Rodiá / Rogdiá

Rodiá ist ein kleines Bergdorf westlich von Iráklion. Man nehme die alte (!) Straße nach Réthymnon und biege hinter Ammoudára rechts Richtung Rodiá (auch „Rogdiá“) ab. Von hier aus sind 9 Kilometer auf kurvenreicher, aber asphaltierter und gut befahrbarer Straße. Vom Dorf Rodiá aus bietet sich ein weiter Panoramablick zurück auf die Inselhauptstadt, die von hier oben schöner aussieht als aus der Nähe.

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Das Dorf erkundet man am besten zu Fuß. Am Ortseingang halten die Linienbusse, hier kann man auch parken. Ein kurzes Stück von hier entfernt, rechts unterhalb der Straße, die Überreste venezianischer Patrizierhäuser.
Ansonsten lohnt die Einkehr in einem der Kafenía, denn hier oben ist es ruhig und abgeschieden. Man kann so richtig vom Trubel unten am Meer entspannen.

Vor dem Ortseingang von Rodiá zweigt links eine ziemlich schlechte Schotterstraße ab, die zum Nonnenkloster Moní Savathianón führt.

Öffentliche Verkehrsmittel
2 x täglich Busverbindung von und nach Iráklion (am Wochende nicht).

Piskopianó und Koutouloufári

Piskopianó liegt östlich von Iráklion zwischen Límin Chersonísou und der „New Road“ unweit der Küste. Im alten Dorf sind die meisten Häuser prächtig mit Blumen geschmückt. Die örtlichen Tavernen, z. B. „Dionysos“, „David’s“ oder „Lychnos“ bieten ebenso wie die örtliche Pizzeria „Platia“ sehr gutes Essen, sodass vor allen Dingen abends auch viele Besucher aus den umliegenden Ortschaften nur des Essens wegen nach Piskopianó kommen. Piskopianó und Koutouloufári weiterlesen

Krousónas / Kloster Agía Iríni

Ländliche Kleinstadt südwestlich von Iráklion im Inselinneren. Man nehme die alte Straße (!) von Iráklion aus nach Westen. Kurz hinter Gazí unterquert man die „New Road“ und biegt dann in eine der beiden nächsten Möglichkeiten links ab (die erste Möglichkeit führt über Kaléssia und Voútos, die zweite direkt, ist aber nicht kürzer. Wer das Ganze als Ausflug von Iráklion aus plant, nimmt eben die eine Strecke hin, die andere zurück).

Der Ort in den östlichen Ausläufern des Ida-Gebirges liegt etwa 450 Meter über NN und lebt von Ackerbau und Viehzucht. Das allein würde ihn nicht für einen Ausflug prädestinieren, aber die Einheimischen züchten außerdem viele Obstbäume, so dass die Gegend sehr reizvoll ist. Krousónas / Kloster Agía Iríni weiterlesen

Knossós (Palast)

Knossós (Palast)

PicturesOG/knossospithoi.jpgKnossós ist sicher die berühmteste Ausgrabungsstätte eines minoischen Palastes auf Kreta – Verdienst eines Mannes: Sir Arthur Evans. Der englische Archäologe bemühte sich nach der Entdeckung des Palastes durch einen kretischen Amateurarchäologen im Jahre 1878 zuerst vergeblich (ebenso wie Heinrich Schliemann), das Gelände von dem damaligen türkischen Besitzer zu erwerben, um Ausgrabungen durchführen zu können. Erst nach der Befreiung Kretas von der Türkenherrschaft konnte er sein Lebenswerk in Angriff nehmen. Dank seiner Arbeit genießt er auf Kreta hohes Ansehen (im Ausgrabungsgelände ist er mit einer Büste verewigt, eine Straße in Iráklion wurde nach ihm benannt).

