Iráklion – Verkehrsverbindungen

Iráklion – Verkehrsverbindungen

Mit dem Flugzeug
Der Flughafen von Iráklion ist der meistfrequentierte Kretas, und das nicht nur wegen des lebhaften Charterverkehrs. Auch Olympic Airways fliegt auf Kreta bevorzugt Iráklion an. Dennoch ist der Flughafen trotz aller Ausbauten immer noch recht klein, was im Stoßverkehr zu fast chaotischen Abfertigungen vor allen Dingen beim Abflug führt, Schlangen von Chartertouristen stehen bis weit hinaus vor das Gebäude. Die Ankunftshalle wurde erneut ausgebaut, es gibt drei Gepäckbänder mit manchmal sogar verständlichen Lautsprecherdurchsagen, welches Gepäck auf welchem Band kommt. Ob es dann wirklich dort kommt, ist ein anderes Thema.Read More

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Nachtleben

So „richtiges“ Nachtleben hat Iráklion weniger zu bieten als Orte wie Mália, Chersónissos, Ágios Nikólaos etc. Trubel herrscht abends auf der Platía Elevtherías und auf dem Brunnenplatz, hier läuft oder sitzt man aber nur herum nach dem Motto „Sehen-und-sich-sehen-lassen-können“.

Einige kleinere, auch von der einheimischen Jugend gern frequentierte „Night-Clubs“ gibt es in der schmalen Odós Kantanoléon (hinten rechts am Brunnenplatz hinein bzw. vor dem Eingang des El-Gréco-Parks links). Hier gibt es auch eine kleine Spielhölle mit Flippern etc. Eine gemütliche Alternative bietet die „Loggia“ (in der Od. 25 Avgoústou neben der venezianischen Loggia) auf mehreren Etagen. Das in diesem Haus ansässige „Women’s-Cafe“, in das Männer nur hineindurften, wenn eine Frau sie mitbrachte, ist aber leider inzwischen geschlossen. Aber vielleicht macht es ja mal wieder auf.

Wer lieber original kretisches Nachtleben genießen will, findet an der Ausfallstraße nach Knossós einige „Kritiká Kéntra“ mit Live-Musik. Am schönsten erlebt man sie in einheimischer Begleitung. Touristen sind hier noch recht selten, aber durchaus gern gesehen. Wenn nicht gerade eine einheimische Gesellschaft einen Tanz für sich gepachtet hat, z.B. durch einen Geldschein, der dem Lýra-Spieler zugesteckt oder einfach mit Spucke auf die Stirn gepappt wird, wird der Tourist auch gerne in den Tanz mit aufgenommen und seine oft mühsamen Versuche, den komplizierten Schritten zu folgen, mit freundlicher Heiterkeit gelobt.

Der Tanz beginnt in diesen Lokalen erst spät, es geht immer hoch her, auch die Preise sind deftig, denn hier geht der Kreter nicht jeden Abend hin, sondern nur dann, wenn er sich oder anderen etwas Besonderes spendieren will. Die Musik wird fast immer von der kretischen Lýra und einem oder mehreren Laoúta bestritten (manchmal ist auch eine Gitarre dabei) und ist immer infernalisch verstärkt, denn im Umgang mit der Aussteuerung elektronischer Verstärker haben die Kreter kein sehr feines Händchen. Man sollte es hier oder anderswo aber mal erlebt haben.

Iráklion – Sonstiges

Auch in Iráklion gibt es eine „Eisenbahn für die Straße“: den „Happy Train“. Er startet an der Platía Elevtherías vor dem Archäologischen Museum und fährt praktisch einmal um die Stadt herum, mal innerhalb, mal außerhalb der Stadtmauern.

Die vorgelagerte Insel Día, die jeder mit dem Flugzeug Ankommende schon von oben sieht, kann vom Hafen aus mit einem Ausflugsboot besucht werden.

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Iráklion – Kreta

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

Wie alle größeren Orte Kretas bietet Iráklion natürlich eine reiche Auswahl an Lokalen. Die Restaurants in den Städten stellen jedenfalls für mich eine willkommene Abwechslung zum immer gleichen Tavernenessen ländlicher Gegenden dar.

PicturesOG/morosini2.jpgEines der edelsten und gleichzeitig eines meiner Lieblingslokale, das „Knossós“ am Brunnenplatz ist leider einem Studentencafé gewichen: Sünde und Schande!
Zu empfehlen sind die Lokale in der Odós Daedálou: „Festós“, „Mínos“, „Klimatariá“ oder „Kósta“. Überall sitzt man draußen in der Fußgängerzone, Essensqualität und Preise bleiben sich fast gleich, nämlich ziemlich normales Niveau.

Eine interessante Variante bietet die erste Seitenstraße links (vom Brunnenplatz aus gesehen) der Odós Daedálou, die Odós I. Perdikári: Das „Curry House“ mit indischer und mexikanischer Küche. Die Preise sind auch durchaus vertretbar. Und weil wir bei den Exoten sind: In der Odós Daedálou gibt es auch ein China-Restaurant, welches leider nicht gerade preiswert ist. Das Essen ist aber sehr gut.

Recht romantisch sitzt man in den Restaurants direkt über dem Meer beim Historischen Museum, das Essen ist aber nach meinen Erfahrungen nur durchschnittlich.

Weniger romantisch, aber sehr viel besser ist das „Ionia“, ein richtig altes Restaurant, welches seit 1923 (!) besteht, mit riesiger Wärmetheke, netten Kellnern (viele schon im dritten Jahrzehnt im Lokal), aber wenig speziellen Zugeständnissen an den Tourismus. Hier essen auch in erster Linie die Einheimischen, und das ist immer ein Zeichen für Qualität! Es liegt auf der Ecke Odós Évans/Odós Micháli Giannári (die Évans ist die linke Parallelstraße der Marktstraße vom Meer aus gesehen).
Wer von hier aus der Odós Micháli Giannári hinauf folgt, findet auch an der Platía Daskalogiánni (dem Platz mit dem Postamt) noch zwei gute Lokale, die Eigenwerbung des einen „the best food in our town“ ist aber wohl leicht übertrieben.

