Route1 Von Iráklion nach Westen bis Réthymnon über die „New Road“

Die Straße Richtung Westen aus Iráklion heraus führt durch die „Chanióporta“, das Chaniá-Tor. Wer sich den Weg durch die ganze Stadt sparen will (und dabei doch kaum etwas gewinnt), kann auch Richtung Knossós hinausfahren und findet auch dort eine ausgeschilderte Abzweigung auf die „New Road“ (die ziemlich gut ausgebaute „neue“ Nordküstenstrecke, der wir hiermit ein für alle Mal diesen Namen „verpassen“ wollen).

Durch das Chaniá-Tor folgt man weiter der stets chaotisch überfüllten Ausfallstraße bis zum Ortsausgang von Iráklion, vorbei an zahlreichen Werkstätten, Geschäften, Tankstellen etc. alles geschäftig, hektisch und … hässlich?

Direkt hinter dem Schild, welches das Ende Iráklions anzeigt, zweigt links die Straße nach Míres und Górtys ab, die man nehmen muss, um die „New Road“ zu erreichen. Wenige hundert Meter weiter ist es ausgeschildert: „Rechts müsst Ihr steuern nach Chaniá“.
Fast wie auf einer Autobahnauffahrt geht es leicht bergan, weit geschwungen, und dann ist man (endlich) auf der „New Road“. Und da ist der Mitteleuropäer auf den ersten Blick vielleicht ein wenig enttäuscht, weil er denkt, eine Schnellstraße müsse vier Spuren haben. Das muss sie aber wirklich nicht. Was sollte auf Kreta eine vierspurige Autobahn?

Denn die „New Road“ ist überwiegend breit und sie hat auch zwei offizielle Standspuren, die allerdings nicht als solche genutzt werden sollten. Hier gilt grundsätzlich: Straße ist Straße, da wird gefahren! Was also bei uns in Deutschland bei Strafe verboten ist, wird auf Kreta geradezu erwartet bzw. verlangt: Kommt von hinten ein schnellerer Wagen, weicht das langsamere Vehikel auf die Standspur aus (was es allerdings auch nicht immer tut!). Das Stehen oder Parken auf der „Standspur“ ist sowieso eigentlich auch überhaupt nicht erlaubt, deshalb findet der Reisende an der Nordküste nach Westen überall eingezäunte Strände und nur dann und wann einen „Exit to Beach“.

Man kann die „New Road“ tatsächlich zumindest teilweise als so etwas wie eine kretische „Autobahn“ bezeichnen, dennoch ist gerade hier besondere Vorsicht geboten: Insbesondere im Bereich von Iráklion können einem tags wie nachts auch schon einmal ein paar Ziegen auf der Straße begegnen, an der einen oder anderen Stelle ist der Straßenbelag schon lange nicht mehr das, was er mal sein wollte, manche Kurven sind sogar negativ überhöht (d. h. sie fallen nach außen ab) usw. Außerdem: Nur an dieser Straße gibt es tatsächlich auch mal Geschwindigkeitskontrollen. Und wer als Raser erwischt wird, muss mit einigem an Geldstrafe rechnen. Griechischen Verkehrssündern wird sogar rigoros für einige (manchmal auch längere) Zeit das Nummernschild entzogen: Fahrverbot!

Etwa 15 Kilometer von der Auffahrt auf die „New Road“ entfernt erreicht man die Abzweigung nach Agía Pelagía. Wer Tourismus immer dann nicht mag – auch wenn er selbst Tourist ist – wenn sich die Menschenmassen zu sehr knubbeln, der braucht den Link nicht zu benutzen und nicht abzubiegen, sondern fährt geradeaus weiter.

Etwa 7 Kilometer weiter erreicht man wieder das Meer, rechts der Straße sind Hotel- und Appartementanlagen zu bewundern, links ist es nach Fódele ausgeschildert. Der Geburtsort von „El Greco“ ist ein beliebtes Ziel für Touristen, es sind von hier aus noch etwa 3 KM bis zum Dorf.

Etwa 20 Kilometer weiter erreicht man Balí. Man sieht das Dorf schon eine Weile zuvor schneeweiß in der Bucht liegen, leider ist ein ziemlich großer Teil dieses „Schneeweißen“ eine Ansammlung von Hotelanlagen im vorderen Teil des Ortes. Der hintere Teil aber ist Besuch und Aufenthalt wert.
Von Balí aus steigt die „New Road“ wieder langsam und zäh bergan, dann erreicht man eine Art „Pass“ und kann den Wagen bis zur Abzweigung nach Pánormos fast nur noch rollen lassen. Hier verliert die kretische Nordküste (vorübergehend) ihren wilden, vom Fels geprägten Charakter, von dem sie etwa ab Agía Pelagía geprägt war. Die Berge fallen wieder flacher ins Mehr hinab und kleine Ebenen erstrecken sich im Hinterland des Küstenstreifens.

Ab Pánormos führt die „New Road“ deshalb nun auch kurvenarm bis Réthymnon weiter. Über eine kurze Stichstraße rechts hinunter fährt man nach Pánormos hinein. An der gleichen Stelle zweigt übrigens auch die Straße ins Landesinnere nach Pérama ab, welche an der alten Straße liegt, und deshalb unter der Fahrtroute 2 von Iráklion nach Réthymnon behandelt wird.

Wie man in der Beschreibung über Pánormos erfährt, gehört dieses noch „ein wenig verschlafene“ Dorf meiner Meinung nach zu den besseren Adressen für den Individualreisenden auf Kreta.
Wenn man sich den Abstecher oder einen längeren Aufenthalt hier gegönnt hat, erreicht man die „New Road“ wieder, indem man zunächst der „Hauptstraße“ des Dorfes nach oben folgt und am oberen Ende derselben links einbiegt, dann erreicht man nämlich die „offizielle“ Auffahrt.