Die Ausgrabung von Knossós ist die einzige restaurierte bzw. rekonstruierte Darstellung eines minoischen Palastes, wie er seinerzeit ausgesehen hat … oder ausgesehen haben mag.
Evans‘ Gegner nämlich werfen dem Meister vor, er habe seiner Phantasie zu wenig Zügel angelegt, sprechen sogar von „Evans‘ Disneyland“. Denn beweisen konnte Evans nicht, daß der Palast wirklich so ausgesehen hat. Andere Archäologen sind zum Teil nicht einmal mit ihm einig, daß es sich bei der Ausgrabung wirklich um einen Palast gehandelt habe, sie deuten die Reste als solche von Bauten zu kultischen oder nekropolen Zwecken. Die verwinkelte und unübersichtliche Anlage führte gar zu der Deutung, hier habe das sagenhafte Labyrinth gestanden, in dem der Minotaurus eingesperrt war und aus dem Theseus nur mit Hilfe des berühmten Ariadnefadens herausfand … Tatsache ist aber sicher, dass Evans‘ teils wagemutige Rekonstruktionen Kritik und Unglauben geradezu herausfordern.

PicturesOG/knossos2.jpgSo möge der Besucher den Palast unter der Voraussetzung besichtigen, dass so ein minoischer Palast ausgesehen haben „könnte“. Anderenorts bietet sich ihm diese Möglichkeit nicht, denn alle anderen Ausgräber haben sich auf das Freilegen vorhandener Grundmauern, Treppen etc. beschränkt.

Man erreicht Knossós von Iráklion aus mit dem eigenen Auto über die ausgeschilderte Ausfallstraße über die Platía Elevtherías sowie mit dem Stadtbus Linie 2 (ab Busbahnhof A bzw. ab Platía Kalérgon). Die Ausgrabungen sind täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet, auch sonntags. Diese Öffnungszeiten ändern sich von Zeit zu Zeit, deshalb lasse man sie sich vor dem Ausflug sicherheitshalber bei der Touristeninformation in Iráklion bestätigen.

Eintritt und Parkgebühren sind im Verhältnis zu anderen archäologischen Stätten happig. Fotografieren mit Stativ und Videoaufnahmen sind ebenfalls gebührenpflichtig! Es herrscht aber vor allen Dingen in der Hauptsaison ein solcher Andrang, dass es einem kaum gelingt, überhaupt Fotos ohne gnadenlos posierende andere Reisende in den Kasten zu bekommen. Nicht nur deshalb empfiehlt sich Besuch direkt um 8 Uhr, dann sind noch keine Reisebusse da.

Geschichte
PicturesOG/knossos1.jpgAus der Tatsache, dass unter den minoischen Ausgrabungen eine Schicht von Wohnschutt aus dem Neolithikum (über 5 m stark) gefunden wurde, wird geschlossen, dass Knossós schon zu jener Zeit erstmals besiedelt war. Wie die anderen alten Paläste wurde der erste Palast an dieser Stelle aber erst etwa 2000 v. Chr. gebaut und wurde ca. 300 Jahre später zerstört. Wie auch anderswo wurde an der gleichen Stelle wenig später der Neue Palast errichtet, schöner, größer, luxuriöser. Die meisten der sichtbaren Ausgrabungen stammen von diesem Neuen Palast. Wiederum etwa 100 Jahre später zerstörte eine Naturkatastrophe fast alle Ansiedlungen auf der Insel, auch den Palast von Knossós. Die Stadt übernahm zwar noch einmal unter der dorischen Herrschaft eine Führungsrolle auf der Insel. Erst als die Römer Herrscher über die Insel wurden, verlor Knossós die Vormachtstellung an Górtys, welches von den neuen Herren präferiert wurde. Die beiden Städte hatten sich schon vorher nicht besonders gut vertragen.

Rundgang durch die Ausgrabungen
Man betritt die Ausgrabungen von Westen her und erreicht durch einen üppig bewachsenen Laubengang zuerst die Büste von Sir Arthur Evans (1). Links davon drei runde Gruben (2), bei denen es sich wahrscheinlich um Vorratsräume handelte. Von hier aus halte man sich halbrechts und betritt den Palast durch den Westeingang (3). Direkt diesem gegenüber ein Wachraum. Links davon beginnt ein langer und verwinkelter Gang (der für Knossós typisch ist, was auch ein wenig die alte Sage vom Labyrinth erklärt), der der archäologischen Deutung zufolge Prozessionszwecken diente (4). Hier wurde auch das „Prozessionsfresko“ (bzw. das, was davon übrig war) gefunden, welches jetzt im Archäologischen Museum von Iráklion hängt.

