Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama

Wer an der in der Route 2 beschriebenen Abzweigung links gefahren ist, der hat sicherlich die interessanteste Strecke zwischen Iráklion und Réthymnon vor sich. Logischerweise braucht man hier am längsten, vor allen Dingen dann, wenn man die Gelegenheit nutzt, „mal eben“ auf den „Psilorítis“, die höchste Erhebung des Ida-Gebirges zu steigen.

Doch der Reihe nach: Etwa 4 Kilometer von der genannten Abzweigung entfernt liegt das Dorf Týlissos. Hier kann man Ausgrabungen minoischer Häuser besichtigen, die wohl Teil einer der ältesten Siedlungen der Insel sind.

Hinter Týlissos steigt die Straße die schroffen Abhänge des Ida-Gebirges hinauf, führt durch das schön gelegene Dorf Goniés und erreicht schließlich Anógia , meines Wissens das größte Dorf Kretas. Route 3 – Von Iráklion nach Westen durch das Ida-Gebirge über Áxos und Anógia bis Pérama weiterlesen

Týlissos

Im Dorf Týlissos an der Straße von Iráklion nach Anógia (etwa 15 Kilometer von Iráklion, etwa 19 Kilometer von Anógia) sind Ausgrabungen minoischer Häuser zu besichtigen (am Ortseingang von Iráklion aus der Beschilderung links zu Fuß folgen). Sie wurden Anfang dieses Jahrhunderts gefunden und ausgegraben, die meisten Funde von hier sind heute im Archäologischen Museum in Iráklion im Saal VII ausgestellt, weil sie hier wahrscheinlich geklaut würden.

Es handelt sich um drei Feudalvillen (ca. 1600 v. Chr.), die zwar zusammenhängen, aber getrennte Wohnungen darstellen. Im Parterre befanden sich Magazine und Kulträume, die Wohnungen darüber. Man vermutet, dass hier früher eine größere Siedlung gelegen hat, die wohl eine der ältesten der Insel war. Týlissos weiterlesen

Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus)

Es gehört sicherlich zu den Höhepunkten eines Kreta-Besuches, den Psilorítis, den höchsten Gipfel des Ida-Gebirges, zu besteigen. Jener allgegenwärtige Berg, der auf den Menschen in jahrtausendealter Gelassenheit herabschaut, verlockt förmlich dazu, diese Insel einmal selbst von oben zu sehen. Er fordert dafür nur ein wenig Unbequemlichkeit und Ausdauer. Immerhin ist das Ida-Gebirge das höchste der Insel und der Psiloritis misst stolze 2456 Meter.

Am einfachsten ist er von Anógia aus zu besteigen bzw. zu erwandern (außerdem noch von Kamáres aus).

Bis zur Ida-Höhle (Idaéon Ándron)
Am Ortseingang von Anógia von Iráklion aus biegt die Zufahrt zur Nída-Hochebene links ab. Sie  ist inzwischen komplett und ziemlich ordentlich asphaltiert. Die Straße endet bei einem Touristenpavillon mit angeschlossener Taverne und Gästehaus (nur im Sommer geöffnet, dann stehen auch einige Betten zur Verfügung) unterhalb der Ida-Höhle (Idaéon Ándron), in der der Mythologie zufolge Rhea ihren soeben geborenen Sohn Zeus vor seinem gefräßigen Vater versteckte. In der Höhle selbst liegen heute allerdings keine Windeln mehr herum, darüber hinaus ist sie oft wegen archäologischer Ausgrabungen für den Publikumsverkehr gesperrt.

PicturesOG/andartis01.jpgVon der Höhle aus ist auch der „Antártis“ (der Partisan) zu sehen, ein 32 x 9 Meter großes „liegendes“ Monument für den Frieden. Er liegt hier schon seit Anfang der 90er Jahre, erbaut oder gestaltet von der deutschen Künstlerin Karina Raeck. Psilorítis (Besteigung von der Nída-Hochebene aus) weiterlesen

Axós

Axós

Das Nachbardorf von Anógia am Nordhang des Ida-Gebirges liegt 6 Kilometer entfernt an der gleichen Straße wie dort beschrieben (siehe Anógia).

Neben Anógia ist auch dieser Ort ein Zentrum der Herstellung von Webereierzeugnissen. Auch hier hängen die handgewebten Teppiche überall vor den Häusern.

Am Ortseingang von Iráklion aus rechts eines der Zentren der „Cretan Nights“-Veranstaltungen, die auch hier nicht besser sind als anderswo. Axós weiterlesen

Anógia

Anógia

Anógia ist das größte Bergdorf Kretas am Nordhang des Ída-Gebirges. Um zu diesem Dorf zu kommen, biegt man von der alten Straße Iráklion-Réthymnon etwa 11 Kilometer hinter Iráklion links ab (Anógia, Axós). Von Réthymnon aus kommend, biegt man kurz hinter Pérama rechts von der Alten Straße ab. Die gleiche Strecke nimmt man übrigens auch zum Nachbardorf Axós.

Das Dorf ist eines der Zentren kretischer Volksmusik, von hier stammen die Familien Xyloúris (Níkos Xyloúris, der berühmteste der drei Brüder, starb leider viel zu früh an Kehlkopfkrebs, aber seine beiden Brüder, „Psarantónis“ und „Psarojánnis“ singen nach wie vor – sehr unterschiedlich, aber beide auf ihre Art einmalig) und Skoulás (Vassílis Skoulás gehört nicht zu Unrecht zu den beliebtesten und anerkanntesten Musikern der Insel). Anógia weiterlesen