Von hier aus erreicht man Réthymnon schnell, die Straße verläuft fast schnurgerade. Etwa 20 KM weiter kreuzt die alte Straße, der Wechsel lohnt eher nicht, da diese nur durch dicht-(meist hotel-)besiedeltes Gebiet führt . Wer allerdings zu den Campingplätzen bei Réthymnon will, muss hier auf die alte Straße überwechseln.
Außerdem kann man hier auch nach Süden zum Kloster Arkádi abbiegen. Ebenso lohnt ein kurzer Besuch des Geburtsortes des „Helden von Arkádi“ Kóstas Giamboudákos, des Dorfes Ádele, oder auch des weniger bekannten, aber sehenswerten Klosters Arsaníou.

Nach Réthymnon sind es von dieser Kreuzung aus, ganz gleich, welcher Straße man folgt, noch etwa 7 Kilometer.

Kreta Reiseroute 1

Réthymnon

PicturesOG/Rethymnon 6_ww.jpgDie Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks an der Nordküste zwischen Iráklion und Chaniá gehört für mich zu den schönsten Städten Kretas. Sie wirkt von allen kretischen Städten am orientalischsten, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Türken einiges an Bausubstanz hinterlassen haben. Für den Pauschaltourismus liegt die Stadt recht günstig, da nicht zu weit vom Hauptflughafen Iráklion entfernt. Außerdem hat sie lange Sandstrände östlich des Ortes zu bieten, ist also entsprechend voll, jedenfalls in der Saison.

Auch außerhalb der Saison ist Réthymnon Universitätsstadt. Hier sind die Philosophische Fakultät der Universität von Kreta und die Pädagogische Hochschule angesiedelt. Da das Polytechnikum in Chaniá und die anderen Fakultäten in Iráklion untergebracht sind, wird die Universität von Kreta auch scherzhaft als die „längste Universität der Welt“ bezeichnet.

Geschichte
Schon in minoischer Zeit lag hier eine Ansiedlung: Rhithymna. Von ihr ist allerdings rein gar nichts mehr zu sehen. Auch spätere Bewohner der Stadt, Römer, Byzantiner oder Araber sind optisch nicht mehr präsent, erst die Venezianer hinterließen wie vielerorts Bleibendes. Auch die Zeit der Türkenherrschaft ist in Rethymnon in Form mehrerer Moscheen und Minaretts noch sichtbar.

Unter der venezianischen Herrschaft entwickelte sich Réthymnon zu dem kulturellen Zentrum der Insel. Davon zehren die Rethymnioten heute noch gerne. Nicht umsonst liegt hier ein bedeutender Teil der kretischen Universität (s. o.).

Stolz ist Réthymnon auch auf einen berühmten Sohn der Stadt, den 1986 verstorbenen Schriftsteller Pantelís Prevelákis. Seine Bücher „Der Engel im Brunnen“ und „Die Sonne des Todes“ wurden auch ins Deutsche übersetzt, sind aber seit langem vergriffen. Leider ist inzwischen auch sein Buch über Réthymnon, die „Chronik einer Stadt“ zumindest in Deutschland nicht mehr lieferbar. Ein findiger kretischer Buchhändler aus Iráklion (die Buchhandlung am Morosíni-Brunnen) hat das Buch aber inzwischen in Lizenz nachgedruckt.

PicturesOG/rethy_fortezza_wn.jpgSehenswürdigkeiten
Der erste Weg führt natürlich hinauf zur venezianischen „Fortétsa“ (so schreiben es die Griechen, man findet aber auch dann und wann noch die venezianische Schreibweise „Fortezza“), die in erster Linie als Fluchtburg für die Einheimischen diente.

Um auf die Fortétsa zu gelangen, biegt man von der Odós Melisinoú rechts in die ansteigende Odós Katecháki ab, diese führt zum Eingang.
Die Fortétsa bietet einen interessanten Blick über die Stadt und viel Ruhe. Außerdem steht hier noch eine große (wenn auch völlig leere) Moschee, nicht weit davon gleichsam als Kontrast ein kleines christliches Kirchlein.

PicturesOG/arimondi.jpgAn der Platía Títou Petycháki (die die Einheimischen nach dem dort stehenden Baum nur „Plátanos“, die Platane, nennen) steht auf der der Fortétsa zugewandten Stirnseite des Platzes (das wird hier so genau beschrieben, da viele auf der Suche nach dem Brunnen einfach vorbeilaufen!) der (A.) Rimóndi-Brunnen. Der venezianische Statthalter Alvise Rimóndi ließ ihn 1629 erbauen – wollte es wohl gerne seinem Kollegen Morosíni in Iráklion gleichtun.
Hier sind es zwar nur drei venezianische Löwen, die nebeneinander angeordnet sind, aber im Gegensatz zu ihren berühmteren Brüdern speien sie wenigstens meistens Wasser.
Allerdings sollte der Brunnen mal restauriert werden.

Das Standbild des kretischen Freiheitshelden Kóstas Giamboudákos, der 1866 das Kloster Arkádi in die Luft sprengte, ist vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen weniger sehenswert. Martialisch-heroisch steht es auf der Platía 4 Martyrón. Nicht weit davon als harscher Kontrast ein türkisches Minarett.

PicturesOG/mart_rethy03.jpgDie türkischen Hinterlassenschaften in Form von drei Moscheen sind ebenfalls sehenswert: ganz in der Nähe der Platía 4 Martyrón in der Odós Moátsou die „Moschee des Véli Paschá“. An der Platía Títou Peticháki die „Moschee Tis Nerantsés“, in der sich heute der Konzertsaal der Stadt befindet. Und die dritte ist die „Moschee des Kára Mussá Paschá“ in der Odós Arkadíou (der Parrallelstraße der Hafenpromenade landeinwärts) an der Ecke der Odós Viktóros Ugó (ja, die Victor-Hugo-Straße). In dieser Moschee ist heute die rethymniotische Dienststelle des Büros für byzantinische Denkmalpflege auf Kreta untergebracht.