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Man folgt dem Gang immer links an der Wand lang und erreicht das südliche Propyläum (5). Von hier aus steigt man die Treppe hoch zum Oberen Propyläum (6) ins „Piano nobile“, dem Obergeschoss. Dieses ist übrigens komplett „Made by Evans“ (hier stand nichts mehr, als er ausgrub). Links hinunter bietet sich ein interessanter Blick auf Vorratsräume mit alten „Pithoi“, großen tönernen Krügen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Geradeaus erreicht man den „Pfeilersaal“ (7), in dem die Sockel von drei Pfeilern und drei Säulen zu erkennen sind, sich weiter links haltend, einem offenen Korridor folgend, auch die „Sechssäulenhalle“ (8), in der das Fresko der „Kleinen Pariserin“ gefunden wurde (jetzt im Archäologischen Museum in Iráklion). Ein wenig zurück führt rechts die Treppe zum Innenhof des Palastes hinunter (9). Ein solch offener Innenhof ist für alle minoischen Palastanlagen charakteristisch. Er diente vermutlich zu religiösen Handlungen und kultischen Sportspielen wie z. B. dem Stierspringen, welches man als restauriertes Fresko ebenfalls im AM Iráklion und auf zahlreichen Ansichtskarten bewundern kann.
PicturesOG/knossos4.jpgLinks von der Treppe, die man aus dem „Piano nobile“ herunter gestiegen ist, liegt der alte Thronsaal (10), in dem hinter einer Absperrung der „Thron des Minos“ aus Alabaster zu sehen ist. Bei einem ebenfalls zu besichtigenden Holzthron handelt es sich freilich um eine Nachbildung. Gegenüber des Throns ein bassinartiger Raum hinter (restaurierten) Säulen, dessen Bestimmung nicht eindeutig bekannt ist. Es könnte tatsächlich ein Schwimmbad, ein Raum für rituelle Waschungen oder vielleicht auch ein Terrarium für heilige Schlangen gewesen sein. Ähnliche Räume finden sich auch an anderen Stellen im Palast.
Auf der anderen Seite der Treppe, also südlich des Thronsaals, ein heiliger Schrein (11), hinter dem mehrere kultische Räume liegen (12). Geht man von hier aus nach Süden an der Fassade entlang, erreicht man die Überreste der einzigen griechischen Ausgrabung auf dem Palastgelände, eines Tempels (13).
Von hier aus überquert der Besucher den Hof und betritt den Ostflügel des Palastes. Hier lagen wohl die Privatgemächer Ihrer und Seiner Durchlaucht. Über eine großzügige Treppe steigt man hinunter und findet hier die Gemächer der Königin (14) sowie dahinter das wohl älteste Wasserklosett der Welt (15), zumindest halten die Gelehrten es für ein solches. Der König wird es wohl mitbenutzt haben, sein Raum liegt nicht weit entfernt (16), bekannt als die „Halle der Doppeläxte“, auch hier steht ein (unechter) Holzthron. Wer sich nun nach Norden wendet, passiert die Ostbastion (17) und erreicht den Bereich, in dem die alten Werkstätten des Palastes lagen, klein und verschachtelt (18). Hier hält man sich wieder links, verläßt das eigentliche Palastgelände durch den Nordausgang (19) und erreicht nicht weit entfernt davon ein altes „Theater“ (20), von dem sich die Wissenschaft auch nicht so ganz einig ist, ob es eines war.
PicturesOG/knossos3.jpgEs können wirklich ansteigende Sitzreihen gewesen sein, oder aber auch eine Schautreppe, die darauf zuführende gepflasterte Straße, die vermutlich zu Prozessionszwecken angelegt wurde (21), lässt möglicherweise letzteres vermuten. Evans allerdings schien sich seiner Sache sehr sicher und lokalisierte im „Theater“ sogar die königliche Loge.
Wenn auch dieser Rundgang nicht jeden Winkel der Ausgrabung erreicht (manchmal sind Teile wegen laufender Arbeiten auch abgesperrt), das Wichtigste hat man nun allemal gesehen, und was Originales betrifft, ist man im Archäologischen Museum in Iráklion jedenfalls besser beraten. Und wie oben schon erwähnt: Eines hat Knossós leider mit der Akrópolis in Athen gemeinsam. An bestimmten Tagen sieht man vor lauter Leuten die Trümmer kaum noch.

