, in die die Marktleute selbst einkehren, auch der Besucher braucht sich nicht zu genieren. Im Gegenteil, die Lokale mögen zwar auf den einen oder anderen möglicherweise etwas schmuddelig wirken, sie sind aber völlig in Ordnung und es schmeckt!

Übrigens: Neben der Markthalle gibt es immer noch einen oder mehrere Photographen, die mit antiken Kameras hantieren!

Internationale Presse führt das Kiosk an der Ecke Odós Micháli Giannári (Hauptstraße von der Markthalle nach Westen)/Ecke Odós Chalídon, oder auch der etwa 250 Meter näher auf der rechten Seite der Od. Giannári gelegene Laden.
Spirituosen in großer Auswahl bieten zwei Läden ganz unten in der Odós Chalídon kurz vor dem Hafenplatz.

Schallplatten (bzw. natürlich inzwischen nur noch CDs) gibt es in mehr als respektabler Auswahl bei Níkos Stathópoulos an der Platía Agorás (oder auch Platía S. Venizélou, letzteres der offizielle Name, ersterer aber bei den Einheimischen bekannter, da er „Platz am Markt“ bedeutet). Es ist dies der Platz an der Südseite der Markthalle, der Plattenladen liegt nur wenige Meter links der Nationalbank. Mit dieser Auswahl können einige Läden in Athen nicht mithalten. Absolut mein Lieblingsladen in dieser Hinsicht!

Essen und Trinken
Man trifft sich in den zahlreichen Cafés an der Platía El. Venizélou am Hafen zum Frühstück, das wie überall in Griechenland nicht zwingend empfehlenswert ist. Eine „Frühstückskultur“ kennen die Griechen halt immer noch nicht so wirklich. Alle Cafés bieten frischgepresste Säfte, Bier vom Faß (!) und diverse Cocktails (d. h. man sitzt hier nicht etwa nur zum Frühstück). Eigentlich gibt es keine nennenswerten Preis- oder Qualitätsunterschiede. Ich schätze dennoch von diesen Cafés am meisten das „Remetso“ (Remezzo), das letzte kurz vor der Moschee. Hier hat man erstens den schönsten Blick über den Hafen, zweitens fand ich die Kellner hier ein wenig netter als anderswo. Das kann aber auch Geschmackssache, Tagesform oder Zufall sein, denn qualitativ sind ansonsten diese Lokale alle gleich.

Sehr beliebt bei den Einheimischen (auch Studenten) ist das „Café 13“ auf der Ecke Odós Chatzimichaíl Giannári (die Ausfallstraße Richtung Westen) und der Odós Chalídon (die Straße hinunter zum Hafen). Hier sitzt man den ganzen Tag zwar dicht am Straßenverkehr, aber gemütlich bei Eis, Kaffee und Kuchen. Und um die Ecke herum gibt es ja auch eine kleine Parkanlage.

PicturesOG/chania1_gwg.jpgWenn es noch zu früh zum Essen ist, bieten sich zudem die Cafeterien, Café-Bars etc. am Ende der Hafenpromenade kurz vor dem Nautischen Museum an, den Abend mit einem Drink einzuläuten (oder später ausklingen zu lassen).

Hier am Aktí Koundouriótou ballen sich auch die meisten Tavernen und Restaurants der Stadt. Qualitativ wie preislich gibt es meines Erachtens keine entscheidenden Unterschiede, man überlege sich nur, von welchem „Krachtis“ man sich hereinlocken lässt.

Eine Empfehlung, die ich nicht selbst ausprobiert habe und deshalb ohne Gewähr weitergebe (inzwischen wurde der Tipp von Claudia noch einmal ausdrücklich bestätigt!), ist das „Ekstra“ in der Odós Zambelíou 8 (der Parallelstraße zur Hafenpromenade). Hier haben zwei deutsche Frauen eine kleine Oase in einem alten Gewölbe mit Natursteinbögen geschaffen. Eine „Café-Eateria“, in der man Kaffee trinken, deutsch und griechisch (?) frühstücken, essen oder auch nur einfach ein Weißbier trinken kann. Es soll für Frau besonders angenehm sein, da es hier keinerlei Anmache gibt. Außerdem findet man hier nur wenige Meter von der trubeligen Hafenpromenade entfernt seine Ruhe (auch als Mann).
Und das besondere für Kinder: hier gibt es auch Fischstäbchen!

Wendet man sich stattdessen von der Platía El. Venizélou nach rechts zum Aktí Tombázi (vorbei an der Moschee), liegt um die Ecke herum eine Ouzeri‚ mit leckeren Häppchen (Mesédes) zum Oúzo. Außerdem das Restaurant „Fáros“ mit leckeren Fischspezialitäten vom Holzkohlegrill. Weiter empfehlenswert in dieser Gegend das „Babit“ und das „Karnágio“ an der Platía Katecháki 8. Erkennbar an dem hölzernen Dirigentenpult mit der Speisekarte vor der Tür. Die Kellner sind sehr nett und lassen einen sogar möglicherweise die Sandkörner im Tintenfisch vergessen (die hatte ich hier zwar nicht immer, aber doch mehrmals).

PicturesOG/chania5_gwg.jpgGeht man weiter bis zum Ende des alten venezianischen Hafens, der heute als Yachthafen dient, findet man dort das wohl allerbeste Fischlokal der Stadt: „O Apostolis“ (das vorletzte Lokal – Ákti Enóseos 10). Diese Einschätzung teile ich mit vielen Einheimischen und sogar mit meiner Frau.