Wie Chaniá ist auch Réthymnon an sich eine einzige Sehenswürdigkeit, zumindest in der Altstadt. Überall sind die Überreste venezianischer Baukunst zu sehen, eine Tür, ein Balkongitter u. a.

Archäologisches Museum
Neben den Schätzen, die im Archäologischen Museum Iráklions zusammengetragen wurden, wirken alle anderen Museen Kretas ein wenig ärmlich. Dennoch lohnt sich auch hier der Besuch. Das neue Archäologische Museum ist von der Venezianischen Loggia in der Odós Arkadíou inzwischen in das Haus gegenüber des Eingangs zur Fortétsa umgezogen (die Eintragung im Stadtplan ist also nicht mehr korrekt!). Ausgestellt sind hier Funde vorwiegend aus dem Bezirk Réthymnon: Werkzeuge, Haushaltsgerät, Waffen und Weihegaben, Keramik, Amphoren. Insbesondere interessant ist eine umfangreiche Münzsammlung und einige Sarkophage.
Nebenbei bemerkt: Auch die Venezianische Loggia ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellte wohl so etwas ähnliches wie einen Herren-Club für die venezianischen Edelmänner jener Zeit dar. Hier traf man sich, unterhielt sich und spielte.

Historisches bzw. Volkskundemuseum
Das „Istorikó ke Laografikó Mouseío“ liegt in der Odós Mesolongíou 28 (unterhalb der Fortétsa, es gibt auch Hinweischilder), geöffnet täglich von 18 bis 20.30 Uhr.

Adressen
PicturesOG/Rethymnon 4_ww.jpgEOT – Touristeninformation: In einem Flachbau auf dem Strand an der Strandpromenade Prokiméa Elevtheríou Venizélou. Geöffnet täglich von 9 bis 18.30 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr. Hier kann man auch Privatzimmer erfragen.

Polizei: an der Platía Iróon Polytechníou.

Post: in der Odós Moátsou; geöffnet von 8 – 20 Uhr, samstags von 8 – 15 Uhr. Postkiosk an der Strandpromenade Prokiméa El. Venizélou mit den üblichen moderaten Öffnungszeiten.

OTE (Telefon und Telegramme): in der Durchgangsstraße Odós Koundouriótou 26. Natürlich überall auch Kartentelefone.

A.N.E.K. (Fährtickets Iráklion-Piräus bzw. Soúda-Piräus): an der Platía 4 Martyrón.

Olympic Airways: in der Odós Koumoundoúrou 5, Tel. 08 31/2 22 57 und 2 33 33.

Rethymniakí (Fährgesellschaft der Verbindung Réthymnon-Piräus und zurück): Odós Arkadíou 250, Tel. 0831/2 92 21 und 2 15 18 (wenn man am hinteren Ende des alten venezianischen Hafens links um die Ecke biegt, läuft man direkt darauf zu).

Außerdem erhält man Tickets für A.N.E.K., Minoikés Grammés (Minoan Lines) und Olympic Airways auch im Reisebüro in der Odós Arkadíou 94.

Ärztliche Versorgung
Dienststelle der IKA in der Odós Chatsidákis.

Praktische Ärzte z.B.:
Sotíris Katsantónis, Od. Kastrinojannaki 25, Tel. 28310-28849.
Christóforos Frangedákis, Paxiarchías Rímini, Tel. 28310-28538.

Zahnärzte z.B.:
Georgía Varoúcha-Kalligéri, Od. Arkadíou 203, Tel. 28310-22855.
Emmanuíl Thomadákis, Od. Gerakári 73, Tel. 28310-23383.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte z.B.:
Zacharías A. Mávros, Od. Ch. Daskaláki 11, Tel. 28310-24666

Kinderärzte z.B.:
Agápios Akoumianákis, Od. Gerakári 184, Tel. 28310-28428.
Konstantínos Anastasákis, Od. Charíklias Daskaláki 14, Tel. 28310-23532.
Vágia Pramatevtáki-Kafási, Od. G. Chatsidáki 23, Tel. 28310-24297.

Krankenhaus: Odós Trandalídou, Tel. 28310-27491.
Apotheken sind überall reichlich vorhanden.

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Der Busbahnhof ist hier falsch eingezeichnet. Er befindet sich jetzt an der Spitze des kleinen N-Pfeils links unten in der Ecke des Plans.


Auto- und Motorrollervermietungen

Autovermietungen sind über die Stadt verstreut.
Besondere Empfehlung: „Klearchos S.A“ in der Odós M. Krits 85 (gegenüber vom Grecotel „Creta Palace“). Der Chef spricht Deutsch. Telefon 28310-54534, E-Mail info@klearchos.gr. Ob er der Allerbilligste von Rethymnon ist, weiß ich nicht, aber er ist auf jeden Fall jemand, der bei Problemen zuverlässig und problemlos hilft. Und das ist nicht nur meiner Meinung nach das Allerwichtigste.
Es gibt noch eine Filiale neben dem Grecotel „El Greco“, Pigianos Kampos. Telefon 28310-72555 (hier spricht man mindestens Englisch). Webseite hier .

Noch eine Empfehlung: Intercity , Sofoklís Venizélou 70 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten).

Baden
Vor vielen Jahren hat man in Réthymnon mal von einem großen Hafen mit regem Schiffsverkehr geträumt. Deshalb baute man zwei lange Molen ins Meer hinaus. Tatsächlich aber versandete alles zwischen diesen beiden Molen, so dass heute kein größeres Schiff mehr genug Wasser unter den Kiel bekäme. So ist eine riesige Badewanne entstanden, die zum Baden ideal wäre, da inzwischen die Abwässer der Stadt hier nicht mehr ins Meer fließen (früher mal war Réthymnon ein Eldorado für Hautärzte, das hat sich zum Glück geändert). „Wäre“, denn der Strand ist keine Offenbarung, da er ziemlich ungepflegt ist.
Man kann z. B. mit dem Bus auch ein Stück aus Réthymnon nach Osten herausfahren, hier gibt es lange Sandstrände, hinter denen auch die großen Hotelanlagen liegen.

