Agía Paraskeví

Das kleine Dorf Agía Paraskeví liegt an der Straße zwischen Agía Galíni und Réthymnon, allerdings an der besonders kurvenreichen „Alternativstrecke“, die man wie folgt erreicht: Kommt man aus der Messará-Ebene von Timbáki aus den Berg hinauf, nimmt man kurz hinter einer Kaserne die Abzweigung rechts nach Réthymnon. Geradeaus geht es weiter nach Agía Galíni. Etwa zwei KM weiter gabelt sich die Straße, geradeaus führt die „normale“ alte Straße nach Réthymnon. Links zweigt die „Alternativstrecke“ über Agía Paraskeví und Áno Méros ab.

Das erste Dorf auf dieser Strecke ist Agía Paraskeví. Fast in jedem Kafenío des Dorfes hängt das Portrait eines streng blickenden kahlköpfigen Mannes: Vor knapp 30 Jahren sah man sein Bild noch öfter in den Tageszeitungen, es ist der Junta-Obrist Stylianós Patakós, einer der Exponenten der griechischen Faschistenregierung von 1967 bis 1974. Seine Familie stammt aus diesem Dorf, und noch immer gehört ihr der größte Teil des Dorfes und Landbesitzes. Womit nicht behauptet werden soll, die Bevölkerung des Dorfes sei rechts eingestellt. Hier sind es Familienbande, und was Patakós alles mit verantwortet hat, ist den meisten nicht so recht bewusst. Es ist allerdings sinnlos und fehl am Platze, hier aufklärerisch wirken zu wollen.

Abgesehen davon hat das Dorf auch noch mehr zu bieten:
Am unteren Dorfeingang gegenüber eines „venezianischen“ Brunnens die kleine Doppelschiffkirche der Agía Paraskeví und des Ágios Geórgios, die große Kirche der Agía Stylianí weiter oben direkt an der Durchgangsstraße und vor allen Dingen in Dorfmitte zu Fuß zu erreichen die älteste Kirche des Dorfes, gewidmet der Panagía, der Heiligen Muttergottes. Sie weist uralte, teilweise sehr verwitterte Fresken auf.
Die Kirche ist meistens abgeschlossen. Geht man aber direkt oberhalb der Kirche nach rechts vorbei am Kafenío um die Ecke herum, kommt man zum Haus des Dorfpopen und kann nach dem Schlüssel fragen.

Außer dem bereits erwähnten Kafenío bietet die „Taverna Maria“ (eigentlich auch ein besseres Kafenío) weiter unten an der Durchgangsstraße zumindest Omeletts und Salat an.

 

Panagía i Kerá (Kirche)

Die relativ kleine Kirche bei Kritsá wenige Kilometer südlich von Ágios Nikólaos ist die wohl berühmteste Kirche Panagía i Kerá auf Kreta und ziert viele Titelblätter, nicht zu Unrecht, denn sie bietet immerhin zwei Besonderheiten.

PicturesOG/kritsa2.jpgZum einen ist Panagía i Kerá  dreischiffig. Diese drei Kirchenschiffe entstanden in horizontaler Sandwichbauweise nach und nach im Laufe von drei Jahrhunderten. Das macht die Kirche Panagía i Kerá  viel breiter, als der Kuppelturm über dem mittleren Schiff hoch ist. Wegen ihrer zusätzlichen schrägen Stützmauern an den Seiten wirkt sie geduckt und fest im Boden verwurzelt. Nicht das mittlere Schiff mit dem Turm ist übrigens das älteste, sondern das südliche, welches zu Beginn die komplette Kirche darstellte.

Die zweite Besonderheit der Kirche Panagía i Kerá sind die Fresken in ihrem Inneren, die ich leider nicht fotografieren konnte, da es zu dunkel war und ein Blitz verboten ist.

Nirgendwo sonst auf Kreta sind diese Fresken so zahlreich und gut erhalten. Deshalb kommen so viele Interessierte hier her, dass diese Kirche meines Wissens die Einzige auf Kreta ist, für die Eintritt verlangt wird (ca. 3 Euro). Das Innere ist diesen Obulus aber auch wert.

Das Mittelschiff ist mit Bildern der Propheten (in der Kuppel, schlecht erhalten), der Evangelisten (in den Ecken darunter) und dahinter mit einer Darstellung der Auferstehung Christi geschmückt. In der Apsis findet eine Darstellung der Gottesmutter mit den Erzengeln Gabriel und Michael. Im vorderen Teil sind einige Stationen aus dem Leben Christi zu sehen, wie seine Geburt, der Kindermord des Herodes, das Abendmahl u.a.

