Route 30 – Ein Abstecher nach Santoríni/Thýra und Anáfi (nur bedingt als Tagesausflug empfohlen und natürlich nicht mit dem Auto)

Santoríni ist die Kreta am nächsten gelegene Insel der Kykladen (etwa 120 Kilometer nördlich). Die Besonderheit der Insel liegt in ihrem Vulkan, der etwa im Jahre 1500 v. Chr. ausbrach und das Zentrum der Insel völlig zerstörte. So wurden aus einer Insel mehrere: Santoríni selbst sowie Thirássia, Aspronísi und die beiden reinen Lavainseln im Zentrum des Kraters, Paléa und Néa Kaméni (das „Alte“ und das „Neue“ Kaméni).

Das eigentliche „Zentrum“ der Insel, der Vulkankrater, lief voll Wasser. Man darf sich das natürlich nicht als kleinen Binnensee vorstellen, dafür war die Katastrophe zu groß. Die „Caldéra“ (so wird der ehemalige Krater genannt) ist Teil des Meeres. Die gewaltige Eruption zerstörte nicht nur Santoríni, sondern sorgte auch auf Kreta (durch eine gewaltige Flutwelle und ein Erdbeben) für das Ende der minoischen Blütezeit (der sog. „Neueren Palastzeit“). Neuere Forschungen ergeben aber wieder Theorien, die keinen Zusammenhang zwischen dem Vulkanausbruch hier und der Zerstörung der Paläste auf Kreta sehen. Warten wir ab, wie sich der Expertenstreit weiter entwickelt. Es ist zuzugeben, dass eine Flutwelle, die durch die Explosion auf Santoríni ausgelöst wurde, sicherlich Knossós erreichen könnte, wie aber z. B. Festós?

Jedenfalls aber ist Santoríni auch heute noch stark erdbebengefährdet. Das letzte größere Erdbeben zerstörte 1956 mehrere Dörfer. In Oía (Aussprache: Ía) z. B. sind noch viele Schäden zu sehen, das Winzerdorf Mésa Goniá wurde von seinen Bewohnern sogar fast ganz aufgegeben. Sie zogen hinunter an die Westküste nach Kamári und leben wie so viele Griechen inzwischen hauptsächlich vom Tourismus.

Von Iráklion, Ágios Nikólaos und Sitía gibt es Fährverbindungen mit dem Schiff (ca. 20-25 DM). Zumindest in den Sommermonaten verkehren auch „Flying Dolphins“ (Tragflächenboote). Man sitzt in ihnen wie in einem Bus, also nicht sehr romantisch und bei etwas stärkerem Seegang macht es noch weniger Spaß. Aber es geht schneller.
Außerdem bieten diverse Reisebüros Tagesausflüge mit dem Schiff an (Abfahrt ca 7.00 Uhr morgens, Rückkunft ca. 21.00 Uhr).
Allerdings ist der Aufenthalt auf Santoríni auf diese Weise eigentlich ein wenig zu kurz, denn es ist viel schöner, über Nacht hier zu bleiben, da dann ein großer Teil der Tagesbesucher bzw. Kreuzfahrtgäste wieder weg ist und es wieder ruhiger wird. Tagsüber herrscht hier leider viel Rummel, zumindest in Thíra.
Von Iráklion aus fliegt auch die Olympic Airways nach Santoríni (vom Flughafen aus Transfer mit dem Bus).

Am eindrucksvollsten ist die Einfahrt mit dem Schiff in den Vulkankrater der Insel (Caldéra). Steil ragen die fast senkrechten Kraterwände aus dem Meer auf. An ihrem oberen Rand sieht man Thíra (auch Fíra), den Hauptort der Insel, und das Dorf Oía liegen. Die weißen Häuser bieten einen sehr reizvollen Kontrast zu den harschen Felswänden unter ihnen.
Der neue Hafen der Insel, Athiniós, liegt etwas südlich von Thíra. Hier legen die Linienschiffe und Fähren an, während die Kreuzfahrtschiffe immer noch an der alten Reede unter dem Hauptort festmachen. Von hier aus führen Treppen mit fast 700 Stufen hinauf in den Ort, die man entweder zu Fuß oder auf einem der angebotenen Esel zurücklegen kann. Außerdem gibt es für ganz bequeme Leute eine häßliche Kabinenseilbahn. Diese schenkte ein zu Geld gekommener einheimischer Reeder der Insel (aber immerhin verfügte er zugleich mit dem Geschenk, daß 20% der Einnahmen dieser Bahn an die Besitzer der Maulesel verteilt werden muss, da diese natürlich durch die Bahn finanzielle Verluste haben).

