Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus)

Es gehört sicherlich zu den Höhepunkten eines Kreta-Besuches, den Psilorítis, den höchsten Gipfel des Ida-Gebirges, zu besteigen. Jener allgegenwärtige Berg, der auf den Menschen in jahrtausendealter Gelassenheit herabschaut, verlockt förmlich dazu, diese Insel einmal selbst von oben zu sehen. Er fordert dafür nur ein wenig Unbequemlichkeit und Ausdauer. Immerhin ist das Ida-Gebirge das höchste der Insel und der Psiloritis misst stolze 2456 Meter.

Am einfachsten ist er von Anógia aus zu besteigen bzw. zu erwandern (außerdem noch von Kamáres aus).

Bis zur Ida-Höhle (Idaéon Ándron)
Am Ortseingang von Anógia von Iráklion aus biegt die Zufahrt zur Nída-Hochebene links ab. Sie  ist inzwischen komplett und ziemlich ordentlich asphaltiert. Die Straße endet bei einem Touristenpavillon mit angeschlossener Taverne und Gästehaus (nur im Sommer geöffnet, dann stehen auch einige Betten zur Verfügung) unterhalb der Ida-Höhle (Idaéon Ándron), in der der Mythologie zufolge Rhea ihren soeben geborenen Sohn Zeus vor seinem gefräßigen Vater versteckte. In der Höhle selbst liegen heute allerdings keine Windeln mehr herum, darüber hinaus ist sie oft wegen archäologischer Ausgrabungen für den Publikumsverkehr gesperrt.

PicturesOG/andartis01.jpgVon der Höhle aus ist auch der „Antártis“ (der Partisan) zu sehen, ein 32 x 9 Meter großes „liegendes“ Monument für den Frieden. Er liegt hier schon seit Anfang der 90er Jahre, erbaut oder gestaltet von der deutschen Künstlerin Karina Raeck. Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus) weiterlesen

Plakiás – Wanderung „Der Riverwalk“

Ich danke Uli Schmidt für diese Beschreibung.

Will man von Plakiás aus die Kotsifou-Schlucht hinaufwandern, kommt man entlang des Kotsifou-Baches lediglich bis zur „Old Mill“. Dort hat man dann die Möglichkeit durch die Ruinen der alten Mühle einen steilen Pfad hinaufzuwandern, um dort einen Landwirtschaftsweg zu erreichen – direkt am Bach entlang hingegen gibt es keinerlei Pfad, da der Grund der Schlucht sehr dicht bewachsen ist – vor allem mit Oleander, der kein Durchkommen gewährt (siehe auch der aktuelle Hinweis 2009 weiter unten).

Es gibt aber doch einen Weg am Grund der Schlucht entlang: man kann nämlich durch den Bach  waten.
Die WPicturesOG/riverwalk1.jpganderung von Plakiás bis zur „Old Mill“, dann im Bach weiter bis zur Quelle und von dort der Fußweg über Mýrthios zurück nach Plakiás ist zwar nur ca. 5 Kilometer lang – dauert aber trotzdem ca. 4-8 Stunden – da man im Bachbett nur langsam vorwärts kommt und auf dem Rückweg die Tavernen von Mýrthios lauern. Plakiás – Wanderung „Der Riverwalk“ weiterlesen

Wanderung von Paleochóra nach Elafonísi

Die Strecke sei nur geübten Wanderern empfohlen, da Teilstücke nicht ganz ungefährlich über einen Felssims führen, der Trittsicherheit verlangt. Auf manchen Karten findet man eine Straße von Paleochóra nach Moní (= Kloster) Chryssoskalítissa eingezeichnet, die es jedoch nicht gibt. Überhaupt ist mir keine Karte bekannt, in der der Wanderweg korrekt eingetragen ist. Man kann die Wanderung natürlich auch andersherum durchführen. Und es sei wie immer dringend darauf hingewiesen, dass man niemals allein wandern sollte!
In Paleochóra sollte man sich mit Lebensmitteln für zwei Tage versorgen, die Strecke ist zwar theoretisch an einem Tag zu schaffen, wird aber durch eine Übernachtung unterwegs wesentlich angenehmer.

