Kreta 1977 – Teil 10

Die nächsten Tage dienten mal wieder der Erholung in allen Facetten. Wir aßen drei Mal am Tag im Kyaní Ákti, badeten, restaurierten unser Äußeres und trieben allerlei Faxen. Außer uns tauchte nicht ein einziger anderer Ausländer auf, nur Griechen besuchten das Lokal mittags wie abends auch damals schon gerne. Wenn man sich vor Augen hält, dass dieser Strand der allererste westlich von Chaniá ist, wundert es wenig. Und über die Qualität der Taverne sprach ich ja schon mehrfach!

Es war früher Samstagabend. Wir saßen ganz am Rande der Terrasse und wollten uns noch etwas Zeit bis zum Essen lassen. Klaus und Irene spielten Tavli und ich klimperte ein wenig leise auf der Gitarre vor mich hin. Auch für die Griechen war es eigentlich noch zu früh zum Essen und so war nur eine einzige große Paréa anwesend, die sich drei Tische zusammengeschoben hatte und wie alle griechischen Familien laut und lebhaft war. Aber das störte uns ebenso wenig wie wir sie … im Gegenteil. Plötzlich stand ein Mann aus der Familie neben mir und lud uns an ihren Tisch ein … aber die Gitarre sollte ich mitbringen.

Nun wir hatten noch selten Kontaktängste und so siedelten wir zu ihnen um. Schnell standen frische Teller vor uns und das Familienoberhaupt ließ es sich nicht nehmen, sie für uns persönlich voll zu schaufeln. Und als alle uns inklusive herrlich gesättigt waren, erfüllte ich natürlich gerne den Wunsch nach ein paar griechischen Liedern auf und zur Gitarre … die ganze Truppe sang begeistert und lautstark mit. Wein und Raki flossen heftig und im Lauf des Abends erfolgte eine Einladung für den nächsten Mittag ins Haus der Familie in Chaniá zum Mittagessen. Natürlich sagten wir höflich zu …

Da wir spät ins Bett gekommen waren, kamen wir auch recht spät wieder raus. Aber für ein ausführliches Bad im eiskalten Fluss reichte es allemal.

Das Haus der Familie in der Odós Perídou fanden wir schnell und wurden erfreut begrüßt. Der Haushaltsvorstand zeigte uns stolz sein in der direkten Nachbarschaft liegendes großes Möbelgeschäft – in dieser Gegend lagen noch eine große Zahl weiterer Möbelgeschäfte, es ist wohl ein griechisches Phänomen, dass Firmen der gleichen Branche gerne im Rudel auftreten!
Leider brauchten wir aktuell keine neue Sitzgruppe, sonst hätten wir ihm sicher etwas abgekauft.

Dann aber ging es zurück nach Hause, wo wir einen reichlich gedeckten Tisch und den Rest der Großfamilie, die wir alle schon vom Vorabend „kannten“, vorfanden. Und die Dame des Hauses hatte aus dem Vollen geschöpft – das war noch eine Nummer besser als in der besten Taverne (aber das werden die meisten auch schon mal erlebt haben).

Um es kurz zu machen, dieses Essen zog sich – unterbrochen durch einige Tässchen Kaffee und einige mehr Gläser Raki bis etwa 7 Uhr abends hin. Ich wusste gar nicht, dass man auch mal immer weiter essen kann, irgendwie passt es noch rein. Und da wir eine so perfekte Grundlage hatten, machte uns auch der reichliche Alkohol nichts aus. Zwischendurch sang die versammelte Mannschaft auch wieder mal …

Gegen acht Uhr abends verabschiedeten wir uns dankbar und herzlich von unseren neuen Bekannten und fuhren zum Kyani Akti zurück. Im Nachhinein ist mir überhaupt nicht mehr verständlich, warum ich mir dort zu einem Liter Wein noch eine doppelte Portion Féta mit Öl und Orégano bestellte, die ich tatsächlich noch vertilgte – vielleicht hatte die Völlerei in Chaniá meinen Bandwurm aufgeweckt …?

Übrigens kam die Familie noch zwei Mal in den nächsten Tagen ins Kyani Akti, wo wir dann wieder gemeinsame lustige Stunden verbrachten. Und ich bekam die Möglichkeit, mich ein wenig zu revanchieren. Als wir nämlich auf das ungefähre Datum unserer Rückreise nach Deutschland zu sprechen kamen, meinte eine der Töchter, das sei etwa der Termin, an dem sie zurück zur Uni in Thessaloniki müsse, wo sie studierte. Was lag näher, als ihr anzubieten, sie dorthin mitzunehmen? Also bot ich es an und sie war sehr erfreut. Wir verabredeten uns also für ein bestimmtes Datum in Iráklion am Morosinibrunnen … Wir hatten uns aber schon darauf geeinigt, dass es eine Übernachtung in Athen geben würde, denn wir hatten ja versprochen, Jorgos (und Christos) zu besuchen, um uns von ihnen mal Athen aus der Sicht Einheimischer zeigen zu lassen. Und ein Bett für sie würde man sicher vorfinden, darüber machten wir uns keinen Kopp (sie auch nicht!).