Den Weg vom neuen Haupthafen Athiniós nach Thíra legt man auf einer Straße mit teils atemberaubenden Serpentinen per Bus oder Taxi zurück. „Route 30 – Ein Abstecher nach Santoríni/Thýra und Anáfi (nur bedingt als Tagesausflug empfohlen und natürlich nicht mit dem Auto)“ weiterlesen

Route 29 – Von Mártha über Archánes nach Iráklion

Wie in Fahrtroute 28 erwähnt, kann man sich auf der Strecke in Kretas Südosten beim Dorf Mártha entscheiden, ob man links abbiegt und weiter im Süden nach Westen bis in die Messará abbiegt oder ob man wie hier beschrieben geradeaus quer über die Insel nach Iráklion weiterfahren will (alternativ kann man auch hier links zur Messará abbiegen und ca. 10 KM bis Skiniás fahren und erst dort rechts nach Norden abbiegen. Diese Strecke ist weniger kurvenreich als die andere. In Arkalochóri treffen sich beide Straßen wieder).

Wer allerdings eine völlig ungewöhnliche Strecke fahren will, die sogar ich selbst zugegebenerweise nicht kenne, sondern erst durch Gerald beschrieben bekommen habe, der muss hinter Mártha geradeaus fahren. Etwa 4 Kilometer weiter biegt nämlich rechts die Straße nach Xeniákos und Katofýgi ab. Von letzterem Dorf aus führt eine (schlechte) Straße von hier aus  hinauf in die Lassithi-Hochebene. Wie gesagt, ich bin sie bisher nicht gefahren und zitiere im folgenden Geralds Beschreibung:

„Ab Katofýgi gibt es eine Schotterpiste. Später ist in der Karte die Straße als asphaltiert eingezeichnet, bis man dieses Stück erreicht, dauert es allerdings eine Weile. Für 30 Kilometer  haben wir ca. 2 Stunden gebraucht. Ein Jeep ist zu empfehlen (Anm. von mir: Die 2 Stunden bezogen sich auf die Fahrt mit einem Fiat Panda). An der ersten Abzweigung gibt es noch ein Schild ins Díkti-Gebirge (links), an der zweiten (links eine kleine Kirche) jedoch nicht mehr. Wir sind wieder links abgebogen. Ebenso an der nächsten Abzweigung, von der aus man unten im Tal eine Art Lagerhalle sieht. Auf der gegenüber liegenden Bergseite sieht man die sich den Hang empor windende Straße und überlegt sich schon, ob der Wagen das schaffen wird (falls man nicht in einem Jeep sitzt!).
An der vierten Abbiegung hilft einem in der Regel der dort wohnende Hirte: Direkt rechts hinter seiner Hütte rechts beginnt die asphaltierte Straße hinauf in die Lassithi-Hochebene. Man kommt dort ein Stückchen östlich Psýchro heraus.“
Eine interessante Alternative …

Wer diese nicht nutzen will, erreicht wie oben beschrieben auf dieser Straße das Landstädtchen Arkalochóri. Von hier aus bietet sich ein Abstecher ins Töpferdorf Thrápsano an. Man muss auch nicht zurück nach Arkalochóri zurück, sondern kann direkt weiter über Vóni nach Ágies Paraskiés fahren. Kurz hinter diesem Dorf erreicht man dann auch wieder die Strecke nach Norden.

Knapp 10 Kilometer weiter zweigt links die Straße nach Archánes ab.

Zurück auf der Hauptstraße erreicht man nach gut 4 Kilometern (vor dem Dorf Spiliá) die Abzweigung nach Skaláni. Wer Lust auf einen Abstecher zum Museum Níkos Kazantzákis hat, der sollte hier abbiegen (die weitere Anfahrt ist dort näher beschrieben).

Auf der Hauptstraße kommt man nach weiteren ca. 3 Kilometern an den Ausgrabungen des Palastes vonKnossós vorbei und von hier aus ist dann Iráklion fast im Handumdrehen erreicht.

