Réthymnon: Taverne „Fantastico“

Etwa drei Kilometer östlich von Réthymnon zweigt von der „Old Road“ die Straße Richtung Maroulás ab. Etwa einen Kilometer oberhalb hinter dem Ort weist ein auffälliges Schild auf die Taverne „Fantastico“ hin.

Vom Lokal aus bietet sich wirklich ein phantastischer Blick auf den über 16 Kilometer langen Strand von Réthymnon. Und wenn die Sonne untergeht, tut sie dies scheinbar genau im Hafenbecken der Stadt. Über der Prassánes-Schlucht, einem gewaltigen Einschnitt in der Bergkette kreisen stundenlang ohne einen Flügelschlag neun gewaltige Raubvögel. Es ist nicht zu erkennen, ob es Adler oder Geier sind.

Und wir sitzen da und genießen die Ruhe und den Ausblick, während auch der Magen bestens zu seinem Recht kommt. Die freundliche Familie, die das Lokal betreibt, verwöhnt uns nach allen Regeln der Kunst.

Von Christoph Halbey

Route1 Von Iráklion nach Westen bis Réthymnon über die „New Road“

Die Straße Richtung Westen aus Iráklion heraus führt durch die „Chanióporta“, das Chaniá-Tor. Wer sich den Weg durch die ganze Stadt sparen will (und dabei doch kaum etwas gewinnt), kann auch Richtung Knossós hinausfahren und findet auch dort eine ausgeschilderte Abzweigung auf die „New Road“ (die ziemlich gut ausgebaute „neue“ Nordküstenstrecke, der wir hiermit ein für alle Mal diesen Namen „verpassen“ wollen).

Durch das Chaniá-Tor folgt man weiter der stets chaotisch überfüllten Ausfallstraße bis zum Ortsausgang von Iráklion, vorbei an zahlreichen Werkstätten, Geschäften, Tankstellen etc. alles geschäftig, hektisch und … hässlich?

Direkt hinter dem Schild, welches das Ende Iráklions anzeigt, zweigt links die Straße nach Míres und Górtys ab, die man nehmen muss, um die „New Road“ zu erreichen. Wenige hundert Meter weiter ist es ausgeschildert: „Rechts müsst Ihr steuern nach Chaniá“.
Fast wie auf einer Autobahnauffahrt geht es leicht bergan, weit geschwungen, und dann ist man (endlich) auf der „New Road“. Und da ist der Mitteleuropäer auf den ersten Blick vielleicht ein wenig enttäuscht, weil er denkt, eine Schnellstraße müsse vier Spuren haben. Das muss sie aber wirklich nicht. Was sollte auf Kreta eine vierspurige Autobahn?

Denn die „New Road“ ist überwiegend breit und sie hat auch zwei offizielle Standspuren, die allerdings nicht als solche genutzt werden sollten. Hier gilt grundsätzlich: Straße ist Straße, da wird gefahren! Was also bei uns in Deutschland bei Strafe verboten ist, wird auf Kreta geradezu erwartet bzw. verlangt: Kommt von hinten ein schnellerer Wagen, weicht das langsamere Vehikel auf die Standspur aus (was es allerdings auch nicht immer tut!). Das Stehen oder Parken auf der „Standspur“ ist sowieso eigentlich auch überhaupt nicht erlaubt, deshalb findet der Reisende an der Nordküste nach Westen überall eingezäunte Strände und nur dann und wann einen „Exit to Beach“.

Man kann die „New Road“ tatsächlich zumindest teilweise als so etwas wie eine kretische „Autobahn“ bezeichnen, dennoch ist gerade hier besondere Vorsicht geboten: Insbesondere im Bereich von Iráklion können einem tags wie nachts auch schon einmal ein paar Ziegen auf der Straße begegnen, an der einen oder anderen Stelle ist der Straßenbelag schon lange nicht mehr das, was er mal sein wollte, manche Kurven sind sogar negativ überhöht (d. h. sie fallen nach außen ab) usw. Außerdem: Nur an dieser Straße gibt es tatsächlich auch mal Geschwindigkeitskontrollen. Und wer als Raser erwischt wird, muss mit einigem an Geldstrafe rechnen. Griechischen Verkehrssündern wird sogar rigoros für einige (manchmal auch längere) Zeit das Nummernschild entzogen: Fahrverbot!

Etwa 15 Kilometer von der Auffahrt auf die „New Road“ entfernt erreicht man die Abzweigung nach Agía Pelagía. Wer Tourismus immer dann nicht mag – auch wenn er selbst Tourist ist – wenn sich die Menschenmassen zu sehr knubbeln, der braucht den Link nicht zu benutzen und nicht abzubiegen, sondern fährt geradeaus weiter.

Etwa 7 Kilometer weiter erreicht man wieder das Meer, rechts der Straße sind Hotel- und Appartementanlagen zu bewundern, links ist es nach Fódele ausgeschildert. Der Geburtsort von „El Greco“ ist ein beliebtes Ziel für Touristen, es sind von hier aus noch etwa 3 KM bis zum Dorf.

Etwa 20 Kilometer weiter erreicht man Balí. Man sieht das Dorf schon eine Weile zuvor schneeweiß in der Bucht liegen, leider ist ein ziemlich großer Teil dieses „Schneeweißen“ eine Ansammlung von Hotelanlagen im vorderen Teil des Ortes. Der hintere Teil aber ist Besuch und Aufenthalt wert.
Von Balí aus steigt die „New Road“ wieder langsam und zäh bergan, dann erreicht man eine Art „Pass“ und kann den Wagen bis zur Abzweigung nach Pánormos fast nur noch rollen lassen. Hier verliert die kretische Nordküste (vorübergehend) ihren wilden, vom Fels geprägten Charakter, von dem sie etwa ab Agía Pelagía geprägt war. Die Berge fallen wieder flacher ins Mehr hinab und kleine Ebenen erstrecken sich im Hinterland des Küstenstreifens.

Ab Pánormos führt die „New Road“ deshalb nun auch kurvenarm bis Réthymnon weiter. Über eine kurze Stichstraße rechts hinunter fährt man nach Pánormos hinein. An der gleichen Stelle zweigt übrigens auch die Straße ins Landesinnere nach Pérama ab, welche an der alten Straße liegt, und deshalb unter der Fahrtroute 2 von Iráklion nach Réthymnon behandelt wird.

Wie man in der Beschreibung über Pánormos erfährt, gehört dieses noch „ein wenig verschlafene“ Dorf meiner Meinung nach zu den besseren Adressen für den Individualreisenden auf Kreta.
Wenn man sich den Abstecher oder einen längeren Aufenthalt hier gegönnt hat, erreicht man die „New Road“ wieder, indem man zunächst der „Hauptstraße“ des Dorfes nach oben folgt und am oberen Ende derselben links einbiegt, dann erreicht man nämlich die „offizielle“ Auffahrt.

Von hier aus erreicht man Réthymnon schnell, die Straße verläuft fast schnurgerade. Etwa 20 KM weiter kreuzt die alte Straße, der Wechsel lohnt eher nicht, da diese nur durch dicht-(meist hotel-)besiedeltes Gebiet führt . Wer allerdings zu den Campingplätzen bei Réthymnon will, muss hier auf die alte Straße überwechseln.
Außerdem kann man hier auch nach Süden zum Kloster Arkádi abbiegen. Ebenso lohnt ein kurzer Besuch des Geburtsortes des „Helden von Arkádi“ Kóstas Giamboudákos, des Dorfes Ádele, oder auch des weniger bekannten, aber sehenswerten Klosters Arsaníou.

Nach Réthymnon sind es von dieser Kreuzung aus, ganz gleich, welcher Straße man folgt, noch etwa 7 Kilometer.