Banken / Geldwechsel
Die meisten Banken liegen in der Hauptdurchgangsstraße Odós Koundouriótou. Ansonsten Geldwechsel (auch Schecks) auch auf der Post in der Odós Moátsou, oder zu den üblichen Kursen (allerdings wie bei allen solchen Wechslern unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr), im Postkiosk an der Strandpromenade auch sonntags und im Reisebüro auf der Odós Arkadíou, der Parallelstraße hinter der Strandpromenade. Deutsche und Österreicher brauchen natürlich wegen des Euros keinen Geldwechsel mehr.
Geldautomaten gibt es selbstverständlich auch in Rethymnon.

PicturesOG/mart_rethy02.jpgEinkaufen
Réthymnon bietet aufgrund der Größe und der touristischen Infrastruktur Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Touristische Artikel gibt es reichlich auf der Strandpromenade (Prokiméa El. Venizélou). Weitere Zentren der Souvenirläden sind die Platía Títou Peticháki und die Odós Paläológou. Kleine Geschäfte mit „Trödel“ aller Art ebenfalls an der Platía Títou Peticháki und in der Odós Thessaloníkis 14.

Réthymnon ist berühmt für seine Lederwaren. Zum Beispiel bei „Christidis“ an der Strandpromenade (gegenüber des EOT) oder im Laden an der Ecke Odós Antistáseos/Odós Tsoudéron. Oder ebenfalls in der Odós Arkadíou am anderen Ende, Richtung Hafen, bei „Karras“, der besondere Qualität anbietet. Etwas teurer, aber mehr Kunst als Handwerk. „Karras“ hat inzwischen noch zwei kleinere Dependancen, eine versteckt in der Altstadt, die andere außerhalb an der Strandstraße.

Der wohl bekannteste Lederwarenhändler der Stadt, der „Leder-Partisan“, hat sich offensichtlich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen oder ist sogar gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Stoppt Strauß“-Parolen, selbst dann noch, als dieser längst von „himmlischen Mächten gestoppt“ worden war.

Wer sich für kretisches Kunstgewerbe interessiert, sollte mal bei „Dimito“ in der Odós Sofoklís Venizélou 16 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten) vorbeischauen.

Und der berühmteste Kräuterladen der Insel darf hier nicht vergessen werden: in der Odós Soulíou (Ecke Odós Vitzéntzou Kornárou) liegt er, der Kräuterladen „Kontojannis“, mit einer riesigen Auswahl an Heil- und Gewürzkräutern, die alle auf griechisch und deutsch auf Schildern angepriesen werden. Die deutschen Übersetzungen sind vor allen Dingen deshalb so lustig, weil sie Wort für Wort mit Hilfe eines Wörterbuches von 1903 übersetzt wurden. Darüberhinaus haben sich einige kleinere und größere Schreibfehler eingeschlichen. Der Laden ist sehenswert, für den preiswerten Einkauf (der gängigeren Kräuter) aber lohnt die Markthalle in Chaniá mehr, da es dort die meisten Kräuter etwa zum halben Preis gibt.

Schallplatten/CDs z. B. im „Music Inn“ in der Odós Arkadíou 113. Große Auswahl und ein engagierter Inhaber, der sich freut, wenn man sich nicht nur für die übliche „Touristen-Sirtáki-Musik“ interessiert.
Und als Mitbringsel für die Lieben daheim oder für einsame Abende an ebensolchen Stränden: Spirituosen in umfangreicher griechischer und internationaler Auswahl gibt es in der Odós Arkadíou 152.

Lebensmittel kauft man am besten morgens frisch in der Odós Ethnikís Antistáseos. Jeden Donnerstag ist Markttag auf der Platía 4 Martyrón.

PicturesOG/mart_rethy01.jpgEssen und Trinken
Am romantischsten sitzt man natürlich im kleinen Venezianischen Hafen, und entsprechend voll ist es auch.
Die „Kráchtes“ (Kundenfänger) der verschiedenen Lokale versuchen, den potentiellen Gast in teilweise sehr zudringlicher Art hineinzulocken, das „fresh fish“ ist überall und immer wieder zu hören. Ich kann hier beim besten Willen keine Empfehlung geben, das ganze hängt von der Tagesform des Kochs ab.
Ich erlebte einmal die Klage eines Wirtes, der sich über einen weiblichen Gast beschwerte, die nur die Hälfte des Salates bezahlen wollte, weil die Gurken angeblich holzig gewesen seien. Dabei habe er sie erst an diesem Tag auf dem Markt gekauft.

Ich aß auch einen solchen Salat … die Gurken waren wirklich kaum genießbar (und der Tintenfisch praktisch zu Holzkohle verbrannt). Im gleichen Lokal habe ich allerdings mehrfach gut gegessen … deswegen keine Schelte, aber auch keine Namensnennung (auch wenn andere dieses Lokal gerne empfehlen). Am Besten sollte man seine Abendmahlzeit im Venezianischen Hafen allerdings bis etwa 22 Uhr beendet haben, da später die sanfte griechische Hintergrundmusik brutal durch eine hier liegende Disco vernichtet wird.

Nicht ganz so romantisch, aber sicher nicht schlechter sind die Lokale an der Strandpromenade. Hier hat es mir besonders gut in den nebeneinander liegenden Tavernen „Samaria“ und „Tassos“ geschmeckt (ich habe aber die Rückmeldung bekommen, dass man im „Samaria“ nicht so zufrieden war – wahrscheinlich ebenfalls Tagesform).
Den einen oder anderen Abstrich an die Tagesqualität muss man auch hier möglicherweise machen, denn alle Lokale, die an solchen „Abfütterungspromenaden“ liegen, leiden unter großem Konkurrenzdruck und so gibt es auch schon mal einen schlechteren Tag. Aber auch hier gilt: Man suche sich das Essen am besten drinnen in der Wärmetheke aus (nichts Kurzgebratenes, das gibt es überall) und vergesse niemals die Frage, ob das Essen frisch (apó símera) sei.