Route 28 – An der Südküste nach Westen: Mýrtos, Sarakinás-Schlucht, Árvi, Keratókambos/Kastrí, Mártha, Tsoútsouros und Pýrgos (und weiter nach Westen bis Ágii Déka)

Man verlässt Ierápetra über die Odós Kostoúla-Adrianoú nach Westen. Diese asphaltierte Straße führt durch mehrere Dörfer bis ins 15 Kilometer entfernte Mýrtos immer am Meer entlang. Die Gegend ist leider ziemlich reizlos, das liegt auch an den unzähligen Plastik-Gewächshäusern, die bis an die Straße oder bis hinunter zum Meer reichen. Einzelne Anzeichen des auch hier wachsenden Tourismus sind von Ierápetra bereits hinübergeschwappt in diese Dörfer, aber eine echte touristische Infrastruktur gibt es kaum. Erst in Mýrtos wird es wieder ein wenig trubeliger.

Hinter Mýrtos verlässt die Straße das Meer und schlängelt sich in die Berge hinauf. Nach 2 Kilometern biegt rechts die Straße nach Míthi (Schreibweise: Míthoi) ab, die man nehmen muss, wenn man eine Wanderung durch die Sarakinás-Schlucht unternehmen will. Sie ist sehr schön und vor allen Dingen fast völlig menschenleer!

Von Míthi aus fährt man zurück zur Hauptstraße und biegt dann rechts ein. Im folgenden fährt man durch ein herrliches Stück Landschaft. Die Serpentinen werden immer enger, der Blick nach unten immer überwältigender. Der Fahrer sollte allerdings mehr auf den häufig an den Rändern abbröckelnden Asphalt achten. Die Landschaft wird immer rauher und karger und hat sogar inzwischen den vor Jahren hier wütenden Waldbrand praktisch völlig verdaut. Man kann von für „kretische Verhältnisse“ kräftiger Bewaldung sprechen. Immer wieder öffnet sich der Blick auf das Libysche Meer und je weiter man hinauf fährt, desto grüner wird es. Eine gute Umgebung für die Bienen, deren blaue und gelbe Stöcke man rechts und links der Straße immer wieder entdeckt.

Wer nun meint, er müsse dringend wieder hinunter zum Meer, der nehme die Abzweigung nach Árvi (etwa 17 Kilometer hinter Mýrtos bei dem Dorf Kefalovrísi, wenig später in Amirás links halten).
An der Abzweigung bei Amirás steht eine der vielen Gedenkstätten auf Kreta, die an eine Vergeltungsmaßnahme der deutschen Besatzungstruppen an der kretischen Zivilbevölkerung erinnert.
Von hier aus führt die kurvenreiche, aber ordentlich asphaltierte Straße in etwa 12 Kilometern  nach Árvi hinunter.

Wer nicht den Fahrweg nach Keratókambos/Kastrí genommen hat und zur Hauptstraße zurückgekehrt ist, erreicht dort nach etwa 7 Kilometern den Ort Áno Viános. Hier gibt es wieder eine Abzweigung nach Keratókambos/Kastrí hinunter.

Hinter dem kleinen Dorf Káto Viános steigt die Straße wieder an und windet sich noch weiter hinauf in die Abhänge des Díkte-Gebirges. Und dann gibt es noch eine Abzweigung nach Keratókambos/Kastrí. Hat man dann eine Passhöhe überwunden, bietet sich schon wenig später ein einmaliger Blick auf das Díkte-Gebirge mit seinem vorgelagerten Gipfel Aféndis Christós (2141 m). Von hier aus geht es nun nur noch bergab, bis links der Straße das kleine Dorf Mártha erreicht ist.

Nun hat man noch einmal die Möglichkeit, sich bezüglich der weiteren Strecke zu entscheiden.

Entweder fährt man hinter dem Dorf geradeaus weiter quer über die Insel (zurück) nach Iráklion (siehe Fahrtroute 29), oder man biegt hinter dem Dorf links ab (Ausschilderung: Skiniás und Tsoútsouros – diesen Abzweig verpasst man sehr gerne!). Diese Strecke war übrigens vor Jahrzehnten als durchgehende „New Road“ auf vielen Kreta-Karten eingezeichnet, als es hier noch nicht mal einen wirklich durchgehenden Feldweg gab. Ich musste mich mit dem Auto teilweise quer durch Olivenhaine schmuggeln. Das ist zum Glück absolute Vergangenheit, die Straße ist durchgehend bis Ágii Déka ordentlich asphaltiert.