Kreta Reiseroute 1

Route 13 – Von Réthymnon nach Chaniá (über die „New Road“ oder die alte Straße)

Verlässt man Réthymnon in Richtung Westen, hat man wieder einmal die Wahl zwischen „New Road“ und alter Straße. Letztere führt durchs Landesinnere, die „New Road“ bis Georgioúpolis immer am Meer entlang. Wer Zeit hat und etwas mehr von Kreta sehen will, dem empfehle ich auch hier die alte Straße. Es liegen an ihr zwar keine besonderen Sehenswürdigkeiten, aber man fährt eben statt auf einer Schnellstraße durch viele malerische Dörfer. Und man genießt bei dieser Gelegenheit die Tatsache, daß es die „New Road“ gibt, denn die LKWs fahren alle dort (und das ist ein Segen – wenn ich noch an die Zeit denke, als es dieses neue Straßenstück gab, es war trotz viel weniger Verkehrsaufkommen schon manchmal ein Horror, über viele Kilometer hinter einem stinkenden LKW herzuschleichen).

Kommt man aus Réthymnon heraus, steigt hinter dem Ortsausgang die Straße relativ steil an, oben angekommen, zweigt die alte Straße nach links ab. Ich beschreibe diese Strecke nicht näher, weil es da auch nichts Entscheidendes zu erklären gibt.
Die „New Road“ wird fast auf ihrer gesamten Strecke von Zäunen gesäumt. Der Zugang zum Strand ist nur an den „Exits to Beach“ gestattet, an denen sich jeweils Parkplätze befinden. Man soll und darf eben nicht wild auf der „New Road“ parken, da wie anderenorts schon beschrieben, die Standspuren durchaus zum Fahren gedacht sind.

Dort wo die Küstenlinie Kretas nach Norden abknickt, liegt das Dorf Georgioúpolis, ein sehr lebendiger Ort, der inzwischen voll touristisch erschlossen ist. Nicht nur ich empfehle Georgioúpolis gerne als „Einstieg“ für einen ersten Aufenthalt auf Kreta. Übrigens treffen sich hier vorübergehend „New Road“ und alte Straße und trennen sich gleich wieder.

Von hier aus sei jedenfalls ein Abstecher zum Kournás-See empfohlen, er ist immerhin Kretas einziger „echter“ Binnensee (alle anderen sind künstlich angelegt).

Ich wiederhole noch einmal meine Empfehlung, ab Georgioúpolis das waldreichste Gebiet Kretas auf der alten Straße zu genießen. Wer es sich anders überlegt, kann etwa 5 KM von Georgioúpolis entfernt auch wieder auf die „New Road“ einbiegen. Die alte Straße führt vom Dorfplatz durch die einmalige Eukalyptus-Allee nach Westen. Man unterfährt also am besten 5 Kilometer weiter die „New Road“ und erreicht nach weiteren 3 Kilometern Vrýsses, den Ort, wo Joghurt und Honig fließen. Dieses Dorf gilt als beste Einkaufsquelle für das Genannte, leider sind auch die Preise inzwischen oft so, als ob die Einheimischen gemerkt hätten, dass sie immer wieder empfohlen werden. Scherz beiseite: Es ist sehr lecker!

Vrýsses ist übrigens auch der offizielle Umsteigeort für die Busse nach Chóra Sfakíon.

Schon kurz hinter Vrýsses könnte und darf man wieder auf die „New Road“ einbiegen, sollte man aber nicht! Fahren Sie lieber auf der alten Straße bis Kalýves, denn die neue führt nur zwischen Böschungen hindurch, während die alte Straße durch einen der grünsten Teile der Insel führt, wie bereits angesprochen.

Ein hübscher Platz zum Rasten liegt etwa 4 KM hinter Vrýsses rechts unterhalb der Straße: Eine kleine Kirche, ein Picknickplatz, Süßwasserquellen, gerade Einheimische nutzen diesen Platz gerne zur Rast, leider wird öfter mal auch wilder Müll zurückgelassen.

Ein Stück weiter trifft man mit etwas Glück auf Köhler, die hier ihrer eintönigen und anstrengenden Arbeit nachgehen. Sie freuen sich immer über Besuch und ein Schwätzchen (sei es auch nur mit Händen und Füßen). Sie stammen aus den umliegenden Dörfern, sehen in den Sommermonaten meist aber wenig von ihrer Familie, denn die verbringen sie hier draußen. Die Meiler müssen ständig beobachtet und gepflegt werden. Früher schliefen sie im Freien auf der Erde, heute verfügen sie zum Teil schon über richtige Wohncontainer mit dem nötigsten Komfort.

Die Straße schlängelt sich weiter durch die Hügel (links hat man immer einen herrlichen Blick auf die „Levká òri“, die „Weißen Berge“, deren Hänge im gleißenden Sonnenlich tatsächlich weiß aussehen. Im Dorf „Ágii Pántes“ kann man rechts zum Kap Drápano abbiegen, zu urwüchsigen Dörfern, da der Tourismus hierher noch selten kommt. Eine Tour zum Kap Drápano ist unter Kalýves/Ausflug beschrieben.

Im Dorf Arméni steht an der Durchgangsstraße unter Platanen das Lokal mit dem originellen Namen „Platanos“, dessen Besitzer sich immer noch nicht endgültig entschieden haben, ob sie nun griechische oder Sonstwie-Küche anbieten wollen. So gibt es hier einiges, was man anderswo nicht bekommt, aber das braucht man vermutlich auch nicht! Meiner Erfahrung nach bestelle man lieber das Übliche, das ist völlig O.k., die Bedienung ist ausgesprochen nett und das Lokal als ganzes auch gemütlich eingerichtet.

Etwa 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni unterquert die alte Straße mal wieder die „New Road“. Wer die Nase voll hat von Kurven, kann hier auffahren. Er verpasst dann allerdings Kalýves, und das wäre schade.

Etwa 4 Kilometer westlich von Kalýves stellt sich die Frage „New Road“ oder alte Straße eh nicht mehr, sie vereinigen sich endgültig. Von Kalýves aus umfährt man vorher das ehemalige türkische Fort Izzedin, welches auch heute noch die Soúda-Bucht „beherrscht“. Während der Zeit der griechischen Militärjunta war das Fort ein Gefängnis für politische Gefangene, heute ist es eine Kaserne. Da die gesamte Strecke von hier bis Soúda miltärisches Sperrgebiet ist, weisen etwa alle 20 Meter Schilder darauf hin, das Fotografieren verboten ist (es gibt aber auch rein gar nichts, was lohnenswert zu fotografieren wäre). Und wer gerne ins Fort Izzedin hinein fotografieren möchte (strengstens verboten!), der fährt einfach 2 Kilometer weiter links nach Aptéra hoch, von hier aus hat man einen hervorragenden Blick hinein …

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man schon wenige KM später die Abzweigung nach Soúda, dem Fährhafen von Chaniá. Man verpasst nicht viel, wenn man nicht hineinfährt.

Wiederum einige Kilometer weiter ist die Zufahrt nach Chaniá ausgeschildert, wenn man hier nicht hineinfährt, verpasst man hingegen einiges! Man könnte inzwischen zwar auch an Chaniá vorbei über die „New Road“ nach Westen weiterfahren, aber die meiner Meinung nach schönste Stadt Kretas muss man definitiv besuchen!

Route 11 – Aus dem Süden auf der neuen Straße über Spíli nach Réthymnon

Von Agía Galíni aus folgt man der Straße Richtung Timbáki bzw. Iráklion nur ein kurzes Stück, dann zweigt links die neuere Straße in Richtung Réthymnon ab. Wer Agía Galíni nicht als Endpunkt der Route 4 oder der Route 5 gewählt hat, sondern gleich nach Réthymnon weiter wollte, findet dort die Beschreibung, wo er abzweigen muss.