Wen es nach Fisch gelüstet: Ein gutes Fischlokal, „Ta Psária“, findet sich am unteren Ende der Odós 25 Avgoústou rechts, direkt über dem Fischerhafen.

Vor vielen Jahren galten sie noch als „Geheimtipp“, die kleinen Lokale in der Odós Archimandrítou Fotíou Theodasáki, heute sind sie allgemein bekannt und auch längst nicht mehr sooo viel billiger als anderswo. Die Gasse ist nicht ganz so lang wie ihr Name, sie verbindet die Marktstraße mit der Odós Évans. Auch den Einheimischen scheint der offizielle Name wohl zu hochtrabend zu sein, im Volksmund heißt es das „Schmutzgässchen“ (wohl noch aus der alten Zeit, als die wenigsten Lokale eigene Toiletten hatten). Aber das Essen ist durchaus ohne Sorge zu genießen, in jedem dieser teils winzigen Lokale. Mein Lieblingslokal unter diesen ist das „Pantheon“ gleich vorne rechts auf der Ecke, wenn man von der Marktstraße in die Gasse hineinkommt. Und mein Lieblingsessen dort sind die Zucchini („kolokithákia“).

Gegen den kleinen Hunger gibt es reichlich Möglichkeiten: z.B. „Jax Donut House“ in bester Fast-Food-Manier, vor Beginn der Marktstraße rechts. Hier gibt es Pizza, Hot Dogs etc. Und zwar am „Place of Quality“. Etwas griechischer sind die kleinen Imbisse mit Gýros und Píttes, z.B. in der Odós 25 Avgoústou zwischen den beiden Plätzen El. Venizélou und Kalérgon oder auf der Platía Daskalogiánni (s.o.). Und die besten Loukoumádes (eine Art Krapfen) gibt es in der Odós Dikaeosínis gegenüber der Touristenpolizei (ein Tipp von Thorsten, ich selbst esse selten süß).
Auf der Platía Daskalogiánni (dem Platz mit dem Postamt) kann man z.B. im „Ta Astéria“ wie überall in Griechenland seinen Hunger auch trinkenderweise stillen. Zum Rakí oder Oúso gibt es immer etwas zu knabbern oder zu essen, wie Tomaten, Kartoffeln, Sardellen, Oktopus u.v.a., „Mezédes“ genannt.

Gute Pizza (und zwar gleich 22 verschiedene Sorten zur Auswahl) gibt es in der Odós Daedálou, ziemlich weit oben in der „Pizzeria Victória“. Noch bessere, aber auch teurere direkt am Brunnenplatz in der Pizzeria „La Fontana“. Überhaupt sind die Preise in den Cafés und Lokalen an der Platía El. Venizélou, dem Brunnenplatz, höher als anderswo. Dennoch ist immer alles gerammelt voll, denn hier trifft man sich, sieht und wird gesehen. Und man verabredet sich „sta liontária“, was soviel heißt wie „bei den Löwen“. Gemeint sind natürlich die venezianischen Brunnenkätzchen.

Iráklion Kreta Infos

Iráklion – Kreta

Iráklion – Einkaufen

Iráklion – Einkaufen

Wie bereits erwähnt, ist Iráklion Kretas Einkaufszentrum schlechthin. Hier bekommt man wirklich alles, auch das, was es sonst nirgendwo gibt. Besonders dicht gesät sind naturgemäß die Souvenirshops und andere Geschäfte „touristischen Bedarfs“. Sie knubbeln sich in der Odós 25 Avgoústou, an der Platía El. Venizélou und in der Odós Daedálou. Empfehlen kann ich eigentlich nur die schafswollgestrickten Pullover (beim Waschen aber sehr mit Vorsicht zu genießen). Lederwaren kauft man besser in Réthymnon oder in Chaniá.

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>Iráklion – Unterkunft

Iráklion – Unterkunft

Da sich die Qualität eines Hotels zum Guten wie zum Schlechten ändern kann, nehme ich entsprechende Hinweise und zusätzliche Empfehlungen gerne im „Kreta-Forum“ oder per E-Mail entgegen!Read More

Iráklion – Baden

Iráklion – Baden

PicturesOG/irakl01.jpgIm Hafen ist das Baden nicht zu empfehlen (haha!). Man nimmt besser den Stadtbus Linie 7 (fährt von der Platía Elevtherías ab) zum Strand von Karterós und nach Amnissós, er verkehrt regelmäßig, hier gibt es Sandstrand (der erste Strand östlich der Stadt).

Oder aber nach Westen (Stadtbus Linie 6) zum Strand von Ammoudára hinaus. Auch hier gibt es schönen Sandstrand, Öl- und Industriehafen Iráklions liegen allerdings direkt nebenan …

Alles in allem sind Iráklion und Umgebung nicht unbedingt das Badeparadies schlechthin …

Iráklion Kreta Infos

Iráklion – Kreta

Iráklion Adressen

Iráklion – Adressen

Iráklion – Ärztliche Versorgung

Iráklion – Auto- und Motorrollervermietung

Iráklion – Banken

EOT – Touristeninformation
Od. Xanthoudídou 1, gegenüber des Archäologischen Museums (geöffnet Mo.-Fr. 8 bis 14.30 Uhr), Tl. 2810-228203, Fax: 2810-226020.

Touristenpolizei
Od. Dikaeosínis (Hauptdurchgangsstraße zwischen Platía Elevtherías – das ist der große Kreisverkehr in der Nähe des Archäologischen Museums – und Ecke Odós 25 Avgoústou, der Stichstraße zum Meer, gleichzeitig Haupteinkaufsstraße).

Post
Platía Daskalogiánni (direkt neben der Platía Elevtherías (s.o.), Postkiosk mit den bekannten großzügigen Öffnungszeiten täglich von 8-14 Uhr (also z. B. Geldwechsel – falls überhaupt noch nötig – auch sonntags) am El-Gréco-Park und am Busbahnhof A am Hafen.

