Route 18 – Von Tavronítis (an der Nordküste) nach Paleochóra

Das Dorf Tavronítis liegt etwa 5 Kilometer vor Kolymbári an der Nordküstenstraße westlich von Chaniá (siehe Fahrtroute 16). Hier zweigt die Straße zu dem bei Individualtouristen sehr beliebten Ort Paleochóra an der Südwestecke der Insel ab.

Im nächsten größeren Dorf Voukoliés findet derjenige, der unterwegs auf dem Weg über die Insel irgendwo (wild) kampieren will, noch einmal gute Einkaufsmöglichkeiten, Bank, Post etc. Wer allerdings direkt bis Paleochóra (das die Fans gerne untereinander mit dem Kosenamen „Pále“ bedenken) durchfahren will, braucht hier nicht zu halten.

An der weiteren Strecke sieht man mehrfach Gedenktafeln für einzelne Kreter, die während der deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg als Partisanen getötet wurden. Die meisten Auseinandersetzungen fanden hier im Westen der Insel statt. Das auffälligste dieser Mahnmale steht links vor dem Ortseingang von Kándanos. Auch die Bevölkerung dieses Dorfer wurde Opfer einer Vergeltungsmaßnahme der deutschen Wehrmacht.

In Kándanos kann man auch nach Soúgia abbiegen, aber diese Straße ist teilweise schlecht (wer nach Soúgia will, sollte besser von Chaniá aus der Fahrtroute 19 folgen.

Von Kándanos aus führt die Straße zuerst durch ein hübsches Flußtal und dann ist auch bald Paleochóra erreicht. Alles weitere findet man dort, hingewiesen sei nur noch einmal auf die Möglichkeit, von hier aus zu Europas südlichster Insel Gávdos überzusetzen.

Soúgia

Der kleine Badeort Soúgia an der Südküste zwischen Paleochóra und Chóra Sfakíon ist zwar durch eine Straße und auch durch Busverbindungen mit dem übrigen Kreta verbunden, wirkt aber dennoch immer noch ein wenig wie das verlängerte Rückgrat der Welt: ruhig (außer abends, wenn die unvermeidliche Diskos zuschlagen) und ziemlich abgeschieden. In Soúgia wird wildes Zelten bisher noch toleriert (manchmal gibt es zwar Polizeirazzien, aber die haben keine weitergehenden Konsequenzen), wer es bequemer haben will, findet diverse Unterkünfte vor.

Baden
Die Soúgia Bucht ist sehr schön zum Baden, wenn auch kieselig.


Letzten Meldungen zufolge sind im Sommer 2009 an einigen Stränden Kretas Sonnenschirme und Strandliegen verboten, so auch am Strand von Soúgia (mit einer Ausnahme). Die Polizei soll die Einhaltung dieses Verbots stichprobenartig kontrollieren. Unter diesen Umständen wird es wohl auch mit dem wilden Campen schwierig werden.


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Wanderung von Paleochóra nach Elafonísi

Die Strecke sei nur geübten Wanderern empfohlen, da Teilstücke nicht ganz ungefährlich über einen Felssims führen, der Trittsicherheit verlangt. Auf manchen Karten findet man eine Straße von Paleochóra nach Moní (= Kloster) Chryssoskalítissa eingezeichnet, die es jedoch nicht gibt. Überhaupt ist mir keine Karte bekannt, in der der Wanderweg korrekt eingetragen ist. Man kann die Wanderung natürlich auch andersherum durchführen. Und es sei wie immer dringend darauf hingewiesen, dass man niemals allein wandern sollte!
In Paleochóra sollte man sich mit Lebensmitteln für zwei Tage versorgen, die Strecke ist zwar theoretisch an einem Tag zu schaffen, wird aber durch eine Übernachtung unterwegs wesentlich angenehmer.