PicturesOG/akoumia_beach_gwg.jpgAuch diese Straße ist ein Teil der „New Road„-Bestrebungen der Kreter, sie ist aber leider in vielen Teilen ein echter Flop: Zwar ist sie gut und in den Kurven meist (!) recht großzügig ausgebaut, hat aber einen dermaßen schlechten Unterbau, dass sich jedes Frühjahr neue Löcher öffnen oder gar Teile der Straße ganz wegrutschen. Auch bei vorsichtiger Fahrweise ist allerdings recht flott das etwas größere Dorf Akoúmia erreicht, das links oberhalb der Straße am Hang liegt. Von hier aus ist ein Abstecher zu den schönen Stränden „Gyro Giali“ und „Triopetra Beach“ an der Südküste zu empfehlen.

Auf der Hauptstraße nach Norden, erreicht man einige Kilometer weiter den Weiler Kíssou Kámbos. Hier zweigt links die Straße nach Keramés ab. Dieser Ort liegt am Südhang des Siderótas Gebirges (nicht direkt am Meer). Deshalb ist er bisher auch touristisch so gut wie unerschlossen, obwohl es unten am Meer einige schöne Badebuchten gibt.

PicturesOG/Spili 2_ww.jpgWer sich diesen Abstecher verkneift, erreicht auf der Weiterfahrt Richtung Réthymnon als nächstes das Bischofsstädtchen Spíli, das in jedem Fall zu einer Rast einlädt und nicht einfach nur durchfahren werden sollte.
Kurz vor dem Ortsausgang von Spíli Richtung Norden kann man rechts nach Gerakári abbiegen. Über den Berg hinweg erreicht man dann die alte Nebenstrecke von Süden nach Réthymnon und das Amári-Becken. Route 11 – Aus dem Süden auf der neuen Straße über Spíli nach Réthymnon weiterlesen

Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama

Wer an der in der Route 2 beschriebenen Abzweigung links gefahren ist, der hat sicherlich die interessanteste Strecke zwischen Iráklion und Réthymnon vor sich. Logischerweise braucht man hier am längsten, vor allen Dingen dann, wenn man die Gelegenheit nutzt, „mal eben“ auf den „Psilorítis„, die höchste Erhebung des Ida-Gebirges zu steigen.

Doch der Reihe nach: Etwa 4 Kilometer von der genannten Abzweigung entfernt liegt das Dorf Týlissos. Hier kann man Ausgrabungen minoischer Häuser besichtigen, die wohl Teil einer der ältesten Siedlungen der Insel sind.

Hinter Týlissos steigt die Straße die schroffen Abhänge des Ida-Gebirges hinauf, führt durch das schön gelegene Dorf Goniés und erreicht schließlich Anógia , meines Wissens das größte Dorf Kretas. Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama weiterlesen

Route 2 Von Iráklion nach Westen bis Réthymnon über die alte Straße

Für den, der nicht zu einer der Ortschaften fahren möchte, die in der Fahrtroute 1 erwähnt sind, oder der es nicht so eilig hat, oder auch für den, der mehr vom Inneren der Insel erleben will, empfiehlt es sich, für die Strecke von Iráklion nach Réthymnon die alte Straße zu nehmen. Darüber hinaus ermöglicht diese Route noch einige interessante Abstecher, die über die „New Road“ nicht möglich sind (wie z. B. die Besteigung des Psiloritis, der höchsten Erhebung des Ida-Gebirges).

Man erreicht die alte Straße ebenfalls über die Ausfahrt durch das Chaniá-Tor. Man gelangt automatisch darauf, wenn man am Ortsausgang den Abzweig zur „New Road“ „verfehlt“, das heißt, einfach geradeaus weiterfährt.

Hinter Ammoudára führt die Straße vom Meer weg und folgt nicht wie die „New Road“ der nach Norden abknickenden Küstenlinie. Statt desssen windet sie sich in die Berge hinauf. Etwa 10 Kilometer von Iráklion entfernt passiert man das „Kunstdorf“ Arólithos. Kurz dahinter gabelt sich die Straße. Man fährt hier geradeaus bzw. rechts, wer links weiter nach Anógia und Axós fahren will, der lese bei der Fahrtroute 3 weiter. Die beginnt an dieser Stelle.

Die Straße schlängelt sich in immer engeren Kurven den Berg hinauf, teilweise nicht nur landschaftlich, sondern auch autofahrerisch atemberaubend. Bei KM 21 biegt rechts die landschaftlich reizvolle, derzeit noch nicht asphaltierte Straße nach Fódele ab.

Die alte Hauptstraße führt nun wieder hinunter in eine fruchtbare Hochebene, der sie ebenso schmal wie kurvenreich folgt. Hier ist man doch froh, dass der gesamte LKW-Verkehr nun auf der „New Road“ stattfindet, denn überholen wäre hier praktisch unmöglich.
Etwa nach 54 Kilometern erreicht man das Provinzstädtchen Pérama. Der Ort selbst ist nicht besonders interessant, vielleicht aber die nicht sehr weit entferne Melidóni-Höhle.

Von Pérama Richtung Réthymnon erreicht man nach ca. 2 Kilometern den Abzweig zum Töpferdorf Margarítes, welches einen Abstecher unbedingt wert ist. Von der Abzweigung aus sind es noch etwa 5 Kilometer.

Wer auf dieser Strecke auch das Kloster Arkádi besuchen möchte, sollte allerdings nicht von Margarítes aus weiterfahren. die Stecke wird schlecht. Besser fährt man weiter bis zu dem Punkt, wo sich alte Straße und „New Road“ wieder treffen und folgt erst hier der Beschilderung zum Kloster Arkádi. Das Kloster erreichte traurige Berühmtheit, als sich über tausend Kreter hier im Jahre 1866 selbst in die Luft sprengten, weil sie der türkischen Übermacht nicht mehr stand halten konnten.

Von hier aus ist es eigentlich egal, ob man auf der „New Road“ oder auf der alten Straße weiterfährt: Letztere führt nur hinter Hotels o. ä. vorbei, erstere ist ebenfalls etwas langweilig. Wer zu den Campingplätzen östlich von Réthymnon will, muss allerdings die alte Straße nehmen.

30 Routen über Kreta

AMehr zu Reisroute 2

Bierbrauerei bei Réthymnon

Etwa 15 Kilometer südlich von Réthymnon Richtung Spíli liegt rechts ein wenig abseits der Straße die einzige biologische Bierbrauerei Kretas:
Was Bernd Brink hier braut, ist ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelche chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure. Bierbrauerei bei Réthymnon weiterlesen

Spíli

PicturesOG/spili2011brunnen.JPGDie kleine Stadt Spíli liegt im Landesinneren an der Straße zwischen Agía Galíni und Réthymnon (oder umgekehrt). Spíli verfügt über einen großen Wasserreichtum, dies dokumentieren nicht nur die 25 Löwenköpfe des Dorfbrunnens (ja, die Löwen haben „Zuwachs“ bekommen, der Brunnen wurde um die nächste Hausecke weitergebaut – wer das nicht weiß, der kann die jüngeren Löwen von den älteren nicht unterscheiden, echt gut gemacht), die selbst im heißesten Sommer dicke Wasserstrahlen speien, dies erkennt man auch an der grün-üppigen Vegetation in und um den Ort Spíli.

Spíli ist Bischofssitz und verfügt über ein großes Priesterseminar, wohl deshPicturesOG/spili1_gwg2.jpgalb auch ist der Ort eine Stadt und kein Dorf (es gibt auf Kreta Dörfer, die größer sind). Das hübsche Landstädtchen bietet sich auch für den Reisenden als Standquartier an, der auf der einen Seite fern vom Trubel aller am Meer gelegenen Orte sein möchte, auf der anderen Seite aber doch relativ problemlos mal zum Baden fahren möchte. Auch mit dem Bus ist man schnell in Plakiás, Agía Galíni oder Réthymnon.