Irenes und Klaus‘ Urlaub ging zu Ende, sie reisten ab. Wir fuhren Richtung Réthymnon. Unterwegs nahmen wir wieder ein englisches Tramperpärchen mit, dem es eigentlich egal war, wohin sie fuhren. Sie waren auch sonst sympathisch, so dass wir beschlossen, ein paar Tage zusammen zu bleiben.
In Réthymnon wurde zuerst einmal ausführlich die Fortétsa mit ihrer Moschee und dem kleinen christlichen Kirchlein besichtigt. Danach aßen wir an der Strandpromenade (nicht im Hafen, da war es uns zu voll).

Und im Anschluss daran machten wir uns auf nach Balí, denn dort waren wir noch nicht gewesen. Ausnahmsweise nahmen wir uns mal ein – nein, zwei Zimmer, und zwar bei Vassílis in der südlichsten Taverne in der Hauptbucht direkt am Strand. Wir wollten uns einfach mal was gönnen. Vassilis sah aus wie eine magere Version von Charlie Chaplin – ich glaube kaum, dass er noch lebt, aber ich weiß es nicht.
Gleich am zweiten Abend überfiel er mich mit dem Wunsch, früh morgens am nächsten Tag mit uns nach Pánormos zu fahren, wo er Zigaretten für das Lokal kaufen wollte. Solche Ausflüge waren mir ja schon Jannis und Kókkinos Pýrgos bekannt, also sagte ich leichtsinnigerweise zu.

Leichtsinnigerweise? Ja, denn Vassilis weckte uns um halb sieben in der Frühe. Das ist für einen Studenten – und dann noch in den Semesterferien – ein Synonym für „mitten in der Nacht“! Na, was sollte es, versprochen war versprochen … die beiden Engländer ließen wir aber weiter schlafen. Und wir tranken erst mal jeder drei griechische Kaffees, um wach zu werden.
Dann fuhren wir nach Pánormos, wo uns Vassilis vor einer recht einfach aussehenden Taverne  ziemlich weit oben im Dorf zum Anhalten aufforderte, die tatsächlich schon geöffnet war. Er wollte seine Einkäufe erledigen, wir sollten es uns so lange hier gemütlich machen.

Es dauerte kaum eine halbe Stunde und er kam mit mehreren Plastiktüten bepackt zurück. Wir verstauten diese im Auto und dann orderte er eine größere Menge Souvláki bei der Wirtin und drei Flaschen Bier. Ja, ja, auch das kam uns bekannt vor.
Um kurz nach neun Uhr waren wir dann zurück in Balí und Vassilis öffnete nun auch seine Taverne – wir gingen erst einmal Baden.

Nach vier Nächten zog es uns dann wieder in den Süden, allerdings erst einmal nicht direkt nach Kókkinos Pýrgos, obwohl wir dort sicher schon erwartet wurden. Wir fuhren erst einmal nach Keramés, wovon uns Joan mehrfach vorgeschwärmt hatte. Nachdem wir den Gebirgszug überquert hatten, stoppten wir, denn wir hatten entdeckt, dass hier jede Menger wilder Oregáno wuchs. Da dieser zu meinen Lieblingsgewürzen zählt, hielten wir erst einmal reichliche Ernte.
Keramés selbst allerdings entpuppte sich als völlig verschlafenes Nest. Da es außerdem zwischenzeitlich zu regnen begonnen hatten, beschränkten wir unseren Aufenthalt auf einen Spaziergang über die Hauptstraße und ergriffen dann wieder die Flucht … nach Kókkinos Pýrgos, wo wir wie üblich mit großem Hallo begrüßt wurden. Auch die üblichen bekannten Stammgäste aus Deutschland, England, Österreich und der Schweiz waren wieder oder noch da …

Ein paar Tage später fragte uns Stella, Jannis‘ Frau, ob wir mit ihr und den Kindern zum Kloster Préveli fahren wollten. Dort würde am nächsten Tag ein großes Fest zu Ehren der wichtigsten Reliquie des Klosters stattfinden, dem Splitter vom Kreuz Christi in der Kirche, der in ein prächtiges Kreuz eingearbeitet wurde und angeblich Augenleiden heilt.
Um diese Reliquie rankt sich eine berühmte Geschichte: Die deutschen Besatzer sollen während des zweiten Weltkriegs den Splitter aus dem Kreuz Christi gestohlen haben. Es nützte ihnen allerding wenig, da das wundersame Stückchen Holz seine Übermacht über die seinerzeit moderne Technik bewies. Die Motoren des Flugzeugs, mit dem es außer Landes gebracht werden sollte, weigerten sich hartnäckig, anzuspringen … Erst als sich die Reliquie reumütig zurückgebracht wieder im Kloster befand, funktionierten diese und andere Motoren wieder.