Kastélli Paidiádas

Kastélli Paidiádas

Landstädtchen südöstlich von Iráklion in den Ausläufern des Díkte-Gebirges. Man fährt mit dem Wagen über Knossós und Pezá nach Kallóni. Hier biegt man nach Osten ab und erreicht Kastélli über Ágies Paraskiés, Sambás und Apostóli (etwa 35 Kilometer). Die Gegend lebt überwiegend vom Wein- und Olivenanbau, Kastélli ist das landwirtschaftliche Zentrum der Region. Optisch ist es eher ein Durchschnittslandstädtchen, es gibt aber dennoch Gründe, hier herauf zu fahren. Kastélli Paidiádas weiterlesen

Kamáres

Kamáres liegt am Südhang des Ída-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene.

PicturesOG/Nur zu Fuss 001.jpgDas Dorf ist nach wie vor recht ursprünglich geblieben und ziemlich verträumt. Gäbe es nicht die gleichnamige Höhle, in der die Töpferwaren im „Kamáres-Stil“ gefunden wurden, verirrte sich wohl kaum einmal jemand hierher. Der eifrige Bürgermeister des Ortes bemüht sich sehr, viel für den bescheidenen Tourismus zu tun, der seinem Dorf Geld bringt. Er betreibt nebenbei noch ein kleines Hotel, das selten voll belegt ist, und organisiert bei Bedarf alles, wie z.B. einen Führer, der einen samt Esel fürs Gepäck auf den Psilorítis hinaufbringt. Ohne Führer ist der Aufstieg von dieser Seite nur bedingt zu empfehlen.

PicturesOG/Nur zu Fuss 002.jpgDen Weg zur Höhle hinauf findet man allerdings auch ohne Führer. Am östlichen Dorfausgang führt er steil den Berg hinauf, man braucht bloß einer Wasserleitung zu folgen. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg erreicht man eine Weggabelung, an der man sich rechts hält, um zur Höhle zu gelangen. Kamáres weiterlesen

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Kleiner Rundgang

PicturesOG/irakloggia.jpgVom Hafen aus folgt man der Hauptstraße ins Zentrum, der Odós 25 Avgoústou, die inzwischen übrigens Fußgängerzone geworden ist. Der Autoverkehr wird anderweitig umgeleitet.

Kurz bevor die Straße sich zu einem ersten Platz (der Platía Kalérgon) öffnet, liegt auf der linken Seite das alte venezianische Zeughaus und dahinter die venezianische Loggia. Heute ist hier das Rathaus Iráklions untergebracht, und deshalb ist der Bau nicht von innen zu besichtigen. Im offenen Patio des Zeughauses sind öfter Ausstellungen zu sehen. Auf dem Platz dahinter die Basilika des Ágios Títos, des 1. Bischofs der Insel nach Landung des Apostels Paulus auf Kreta. Die kostbarste Reliquie der Kirche, das Haupt des Heiligen, kehrte nach massiven Interventionen erst 1966 in die Kirche zurück, nachdem es die Venezianer fast 300 Jahre vorher geraubt und nach Venedig gebracht hatten.

PicturesOG/morosini1.jpgEinige Meter weiter die Odós 25 Avgoústou hinauf liegt ein weiterer Platz, die Platía Venizélou, mit dem berühmten venezianischen Morosíni-Brunnen, benannt nach dem venezianischen Statthalter Francésco Morosíni, der ihn 1628 erbauen ließ. Im Sommer mangelt es auf Kreta häufig an Wasser, deswegen sprudelt oft keines aus den Mäulern der venezianischen Löwen, die ursprünglich aus einem anderen Brunnen Iráklions stammen. Seinerzeit behob der Brunnen den Mangel an Wasserversorgung der Stadt, denn in ihm endete eine Wasserleitung aus dem Joúchtas-Gebirge, heute liegt er wegen desselben Wassermangels wie gesagt leider meist trocken.