 

Ärztliche Versorgung
Als zentrale Stelle für die Landbevölkerung ringsum gibt es hier ein richtiges Ärztezentrum etwas oberhalb des Ortes Richtung Agía Galíni. Es wird sehr gelobt von allen, die es bisher in Anspruch nehmen mussten. Die Behandlung ist gut und kostenlos.
Eine Zahnarztpraxis liegt an der Durchgangsstraße etwa 200 Meter vom Brunnenplatz Richtung Réthymnon. Spíli weiterlesen

Réthymnon

PicturesOG/Rethymnon 6_ww.jpgDie Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks an der Nordküste zwischen Iráklion und Chaniá gehört für mich zu den schönsten Städten Kretas. Sie wirkt von allen kretischen Städten am orientalischsten, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Türken einiges an Bausubstanz hinterlassen haben. Für den Pauschaltourismus liegt die Stadt recht günstig, da nicht zu weit vom Hauptflughafen Iráklion entfernt. Außerdem hat sie lange Sandstrände östlich des Ortes zu bieten, ist also entsprechend voll, jedenfalls in der Saison.

Auch außerhalb der Saison ist Réthymnon Universitätsstadt. Hier sind die Philosophische Fakultät der Universität von Kreta und die Pädagogische Hochschule angesiedelt. Da das Polytechnikum in Chaniá und die anderen Fakultäten in Iráklion untergebracht sind, wird die Universität von Kreta auch scherzhaft als die „längste Universität der Welt“ bezeichnet.

Geschichte
Schon in minoischer Zeit lag hier eine Ansiedlung: Rhithymna. Von ihr ist allerdings rein gar nichts mehr zu sehen. Auch spätere Bewohner der Stadt, Römer, Byzantiner oder Araber sind optisch nicht mehr präsent, erst die Venezianer hinterließen wie vielerorts Bleibendes. Auch die Zeit der Türkenherrschaft ist in Rethymnon in Form mehrerer Moscheen und Minaretts noch sichtbar.

Unter der venezianischen Herrschaft entwickelte sich Réthymnon zu dem kulturellen Zentrum der Insel. Davon zehren die Rethymnioten heute noch gerne. Nicht umsonst liegt hier ein bedeutender Teil der kretischen Universität (s. o.).

Stolz ist Réthymnon auch auf einen berühmten Sohn der Stadt, den 1986 verstorbenen Schriftsteller Pantelís Prevelákis. Seine Bücher „Der Engel im Brunnen“ und „Die Sonne des Todes“ wurden auch ins Deutsche übersetzt, sind aber seit langem vergriffen. Leider ist inzwischen auch sein Buch über Réthymnon, die „Chronik einer Stadt“ zumindest in Deutschland nicht mehr lieferbar. Ein findiger kretischer Buchhändler aus Iráklion (die Buchhandlung am Morosíni-Brunnen) hat das Buch aber inzwischen in Lizenz nachgedruckt.

PicturesOG/rethy_fortezza_wn.jpgSehenswürdigkeiten
Der erste Weg führt natürlich hinauf zur venezianischen „Fortétsa“ (so schreiben es die Griechen, man findet aber auch dann und wann noch die venezianische Schreibweise „Fortezza“), die in erster Linie als Fluchtburg für die Einheimischen diente.

Um auf die Fortétsa zu gelangen, biegt man von der Odós Melisinoú rechts in die ansteigende Odós Katecháki ab, diese führt zum Eingang.
Die Fortétsa bietet einen interessanten Blick über die Stadt und viel Ruhe. Außerdem steht hier noch eine große (wenn auch völlig leere) Moschee, nicht weit davon gleichsam als Kontrast ein kleines christliches Kirchlein.

PicturesOG/arimondi.jpgAn der Platía Títou Petycháki (die die Einheimischen nach dem dort stehenden Baum nur „Plátanos“, die Platane, nennen) steht auf der der Fortétsa zugewandten Stirnseite des Platzes (das wird hier so genau beschrieben, da viele auf der Suche nach dem Brunnen einfach vorbeilaufen!) der (A.) Rimóndi-Brunnen. Der venezianische Statthalter Alvise Rimóndi ließ ihn 1629 erbauen – wollte es wohl gerne seinem Kollegen Morosíni in Iráklion gleichtun.
Hier sind es zwar nur drei venezianische Löwen, die nebeneinander angeordnet sind, aber im Gegensatz zu ihren berühmteren Brüdern speien sie wenigstens meistens Wasser.
Allerdings sollte der Brunnen mal restauriert werden.

Das Standbild des kretischen Freiheitshelden Kóstas Giamboudákos, der 1866 das Kloster Arkádi in die Luft sprengte, ist vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen weniger sehenswert. Martialisch-heroisch steht es auf der Platía 4 Martyrón. Nicht weit davon als harscher Kontrast ein türkisches Minarett.

PicturesOG/mart_rethy03.jpgDie türkischen Hinterlassenschaften in Form von drei Moscheen sind ebenfalls sehenswert: ganz in der Nähe der Platía 4 Martyrón in der Odós Moátsou die „Moschee des Véli Paschá“. An der Platía Títou Peticháki die „Moschee Tis Nerantsés“, in der sich heute der Konzertsaal der Stadt befindet. Und die dritte ist die „Moschee des Kára Mussá Paschá“ in der Odós Arkadíou (der Parrallelstraße der Hafenpromenade landeinwärts) an der Ecke der Odós Viktóros Ugó (ja, die Victor-Hugo-Straße). In dieser Moschee ist heute die rethymniotische Dienststelle des Büros für byzantinische Denkmalpflege auf Kreta untergebracht.

Wie Chaniá ist auch Réthymnon an sich eine einzige Sehenswürdigkeit, zumindest in der Altstadt. Überall sind die Überreste venezianischer Baukunst zu sehen, eine Tür, ein Balkongitter u. a.

Archäologisches Museum
Neben den Schätzen, die im Archäologischen Museum Iráklions zusammengetragen wurden, wirken alle anderen Museen Kretas ein wenig ärmlich. Dennoch lohnt sich auch hier der Besuch. Das neue Archäologische Museum ist von der Venezianischen Loggia in der Odós Arkadíou inzwischen in das Haus gegenüber des Eingangs zur Fortétsa umgezogen (die Eintragung im Stadtplan ist also nicht mehr korrekt!). Ausgestellt sind hier Funde vorwiegend aus dem Bezirk Réthymnon: Werkzeuge, Haushaltsgerät, Waffen und Weihegaben, Keramik, Amphoren. Insbesondere interessant ist eine umfangreiche Münzsammlung und einige Sarkophage.
Nebenbei bemerkt: Auch die Venezianische Loggia ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellte wohl so etwas ähnliches wie einen Herren-Club für die venezianischen Edelmänner jener Zeit dar. Hier traf man sich, unterhielt sich und spielte.

Historisches bzw. Volkskundemuseum
Das „Istorikó ke Laografikó Mouseío“ liegt in der Odós Mesolongíou 28 (unterhalb der Fortétsa, es gibt auch Hinweischilder), geöffnet täglich von 18 bis 20.30 Uhr.

Adressen
PicturesOG/Rethymnon 4_ww.jpgEOT – Touristeninformation: In einem Flachbau auf dem Strand an der Strandpromenade Prokiméa Elevtheríou Venizélou. Geöffnet täglich von 9 bis 18.30 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr. Hier kann man auch Privatzimmer erfragen.

Polizei: an der Platía Iróon Polytechníou.

Post: in der Odós Moátsou; geöffnet von 8 – 20 Uhr, samstags von 8 – 15 Uhr. Postkiosk an der Strandpromenade Prokiméa El. Venizélou mit den üblichen moderaten Öffnungszeiten.

OTE (Telefon und Telegramme): in der Durchgangsstraße Odós Koundouriótou 26. Natürlich überall auch Kartentelefone.