Natürlich wollten wir! Stella und die Kinder würden im Kloster übernachten, dass zu diesem Vorabend des großen kirchlichen Festes vielen Gläubigen eine Übernachtungsmöglichkeit (auf dem Fußboden) bot, und wir hatten ja unseren Bus, den wir vor dem Kloster parken konnten.
Stella packte einige Fastenspeisen zusammen, denn am Vorabend des Festes wurde gefastet (aber sehr lecker gefastet!) und blühte auf der Fahrt und während des Aufenthalts im Kloster förmlich auf. Sie war offensichtlich froh, mal von Jannis und der Taverne wegzukommen.
Nur Jannis mopperte vorher und nachher ziemlich rum, er musste ja zwei Tage lang selbst arbeiten!

Es war ein sehr netter Abend – wir schliefen hinterher wie gesagt im Bus vor dem Kloster – und auch der Gottesdienst am nächsten Tag war beeindruckend. Ich erstand eine ganz billige Abbildung des heiligen Kreuzes aus Plastik, die unseren Bus begleitete, so lange er lebte. Ich glaube, irgendwo habe ich sie immer noch …

Kreta 1977 Reisebericht Teil 11

Kreta 1977 – Teil 11

Inzwischen war es schon fast Oktober und unsere letzte Woche war angebrochen. Ich rechnete allmählich mal unsere Finanzen durch. Dabei kam ich zu dem Ergebnis, dass wir eigentlich ganz gut im Soll lagen, was nach dieser langen Zeit erstaunlich war), einzig und allein die unvorgesehenen Arzneikosten wegen Yvonnes Abszess hatten eine heftige Bresche von etwa 120 DM in unsere Reisekasse geschlagen.

Also beschloss ich, am Tag vor der Abreise nach Iráklion zur IKA (staatliche Krankenkasse) zu fahren, weil ich hoffte, dass man mir dort bei Vorlage der Quittung und Yvonnes internationalen Krankenscheins das Geld erstatten würde.

Das Gebäude der IKA in der Odós Agíou Miná fand ich schnell, war aber schon ein wenig beeindruckt, als ich in der Empfangshalle die Schlangen vor den diversen Schaltern sah. Irgendwie fand ich heraus, wo ich mich anzustellen hatte und war nach geraumer Zeit auch dran. Erwartungsvoll schob ich die genannten Papiere über den Tresen. Der Mensch am Schalter schaute sie sich eine ganze Weile an und bedeutete mir dann, mit dem internationalen Krankenschein könne man hier nichts anfangen. Dazu müsse mir erst ein sog. „Vivliário“ ausgestellt werden, welches wohl den nationalen Krankenschein darstellte.
Also fragte ich, ob man mir hier dieses Vivliário ausstellen könnte. Die Antwort erinnerte an Radio Eriwan: „Im Prinzip schon … aber dafür müssen Sie in den zweiten Stock, Zimmer x!“

Also nahm ich tapfer meine Unterlagen wieder an mich und wanderte die Treppe empor in den zweiten Stock. Einen Fahrstuhl gab es nicht, denn bei der IKA sorgte man schließlich für die Gesundheit der Kundschaft.

Ich fand das entsprechende Zimmer, musste auch hier eine Weile warten, durfte dann aber eintreten und brachte mein Anliegen vor. Der Beamte (?) betrachtete sich meine Unterlagen und holte dann ein mehrseitiges Formular aus dem Schreibtisch. Mühsam schrieb er Yvonnes persönliche Daten aus dem Reisepass ab – ja, ich hatte sogar daran gedacht, mir von einem Einheimischen aufschreiben zu lassen, dass Yvonne mich ermächtigte … dieses Papier schien die ausreichende Anerkennung zu finden. Als das Formular endlich fertig war, musste ich unterschreiben, einige Stempel landeten auf dem Papier … und die Reise ging weiter.

Am Zielort fand ich einen (offensichtlich) Arzt vor, er trug einen weißen Kittel. Dieser las sorgfältig das Antragsformular von Anfang bis Ende durch, betrachtete Yvonnes Vollmacht und Krankenschein und beäugte schlussendlich auch die beiden Apothekenquittungen.

Er legte sie wieder weg und durchwühlte die Unterlagen noch einmal. Dann schaute er mich an?
„Ke pou íne i sintají?“ (Wo ist das Rezept?)
„Den to xéro. Mállon akóma sto farmakío. I stélnoun tis syntajés kápou?“ (Das weiß ich nicht. Wahrscheinlich noch in der Apotheke. Oder schickt man die Rezepte irgendwo hin?)