PicturesOG/Rethymnon 1_ww.jpgEin Tipp der Leiterin der Jugendherberge, der mir als hervorragend bestätigt wurde, ist das „Catarina“ auf der Ecke der Odós Katecháki mit der Odós Melissinoú. Man spricht hier zwar deutsch, trifft aber hauptsächlich Griechen … und das ist bekanntermaßen ein Merkmal für gute Qualität!

Ein Lokal für schlechtes Wetter und den Winter ist das „Baluardo“ in der Odós Plastíra 20, welches gepflegte kretische Küche in europäischer Verkleidung serviert. Das ganz Besondere ist auch die Inneneinrichtung …

Tipp: Christos‘ Taverne in Gállou
Ein Tipp von Martina H. ist „Christos‘ Taverne“ im nur 2 Kilometer vom Zentrum Réthymnons entfernten Gállou (ganz in der Nähe der Universität – man kann der Ausschilderung dorthin folgen). Die Taverne ist ausgesprochen gemütlich und serviert ganzjährig vom frühen Nachmittag bis in die späte Nacht traditionelle Gerichte vom Holzkohlegrill oder aus dem Ofen. Christos Tsifakis und seine Frau Maria sind sehr um das Wohl ihrer Gäste bemüht.

Und ein paar Möglichkeiten, sich beim Trinken satt zu essen: die optisch und kulinarisch (!) schönste ist sicherlich die Taverne „Iliovassilémata“ westlich unterhalb der venezianischen Fortétsa, in der man geruhsam seinen Oúso oder Rakí mit vielen leckeren Kleinigkeiten genießt und den Sonnenuntergang obendrein. Leider führt die Straße direkt vor dem Lokal vorbei.

Nicht so romantisch, aber echt urig ist das Kafenío „Anagnostáki“ in der Odós Agías Varváras 11. Hier gibt es in der Glut gebackene Kartoffeln und mit Zitronensaft beträufelte Kohlblätter zum Rakí, und man sitzt wirklich unter Einheimischen (ich hörte kürzlich, man habe es nicht gefunden, es wäre schade, wenn es das nicht mehr gäbe!).

An der Schwelle zum Fast-Food-Restaurant stehen die meisten Lokale an der Platía Títou Peticháki. Die Speisekarte des „Ovelistírion Neratzé“ z. B. erinnert sehr an gewisse Hamburgerlokale. Es schmeckt dennoch nicht schlecht. Das empfehlenswerteste Lokal hier an diesem Platz ist für mich aber das „Platanos“, auch wenn die Lokale rechts und links schicker aussehen und in der Regel voller sind. Hier ist es (bisher) alles noch ein wenig älter und behäbiger als bei den Nachbarn (wenn das auch vermutlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte).

PicturesOG/Rethymnon 5_ww.jpgIn diesem Lokal erlebte ich einmal wirklich Erstaunliches: Ich saß hier mit ein paar jungen Leuten aus München, die ich (lustigerweise über meinen Reiseführer – damals war da noch ein Foto von mir drauf) kennengelernt hatte. Die Wirtin hatte irgendwie registriert, dass ich des Griechischen einigermaßen mächtig bin. Und so kam sie plötzlich mit einem englischen Touristen an unseren Tisch und bat mich, als Dolmetscher zu fungieren. Sie verstand nicht, was der junge Mann von ihr wollte.

Ich auch nicht sofort, denn die Geschichte erschien absurd, aber dann übersetzte ich ihr doch sein Anliegen: Er war drei Tage zuvor hier im Lokal gewesen, hatte zwei Cola getrunken und war gegangen, ohne sie zu bezahlen. Nicht aus bösem Willen, er war einfach so in Gedanken gewesen, dass er es vergessen hatte. Nun war er voll schlechten Gewissens zurückgekehrt, das Versäumte nachzuholen. Ungläubiges Staunen machte sich auf dem Gesicht der Wirtin breit. Sie hatte es wohl selbst noch gar nicht bemerkt, und wenn, hatte sie so viel nachträgliche Ehrlichkeit sicherlich noch niemals erlebt. Dies machte sich für den Engländer bezahlt, denn wir konnten durch das Fenster nach drinnen beobachten, dass sie ihm einen großen Rakí ausgab (und uns dann später auch).

Das Besondere an dieser Geschichte ist wirklich dies: In solch touristifizierten Gegenden wie Réthymnon kann man so etwas eigentlich nicht mehr erleben. Und das macht Hoffnung: Der Tourismus wird diese Insel wohl nicht wirklich klein kriegen, das hoffe ich jedenfalls! Und nur deshalb habe ich diese Geschichte auch erzählt. Wenn erst einmal der endgültige Generationswechsel vollzogen ist, d. h. alle jetzt Älteren und Alten gestorben sind, kann man das aber vermutlich nicht mehr garantieren. Auch jetzt erlebt man anderswo genügend Fälle von Geldgier und Rücksichtslosigkeit. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wo ist diese Entwicklung denn nicht festzustellen?

Das alte und das neue Kreta treffen sich an der Platía 4 Martyrón: traditionelle griechische „Loukoumádes“ (Honigkrapfen) in einem Self-Service-Café (Ecke Odós Ethnikís Antistáseos).
Die beste Eiscreme bietet nach wie vor das „Méli“ (nicht die billigste allerdings), etwas außerhalb nach Osten an der Strandpromenade.

PicturesOG/rethynight.jpgNachtleben
Ist die Nacht noch jung, findet sie in erster Linie am Venezianischen Hafen statt. Hier sitzt oder flaniert man, sieht und wird gesehen.

