Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama

Wer an der in der Route 2 beschriebenen Abzweigung links gefahren ist, der hat sicherlich die interessanteste Strecke zwischen Iráklion und Réthymnon vor sich. Logischerweise braucht man hier am längsten, vor allen Dingen dann, wenn man die Gelegenheit nutzt, „mal eben“ auf den „Psilorítis„, die höchste Erhebung des Ida-Gebirges zu steigen.

Doch der Reihe nach: Etwa 4 Kilometer von der genannten Abzweigung entfernt liegt das Dorf Týlissos. Hier kann man Ausgrabungen minoischer Häuser besichtigen, die wohl Teil einer der ältesten Siedlungen der Insel sind.

Hinter Týlissos steigt die Straße die schroffen Abhänge des Ida-Gebirges hinauf, führt durch das schön gelegene Dorf Goniés und erreicht schließlich Anógia , meines Wissens das größte Dorf Kretas. Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama weiterlesen

Route 2 Von Iráklion nach Westen bis Réthymnon über die alte Straße

Für den, der nicht zu einer der Ortschaften fahren möchte, die in der Fahrtroute 1 erwähnt sind, oder der es nicht so eilig hat, oder auch für den, der mehr vom Inneren der Insel erleben will, empfiehlt es sich, für die Strecke von Iráklion nach Réthymnon die alte Straße zu nehmen. Darüber hinaus ermöglicht diese Route noch einige interessante Abstecher, die über die „New Road“ nicht möglich sind (wie z. B. die Besteigung des Psiloritis, der höchsten Erhebung des Ida-Gebirges).

Man erreicht die alte Straße ebenfalls über die Ausfahrt durch das Chaniá-Tor. Man gelangt automatisch darauf, wenn man am Ortsausgang den Abzweig zur „New Road“ „verfehlt“, das heißt, einfach geradeaus weiterfährt.

Hinter Ammoudára führt die Straße vom Meer weg und folgt nicht wie die „New Road“ der nach Norden abknickenden Küstenlinie. Statt desssen windet sie sich in die Berge hinauf. Etwa 10 Kilometer von Iráklion entfernt passiert man das „Kunstdorf“ Arólithos. Kurz dahinter gabelt sich die Straße. Man fährt hier geradeaus bzw. rechts, wer links weiter nach Anógia und Axós fahren will, der lese bei der Fahrtroute 3 weiter. Die beginnt an dieser Stelle.

Die Straße schlängelt sich in immer engeren Kurven den Berg hinauf, teilweise nicht nur landschaftlich, sondern auch autofahrerisch atemberaubend. Bei KM 21 biegt rechts die landschaftlich reizvolle, derzeit noch nicht asphaltierte Straße nach Fódele ab.

Die alte Hauptstraße führt nun wieder hinunter in eine fruchtbare Hochebene, der sie ebenso schmal wie kurvenreich folgt. Hier ist man doch froh, dass der gesamte LKW-Verkehr nun auf der „New Road“ stattfindet, denn überholen wäre hier praktisch unmöglich.
Etwa nach 54 Kilometern erreicht man das Provinzstädtchen Pérama. Der Ort selbst ist nicht besonders interessant, vielleicht aber die nicht sehr weit entferne Melidóni-Höhle.

Von Pérama Richtung Réthymnon erreicht man nach ca. 2 Kilometern den Abzweig zum Töpferdorf Margarítes, welches einen Abstecher unbedingt wert ist. Von der Abzweigung aus sind es noch etwa 5 Kilometer.

Wer auf dieser Strecke auch das Kloster Arkádi besuchen möchte, sollte allerdings nicht von Margarítes aus weiterfahren. die Stecke wird schlecht. Besser fährt man weiter bis zu dem Punkt, wo sich alte Straße und „New Road“ wieder treffen und folgt erst hier der Beschilderung zum Kloster Arkádi. Das Kloster erreichte traurige Berühmtheit, als sich über tausend Kreter hier im Jahre 1866 selbst in die Luft sprengten, weil sie der türkischen Übermacht nicht mehr stand halten konnten.

Von hier aus ist es eigentlich egal, ob man auf der „New Road“ oder auf der alten Straße weiterfährt: Letztere führt nur hinter Hotels o. ä. vorbei, erstere ist ebenfalls etwas langweilig. Wer zu den Campingplätzen östlich von Réthymnon will, muss allerdings die alte Straße nehmen.