Es ging noch ein bisschen hin und her, aber das Ende vom Lied war … ohne Rezept hatte ich keine Chance. Blieb nur zu hoffen, dass der Apotheker in Timbáki das Rezept noch finden würde. Morgen hatte ich ja auch noch Zeit, mein Glück erneut zu versuchen. Sicherheitshalber würde ich Yvonne mitnehmen – wir mussten ja sowie zur Abendfähre und waren darüber hinaus mit der netten Chaniotin verabredet.

Ich hatte Glück: Der Apotheker in Timbaki hob anscheinend alle Rezepte bis an sein Lebensende auf, er hatte eine ganze Schublade voll davon. Und … er fand unser Rezept. Ich atmete auf. Nun würde ich also morgen sicher das Geld bekommen … das Vivliário hatte ich ja schon. Wie ich später feststellte, war das noch gar nicht das Vivliário – nur der (erste) Antrag dafür …

Am nächsten Tag nahmen wir wieder einmal Abschied von Kókkinos Pýrgos, was uns wie immer schwer fiel. Wenn ich mir das heute noch mal so überlege, verstehe ich das gar nicht so richtig, aber sicherlich waren es die Menschen, denen wir damals begegneten. Den vielen einheimischen Freunden und Bekannten und natürlich auch den anderen KP-Bekloppten, die immer wieder kamen. Wahrscheinlich war es so ähnlich wie etwa zur gleichen Zeit in Paleochóra, nur ist Pale schon ein wenig (nein, eigentlich viel) hübscher. So hat halt jedes Tierchen sein Plaisirchen oder Vorlieben …

Also zurück nach Iráklion und zur IKA. Diesmal nahm ich Yvonne mit rein, denn nach den bisherigen Erfahrungen erwartete ich fast, dass meine handschriftliche Vollmacht irgend einem wichtigen Menschen plötzlich nicht mehr reichen würde.
Da ich den Antrag, die andren bisherigen Unterlagen und nun auch das bzw. die beiden Rezepte bei mir hatte, gingen wir gleich durch in den zweiten Stock zu dem Herrn im weißen Kittel.
Wieder betrachtete er sich sorgfältig und akribisch alle Papiere, dann nickte er gnädig, öffnete seine Schreibtischschublade und zog … ein Antragsformular hervor. Mein Gott, nein, nicht noch eins. Es dauerte eine halbe Stunde, bis wir sein Büro mit dem unterschriebenen und abgestempelten Vivliário verließen und uns auf die Suche nach einem Büro im 1. Stock machten, zu dem er uns geschickt hatte.

Wir fanden es: Es war ein Großraumbüro mit etwa 15 Schreibtischen, die alle besetzt waren. An der Tür liefen wir auf eine freundliche Dame auf, die das Büro wie ein Zerberus „bewachte“. Wir legten ihr alle Unterlagen vor, die sie aufmerksam studierte und uns dann an einen Schreibtisch ganz am hinteren Ende des Raumes verwies. Während wir den Raum durchquerten, entdeckte ich voller Überraschung und Vorfreude, dass sich hier in diesem Büro offensichtlich auch die Kasse befand. Und zwar in einem hölzernen, abschließbaren Verschlag an einer Seitenwand des Raumes. Sie war sogar geöffnet, es standen ein paar Leute davor.

Wir erreichten den besagten Schreibtisch und wurden gnädig aufgefordert, Platz zu nehmen. Die also für uns zuständige Dame studierte mit Bärenruhe unsere Unterlagen, dann … jeder ahnt  sicher, was jetzt kommt. Sie öffnete ihre Schreibtischschublade …

Inzwischen leicht bis ziemlich genervt fragten wir, wie viele Büros und wie viele Formulare wir denn jetzt noch vor uns hätten. Doch sie beruhigte uns mit einem sanften Lächeln: Was sie da ausfülle, sei die Auszahlungsanweisung, mit der wir im Anschluss zur Kasse gehen könnten … und dann würden wir das Geld bekommen! Wir frohlockten innerlich …

Die Dame war noch mitten in ihrer Arbeit, als das Fenster des Kassenhäuschens geschlossen wurde und ein recht dicker Mann mit einem großen Schnauzbart durch eine Seitentür heraustrat.
Er rief laut durch den Raum: „Mía i óra, tha klíso tóra méchri stis pénte!“ (Es ist ein Uhr, ich mache jetzt bis um fünf zu!)

In Windeseile überschlug ich die Zeit: Um sieben Uhr würde die Fähre abfahren, ich wollte die erhaltenen Drachmen zum Teil in die Tickets umsetzen, denn ein Rücktausch wäre doch recht verlustreich gewesen. Aber nach fünf Uhr noch ein Ticket für das Auto zu bekommen, schien mir trotz der Jahreszeit zu risikobehaftet.