A.N.E.K. (Fährtickets Iráklion-Piräus bzw. Soúda-Piräus): an der Platía 4 Martyrón.

Olympic Airways: in der Odós Koumoundoúrou 5, Tel. 08 31/2 22 57 und 2 33 33.

Rethymniakí (Fährgesellschaft der Verbindung Réthymnon-Piräus und zurück): Odós Arkadíou 250, Tel. 0831/2 92 21 und 2 15 18 (wenn man am hinteren Ende des alten venezianischen Hafens links um die Ecke biegt, läuft man direkt darauf zu).

Außerdem erhält man Tickets für A.N.E.K., Minoikés Grammés (Minoan Lines) und Olympic Airways auch im Reisebüro in der Odós Arkadíou 94.

Ärztliche Versorgung
Dienststelle der IKA in der Odós Chatsidákis.

Praktische Ärzte z.B.:
Sotíris Katsantónis, Od. Kastrinojannaki 25, Tel. 28310-28849.
Christóforos Frangedákis, Paxiarchías Rímini, Tel. 28310-28538.

Zahnärzte z.B.:
Georgía Varoúcha-Kalligéri, Od. Arkadíou 203, Tel. 28310-22855.
Emmanuíl Thomadákis, Od. Gerakári 73, Tel. 28310-23383.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte z.B.:
Zacharías A. Mávros, Od. Ch. Daskaláki 11, Tel. 28310-24666

Kinderärzte z.B.:
Agápios Akoumianákis, Od. Gerakári 184, Tel. 28310-28428.
Konstantínos Anastasákis, Od. Charíklias Daskaláki 14, Tel. 28310-23532.
Vágia Pramatevtáki-Kafási, Od. G. Chatsidáki 23, Tel. 28310-24297.

Krankenhaus: Odós Trandalídou, Tel. 28310-27491.
Apotheken sind überall reichlich vorhanden.

PicturesOG/rethipla.jpg
Der Busbahnhof ist hier falsch eingezeichnet. Er befindet sich jetzt an der Spitze des kleinen N-Pfeils links unten in der Ecke des Plans.


Auto- und Motorrollervermietungen

Autovermietungen sind über die Stadt verstreut.
Besondere Empfehlung: „Klearchos S.A“ in der Odós M. Krits 85 (gegenüber vom Grecotel „Creta Palace“). Der Chef spricht Deutsch. Telefon 28310-54534, E-Mail info@klearchos.gr. Ob er der Allerbilligste von Rethymnon ist, weiß ich nicht, aber er ist auf jeden Fall jemand, der bei Problemen zuverlässig und problemlos hilft. Und das ist nicht nur meiner Meinung nach das Allerwichtigste.
Es gibt noch eine Filiale neben dem Grecotel „El Greco“, Pigianos Kampos. Telefon 28310-72555 (hier spricht man mindestens Englisch). Webseite hier .

Noch eine Empfehlung: Intercity , Sofoklís Venizélou 70 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten).

Baden
Vor vielen Jahren hat man in Réthymnon mal von einem großen Hafen mit regem Schiffsverkehr geträumt. Deshalb baute man zwei lange Molen ins Meer hinaus. Tatsächlich aber versandete alles zwischen diesen beiden Molen, so dass heute kein größeres Schiff mehr genug Wasser unter den Kiel bekäme. So ist eine riesige Badewanne entstanden, die zum Baden ideal wäre, da inzwischen die Abwässer der Stadt hier nicht mehr ins Meer fließen (früher mal war Réthymnon ein Eldorado für Hautärzte, das hat sich zum Glück geändert). „Wäre“, denn der Strand ist keine Offenbarung, da er ziemlich ungepflegt ist.
Man kann z. B. mit dem Bus auch ein Stück aus Réthymnon nach Osten herausfahren, hier gibt es lange Sandstrände, hinter denen auch die großen Hotelanlagen liegen.

Banken / Geldwechsel
Die meisten Banken liegen in der Hauptdurchgangsstraße Odós Koundouriótou. Ansonsten Geldwechsel (auch Schecks) auch auf der Post in der Odós Moátsou, oder zu den üblichen Kursen (allerdings wie bei allen solchen Wechslern unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr), im Postkiosk an der Strandpromenade auch sonntags und im Reisebüro auf der Odós Arkadíou, der Parallelstraße hinter der Strandpromenade. Deutsche und Österreicher brauchen natürlich wegen des Euros keinen Geldwechsel mehr.
Geldautomaten gibt es selbstverständlich auch in Rethymnon.

PicturesOG/mart_rethy02.jpgEinkaufen
Réthymnon bietet aufgrund der Größe und der touristischen Infrastruktur Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Touristische Artikel gibt es reichlich auf der Strandpromenade (Prokiméa El. Venizélou). Weitere Zentren der Souvenirläden sind die Platía Títou Peticháki und die Odós Paläológou. Kleine Geschäfte mit „Trödel“ aller Art ebenfalls an der Platía Títou Peticháki und in der Odós Thessaloníkis 14.

Réthymnon ist berühmt für seine Lederwaren. Zum Beispiel bei „Christidis“ an der Strandpromenade (gegenüber des EOT) oder im Laden an der Ecke Odós Antistáseos/Odós Tsoudéron. Oder ebenfalls in der Odós Arkadíou am anderen Ende, Richtung Hafen, bei „Karras“, der besondere Qualität anbietet. Etwas teurer, aber mehr Kunst als Handwerk. „Karras“ hat inzwischen noch zwei kleinere Dependancen, eine versteckt in der Altstadt, die andere außerhalb an der Strandstraße.

Der wohl bekannteste Lederwarenhändler der Stadt, der „Leder-Partisan“, hat sich offensichtlich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen oder ist sogar gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Stoppt Strauß“-Parolen, selbst dann noch, als dieser längst von „himmlischen Mächten gestoppt“ worden war.

Wer sich für kretisches Kunstgewerbe interessiert, sollte mal bei „Dimito“ in der Odós Sofoklís Venizélou 16 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten) vorbeischauen.

Und der berühmteste Kräuterladen der Insel darf hier nicht vergessen werden: in der Odós Soulíou (Ecke Odós Vitzéntzou Kornárou) liegt er, der Kräuterladen „Kontojannis“, mit einer riesigen Auswahl an Heil- und Gewürzkräutern, die alle auf griechisch und deutsch auf Schildern angepriesen werden. Die deutschen Übersetzungen sind vor allen Dingen deshalb so lustig, weil sie Wort für Wort mit Hilfe eines Wörterbuches von 1903 übersetzt wurden. Darüberhinaus haben sich einige kleinere und größere Schreibfehler eingeschlichen. Der Laden ist sehenswert, für den preiswerten Einkauf (der gängigeren Kräuter) aber lohnt die Markthalle in Chaniá mehr, da es dort die meisten Kräuter etwa zum halben Preis gibt.

Schallplatten/CDs z. B. im „Music Inn“ in der Odós Arkadíou 113. Große Auswahl und ein engagierter Inhaber, der sich freut, wenn man sich nicht nur für die übliche „Touristen-Sirtáki-Musik“ interessiert.
Und als Mitbringsel für die Lieben daheim oder für einsame Abende an ebensolchen Stränden: Spirituosen in umfangreicher griechischer und internationaler Auswahl gibt es in der Odós Arkadíou 152.

Lebensmittel kauft man am besten morgens frisch in der Odós Ethnikís Antistáseos. Jeden Donnerstag ist Markttag auf der Platía 4 Martyrón.

