Pitsídia: Taverne „Mystical View“

Im Süden Zentralkretas, zwischen den Ortschaften Pitsidia und Matala befindet sich eine Taverne mit dem erwartungsschwangeren Namen „Mystical View“. Man findet sie recht einfach:
Man verlässt Pitsidia auf der Hauptstraße in Richtung Matala. Die Straße steigt dort leicht bergan. Etwa 1,5 Kilometer hinter dem Ortsausgang steht auf der Anhöhe hinter einer Kuppe ein Hinweisschild auf die Taverne. Man biegt nach rechts auf den unbefestigten Weg ab, der einen nach wenigen Metern zum Ziel führt (es ist die hintere Taverne!).

Sie liegt direkt an der Klippe hoch über dem Strand von Kommós. Es eröffnet sich ein traumhafter Blick über die Golf von Messará und die Gegend um Agía Galíni. Über allem thront erhaben das Ida-Massiv. Bei klarem Wetter sind im Westen die bis weit in den Juni schneebedeckten Gipfel der Lefka Ori, der Weißen Berge, zu erkennen.

Man sollte noch bei Tageslicht anreisen und den Tag in die Nacht dämmern lassen: Das Tageslicht garantiert die Fernsicht und die Orientierung, die Dämmerung bietet ein einzigartiges Farbenspiel. Das (für uns) eigentliche Highlight erwartet den Besucher dann in der Dunkelheit: Der Blick auf die funkelnden Bergdörfer in den südlichen Abhängen des Ida-Gebirges ist schlichtweg atemberaubend! Im Vordergrund grüßt Agía Galíni mit seinen Lichtern. Wenn man das Glück hat, diese Szenerie bei Vollmond zu erleben, möchte man gar nicht mehr von hier fort!

Leider ist die Taverne selbst in den letzten Jahren ständig ausgebaut und modernisiert worden, was ihrem urigen Charme aus unserer Sicht nicht eben zuträglich war. Den einmaligen Blick muss man beim Testen der guten Küche nicht extra bezahlen, die Preise entsprechen denen einer typisch kretischen Landtaverne. Ein Abend auf der Terrasse ist ein unvergessliches Erlebnis und besonders Hochzeitsreisenden und Frischverliebten zu empfehlen!

Von Roger Möckel

Kousés

Kousés liegt zwischen Sívas und Pómbia am Rande der Messará-Ebene, nur wenige Kilometer von den Zentren Mátala, Pítsidia, Kamilári, Kalamáki und Vóri entfernt, also ideal für jeden, der in Mittel-Südkreta Urlaub macht. Der Ort Kousés hat übrigens ein eigenes „Wahrzeichen“, auf das seine Bewohner sehr stolz sind: einen Turm, der in der Zeit der Türkenherrschaft und der Befreiung davon eine wichtige Rolle spielte.
Der Archäologe Antonis Vassilakis schreibt dazu: „Aus dem Dorf Kousés der Messará kamen die Kourmoulides , heimliche Christen, und der aus ihren Reihen stammende Hussein Michalis wurde zu einem der Anführer…“
Auf dem Platz vor der Kirche steht die Büste des Hussein Michalis.

Es gibt hier in Kousés aber auch zwei andere ausgesprochen besuchenswerte Dinge, wegen derer ich das Dorf hier aufgenommen habe.

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1.  Den Kräuterladen „Vótano“: Vor einigen Jahren eröffnete Iánnis Iannoútsos seinen Laden. Er pflückt viele seiner Kräuter selbst, doch in Iánnis‘ Laden stapeln sich in deckenhohen Regalen in großen Gläsern auch ausgefallene Tees, Gewürze aus aller Herren Länder sowie duftende Blätter und Blüten. Und an der Decke hängen farbenprächtige Pfefferschoten zum Trocknen.

Wenn Iánnis seine Besucher und Kunden berät, tut er dies mit liebevoller Ruhe und Sorgfalt. Nicht nur Touristen finden inzwischen den Weg in das Dorf, auch bei den Einheimischen hat sich herumgesprochen, dass Iánnis sehr viel davon versteht, Krankheiten mit Naturheilmitteln zu heilen. Und nebenbei ist der kleine Laden auch eine Oase der Ruhe und Gastlichkeit, die hier im immer hektischer werdenden Kreta erhalten geblieben ist.
Ganz mag sich sich aber auch Iánnis dem Fortschritt nicht verweigern: Online Shop.