Also gingen mir in diesem Moment ganz nach griechischem Temperament endgültig die Pferde durch. Ich stand auf und brüllte (jawohl: brüllte!!!) durch den großen Raum: „An tha klísis tóra, tha káno to tamío sou ólo jialiá karfiá!“ (Wenn du jetzt zu machst, haue ich dir deine Kasse zu Kleinholz!). Das mochte zwar nicht ganz grammatikalisch korrekt sein, aber verstand es und zuckte mit den Schultern.
„Endaxi, tha periméno!“ (OK, ich warte!)
Offensichtlich hatte ich Schaum vor dem Mund und er hatte Sorge, ich würde ihn beißen und mit meiner Tollwut anstecken.

Unsere Sachbearbeiterin lächelte erneut milde und schien sich jetzt etwas mehr zu beeilen. Und es geschahen Zeichen und Wunder. Wir gingen mit der Anweisung zur Kasse, die nun wieder geöffnet war … und wir bekamen das Geld! Ja, wirklich und tatsächlich! Wir glaubten es kaum, aber die Scheine in unserer Hand fühlten sich nicht virtuell, sondern ganz real an.
Wir wünschten dem Kassierer einen „Guten Appetit“ und sahen zu, dass wir Land gewannen, denn auch wir wollten noch etwas essen, vorher allerdings unsere Mitfahrerin aus Chaniá treffen, um gemeinsam die Fährtickets zu kaufen.

Es klappte alles: Sie war da, wir bekamen Tickets … und dann ließen wir es uns im damals noch guten – nein, sehr guten – Restaurant „Knossos“ am Brunnenplatz schmecken. Heute ist es eher ein Studentenlokal, sehr schade.

Wir fuhren aus bekannten Gründen wieder recht früh auf die Fähre, nachdem wir vorher noch Jorgos in Athen angerufen hatten. Ob er denn morgen früh an der Fähre sein würde und ob seine Einladung noch gelte?
Natürlich lautete die Antwort „sowohl als auch“.

Kreta 1977 Reisebericht Teil 12

Kreta 1977 – Teil 12

Tatsächlich stand er mit seinem roten Simca unten auf der Hafenmole, als die Fähre in Piräus anlegte. Wir begrüßten uns herzlich, nachdem ich den Bus aus dem Bauch des Schiffes gefädelt hatte, dann fuhren wir hinter ihm her bis zum Haus seiner Eltern. Ich weiß im Moment nicht mehr, wie das Viertel heißt, wo sie wohnten, aber es war eindeutig ein „besseres Viertel“ – hier standen keine Reihenhäuser oder Mietwohnungen, sondern kleine bis größere Villen.

Das Haus von Jorgos‘ Eltern war eines der größeren. Wir drei bekamen eine kleine Einliegerwohnung mit zwei Schlafzimmern und Bad angewiesen, in der normalerweise Jorgos wohnte, er zog so lange in eines der anderen reichlich vorhandenen Zimmer – es war ja nur für eine Nacht.

Wir nutzten erst einmal die Gelegenheit, uns ausführlich der Körperpflege zu widmen, wann hatten wir denn das letzte Mal eine warme Dusche gehabt? Danach machte Yvonne mich stadtfein und Jorgos zog mit uns bis abends in seinem Auto durch Athen … unter anderem stiegen wir auch auf den Lykavittós.

Für den Abend waren wir bei den Eltern zum Essen eingeladen. Jorgos‘ Vater war Professor und das waren ja die, die auch Jahre nach Einführung der „Dimotikí“ (Volkssprache) als Amtssprache immer noch der „Katharévoussa“ verbunden waren und sie auch sprachen. Also verstand ich nicht viel von dem, was er sagte, aber als ich merkte, dass er angesichts meines in den letzten Wochen angeeigneten kretischen Tonfalls schmerzlich zusammenzuckte, machte ich mir einen Heidenspaß daraus, immer bevor ich „und“ sagte, eine kurze Pause einzulegen, und dann ein breites kretisches „tche“ hervor zu stoßen. Er zuckte wirklich jedes Mal zusammen, es schien ihm weh zu tun … eigentlich war es gemein von mir.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Thessaloniki, wo wir auch eine Nacht verbrachten und köstlich in einem von Studenten sehr frequentierten Lokal aßen – einfach und preiswert, aber hervorragend. Sowieso ist die Küche Nordgriechenlands besonders zu preisen … ich weiß zwar weder, wie der Platz heißt und ob es das Lokal noch gibt, wiederfinden würden wir es aber sicher.

Von der weiteren Rückfahrt gibt es keine neuerlichen Verkehrskatastrophen zu berichten außer einer Verwarnung wegen Überholens im Überholverbot. Die erste richtige Station machten wir in der Steiermark, wo wir uns mal wieder ein Zimmer, einen herrlichen Tafelspitz und ein paar frisch gezapfte Biere (so etwas war damals in Kreta gänzlich unbekannt) gönnten. Yvonne trank trotzdem Wein …

Und am nächsten Mittag trudelten wir dann in München ein, wo wir noch einige gemütliche Tage mit Irene und Klaus verbrachten, die uns in den Englischen Garten, natürlich auf den Viktualienmarkt (ich liebe es wirklich, Rostbratwürstchen mit Sauerkraut und zwei halben Moaßn zu frühstücken!) und in das eine oder andere Brauhaus führten (nicht ins Hofbräuhaus, zum Glück!).