Bratkartoffeln und Steaks, sprich deftige internationale Küche, bietet das „Oleander“ in der Odós Skoúfon 7, einer Nebenstraße der Odós Zambelíou (und die ist wiederum die Parallelstraße hinter der Hafenpromenade Aktí Kondouriótou). Nicht mehr „in deutscher Hand“, aber das Essen ist nach wie vor O. k.

Das witzigste Café/Lokal im Hafen ist allerdings das „Fortetsa“, das als „moderne“ venezianische Festung vorne auf die Mole gebaut wurde. Damit man nicht von ganz hinter dem Yachthafen über die Mole hinlaufen muss, gibt es sowohl vom Nautischen Museum als auch aus dem Yachthafen einen kostenlosen Transfer mit viereckigen kleinen Fährbooten – sie sind schon wirklich einfallsreich, die Kreter!

Es gibt übrigens ein chinesisches Restaurant rechts hinter der Moschee am Hafen: „Golden Wok“. Aber wer isst als Tourist auf Kreta schon chinesisch?

In der venezianischen Altstadt hinter dem Fischerhafen sind immer mehr Lokale entstanden, die sich in alten (eigentlich abbruchreifen) venezianischen Häusern angesiedelt haben. Manchmal sitzt man dort ohne Dach über dem Kopf, oft spielen ein paar Studenten Bousoúki und Gitarre, praktisch immer isst man ordentlich und überall ist es gemütlich!
Ein paar kleinere und billigere Lokale liegen in der Odós Giannári (der Durchgangsstraße zwischen Markthalle und Odós Chalídon) oder in der Markthalle. In letzterer natürlich nur tagsüber, denn abends ist die Halle geschlossen.

Imbissbuden (Fastfoudádika) gibt es reichlich in der Odós Giannári, am Beginn der Hafenpromenade Aktí Koundouriótou und in der Odós Chalídon. Ein eher klassisches Souvláki-Lokal (gemütlich) liegt ebenfalls in der Odós Chalídon neben der katholischen Kirche.

Nicht allzu weit von hier kommt der Liebhaber süßer Sachen voll auf seine Kosten: In der Odós Tsoudéron kurz vor der Markthalle auf der linken Seite das Sacharoplastío (Konditorei) „Tzedaki“: Die Leckereien liegen unübersehbar im Schaufenster, und es duftet unüberriechbar schon von weitem. Es gibt hier auch Loukoumádes (die griechische Krapfenversion).

PicturesOG/chanianight.jpgNachtleben
Später am Abend bietet Chaniá natürlich auch noch diverse Möglichkeiten der Unterhaltung westlicher Art: Mehrere Diskotheken gibt es am Aktí Tombázi hinter der Moschee.

Das „Ideon Andron“ in der Odós Chalídon ziemlich weit unten in einem Hinterhof erinnert wahrlich an eine Höhle. Hier ist oft auch westliche Gitarren-Live-Musik zu hören.

Etwas anspruchsvoller das „Fagotto“, das mehr eine Bar ist, mit Klaviermusik und Jazz (direkt vor dem Nautischen Museum die Odós Angélou links hoch, ziemlich bald im Souterrain auf der rechten Seite). Erst ab 9 Uhr abends geöffnet, dafür aber bis 2 Uhr nachts.

Unterkunft
Hotels:
B-Kat.: „Lissos“; Od. Dimokratías 68; 41 Zimmer/68 Betten; Tel. 28210-24671 und 28210-24672.
C-Kat.: „Afroditi“ (Pension); Od. Agíon Déka 18; 9 Zi./20 B.; Tel. 28210-57602.
C-Kat.: „Mary Poppins“ (Pension); 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-26357.
C-Kat.: „Plaza“; Akti Tombázi 1; 8 Zi./17 B.; Tel. 28210-22540.
C-Kat.: „Theofilos“ (Pension); Od. Papanastassíou 76; 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-53294 und 28210-56288.
D-Kat.: „Nea Ionia“; Od. Verovíts Passá 3; 12 Zi./22 B.; Tel. 28210-22706.
D-Kat.: „Tina“; Odós Bonáli 3; 15 Zi./26 B.; Tel. 28210-41195.
E-Kat.: „Averof“; Platía 1866 11; 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-40809 und 28210-23090.
E-Kat.: „Lagonikakis“; Platía Mitropóleos; 8 Zi./20 B.; Tel. 28210-52525 und 28210-22161.
E-Kat.: „Phedias“; Od. Apokorónou Santriváni 6; 20 Zi./43 B.; Tel. 28210-52494.
E-Kat.: „Piraeus“; Od. Zambelíou 14; 15 Zi./31 B.; Tel. 28210-54154.
E-Kat: „Viennos“; Od. Skalídi 27; 8 Zi./18 B.; Tel. 28210-22470.

Außerdem auch viele unklassifizierte Pensionen und „Rent Rooms“, die man beim EOT (Touristeninformation) erfragen kann.

Spezielle Empfehlungen:
C-Kat.: „Eva“, Ecke Zambelíou (Parallelstr. hinter Hafenpromenade)/Theofánous; 4 Zi./8 B.
C-Kat.: „Manos“ (Pension); Akti Koundouriótou 17 (zentral, aber direkt über der Hafenpromande, also ggfs. etwas lauter); 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-29493 und 28210-52392.

