Route 8 – Aus dem Süden der Insel über die alte Straße nach Réthymnon

Die alte Straße aus dem Süden Kretas nach Réthymnon beginnt auf der „Passhöhe“ zwischen Timbáki und Agía Galíni (siehe Route 4). Diese Strecke ist natürlich langwieriger als die neue Straße über Spíli (siehe Route 11), sie ist aber auch landschaftlich sehr viel reizvoller. Besondere Sehenswürdigkeiten gibt es nicht, aber die Schmankerl am Wegesrand sind auch nicht zu verachten.

PicturesOG/amaribecken1_gwg2.jpgDie Straße führt mitten zwischen zwei Gebirgsstöcke hinein, rechts erstreckt sich das Ida-Gebirge mit dem Psilorítis, links das Kédros-Massiv. Bereits 2 Kilometer später gabelt sich die Straße, man fährt geradeaus weiter. Die Straße, die hier halblinks wegführt, kommt zwar zum gleichen Ziel, aber noch kurvenreicher und landschaftlich reizvoller (wer diese nehmen will, lese die Route 9, die hier beginnt).

Nach weiteren 7 Kilometern mündet links die Straße ein, die am Südhang des Ida-Gebirges über Kamáres und Sarós nach Agía Varvára führt, wo sie auf die Hauptstraße von Iráklion in die Messará trifft (siehe Route 4).

Wer sich nun entschließt, vielleicht doch diese Strecke nehmen zu wollen, könnte die Fahrtroute 5 „von hinten nach vorne lesen“ (und fahren).

Die alte Straße nach Réthymnon steigt nun immer mehr an, die Dörfer, durch die man kommt, dämmern mehr oder weniger vor sich hin. Der Halt in irgendeinem kleinen Kafenío lohnt sich aber immer, was Erlebnis und Kontakte betrifft. Wem es nach ein wenig Kultur gelüstet, der entdeckt vielleicht etwa in Ortsmitte von Apodoúlou links die Ausschilderung zur byzantinischen Kirche des Ágios Geórgios und zu den Ausgrabungen einer spätminoischen Ansiedlung. Man kann mit dem Auto hinfahren.
Kurz hinter Apodoúlou weist ein kleines Schild auf ein spätminoisches Kuppelgrab (Tholos) aus dem Jahre 1300 v. Chr. direkt rechts oberhalb der Straße hin.

PicturesOG/Moni Asomaton_ww.jpgDie Straße führt weiter durch die Dörfer Nithavrís (hier kann man am Ortseingang links abbiegen, wenn man es sich doch noch überlegt hat und die Route 9 fahren will, ausgeschildert nach Ágios Ioánnis), Kouroútes nach Fourfourás.

Am Ortsausgang von Fourfourás gabelt sich die Straße. Nach links lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Dorf Vizári.

Rechts bzw. eher geradeaus erreicht man einige Kilometer weiter das ehemalige Kloster Asomáton, in dem heute eine Landwirtschaftsschule nebst einem Versuchsgut untergebracht ist. Mönche gibt es keine mehr, auch eine Besichtigung ist nicht weiter lohnenswert. Ebenso wie der Besuch des Hauptortes dieses Unterbezirks, Amári, zu dem hier die Straße abzweigt.

PicturesOG/Apostoli_ww.jpgEinige Kilometer weiter ist dann bei Apóstoli der höchste Punkt der Strecke erreicht, es geht gen Norden wieder abwärts. In teilweise abenteuerlichen Kurven, über romantische kleine Brücken und eine gleichzeitig grüne (wegen des Fluss(bett)es, an dem man von nun an entlangfährt) und darüber wilde Landschaft. Diese Straße ist ohne Übertreibung sicherlich eine der schönsten Strecken, Kreta von Norden nach Süden oder umgekehrt zu durchqueren. In diesen Genuss kommen übrigens auch diejenigen, die die Route 9 genommen haben, denn im Dorf Apóstoli haben sich beide Straßen wieder getroffen.