Nur als sie uns am nächsten Abend in ein griechisches Lokal schleppen wollten, legten wir Protest und Veto ein: Nach einer so langen Zeit in Griechenland stand uns der Sinn jetzt mal nach etwas anderem … und sie hatten Verständnis dafür.

Pünktlich zu Semesterbeginn trudelten wir dann wieder in Köln ein … das Ende unseres längsten Urlaubs auf der Insel mit noch viel mehr Eindrücken, als ich hier schildern konnte

Impressionen aus Iráklion

Von Peter BielingMediapalette

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Ausgrabungen in der Nähe des Hafens
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Die Venezianische Festung am Fischerhafen sollte vor auswärtigen Feinden schützen
– doch die kamen eher von innen
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Gerne Fotografiert, aber wieder schön: Der Fischerhafen

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Fischer beim Netzflicken – eine langwierige und mühselige Arbeit!

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Blick vom Hafen auf die Stadt

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Eine heiße Maschine, kein Sondermüll – der Fahrer holt gerade Zigaretten …

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In den Straßen von Iráklion

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Próblema!

Von Ursula Holz und Anja & Thomas Otto

Wir sind unterwegs, Kreta gucken. Anja, Thomas und ich.
Irgendwann packt uns der kleine Hunger. Ein Dorf – eine Taverne – ein alter Mann. Passt!
Wir setzen uns. Der Mann steht auf und ruft in ein Treppenhaus nach Sophia. Mehrmals. In Abständen. Nichts passiert.
Wir organisieren uns einen Aschenbecher.
Dann Schritte. Sophia , vielleicht 8 Jahre alt (offensichtlich die Enkelin), erscheint. Im Schlepptau ihr jüngerer Bruder. Wir werden begutachtet – und weg sind sie wieder.

Wollen wir uns die 2. Zigarette anstecken? Der Mann und wir lächeln uns an und nicken uns zu.
Schräg hinter uns auf der anderen Straßenseite entdecken wir eine Snackbar.
Die Frau des Hauses erscheint immer wieder auf der Strasse und checkt die Lage.

Langsam wird es langweilig. Mittels unseres Überlebensgriechischs erkundigen wir uns bei dem alten Mann, ob es Hoffnung gäbe etwas zu Essen zu bekommen.
„Die Familie kauft in der Stadt ein. Sie kommen gleich wieder, siga, siga.“
Wie lange kann das dauern? Sollen wir warten oder weiterfahren?
Vier Zigaretten später entschließen wir uns dann doch, wieder ins Auto zu steigen und unser Glück woanders zu versuchen.
Der Motor läuft schon, da steht ein Beauftragter des „Schnellimbisses“ gegenüber neben uns. Ob wir essen wollten. Schon, aber doch nicht da – oder??? Überredet.
Unser neuer Tisch bekommt eine Stoffdecke!!!

Dann rollt die Patronin etwas nach draussen und schliesst es umständlich an den Strom an. Wir starren völlig entgeistert auf ein beleuchtetes, sich drehendes Teil, auf dem Essensbildchen zu sehen sind.
„Das ist unsere Auswahl.“
Mag ja sein, dass man sich über so Etwas auf der Tourimeile nicht mehr wundern würde, aber hier draußen in der „Wildnis“?
Unseren Heiterkeitsausbruch ob dieses Drehdingens missversteht die Chefin gründlich. „Próblema?“ Nein, nein, alles ok.
Darauf erst mal was trinken. Ein großes Wasser und Mýthos. „Mýthos? Próblema. Amstel.“
Aha – na gut. Das Wasser wird in einer kleinen Flasche geliefert.
„Groß? Próblema.“ Entáxi, dann noch 2 kleine. Mittlerweile macht das Unterdrücken lauten Lachens echt Mühe und wir hatten vorher schon großen Durst.

Aber wir wollten ja auch essen. Also: Salat. Sie schreibt auf.
Tzatziki. „Próblema.“ Omelett? Aus der Küche ertönt: „Próblema!“
Die elektrische Speisekarte bietet noch Einiges, mit dem die Lokalität Próblema hat.
Wir drehen den Spieß um und fragen nach den Sachen, die kein Próblema wären.
Pastítsio und Moussakás gingen. Na also, klappt doch wunderbar, wozu braucht sie denn dann diese Drehorgel? Macht doch nur Próblema!