Man nimmt von Paleochóra zuerst einmal die Fahrstraße Richtung Westen nach Gialós, ein Stück schlängelt sie sich zwischen Bergen hindurch, dann erreicht man die Ebene von Gialós mit ihren zahlreichen Gewächshäusern. In Gialós kann man bei einer Rast im Dorf Kafenío zusehen, wie die hier im Umland geernteten Produkte, in erster Linie Tomaten, angeliefert, sortiert und für den Abtransport verladen werden. Wanderung von Paleochóra nach Elafonísi weiterlesen

Lissós (Ausgrabungen)

Vom Hafen in Soúgia wandert man nach Westen zuerst in ein Flusstal hinein. Mit roten Punkten ist der Weg markiert, auch die Stelle, an der man links den Hang hinaufsteigen muss. Über eine kleine Hochebene erreicht man dann wieder einen Abstieg nach Lissós, der Ausgrabung eines (angeblich) römisch-antiken Heilbades, von dem man nicht mehr so sehr viel erkennt. Archäologen allerdings deuten die hier vorhandenen Reste als Brunnen, Tempel und Badewannen. Der Weg bis Lissós dauert ungefähr eineinhalb Stunden, ist also auch als Ausflug von Soúgia aus (mit anschließender Rückkehr) interessant (aber nicht in Strandsandalen!).

Ab Lissós nach Westen wird die Wanderung noch lohnenswerter. Von den Ausgrabungen aus wendet man sich nordwestlich den Hang hinauf, allerdings nur in die Richtung, in der man von nun an gelbe Punkte findet. Lissós (Ausgrabungen) weiterlesen

Roúvas-Schlucht

Diese Schlucht am Südhang des Ida-Gebirges erreicht man am besten vom Dorf Zarós aus.

Ausgangspunkt der hier beschriebenen Wanderung ist der künstliche See oberhalb des Dorfes mit der Taverne „Limni“. Die Rouvas-Schlucht ist zwar nicht so spektakulär ist wie die Samariá-Schlucht, aber landschaftlich bombastisch genug und zudem fast menschenleer.

Die Strecke beträgt bis zum Kirchlein des Ágios Ioánnis oben auf dem Berg ca. 5 KM, die man dann aber auch wieder herunter laufen muss. Der Weg ist insofern teils recht beschwerlich, da er z. T. über steile Holztreppen führt und nur sehr langsam an Höhe gewinnt (es geht immer wieder nach unten). Es ist deshalb zu empfehlen, in der warmen Jahreszeit möglichst früh aufzubrechen, und sowohl gutes Schuhwerk als auch unbedingt genügend Trinkwasser mitzunehmen. Die Wasserstellen, auf die am Weg laufend hingewiesen wird, sind nämlich entweder nicht zu finden oder defekt.

Man folgt der Ausschilderung an der Taverne „Límni“ den Berg hinauf. Nach einem knappen Kilometer erreicht man das Kloster Ágios Nikólaos. Hier befindet sich praktisch die einzige Möglichkeit, sich zu verlaufen. Man folge nicht dem scheinbaren Hauptpfad, sondern biege direkt hinter dem Kloster schräg links hinunter zum Bachbett ab (geradeaus weist ein Schildchen zum Kirchlein Ágios Evthýmios, wenn man dort ankommt, ist man zu weit). Direkt hinter dem Kloster kreuzt man das Bachbett und steigt auf der anderen Seite in Serpentinen den Hang hinauf (die Kennzeichnung des Weges mit roten Pfeilen ist manchmal etwas diskret, aber wenn man die Abzweigung am Kloster nicht verpasst, kann eigentlich nicht mehr viel passieren).

Ungefähr in halber Höhe führt der Pfad dann weiter nach rechts ins Tal hinein. Wenig später treten die Wände der Schlucht näher zusammen, für ein Weilchen muss man sich den Pfad durchs Bachbett suchen, dann aber wird der Weg wieder deutlich erkennbar und befestigt. Von hier aus  geht es in vielen Serpentinen und holzbefestigten Stufen bergauf und bergab, vorwitzige Ziegen beäugen den Wanderer, bis man – oh Frust – wieder einmal ein Stück hinunter steigt und vor einer Felswand steht. Hier geht es nicht ganz deutlich zu erkennen nach links weiter, dann wird der Weg wieder klarer und führt mal wieder den Berg hinauf.

