Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni

In Agía Varvára (auf der Strecke von Iráklion nach Süden in die Messará-Ebene – siehe Fahrtroute 4) biegt rechts die Straße Richtung Zarós und Kamáres von der Hauptstraße ab.

Diese Straße schlängelt sich kurvenreich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 10 Kilometer das Dorf Gergéri (sprich: Jerjéri), das in landschaftlich sehr reizvoller, bewaldeter Umgebung liegt. Der Blick hinunter auf die Messará-Ebene ist hier ebenso interessant wie auf der folgenden Strecke.

Wiederum nach 7 Kilometern weiter kommt man nach Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Sarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós. Route 5 – Von Agía Varvára nach Westen am Südhang des Ida-Gebirges entlang über Zarós, Kamáres und verschiedene Klöster bis Agía Galíni weiterlesen

Zarós (Sarós)

PicturesOG/zaros-dorf2011.JPG

Das Bergdorf Zarós (auch: Sarós) liegt am Südhang des Ida-Gebirges oberhalb der Messará-Ebene. Man erreicht das Dorf von Iráklion aus wie folgt: Man fährt die Straße nach Süden Richtung Míres, Timbáki und Agía Galíni bis zum Dorf Agía Varvára. Hier biegt die Straße nach Kamáres rechts von der Hauptstraße ab. Die Straße schlängelt sich am Südhang des Ida-Gebirges entlang und erreicht nach etwa 17 Kilometer Zarós, das für seinen Wasserreichtum bekannt ist. Von hier aus wurde schon das römische Górtys per Aquädukt versorgt. Das Dorf besteht aus dem oberen Zarós (Áno Zarós) und dem unteren Zarós (Káto Zarós). Wenn im folgenden vom Dorf Zarós geschrieben wird, so meine ich eigentlich immer Áno Zarós.

Man verfehlt das obere Dorf (und die weitere Strecke nach Kamáres) leicht: Die vermeintliche Hauptstraße führt nämlich hinunter nach Káto Sarós, man muss an einer Kreuzung (Tankstelle und Polizeistation) rechts hinauf abbiegen. Dies wird hier so genau erwähnt, da das Hinweisschild Richtung Kamáres so günstig angebracht ist, daß man es erst sieht, wenn man vorbeigefahren ist.

Zarós ist wie die meisten kretischen Bergdörfer rein optisch eher relativ reizlos, die üblichen Supermärkte und Tankstellen sind vorhanden, Geldwechselmöglichkeit bei Bank oder Post an der Hauptdurchgangsstraße (falls man nicht aus einem Euro-Land kommt)

PicturesOG/zaros-stefan2011.jpgEin Haus aber ist wirklich interessant, allerdings nur deshalb, weil es die Werkstatt des über Kretas Grenzen hinaus bekannten Instrumentenbauers Antónis Stefanákis beherbergt. Eine Besichtigung lohnt auf jeden Fall, evtl. auch der Kauf einer Lýra oder eines Baglamás. Zarós (Sarós) weiterlesen

Roúvas-Schlucht

Diese Schlucht am Südhang des Ida-Gebirges erreicht man am besten vom Dorf Zarós aus.

Ausgangspunkt der hier beschriebenen Wanderung ist der künstliche See oberhalb des Dorfes mit der Taverne „Limni“. Die Rouvas-Schlucht ist zwar nicht so spektakulär ist wie die Samariá-Schlucht, aber landschaftlich bombastisch genug und zudem fast menschenleer.

Die Strecke beträgt bis zum Kirchlein des Ágios Ioánnis oben auf dem Berg ca. 5 KM, die man dann aber auch wieder herunter laufen muss. Der Weg ist insofern teils recht beschwerlich, da er z. T. über steile Holztreppen führt und nur sehr langsam an Höhe gewinnt (es geht immer wieder nach unten). Es ist deshalb zu empfehlen, in der warmen Jahreszeit möglichst früh aufzubrechen, und sowohl gutes Schuhwerk als auch unbedingt genügend Trinkwasser mitzunehmen. Die Wasserstellen, auf die am Weg laufend hingewiesen wird, sind nämlich entweder nicht zu finden oder defekt.

Man folgt der Ausschilderung an der Taverne „Límni“ den Berg hinauf. Nach einem knappen Kilometer erreicht man das Kloster Ágios Nikólaos. Hier befindet sich praktisch die einzige Möglichkeit, sich zu verlaufen. Man folge nicht dem scheinbaren Hauptpfad, sondern biege direkt hinter dem Kloster schräg links hinunter zum Bachbett ab (geradeaus weist ein Schildchen zum Kirchlein Ágios Evthýmios, wenn man dort ankommt, ist man zu weit). Direkt hinter dem Kloster kreuzt man das Bachbett und steigt auf der anderen Seite in Serpentinen den Hang hinauf (die Kennzeichnung des Weges mit roten Pfeilen ist manchmal etwas diskret, aber wenn man die Abzweigung am Kloster nicht verpasst, kann eigentlich nicht mehr viel passieren).