Zwischendurch geht es auch mal wieder ein Stückchen bergauf und dann sieht man plötzlich hinter einer Kurve wieder das Meer, diesmal das ägäische. Bei Perivólia trifft man sowohl auf die „New Road“ als auch auf die alte Straße von Iráklion nach Réthymnon, nun sind es nur noch 2 Kilometer nach Réthymnon hinein. Wer das gar nicht vor hat: Die „New Road“ ist seit einigen Jahren komplett als Umgehungsstraße um Réthymnon herumgebaut, man kann also hier auch links oder rechts nach Chaniá oder Iráklion einbiegen. Aber dann verpasst man eine der schönsten Städte der Insel.

Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni

In Agía Varvára (auf der Strecke von Iráklion nach Süden in die Messará-Ebene – siehe Fahrtroute 4) biegt rechts die Straße Richtung Zarós und Kamáres von der Hauptstraße ab.

Diese Straße schlängelt sich kurvenreich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 10 Kilometer das Dorf Gergéri (sprich: Jerjéri), das in landschaftlich sehr reizvoller, bewaldeter Umgebung liegt. Der Blick hinunter auf die Messará-Ebene ist hier ebenso interessant wie auf der folgenden Strecke.

Wiederum nach 7 Kilometern weiter kommt man nach Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Sarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós. Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni weiterlesen

Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama

Wer an der in der Route 2 beschriebenen Abzweigung links gefahren ist, der hat sicherlich die interessanteste Strecke zwischen Iráklion und Réthymnon vor sich. Logischerweise braucht man hier am längsten, vor allen Dingen dann, wenn man die Gelegenheit nutzt, „mal eben“ auf den „Psilorítis„, die höchste Erhebung des Ida-Gebirges zu steigen.

Doch der Reihe nach: Etwa 4 Kilometer von der genannten Abzweigung entfernt liegt das Dorf Týlissos. Hier kann man Ausgrabungen minoischer Häuser besichtigen, die wohl Teil einer der ältesten Siedlungen der Insel sind.

Hinter Týlissos steigt die Straße die schroffen Abhänge des Ida-Gebirges hinauf, führt durch das schön gelegene Dorf Goniés und erreicht schließlich Anógia , meines Wissens das größte Dorf Kretas. Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama weiterlesen

Vrontisíou (Kloster)

PicturesOG/vrondisioubrunnen.jpgDas Kloster Vrontisíou liegt zwischen Zarós und Kamáres am Südhang des Ida-Gebirges, Zufahrt siehe dort. Das Kloster Vrontisíou  liegt nicht nur landschaftlich schön, sondern ist auch selbst sehenswert.

Direkt vor dem Eingang zum Das Kloster Vrontisíou  befindet sich ein prachtvoller venezianischer Brunnen, der irgendwie in/bei einem Kloster fehl am Platze erscheint (leider recht beschädigt), die Motive aber sind biblisch. Unterhalb der Figuren von Adam und Eva sprudelt das Wasser aus den Mündern vierer bärtiger Männer, die verschiedenen Deutungen zufolge entweder die Quellflüsse des Garten Eden oder die vier Evangelisten verkörpern. Das Wasser ist trinkbar und sehr erfrischend, ein paar Blechbecher stehen am Brunnenrand. Neben dem Brunnen steht eine uralte Platane, deren hohler Stamm locker eine deutsche Durchschnittsfamilie aufnimmt, die der Kreter, der meist hier vor dem Das Kloster Vrontisíou  köstlichen Honig und ebensolchen Raki verkauft, gerne fotografiert …

PicturesOG/vrondisioukirche.jpgIn der zweischiffigen Klosterkirche sind viele Fresken zu besichtigen. Die beiden Kirchenschiffe sind auffällig unterschiedlich hoch, das rechte (wenn man davor steht) ist deutlich niedriger als das andere. Die ursprünglich in der Kirche aufbewahrten Ikonen des berühmten kretischen Malers Damaskinós hängen heute in der Kirche der Agía Aekateríni in Iráklion. Dennoch gibt es Ikonen in der Klosterkirche, die wurden aber wiederum aus der Kirche des Ágios Fanoúrios, dem einzigen Überrest des Klosters Varsamónero, hierhergebracht, denn dort waren sie nicht sicher genug. Bei einem Einbruch in die Kirche im Jahre 1975 wurde die große Ikone der Muttergottes entwendet.