Man nimmt von Paleochóra zuerst einmal die Fahrstraße Richtung Westen nach Gialós, ein Stück schlängelt sie sich zwischen Bergen hindurch, dann erreicht man die Ebene von Gialós mit ihren zahlreichen Gewächshäusern. In Gialós kann man bei einer Rast im Dorf Kafenío zusehen, wie die hier im Umland geernteten Produkte, in erster Linie Tomaten, angeliefert, sortiert und für den Abtransport verladen werden. „Wanderung von Paleochóra nach Elafonísi“ weiterlesen

Wandern (durch Schluchten und anderswo)

Wandern wird auf Kreta immer beliebter und das nicht zu Unrecht. Die ganze majestätische Schönheit der kretischen Bergwelt beispielsweise erschließt sich durchs Autofenster nur mangelhaft. Wer durch sie hindurchwandern will, sollte sich aber mit gutem Schuhwerk u.ä. versehen und die absoluten Hochsommermonate Juni bis Ende August besser meiden, denn dann ist es auf Kreta eigentlich viel zu heiß. Am schönsten ist es im Mai, denn dann ist die Insel grün und blumenbewachsen, oder im September, denn dann wird es wieder kühler, wenn sich auch die Flora mehrheitlich nur noch bräunlich verbrannt präsentiert. „Wandern (durch Schluchten und anderswo)“ weiterlesen

Lissós (Ausgrabungen)

Vom Hafen in Soúgia wandert man nach Westen zuerst in ein Flusstal hinein. Mit roten Punkten ist der Weg markiert, auch die Stelle, an der man links den Hang hinaufsteigen muss. Über eine kleine Hochebene erreicht man dann wieder einen Abstieg nach Lissós, der Ausgrabung eines (angeblich) römisch-antiken Heilbades, von dem man nicht mehr so sehr viel erkennt. Archäologen allerdings deuten die hier vorhandenen Reste als Brunnen, Tempel und Badewannen. Der Weg bis Lissós dauert ungefähr eineinhalb Stunden, ist also auch als Ausflug von Soúgia aus (mit anschließender Rückkehr) interessant (aber nicht in Strandsandalen!).

Ab Lissós nach Westen wird die Wanderung noch lohnenswerter. Von den Ausgrabungen aus wendet man sich nordwestlich den Hang hinauf, allerdings nur in die Richtung, in der man von nun an gelbe Punkte findet. „Lissós (Ausgrabungen)“ weiterlesen

Kándanos

Kándanos

Das Dorf Kándanos an der Straße nach Paleochóra ist touristisch nicht wesentlich interessant.

Historisch leider aber schon: das Dorf erlebte unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg das düsterste Kapitel seiner Geschichte: Die gesamte Bevölkerung des Dorfes hatte geschlossen eine deutsche Einheit angegriffen und etwa 25 deutsche Soldaten getötet. „Kándanos“ weiterlesen

Campingplätze auf Kreta

Campingplätze auf Kreta

Die Campingplätze auf Kreta erreichen nicht „mitteleuropäischen Standard“, es lässt sich aber sehr gut auf ihnen leben. Manche von ihnen sind noch relativ neu, dann sind sie besonders sauber und gepflegt, bieten aber weniger natürlichen Schatten – diesem Manko wurde auf einigen Plätzen dadurch abgeholfen, dass Schilfdächer aufgestellt wurden. Andere sind älter mit viel Schatten unter großen Bäumen – gepflegt und gemütlich sind sie in der Regel trotzdem. „Campingplätze auf Kreta“ weiterlesen

Gávdos

Gávdos

Kreta hat mit allerlei Superlativen aufzuwarten, einen aber hat ihr die kleine Nachbarinsel Gávdos voraus: Sie ist der südlichste Punkt Europas.