In Káto Kastellianá biegt links die Straße ins Dörfchen Tsoútsouros an der Südküste ab. Auch hier lohnt sich ein Abstecher möglicherweise, die Straße ist inzwischen gut asphaltiert und durch reichlich Leitplanken gesichert (die Alternative wäre wie erwähnt gewesen, von Árvi aus unten nach Keratókambos/Kastri und dann weiter nach Tsoútsouros zu fahren und erst hier wieder herauf zu kommen. Dauert zwar länger, aber der Weg ist das Ziel!).

Von Káto Kastellianá führt die Straße nun weiter nach Westen in die Messará-Ebene. Und nun ist auch schnell das Provinzstädtchen Pýrgos erreicht, das einen längeren Aufenthalt nicht weiter lohnt, falls man sich nicht die Kirche des „Ágios Konstantínos – Ágios Geórgios“ (14. Jahrhundert) anschauen will. Außerdem kann man hier von der Hauptstrecke abweichen und das Dorf Chárakas bzw. das Kloster Koudoumá (schlechte Zufahrtsstrecke) besuchen. Wer dringend baden möchte, kann von Pýrgos aus auf sehr mäßiger Schotterstraße auch an die Südküste nach Tris Ekklisiés fahren.

Wer diese(n) Abstecher nicht machen will oder hinter sich hat, biege am besten an der Straßengabelung am Ortseingang von Pýrgos rechts ab und lasse den Ort „links liegen“. Die weitere Strecke führt über Protória (sehenswert hier die Kirche „To Archangélou Michaíl“ (des Erzengels Michael aus dem 13. Jahrhundert), Asími, Stóles und Gangáles bis sie kurz vor dem Ort Ágii Déka auf die Straße von Iráklion nach Agía Galíni trifft (siehe Fahrtroute 4).

Route 27 – Der äußerste Osten: Von Sitía zum Kloster Tóplou, nach Vái, Palékastro, Áno und Káto Zákros, Xerókambos und Ierápetra

Am östlichen Ende von Sitía steigt die Straße bald steil in die Berge hinauf, es bietet sich immer wieder ein herrlicher Blick in die Bucht zurück. Von hier aus sieht Sitía viel einladender aus, als wenn man von Westen auf die Stadt zufährt.

1,5 – 2 Kilometer hinter Sitía kann man rechts zum Dörfchen Petrás abbiegen, wo man Ausgrabungen einer minoischen Siedlung besichtigen kann. Auch beim Dorf Agía Fotía ein Stück weiter auf der Hauptstraße nach Osten wurden minoische Überbleibsel gefunden. Hier ist es in erster Linie eine Nekropole (eine „Totenstadt“, also ein Friedhof).

Nach ca. 12 Kilometer von Sitía biegt links die Straße zum Kloster Tóplou ab (man kann natürlich auch einfach geradeaus weiter bis Palékastro und von dort nach Vái und Ítanos fahren, aber das Kloster lohnt einen Besuch). Die Straße ist kurvenreich, aber bestens befahrbar, da asphaltiert. Nach ca. 3 weiteren Kilometern erreicht man das Kloster Tóplou.

Vom Kloster aus führt die Straße weiter nach Osten und man kann wieder deutlich sehen, wie karg und „unwirtlich“ dieser Osten von Kreta ist, wenn man ihn z. B. mit dem grünen Land um Chaniá herum vergleicht. Doch auch diese Landschaft hier hat ihren eigenen Reiz. Nach 6 Kilometern erreicht man die Straße von Palékastro nach Vái, auf die man links einbiegt. 2 KM weiter geht es dann rechts ab zum berühmten Palmenstrand von Vái.

Wer von Vái aus die spärlichen Ausgrabungen des antiken Ítanos besichtigen will, biegt auf die Hauptstraße zurückgekehrt rechts nach Norden ein. Es ist nur noch ca. 1 Kilometer weit.

Von Vái oder Ítanos fährt man nun zurück nach Süden auf guter Straße ca. 9 Kilometern nach Palékastro.

Und von hier aus weiter nach Süden nach Áno Zákros und Káto Zákros. In letzterem Ort ist der vierte auf Kreta ausgegrabene minoische Palast mehr als sehenswert.