Zarós (Sarós)

PicturesOG/zaros-dorf2011.JPG

Das Bergdorf Zarós (auch: Sarós) liegt am Südhang des Ida-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene. Man erreicht das Dorf von Iráklion aus wie folgt: Man fährt die Straße nach Süden Richtung Míres, Timbáki und Agía Galíni bis zum Dorf Agía Varvára. Hier biegt die Straße nach Kamáres rechts von der Hauptstraße ab. Die Straße schlängelt sich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 17 Kilometer Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Zarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós.

Man verfehlt das obere Dorf (und die weitere Strecke nach Kamáres) leicht: Die vermeintliche Hauptstraße führt nämlich hinunter nach Káto Sarós, man muss an einer Kreuzung (Tankstelle und Polizeistation) rechts hinauf abbiegen. Dies wird hier so genau erwähnt, da das Hinweisschild Richtung Kamáres so günstig angebracht ist, daß man es erst sieht, wenn man vorbeigefahren ist.

Zarós ist wie die meisten kretischen Bergdörfer rein optisch eher relativ reizlos, die üblichen Supermärkte und Tankstellen sind vorhanden, Geldwechselmöglichkeit bei Bank oder Post an der Hauptdurchgangsstraße (falls man nicht aus einem Euro-Land kommt)

PicturesOG/zaros-stefan2011.jpgEin Haus aber ist wirklich interessant, allerdings nur deshalb, weil es die Werkstatt des über Kretas Grenzen hinaus bekannten Instrumentenbauers Antónis Stefanákis beherbergt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall, evtl. auch der Kauf einer Lýra oder eines Baglamás. Zarós (Sarós) weiterlesen

Krousónas / Kloster Agía Iríni

Ländliche Kleinstadt südwestlich von Iráklion im Inselinneren. Man nehme die alte Straße (!) von Iráklion aus nach Westen. Kurz hinter Gazí unterquert man die „New Road“ und biegt dann in eine der beiden nächsten Möglichkeiten links ab (die erste Möglichkeit führt über Kaléssia und Voútos, die zweite direkt, ist aber nicht kürzer. Wer das Ganze als Ausflug von Iráklion aus plant, nimmt eben die eine Strecke hin, die andere zurück).

Der Ort in den östlichen Ausläufern des Ida-Gebirges liegt etwa 450 Meter über NN und lebt von Ackerbau und Viehzucht. Das allein würde ihn nicht für einen Ausflug prädestinieren, aber die Einheimischen züchten außerdem viele Obstbäume, so dass die Gegend sehr reizvoll ist. Krousónas / Kloster Agía Iríni weiterlesen

Kamáres

Kamáres liegt am Südhang des Ída-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene.

PicturesOG/Nur zu Fuss 001.jpgDas Dorf ist nach wie vor recht ursprünglich geblieben und ziemlich verträumt. Gäbe es nicht die gleichnamige Höhle, in der die Töpferwaren im „Kamáres-Stil“ gefunden wurden, verirrte sich wohl kaum einmal jemand hierher. Der eifrige Bürgermeister des Ortes bemüht sich sehr, viel für den bescheidenen Tourismus zu tun, der seinem Dorf Geld bringt. Er betreibt nebenbei noch ein kleines Hotel, das selten voll belegt ist, und organisiert bei Bedarf alles, wie z.B. einen Führer, der einen samt Esel fürs Gepäck auf den Psilorítis hinaufbringt. Ohne Führer ist der Aufstieg von dieser Seite nur bedingt zu empfehlen.

PicturesOG/Nur zu Fuss 002.jpgDen Weg zur Höhle hinauf findet man allerdings auch ohne Führer. Am östlichen Dorfausgang führt er steil den Berg hinauf, man braucht bloß einer Wasserleitung zu folgen. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg erreicht man eine Weggabelung, an der man sich rechts hält, um zur Höhle zu gelangen. Kamáres weiterlesen

Axós

Axós

Das Nachbardorf von Anógia am Nordhang des Ida-Gebirges liegt 6 Kilometer entfernt an der gleichen Straße wie dort beschrieben (siehe Anógia).