OTE (Telefon und Telegramme)
Od. Minotávrou (direkt am El-Gréco-Park). Aber überall in der Stadt auch Kartentelefone.

Deutsches Konsulat („Proxenío Germanías“)
Odós Zográfou 7 (in der Nähe der Post), Tel. 2810-226288.

Österreichisches (und schweizerisches) Honorarkonsulat („Proxenío Avstrías ke Elvetías“)
Od. Daedálou 34 („Fußgängerstraße“ vom Brunnenplatz Richtung Archäologisches Museum, praktisch an der Ecke mit der Platía Elevtherías), Tel. 2810-223379.

ELPA (griech. Automobilclub)
Leofóros Knóssou (eine der Ausfallstraßen nach Knossós, wie schon der Name sagt)/Ecke Leofóros Georgíou Papandréou 46-50, Tel. 2810-289440.

EOS (Griechischer Bergsteigerverein)
Leofóros Dikaeosínis (Die Hauptdurchgangsstraße zwischen der Ampel an der Marktstraße und der Platía Elevtherías)

Internet-Cafés
„Polykentro“, Odós Andrógeo (nördliche Parrallelstraße der Odós Dedálou, zweigt von der Odós 25 Avgoústou ab) oder „Netc@fe“, Odós 1878 (hinter der Odós Chandákos).

Olympic Airways
Platía Elevtherías, Tel. 2810-229191.

Gepäckaufbewahrung
Am Busbahnhof A, am Flughafen, in der Odós 25 Avgoústou 48 und in der Odós Chandákos (geht vom Brunnenplatz ab).

Iráklion – Ärztliche Versorgung

IKA (Griechische Krankenkasse)
Die zentrale Verwaltung der IKA (siehe Ärztliche Versorgung im Sachverzeichnis) befindet sich in der Odós Agíou Miná, kurz unterhalb der beiden Kirchen. Von der Ecke mit der Marktstraße (Odós 1866) aus der Hauptstraße Richtung Chaniá (Odós Kalokerinoú) folgen. Zählt man die Marktstraße als Nr. 1, so ist die Agíou Miná die Nr. 7 (links). Hier besorgt man sich am besten z.B. das berühmte (berüchtigte) „Vivliário“. Oder man kann sich auch gleich untersuchen und behandeln lassen.

Ärzte z.B.
Es gibt in Iráklion eine große Anzahl spezialisierter Ärzte (Urologen, Chirurgen, Radiologen etc., Adressen erfährt man bei der IKA).
Hier ein paar praktische Allgemeinärzte:
Geórgios Karantinós, Odós Elikónos 59, Tel. 2810-220855.
Lína Kivernitáki, Odós Smýrnis 21, Tel. 2810-285845.
María Marasáki-Sortóri, Odós Sofokléous 8, Tel. 2810-220494.
Geórgios Poulákis, Odós 25 Avgoústou 52, Tel. 2810-225445.
Grigórios Zidianákis, Platía Kornárou 37, Tel. 2810-220890 (spricht deutsch!)

Zahnärzte z.B.
María Kavrouláki-Velegráki, Odós Évans 77, Tel. 2810-241235.
Emmanouíl Lambrákis, Odós Bofór 34, Tel. 2810-221601.
Níkos Makrákis, Odós Níkou Kazantzáki 2, Tel. 2810-241921.

Gynäkologe z.B.
Emanouíl Magarákis, Odós Marogiórgi, Tel. 2810-224961.

Kinderärzte z.B.
Níkos Karavelákis, Odós Agíou Miná 15, Tel. 2810-225185.
Geórgios Kritsotákis, Odós Évans 57, Tel. 2810-221277.
Vassílios Sarrís, Odós Smýrnis 29, Tel. 2810-288453.

Tierarzt z.B.
Manólis Souranákis, Od. Chándakos 29, Tel. 2810-242035 (privat: 0-226562).

Krankenhaus
Venizélos Krankenhaus Iráklion, Odós Nik. Plastíra, Tel. 2810-231931-35.
„Cretan Medicare“, Platía Elevtherías, Tel. 2810-342500.
Uni-Klinik (neu und gut eingerichtet) südlich der Stadt (Tel. 2810-269111).

Apotheken
gibt es überall reichlich, keine näheren Angaben erforderlich.

Iráklion – Auto- und Motorrollervermietung

Es gibt z. B. direkt am Flughafen diverse „Períptera“ (Kioske), bei denen man ein Auto mieten kann, in der Stadt selbst ist es aber auf jeden Fall preiswerter. Die größte Auswahl von Autovermietungen befindet sich auf der Odós 25 Avgoústou oder auch an der Ausfallstraße zum Flughafen). Preisvergleiche lohnen sich in jedem Fall.

GifsOG/citycar.gif Mein persönlicher Favorit in Iráklion ist Citycar, Dimosthenous 8, 71307 Iraklion, Tel. 2810-221801 (aus Deutschland 0030 vorwählen, danach keine Ziffer weglassen!).
Der Besitzer Jórgos Alátjoglou spricht englisch und drückt seine ohnehin günstigen Preise noch weiter, wenn man von mir grüßt bzw. darauf hinweist, woher man seine Adresse hat. Auf Wunsch bringt er den Wagen auch gerne zum Flughafen von Iráklion oder anderswohin! Absolut freundlich und in jeder Hinsicht zuververlässig, ich habe unzählige positive Rückmeldungen bekommen.

In der Ankunftshalle Inland auf dem Flughafen hängt eine Tafel mit Nummern, die man von hier aus gratis anrufen kann: „Citycar“ ist auch dabei.

Motorrollervermietungen gibt es ebenfalls in den angegebenen Straßen in ausreichender Zahl.

Iráklion – Banken

Die meisten Banken befinden sich in der Odós 25 Avgoústou (Straße vom Brunnenplatz zum Hafen), an der Platía Elevtherías oder auch an der Platía El. Venizélou (dem Brunnenplatz selbst). Sie sind in der Regel montags bis donnerstags von 8 bis 14 Uhr, freitags nur bis 13 Uhr geöffnet, manchmal auch nachmittags von 17.30 bis 19.30 Uhr (einige verfügen inzwischen aber auch über Geldautomaten, z.B. die „Emborikí Trápeza“, die „Ionikí Trápeza“ oder die Nationalbank).