Zurück in Áno Zákros kann man noch einen Abstecher in den „allerwildesten Südosten“ Kretas nach Xerókambos unternehmen. Die Straße ist inzwischen komplett asphaltiert. Die Landschaft ist sehr wild und der herrliche Badestrand von Xerókambos mehr als einladend.
Kurz vor Áno Zákros biegt man links von Káto Zákros aus kommend ab, es sind von hier aus noch ca. 11 Kilometer. Landschaftlich ist die Strecke vor allen Dingen im zweiten Teil sehr interessant,  wegen einer links der Straße verlaufenden Schlucht. Vielleicht laufen alle Beifahrer da mal eben durch, der Fahrer kann sie dann in Xerókambos wieder einsammeln.

Hinter Xerókambos entfernt sich die Straße wieder vom Meer. Leider sind auch hier vor Jahren große Teile der Landschaft durch einen Brand zerstört worden. Die Straße ist inzwischen ebenfalls asphaltiert. Sie schraubt sich in schier endlosen Serpentinen immer weiter hinauf, man glaubt immer wieder, jetzt sei es aber mal gut … und dann folgt doch noch eine Kurve und noch eine.
Und dann ist irgendwann doch der „Gipfel“ erreicht. Nach rechts darf man nicht abbiegen, denn hier führt die Straße nur zu einer militärischen Radarstation, links geht es zum Dörfchen Zíros. Die kleine Chandrás-Hochebene um das Dorf Zíros stürzt den Reisenden wieder einmal in ein landschaftliches Wechselbad. Hier wird Wein angebaut und die Landschaft wird plötzlich ganz sanft.

Wer nun die Nase voll hat, der erreicht über Zíros, Chandrás (von hier aus lohnt ein Abstecher zum verlassenen mittelalterlichen Dorf Voilá), Arméni, Etiá und Papagiannádes die Straße von Sitía nach Ierápetra (diese wird in Fahrtroute 26 von der anderen Seite her beschrieben).

Wer aber lieber weiter die Wildheit der ostkretischen Südküste bis zum letzten auskosten will und eine schlechte Wegstrecke nicht scheut (Allrad empfohlen), der kann einen Kilometer vor Zíros die ausgeschilderte Abzweigung nach Agía Triáda und Goúdouras nehmen. Die Landschaft wird etwas weniger karg, hier wachsen wieder viele Olivenbäume, rechts und links der Straße sieht man Bienenstöcke … leider auch dann und wann eine wilde Müllkippe.

Agía Triáda ist ein kleines Bergdorf, zu dem es von Zíros aus einen regionalen Bus gibt. Seine Hauptaufgabe ist wohl der Transport der Schulkinder des Dorfes.

Von hier aus wird die „Straße“ teils ziemlich abenteuerlich und führt nur noch bergab zum Lybischen Meer, welches man bei Goúdouras erreicht.

Die Schotterstraße führt nun nach Westen an der Südküste entlang, nach etwa 4 Kilometern vorbei am Kloster Kapsás.

Zwischen Pilalímata und Análipsi trifft man dann wieder auf die Strecke von Sitía nach Ierápetra.

Route 26 – Alternative Strecke: Ab Pachiá Ámmós nach Ierápetra und über Férma etc. nach Sitía

Gleich hinter Pachiá Ámmos (siehe Fahrtroute 25) biegt rechts die Straße nach Süden Richtung Ierápetra ab. Hier ist die „Wespentaille“ der Insel, sie ist in gerade mal 14 Kilometern durchquert.

Schon nach wenigen Kilometern erreicht man die Abzweigung (rechts) nach Vassilikí mit einer kleinen minoischen Ausgrabung.

Zurück auf der Hauptstraße biegt wenig später links ein Weg zur Farángi Cha (eine Schlucht) ab.

Die weitere Straße nach Ierápetra verläuft für kretische Verhältnisse sehr kurvenarm durch Olivenhaine. Ierápetra ist die einzige größere Stadt an der Südküste Kretas (gleichzeitig die südlichste Stadt Europas).

Man verlässt den Ort nach Osten (Ausschilderung „Sitía“), und fährt an der der Südküste entlang. Ziemlich bald hinter dem Ort erreicht man den Campingplatz und die Ansiedlung Koutsounári, dann Férma und Agía Fotiá.