PicturesOG/mart_rethy01.jpgEssen und Trinken
Am romantischsten sitzt man natürlich im kleinen Venezianischen Hafen, und entsprechend voll ist es auch.
Die „Kráchtes“ (Kundenfänger) der verschiedenen Lokale versuchen, den potentiellen Gast in teilweise sehr zudringlicher Art hineinzulocken, das „fresh fish“ ist überall und immer wieder zu hören. Ich kann hier beim besten Willen keine Empfehlung geben, das ganze hängt von der Tagesform des Kochs ab.
Ich erlebte einmal die Klage eines Wirtes, der sich über einen weiblichen Gast beschwerte, die nur die Hälfte des Salates bezahlen wollte, weil die Gurken angeblich holzig gewesen seien. Dabei habe er sie erst an diesem Tag auf dem Markt gekauft.

Ich aß auch einen solchen Salat … die Gurken waren wirklich kaum genießbar (und der Tintenfisch praktisch zu Holzkohle verbrannt). Im gleichen Lokal habe ich allerdings mehrfach gut gegessen … deswegen keine Schelte, aber auch keine Namensnennung (auch wenn andere dieses Lokal gerne empfehlen). Am Besten sollte man seine Abendmahlzeit im Venezianischen Hafen allerdings bis etwa 22 Uhr beendet haben, da später die sanfte griechische Hintergrundmusik brutal durch eine hier liegende Disco vernichtet wird.

Nicht ganz so romantisch, aber sicher nicht schlechter sind die Lokale an der Strandpromenade. Hier hat es mir besonders gut in den nebeneinander liegenden Tavernen „Samaria“ und „Tassos“ geschmeckt (ich habe aber die Rückmeldung bekommen, dass man im „Samaria“ nicht so zufrieden war – wahrscheinlich ebenfalls Tagesform).
Den einen oder anderen Abstrich an die Tagesqualität muss man auch hier möglicherweise machen, denn alle Lokale, die an solchen „Abfütterungspromenaden“ liegen, leiden unter großem Konkurrenzdruck und so gibt es auch schon mal einen schlechteren Tag. Aber auch hier gilt: Man suche sich das Essen am besten drinnen in der Wärmetheke aus (nichts Kurzgebratenes, das gibt es überall) und vergesse niemals die Frage, ob das Essen frisch (apó símera) sei.

PicturesOG/Rethymnon 1_ww.jpgEin Tipp der Leiterin der Jugendherberge, der mir als hervorragend bestätigt wurde, ist das „Catarina“ auf der Ecke der Odós Katecháki mit der Odós Melissinoú. Man spricht hier zwar deutsch, trifft aber hauptsächlich Griechen … und das ist bekanntermaßen ein Merkmal für gute Qualität!

Ein Lokal für schlechtes Wetter und den Winter ist das „Baluardo“ in der Odós Plastíra 20, welches gepflegte kretische Küche in europäischer Verkleidung serviert. Das ganz Besondere ist auch die Inneneinrichtung …

Tipp: Christos‘ Taverne in Gállou
Ein Tipp von Martina H. ist „Christos‘ Taverne“ im nur 2 Kilometer vom Zentrum Réthymnons entfernten Gállou (ganz in der Nähe der Universität – man kann der Ausschilderung dorthin folgen). Die Taverne ist ausgesprochen gemütlich und serviert ganzjährig vom frühen Nachmittag bis in die späte Nacht traditionelle Gerichte vom Holzkohlegrill oder aus dem Ofen. Christos Tsifakis und seine Frau Maria sind sehr um das Wohl ihrer Gäste bemüht.

Und ein paar Möglichkeiten, sich beim Trinken satt zu essen: die optisch und kulinarisch (!) schönste ist sicherlich die Taverne „Iliovassilémata“ westlich unterhalb der venezianischen Fortétsa, in der man geruhsam seinen Oúso oder Rakí mit vielen leckeren Kleinigkeiten genießt und den Sonnenuntergang obendrein. Leider führt die Straße direkt vor dem Lokal vorbei.

Nicht so romantisch, aber echt urig ist das Kafenío „Anagnostáki“ in der Odós Agías Varváras 11. Hier gibt es in der Glut gebackene Kartoffeln und mit Zitronensaft beträufelte Kohlblätter zum Rakí, und man sitzt wirklich unter Einheimischen (ich hörte kürzlich, man habe es nicht gefunden, es wäre schade, wenn es das nicht mehr gäbe!).

An der Schwelle zum Fast-Food-Restaurant stehen die meisten Lokale an der Platía Títou Peticháki. Die Speisekarte des „Ovelistírion Neratzé“ z. B. erinnert sehr an gewisse Hamburgerlokale. Es schmeckt dennoch nicht schlecht. Das empfehlenswerteste Lokal hier an diesem Platz ist für mich aber das „Platanos“, auch wenn die Lokale rechts und links schicker aussehen und in der Regel voller sind. Hier ist es (bisher) alles noch ein wenig älter und behäbiger als bei den Nachbarn (wenn das auch vermutlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte).

PicturesOG/Rethymnon 5_ww.jpgIn diesem Lokal erlebte ich einmal wirklich Erstaunliches: Ich saß hier mit ein paar jungen Leuten aus München, die ich (lustigerweise über meinen Reiseführer – damals war da noch ein Foto von mir drauf) kennengelernt hatte. Die Wirtin hatte irgendwie registriert, dass ich des Griechischen einigermaßen mächtig bin. Und so kam sie plötzlich mit einem englischen Touristen an unseren Tisch und bat mich, als Dolmetscher zu fungieren. Sie verstand nicht, was der junge Mann von ihr wollte.

Ich auch nicht sofort, denn die Geschichte erschien absurd, aber dann übersetzte ich ihr doch sein Anliegen: Er war drei Tage zuvor hier im Lokal gewesen, hatte zwei Cola getrunken und war gegangen, ohne sie zu bezahlen. Nicht aus bösem Willen, er war einfach so in Gedanken gewesen, dass er es vergessen hatte. Nun war er voll schlechten Gewissens zurückgekehrt, das Versäumte nachzuholen. Ungläubiges Staunen machte sich auf dem Gesicht der Wirtin breit. Sie hatte es wohl selbst noch gar nicht bemerkt, und wenn, hatte sie so viel nachträgliche Ehrlichkeit sicherlich noch niemals erlebt. Dies machte sich für den Engländer bezahlt, denn wir konnten durch das Fenster nach drinnen beobachten, dass sie ihm einen großen Rakí ausgab (und uns dann später auch).

Das Besondere an dieser Geschichte ist wirklich dies: In solch touristifizierten Gegenden wie Réthymnon kann man so etwas eigentlich nicht mehr erleben. Und das macht Hoffnung: Der Tourismus wird diese Insel wohl nicht wirklich klein kriegen, das hoffe ich jedenfalls! Und nur deshalb habe ich diese Geschichte auch erzählt. Wenn erst einmal der endgültige Generationswechsel vollzogen ist, d. h. alle jetzt Älteren und Alten gestorben sind, kann man das aber vermutlich nicht mehr garantieren. Auch jetzt erlebt man anderswo genügend Fälle von Geldgier und Rücksichtslosigkeit. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wo ist diese Entwicklung denn nicht festzustellen?

Das alte und das neue Kreta treffen sich an der Platía 4 Martyrón: traditionelle griechische „Loukoumádes“ (Honigkrapfen) in einem Self-Service-Café (Ecke Odós Ethnikís Antistáseos).
Die beste Eiscreme bietet nach wie vor das „Méli“ (nicht die billigste allerdings), etwas außerhalb nach Osten an der Strandpromenade.

PicturesOG/rethynight.jpgNachtleben
Ist die Nacht noch jung, findet sie in erster Linie am Venezianischen Hafen statt. Hier sitzt oder flaniert man, sieht und wird gesehen.