„Rooms and Studios Ifigenia“ in der Altstadt hinter dem Fischerhafen. Sehr schöne Räume und Studios teilweise mit Blick oder Balkon zum Hafen. Abends ist es deshalb nicht immer ruhig, man ist eben mitten drin. Das Preisniveau bewegt sich in mittleren bis etwas höheren Kategorien, aber man gönnt sich ja sonst nichts: Ifigenia.

Hotels Chaniá – Preisvergleich bei trivago.


Einen nicht luxuriösen, aber sehr netten Campingplatz gibt es ca. 4 Kilometer westlich von Chaniá (ohne eigenes Fahrzeug mit dem Bus Richtung Kastélli erreichbar): „Camping Chaniá“ (Tel. 28210-33125).
Ich habe gehört, lange Wohnwagengespanne könnten leichte Probleme mit der engen Einfahrt haben. Ich war selbst noch nie mit so einem Gespann dort. Das Gelände ist flach und verfügt über natürlichen Schatten durch Olivenbäume. Die sanitären Anlagen sind gepflegt und in Ordnung. Es gibt eine Taverne, einen Mini-Market, Waschmaschinen und einen Swimmingpool (zum Meer sind es aber nur etwa 5 Minuten zu Fuß).


PicturesOG/chanianight2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Chaniá befindet sich auf der Halbinsel Akrotíri (Entfernung 14 Kilometer). Er wurde inzwischen bombastisch zum „International Airport“ ausgebaut. Das hier früher allgegenwärtige Militär ist nur noch diskret vorhanden. Man erreicht den Flughafen über die von der Markthalle ausgeschilderte Straße Richtung Osten oder auch mit dem Stadtbus Linie 1. Die Olympic Airways stellt auch Zubringerbusse zur Verfügung, die beim dortigen Büro abfahren. Nachts gibt es allerdings nur Taxis.
Flüge gibt es von bzw. nach Athen 6x täglich. Genauere Information (so weit es die bei Olympic Airways überhaupt gibt *g), im Büro der Olympic Airways: Odós Stratígou Tsanakáki 66 (gegenüber des Stadtparks – Tel. 28210-22701).

Mit dem Schiff:
Der alte venezianische Hafen von Chaniá ist so klein, daß die dortigen Mauern schon beim Anblick eines ausgewachsenen Fährschiffes kollabieren würden. Deshalb leistet sich Chaniá den Luxus eines eigenen Hafenortes. Was für Athen Piräus ist, ist für Chaniá Soúda. Die Stadtbusse der Linie 2 pendeln ständig von der Markthalle zum Hafen von Soúda. Jeden Abend fahren von hier die Fährschiffe der Gesellschaften „A.N.E.K.“ und „Minoikés Grammés“ nach Piräus ab, jedenfalls mit dem Auto sollte man mindestens eine Stunde früher da sein. Fahrkarten kann man auch in Soúda kaufen, die zentralen Büros der beiden Gesellschaften in Chaniá befinden sich:
A.N.E.K. am Platz gegenüber der Markthalle, neben der Nationalbank.
Minoikés Grammés (Minoan Lines): in der Odós Chalídon 8 (ziemlich weit unten).
Beide Linien haben praktisch identische Preise.

PicturesOG/chania15_gwg.jpgMit dem Bus:
Der zentrale Busbahnhof von Chaniá liegt an der Ecke der Odós Kylaídi/Odós Kydonías.
Von hier aus fahren Busse nach:
– Alikianós/Fournés/Lákki (8x täglich).
– Agía Triáda (Kloster auf Akrotíri) (2x täglich).
– Chandris-Hotel (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kolymbári und/oder Kastélli weiterfahren – fährt vorher durch Stálos, Agía Marína, Plataniás, Geráni, Máleme an der Nordküste entlang nach Westen) vormittags und nachmittags alle 15 Minuten.
– Chóra Sfakíon (Sfakiá)(3x täglich).
– Elafonísi (über Kloster Chryssoskalitisa) (1x täglich – morgens!)
– Falássarna (über Kastélli und alles, was vorher an der Nordküste liegt) (3x täglich).
– Kastélli (über alle Orte, die unter Chandris-Hotel genannt sind und Kolymbári) (14x täglich).
– Kolymbári (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kastélli weiterfahren) (knapp 30x täglich).
– Omalós-Hochebene (Samariá-Schlucht) (4x täglich). Zur Omalós-Hochebene bietet KTEL von Chaniá Pauschaltouren an (Chaniá-Omalós und zurück Chóra Sfakíon-Chaniá), die preislich deutlich günstiger liegen als die der Reiseunternehmen.
– Paleóchora (5x täglich).
– Réthymnon und Iráklion (andauernd, mindestens 25x täglich).
– Über Réthymnon nach Agía Galíni (6x täglich).
– Über Réthymnon nach Plakiás (5x täglich).
– Soúgia (2x täglich, sonntags nicht).
– Stavrós (Akrotíri) (6x täglich).
– Vámos (auf der Halbinsel Drápano) (5x täglich).
Weitere Busverbindungen in kleinere Dörfer erfrage man am Busbahnhof.