In der nächsten der zahlreichen Buchten in der ansonsten hier felsigen Küste liegt das Lokal „Fri Hamn“. Der Wirt muss wohl mal in Schweden gewesen sein.

Die nächsten drei Dörfer auf der Strecke sind Koútsouras, Makrýgialos und Análipsi. Diese drei Dörfer sehen nur auf der Straßenkarte so aus, als lägen sie weit auseinander, tatsächlich sind sie fast zusammengewachsen.

Ein Stück hinter Análipsi biegt rechts der Fahrweg zum Kloster Kapsás ab, das auf jeden Fall einen Abstecher wert ist.

Zurück auf der Straße nach Sitía entfernt sich diese nun vom Meer. Wie üblich, wenn es quer über die Insel geht, ist sie recht kurvenreich. Auf der weiteren Strecke findet man kulturelle Genüsse (wie die Ausgrabungen von Praéssos, man biegt hinter dem Dorf Ágios Geórgios rechts ab), aber auch völlig profane wie die Limonadenfabrik in Piskokéfalo. Und von dort aus sind es dann gerade mal noch 3 Kilometer bis Sitía.

Route 25 – Von Ágios Nikólaos nach Sitía

Um die Nordküstenstraße weiter nach Osten zu fahren, verlässt man Ágios Nikólaos über die Platía El. Venizélou (die gibt es natürlich auch hier), ausgeschildert Richtung Sitía. Außerhalb des Ortes trifft man auf die „New Road“, die ab hier nicht mehr so super „new“ ist, was Kurven und Breite betrifft … es laufen seit Jahren aber schon großzügige Baumaßnahmen, um auch hier eine Art „Autobahn“ hinzuklotzen.

Bisher führt die Straße reizvoll an der Küste entlang und vorbei an manchen (z. T. nur mäßig schönen) Badebuchten. Hinter dem Dorf Istró bietet sich noch mal ein besonders schöner Blick zurück auf das Panorama von Ágios Nikólaos. Wer übrigens ab Istró eine andere Strecke nehmen will, nämlich auf landschaftlich reizvoller Straße hinunter nach Ierápetra, diese ist dort ebenfalls beschrieben.

Etwa 7 Kilometer weiter liegt links unterhalb der Straße der Platz Camping Goúrnia Moon.

Nach weiteren 3 Kilometer erreicht man rechts der Straße die Ausgrabungen der minoischen Stadt Goúrnia.

Danach führt die Straße ein kleines Stück den Berg hinauf (rechts noch mal ein schöner Fernblick auf die Ausgrabungen, dann senkt sie sich in die Bucht von Pachiá Ámmos hinunter.
Gleich rechts hinter Pachiá Ámmos biegt rechts die Straße nach Ierápetra (siehe Fahrtroute 26) ab.

Bis zum hübschen Dorf Kavoúsi, von dem aus man einen Abstecher zum Strand von Thólos unternehmen kann (4 Kilometer), steigt die Straße nun gemächlich an, dahinter wird es dann steiler. Der Blick links hinunter wird immer beeindruckender, einen Höhepunkt bietet der „Pseudoort“ Plátanos, der nur aus zwei Tavernen besteht. Hier lohnt wegen des bombastischen Ausblicks ein Halt unbedingt.

Nach weiteren etwa 1,5 Kilometer zweigt links die Straße nach Móchlos ab.

Ist man wieder auf der Hauptstraße, wird diese im folgenden immer kurvenreicher. Etwa 17 Kilometer hinter Sfáka weist rechts ein Schild auf einen Hügel hinauf zu den Ausgrabungen einer minoischen Villa. Bemerkenswert an dieser Villa ist ihre ovale Grundform, wie man sie sonst nirgendwo auf Kreta bisher gefunden hat. Inzwischen sind sich die Archäologen auch nicht mehr ganz einig, ob es sich wirklich um eine Villa handelte, es könnte auch ein Gipfelheiligtum gewesen sein.

Wenig später erreicht man dann das Dorf Chamézi.

Nun senkt sich die Straße in die Bucht von Sitía hinab. Von hier aus präsentiert sich der Ort allerdings nur bedingt reizvoll … Links und rechts der Straße wird eifrig gebaut und Sitía selbst wirkt vornehmlich grau in grau. Keine Sorge, von drinnen sieht es wesentlich freundlicher aus!