Die Postkioske am El-Gréco-Park (Platía Kalérgon) und am Busbahnhof A am Hafen lösen täglich von 8 – 14 Uhr, sonntags von 9 – 14 Uhr EC-Schecks ein.

Mit dem Geldwechseln ist es in „Euro“pa ja zumindest für Deutsche und Österreicher vorbei …

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Adressen – Ärztliche Versorgung – Auto- und Motorrollervermietung – Banken

Iráklion Adressen

Iráklion – Nachtleben / Sonstiges

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Baden

Iráklion – Baden

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Aus minoischer Zeit bietet Iráklion nichts Sehenswertes, abgesehen vom Archäologischen Museum, das die größte Sammlung minoischer Kultur auf der Welt beherbergt und im folgenden gesondert behandelt wird.

PicturesOG/irakl02.jpgErst spätere Herren haben bleibende Sehenswürdigkeiten in der Stadt selbst hinterlassen. So zum Beispiel die Venezianer: Beeindruckend im Hafen das alte venezianische Fort „Koúles“, das die Hafeneinfahrt beherrscht (allerdings nur zum heutigen Fischerhafen, der neue Hafen, in dem die Fährschiffe aus Piräus und Kreuzfahrer anlegen, liegt weiter östlich).
Ursprünglich lag das Fort auf einer vorgelagerten Insel, heute ist es durch die Mole mit dem Festland verbunden. Erbaut wurde die Festung in der Zeit von 1523 bis 1540, über den Eingängen sind die venezianischen Markuslöwen in die Mauern eingelassen. Die restaurierte Festung ist im Sommer von 8 bis 18 Uhr (sonntags erst ab 10 Uhr) zur Besichtigung geöffnet (Eintritt!). Von dort bietet sich ein guter Blick über die ganze Stadt.

Ebenso schaut man von hier aus auf die gegenüberliegenden venezianischen Magazine, deren Besuch man sich ansonsten auch ersparen kann (sie sind leere Gewölbe, außerdem eingezäunt).
Im Inneren des Kastells werden unregelmäßig Kunstausstellungen gezeigt, auf der Freilichtbühne oben dann und wann Theateraufführungen geboten. Auskünfte dazu erteilt die Touristeninformation beim Archäologischen Museum.

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Adressen – Ärztliche Versorgung – Auto- und Motorrollervermietung – Banken

Iráklion Adressen

Iráklion – Nachtleben / Sonstiges

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Baden

Iráklion – Baden

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

PicturesOG/irakhistor.jpgHistorisches Museum
Neben dem wirklich beeindruckenden Archäologischen Museum von Iráklion nimmt das Historische Museum nur einen „Platz am Katzentisch“ ein. Das ist sehr schade, denn die kretische Geschichte hat ja nun wirklich nicht mit den Römern aufgehört. Oder interessiert sich niemand für die jüngere kretische Geschichte (die wir Deutschen für kurze Zeit leider ebenfalls mitprägten?). Der Direktor des Museums hat eine Erklärung parat: „Wir führen ein Schattendasein, weil die Touristen nicht wissen, dass es uns gibt. Für Werbung fehlt uns das Geld.“ Ob das nun wirklich der Grund ist?

Sei es wie es sei, dem Historischen Museum seien jedenfalls mehr Besucher gewünscht. Es erfordert weniger Zeit als das Archäologische Museum und ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags schließt es schon um 14 Uhr, sonn- und feiertags ist geschlossen.
Das Museum liegt an der Uferstraße Odós Makaríon westlich des Hafens (gegenüber des Xenia-Hotels).

Wer die „jüngere“ kretische Geschichte chronologisch betrachten möchte, der beginne im Untergeschoss und wandere in Ruhe bis ganz nach oben.

Untergeschoss: Byzantinisch-mittelalterliche Sammlung (ca. 6.-18. Jahrhundert)
Gezeigt werden frühchristliche, byzantinische, venezianische und türkische Gefäße, Grabsteine, Inschriftentafeln, Säulen- und andere Fragmente.

Erdgeschoss: Historische Sammlung
Der erste Raum links vom Eingang zeigt im Uhrzeigersinn gesehen venezianische Brustpanzer und Waffen wie Schwerter, Äxte, Pfeile und Handgranaten (!). Des weiteren Bilder kretischer Freiheitskämpfer gegen die Türken, ihre Waffen, andere Dokumente, eine Fahne mit dem berühmten Wahlspruch „Énosi i Thánatos“ („Vereinigung oder Tod“ – es ging dabei um den Anschluß Kretas an Griechenland) und letztendlich ein Bild des Prinzen Georg von Griechenland, seinen Schreibtisch und die Admiralsuniform, die er trug, als er im Dezember 1898 Kreta betrat.
In den weiteren Räumen auf der anderen Seite des Ganges ist eine umfangreiche Sammlung alter Münzen zu sehen, Töpferwaren, Meßgewänder und andere Kirchengerätschaften. Außerdem zahlreiche alte Ikonen. Sehr interessant (aber schon ziemlich verwittert) die Darstellung der Zwölf Apostel gegenüber des Eingangs. Die Christus-Ikone links des Eingangs erinnert allerdings weniger an den asketischen jungen Jesus, sondern stellt ihn als ölig-dicklichen Jüngling mit verwegenem Schnurrbart dar.

Im Gang zwei alte Kanonen, die den Eingang des Museums schützen, und viele alte Fotografien von der Insel. Manches, was hier dargestellt ist, sieht heute noch fast genauso aus. Am Ende des Ganges in einem kleinen Gewölberaum an Decke und Wänden Fragmente alter Fresken; ebenso an der Treppe rechts vorbei in einem weiteren Raum am Ende des Ganges.