Muttern zieht den Stecker und rollt das Drehteil wieder weg. Schade, wir hätten so gerne ein Foto davon gemacht.
Eine Mischung aus geviertelten Tomaten und arbeitssparend geschnittenen Gurken (absolut nackig) landet auf unserem Tisch, Anja und mir verläuft inzwischen die Wimperntusche, Thomas schaut betreten zur Seite.
Die Wirtin fragt wieder, ob wir Próblema hätten. Nö, wir doch nicht.
Und oh Wunder – Öl, Essig, Salz und Pfeffer wird dann doch auf Anfrage nachgeliefert. Tatsächlich kein Próblema.

Dann hören wir ein Geräusch aus der Küche, pling, klack, phphphüüüü …, ohne Zweifel eine Mikrowelle. Neee, ne?
Wir müssen echt an uns halten, um nicht laut loszuprusten. Die Wirtin hakt wieder nach, ob wir Problema hätten.
Das Pastítsio auf unseren Tellern bietet zwar keinen Wiedererkennungseffekt, aber man kann (wenn auch mit Mühe) doch noch Nudeln erkennen.
Naja, der Hunger treibt es rein, es kann eigentlich nicht mehr schlimmer kommen.

Drinnen geht unterdessen der Kampf mit der Mikrowelle in die zweite Runde.
Es sollte doch noch eine Steigerung möglich sein. Auch eine Senkung unserer Lachkrampfschwelle.
Der Moussakás. Eine platte, matschige Masse, mit der man vermutlich auch die Wand verputzen könnte.

Die Verkostung derselben ergibt: Kartoffelscheiben mit Kartoffelpü oben drauf. Anja und Thomas haben Glück und finden je ein kleines Stück Auberginenschale in ihren Portionen.
Die Wirtin erkundigt sich nunmehr einigermaßen besorgt, ob wir nicht vielleicht doch Próblema hätten.
Ein unvergessliches Menü fand seinen Abschluss in einer „vergessen wir es besser ganz schnell wieder-Rechnung“. Kein Próblema!

Der Lachfaktor hält wahrscheinlich ein Leben lang.

Réthymnon: Taverne „Fantastico“

Etwa drei Kilometer östlich von Réthymnon zweigt von der „Old Road“ die Straße Richtung Maroulás ab. Etwa einen Kilometer oberhalb hinter dem Ort weist ein auffälliges Schild auf die Taverne „Fantastico“ hin.

Vom Lokal aus bietet sich wirklich ein phantastischer Blick auf den über 16 Kilometer langen Strand von Réthymnon. Und wenn die Sonne untergeht, tut sie dies scheinbar genau im Hafenbecken der Stadt. Über der Prassánes-Schlucht, einem gewaltigen Einschnitt in der Bergkette kreisen stundenlang ohne einen Flügelschlag neun gewaltige Raubvögel. Es ist nicht zu erkennen, ob es Adler oder Geier sind.

Und wir sitzen da und genießen die Ruhe und den Ausblick, während auch der Magen bestens zu seinem Recht kommt. Die freundliche Familie, die das Lokal betreibt, verwöhnt uns nach allen Regeln der Kunst.

Von Christoph Halbey

Pitsídia: Taverne „Mystical View“

Im Süden Zentralkretas, zwischen den Ortschaften Pitsidia und Matala befindet sich eine Taverne mit dem erwartungsschwangeren Namen „Mystical View“. Man findet sie recht einfach:
Man verlässt Pitsidia auf der Hauptstraße in Richtung Matala. Die Straße steigt dort leicht bergan. Etwa 1,5 Kilometer hinter dem Ortsausgang steht auf der Anhöhe hinter einer Kuppe ein Hinweisschild auf die Taverne. Man biegt nach rechts auf den unbefestigten Weg ab, der einen nach wenigen Metern zum Ziel führt (es ist die hintere Taverne!).

Sie liegt direkt an der Klippe hoch über dem Strand von Kommós. Es eröffnet sich ein traumhafter Blick über die Golf von Messará und die Gegend um Agía Galíni. Über allem thront erhaben das Ida-Massiv. Bei klarem Wetter sind im Westen die bis weit in den Juni schneebedeckten Gipfel der Lefka Ori, der Weißen Berge, zu erkennen.

Man sollte noch bei Tageslicht anreisen und den Tag in die Nacht dämmern lassen: Das Tageslicht garantiert die Fernsicht und die Orientierung, die Dämmerung bietet ein einzigartiges Farbenspiel. Das (für uns) eigentliche Highlight erwartet den Besucher dann in der Dunkelheit: Der Blick auf die funkelnden Bergdörfer in den südlichen Abhängen des Ida-Gebirges ist schlichtweg atemberaubend! Im Vordergrund grüßt Agía Galíni mit seinen Lichtern. Wenn man das Glück hat, diese Szenerie bei Vollmond zu erleben, möchte man gar nicht mehr von hier fort!