Nach der Abendessenszeit begibt man sich dann entweder ins „Delfini“ (das zweite Gebäude direkt auf dem Strand), wo es abends Bousoukimusik mit entsprechender Anmache gibt, oder in eine der zahlreichen Diskotheken: in der Odós Neárchou das „La Loggia“ und das „Fortétsa“, im venezianischen Stil, in der Odós Arkadíou 287 das ehemalige „Scratch“, welches heute „To Milo“ (der Apfel) heißt.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist die Disco „Ichokínisi – Soundmotion“ am östlichen Ende der Stadt am Strand, unweit des Hotels „Steris“. Es wird zwar langsam langweilig, mich immer zu wiederholen, aber alle solche Empfehlungen unterliegen auch kurzfristigen Änderungen. Hinweise werden immer gerne entgegengenommen!

Wer es lieber ein wenig kretischer hat, geht vielleicht zu Níkos Gounákis in die Odós Pánou Koronéou. Níkos selbst spielt Lýra, und viele Gastmusiker geben sich bei ihm die Ehre. Fast jeden Abend ist hier also noch originales Kreta zu erleben, allerdings muss ich hier leider ein Posting von Peter aus Linz zitieren: „Selbst zu den Instrumenten gegriffen hat er eher nur mehr sporadisch. Er ist diesen Sommer an einem Leberleiden verstorben. Bei unseren Besuch in der Taverne spielte sein Sohn Jorgos ziemlich betrunken allein auf der Bühne, als fast alle Gäste vertrieben waren, entschuldigte er sich bei uns und später auch noch die Mutter, die sich natürlich Sorgen macht, dass ihr Sohn seine Trauer um den Vater mit Alkohol bekämpfen will.“
Danke, Peter, leider auch wieder ein Stück altes Kreta verloren!

PicturesOG/Rethymnon 2_ww.jpgNach Westen Richtung Chaniá liegen an der alten Straße (!) etwa 5 Kilometer von Réthymnon entfernt mehrere kretische „Kéntra“ bzw. Lokale, in denen das Essen und Trinken des Abends nahtlos ins Nachtleben übergeht. Besonderes kretisches Ambiente findet man hier im „Kombos“ vor, während man im „Rises“ des öfteren (seltener allerdings in der Hauptsaison) „Kritikés vradiés“ (das heißt zwar nicht, aber bedeutet auf griechisch das gleiche wie die berüchtigten „Cretan nights“ – im Gegensatz zu jenen sind diese aber nicht für Touristen, sondern in erster Linie für Einheimische organisiert) erleben kann: Musik von Lýra und Laoúto, aber etwas kommerzialisiert.

Nach Osten wiederum sind es etwa 15 Kilometer bis zum Örtchen Skaléta. Auch hier gibt es ein Lokal, in dem man freitags und samstags kretische Live-Musik erleben kann: Die Taverne „Ilios“.

Selbst wer mit dem eigenen Auto auf Kreta unterwegs ist, sollte hier für An- und Abreise ein Taxi benutzen, denn es könnte und wird ziemlich feucht werden.

Unterkunft
Hotels
A-Kat.: „Achillion Palace“; Od. Giamboudáki 27; 72 Z./139. B.; Tel. 28310-54423.
A-Kat.: „Byzantio“; 5 Z./11 B.; Tel. 28310-55609 (nettes traditionelles Familienhotel).
A-Kat.: „Kreta Star“; 324 Z./591 B.; Tel. 28310-71812; April-Oktober.
A-Kat.: „Rethymno Bay“; 69 Z./131 B.; April-Oktober (direkt am Meer).
B-Kat.: „Filoxenia“; Odos Stamathioudáki; 39 Z./71 B. (am Meer).
B-Kat.: „Fortetsa“; Od. Melissinoú 16 (unterhalb der venezianischen Fortétsa zentral gelegenes nettes Familienhotel); Tel. 28310-55551; April-November.
B-Kat.: „Gortyna“; 37 Z./71 B.; Tel. 28310-71802; April-Oktober.
B-Kat.: „Idaeon“; Platia Plastíra 10; 86 Z./160 B.; Tel. 28310-28667; April-Oktober.
B-Kat.: „Liberty“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 24 Z./45 B.; Tel. 28310-55851.
B-Kat.: „Makaris“; Od. Stamathioudáki 97; 97 Z./197 B.; Tel. 28310-54280; März-November.
B-Kat.: „Olympic“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 64 Z./123 B.; Tel. 28310-24761.
B-Kat.: „Rethymniotiko Spiti“; 11 Z./19 B.; Tel. 28310-23923; März-Oktober (nettes traditionelles Hotel nicht weit vom Meer).
C-Kat.: „Archipelagos“; Od. Stamathioudáki 66; 56 Z./118 B.; Tel. 28310-54757; April-Oktober.
C-Kat.: „Astali“; Od. G. Papandreou 1; 36 Z./68 B.; Tel. 28310-24721; April-Oktober (nahe am Meer).
C-Kat.: „Ionia“; Od. Giamboudáki 52; 33 Zimmer/50 Betten; Tel. 28310-22902 und 23016.
C-Kat.: „Kyma Beach“; Platia Iróon (also trotz des Namens in Stadtmitte); 35 Z./66 B.; Tel. 28310-55503 (fast direkt am Meer).
C-Kat.: „Park“; Od. Igouménou Gavriíl 7 (in der Nähe des Stadtparks); 10 Zi./18 B.; Tel. 28310-29958.
C-Kat.: „Steris Beach“; Konstantioupóleos 1 (Kallithéa); 45 Zi./83 B.; Tel. 28310-28303 und 24781; April – November.
C-Kat.: „Valari“; Od. Kountouriótou 84; 29 Zi./55 B.; Tel. 28310-22236 und 29368.
D-Kat.: „Kastro“; Od. Nik. Plastíra 15; 6 Zi./14 B.; Tel. 28310-24973.
D-Kat.: „Minoa“; Od. Arkadíou 60; 31. Zi./54 B.; Tel. 28310-22508.
E-Kat.: „Achillion“; Od. Arkadíou 151; 10 Zi./21 B.; Tel. 28310-22581.
E-Kat.: „Paradissos“; Od. Igouménou Gavriíl 35; 11 Zi./23 B.; Tel. 28310-22419.
E-Kat.: „Possidon“; Od. Kallithéas 23; 9 Zi./24 B.; Tel. 28310-23795.