Erster Stock:
Im Treppenhaus zum 1. Stock hängen Gemälde und historische Fahnen aus dem Befreiungskampf gegen die türkischen Besatzer (z.T. mit dem Schlachtruf der Kreter „Elevthería i Thánatos“ („Freiheit oder Tod“). Geradeaus dem Gang am Ende der Treppe folgend, Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg (Deutsche Invasion), an der Decke ein deutscher Fallschirm.
Am Ende des Ganges rechter Hand das Arbeitszimmer von Emmanuel Tsoudéron, des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten. Man beachte einmal, wie spartanisch sein eigener Stuhl, wie opulent hingegen die für seine Besucher sind. Im gleichen Raum alte Karten und Bücher. In Vitrine 67 (an der Wand) werden Briefmarken aus der Zeit gezeigt, als Kreta noch nicht zu Griechenland gehörte (um die Jahrhundertwende); außerdem einige alte Briefmarken anderer Länder, die Kreta zum Thema haben.
Auf der anderen Seite des Ganges gegenüber das Arbeitszimmer des kretischen Schriftstellers Níkos Kazantzákis, in einem Vorraum eine Auswahl seiner Werke im Original und in diversen Übersetzungen. Wer sich darüber hinaus intensiver für den berühmtesten aller kretischen Schriftsteller interessiert, sollte das „Museum Níkos Kazantzákis“ besuchen (s.u.).

Zweiter Stock: Folkloreausstellung
Eine halbe Treppe höher werden Webarbeiten (Teppiche, Decken, Kissen), Spitzenarbeiten und alte kretische Kostüme gezeigt. Hinten rechts eine komplette Bauernstube mit einer „Sitzgruppe“ vor dem offenen Kamin, der auch als Kochstelle dient(e), im Hintergrund neben dem Doppelbett ein großer Webstuhl. Recht interessant ist auch die kleine Getreide-Handmühle aus zwei ineinander passenden Mühlsteinen vorne auf dem Fußboden.

Naturkundlich-Historisches Museum
Das Naturkundlich-Historische Museum der Universität von Kreta befindet sich in der Zufahrtsstraße nach Knossós, dem Leofóros Knossoú 157. Es wurde 1980 gegründet, ist aber erst seit 1998 in einer ständigen Ausstellung jedermann/frau zugänglich. Es bietet einen guten Überblick über die naturhistorische Entwicklung des östlichen Mittelmeerraums anhand lebensgroßer Dioramen u.a.

Direkt vom Eingangsbereich aus betritt man eine Ausstellung mit Fauna und Flora Kretas (Raum 2). Hält man sich rechts (Raum 3), gelangt man zur Ausstellung über Kretas Höhlen, gleich daneben (Raum 4) zu den Wäldern der Insel (von denen ja bekannt ist, daß es sie früher reichlicher gab, als heutzutage). In Raum 5 und 6 wiederum dahinter erfährt man etwas über die Feuchtgebiete, Strände und die Meeresfauna.

Wer nicht zwischendurch einen Kaffee braucht oder ein Mitbringsel kaufen will (denn nun erreicht man die entsprechenden Etablissements), wendet sich nun am besten wieder zum Eingangsbereich zurück, um sich dort dann links zu halten. Raum 10 und 11 sind den Gebirgen und den Macchiagebieten gewidmet. Besonders interessant in Raum 12 ist die Ausstellung über bedrohte Tierarten der Insel wie den Bartgeier oder das „Agrimi“, die kretische Wildziege. Beide stehen ja schon länger unter Naturschutz.
Ein Abstecher in den Hof führt zu einem Botanischen Garten.
Im 1. Stock des Museums findet man Ausstellungen zur menschlichen Evolution, der minoischen Entwicklung, Fossilien und Mineralien und einen Überblick über die geologische Entwicklung der Insel. Und übrigens auch die Toiletten …
In meinen Augen stellt dieses Museum eine sehr interessante Ergänzung zu den beiden anderen „großen“ Museen Iráklions dar und ist unbedingt einen Besuch wert. Über die jeweils aktuellen Öffnungszeiten informiert die Touristeninformation.


Museum Níkos Kazantzákis
Dieses Museum liegt nicht in Iráklion selbst, sondern in Myrtiá, einem Dorf südlich der Stadt (wer über kein eigenes oder gemietetes Fahrzeug verfügt, nimmt sich am besten ein Taxi, wobei der Preis vorher ausgemacht werden sollte).

Man verlässt Iráklion von der Platía Elevtherías über die Ausfallstraße Richtung Knossós, lässt diese Ausgrabungen aber links liegen, falls man nicht den Besuch der beiden Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden will. Etwa 6 Kilometer von Iráklion entfernt sind nahe der Straße die Reste eines alten Aquäduktes zu sehen. Hinter dem Dorf Spiliá biegt man links ab in Richtung Skaláni (Ausschilderung auch zum Museum), in diesem Dorf dann am Ortseingang wiederum rechts ab. Wenige Kilometer später erreicht man Myrtiá, das Museum liegt auf dem Dorfplatz. Es ist ganz allein dem Leben und Werk von Níkos Kazantzákis gewidmet, dem berühmten kretischen Schriftsteller (z.B. „Alexis Sorbas“ oder „Die letzte Versuchung“).

PicturesOG/kazantzakis.jpgGeöffnet ist das Museum von März – Oktober täglich von 9-13 Uhr (außer Donnerstag); zusätzlich montags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 16-20 Uhr. Im Winterhalbjahr nur sonntags von 9-14 Uhr, da dann wohl kaum noch Interesse vorhanden ist.
Sicherheitshalber lasse man sich die Öffnungszeiten vorher bei der Touristeninformation (EOT) in Iráklion bestätigen.

Die Vitrinen sind beschriftet, deshalb hier nur einige kurze Hinweise auf besonders Interessantes:

Raum 1: Bilder aus seinem Leben, sowie Bücher, die Kazantzákis ins Griechische übersetzte (u.a. Nietzsche, Büchner, H. Bergson). Außerdem Bilder aus seinem Theaterschaffen, Kostümentwürfe und Handschriftliches von ihm.

Raum 2: Zwei Büsten des Dichters. In der ersten Vitrine rechts oben ein handschriftlicher Brief (auf griechisch), der mit „liebe, liebe Germaine“ beginnt. Jugendbücher und weitere Bilder aus seinem Theaterschaffen.