Folgt man der Odós 25 Avgoústou weiter stadteinwärts bis zur Kreuzung mit der Durchgangsstraße, der Odós Dikaeosínis, so sieht man bereits auf der anderen Seite dieser Straße den Beginn der Marktgasse, der Odós 1866. Hier herrscht ein geschäftiges Treiben. Obst- und Gemüsestände reihen sich eng aneinander, dazwischen Flaschen, Gewürze, Fleisch und Käse, wilde Kräuter, Nüsse und vieles andere mehr, was Herz oder Magen begehren.
Wen Vielfalt und Lautstärke der Odós 1866 erschlagen, kehrt am besten in das kleine Kafenío auf der linken Seite ein, wo auch die Kreter sitzen und gelassen dem Treiben zusehen.

PicturesOG/irakbembo.jpgFrisch gestärkt folgt man dann der Straße weiter bis zur Platía Kornárou. In die venezianische Brunnenanlage des hier stehenden Bémbo-Brunnens ist eine kopflose römische Statue eingefügt, das türkische Brunnenhaus beherbergt ein Café, welches allerdings öfter geschlossen als geöffnet zu sein scheint. Man überquert nun den Platz (ein wenig links halten) und folgt dann der Odós Évans weiter bis zur alten Stadtmauer, die man an der „Kaenoúria Pórta“, dem „Neuen Tor“ erreicht. Nun rechts der Straße folgen, die innerhalb der Mauern bis zur Bastion Martinéngo verläuft, zu der eine Treppe emporführt. Hier liegt das Grab des bekannten kretischen Dichters Níkos Kazantzákis, auf dem die stolzen Worte eingemeißelt sind: „Dhen elpízo típota, dhen fováme típota, íme elévtheros“ (Ich hoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei). Kazantzákis wurde 1957 hier beigesetzt, weil er Freidenker war und die orthodoxe Kirche ihm ein Grab in geweihter Erde verweigerte.

Wer nun noch nicht genug hat, kann wieder stadteinwärts wandern, bis er auf die Odós Agíou Miná trifft, der man links folgt bis zur großen Kirche Ágios Minás, die neueren Datums und nicht übermäßig sehenswert ist. Anschauen sollte man sich aber die danebenliegende kleine Kirche Agíou Miná (meist leider verschlossen, aber mit ein wenig Glück hilft Nachfragen in der großen Kirche nebenan) und die Kirche der Agía Aekateríni, die dahinter am Ende des Platzes liegt. Sie war im 16. und 17. Jahrhundert die Klosterschule des Berges Sinai und gleichzeitig die einzige christliche „Universität“ des Ostens. Zu ihren Schülern zählten u.a. der berühmte kretische Maler El Greco (der mit bürgerlichem Namen Doménicos Theotokópoulos hieß) und sein Lehrer Damaskinós, von dem auch heute noch sechs Ikonen im Ausstellungsraum gezeigt werden. Auch Vitzéntzos Kornáros, der Dichter des „Erotókritos“, soll hier studiert haben.

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Iráklion – Verkehrsverbindungen

Iráklion – Verkehrsverbindungen

Mit dem Flugzeug
Der Flughafen von Iráklion ist der meistfrequentierte Kretas, und das nicht nur wegen des lebhaften Charterverkehrs. Auch Olympic Airways fliegt auf Kreta bevorzugt Iráklion an. Dennoch ist der Flughafen trotz aller Ausbauten immer noch recht klein, was im Stoßverkehr zu fast chaotischen Abfertigungen vor allen Dingen beim Abflug führt, Schlangen von Chartertouristen stehen bis weit hinaus vor das Gebäude. Die Ankunftshalle wurde erneut ausgebaut, es gibt drei Gepäckbänder mit manchmal sogar verständlichen Lautsprecherdurchsagen, welches Gepäck auf welchem Band kommt. Ob es dann wirklich dort kommt, ist ein anderes Thema. Iráklion – Verkehrsverbindungen weiterlesen

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Nachtleben

So „richtiges“ Nachtleben hat Iráklion weniger zu bieten als Orte wie Mália, Chersónissos, Ágios Nikólaos etc. Trubel herrscht abends auf der Platía Elevtherías und auf dem Brunnenplatz, hier läuft oder sitzt man aber nur herum nach dem Motto „Sehen-und-sich-sehen-lassen-können“.