Außerdem gibt es Stadtbusse in Chaniá, die man erstens an der dunkler blauen Farbe und zweitens an der Nummer vorne im Sichtfenster erkennt. Sie befahren folgende Strecken:
– Linie 1: von der Markthalle über Chalépa und Akrotíri zum Flughafen.
– Linie 2: von der Markthalle zum Hafen von Soúda.
– Linie 3: von der Markthalle nach Galatás.
– Linie 4: von der Markthalle nach Mourniés und Nerokoúres.


Einen besonderen Busservice gibt es seit Juni 2009: Einen Minibus, der laufend durch Innen- und Altstadt die gleiche Route abfährt und zwar:
Start ist in der Odós Stratígou Tzanakáki vor dem Gebäude der Olympic Airways (zur besseren Orientierung, es ist unweit von Post, OTE und dem kleinen Stadtpark). Nächster Haltepunkt ist die Markthalle, von der es ein Stück die Hauptstraße weiter nach Westen geht. Odós Moussoúron – Od. Chatzimichálí Giannári – Od. Episkópou Chrysánthou – Od. Sifáka (H) – Pýli ton Neoríon (H) – Od. Kalérgon – Pýli tis ámmou (am kleinen östlichen Stadtstrand – H) – durch die Odós Kýprou zur Odós Koraí (H am Nationalstadion). Wieder nach Osten über die Od. E. Venizélou (H) und dann nach Süden durch die Od. Kyriákou Mitsotáki zu den Gerichtsgebäuden (H). Der letzte Haltepunkt,  bevor der Bus wieder seinen Ausgangsort erreicht, liegt in der Od. Ioánnou Sfakianáki. Die Route ist an den Haltepunkten ausgehänbgt.

Der Bus verkehrt zwischen 9:00 und 23. alle 20 Minuten und ist kostenlos! Er wird zwar durch KTEL betrieben, aber von der Stadt finanziert.


Mit dem Taxi:
Innerorts und abends wieder nach draußen bietet das Taxi die beste Verbindung. Die Preise sind an mitteleuropäischen Maßstäben gemessen angenehm.

PicturesOG/chania3_gwg.jpgSonstiges
Diverse Reisebüros bieten Tagesausflüge z.B. in die Samariá-Schlucht an, das Angebot des KTEL (s.o.) ist aber in jedem Fall das preiswerteste. Dieses Angebot des KTEL gilt für alle Orte zwischen Réthymnon und Kastélli: Fahrt vom jeweiligen Ort zur Omalós-Hochebene und Rückfahrt von Chóra Sfakíon zum jeweiligen Ausgangsort der Preis für das Fährschiff(chen) von Agía Rouméli nach Chóra Sfakíon ist nicht inbegriffen).
Es gibt in Chaniá auch eine katholische Kirche, und zwar in der Odós Chalídon ziemlich weit unten. Jeden Sonntag um 10 Uhr wird die Messe gelesen.
Die ELPA (der griechische ADAC) befindet sich in der Odós Nikólaou Skoulá, einer rechten Seitenstraße der Ausfallstraße Richtung Soúda (ausgeschildert).

 

Route 20 – Von Chaniá zur Omalós-Hochebene und Samariá-Schlucht

Der Zufahrtsweg zur Omalós-Hochebene und damit zur Samariá-Schlucht sei hier nur in aller Kürze beschrieben, denn in diesem Fall ist das individuelle Verkehrsmittel ungünstiger als der Linien- oder Charterbus. Das „Problem“ ist nämlich, daß das Fahrzeug dann oben am Ende der Schlucht steht, während sich der Wanderer unten befindet …

Es ist also empfehlenswerter, hier einmal ein Pauschalangebot wahrzunehmen, denn das macht das Ganze doch wesentlich bequemer. Dabei ist allerdings nur ein bestimmtes Pauschalangebot gemeint, das des staatlichen Busunternehmens KTEL nämlich, welches von allen Nordküstenorten zwischen Réthymnon und Kastélli ein recht preiswertes Package umfasst: Hinfahrt nach Omalós zum Anfang der Schlucht und Rückfahrt von Chóra Sfakíon bis zum Ausgangsort. Das Bootsticket von Agía Rouméli, dem Zielort der Wanderung, nach Chóra Sfakíon ist im Preis nicht inbegriffen.

Also hier nun die kurze Beschreibung: Man verlässt Chaniá über die alte Ausfallstraße Richtung Westen und biegt hinter der kleinen Brücke links auf die ausgeschilderte Straße zur „Omalós-Hochebene“ ab. Man folgt einfach immer der Hauptstraße über Fournés und Lákki hinauf in die Berge und in die Omalós-Hochebene.

Am Ende der Straße liegt der Einstieg in die Samariá-Schlucht. Und alles weitere über die verschiedenen Möglichkeiten der Durchwanderung oder auch des Weiterkommens findet man dort.

Route 19 – Von Chaniá nach Soúgia

Von Chaniá aus fährt man auf der alten Ausfallstraße nach Westen. Hinter der kleinen Brücke biegt links die Straße zur Omalós-Hochebene ab. Sie führt durch weitläufige Orangenhaine, hier befindet sich eines der Zentren des Zitrusfrüchteanbaus.

3 Kilometer hinter dem kleinen Dorf Agiá biegt man rechts ab Richtung Alikianós, welches man einen Kilometer später erreicht.
Eine kurze Besichtigung lohnt die Kuppel der dortigen Kirche des Ágios Geórgios aus dem 15. Jahrhundert allemal.