Das Südschiff ist der Agia Anna geweiht (der „Großmuttergottes“). Die Fresken zeigen Bilder aus ihrem Leben.

Das Nordschiff gehört dem Ágios Antónios. In der Apsis ist hier besonders interessant die Darstellung des Christus Pantokrator. Etwas fehl am Platze scheint in der hinteren linken Ecke ein Paar in kretischer Tracht. Man vermutet, daß es sich ganz prosaisch um die Stifter dieses zuletzt angebauten Nordschiffes handelt.

Die Kirche ist montags – samstags von 10-15 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr geöffnet. Man sollte sich vor dem Hinauffahren diese Öffnungszeiten aber unbedingt bei der Touristeninformation (EOT) in Ágios Nikólaos bestätigen lassen, damit man nicht möglicherweise vor verschlossener Tür steht.

Ravdoúcha

Ravdoúcha

Das Dorf liegt oberhalb der Westküste der Halbinsel Rodópou im Nordwesten der Insel. Inzwischen muss man nicht mehr die alte Straße zwischen Chaniá und Kastélli befahren, um nach Ravdoúcha zu kommen. Die Abzweigung ist auch von der „New Road“ aus ausgeschildert.

Hier sei insbesondere einer meiner Lieblingsplätze auf Kreta beschrieben:
Man fährt im Dorf bis zur Kirche, die links an der Straße liegt. Direkt gegenüber der Kirche biegt rechts ein asphaltierter Weg ab, der steil hinunter zum Meer führt (Schild: „Pros Paralia Tavern“, was soviel heißt wie: „zum Strand und zur Taverne“). Ravdoúcha weiterlesen

Neápolis

Neápolis

Das Landstädtchen Neápolis liegt etwas abseits der „New Road“ zwischen Mália und Ágios Nikólaos im Nordosten der Insel. Zwei bis drei Kilometer hinter einem der seltenen Straßentunnel auf Kreta (dieser ist sogar 275 Meter lang), erreicht man die Abzweigung PicturesOG/neapolis.jpgnach Neápolis, welches einen kleinen Verkehrsknotenpunkt darstellt. Hier treffen sich die „New Road“ und die alte Straße für einen Moment, man kann also statt der bequemen Strecke direkt nach Ágios Nikólaos die kurvenreiche alte Straße nehmen oder sogar den ebenso kurvenreichen nördlichen Umweg über Fourní, der nördlich von Ágios Nikólaos bei Eloúnda das Meer erreicht. Außerdem zweigt in Neápolis die zweite Strecke in die Lassíthi-Hochebene von der nördlichen Hauptstraße ab. Neápolis weiterlesen

Lassíthi-Hochebene

Lassíthi-Hochebene

PicturesOG/windmuehle.jpgEin Ausflug von Iráklion (oder benachbarten Orten)…

Wer diesen Ausflug von Osten her unternehmen möchte, fährt am besten von Ágios Nikólaos über Neápolis zur Lassithi-Ebene hinauf. Auch diese Strecke ist entsprechend beeindruckend und kurvenreich.

Etwa 22 Kilometer östlich von Iráklion biegt man von der Nordküstenstraße rechts Richtung Lassíthi-Hochebene ab (ausgeschildert: Kastélli 15 Kilometer). Nach ca. 7 Kilometern biegt man nach links Richtung Goniés ab und folgt sodann immer der Ausschilderung Richtung Lassíthi-Hochebene bzw. zum Hauptort derselben, Tzermiádon. Lassíthi-Hochebene weiterlesen

Kavoúsi

Kavoúsi

Kavoúsi ist ein nettes Dorf unweit der Nordküste an der Hauptstraße von Ágios Nikólaos nach Sitía (einige wenige Kilometer hinter der Abzweigung nach Ierápetra). Ringsum ist es recht grün: Weinberge, Olivenbäume und Gärten.
Auch das Dorf und seine Tavernen an der Straße wirken einladend. Ich habe mir schon oft vorgenommen, hier mal länger zu bleiben und nur auszuspannen, trotz der Hauptdurchgangsstraße ziemlich weit weg von allem, aber „mich treibt’s bisher immer zu sehr um“. Vielleicht kriege ich es noch mal hin.

Sehenswert
Die byzantinischen Kirchen des „Ágios Geórgios“ und der „Dhódheka Apostóloi“ (der 12 Apostel) mit Heiligenbildern aus dem 16. Jahrhundert. Auch die Kirche der „Panagía“ (der Muttergottes) aus dem 19. Jahrhundert ist wegen ihrer holzgeschnitzten Ikonenwand einen Besuch wert.

PicturesOG/Kavousi-olive.jpg Kavoúsi weiterlesen