Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni

In Agía Varvára (auf der Strecke von Iráklion nach Süden in die Messará-Ebene – siehe Fahrtroute 4) biegt rechts die Straße Richtung Zarós und Kamáres von der Hauptstraße ab.

Diese Straße schlängelt sich kurvenreich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 10 Kilometer das Dorf Gergéri (sprich: Jerjéri), das in landschaftlich sehr reizvoller, bewaldeter Umgebung liegt. Der Blick hinunter auf die Messará-Ebene ist hier ebenso interessant wie auf der folgenden Strecke.

Wiederum nach 7 Kilometern weiter kommt man nach Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Sarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós. Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni weiterlesen

Vrontisíou (Kloster)

PicturesOG/vrondisioubrunnen.jpgDas Kloster Vrontisíou liegt zwischen Zarós und Kamáres am Südhang des Ida-Gebirges, Zufahrt siehe dort. Das Kloster Vrontisíou  liegt nicht nur landschaftlich schön, sondern ist auch selbst sehenswert.

Direkt vor dem Eingang zum Das Kloster Vrontisíou  befindet sich ein prachtvoller venezianischer Brunnen, der irgendwie in/bei einem Kloster fehl am Platze erscheint (leider recht beschädigt), die Motive aber sind biblisch. Unterhalb der Figuren von Adam und Eva sprudelt das Wasser aus den Mündern vierer bärtiger Männer, die verschiedenen Deutungen zufolge entweder die Quellflüsse des Garten Eden oder die vier Evangelisten verkörpern. Das Wasser ist trinkbar und sehr erfrischend, ein paar Blechbecher stehen am Brunnenrand. Neben dem Brunnen steht eine uralte Platane, deren hohler Stamm locker eine deutsche Durchschnittsfamilie aufnimmt, die der Kreter, der meist hier vor dem Das Kloster Vrontisíou  köstlichen Honig und ebensolchen Raki verkauft, gerne fotografiert …

PicturesOG/vrondisioukirche.jpgIn der zweischiffigen Klosterkirche sind viele Fresken zu besichtigen. Die beiden Kirchenschiffe sind auffällig unterschiedlich hoch, das rechte (wenn man davor steht) ist deutlich niedriger als das andere. Die ursprünglich in der Kirche aufbewahrten Ikonen des berühmten kretischen Malers Damaskinós hängen heute in der Kirche der Agía Aekateríni in Iráklion. Dennoch gibt es Ikonen in der Klosterkirche, die wurden aber wiederum aus der Kirche des Ágios Fanoúrios, dem einzigen Überrest des Klosters Varsamónero, hierhergebracht, denn dort waren sie nicht sicher genug. Bei einem Einbruch in die Kirche im Jahre 1975 wurde die große Ikone der Muttergottes entwendet.

Zarós (Sarós)

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Das Bergdorf Zarós (auch: Sarós) liegt am Südhang des Ida-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene. Man erreicht das Dorf von Iráklion aus wie folgt: Man fährt die Straße nach Süden Richtung Míres, Timbáki und Agía Galíni bis zum Dorf Agía Varvára. Hier biegt die Straße nach Kamáres rechts von der Hauptstraße ab. Die Straße schlängelt sich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 17 Kilometer Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Zarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós.

Man verfehlt das obere Dorf (und die weitere Strecke nach Kamáres) leicht: Die vermeintliche Hauptstraße führt nämlich hinunter nach Káto Sarós, man muss an einer Kreuzung (Tankstelle und Polizeistation) rechts hinauf abbiegen. Dies wird hier so genau erwähnt, da das Hinweisschild Richtung Kamáres so günstig angebracht ist, daß man es erst sieht, wenn man vorbeigefahren ist.