Von Alikianós fährt man nun ich Richtung Skinés und befindet sich damit schon auf der richtigen Straße nach Soúgia. In Chliaró (1 Kilometer hinter Skinés) sollte man noch einmal aufpassen, nicht falsch abzubiegen. Wer als nächsten Ort nicht Langós erreicht, ist auf der falschen Straße gelandet.

Die nächste wichtige Abzweigung liegt zwischen Agríles und Rodováni, hier geht es links nach Soúgia weiter. Ein paar Kilometer weiter erreicht man das kleine Dorf Moní, das wiederum wegen der dortigen Kirche des Ágios Nikólaos einen Zwischenhalt wert ist. Am Ortseingang zweigt der Weg zum 100 Meter entfernten Kirchlein ab, den Schlüssel bekommt man im ersten Haus. Die kleine Kirche ist wegen ihrer Fresken aus dem 14. Jahrhundert sehenswert. Ihr Schöpfer war der berühmte Maler Ioánnis Pagoménos.

Auf den letzten Kilometern hinunter nach Soúgia führt auch diese Straße durch ein hübsches Flusstal. Soúgia ist ein beliebtes Ziel für Individualtouristen, die sich hier allerdings noch nicht allzu sehr auf die Füße treten. Neben reinem Badeurlaub ist die Wanderung nach Lissós oder auch weiter nach Paleóchora zu empfehlen.

Route 16 – Von Chaniá an der Nordküste entlang nach Westen bis Kastélli Kissámou

Man verlässt Chaniá auf der (alten) Haupstraße nach Westen Richtung Kastélli. Am Ortsausgang von Chaniá zweigt hinter einer Brücke links die Straße zur Omalós-Hochebene und zur Samariá-Schlucht sowie nach Soúgia ab.

Ca. 1 Kilometer hinter dem (alten) Ortsausgang erkennt man links oberhalb der Straße eine Säule mit einem stürzenden Adler darauf. Es ist ein Denkmal, welches die deutschen Besatzer gleich nach der Eroberung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu Ehren ihrer Gefallenen errichteten. Es ist nicht wirklich sehenswert, ich erwähne es nur, weil es von der Toleranz der Kreter zeugt. Anderswo wäre es vermutlich längst abgerissen.

Ein kleines Stück weiter geht es rechts ab zum Camping Chaniá, einem kleinen, aber vorwiegend schattigen Platz, sehr gemütlich, allerdings ein wenig kompliziert zu erreichen. Lange Wohnwagengespanne könnten Probleme bekommen.

Man durchfährt nun das neue „Gewerbegebiet“ von Chaniá, die Straße nimmt die Breite eines Boulevards an, links und rechts moderne Bauten, man ist froh, wenn man raus ist.Read More

Route 15 – Von Chaniá ins Landesinnere: Maláxa und Mourniés sowie Thérissos, Zourva und Mesklá

Einige Dörfer im Hinterland von Chaniá sind aus sehr unterschiedlichen Gründen einen Abstecher wert. Man folge aus Chaniá heraus der ausgeschilderten (alten!) Ausfallstraße Richtung Soúda und Réthymnon, kurz vor dem Ortsausgang von Chaniá ist rechts die Straße nach Maláxa ausgeschildert. Im Dorf Nerokoúros hält man sich links.

Von Maláxa aus fährt entweder zurück nach Nerokoúros und dort dann geradeaus weiter nach Mourniés, wo es einen mehr aus rein kulinarischen Gründen hinziehen sollte.
Man kann aber von Maláxa auch durch die Abhänge der „Lefká Óri“ über die Dörfer Kontópoula, Gerolákkos, Loúlos etc. nach Mourniés fahren. Sicherlich beschwerlicher zu fahren, aber eine ungleich schönere Strecke.Read More

Route 13 – Von Réthymnon nach Chaniá (über die „New Road“ oder die alte Straße)

Verlässt man Réthymnon in Richtung Westen, hat man wieder einmal die Wahl zwischen „New Road“ und alter Straße. Letztere führt durchs Landesinnere, die „New Road“ bis Georgioúpolis immer am Meer entlang. Wer Zeit hat und etwas mehr von Kreta sehen will, dem empfehle ich auch hier die alte Straße. Es liegen an ihr zwar keine besonderen Sehenswürdigkeiten, aber man fährt eben statt auf einer Schnellstraße durch viele malerische Dörfer. Und man genießt bei dieser Gelegenheit die Tatsache, daß es die „New Road“ gibt, denn die LKWs fahren alle dort (und das ist ein Segen – wenn ich noch an die Zeit denke, als es dieses neue Straßenstück gab, es war trotz viel weniger Verkehrsaufkommen schon manchmal ein Horror, über viele Kilometer hinter einem stinkenden LKW herzuschleichen).

Kommt man aus Réthymnon heraus, steigt hinter dem Ortsausgang die Straße relativ steil an, oben angekommen, zweigt die alte Straße nach links ab. Ich beschreibe diese Strecke nicht näher, weil es da auch nichts Entscheidendes zu erklären gibt.
Die „New Road“ wird fast auf ihrer gesamten Strecke von Zäunen gesäumt. Der Zugang zum Strand ist nur an den „Exits to Beach“ gestattet, an denen sich jeweils Parkplätze befinden. Man soll und darf eben nicht wild auf der „New Road“ parken, da wie anderenorts schon beschrieben, die Standspuren durchaus zum Fahren gedacht sind.