Einige kleinere, auch von der einheimischen Jugend gern frequentierte „Night-Clubs“ gibt es in der schmalen Odós Kantanoléon (hinten rechts am Brunnenplatz hinein bzw. vor dem Eingang des El-Gréco-Parks links). Hier gibt es auch eine kleine Spielhölle mit Flippern etc. Eine gemütliche Alternative bietet die „Loggia“ (in der Od. 25 Avgoústou neben der venezianischen Loggia) auf mehreren Etagen. Das in diesem Haus ansässige „Women’s-Cafe“, in das Männer nur hineindurften, wenn eine Frau sie mitbrachte, ist aber leider inzwischen geschlossen. Aber vielleicht macht es ja mal wieder auf.

Wer lieber original kretisches Nachtleben genießen will, findet an der Ausfallstraße nach Knossós einige „Kritiká Kéntra“ mit Live-Musik. Am schönsten erlebt man sie in einheimischer Begleitung. Touristen sind hier noch recht selten, aber durchaus gern gesehen. Wenn nicht gerade eine einheimische Gesellschaft einen Tanz für sich gepachtet hat, z.B. durch einen Geldschein, der dem Lýra-Spieler zugesteckt oder einfach mit Spucke auf die Stirn gepappt wird, wird der Tourist auch gerne in den Tanz mit aufgenommen und seine oft mühsamen Versuche, den komplizierten Schritten zu folgen, mit freundlicher Heiterkeit gelobt.

Der Tanz beginnt in diesen Lokalen erst spät, es geht immer hoch her, auch die Preise sind deftig, denn hier geht der Kreter nicht jeden Abend hin, sondern nur dann, wenn er sich oder anderen etwas Besonderes spendieren will. Die Musik wird fast immer von der kretischen Lýra und einem oder mehreren Laoúta bestritten (manchmal ist auch eine Gitarre dabei) und ist immer infernalisch verstärkt, denn im Umgang mit der Aussteuerung elektronischer Verstärker haben die Kreter kein sehr feines Händchen. Man sollte es hier oder anderswo aber mal erlebt haben.

Iráklion – Sonstiges

Auch in Iráklion gibt es eine „Eisenbahn für die Straße“: den „Happy Train“. Er startet an der Platía Elevtherías vor dem Archäologischen Museum und fährt praktisch einmal um die Stadt herum, mal innerhalb, mal außerhalb der Stadtmauern.

Die vorgelagerte Insel Día, die jeder mit dem Flugzeug Ankommende schon von oben sieht, kann vom Hafen aus mit einem Ausflugsboot besucht werden.

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Iráklion – Kreta

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

Wie alle größeren Orte Kretas bietet Iráklion natürlich eine reiche Auswahl an Lokalen. Die Restaurants in den Städten stellen jedenfalls für mich eine willkommene Abwechslung zum immer gleichen Tavernenessen ländlicher Gegenden dar.

PicturesOG/morosini2.jpgEines der edelsten und gleichzeitig eines meiner Lieblingslokale, das „Knossós“ am Brunnenplatz ist leider einem Studentencafé gewichen: Sünde und Schande!
Zu empfehlen sind die Lokale in der Odós Daedálou: „Festós“, „Mínos“, „Klimatariá“ oder „Kósta“. Überall sitzt man draußen in der Fußgängerzone, Essensqualität und Preise bleiben sich fast gleich, nämlich ziemlich normales Niveau.

Eine interessante Variante bietet die erste Seitenstraße links (vom Brunnenplatz aus gesehen) der Odós Daedálou, die Odós I. Perdikári: Das „Curry House“ mit indischer und mexikanischer Küche. Die Preise sind auch durchaus vertretbar. Und weil wir bei den Exoten sind: In der Odós Daedálou gibt es auch ein China-Restaurant, welches leider nicht gerade preiswert ist. Das Essen ist aber sehr gut.