Neben Anógia ist auch dieser Ort ein Zentrum der Herstellung von Webereierzeugnissen. Auch hier hängen die handgewebten Teppiche überall vor den Häusern.

Am Ortseingang von Iráklion aus rechts eines der Zentren der „Cretan Nights“-Veranstaltungen, die auch hier nicht besser sind als anderswo. Axós weiterlesen

Arkádi (Kloster)

PicturesOG/arkadi5_gwg2.jpgDas Kloster Arkádi ist fast ein kretisches Nationalheiligtum, seit sich über tausend Kreter im Jahre 1866 hier selbst zusammen mit den übermächtigen türkischen Eroberern in die Luft sprengten. Nicht umsonst gibt es im Andenken daran überall auf Kreta unzählige Straßen namens Odós 1866.

Der 8. November, der Tag, an dem es passierte, ist kretischer Nationalfeiertag. Und in Réthymnon steht ein Denkmal für Kóstas Giamboudákis, der seinerzeit die Fackel ins Pulverfass senkte.
Das Kloster liegt am nordwestlichen Ende des Ida-Gebirges. Fährt man von Réthymnon nach Osten Richtung Iráklion, biegt man etwa 4 Kilometer entfernt beim Dorf Plátanias auf die ausgeschilderte Straße nach Arkádi ab (noch etwa 18 Kilometer).

„Und schließlich war der Moment gekommen. Die Verteidiger hatten keine Chance mehr, die Angreifer stürmten durch alle Tore, die zuvor von den Kanonen zerschossen worden waren. Den im Arsenal Versammelten wurde zum letzten Mal freigestellt, zu fliehen, keiner ging. Dann zündete Giamboudákis das Pulver (übrigens gibt es verschiedene Versionen: Bei der einen senkte er eine Fackel ins Fass, bei der anderen schoss er hinein). Egal, wie er das Pulver entzündete, es gab eine gewaltige Explosion. Zusammen mit allen Eingeschlossenen starben auch viele der anstürmenden Türken, die schon an die Tür des Arsenals hieben.“

PicturesOG/arkapla.jpgAuch heute noch wirkt das Kloster wie eine Festung, die es seinerzeit war, ein recht schmuckloser viereckiger Bau. Man betritt das Kloster durch den wieder aufgebauten Torbogen der Westpforte (1) und steht vor der zwar durch die Kämpfe beschädigten, aber ansonsten gut erhaltenen venezianischen Kirche (2), die im Jahre 1587 erbaut wurde und eines der schönsten und am besten erhaltenen Bauwerke aus venezianischer Zeit darstellt (wer wirklich keine Gelegenheit hat, Arkádi zu besuchen, kann sich die Kirche auch auf dem griechischen 100-Drachmen-Schein ansehen, falls er noch einen findet). Die Restaurierung hat nicht alle Schäden beseitigt oder beseitigen können. Die schöne Ikonostase im zweischiffigen Inneren der Kirche stammt aus dem Beginn dieses Jahrhunderts, die alte Ikonenwand wurde ebenfalls völlig zerstört. Die alte Pracht der Kirche ist aber trotz der Schäden unverkennbar.

Vor der Kirche steht eine hohe Zypresse, die den Sturm der Türken und die Explosion überstanden hat. Wenn sie erzählen könnte, würde sie sicher auch mitteilen, was dran ist an der Geschichte, daß einer der Eingeschlossenen in ihren Zweigen versteckt das Drama überlebt habe.

PicturesOG/arkadi2_gwg2.jpgWendet man sich nun nach links zum Nordflügel des Klosters, so liegt ganz in der Nähe in der nordwestlichen Ecke die Zelle des Abtes Gabriel (3), etwa in der Mitte das Gästehaus (4) und daneben das Refektorium, der Speisesaal (5), direkt daneben wieder die Küche (6). Die Tische und Bänke im Refektorium zeigen deutliche Hiebspuren, die angeblich noch von dem Gemetzel stammen, das die eingedrungenen Türken hier drin veranstalteten.