Dort wo die Küstenlinie Kretas nach Norden abknickt, liegt das Dorf Georgioúpolis, ein sehr lebendiger Ort, der inzwischen voll touristisch erschlossen ist. Nicht nur ich empfehle Georgioúpolis gerne als „Einstieg“ für einen ersten Aufenthalt auf Kreta. Übrigens treffen sich hier vorübergehend „New Road“ und alte Straße und trennen sich gleich wieder.

Von hier aus sei jedenfalls ein Abstecher zum Kournás-See empfohlen, er ist immerhin Kretas einziger „echter“ Binnensee (alle anderen sind künstlich angelegt).

Ich wiederhole noch einmal meine Empfehlung, ab Georgioúpolis das waldreichste Gebiet Kretas auf der alten Straße zu genießen. Wer es sich anders überlegt, kann etwa 5 KM von Georgioúpolis entfernt auch wieder auf die „New Road“ einbiegen. Die alte Straße führt vom Dorfplatz durch die einmalige Eukalyptus-Allee nach Westen. Man unterfährt also am besten 5 Kilometer weiter die „New Road“ und erreicht nach weiteren 3 Kilometern Vrýsses, den Ort, wo Joghurt und Honig fließen. Dieses Dorf gilt als beste Einkaufsquelle für das Genannte, leider sind auch die Preise inzwischen oft so, als ob die Einheimischen gemerkt hätten, dass sie immer wieder empfohlen werden. Scherz beiseite: Es ist sehr lecker!

Vrýsses ist übrigens auch der offizielle Umsteigeort für die Busse nach Chóra Sfakíon.

Schon kurz hinter Vrýsses könnte und darf man wieder auf die „New Road“ einbiegen, sollte man aber nicht! Fahren Sie lieber auf der alten Straße bis Kalýves, denn die neue führt nur zwischen Böschungen hindurch, während die alte Straße durch einen der grünsten Teile der Insel führt, wie bereits angesprochen.

Ein hübscher Platz zum Rasten liegt etwa 4 KM hinter Vrýsses rechts unterhalb der Straße: Eine kleine Kirche, ein Picknickplatz, Süßwasserquellen, gerade Einheimische nutzen diesen Platz gerne zur Rast, leider wird öfter mal auch wilder Müll zurückgelassen.

Ein Stück weiter trifft man mit etwas Glück auf Köhler, die hier ihrer eintönigen und anstrengenden Arbeit nachgehen. Sie freuen sich immer über Besuch und ein Schwätzchen (sei es auch nur mit Händen und Füßen). Sie stammen aus den umliegenden Dörfern, sehen in den Sommermonaten meist aber wenig von ihrer Familie, denn die verbringen sie hier draußen. Die Meiler müssen ständig beobachtet und gepflegt werden. Früher schliefen sie im Freien auf der Erde, heute verfügen sie zum Teil schon über richtige Wohncontainer mit dem nötigsten Komfort.

Die Straße schlängelt sich weiter durch die Hügel (links hat man immer einen herrlichen Blick auf die „Levká òri“, die „Weißen Berge“, deren Hänge im gleißenden Sonnenlich tatsächlich weiß aussehen. Im Dorf „Ágii Pántes“ kann man rechts zum Kap Drápano abbiegen, zu urwüchsigen Dörfern, da der Tourismus hierher noch selten kommt. Eine Tour zum Kap Drápano ist unter Kalýves/Ausflug beschrieben.

Im Dorf Arméni steht an der Durchgangsstraße unter Platanen das Lokal mit dem originellen Namen „Platanos“, dessen Besitzer sich immer noch nicht endgültig entschieden haben, ob sie nun griechische oder Sonstwie-Küche anbieten wollen. So gibt es hier einiges, was man anderswo nicht bekommt, aber das braucht man vermutlich auch nicht! Meiner Erfahrung nach bestelle man lieber das Übliche, das ist völlig O.k., die Bedienung ist ausgesprochen nett und das Lokal als ganzes auch gemütlich eingerichtet.

Etwa 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni unterquert die alte Straße mal wieder die „New Road“. Wer die Nase voll hat von Kurven, kann hier auffahren. Er verpasst dann allerdings Kalýves, und das wäre schade.

Etwa 4 Kilometer westlich von Kalýves stellt sich die Frage „New Road“ oder alte Straße eh nicht mehr, sie vereinigen sich endgültig. Von Kalýves aus umfährt man vorher das ehemalige türkische Fort Izzedin, welches auch heute noch die Soúda-Bucht „beherrscht“. Während der Zeit der griechischen Militärjunta war das Fort ein Gefängnis für politische Gefangene, heute ist es eine Kaserne. Da die gesamte Strecke von hier bis Soúda miltärisches Sperrgebiet ist, weisen etwa alle 20 Meter Schilder darauf hin, das Fotografieren verboten ist (es gibt aber auch rein gar nichts, was lohnenswert zu fotografieren wäre). Und wer gerne ins Fort Izzedin hinein fotografieren möchte (strengstens verboten!), der fährt einfach 2 Kilometer weiter links nach Aptéra hoch, von hier aus hat man einen hervorragenden Blick hinein …

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man schon wenige KM später die Abzweigung nach Soúda, dem Fährhafen von Chaniá. Man verpasst nicht viel, wenn man nicht hineinfährt.