Raum 3: Prachtausgaben der „Odyssee“ und eine weitere Büste.

Raum 4: Puppen mit Theaterkostümen. Über dem Kamin ein Mosaikbild des Dichters (von Álkis Voliótis). In einem Vortragsraum nebenan eine Sammlung aller seiner Werke in Übersetzung (eine Unmenge!).

Raum 5: (oben geradeaus) Z.B. in Vitrine 26 Bilder, Skizzen und Programme aus seinem Theaterschaffen.

Raum 6: Bücher und Bilder, Modelle von Bühnenbildern. In Vitrine 38 ein Brief von Albert Schweitzer an Níkos Kazantzákis und ein Foto der beiden. In Vitrinen 45 und 47 persönliche Gegenstände (Pfeifen, Handschuhe, Krawatten u.a. sowie verschiedene Ausweise). Dazu eine Blechschachtel mit Zimt und Muskatnuß, die er auf alle Reisen mitnahm und beim Schreiben geöffnet vor sich auf den Tisch stellte.

Ein etwas ausführlicherer Führer durch das Museum ist an der Kasse erhältlich.

Ikonen-Museum
Das Ikonen-„Museum“ ist in der Kirche der Agía Aekateríni am gleichnamigen Platz (Platía Agías Aekaterínis) untergebracht. Hier hängen sehr schöne Ikonen, in erster Linie solche im sog. „Kretischen Stil“. Einige stammen sogar vom berühmtesten Vertreter dieser Kunst aus Kreta, Michális Damaskinós. Die Kirche ist montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

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Iráklion – Nachtleben / Sonstiges

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Baden

Iráklion – Baden

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

2008-2010 (einschließlich) war/ist das Museum leider geschlossen, weil es renoviert wurde/wird. Ich hoffe, die Beschreibungen hier stimmen nach der Wiedereröffnung noch einigermaßen.

Das Archäologische Museum in Iráklion hat wohl die meisten Besucher aller Museen Kretas. Das ist weiter nicht verwunderlich, bietet es doch die größte Sammlung minoischer Kulturgüter auf der ganzen Welt. Aus allen Epochen der minPicturesOG/ami-delphine.jpgoischen Zeit und aus allen Teilen Kretas sind hier Funde zusammengetragen worden. Das Museum liegt in der Odós Xanthoudídou, einer Nebenstraße der Platía Elevtherías (gegenüber der Touristeninformation EOT). Es ist an Wochentagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 15 Uhr.

Die Fülle der Ausstellungsgegenstände erschlägt den Besucher tatsächlich. Mit einem einzigen Besuch kann man gar nicht alles sehen bzw. nicht richtig wahrnehmen. Wer sich also für die minoische Vergangenheit Kretas interessiert, sollte mehrfach ins Museum gehen und sich jedesmal ein paar andere Säle vornehmen. Im folgenden ein kurzer Überblick, was in den einzelnen Sälen bzw. Vitrinen zu sehen ist, einen ausführlichen Führer gibt es für einen vergleichsweise lächerlichen Preis an der Kasse, verfaßt von einem ehemaligen Direktor des Museums, Stylianós Alexíou.

Saal I: Neolithikum und Präpalatikum (Vorpalastzeit) 7000 – 2000 v. Chr.
In den ersten beiden Vitrinen, direkt rechts vom Eingang, Funde aus dem Neolithikum aus der Eileithyia-Grotte und aus Knossós (unter der Palastanlage ausgegraben) sowie aus Festós. Einfachere, ohne Töpferscheibe hergestellte Keramik, Statuetten, einfache Werkzeuge.
Die anderen Vitrinen zeigen Funde aus der Vorpalastzeit. Die meisten von ihnen stammen aus Gräbern. Handwerkliche Fortschritte sind unübersehbar, nicht nur in der Keramik, sondern auch in der Bearbeitung von Stein. In Vitrine 11 eine große Sammlung alter Siegelsteine (Nachahmungen davon gibt es in vielen Andenkengeschäften zu kaufen und selbst die neuen sind hübsch). Auch erste Funde von Metallbearbeitung sind zu sehen, z.B. Dolchklingen (Vitrine 14) und Schmuck (Vitrine 16 bis 18).

Saal II: Protopalatikum (Altpalastzeit) 2000 – 1700 v. Chr.
Hier sind Funde aus den ersten Palästen von Knossós und Mália bzw. aus Heiligtümern zu sehen. Vor allen Dingen in der Keramik wurden nicht zuletzt durch die Erfindung der Töpferscheibe große Fortschritte gemacht, die Formen der Gefäße wurden vervollkommnet, teilweise wurden sie extrem dünnwandig hergestellt („Eierschalenkeramik“) und mehrfarbig (weiß, orangerot) bemalt („Kamáresstil“). Besonders schöne Exemplare in Vitrine 22/23. In Vitrine 24 kleine Terrakottafiguren, die Votivzwecken dienten, und in Vitrine 25 das „Stadtmosaik“ von Knossós (u.a.). In Vitrine 28 wieder eine große Sammlung von Siegelsteinen.

PicturesOG/ami-diskos.jpgSaal III: Protopalatikum 2000 – 1700 v. Chr.
Funde aus dem Palast von Festós in der Messaráebene. In Vitrine 30 Funde mehrfarbig bemalter Vasen aus der Kamáres-Höhle (deshalb auch die Bezeichnung „Kamáres-Stil“, diese Funde waren die ersten dieser Art). Weitere Keramik im gleichen Stil in den folgenden Vitrinen. Das berühmteste Ausstellungsstück dieses Saales findet der Besucher in Vitrine 41, den „Diskos“ von Festós (dessen Nachbildung als Anhänger in jedem Souvenirgeschäft zu haben ist). Im Original ist er aus Ton. Die spiralförmig nach innen laufende hieroglyphenartige Schrift ist bis heute nicht entziffert, deshalb besteht auch immer noch keine wirkliche Klarheit über den Gebrauchswert oder die Funktion des „Diskos“, der aus der auslaufenden Altpalastzeit stammt. In Vitrine 42/43 Kultgeräte und Geschirr aus Festós.

