Route 20 – Von Chaniá zur Omalós-Hochebene und Samariá-Schlucht

Der Zufahrtsweg zur Omalós-Hochebene und damit zur Samariá-Schlucht sei hier nur in aller Kürze beschrieben, denn in diesem Fall ist das individuelle Verkehrsmittel ungünstiger als der Linien- oder Charterbus. Das „Problem“ ist nämlich, daß das Fahrzeug dann oben am Ende der Schlucht steht, während sich der Wanderer unten befindet …

Es ist also empfehlenswerter, hier einmal ein Pauschalangebot wahrzunehmen, denn das macht das Ganze doch wesentlich bequemer. Dabei ist allerdings nur ein bestimmtes Pauschalangebot gemeint, das des staatlichen Busunternehmens KTEL nämlich, welches von allen Nordküstenorten zwischen Réthymnon und Kastélli ein recht preiswertes Package umfasst: Hinfahrt nach Omalós zum Anfang der Schlucht und Rückfahrt von Chóra Sfakíon bis zum Ausgangsort. Das Bootsticket von Agía Rouméli, dem Zielort der Wanderung, nach Chóra Sfakíon ist im Preis nicht inbegriffen.

Also hier nun die kurze Beschreibung: Man verlässt Chaniá über die alte Ausfallstraße Richtung Westen und biegt hinter der kleinen Brücke links auf die ausgeschilderte Straße zur „Omalós-Hochebene“ ab. Man folgt einfach immer der Hauptstraße über Fournés und Lákki hinauf in die Berge und in die Omalós-Hochebene.

Am Ende der Straße liegt der Einstieg in die Samariá-Schlucht. Und alles weitere über die verschiedenen Möglichkeiten der Durchwanderung oder auch des Weiterkommens findet man dort.

Samariá 2025

Die Planungen zur Samariá Schlucht
Zu den Schluchten auf Kreta
Zur Samariá Schlucht

Es war ein heißer Tag. Wir trafen uns trotzdem.

Was ich, Sakis Rouvakis, Protokollführer, an diesem Tag niederschrieb, erschien mir im Nachhinein so ungeheuerlich, dass ich nach mehreren Tagen Bedenkzeit eine Kopie des Protokolls der Internationalen Presse zuspielte, welches welt- oder zumindest europaweit einen ziemlichen Wirbel auslöste. Und doch fürchte ich, dass alle internationalen Proteste keine Wirkung zeigen werden, denn wir Kreter haben schon immer gemacht, was wir selbst für richtig hielten. Da hat uns keiner aus dem Ausland rein zu reden, sagen wir … oder besser sagen die anderen. Ich selbst bin für meinen Teil jedenfalls nicht sehr glücklich mit den Plänen. Aber sie werden vermutlich kommen … Damit Sie wissen, wovon ich überhaupt rede, hier ein Auszug aus dem Protokoll:

Sitzung über die Neugestaltung der Samaria-Schlucht in den nächsten 16 Jahren.
Anwesend:
Petros Moustakis, Nomarchis des Bezirks Chania,
Antonis Maskarakis, Leiter des EOT-Büros Chaniá,
Porfyris Melaris, Chef der Wildhüter im Bereich südliche Lefka Ori,
Sotiris Bellas, Bauingenieur aus Athen,
Kaity Mova, EG-Kommissarin für Griechenlands Auslandsfinanzierung durch die EG. Samariá 2025 weiterlesen

Samariá-Schlucht

Sie gehört zu Kretas beliebtesten Postkartenmotiven: die Samariá-Schlucht. Dekorativ winzig sieht man auf vielen dieser Postkarten auch mal einen vereinzelten Wanderer.

Die Besprechung der Pläne für die Samariá-Schlucht bis 2025

PicturesOG/samariaeingang.jpgIn der Saison allerdings wälzt sich durch die Schlucht ein nicht abreißender Strom von Wanderern, Einsamkeit ist hier nicht mehr drin. Und außerhalb der Saison ist das Durchwandern der Schlucht verboten (jedenfalls von November bis April), da es wegen Hochwassers oder Steinschlags zu gefährlich ist. Ebenso verboten ist (inzwischen leider) auch das Übernachten in der Schlucht.