Wiederum einige Kilometer weiter ist die Zufahrt nach Chaniá ausgeschildert, wenn man hier nicht hineinfährt, verpasst man hingegen einiges! Man könnte inzwischen zwar auch an Chaniá vorbei über die „New Road“ nach Westen weiterfahren, aber die meiner Meinung nach schönste Stadt Kretas muss man definitiv besuchen!

Soúda

Das kleine Städtchen Soúda an der Nordküste am Ende der gleichnamigen Bucht ist der Fährhafen von Chaniá und neben Iráklion Zielort der Fähren aus Piräus. Soúda ist in erster Linie Zweckort. Entsprechend sieht es hier aus. Zu ertragen ist es am großen Platz oberhalb des Hafens, z.B. in der Sacharoplastío (Konditorei) „Móna Lísa“ oben an der Ecke.
Zwei Häuser weiter nach unten auch das Büro der A.N.E.K., wo man die Fahrkarten nach Piräus erstehen kann.

Sonstiges
Von Soúda aus fährt man über die alte Straße Richtung Chaniá. Noch vor dem Ortsausgang von Soúda (die Hauptstraße knickt nach links ab) geht es geradeaus weiter zum Soúda-Bay-Cemetery, dem englischen Soldatenfriedhof mit Opfern der deutschen Invasion auf Kreta. Hier liegen mehr als 1500 gefallene Engländer und Alliierte. Diese Stätte ist wie der deutsche Soldatenfriedhof bei Máleme eine eindringliche Mahnung der Geschichte, und gerade deshalb sollte man auch in Urlaubsstimmung (bitte entsprechend gekleidet) sich die Zeit und die Besinnung nehmen, diese Mahnung auf sich einwirken zu lassen. Wenn man die Grabsprüche und das Alter der gefallenen Soldaten liest – es ist entsetzlich.Read More

Samariá-Schlucht

Sie gehört zu Kretas beliebtesten Postkartenmotiven: die Samariá-Schlucht. Dekorativ winzig sieht man auf vielen dieser Postkarten auch mal einen vereinzelten Wanderer.

Die Besprechung der Pläne für die Samariá-Schlucht bis 2025

PicturesOG/samariaeingang.jpgIn der Saison allerdings wälzt sich durch die Schlucht ein nicht abreißender Strom von Wanderern, Einsamkeit ist hier nicht mehr drin. Und außerhalb der Saison ist das Durchwandern der Schlucht verboten (jedenfalls von November bis April), da es wegen Hochwassers oder Steinschlags zu gefährlich ist. Ebenso verboten ist (inzwischen leider) auch das Übernachten in der Schlucht.

Der Zufahrtsweg zur Omalós-Hochebene und damit zur Samariá-Schlucht sei hier nur in aller Kürze beschrieben, denn in diesem Fall ist das individuelle Verkehrsmittel ungünstiger als der Linien- oder Charterbus. Das „Problem“ ist nämlich, dass das Fahrzeug dann oben am Ende der Schlucht steht, während sich der Wanderer unten befindet …

PicturesOG/samaria1_gwg.jpgFür den, der trotzdem auf eigenen Reifen hinauf will, hier nur der Hinweis: Die Straße biegt am Ortsausgang von Chaniá Richtung Kastélli links ab (ausgeschildert „Omalós“). Es ist aber wie gesagt empfehlenswerter, hier einmal ein Pauschalangebot wahrzunehmen, denn das macht das Ganze doch wesentlich bequemer. Dabei ist allerdings nur ein bestimmtes Pauschalangebot gemeint, das des staatlichen Busunternehmens KTEL nämlich, welches von allen Nordküstenorten zwischen Réthymnon und Kastélli ein recht preiswertes Package umfaßt: Zufahrt nach Omalós zum Anfang der Schlucht und Rückfahrt von Chóra Sfakíon bis zum Ausgangsort. Das Bootsticket von Agía Rouméli, dem Zielort der Wanderung, nach Chóra Sfakíon ist im Preis nicht inbegriffen.

Wer durch die Schlucht wandern will, sollte wie bei allen Wanderungen mit festem und eingelaufenem Schuhwerk versorgt sein. Es empfiehlt sich außerdem, möglichst früh am Morgen mit der Wanderung zu beginnen, so dass man sich nicht zu sehr beeilen muss, um das letzte Boot nach Chóra Sfakíon (18 Uhr, ohne Gewähr!) zu erreichen. Wer es verpasst, muss in Agía Rouméli übernachten. Möglichkeiten dazu sind vorhanden, aber nicht billig! Das KTEL-Sonderangebotsticket gilt übrigens vier Tage. Vor sechs Uhr morgens ist allerdings der Eintritt in die Schlucht verboten.

PicturesOG/samaria7_gwg.jpgWer am Abend vorher individuell angereist ist, findet in der Regel in der Xenia-Hütte (3 Zimmer/7 Betten) direkt am Eingang der Schlucht eine Übernachtungsmöglichkeit, sei es gar im Bett oder im Schlafsack auf der Terrasse. Für den, der hier übernachten will, sei auch im Hochsommer ein warmer Pullover empfohlen.

Man bekommt an der „Xylóskalo“, der hölzernen Treppe, die auf den Talgrund hinunterführt, eine Laufkarte, die man unten wieder abgeben muss. So soll kontrolliert werden, ob jemand unterwegs abhanden gekommen ist oder verbotenerweise in der Schlucht übernachtet. Und seit einiger Zeit sind die Kreter tatsächlich (endlich?) auf den Trichter gekommen, dass man, wenn da schon jemand steht und bezahlt werden muss, das Ganze auch mit einem Eintrittsgeld verbinden könne. Tatsächlich: Die Durchwanderung der Schlucht ist nicht mehr gratis!