Route 24 – Von Ágios Nikólaos ins Umland: Kritsá, Kritsá-Schlucht, Láto, Katharó-Hochebene, Eloúnda, Pláka und Spinalónga/Kalýdon

Der geschäftige Ort Ágios Nikólaos bietet eine ganze Reihe von interessanten Ausflugszielen im Umland. Zum einen lohnt sich ein Ausflug nach Südwesten nach Kritsá . Man fährt aus Ágios Nikólaos heraus, als wolle man Richtung Osten (Sitía) fahren, überquert aber dann oben die Nordküstenstraße Richtung Kritsá.

Besonders sehenswert ist dort eine der berühmtesten Kirchen Kretas Panagía i Kerá, die noch vor dem Ortseingang von Kritsá liegt.

Von hier aus lohnt die Weiterfahrt zu den Ausgrabungen von Láto und zur Katharo-Hochebene sowie eine einsame und schöne Wanderung durch die Kritsá-Schlucht.

Ein anderer schöner (und durchaus tagesfüllender) Ausflug führt am Meer entlang nach Norden. Man überquert am Hafen die kleine Brücke, die die Zufahrt zum Voulisméni-See „überspannt“ und hält sich dahinter rechts am Meer entlang.

Bis zum Badeort Eloúnda sind es von hier aus etwa 11 Kilometer. Von dort aus erreicht man die vorlagerte Insel Spinalónga und vom Dorf Pláka aus (man biegt vor dem Uhrturm in Eloúnda rechts ab – weitere 10 Kilometer) die ehemalige Lepra-Kolonie auf der kleinen Insel Kalýdon (sie ist unter Spinalónga mit beschrieben).

Zurück kann man auch in einem großen Bogen durchs Hinterland fahren, das macht Spaß, wenn man sich die Zeit nimmt – ruhige und abgeschiedene Dörfer und pittoreske Landschaft.

Route 22 – Von Mália nach Osten bis Ágios Nikólaos

Rechts und links der Straße hinter Mália stehen Gewächshäuser, in denen die schmackhaften kleinen kretischen Bananen gedeihen.

Ca. 3 Kilometer hinter dem Ortsausgang von Mália (direkt an der großen Karte, die den „Grenzübertritt“ in den Bezirk Lassíthi anzeigt) biegt links ein recht unscheinbarer Weg ab, der zum Campingplatz von Síssi führt. Von hier aus sind es auf teils schlechter Schotterstrecke ca. 2 Kilometer. Etwas später biegt aber die normale Straße nach Síssi ab und die zweite Zufahrt (siehe Síssi) ist zwar nur geringfügig, doch etwas besser. >Síssi und der Nachbarort Mílatos sind noch nicht ganz so überlaufen wie das übrige Gebiet zwischen Iráklion und hier (wenn man auch hier keinesfalls Ruhe und Abgeschiedenheit erwarten darf).

Wer nicht nach Síssi oder Mílatos abgebogen ist, verlässt auf der „New Road“ nun die Küste. Die Straße führt in weit geschwungenen Kurven die Berge hinauf bis zum Kloster Selinári.

Wenig später fährt man durch einen der wenigen Straßentunnel Kretas, dieser ist sogar 275 Meter lang. Von hier aus geht es dann nur noch bergab bis nach Ágios Nikólaos.

Knapp 3 Kilometer hinter dem Tunnel erreicht man die Abzweigung nach Neápolis, und von da aus bremst einen nichts mehr (außer vielleicht der Polizei), bis man Ágios Nikólaos erreicht hat. Alternativ kann man bei Neápolis aber auch die „New Road“ verlassen und gemütlich über die kurvenreiche alte Straße nach Ágios Nikólaos gondeln.

Route 21 – Von Iráklion nach Osten bis Mália

Vom Zentrum Iráklions aus erreicht man die Straße nach Osten über die Ausfallstraße nach Knossós. Diese beginnt an der Platía Elevtherías, dem großen Kreisverkehr, der unter Iráklion öfters erwähnt wird. Die Auffahrt auf die „New Road“ ist dann nach Ágios Nikólaos ausgeschildert.
Viele ankommende Reisende (vor allen Dingen der größte Teil der Pauschalurlauber) wenden sich allerdings meist direkt vom Flughafen aus nach Osten, und das dann meistens per Zubringerbus. Das Gebiet zwischen Iráklion und Mália ist schließlich das absolute Zentrum des Pauschaltourismus, hier reiht sich Ort an Ort, Hotel an Hotel …

Auch mit dem Mietwagen kann man seit einigen Jahren direkt am Flughafen auf die „New Road“ auffahren. Die alte Straße führt zwischen der „New Road“ und dem Meer parallel bis etwa Goúves. Sie ist nicht reizvoller als die neue, aber wer vor Goúves an den Strand will (z.B. an den von Amnissós), der nehme doch besser die alte Straße. Diese Strecke sei hier kurz beschrieben, zur neuen Straße braucht es keine weiteren Hinweise.