PicturesOG/kouses-olakala.JPG2. Nur zwei Häuser daneben liegt das erste Bio-Kafeníon in Südkreta: „Óla kalá“. Es ist eigentlich inzwischen viel mehr als ein Kafenío, denn Sabine Maria Fragkioudákis bietet außer biologischem Kaffee, Fruchtsäften, Bier, Wein und Raki auch täglich frische Mahlzeiten (verschiedene Vorspeisen, kleine Gerichte, Fleisch vom Grill und sogar ein Tagesgericht) an.

Alles ist wirklich ausgesprochen schmackhaft und offensichtlich nicht nur mit Olivenöl aus dem eigenen biologischen Anbau, sondern auch mit viel Liebe zubereitet.
Ganz nach dem Motto: „Man ist, was man isst!“

Das Lokal hat täglich außer sonntags von 8:30 bis 20:30 Uhr geöffnet.
Auch hier kann ich eine Webadresse verraten: Biokafeníon Kousés.

Öffentliche Verkehrsmittel
sind mir nicht bekannt

Route 7 – In der Messará-Ebene nach Pitsídia, Komó und Mátala, Kamilári und Kalamáki sowie über Festós und Agía Triáda nach Agía Galíni

PicturesOG/arne-kamilari.jpgDie Gegend im äußersten Südwesten der Messará-Ebene im Süden Kretas ist bei Individualtouristen sehr beliebt. Der berühmteste Ort in dieser Gegend ist sicher Mátala, aber auch andere Dörfer sind inzwischen mehr oder weniger gut auf den Tourismus eingestellt.

Die folgende kleine Rundtour beginnt bei den Ausgrabungen von Festós (siehe auch Route 4). Vom Parkplatz vor den Ausgrabungen fährt man in westlicher Richtung. Gleich am Ende des Parkplatzes gabelt sich die Straße, geradeaus geht es zu den Ausgrabungen von Agía Triáda (ca. 2,5 Kilometer).

Links hinunter führt die Straße nach Mátala. Schon 2 Kilometer weiter erreicht man den Weiler Ágios Ioánnis, der im wesentlichen aus zwei Lokalen besteht, die für ihr Kaninchenstifádo (eine Art Gulasch mit viel Zwiebeln) berühmt sind.

Rechts zweigt hier ein Schotterweg nach Kamilári ab, es ist aber zu empfehlen, auf der Hauptstraße ein Stück weiter zu fahren, die nächste Möglichkeit ist asphaltiert. Nach ca. 1 Kilometer knickt die Straße scharf rechts ab (Ausschilderung: Mátala), man folge ihr weiter bis zur ausgeschilderten nächsten Abzweigung rechts nach Kamilári.

PicturesOG/Komos-Tymbaki_vk.jpgDieses Binnendorf und sein Ableger am Meer, Kalamáki, sind einen Besuch wert. Man muss in Kamilári selbst ein bisschen aufpassen, dass man die richtige Durchfahrt nach Kalamáki findet. Bisher war die Beschilderung etwas unübersichtlich, da fehlend. Die Straße nach Kalamáki hinunter zum Meer ist seit einigen Jahren gut asphaltiert.Read More

Route 6 – Von Górtys nach Lentas und von dort an der Südküste nach Westen über Kalí Liménes, Ágiofárango, Kloster Odigítrias und Vathý Iremía bis Sívas

Bei den Ausgrabungen von Górtys an der Hauptstraße zwischen Ágii Déka und Míres in der Messará-Ebene (siehe auch Fahrtroute 4) zweigt die Straße an die Südküste bei Léntas ab. Bevor die Straße in die Asteroússia Berge hinauf führt, passiert sie das kleine Dorf Plátanos, welches wegen zweier hier gefundener minoischer Rundgräber wenigstens ein klein wenig Bekanntheit erlangte. Die Ausgrabungsstätte ist im Dorf ausgeschildert. Am Ortsrand nimmt man die Straße nach Pómbia und ist dann gleich da. Die beiden hier ausgegrabenen Rundgräber stammen aus der Vorpalastzeit, zwischen 2600 und 2000 v.Chr. Die hier gefundenen Votivgaben u. ä. sind heute im Archäologischen Museum Iráklion, Saal I, zu sehen.