Weiter nach Osten erreicht man dann an der äußersten Ecke den Raum, der Geschichte machte: die Pulverkammer (7). Das bei der Explosion weggerissene Dach fehlt nach wie vor. Der Ost- und der Südteil des Klosters enthielten ebenso wie der größte Teil des Westflügels die Mönchszellen (8).

PicturesOG/arkadi4_gwg2.jpgFast in der südwestlichen Ecke auch das kleine Museum des Klosters (9), das im 1. Stock liegt und über eine Außentreppe erreichbar ist. Hier sind in erster Linie Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Klosters bzw. seines Freiheitskampfes zu sehen, wie Fotos und Gemälde, Waffen aus der Zeit der Revolution, die alte Fahne, die bei der Explosion schwer beschädigt wurde, Stücke der alten Ikonostase, Stücke alter Fresken und Skulpturen, alte Ikonen und Messgewänder, Weihrauchgefäße und Kelche. Vor allem die kirchlichen Gegenstände und die Messgewänder hatten die Mönche in den Krypten verstecken können, bevor das Kloster fiel. Sonst wären sie heute sicher nicht mehr erhalten. Nach der Zerstörung wanderten drei Mönche heimlich zum Kloster und bargen alles aus den Ruinen. Sie brachten es zum Archimandriten. Dort wurden die Schätze archiviert und zusammen mit anderen in einer Höhle bei Amári versteckt. Erst nach der Befreiung wurden sie zum Kloster zurückgebracht.

PicturesOG/arkadi3_gwg2.jpgVerlässt man das Kloster wieder durch den Haupteingang und überquert den davor liegenden Platz, erreicht man eine kleine Gedenkstätte mit vier Büsten, die von rechts nach links eine besonders tapfere Verteidigerin namens Charíklia Daskaláki, den Abt des Klosters, Gabriel, Kóstas Giamboudákis (den Mann, der die Fackel ins Pulverfass hielt) und den militärischen Führer des Widerstandes, Ioánnis Dimakókoulos, zeigen. Außerdem sind hier in einer Kapelle ein Treppchen höher in einem Beinhaus Schädel von Gefallenen ausgestellt, die zum Teil Verletzungen durch Hieb- und Schusswunden aufweisen. Ein makaberer Anblick, den ein nistendes Schwalbenpärchen über der Tür nur bedingt relativiert(e).

Das Kloster ist auch heute noch ein Mahnmal für den kretischen Freiheitswillen und alles das, was die Kreter bereit waren, für ihre Freiheit auf sich zu nehmen. Eine Freiheit, die ihnen in ihrer langen Geschichte nur selten zuteil wurde.

Vor dem Kloster gibt es auch einen Touristenpavillon mit Übernachtungsmöglichkeit (nicht billig). Der Eintritt ins Kloster kostet inzwischen 2-2,50 Euro (offiziell „für Renovierungskosten“). Aber für den Besuch des Klosters kann man meiner Meinung nach durchaus auf ein Bier verzichten, was in der Regel sogar mehr kostet (je nachdem wo).

Öffentliche Verkehrsmittel
Von Réthymnon verkehrt 3 x täglich ein Bus zum Kloster (Abfahrt an der Platía Agnóstou – dem Platz des Unbekannten Soldaten).

Anógia

Anógia

Anógia ist das größte Bergdorf Kretas am Nordhang des Ída-Gebirges. Um zu diesem Dorf zu kommen, biegt man von der alten Straße Iráklion-Réthymnon etwa 11 Kilometer hinter Iráklion links ab (Anógia, Axós). Von Réthymnon aus kommend, biegt man kurz hinter Pérama rechts von der Alten Straße ab. Die gleiche Strecke nimmt man übrigens auch zum Nachbardorf Axós.

Das Dorf ist eines der Zentren kretischer Volksmusik, von hier stammen die Familien Xyloúris (Níkos Xyloúris, der berühmteste der drei Brüder, starb leider viel zu früh an Kehlkopfkrebs, aber seine beiden Brüder, „Psarantónis“ und „Psarojánnis“ singen nach wie vor – sehr unterschiedlich, aber beide auf ihre Art einmalig) und Skoulás (Vassílis Skoulás gehört nicht zu Unrecht zu den beliebtesten und anerkanntesten Musikern der Insel). Anógia weiterlesen