Ungefähr in halber Höhe führt der Pfad dann weiter nach rechts ins Tal hinein. Wenig später treten die Wände der Schlucht näher zusammen, für ein Weilchen muss man sich den Pfad durchs Bachbett suchen, dann aber wird der Weg wieder deutlich erkennbar und befestigt. Von hier aus  geht es in vielen Serpentinen und holzbefestigten Stufen bergauf und bergab, vorwitzige Ziegen beäugen den Wanderer, bis man – oh Frust – wieder einmal ein Stück hinunter steigt und vor einer Felswand steht. Hier geht es nicht ganz deutlich zu erkennen nach links weiter, dann wird der Weg wieder klarer und führt mal wieder den Berg hinauf.

An einer (ausgeschilderten) Weggabelung halte man sich rechts und nun wird es immer steiler und landschaftlich reizvoller. Ein niedliches Hinweisschild weist unterwegs darauf hin: „To dásos íne dhikó sou, dhíxe tou móno agápi“, was soviel heißt wie: „Der Wald ist deiner, zeige ihm nur Liebe“. Tatsächlich sieht es hier überall erfreulich sauber aus.

Wer übrigens enttäuscht geglaubt hatte, das enge Stück weiter unten sei schon die Schlucht gewesen, wird nun angenehm enttäuscht, denn die eigentliche Schlucht liegt hier und jetzt vor ihm. Und immer geht es außer hinauf auch wieder hinunter (insgesamt sind es sicher etwa 500 Höhenmeter, die zu überwinden sind, aber es ist wie beim berühmten „zwei-vor-eins-zurück“.
Ist man dann durch die Schlucht hindurch, weisen im Wald knapp 500 Meter vor dem Ziel die Wegweiser in zwei Richtungen nach Ágios Ioánnis, die Qual der Wahl ist keine solche, denn beide Wege führen hin. Ich persönlich finde den rechten reizvoller.

Ágios Ioánnis selbst ist ein kleines weißes Kirchlein, das leider in der Regel abgeschlossen ist. In der Nähe laden Bänke und Tische unter Bäumen an einem Bach zum Picknick ein. Grundsätzlich gilt hier aber, daß der Weg wichtiger als das Ziel ist.

Und wer sich hier ein Weilchen ausgeruht hat, dem geht der Rückweg wesentlich flotter von der Hand bzw. vom Fuß.

Zu den Schluchten auf Kreta

Wandern (durch Schluchten und anderswo)

Wandern wird auf Kreta immer beliebter und das nicht zu Unrecht. Die ganze majestätische Schönheit der kretischen Bergwelt beispielsweise erschließt sich durchs Autofenster nur mangelhaft. Wer durch sie hindurchwandern will, sollte sich aber mit gutem Schuhwerk u.ä. versehen und die absoluten Hochsommermonate Juni bis Ende August besser meiden, denn dann ist es auf Kreta eigentlich viel zu heiß. Am schönsten ist es im Mai, denn dann ist die Insel grün und blumenbewachsen, oder im September, denn dann wird es wieder kühler, wenn sich auch die Flora mehrheitlich nur noch bräunlich verbrannt präsentiert.

Es wird nicht empfohlen, sich ohne einheimischen Führer oder gar ohne Begleiter allzu weit in die Wildnis zu wagen, man verläuft sich zu leicht, und ein falscher Tritt kann möglicherweise den Rückweg ohne Hilfe unmöglich machen. Deshalb also besser immer zu mehreren losziehen (und genügend Wasser mitnehmen, denn viele Quellen kennen und finden nur die Einheimischen).

Dies hier ist zwar kein ausgesprochener Wanderführer, aber eine Reihe von Beschreibungen habe ich natürlich anzubieten.
Zu den Schluchten auf Kreta

  1. Durch die Schlucht Ágio Fárango südlich der Messará-Ebene.
  2. Durch dieSchlucht Agía Iríni nördlich von Soúgia.
  3. Kleine (aber schöne) Wanderung um Doulianá.
  4. Vom Kloster Gouvernéto auf der Halbinsel Akrotíri über das Kloster Katholikó zum Meer (und zurück).
  5. Von Anógia auf den Psilorítis (das Ida-Gebirge).
  6. Von Kamáres aus zur Kamáres-Höhle.
  7. Durch das „Tal der Toten“ bei Káto Zákros.
  8. Von Paleochóra zum Kloster Chryssoskalítissa/Elafonísi.
  9. Von Paleochóra nach Lissós und Soúgia.
  10. Vom Kloster Kapsás in/durch die Perivolákia-Schlucht.
  11. Plakiás – Der „Riverwalk“.
  12. Durch die Roúvas-Schlucht am Südhang des Ida-Gebirges.
  13. Durch die Samariá-Schlucht, die „Mutter aller Wanderungen“.
  14. Durch die Sarakinás-Schlucht im Südosten Kretas.
  15. Von Soúgia nach Lissós und Paleóchora.
  16. Durch die Ímbros-Schlucht zwischen Chóra Sfakíon und Frangokástello im Süden
  17. Durch dieKritsá-Schlucht.
  18. In der Farángi Agíou Antoníou (Schlucht des Heiligen Antonios).
  19. Durch die Ríchtis-Schlucht bei Moulianá im Nordosten.