Etwa 3 KM hinter Iráklion liegt rechts der Straße wieder eine dieser kleinen Kapellen, die in den Felsüberhang hinein gebaut wurden, und deren Dach eben dieser Felsen bildet. Sie ist den Märtyrern Ágii Ioánnis und Níkonos geweiht, die von den Römern getötet wurden. Sie wurde allerdings zur Erinnerung an eines der vielen Massaker während der Türkenherrschaft erbaut.
Der erste Badestrand an der Strecke ist der von Amnissós.

Kurz hinter Amnissós ist rechts die Straße nach Episkopí ausgeschildert. Wer sich die Kulthöhle „Spilaéo Ilithyía“ anschauen will, die etwa 2 KM von dieser Abzweigung entfernt links unterhalb der Straße liegt, biege hier ab. An der Straße steht ein ziemlich vergammeltes Schild, das nur den auf die Höhle hinweist, der sehr aufmerksam ist.

Zurück auf der alten Straße nach Osten ist der nächste kleine „Ort“ Plas Tobroúk.
Auch hier und an der folgenden Strecke bemerkt man (wie schon angesprochen), dass man sich hier im Einzugsgebiet des Pauschaltourismus befindet (vom Flughafen Iráklion aus gesehen). Eine Hotelsiedlung löst die nächste ab. Kleine Ortschaften wie Cháni Kókkini bestehen fast ausschließlich aus Lokalen und „Rent Rooms“. Und im nächsten Dorf Goúrnes sieht es nicht anders aus.

Um mich nicht all zu oft zu wiederholen: In den folgenden Orten Goúves, Límin Chersonísou, Stális (auch Stalída genannt) oder schließlich in Mália ändert sich an der Szenerie von Hotels, Lokalen und halbfertigen Bauten nicht viel.

Erwähnenswert ist aber jedenfalls die Abzweigung zur Lassíthi-Hochebene (siehe Fahrtroute 23) etwa 5 KM hinter Goúves.

Route 20 – Von Chaniá zur Omalós-Hochebene und Samariá-Schlucht

Der Zufahrtsweg zur Omalós-Hochebene und damit zur Samariá-Schlucht sei hier nur in aller Kürze beschrieben, denn in diesem Fall ist das individuelle Verkehrsmittel ungünstiger als der Linien- oder Charterbus. Das „Problem“ ist nämlich, daß das Fahrzeug dann oben am Ende der Schlucht steht, während sich der Wanderer unten befindet …

Es ist also empfehlenswerter, hier einmal ein Pauschalangebot wahrzunehmen, denn das macht das Ganze doch wesentlich bequemer. Dabei ist allerdings nur ein bestimmtes Pauschalangebot gemeint, das des staatlichen Busunternehmens KTEL nämlich, welches von allen Nordküstenorten zwischen Réthymnon und Kastélli ein recht preiswertes Package umfasst: Hinfahrt nach Omalós zum Anfang der Schlucht und Rückfahrt von Chóra Sfakíon bis zum Ausgangsort. Das Bootsticket von Agía Rouméli, dem Zielort der Wanderung, nach Chóra Sfakíon ist im Preis nicht inbegriffen.

Also hier nun die kurze Beschreibung: Man verlässt Chaniá über die alte Ausfallstraße Richtung Westen und biegt hinter der kleinen Brücke links auf die ausgeschilderte Straße zur „Omalós-Hochebene“ ab. Man folgt einfach immer der Hauptstraße über Fournés und Lákki hinauf in die Berge und in die Omalós-Hochebene.

Am Ende der Straße liegt der Einstieg in die Samariá-Schlucht. Und alles weitere über die verschiedenen Möglichkeiten der Durchwanderung oder auch des Weiterkommens findet man dort.