Hotels Réthymnon – Preisvergleich bei trivago.

PicturesOG/Rethymnon 3_ww.jpgNatürlich gibt es auch unzählige Privatzimmer.
Die Jugendherberge liegt in der Odós Tobási (der direkten Parallelstr. zur Odós Koundouriótou), sauber und gemütlich, in der Nähe der Minarette. Wie man mir schrieb, bekommt man bei der (deutschen) Besitzerin gute Tipps für Lokale.

Ein weiterer Tipp, der nicht von mir stammt, den ich aber gerne einfach weitergebe: Pension „Isidora“ der Familie Chalkiadákis in der Odós Mavíli 1. Der Besitzer spricht ein wenig deutsch und ist ausgesprochen nett. Die wenigen Zimmer sind alle mit eigener Dusche und WC ausgestattet und kosten ca. 28 Euro (mit Kochgelegenheit ca. 32 Euro). Mieten bzw. reservieren kann man die (wenigen) Zimmer bei der Tochter des Hauses, die in der Odós Ethnikís Antistásseos 14 ein Reisebüro („Rithian“) betreibt.


Camping Elisabeth
Den Campingplatz von Réthymnon erreicht man etwa 4 Kilometer östlich der Stadt über die Alte Straße (Tel. 28310-28694): direkt am langen Sandstrand unter schattigen Tamarisken und Schilfdächern. Das kleine und gemütliche Restaurant ist Mittelklasse, Minimarkt und Waschmaschinen sind vorhanden. Die sanitären Anlagen sind gut, Strand und Platz zwischen Tamarisken, teilweise mit Rasen sehr angenehm.
Die Chefin Elisabeth spricht sehr gut deutsch. Man kann Sonnenschirme, Motorräder und Mopeds mieten. Tische und Stühle, die man sich gratis vor das Zelt stellen darf, sind auch vorhanden.
Zudem vermittelt man gerne Mietfahrzeuge, geführte Wanderungen oder interessante Bootstouren.
Es gibt billigere Plätze auf Kreta, aber die sind dann in der Regel auch nicht so gemütlich. Nicht nur die Chefin gibt einem hier das Gefühl, willkommen zu sein.


Öffentliche Verkehrsmittel – Flugverbindungen
Einen Flughafen hat Réthymnon nicht. Ein Zubringerbus der Olympic Airways fährt aber von Réthymnon zum Flughafen in Chaniá. Büro der Olympic Airways siehe Adressen.


Öffentliche Verkehrsmittel – Schiffs-/Fährverbindungen
Mit der „Vitzentzos Kornaros“ von Lane Sea Lines:
– Nach Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Sonntagabend
– Von Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Freitagabend

– Von Réthymnon über Kastélli Kissámou, Antikýthira und Kýthira nach Kalamáta (Peloponnes): Abfahrt jeweils Sonntagmorgen
– Von Kalamáta (Peloponnes) über Kýthira, Antikýthira, Kastélli Kissámou nach Réthymnon: Abfahrt jeweils sonntags früh morgens

Das Fährschiff „Arkadi“ der „A.N.E.K.“ verbindet auch Réthymnon mit Piräus. Es fährt vier Mal die Woche abends ab.
„Fast Boats Neárchos“ (Büro in der Odós Arkadíou 250) fährt mit Schnellbooten nach Santoríni. Es gibt auch pauschale Komplettangebote, so z. B. jeden Sonntag einen Tagesausflug nach Santoríni inkl. Essen.
Tickets für die Schiffe von Iráklion nach Santoríni, Íos, Náxos, Páros, Piräus gibt es in Réthymnon bei „Caroline Tours“ an der Platía Iróon (beim „Ágnostos“, dem „unbekannten Soldaten“ – wieder ein Beispiel dafür, dass offizielle Namen von den Einheimischen gerne „vereinheimischt“ werden).


Öffentliche Verkehrsmittel – Busverbindungen
Der zentrale Busbahnhof ist leider ebenfalls im Stadtplan nicht (mehr) korrekt eingezeichnet! Er liegt jetzt (nein, seit ein paar Jahren) an der Ausfallstraße Richtung Chaniá, dort, wo die Straße rund um die Fortétsa wieder auf diese trifft. Am Busbahnhof erhält man auf Wunsch die aktuellen Fahrpläne, deshalb hier nur die generellen Informationen. Die Busse verkehren von hier aus nach:

– Agía Galíni 6x täglich.
– Arkádi 3 x täglich.
– Chaniá ständig, ca. 30 x täglich.
– Iráklion dito!
– Chóra Sfakíon (siehe unten: Plakiás).
– Omalós-Hochebene (zur Samariá-Schlucht) 2 x frühmorgens, auf Wunsch auch als Pauschalarrangement abends von Chóra Sfakíon zurück! Viel preiswerter als mit jedem Reisebüro!
– Plakiás 8 x täglich (zwei Busse davon – darunter der Frühbus um 8 Uhr – fahren weiter nach Chóra Sfakíon)

Der „Hotelbus“ befährt die Strecke nach Osten morgens jede halbe, den ganzen Tag über jede Stunde, zu den diversen Hotels.
Fahrkarten kauft man vorher im Büro der KTEL am Busbahnhof (incl. nummeriertem Sitzplatz, was nicht immer heißt, dass der entsprechende Platz auch frei ist. Das nehmen die Einheimischen nicht so genau, man arrangiere sich, denn Streiten macht überhaupt keinen Sinn!).