Leider ist die Taverne selbst in den letzten Jahren ständig ausgebaut und modernisiert worden, was ihrem urigen Charme aus unserer Sicht nicht eben zuträglich war. Den einmaligen Blick muss man beim Testen der guten Küche nicht extra bezahlen, die Preise entsprechen denen einer typisch kretischen Landtaverne. Ein Abend auf der Terrasse ist ein unvergessliches Erlebnis und besonders Hochzeitsreisenden und Frischverliebten zu empfehlen!

Von Roger Möckel

Kournás: Taverne „Kalí Kardhiá“

Ein paar Kilometer oberhalb des Kournás-Sees südlich von Georgioúpolis liegt das eigentliche Dorf Kournás. Und hier gibt es einen guten Tipp für all jene, die gerne gut essen: Kommt man vom See aus in das Dorf hinein, liegt im Inneren einer Linkskurve ziemlich weit oben das Lokal mit dem Namen „I Kalí Kardhiá“ (= Das gute Herz), dessen Inhaber Konstantínos Agapinákis und seine Töchter ihre Spezialitäten auf dem Grill vor dem Haus an der Straße zubereiten.

Diese Spezialitäten sind vor allen Dingen die hausgemachten Würstchen (!) und „Apáki“, geräuchertes Schweinefleisch. Als Ergänzung dazu schmeckt besonders der hauseigene Salat, der hier besonders reichhaltig und schmackhaft angerichtet wird. Wer hier hinauf kommt, darf an diesem Lokal eigentlich nicht einfach nur vorbeifahren und muß außerdem einen ordentlichen Appetit mitbringen!

Keratókambos: Im „Lyvikon“ bei Manólis

Keratókambos ist nicht mehr so abgeschieden wie ehedem, spätestens seit die Straße hinunter asphaltiert ist.

PicturesKJ/kerato_manoli2.jpgDirekt an der Kirche liegen zwei Tavernen, eine davon ist das „Lyvikon“ von Manólis. Hier sitzt man herrlich direkt am Meer, welches meist sanft vor der Terrasse vor und zurück rollt. Ebenso beruhigend wie dieses gleichmäßige Geräusch ist der Wirt, den einfach nichts aus der Ruhe bringt. Und dabei hat er fast immer ein kleines verschmitztes Lächeln im Gesicht.

Das Essen, welches er serviert, ist außerdem auch noch erstklassig. Und wenn Manólis jemanden ins Herz geschlossen hat, muss derjenige aufpassen, dass er bei der Rechnung nicht im positiven Sinne „über’s Ohr gehauen wird“ (d.h. zu Manolis‘ Ungunsten!!!).

Iráklion: Das „Pántheon“ im „Schmutzgässchen“

Vor Jahren galten sie noch als „Geheimtipp“, die kleinen Lokale in der Odós Archimandrítou Fotíou Theodasáki, heute sind sie allgemein bekannt und auch längst nicht mehr so viel billiger als anderswo. Die Gasse ist nicht annähernd so lang wie ihr Name, sie verbindet die Marktstraße mit der Odós Évans. Auch den Einheimischen scheint der offizielle Name wohl zu hochtrabend zu sein, im Volksmund heißt die schmale überdachte Straße „Schmutzgässchen“ (wohl noch aus der alten Zeit, als die wenigsten Lokale eigene Toiletten hatten).

PicturesKK/irakschmutzgass.jpgAber das Essen ist durchaus ohne Sorge zu genießen, in jedem dieser teils winzigen Lokale. Mein Lieblingslokal unter ihnen ist das „Pántheon“ gleich vorne rechts auf der Ecke, wenn man von der Marktstraße in die Gasse hineinkommt. Und mein Lieblingsessen dort sind die Zucchini („kolokithákia“). Einfach köstlich!

Immer, wenn ich dorthin komme, bedient mich der gleiche Kellner, der hier wohl geboren zu sein scheint.
Und er hat mir vor ein paar Jahren ein wirklich schönes Kompliment gemacht: „Ich arbeite hier nun schon seit über 30 Jahren, aber ich habe noch nie einen Ausländer erlebt, der so perfekt Griechisch gesprochen hat.“
Nicht nur des Komplimentes wegen sitze ich hier ausgesprochen gerne. Kretisches urbanes Leben pur, gutes Essen und viel zu sehen!

PS.: Im nächsten Jahr war es nicht der gleiche Kellner … Aber als ich zielgerichteten Schrittes vor die Wärmetheke im Pántheon trat, sprach mich der „Neue“ wie selbstverständlich auf Griechisch an. Das fand ich gut, wunderte mich aber, dass er andere Touristen auf Englisch hereinzulocken versuchte, während ich meine köstlichen Artischocken mit Kaninchen zu mir nahm.
Als ich ihn später fragte, warum er es bei mir nicht auf Englisch versucht habe, meinte er gleichmütig: „Sie sehen zwar aus wie ein Ausländer, aber wie einer, der hier wohnt!“ Auch das erschien mir irgendwie wie ein Kompliment! (KK)