Saal IV: Neopalatikum (Neue Palastzeit) 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus den Neuen Palästen von Knossós, Festós und Mália. Als 1700 v. Chr. die alten Paläste der Insel zerstört wurden, entstanden schon bald die neuen, schöner und prachtvoller als zuvor.
PicturesOG/ami-stierspringen.jpgDie Kultur und das Kunsthandwerk befanden sich auf einem Höhepunkt. Keramik, Töpferei, Metallbearbeitung – Beispiele dafür Vitrine 44 bis 49. In den Vitrinen 50/51 kultische Gegenstände aus Knossós. Z.B. die kleinen Statuetten der Schlangengöttinnen im traditionellen busenfreien minoischen Frauengewand (muß eine schöne Zeit gewesen sein!) und ein fein gearbeiteter Stierkopf (Kultgefäß für Flüssigkeitsopfer). Der Stierkopf ist eines der religiösen Symbole Kretas, der Stierkult kam ziemlich sicher aus dem östlichen Kleinasien nach Kreta. In diesem Zusammenhang ist auch das „Stierspringen“ zu sehen (Fresko im Saal XIV). Einen solchen Stierspringer kann man in Vitrine 56 sehen, er wird im Fliegen, also beim Sprung dargestellt, der Rest der Gruppe ist leider nicht erhalten. In Vitrine 52 zwei Schwerter, von denen eines einen Akrobaten zeigt, der über ein Schwert springt. Man vermutet deshalb, daß es sich bei diesem Schwert um sein „Arbeitsgerät“ handelt.

Saal V: Neopalatikum – Spätzeit 1450 – 1400 v. Chr.
Funde aus der Spätzeit des Palastes von Knossós, der als einziger Palast nach der großen Flutkatastrophe von ca. 1450 v. Chr. noch einmal „auflebte“. In der Keramik entsteht der neue sogenannte „Palaststil“. Erste mykenische Einflüsse sind erkennbar. Die Vitrinen 60 bis 68 zeigen hauptsächlich Keramik und kleine Statuetten. In Vitrine 69 Tontäfelchen in Linear-A- und B-Schrift, nur letztere ist entziffert, es handelt sich aber leider prosaischerweise nur um buchhalterische bzw. inventarische Aufzeichnungen. In diesem Saal außerdem das Modell eines minoischen Hauses in Archánes und der königlichen Villa in Knossós.

PicturesOG/ami-melisses.jpgSaal VI: Neo- und Postpalatikum 1700 – 1300 v. Chr.
Funde in Gräbern um Knossós und Festós: Figuren, Vasen und andere Gefäße (in Vitrine 75 A das Skelett eines Pferdes), Waffen und andere Grabbeigaben (in Vitrine 78 ein Helm aus auf Leder aufgenähten Eberzähnen, ein einmaliger Fund auf Kreta, deshalb wird „Importware“ vermutet) sowie Schmuck. In den Vitrinen 81 und 87 besonders schöne Goldschmiedearbeiten. In Vitrine 88 Beigaben aus den mykenischen Tholosgräbern bei Archánes.

Saal VII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus Villen und Herrenhäusern, Gräbern und Kultstätten. Die minoische Kultur jener Zeit war nicht auf die Paläste beschränkt. Auch in kleineren Ausgrabungen wurden Funde gemacht, die von der minoischen Blütezeit zeugen. Direkt rechts an der Wand drei restaurierte Doppeläxte (neben dem Stierkopf das zweite religiöse Symbol der Insel). Des weiteren Gefäße, Haushaltsgegenstände, Keramik, Votivgaben wie kleine bronzene Tiere u.a. (Vitrine 92). In den Vitrinen 94/95 Funde aus Agía Triáda bei Festós, z.B. die „Schnittervase“, die eine Gruppe marschierender Männer zeigt.
Außerdem weitere Doppeläxte (Vitrine 98 und 101), Schmuck, Werkzeuge und in Vitrine 99 „Talente“ aus Kupfer (Zahlungsmittel von je 29 Kilo …).

Saal VIII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Die Funde aus dem Palast von Káto Zákros, der als letzter der vier großen minoischen Paläste entdeckt wurde. Die ersten Vitrinen zeigen vorwiegend Kultur und Gebrauchsgefäße aus Stein, Ton oder Bronze. In Vitrine 112 Waffen und eine mit Bronze verzierte Doppelaxt sowie Werkzeuge, in Vitrine 113 Elefantenzähne und Kupfertalente. In Vitrine 114 wohl kultischen Zwecken dienende Kelche aus kostbarem Gestein wie Marmor oder Obsidian. Mehrere bronzene Sägen in Vitrine 115. Und ein ähnlicher, aber etwas kleinerer Stierkopf als der aus Knossós (Saal IV), der wohl ebenfalls kultischen Zwecken diente, in Vitrine 116.

Saal IX: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Ausstellungsstücke anderer ostkretischer Fundstätten. Vitrine 119 bis 122 Keramik-Gefäße aus Palékastro, Goúrnia und Psíra. In Vitrine 123 kleine Terrakottafiguren, Menschen und Käfer, Weihegaben, die im Gipfelheiligtum von Piskokéfalo gefunden wurden. In Vitrine 124 wieder eine große und variantenreiche Sammlung von Siegelsteinen, ebenso in Vitrine 128. Vitrine 125 bis 129 zeigen Gefäße und Vasen, Vitrine 127 Werkzeuge und Waffen aus Bronze.