In Serpentinen schlängelt sich die „hölzerne Treppe“ ins Tal hinunter, jeder Aussichtspunkt bietet wieder neue und jedesmal schönere Aussichten. Für Trinkwasser ist ausreichend gesorgt, sobald man unten angelangt ist. Von hier aus läuft auf der gesamten Strecke eine Wasserleitung parallel, die diverse Zapfstellen aufweist. Hat man unweit des unteren Endes von „Xylóskalo“ das Kirchlein des Ágios Nikólaos (ja, schon wieder eines!) erreicht, welches zur ersten Rast einlädt, begleitet einen des weiteren Weges auch ein Bach, der das ganze Jahr über Wasser führt (Baden offiziell verboten!).

PicturesOG/samaria.jpgDie steilen Hänge rechts und links sind hier stark bewaldet und schroff, so ganz nach Schlucht sieht es allerdings noch nicht aus. Die Felswände treten aber im Laufe des Weges immer mehr zusammen, hinter dem verlassenen Dorf Samariá (hier habe ich im Schlafsack in einem der verlassenen Häuser früher gerne übernachtet, aber das ist leider nicht mehr erlaubt!), in dem heute nur noch ein Feldhüter (agrofílakas) lebt, wird auch die Vegetation spärlicher. Der Pfad wird immer mehr zu Geröll und kreuzt mehrfach das Bachbett, das man im Hochsommer allerdings trockenen Fußes durchqueren kann.

Und dann hat man sie erreicht, die berühmte Stelle, die so viele Ansichtskarten (und meinen ersten Kreta-Krimi) ziert: die „sideropórtes“, die „eisernen Tore“, die engste Stelle der Schlucht. Bis auf drei Meter treten die hohen Felswände zusammen, und der Wanderer kommt sich hier wirklich sehr klein vor. Diese engste Stelle ist auch einer der Gründe, warum nicht das ganze Jahr über das Durchwandern der Schlucht erlaubt ist, im Winter und Frühjahr füllt der Bach den engen Durchgang völlig aus, und zwar deutlich bis Hüfthöhe, was das Durchwaten gefährlich macht. Als die Durchwanderungsbeschränkungen vor etwa 20 Jahren noch nicht bestanden, rollte mir hier einmal ein zweikopfgroßer Stein beim Waten durch das an diesem Tag brusthohe Wasser auf den Barfuß, was den Rest der Strecke mehr als unangenehm gestaltete. Und nach dieser persönlichen Erfahrung habe ich Verständnis für die Einschränkung.

Der Rest der Wanderung ist fast langweilig. Denn nun geht es nur noch durch die schattenlose Ebene bis zum Meer bei Agía Rouméli. Hier ist das Baden natürlich wieder erlaubt, und man genießt das klare Wasser nach dem Marsch ganz besonders. Der Strand ist kieselig und diese Kiesel können im Sommer brutal heiß sein, also Vorsicht.


PicturesOG/samaria8_gwg.jpgEin ganz besonderes Vergnügen, aber auch eine durchaus höhere Anforderung an die persönliche Kondition stellt das Durchwandern der Schlucht in umgekehrter Richtung (d. h. von unten nach oben) dar. Wer nämlich von oben nach unten läuft, schaut häufiger auf den Boden und seltener nach oben. Kommt man durch die Ebene auf die Schlucht von unten zu (möglichst früh morgens nach Übernachtung in Agía Rouméli), dann ist diese Ebene kühl und angenehm. Die meisten entgegenkommenden Wanderer trifft man etwa beim verlassenen Dorf Samariá, später sieht man dann kaum noch eine Menschenseele. Der anstrengendste Teil steht allerdings noch bevor, denn der größte Höhenunterschied ist jetzt zum Ende des Weges zu bewältigen, die Treppen hinauf. Das erfordert wie gesagt eine gute Kondition.
Von oben kommt man dann leicht mit dem Linienbus wieder weg Richtung Chaniá.

Eine vereinfachte Möglichkeit (sozusagen „Samariá light“): Mit dem Boot von Chóra Sfakíon nach Agía Rouméli fahren, von unten nur bis zur Engstelle der „sideropórtes“ hinauflaufen und dann wieder umkehren.

Zu den Schluchten auf Kreta

Mourniés

Dieses Dorf südlich von Chaniá im Landesinneren wird (wahrscheinlich zu Recht) in keinem Reiseführer erwähnt. Ich tue es trotzdem, aus zwei Gründen:

1. Steht hier das Geburtshaus von Elevthérios Venizélos, dem kretischen Nationalhelden und späteren griechischen Premierministers (direkt an der Haupstraße rechts, wenn man von Chaniá kommt).Read More

Mesklá

Mesklá liegt 15-20 Kilometer südlich von Chaniá im Hinterland. Man erreicht das Dorf über Agiá und Foúrnes.

Mesklá liegt an einem Flüsschen, deswegen ist die Umgebung recht grün. In einigen Tavernen und Kafenía sitzt es sich sehr gemütlich … und los ist hier recht wenig, eine Möglichkeit, einmal dem Trubel zu entfliehen.Read More