Zarós ist wie die meisten kretischen Bergdörfer rein optisch eher relativ reizlos, die üblichen Supermärkte und Tankstellen sind vorhanden, Geldwechselmöglichkeit bei Bank oder Post an der Hauptdurchgangsstraße (falls man nicht aus einem Euro-Land kommt)

PicturesOG/zaros-stefan2011.jpgEin Haus aber ist wirklich interessant, allerdings nur deshalb, weil es die Werkstatt des über Kretas Grenzen hinaus bekannten Instrumentenbauers Antónis Stefanákis beherbergt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall, evtl. auch der Kauf einer Lýra oder eines Baglamás. Zarós (Sarós) weiterlesen

Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus)

Es gehört sicherlich zu den Höhepunkten eines Kreta-Besuches, den Psilorítis, den höchsten Gipfel des Ida-Gebirges, zu besteigen. Jener allgegenwärtige Berg, der auf den Menschen in jahrtausendealter Gelassenheit herabschaut, verlockt förmlich dazu, diese Insel einmal selbst von oben zu sehen. Er fordert dafür nur ein wenig Unbequemlichkeit und Ausdauer. Immerhin ist das Ida-Gebirge das höchste der Insel und der Psiloritis misst stolze 2456 Meter.

Am einfachsten ist er von Anógia aus zu besteigen bzw. zu erwandern (außerdem noch von Kamáres aus).

Bis zur Ida-Höhle (Idaéon Ándron)
Am Ortseingang von Anógia von Iráklion aus biegt die Zufahrt zur Nída-Hochebene links ab. Sie  ist inzwischen komplett und ziemlich ordentlich asphaltiert. Die Straße endet bei einem Touristenpavillon mit angeschlossener Taverne und Gästehaus (nur im Sommer geöffnet, dann stehen auch einige Betten zur Verfügung) unterhalb der Ida-Höhle (Idaéon Ándron), in der der Mythologie zufolge Rhea ihren soeben geborenen Sohn Zeus vor seinem gefräßigen Vater versteckte. In der Höhle selbst liegen heute allerdings keine Windeln mehr herum, darüber hinaus ist sie oft wegen archäologischer Ausgrabungen für den Publikumsverkehr gesperrt.

PicturesOG/andartis01.jpgVon der Höhle aus ist auch der „Antártis“ (der Partisan) zu sehen, ein 32 x 9 Meter großes „liegendes“ Monument für den Frieden. Er liegt hier schon seit Anfang der 90er Jahre, erbaut oder gestaltet von der deutschen Künstlerin Karina Raeck. Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus) weiterlesen

Kamáres

Kamáres liegt am Südhang des Ída-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene.

PicturesOG/Nur zu Fuss 001.jpgDas Dorf ist nach wie vor recht ursprünglich geblieben und ziemlich verträumt. Gäbe es nicht die gleichnamige Höhle, in der die Töpferwaren im „Kamáres-Stil“ gefunden wurden, verirrte sich wohl kaum einmal jemand hierher. Der eifrige Bürgermeister des Ortes bemüht sich sehr, viel für den bescheidenen Tourismus zu tun, der seinem Dorf Geld bringt. Er betreibt nebenbei noch ein kleines Hotel, das selten voll belegt ist, und organisiert bei Bedarf alles, wie z.B. einen Führer, der einen samt Esel fürs Gepäck auf den Psilorítis hinaufbringt. Ohne Führer ist der Aufstieg von dieser Seite nur bedingt zu empfehlen.

PicturesOG/Nur zu Fuss 002.jpgDen Weg zur Höhle hinauf findet man allerdings auch ohne Führer. Am östlichen Dorfausgang führt er steil den Berg hinauf, man braucht bloß einer Wasserleitung zu folgen. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg erreicht man eine Weggabelung, an der man sich rechts hält, um zur Höhle zu gelangen. Kamáres weiterlesen

Ágios Fanoúrios (Kirche) / Kloster Varsamónero

PicturesOG/varsamonero.JPGAuch Ágios Fanoúrios Varsamónero (auch: Valsamónero) ist einen Abstecher wert. Folgt man von Zarós aus der Straße Richtung Kamáres am Südhang des Ida-Gebirges, so zweigt direkt vor dem westlichen Ortsende des Dorfes Vorizía der Fahrweg zur Kirche links ab (noch ca. 3 Kilometer). Die Ortsdurchfahrt in Vorízia ist sehr eng und unübersichtlich! Kurz hinter dem Dorf gabelt sich die Straße, ein kleines Holzschild weist nach links.