PicturesOG/Bei Lentas_vk.jpgGenug der Archäologie (vor allen Dingen, wenn man gerade aus Górtys kommt), jetzt zieht es den Reisenden vermutlich ans Meer, nach Léntas. Die Straße windet sich hinter dem Dorf Plátanos durch lauschige Olivenhaine, bis sie sich dann die kargen Hänge des Asteroússia-Gebirges hinauf schlängelt. Nur noch vereinzelt trifft man hier noch auf kleine frisch angelegte Olivenhaine. Von der Passhöhe aus bietet sich wie auch auf der gesamten Abfahrt hinunter ein herrlicher Blick auf das Libysche Meer. Besonders hübsch liegt abseits am Hang das Dorf Miamoú.
Nach weniger als 30 Kilometer Fahrt von Górtys erreicht man dann das Meer und Léntas.

Von Léntas im Süden am Meer entlang nach Kalí Liménes: Vorbei an der westlich gelegenen erwähnten Badebucht auf einer brauchbar befahrbaren Schotterstraße, die zumindest auf dem ersten Stück an jeder Abzweigung/Gabelung ausgeschildert ist. Immer mal wieder fährt man an kleinen und einsamen Tavernen vorbei, von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand ausschließlich von ihnen lebt bzw. leben kann. Aber ich kenne auch anderswo viele Kreter und Griechen, die eine solche Taverne nur zum Spaß und um abends Gesellschaft zu haben betreiben.

An den beiden Abzweigungen hinter der Taverne „Lávris“ (=“Doppelaxt“) fehlt jegliche Ausschilderung, in beiden Fällen hält man sich rechts!
Zwischen Léntas und Kalí Liménes liegt noch das kleine Dorf Platiá Perámata. Wenn man den Berg hinunter kommt, liegt links der „Strand“ mit einigen Tavernen. Der weitere Weg nach Kalí Liménes ist hier leicht zu verfehlen, also Obacht: Man biegt ins Dorf kommend nicht links zum Strand ab, sondern rechts, und dann nach 100-150 Metern die erste Möglichkeit wieder links hinein (leicht zu übersehen, keine Ausschilderung, man hat im ersten Moment den Eindruck, es ginge hier nur in einen Hof hinein).
Hinter dem Dorf wieder drei nicht beschilderte Weggabelungen: Zuerst links halten, bei der zweiten Gabelung dann rechts (links geht es zum Strand), und bei der dritten Gabelung wieder links.
PicturesOG/Kali Limenes01_vk.jpgEtwa 9 Kilometer weiter erreicht man vorbei am Badestrand des Dorfes Kalí Liménes.

Um weiter Richtung Sívas zu fahren, Read More

Pitsídia / Komós-Strand

Pitsídia ist ein schönes (ein sehr schönes!) Binnendorf in der Messará-Ebene zwischen Festós und Mátala. Für viele ehemalige Fans von Mátala ist es längst ein mehr als gutes „Ausweichquartier“ geworden, was allerdings zur Folge hat, dass auch Pitsídia längst nicht mehr so ganz ruhig ist, sondern sich ebenfalls dankbar der Touristen annimmt. Die Preise sind hier aber durchweg etwas niedriger.

Baden
PicturesOG/Komos02_vk.jpgZum Strand von Komós biegt man mit dem Auto etwa in Ortsmitte von Pitsídia rechts (wenn man von Festós kommt) ab, ausgeschildert „Komós Beach“), fährt danach aber nicht die Steigung hoch, sondern biegt gleich wieder links ab. Die Straße ist bis auf die letzten paar hundert Meter asphaltiert. Hinter dem Strand gibt es einen zwar unebenen, aber benutzbaren Parkplatz, auf dem Strand selbst inzwischen auch die üblichen Liegen und Sonnenschirme zu mieten. Außer der Taverne am Südende der Bucht am Strand gibt es auch noch eine „Kantina“ mit Fast Food und gekühlten Getränken. Der Strand ist grobsandig, leider gibt es direkt unterhalb des Parkplatzes eine ganze Menge flacher großer Steinplatten, die das Baden bei unruhigem Meer nicht erleichtern. Weiter südlich ist es angenehmer bzw. bequemer.Read More

Mátala

Mátala liegt an der Südküste, am unteren Ende der Messará-Ebene. Je näher man von der Straße aus Richtung Festós kommt, desto enger treten die Berge rechts und links zusammen. Die Bucht, in der alte Dorfkern liegt, ist recht eng und öffnet sich nach Westen, was den Besuchern (und den Bewohnern) jeden Abend einen herrlichen Sonnenuntergang beschert!

Aus Platzgründen breitet sich das Dorf mit Macht ins Hinterland aus, es entstehen immerzu neue Hotels und Zimmervermietungen.
Der alte Dorfkern ist seit einiger Zeit offiziell für Autos gesperrt (etwa ab Höhe des „Zafiría Cafés“), Einheimische halten sich aber nur sehr bedingt daran. Parkmöglichkeiten direkt am Ortseingang rechts vor dem Campingplatz oder auch rechts und links der Zufahrtsstraße auf den letzten paar hundert Metern. Direkt vor der Sperre führt links eine kleine Gasse hinein, in der ein paar Pensionen liegen.