Nach der Abendessenszeit begibt man sich dann entweder ins „Delfini“ (das zweite Gebäude direkt auf dem Strand), wo es abends Bousoukimusik mit entsprechender Anmache gibt, oder in eine der zahlreichen Diskotheken: in der Odós Neárchou das „La Loggia“ und das „Fortétsa“, im venezianischen Stil, in der Odós Arkadíou 287 das ehemalige „Scratch“, welches heute „To Milo“ (der Apfel) heißt.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist die Disco „Ichokínisi – Soundmotion“ am östlichen Ende der Stadt am Strand, unweit des Hotels „Steris“. Es wird zwar langsam langweilig, mich immer zu wiederholen, aber alle solche Empfehlungen unterliegen auch kurzfristigen Änderungen. Hinweise werden immer gerne entgegengenommen!

Wer es lieber ein wenig kretischer hat, geht vielleicht zu Níkos Gounákis in die Odós Pánou Koronéou. Níkos selbst spielt Lýra, und viele Gastmusiker geben sich bei ihm die Ehre. Fast jeden Abend ist hier also noch originales Kreta zu erleben, allerdings muss ich hier leider ein Posting von Peter aus Linz zitieren: „Selbst zu den Instrumenten gegriffen hat er eher nur mehr sporadisch. Er ist diesen Sommer an einem Leberleiden verstorben. Bei unseren Besuch in der Taverne spielte sein Sohn Jorgos ziemlich betrunken allein auf der Bühne, als fast alle Gäste vertrieben waren, entschuldigte er sich bei uns und später auch noch die Mutter, die sich natürlich Sorgen macht, dass ihr Sohn seine Trauer um den Vater mit Alkohol bekämpfen will.“
Danke, Peter, leider auch wieder ein Stück altes Kreta verloren!

PicturesOG/Rethymnon 2_ww.jpgNach Westen Richtung Chaniá liegen an der alten Straße (!) etwa 5 Kilometer von Réthymnon entfernt mehrere kretische „Kéntra“ bzw. Lokale, in denen das Essen und Trinken des Abends nahtlos ins Nachtleben übergeht. Besonderes kretisches Ambiente findet man hier im „Kombos“ vor, während man im „Rises“ des öfteren (seltener allerdings in der Hauptsaison) „Kritikés vradiés“ (das heißt zwar nicht, aber bedeutet auf griechisch das gleiche wie die berüchtigten „Cretan nights“ – im Gegensatz zu jenen sind diese aber nicht für Touristen, sondern in erster Linie für Einheimische organisiert) erleben kann: Musik von Lýra und Laoúto, aber etwas kommerzialisiert.

Nach Osten wiederum sind es etwa 15 Kilometer bis zum Örtchen Skaléta. Auch hier gibt es ein Lokal, in dem man freitags und samstags kretische Live-Musik erleben kann: Die Taverne „Ilios“.

Selbst wer mit dem eigenen Auto auf Kreta unterwegs ist, sollte hier für An- und Abreise ein Taxi benutzen, denn es könnte und wird ziemlich feucht werden.

Unterkunft
Hotels
A-Kat.: „Achillion Palace“; Od. Giamboudáki 27; 72 Z./139. B.; Tel. 28310-54423.
A-Kat.: „Byzantio“; 5 Z./11 B.; Tel. 28310-55609 (nettes traditionelles Familienhotel).
A-Kat.: „Kreta Star“; 324 Z./591 B.; Tel. 28310-71812; April-Oktober.
A-Kat.: „Rethymno Bay“; 69 Z./131 B.; April-Oktober (direkt am Meer).
B-Kat.: „Filoxenia“; Odos Stamathioudáki; 39 Z./71 B. (am Meer).
B-Kat.: „Fortetsa“; Od. Melissinoú 16 (unterhalb der venezianischen Fortétsa zentral gelegenes nettes Familienhotel); Tel. 28310-55551; April-November.
B-Kat.: „Gortyna“; 37 Z./71 B.; Tel. 28310-71802; April-Oktober.
B-Kat.: „Idaeon“; Platia Plastíra 10; 86 Z./160 B.; Tel. 28310-28667; April-Oktober.
B-Kat.: „Liberty“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 24 Z./45 B.; Tel. 28310-55851.
B-Kat.: „Makaris“; Od. Stamathioudáki 97; 97 Z./197 B.; Tel. 28310-54280; März-November.
B-Kat.: „Olympic“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 64 Z./123 B.; Tel. 28310-24761.
B-Kat.: „Rethymniotiko Spiti“; 11 Z./19 B.; Tel. 28310-23923; März-Oktober (nettes traditionelles Hotel nicht weit vom Meer).
C-Kat.: „Archipelagos“; Od. Stamathioudáki 66; 56 Z./118 B.; Tel. 28310-54757; April-Oktober.
C-Kat.: „Astali“; Od. G. Papandreou 1; 36 Z./68 B.; Tel. 28310-24721; April-Oktober (nahe am Meer).
C-Kat.: „Ionia“; Od. Giamboudáki 52; 33 Zimmer/50 Betten; Tel. 28310-22902 und 23016.
C-Kat.: „Kyma Beach“; Platia Iróon (also trotz des Namens in Stadtmitte); 35 Z./66 B.; Tel. 28310-55503 (fast direkt am Meer).
C-Kat.: „Park“; Od. Igouménou Gavriíl 7 (in der Nähe des Stadtparks); 10 Zi./18 B.; Tel. 28310-29958.
C-Kat.: „Steris Beach“; Konstantioupóleos 1 (Kallithéa); 45 Zi./83 B.; Tel. 28310-28303 und 24781; April – November.
C-Kat.: „Valari“; Od. Kountouriótou 84; 29 Zi./55 B.; Tel. 28310-22236 und 29368.
D-Kat.: „Kastro“; Od. Nik. Plastíra 15; 6 Zi./14 B.; Tel. 28310-24973.
D-Kat.: „Minoa“; Od. Arkadíou 60; 31. Zi./54 B.; Tel. 28310-22508.
E-Kat.: „Achillion“; Od. Arkadíou 151; 10 Zi./21 B.; Tel. 28310-22581.
E-Kat.: „Paradissos“; Od. Igouménou Gavriíl 35; 11 Zi./23 B.; Tel. 28310-22419.
E-Kat.: „Possidon“; Od. Kallithéas 23; 9 Zi./24 B.; Tel. 28310-23795.

Hotels Réthymnon – Preisvergleich bei trivago.

PicturesOG/Rethymnon 3_ww.jpgNatürlich gibt es auch unzählige Privatzimmer.
Die Jugendherberge liegt in der Odós Tobási (der direkten Parallelstr. zur Odós Koundouriótou), sauber und gemütlich, in der Nähe der Minarette. Wie man mir schrieb, bekommt man bei der (deutschen) Besitzerin gute Tipps für Lokale.

Ein weiterer Tipp, der nicht von mir stammt, den ich aber gerne einfach weitergebe: Pension „Isidora“ der Familie Chalkiadákis in der Odós Mavíli 1. Der Besitzer spricht ein wenig deutsch und ist ausgesprochen nett. Die wenigen Zimmer sind alle mit eigener Dusche und WC ausgestattet und kosten ca. 28 Euro (mit Kochgelegenheit ca. 32 Euro). Mieten bzw. reservieren kann man die (wenigen) Zimmer bei der Tochter des Hauses, die in der Odós Ethnikís Antistásseos 14 ein Reisebüro („Rithian“) betreibt.


Camping Elisabeth
Den Campingplatz von Réthymnon erreicht man etwa 4 Kilometer östlich der Stadt über die Alte Straße (Tel. 28310-28694): direkt am langen Sandstrand unter schattigen Tamarisken und Schilfdächern. Das kleine und gemütliche Restaurant ist Mittelklasse, Minimarkt und Waschmaschinen sind vorhanden. Die sanitären Anlagen sind gut, Strand und Platz zwischen Tamarisken, teilweise mit Rasen sehr angenehm.
Die Chefin Elisabeth spricht sehr gut deutsch. Man kann Sonnenschirme, Motorräder und Mopeds mieten. Tische und Stühle, die man sich gratis vor das Zelt stellen darf, sind auch vorhanden.
Zudem vermittelt man gerne Mietfahrzeuge, geführte Wanderungen oder interessante Bootstouren.
Es gibt billigere Plätze auf Kreta, aber die sind dann in der Regel auch nicht so gemütlich. Nicht nur die Chefin gibt einem hier das Gefühl, willkommen zu sein.