Man erreicht die kleine Insel von Paleochóra aus mit Booten bzw. kleinen Schiffen, ebenso von Chóra Sfakíon, Agía Rouméli und Soúgia. Die Rückfahrt findet am nächsten Tag statt, wenn das Wetter es erlaubt. Wenn plötzlich heftiger Wind aufkommt, kann man unversehens mehrere Tage auf der Insel festsitzen. Ebenso sind die nur etwa 50 Bewohner der Insel vor allem im Winter oft mehrere Wochen lang von der Außenwelt abgeschnitten. Diese wackelige Verbindung und die damit verbundene Unsicherheit machen Gávdos nicht zu einem bevorzugten Touristenziel. Die Insel ist auf fremde Besucher immer noch auch nur sehr bedingt eingestellt, denn für diejenigen, die trotzdem kommen, reicht die bisherige Bettenkapazität kaum aus. „Gávdos“ weiterlesen

Azogirés

Azogirés

Inmitten üppiger grüner Olivenhaine, Zypressen und Pinien liegt dieses Dorf in wasserreicher Gegend nordöstlich oberhalb von Paleochóra einige Kilometer von der Küste entfernt in den Bergen (es gibt nordwestlich noch ein weiteres Dorf gleichen Namens, mit dem man es nicht verwechseln sollte). Man fährt von Paleochóra ca. 3 Kilometer die Straße Richtung Chaniá und biegt dann rechts ab (weitere 5 Kilometer).

Der Ort ist bekannt wegen der „Höhle der Heiligen Väter“ (Spilaéo Agíon Patéron), angeblich 99 Mönche, die dort gelebt haben sollen. Sie waren Getreue des Heiligen Johannes, der später auf der Halbinsel Akrotíri als Eremit lebte und von einem Jäger erschossen worden sein soll, der den in Fell gekleideten Mann für einen Bären hielt. Die Geschichte hatte auch für die hier lebenden Heiligen Väter Folgen, denn sie hatten sich seinerzeit geschworen, wenn einer von ihnen sterbe, wollten alle in den Tod gehen. Nun wurde also der Heilige Johannes getötet. Es gelang ihm noch, im Sterben dem Jäger zu verzeihen und ihn zu beauftragen, sofort nach Azogirés zu eilen, um den anderen zu sagen, sie sollten ihr Gelübde nicht einhalten. Doch der Jäger kam zu spät: Als er eintraf, hatten sich alle Heiligen Väter schon das Leben genommen. Sicherlich eine Legende, deren Wahrheitsgehalt nicht bewiesen ist, aber sie passt einfach zu Kreta.

Am Ortseingang von Paleochóra aus ist der Weg zur Höhle gleich rechts ausgeschildert. Nach etwa 2 Kilometer sehr engen Zufahrtswegs muss man vor einer ehemaligen Olivenölfabrik den Wagen stehen lassen und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen. Er beginnt links von der Fabrik und ist ausgeschildert. Man kann die Höhle besichtigen, aber nur über Leitern und auf eigene Gefahr, Taschenlampen sind Voraussetzung!

PicturesOG/azogires_gwg.jpgVor der Fabrik steht eine „immergrüne Platane“ (wofür angeblich die „Heiligen Väter“ verantwortlich sind), hinter der Fabrik bildet der Bach mehrere kleine Wasserfälle (ein schöner Platz für ein Picknick). „Azogirés“ weiterlesen

Agía Rouméli

PicturesOG/ag_roumeli2_gwg.jpgAgía Rouméli am unteren Ende der Samariá-Schlucht lebt allein von den durchwandernden Scharen. Es gibt inzwischen mehrere Tavernen in Agía Rouméli, die alle auch Zimmer vermieten. Leider muss wieder einmal ein „leider“ eingefügt werden: Denn auch hier ist eine irrwitzige Bauwut ausgebrochen: Große und hässliche Betonklötze schießen wie Pilze aus dem Boden. Wer soll das denn alles bewohnen? Eine riesige Solaranlage von über 10.000 qm ist zwar sicher ökologisch sinnvoll, optisch verschandelt sie die Gegend von Kreta aber nachhaltig. Und auch die Preise! Hier nimmt man es von den „Überlebenden“, die froh sind, die Schlucht überstanden zu haben.

Agía Rouméli ist mit der Außenwelt nur durch den Seeweg verbunden, eine Straße hierher gibt es nicht. Den ganzen Tag über verkehren die Fährboote regelmäßig nach Chóra Sfakíon (das letzte um 18 Uhr – wie immer ohne Gewehr, ähhh …), einmal täglich auch über Soúgia nach Paleochóra.