Sehr interessant an der Kirche ist sicherlich die Architektur, sie entstand nämlich in vier Etappen. Der älteste Teil ist das Nordschiff, das vermutlich 1332 erbaut wurde und der Muttergottes, der Panagía geweiht war. Etwa 70 Jahre später wurde dann das Johannes dem Täufer geweihte Südschiff angebaut, das nur ein halbrundes Gewölbe hat (auch etwas schmaler ist als das Nordschiff). Westlich der beiden ersteren liegt ein Westschiff, das etwa um 1426 erbaut wurde, und vor diesem wiederum der noch später erbaute „Narthex“ (altgriech. „Kästchen“), eine schmale Binnenvorhalle, wie sie in byzantinischen und altchristlichen Kirchen vorkommt.

An den Ikonostasen hängen heute fast keine Ikonen mehr. Diese wurden in die Kirche des Klosters Vrontisíou gebracht, da sie hier nicht sicher genug waren: Bei einem Einbruch in die Kirche im Jahre 1975 wurde z. B. die große Ikone der Muttergottes entwendet.
Immer noch zu bewundern (und auch kaum zu klauen) sind die zahlreichen Fresken, die alle vier Teile der Kirche schmücken.

Leider fällt das Bewundern oft schwer, denn das Gelände ist häufig verschlossen. Gerüchteweise soll es dienstags bis sonntags von 9.00-15.00 Uhr geöffnet sein, ich würde mich nicht darauf verlassen. Für das Foto bin ich ein ganzes Stück den Berg hochgeklettert …

Wandern (durch Schluchten und anderswo)

Wandern wird auf Kreta immer beliebter und das nicht zu Unrecht. Die ganze majestätische Schönheit der kretischen Bergwelt beispielsweise erschließt sich durchs Autofenster nur mangelhaft. Wer durch sie hindurchwandern will, sollte sich aber mit gutem Schuhwerk u.ä. versehen und die absoluten Hochsommermonate Juni bis Ende August besser meiden, denn dann ist es auf Kreta eigentlich viel zu heiß. Am schönsten ist es im Mai, denn dann ist die Insel grün und blumenbewachsen, oder im September, denn dann wird es wieder kühler, wenn sich auch die Flora mehrheitlich nur noch bräunlich verbrannt präsentiert.

Es wird nicht empfohlen, sich ohne einheimischen Führer oder gar ohne Begleiter allzu weit in die Wildnis zu wagen, man verläuft sich zu leicht, und ein falscher Tritt kann möglicherweise den Rückweg ohne Hilfe unmöglich machen. Deshalb also besser immer zu mehreren losziehen (und genügend Wasser mitnehmen, denn viele Quellen kennen und finden nur die Einheimischen).

Dies hier ist zwar kein ausgesprochener Wanderführer, aber eine Reihe von Beschreibungen habe ich natürlich anzubieten.
Zu den Schluchten auf Kreta

  1. Durch die Schlucht Ágio Fárango südlich der Messará-Ebene.
  2. Durch dieSchlucht Agía Iríni nördlich von Soúgia.
  3. Kleine (aber schöne) Wanderung um Doulianá.
  4. Vom Kloster Gouvernéto auf der Halbinsel Akrotíri über das Kloster Katholikó zum Meer (und zurück).
  5. Von Anógia auf den Psilorítis (das Ida-Gebirge).
  6. Von Kamáres aus zur Kamáres-Höhle.
  7. Durch das „Tal der Toten“ bei Káto Zákros.
  8. Von Paleochóra zum Kloster Chryssoskalítissa/Elafonísi.
  9. Von Paleochóra nach Lissós und Soúgia.
  10. Vom Kloster Kapsás in/durch die Perivolákia-Schlucht.
  11. Plakiás – Der „Riverwalk“.
  12. Durch die Roúvas-Schlucht am Südhang des Ida-Gebirges.
  13. Durch die Samariá-Schlucht, die „Mutter aller Wanderungen“.
  14. Durch die Sarakinás-Schlucht im Südosten Kretas.
  15. Von Soúgia nach Lissós und Paleóchora.
  16. Durch die Ímbros-Schlucht zwischen Chóra Sfakíon und Frangokástello im Süden
  17. Durch dieKritsá-Schlucht.
  18. In der Farángi Agíou Antoníou (Schlucht des Heiligen Antonios).
  19. Durch die Ríchtis-Schlucht bei Moulianá im Nordosten.