Der Zufahrtsweg zur Omalós-Hochebene und damit zur Samariá-Schlucht sei hier nur in aller Kürze beschrieben, denn in diesem Fall ist das individuelle Verkehrsmittel ungünstiger als der Linien- oder Charterbus. Das „Problem“ ist nämlich, dass das Fahrzeug dann oben am Ende der Schlucht steht, während sich der Wanderer unten befindet …

PicturesOG/samaria1_gwg.jpgFür den, der trotzdem auf eigenen Reifen hinauf will, hier nur der Hinweis: Die Straße biegt am Ortsausgang von Chaniá Richtung Kastélli links ab (ausgeschildert „Omalós“). Es ist aber wie gesagt empfehlenswerter, hier einmal ein Pauschalangebot wahrzunehmen, denn das macht das Ganze doch wesentlich bequemer. Dabei ist allerdings nur ein bestimmtes Pauschalangebot gemeint, das des staatlichen Busunternehmens KTEL nämlich, welches von allen Nordküstenorten zwischen Réthymnon und Kastélli ein recht preiswertes Package umfaßt: Zufahrt nach Omalós zum Anfang der Schlucht und Rückfahrt von Chóra Sfakíon bis zum Ausgangsort. Das Bootsticket von Agía Rouméli, dem Zielort der Wanderung, nach Chóra Sfakíon ist im Preis nicht inbegriffen.

Wer durch die Schlucht wandern will, sollte wie bei allen Wanderungen mit festem und eingelaufenem Schuhwerk versorgt sein. Es empfiehlt sich außerdem, möglichst früh am Morgen mit der Wanderung zu beginnen, so dass man sich nicht zu sehr beeilen muss, um das letzte Boot nach Chóra Sfakíon (18 Uhr, ohne Gewähr!) zu erreichen. Wer es verpasst, muss in Agía Rouméli übernachten. Möglichkeiten dazu sind vorhanden, aber nicht billig! Das KTEL-Sonderangebotsticket gilt übrigens vier Tage. Vor sechs Uhr morgens ist allerdings der Eintritt in die Schlucht verboten.

PicturesOG/samaria7_gwg.jpgWer am Abend vorher individuell angereist ist, findet in der Regel in der Xenia-Hütte (3 Zimmer/7 Betten) direkt am Eingang der Schlucht eine Übernachtungsmöglichkeit, sei es gar im Bett oder im Schlafsack auf der Terrasse. Für den, der hier übernachten will, sei auch im Hochsommer ein warmer Pullover empfohlen.

Man bekommt an der „Xylóskalo“, der hölzernen Treppe, die auf den Talgrund hinunterführt, eine Laufkarte, die man unten wieder abgeben muss. So soll kontrolliert werden, ob jemand unterwegs abhanden gekommen ist oder verbotenerweise in der Schlucht übernachtet. Und seit einiger Zeit sind die Kreter tatsächlich (endlich?) auf den Trichter gekommen, dass man, wenn da schon jemand steht und bezahlt werden muss, das Ganze auch mit einem Eintrittsgeld verbinden könne. Tatsächlich: Die Durchwanderung der Schlucht ist nicht mehr gratis!

In Serpentinen schlängelt sich die „hölzerne Treppe“ ins Tal hinunter, jeder Aussichtspunkt bietet wieder neue und jedesmal schönere Aussichten. Für Trinkwasser ist ausreichend gesorgt, sobald man unten angelangt ist. Von hier aus läuft auf der gesamten Strecke eine Wasserleitung parallel, die diverse Zapfstellen aufweist. Hat man unweit des unteren Endes von „Xylóskalo“ das Kirchlein des Ágios Nikólaos (ja, schon wieder eines!) erreicht, welches zur ersten Rast einlädt, begleitet einen des weiteren Weges auch ein Bach, der das ganze Jahr über Wasser führt (Baden offiziell verboten!).

PicturesOG/samaria.jpgDie steilen Hänge rechts und links sind hier stark bewaldet und schroff, so ganz nach Schlucht sieht es allerdings noch nicht aus. Die Felswände treten aber im Laufe des Weges immer mehr zusammen, hinter dem verlassenen Dorf Samariá (hier habe ich im Schlafsack in einem der verlassenen Häuser früher gerne übernachtet, aber das ist leider nicht mehr erlaubt!), in dem heute nur noch ein Feldhüter (agrofílakas) lebt, wird auch die Vegetation spärlicher. Der Pfad wird immer mehr zu Geröll und kreuzt mehrfach das Bachbett, das man im Hochsommer allerdings trockenen Fußes durchqueren kann.