An einer (ausgeschilderten) Weggabelung halte man sich rechts und nun wird es immer steiler und landschaftlich reizvoller. Ein niedliches Hinweisschild weist unterwegs darauf hin: „To dásos íne dhikó sou, dhíxe tou móno agápi“, was soviel heißt wie: „Der Wald ist deiner, zeige ihm nur Liebe“. Tatsächlich sieht es hier überall erfreulich sauber aus.

Wer übrigens enttäuscht geglaubt hatte, das enge Stück weiter unten sei schon die Schlucht gewesen, wird nun angenehm enttäuscht, denn die eigentliche Schlucht liegt hier und jetzt vor ihm. Und immer geht es außer hinauf auch wieder hinunter (insgesamt sind es sicher etwa 500 Höhenmeter, die zu überwinden sind, aber es ist wie beim berühmten „zwei-vor-eins-zurück“.
Ist man dann durch die Schlucht hindurch, weisen im Wald knapp 500 Meter vor dem Ziel die Wegweiser in zwei Richtungen nach Ágios Ioánnis, die Qual der Wahl ist keine solche, denn beide Wege führen hin. Ich persönlich finde den rechten reizvoller.

Ágios Ioánnis selbst ist ein kleines weißes Kirchlein, das leider in der Regel abgeschlossen ist. In der Nähe laden Bänke und Tische unter Bäumen an einem Bach zum Picknick ein. Grundsätzlich gilt hier aber, daß der Weg wichtiger als das Ziel ist.

Und wer sich hier ein Weilchen ausgeruht hat, dem geht der Rückweg wesentlich flotter von der Hand bzw. vom Fuß.

Zu den Schluchten auf Kreta

Wandern (durch Schluchten und anderswo)

Wandern wird auf Kreta immer beliebter und das nicht zu Unrecht. Die ganze majestätische Schönheit der kretischen Bergwelt beispielsweise erschließt sich durchs Autofenster nur mangelhaft. Wer durch sie hindurchwandern will, sollte sich aber mit gutem Schuhwerk u.ä. versehen und die absoluten Hochsommermonate Juni bis Ende August besser meiden, denn dann ist es auf Kreta eigentlich viel zu heiß. Am schönsten ist es im Mai, denn dann ist die Insel grün und blumenbewachsen, oder im September, denn dann wird es wieder kühler, wenn sich auch die Flora mehrheitlich nur noch bräunlich verbrannt präsentiert.

Es wird nicht empfohlen, sich ohne einheimischen Führer oder gar ohne Begleiter allzu weit in die Wildnis zu wagen, man verläuft sich zu leicht, und ein falscher Tritt kann möglicherweise den Rückweg ohne Hilfe unmöglich machen. Deshalb also besser immer zu mehreren losziehen (und genügend Wasser mitnehmen, denn viele Quellen kennen und finden nur die Einheimischen).

Dies hier ist zwar kein ausgesprochener Wanderführer, aber eine Reihe von Beschreibungen habe ich natürlich anzubieten.
Zu den Schluchten auf Kreta

  1. Durch die Schlucht Ágio Fárango südlich der Messará-Ebene.
  2. Durch dieSchlucht Agía Iríni nördlich von Soúgia.
  3. Kleine (aber schöne) Wanderung um Doulianá.
  4. Vom Kloster Gouvernéto auf der Halbinsel Akrotíri über das Kloster Katholikó zum Meer (und zurück).
  5. Von Anógia auf den Psilorítis (das Ida-Gebirge).
  6. Von Kamáres aus zur Kamáres-Höhle.
  7. Durch das „Tal der Toten“ bei Káto Zákros.
  8. Von Paleochóra zum Kloster Chryssoskalítissa/Elafonísi.
  9. Von Paleochóra nach Lissós und Soúgia.
  10. Vom Kloster Kapsás in/durch die Perivolákia-Schlucht.
  11. Plakiás – Der „Riverwalk“.
  12. Durch die Roúvas-Schlucht am Südhang des Ida-Gebirges.
  13. Durch die Samariá-Schlucht, die „Mutter aller Wanderungen“.
  14. Durch die Sarakinás-Schlucht im Südosten Kretas.
  15. Von Soúgia nach Lissós und Paleóchora.
  16. Durch die Ímbros-Schlucht zwischen Chóra Sfakíon und Frangokástello im Süden
  17. Durch dieKritsá-Schlucht.
  18. In der Farángi Agíou Antoníou (Schlucht des Heiligen Antonios).
  19. Durch die Ríchtis-Schlucht bei Moulianá im Nordosten.