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Pigí

Kleines Dorf (ca. 400 Einwohner) an der alten Straße zwischen Réthymnon und Pérama. Warum ich es hier erwähne? Weil ich eine Empfehlung weitergeben möchte. Nachdem die Souvláki-Herrlichkeit in Selinári (siehe dort) nach neuesten Berichten ein Ende hat, findet der Freund der kleinen knusprigen Grillspießchen hier eine Alternative:

In der Taverne „Zorbas“ bekommt man auch ausgezeichnete Souvlakia,auf kurzen Holzspießchen und so viel man möchte. Nebenbei bemerkt, die Chefin Maria ist ein echtes kretisches Unikum. Immer siga, siga unterwegs, gleichgültig, wie voll die Hütte sitzt.“
Danke an Thomas für den Tipp …

Melidóni-Höhle

Die Höhle liegt ein Stück nördlich von Pérama im zentralen Norden. Um hinzukommen, nimmt man etwa in Ortsmitte von Pérama die Straße Richtung Pánormos und biegt beim Ortsausgang wieder rechts Richtung Balí ab. Nach etwa 4 Kilometern erreicht man das Dörfchen Melidóni. Von hier aus folgt man der Beschilderung zur Höhle (ca. 2 Kilometer) bis zu einer Kapelle. Und dann klettert man den Hang hoch. Seit einigen Jahren ist der Eintritt in die Höhle kostenpflichtig, auch für Kinder (die Besichtigung der Höhle dauert eigentlich nicht länger als 20 Minuten).

Im Jahre 1824 war die Höhle Schauplatz eines der vielen türkischen Massaker auf Kreta: Etwa 300 Kreter hatten sich im Inneren der Höhle vor den Türken versteckt, die sich nicht die Mühe des Eindringens machten, sondern vor dem Eingang ein stark rauchendes Feuer entfachten. So räucherten sie die Eingeschlossenen einfach aus.

Alternativ erreicht man die Höhle auch von der „New Road“, indem man in der Nähe von Balí die Abzweigung nach Pérama nimmt.

Margarítes

Margarítes ist zwar nicht das einzige Töpferdorf Kretas, aber wohl das berühmteste. Die Straße nach Margarítes zweigt ca. 2 Kilometer westlich von Pérama von der alten Straße Iráklion-Réthymnon ab. Von dieser Abzweigung sind es noch etwa 5 Kilometer.

Margarítes ist ein schmuckes Dörfchen, leidet aber wie viele andere auch sehr unter der Abwanderung der Bevölkerung in die Städte. Die Töpferei ist auch nicht mehr so einträglich wie früher, da die tönerne Ware in den meisten kretischen Haushalten durch das modernere, billigere und hygienischere (?) Plastikgeschirr ersetzt wird. So gibt es nur noch sehr wenige Töpfereien im Dorf, die nach traditionellen Methoden arbeiten (der durch viele Reiseführer bekannteste Töpfer des Dorfes, Manólis, lebt und arbeitet aber immer noch, wenn ich nicht irre). Die klassischen Werkstätten produzieren nach wie vor große Aufbewahrungstöpfe namens „Pithoi“, wie man sie auch in antiken Ausgrabungen gefunden hat, diese werden von zwei Personen gleichzeitig hergestellt, der eine dreht unten die Töpferscheibe, der andere arbeitet „im Stockwerk darüber“ am Topf. Margarítes weiterlesen

Anógia

Anógia

Anógia ist das größte Bergdorf Kretas am Nordhang des Ída-Gebirges. Um zu diesem Dorf zu kommen, biegt man von der alten Straße Iráklion-Réthymnon etwa 11 Kilometer hinter Iráklion links ab (Anógia, Axós). Von Réthymnon aus kommend, biegt man kurz hinter Pérama rechts von der Alten Straße ab. Die gleiche Strecke nimmt man übrigens auch zum Nachbardorf Axós.

Das Dorf ist eines der Zentren kretischer Volksmusik, von hier stammen die Familien Xyloúris (Níkos Xyloúris, der berühmteste der drei Brüder, starb leider viel zu früh an Kehlkopfkrebs, aber seine beiden Brüder, „Psarantónis“ und „Psarojánnis“ singen nach wie vor – sehr unterschiedlich, aber beide auf ihre Art einmalig) und Skoulás (Vassílis Skoulás gehört nicht zu Unrecht zu den beliebtesten und anerkanntesten Musikern der Insel). Anógia weiterlesen

Pérama

Pérama ist ein kleines kretisches Provinzstädtchen an der Alten Straße zwischen Iráklion und Réthymnon (54 Kilometer von Iráklion).
An der Hauptstraße findet man Post, Bank, Einkaufsmöglichkeiten aller Art (die aber mehr auf die einheimischen Bedürfnisse ausgerichtet sind), aber auch Kartenverkaufsstellen der beiden kretischen Reedereien A.N.E.K. und Minoikés Grammés.

Die Post ist täglich von 7.30 bis 14.30 Uhr, die Bank Mo.-Do. von 8 bis 14 Uhr, Fr. von 8 bis 13.30 Uhr geöffnet.
Etwa in Ortsmitte biegt die Straße nach Pánormos und zur „New Road“, der Küstenschnellstraße, ab. Etwa 100 Meter diese Straße hinein auf der linken Seite das Büro des OTE (Telefon- und Telegrafenamt), geöffnet von 7.30 bis 15.10 Uhr an Werktagen (auch Kartentelefon).
Der Ort kennt Touristen eigentlich nur vom Durchfahren, und er bietet selbst weiter auch nichts Interessantes.

Sehenswert
Unweit des Ortes liegt die Melidóni-Höhle, die einen Besuch wert ist.

Öffentliche Verkehrsmittel
Diese Strecke wird von alle Bussen befahren, die zwischen Iráklion und Réthymnon die Alte Straße benutzen.