PicturesOG/matala2.jpgBekannt wurde Mátala in erster Linie durch die zahlreichen Wohnhöhlen aus der Jungsteinzeit in der Felswand nördlich der Bucht. In den 60er Jahren wurde der Ort, bis dahin ein relativ verschlafenes Fischernest, von Hippies entdeckt.
Ein Tavernenwirt erzählte übrigens, dass vor der „Hippie-Zeit“ Mátala aber auch ein beliebter Sommerferienort für die Kreter selbst war. Einige besaßen (und besitzen noch) eines der kleinen Häuser im Dorf, andere richteten sich in den Höhlen ein, das war ebenso romantisch wie preiswert.

Auch die Hippies erkannten schnell, dass es sich in den Höhlen (zumindest im Sommer) recht gut wohnen ließ. Lange Zeit hausten sie hier, Bevölkerung und Staat tolerierten das, da die Hippies untereinander ein funktionierendes System der Ordnung und Hygiene aufrecht erhielten (sie wohnten schließlich länger dort und benutzten z. B. deshalb auch nur einige wenige Höhlen als Toiletten). Schwieriger wurde es, als die sommerlichen Vier-Wochen-Aussteiger folgten. Sie lebten mehr nach dem Motto „nach uns die Sintflut“, die Höhlen verdreckten in jeder Hinsicht. Die alten Hippies suchten das Weite und fanden es wohl in indischen Gefilden, in den Höhlen machte sich der Gestank von „Freiheit“ und Exkrementen breit.

Die Einheimischen reagierten irgendwann natürlich, das Übernachten in den Höhlen wurde verboten und ein Zaun gezogen, der sie absperrte. Am Zugang steht ein kleines Wärterhäuschen und es wird mittlerweile mal Eintritt verlangt und dann auch mal wieder nicht. Abends wird abgeschlossen und so gehören die oben erwähnten negativen Zustände ziemlich der Vergangenheit an. Es war höchste Zeit, denn in jener Zeit konnte man Mátala allerhöchstens das Prädikat „gesundheitsgefährdend“ zubilligen. Selbst das ansonsten auf Kreta überall köstliche Wasser barg Gefahr.

PicturesOG/matala.jpgHeute hat sich der Ort wieder erholt und versucht, mehr schlecht als recht mit den meist jüngeren Touristenmassen fertig zu werden. Sind die Aussteiger auch längst einem Publikum teils betuchterer Reisender gewichen, der Ort ist einfach zu klein und zu eng, um sie alle zu verkraften. Man weicht deshalb wie erwähnt zunehmend ins Hinterland aus. Und wer diesen Rummel erlebt, kann sich kaum vorstellen, daß hier im tiefen Winter nur noch etwa 15 Leute leben sollen … (denn dann ziehen die meisten Einheimischen nach Pitsídia hinauf).
Wobei aber nicht unerwähnt bleiben soll, daß es auch in Mátala in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist. Nicht nur hier klagen die Besitzer von Tavernen und Pensionen laut über sinkende Touristenzahlen.

Besonders viel ist im Dorf etwa zwischen 12 und 16 Uhr los, wenn hier die Reisebusse von „Erleben Sie Kreta – Rundreisen“ einfallen. Schon länger hier „ansässige“ Reisende amüsieren sich dann gerne über die Massen, die mit den obligatorischen Kreta-Käppis, kurzen Hosen, weißen Strümpfen und Sandalen und mindestens einer Video-Kamera bewaffnet ins Dorf strömen, um nach einer Weile festzustellen, dass es außer den Höhlen und dem Strand keine besonderen Sehenswürdigkeiten gibt.Read More

Campingplätze auf Kreta

Campingplätze auf Kreta

Die Campingplätze auf Kreta erreichen nicht „mitteleuropäischen Standard“, es lässt sich aber sehr gut auf ihnen leben. Manche von ihnen sind noch relativ neu, dann sind sie besonders sauber und gepflegt, bieten aber weniger natürlichen Schatten – diesem Manko wurde auf einigen Plätzen dadurch abgeholfen, dass Schilfdächer aufgestellt wurden. Andere sind älter mit viel Schatten unter großen Bäumen – gepflegt und gemütlich sind sie in der Regel trotzdem.Read More