Öffentliche Verkehrsmittel – Flugverbindungen
Einen Flughafen hat Réthymnon nicht. Ein Zubringerbus der Olympic Airways fährt aber von Réthymnon zum Flughafen in Chaniá. Büro der Olympic Airways siehe Adressen.


Öffentliche Verkehrsmittel – Schiffs-/Fährverbindungen
Mit der „Vitzentzos Kornaros“ von Lane Sea Lines:
– Nach Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Sonntagabend
– Von Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Freitagabend

– Von Réthymnon über Kastélli Kissámou, Antikýthira und Kýthira nach Kalamáta (Peloponnes): Abfahrt jeweils Sonntagmorgen
– Von Kalamáta (Peloponnes) über Kýthira, Antikýthira, Kastélli Kissámou nach Réthymnon: Abfahrt jeweils sonntags früh morgens

Das Fährschiff „Arkadi“ der „A.N.E.K.“ verbindet auch Réthymnon mit Piräus. Es fährt vier Mal die Woche abends ab.
„Fast Boats Neárchos“ (Büro in der Odós Arkadíou 250) fährt mit Schnellbooten nach Santoríni. Es gibt auch pauschale Komplettangebote, so z. B. jeden Sonntag einen Tagesausflug nach Santoríni inkl. Essen.
Tickets für die Schiffe von Iráklion nach Santoríni, Íos, Náxos, Páros, Piräus gibt es in Réthymnon bei „Caroline Tours“ an der Platía Iróon (beim „Ágnostos“, dem „unbekannten Soldaten“ – wieder ein Beispiel dafür, dass offizielle Namen von den Einheimischen gerne „vereinheimischt“ werden).


Öffentliche Verkehrsmittel – Busverbindungen
Der zentrale Busbahnhof ist leider ebenfalls im Stadtplan nicht (mehr) korrekt eingezeichnet! Er liegt jetzt (nein, seit ein paar Jahren) an der Ausfallstraße Richtung Chaniá, dort, wo die Straße rund um die Fortétsa wieder auf diese trifft. Am Busbahnhof erhält man auf Wunsch die aktuellen Fahrpläne, deshalb hier nur die generellen Informationen. Die Busse verkehren von hier aus nach:

– Agía Galíni 6x täglich.
– Arkádi 3 x täglich.
– Chaniá ständig, ca. 30 x täglich.
– Iráklion dito!
– Chóra Sfakíon (siehe unten: Plakiás).
– Omalós-Hochebene (zur Samariá-Schlucht) 2 x frühmorgens, auf Wunsch auch als Pauschalarrangement abends von Chóra Sfakíon zurück! Viel preiswerter als mit jedem Reisebüro!
– Plakiás 8 x täglich (zwei Busse davon – darunter der Frühbus um 8 Uhr – fahren weiter nach Chóra Sfakíon)

Der „Hotelbus“ befährt die Strecke nach Osten morgens jede halbe, den ganzen Tag über jede Stunde, zu den diversen Hotels.
Fahrkarten kauft man vorher im Büro der KTEL am Busbahnhof (incl. nummeriertem Sitzplatz, was nicht immer heißt, dass der entsprechende Platz auch frei ist. Das nehmen die Einheimischen nicht so genau, man arrangiere sich, denn Streiten macht überhaupt keinen Sinn!).

Die dunkler blau gefärbten Stadtbusse befahren die folgenden Routen:
Linie 1: Platía Iróon (ziemlich im Westen der Stadt) quer durch Réthymnon und weiter in die Vororte Perivólia, Platanés und zu den Campingplätzen.
Linie 2: Bis Platanés die gleiche Strecke wie Linie 1, biegt dann Richtung Arkádi ins Landesinnere ab nach Pigí, Endstation ist Loútro.
Linie 3: Von der Platía 4 Martyrón auf der Straße Richtung Spíli bis nach Arméni.
Linie 4: Vom Stadtpark auf der alten Straße Richtung Chaniá bis nach Atsipópoulo.

Réthymnon hat außerdem für die „Mittelstrecken“ noch einen Nebenbusbahnhof beim „Ágnostos“ (dem unbekannten Soldaten, s. o.). Der Platz heißt wie erwähnt eigentlich Platía Iróon, aber niemand nennt ihn so. Das Kafenío an der Südseite des Platzes gilt als Wartehalle, Fahrscheine kauft man im Bus. Von hier aus fahren die Busse nach:
Amári 3 x täglich.
Anógia (über Axós) 3 x täglich.
Margarites 2 x täglich.

Taxi
Standplätze an der Platía 4 Martyrón und beim „Ágnostos“.

PicturesOG/Rethymnon_bg.jpgSonstiges
Ein interessantes Tagesausflugsangebot: Die Fahrt mit dem „Cretan Pirate Ship“, Abfahrt 10 Uhr im venezianischen Hafen. Unterwegs wird gefischt (und das Gefangene auch gegrillt, aber unter uns: tagsüber fängt man in der Regel nicht so sehr viel, nicht umsonst fahren alle professionellen Fischer nachts hinaus), es bieten sich tolle Fotomotive und natürlich auch Bademöglichkeit an einem schönen, einsamen Strand. Rückkehr nach Réthymnon gegen 17.30 Uhr. Informationen und Fahrkarten gibt es im Hafen am Boot selbst, das nicht nur durch entsprechende Tafeln leicht erkennbar ist. Das Boot fährt nur bei ruhiger See, zwischen März und Oktober, und ist in der Hochsaison häufig früh ausgebucht. Eine nette Art, das Fischerleben auf „softe“ Art kennenzulernen, denn die ernsthafte Fischerei ist wie gesagt etwas strapaziöser, sie findet nämlich mitten in der Nacht statt.

Weinfest
Im Stadtpark findet jeden Sommer ein großes Weinfest statt. Den genauen Termin findet man in der Regel im Kreta-Forum.

Biologische Bierbrauerei (in der Nähe von Arméni)
Die Information verdanke ich der Zeitung „Creta Summer“ bzw. Tom und Angelika. Man fährt von Réthymnon aus Richtung Spíli, bis ca. 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni. Schon kurz hinter der ausgeschilderten Abzweigung nach Karé liegt rechts ein allein stehendes gelbes Haus. Dort biege man in den Feldweg ein. Was Bernd hier braut, ist tatsächlich ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelchen chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure.
Füll- und Reinigungsvorgang der Bügelflaschen geschieht halb bis ganz manuell. Das Ganze ist sicherlich ein mühsames Geschäft, aber – auch wegen der Überwachung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde – darf das Bier stolz die Bezeichnung „Produkt der biologischen Landwirtschaft“ tragen.

Pigí

Kleines Dorf (ca. 400 Einwohner) an der alten Straße zwischen Réthymnon und Pérama. Warum ich es hier erwähne? Weil ich eine Empfehlung weitergeben möchte. Nachdem die Souvláki-Herrlichkeit in Selinári (siehe dort) nach neuesten Berichten ein Ende hat, findet der Freund der kleinen knusprigen Grillspießchen hier eine Alternative:

In der Taverne „Zorbas“ bekommt man auch ausgezeichnete Souvlakia,auf kurzen Holzspießchen und so viel man möchte. Nebenbei bemerkt, die Chefin Maria ist ein echtes kretisches Unikum. Immer siga, siga unterwegs, gleichgültig, wie voll die Hütte sitzt.“
Danke an Thomas für den Tipp …