Und dann hat man sie erreicht, die berühmte Stelle, die so viele Ansichtskarten (und meinen ersten Kreta-Krimi) ziert: die „sideropórtes“, die „eisernen Tore“, die engste Stelle der Schlucht. Bis auf drei Meter treten die hohen Felswände zusammen, und der Wanderer kommt sich hier wirklich sehr klein vor. Diese engste Stelle ist auch einer der Gründe, warum nicht das ganze Jahr über das Durchwandern der Schlucht erlaubt ist, im Winter und Frühjahr füllt der Bach den engen Durchgang völlig aus, und zwar deutlich bis Hüfthöhe, was das Durchwaten gefährlich macht. Als die Durchwanderungsbeschränkungen vor etwa 20 Jahren noch nicht bestanden, rollte mir hier einmal ein zweikopfgroßer Stein beim Waten durch das an diesem Tag brusthohe Wasser auf den Barfuß, was den Rest der Strecke mehr als unangenehm gestaltete. Und nach dieser persönlichen Erfahrung habe ich Verständnis für die Einschränkung.

Der Rest der Wanderung ist fast langweilig. Denn nun geht es nur noch durch die schattenlose Ebene bis zum Meer bei Agía Rouméli. Hier ist das Baden natürlich wieder erlaubt, und man genießt das klare Wasser nach dem Marsch ganz besonders. Der Strand ist kieselig und diese Kiesel können im Sommer brutal heiß sein, also Vorsicht.


PicturesOG/samaria8_gwg.jpgEin ganz besonderes Vergnügen, aber auch eine durchaus höhere Anforderung an die persönliche Kondition stellt das Durchwandern der Schlucht in umgekehrter Richtung (d. h. von unten nach oben) dar. Wer nämlich von oben nach unten läuft, schaut häufiger auf den Boden und seltener nach oben. Kommt man durch die Ebene auf die Schlucht von unten zu (möglichst früh morgens nach Übernachtung in Agía Rouméli), dann ist diese Ebene kühl und angenehm. Die meisten entgegenkommenden Wanderer trifft man etwa beim verlassenen Dorf Samariá, später sieht man dann kaum noch eine Menschenseele. Der anstrengendste Teil steht allerdings noch bevor, denn der größte Höhenunterschied ist jetzt zum Ende des Weges zu bewältigen, die Treppen hinauf. Das erfordert wie gesagt eine gute Kondition.
Von oben kommt man dann leicht mit dem Linienbus wieder weg Richtung Chaniá.

Eine vereinfachte Möglichkeit (sozusagen „Samariá light“): Mit dem Boot von Chóra Sfakíon nach Agía Rouméli fahren, von unten nur bis zur Engstelle der „sideropórtes“ hinauflaufen und dann wieder umkehren.

Zu den Schluchten auf Kreta

Omalós-Hochebene

Diese runde Hochebene (1200 Meter Höhe) in den Lefká Óri (Weißen Bergen) erleben die meisten Besucher nur auf der Fahrt zum Einstieg in die Samariá-Schlucht. Sie wird wie andere Hochebenen auch vorwiegend agrarisch genutzt.

Angeblich (jedenfalls behaupten es die Einheimischen – andere Quellen sind da anderer Ansicht) wächst ausschließlich hier ein endemisches Wildgemüse namens Stamnagáthi (Zichorie). Die jungen Triebe sehen etwa so aus wie Löwenzahn. Ich gestehe, ich habe es noch nie gegessen. Omalós-Hochebene weiterlesen

Agía Rouméli

PicturesOG/ag_roumeli2_gwg.jpgAgía Rouméli am unteren Ende der Samariá-Schlucht lebt allein von den durchwandernden Scharen. Es gibt inzwischen mehrere Tavernen in Agía Rouméli, die alle auch Zimmer vermieten. Leider muss wieder einmal ein „leider“ eingefügt werden: Denn auch hier ist eine irrwitzige Bauwut ausgebrochen: Große und hässliche Betonklötze schießen wie Pilze aus dem Boden. Wer soll das denn alles bewohnen? Eine riesige Solaranlage von über 10.000 qm ist zwar sicher ökologisch sinnvoll, optisch verschandelt sie die Gegend von Kreta aber nachhaltig. Und auch die Preise! Hier nimmt man es von den „Überlebenden“, die froh sind, die Schlucht überstanden zu haben.

Agía Rouméli ist mit der Außenwelt nur durch den Seeweg verbunden, eine Straße hierher gibt es nicht. Den ganzen Tag über verkehren die Fährboote regelmäßig nach Chóra Sfakíon (das letzte um 18 Uhr – wie immer ohne Gewehr, ähhh …), einmal täglich auch über Soúgia nach Paleochóra.