PicturesOG/ami-snake.jpgSaal X: Postpalatikum (Nachpalastzeit) 1450 – 1100 v. Chr.
Mit der Zerstörung der Paläste einher geht auch der Niedergang der minoischen Kultur. Das Kunsthandwerk wurde wieder einfacher, erste Einflüsse der mykenischen Einwanderer nach Kreta werden deutlich. Die Funde in diesem Saal stammen aus allen Teilen Kretas. Die Vitrinen 130 bis 133 zeigen Töpferei und Keramik, die Muster werden wieder einfacher. Weibliche Statuetten aus dem Heiligtum von Gázi in Vitrine 133. Die beiden folgenden Vitrinen zeigen Funde aus Zentralkreta, Grabbeigaben, Statuetten etc. Ebenfalls mykenische Einflüsse dann erkennbar in Vitrine 137, es handelt sich um Grabbeigaben mykenischer Funde. In Vitrine 139 Schmuck und Material zur Schmuckherstellung (Negativformen aus Stein). Die Vitrinen 140 bis 143 zeigen Kultobjekte wie Vasen und Tongefäße, Plastiken von Menschen (Göttinnen) und Tieren, und Vitrine 144 schließlich Waffen und Werkzeuge aus Bronze. Besonders interessant sind nach Archäologenmeinung auch gefundene Gewandfibeln aus Bronze, die einen Wandel in der Art der Bekleidung dokumentieren.

Saal XI: Subminoische und frühgeometrische Zeit 1100 – 800 v. Chr.
Die Dorer kamen nach Kreta und brachten die ersten Eisenwaffen mit auf die Insel. Mit ihrer Hilfe eroberten sie die Burgen der Mykener. Die einheimische Bevölkerung flüchtete ins Innere der Insel, wo sie ihre alte minoische Kultur noch eine ganze Weile aufrechterhalten konnte. Sie wurden später von den Griechen als die „echten“, als „Eteokreter“ bezeichnet. Funde aus solchen eteokretischen Siedlungen zeigen besonders Vitrine 148 und 154. Im übrigen Kreta setzt sich der dorische Einfluß durch, so auch in Form des neuen Werkstoffs Eisen, nicht nur für Waffen. In Vitrine 145 besonders sehenswert ein kleiner „Kernos“ (runder Opferstein mit mehreren Vertiefungenen für z.B. Getreideopfer), der reich verziert ist.
In Vitrine 146 u.a. zwei große Vasen, in denen die Asche der Toten aufbewahrt wurde, mit Totenklageszenen verziert, in Vitrine 147 Töpferei und kleine Figürchen aus Bronze. Kultische Statuetten einer Göttin mit erhobenem Arm und die interessante Darstellung eines Ochsenwagens (den Körper des Ochsen ließ der Künstler der Einfachheit halber weg, am Wagen angesetzt sind nur die Köpfe der Tiere) sind in Vitrine 148 zu sehen. In Vitrine 149 Funde aus der Höhle der Eileithyia (Göttin der Fruchtbarkeit und Geburt) bei Tsoútsouros im Süden der Insel: Statuetten und andere Votivgaben, die alle mit Zeugung, Geburt und Säuglingen zu tun haben. Der Kult in dieser Höhle begann schon in der minoischen Zeit und ging bis hin zu den Römern weiter, wie die verschiedenen Funde beweisen. Sogar aus Ägypten stammen ein paar kleine Figürchen aus Elfenbein.
In den beiden folgenden Vitrinen werden Keramik und andere Grabbeigaben gezeigt. In Vitrine 153 die ersten Waffen und Werkzeuge aus Eisen. In Vitrine 154 wieder eteokretische Funde aus der Siedlung bei Karfí (wie auch schon die Ausstellungsstücke in Vitrine 148) und in den Vitrinen 155 bis 157 geometrische Amphoren und andere Gefäße. In Vitrine 158 noch einmal Funde aus der Eileithyia-Höhle (s. Vitrine 148): Werkzeuge, Goldschmuck, Siegel.

Saal XII: Geometrische und orientalisierende Zeit 800 – 650 v. Chr.
Fast alle Funde stammen aus der Gegend von Knossós. Die Vitrinen 160 bis 161C zeigen Funde aus einer neueren Ausgrabung eines Gipfelheiligtums bei Sími/Viános: Votivgaben aller Art, vor allen Dingen Figürchen. Vitrine 162 Grabbeigaben aus den Gräbern des „orientalisierenden Stils“, der östliche Einflüsse in die kretische Kunst einbringt. Vitrinen 166 bis 168 weitere Grabbeigaben aus und um Knossós. Und schließlich sind in den Vitrinen 169/170 Funde aus der Zeushöhle im Idagebirge zu sehen: Bronzearbeiten und Goldschmuck.

PicturesOG/ami-lilienprinz.jpgSaal XIII: Minoische Sarkophage
Der Saal XIII liegt im Erdgeschoß links der Eingangshalle. Hier steht eine große Sammlung verzierter minoischer Tonsarkophage, die im Postpalatikum häufig zur Bestattung der Toten Verwendung fanden. Ihre geringe Größe läßt nicht etwa auf Zwergwuchs der Minoer schließen, die Toten wurden vielmehr in Hockstellung beerdigt, um Platz zu sparen. An der Treppe zum Obergeschoß stehen große „Pithoi“, tönerne Vorratsbehälter. Der Besucher steigt nun von hier aus nach oben und erreicht Saal XIV.

Saal XIV: Minoische Wandgemälde 1600 – 1400 v.Chr.
Die meisten der hier ausgestellten Fresken stammen aus dem Palast von Knossós und aus Ostkreta. „Stammen aus“ muß allerdings so verstanden werden, daß von den Original-Malereien nur sehr geringe Reste vorhanden waren, die hier restauriert und (re)konstruiert gezeigt werden. Es ist zumindest nicht auszuschließen, daß die Restauratoren (ebenso wie Evans im Palast von Knossós) ihrer Phantasie nicht immer genügend Zügel angelegt haben.
In den beiden kleineren Sälen XV und XVI weitere Fresken.

Saal XVII: Sammlung Giammalákis
In diesem Saal ist die bedeutendste Privatsammlung minoischer Kunstgegenstände zu sehen, die der Sammler dem Museum mit seinem Tode vermacht hat.

Saal XVIII: Kleinere Kunstgegenstände aus archaischer, hellenischer und römischer Zeit:
Wer immer noch nicht genug hat, kann hier in Schmuckstücken, Münzen, Tonfigürchen etc. noch einmal schwelgen.

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