Recht romantisch sitzt man in den Restaurants direkt über dem Meer beim Historischen Museum, das Essen ist aber nach meinen Erfahrungen nur durchschnittlich.

Weniger romantisch, aber sehr viel besser ist das „Ionia“, ein richtig altes Restaurant, welches seit 1923 (!) besteht, mit riesiger Wärmetheke, netten Kellnern (viele schon im dritten Jahrzehnt im Lokal), aber wenig speziellen Zugeständnissen an den Tourismus. Hier essen auch in erster Linie die Einheimischen, und das ist immer ein Zeichen für Qualität! Es liegt auf der Ecke Odós Évans/Odós Micháli Giannári (die Évans ist die linke Parallelstraße der Marktstraße vom Meer aus gesehen).
Wer von hier aus der Odós Micháli Giannári hinauf folgt, findet auch an der Platía Daskalogiánni (dem Platz mit dem Postamt) noch zwei gute Lokale, die Eigenwerbung des einen „the best food in our town“ ist aber wohl leicht übertrieben.

Wen es nach Fisch gelüstet: Ein gutes Fischlokal, „Ta Psária“, findet sich am unteren Ende der Odós 25 Avgoústou rechts, direkt über dem Fischerhafen.

Vor vielen Jahren galten sie noch als „Geheimtipp“, die kleinen Lokale in der Odós Archimandrítou Fotíou Theodasáki, heute sind sie allgemein bekannt und auch längst nicht mehr sooo viel billiger als anderswo. Die Gasse ist nicht ganz so lang wie ihr Name, sie verbindet die Marktstraße mit der Odós Évans. Auch den Einheimischen scheint der offizielle Name wohl zu hochtrabend zu sein, im Volksmund heißt es das „Schmutzgässchen“ (wohl noch aus der alten Zeit, als die wenigsten Lokale eigene Toiletten hatten). Aber das Essen ist durchaus ohne Sorge zu genießen, in jedem dieser teils winzigen Lokale. Mein Lieblingslokal unter diesen ist das „Pantheon“ gleich vorne rechts auf der Ecke, wenn man von der Marktstraße in die Gasse hineinkommt. Und mein Lieblingsessen dort sind die Zucchini („kolokithákia“).

Gegen den kleinen Hunger gibt es reichlich Möglichkeiten: z.B. „Jax Donut House“ in bester Fast-Food-Manier, vor Beginn der Marktstraße rechts. Hier gibt es Pizza, Hot Dogs etc. Und zwar am „Place of Quality“. Etwas griechischer sind die kleinen Imbisse mit Gýros und Píttes, z.B. in der Odós 25 Avgoústou zwischen den beiden Plätzen El. Venizélou und Kalérgon oder auf der Platía Daskalogiánni (s.o.). Und die besten Loukoumádes (eine Art Krapfen) gibt es in der Odós Dikaeosínis gegenüber der Touristenpolizei (ein Tipp von Thorsten, ich selbst esse selten süß).
Auf der Platía Daskalogiánni (dem Platz mit dem Postamt) kann man z.B. im „Ta Astéria“ wie überall in Griechenland seinen Hunger auch trinkenderweise stillen. Zum Rakí oder Oúso gibt es immer etwas zu knabbern oder zu essen, wie Tomaten, Kartoffeln, Sardellen, Oktopus u.v.a., „Mezédes“ genannt.

Gute Pizza (und zwar gleich 22 verschiedene Sorten zur Auswahl) gibt es in der Odós Daedálou, ziemlich weit oben in der „Pizzeria Victória“. Noch bessere, aber auch teurere direkt am Brunnenplatz in der Pizzeria „La Fontana“. Überhaupt sind die Preise in den Cafés und Lokalen an der Platía El. Venizélou, dem Brunnenplatz, höher als anderswo. Dennoch ist immer alles gerammelt voll, denn hier trifft man sich, sieht und wird gesehen. Und man verabredet sich „sta liontária“, was soviel heißt wie „bei den Löwen“. Gemeint sind natürlich die venezianischen Brunnenkätzchen.

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