Die dunkler blau gefärbten Stadtbusse befahren die folgenden Routen:
Linie 1: Platía Iróon (ziemlich im Westen der Stadt) quer durch Réthymnon und weiter in die Vororte Perivólia, Platanés und zu den Campingplätzen.
Linie 2: Bis Platanés die gleiche Strecke wie Linie 1, biegt dann Richtung Arkádi ins Landesinnere ab nach Pigí, Endstation ist Loútro.
Linie 3: Von der Platía 4 Martyrón auf der Straße Richtung Spíli bis nach Arméni.
Linie 4: Vom Stadtpark auf der alten Straße Richtung Chaniá bis nach Atsipópoulo.

Réthymnon hat außerdem für die „Mittelstrecken“ noch einen Nebenbusbahnhof beim „Ágnostos“ (dem unbekannten Soldaten, s. o.). Der Platz heißt wie erwähnt eigentlich Platía Iróon, aber niemand nennt ihn so. Das Kafenío an der Südseite des Platzes gilt als Wartehalle, Fahrscheine kauft man im Bus. Von hier aus fahren die Busse nach:
Amári 3 x täglich.
Anógia (über Axós) 3 x täglich.
Margarites 2 x täglich.

Taxi
Standplätze an der Platía 4 Martyrón und beim „Ágnostos“.

PicturesOG/Rethymnon_bg.jpgSonstiges
Ein interessantes Tagesausflugsangebot: Die Fahrt mit dem „Cretan Pirate Ship“, Abfahrt 10 Uhr im venezianischen Hafen. Unterwegs wird gefischt (und das Gefangene auch gegrillt, aber unter uns: tagsüber fängt man in der Regel nicht so sehr viel, nicht umsonst fahren alle professionellen Fischer nachts hinaus), es bieten sich tolle Fotomotive und natürlich auch Bademöglichkeit an einem schönen, einsamen Strand. Rückkehr nach Réthymnon gegen 17.30 Uhr. Informationen und Fahrkarten gibt es im Hafen am Boot selbst, das nicht nur durch entsprechende Tafeln leicht erkennbar ist. Das Boot fährt nur bei ruhiger See, zwischen März und Oktober, und ist in der Hochsaison häufig früh ausgebucht. Eine nette Art, das Fischerleben auf „softe“ Art kennenzulernen, denn die ernsthafte Fischerei ist wie gesagt etwas strapaziöser, sie findet nämlich mitten in der Nacht statt.

Weinfest
Im Stadtpark findet jeden Sommer ein großes Weinfest statt. Den genauen Termin findet man in der Regel im Kreta-Forum.

Biologische Bierbrauerei (in der Nähe von Arméni)
Die Information verdanke ich der Zeitung „Creta Summer“ bzw. Tom und Angelika. Man fährt von Réthymnon aus Richtung Spíli, bis ca. 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni. Schon kurz hinter der ausgeschilderten Abzweigung nach Karé liegt rechts ein allein stehendes gelbes Haus. Dort biege man in den Feldweg ein. Was Bernd hier braut, ist tatsächlich ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelchen chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure.
Füll- und Reinigungsvorgang der Bügelflaschen geschieht halb bis ganz manuell. Das Ganze ist sicherlich ein mühsames Geschäft, aber – auch wegen der Überwachung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde – darf das Bier stolz die Bezeichnung „Produkt der biologischen Landwirtschaft“ tragen.

Míres

Míres ist die größte und wichtigste Landstadt (ca. 3.500 Einwohner) der Messará-Ebene im Süden Kretas. Es liegt an der Straße von Iráklion nach Agía Galíni. Dieser Ort ist einer der größten Backöfen Kretas, hier erreichen die Temperaturen im Sommer oft Werte, die das Leben sogar im Schatten sitzend nur bedingt erfreulich machen.

Einkaufen
Reichliche Auswahl an der Hauptdurchgangsstraße. Míres ist das absolute Zentrum der Messará, was man hier nicht bekommt, gibt es höchstens in Iráklion oder den anderen größeren Städten im Norden oder auf Kreta überhaupt nicht. Es gibt sogar ein Zoo- und ein Blumengeschäft, interessanter aber ist wohl die Buch- und Zeitschriftenhandlung an der Durchgangsstraße nahe der Odós Koráka, die auch deutsche und internationale Zeitungen und Zeitschriften führt, ein Schallplattenladen (auch mit Videos für den, der seinen „tragbaren“ dabei hat), Lebensmittelläden, Büros der kretischen Reedereien, der Olympic Airways (unten im Hotel Olympic – s.u.) etc.
Recht interessant für den, der einen eigenen Wagen dabei hat und deshalb auch etwas transportieren kann, ist der Laden mit Töpferwaren etwa 100 Meter hinter dem Busbahnhof auf der linken Seite. Er führt keine Touristenware, sondern nur Gebrauchsgegenstände und ist entsprechend billig.

Samstags multiplizieren sich die Einkaufsmöglichkeiten, denn dann ist Markt in Míres. Auf der Hauptstraße drängeln sich die eher professionellen Anbieter, die mit ihren Ständen von Markt zu Markt reisen und allerlei anbieten, was man braucht oder auch nicht: Plastik- und richtiges Geschirr, Messer und Besteck, Kleidung, Kitsch und Kunst etc. Und auf dem großen freien Platz südlich der Hauptstraße (neben dem Busbahnhof) stehen und sitzen die Bauern aus den umliegenden Dörfern und bieten ihre Agrarprodukte an: Bohnen, Tomaten, Gurken, Kohl, Trauben u.v.m. je nach Jahreszeit.
Und oben wie unten versucht jeder, des potentiellen Käufers Aufmerksamkeit durch möglichst laute Zurufe zu wecken. Ein brodelndes Bild südländischer Geschäftigkeit, allein dieses Samstagmarktes wegen ist Míres einen Besuch wert.

Adressen
OTE (zum Telefonieren und Telegrafieren): in der südlichen Parallelstraße der Hauptdurchgangsstraße, geöffnet dienstags bis freitags von 7.30 bis 21 Uhr (aber natürlich gibt es im Ort auch rund um die Uhr Kartentelefone).
Post: rechts an der Hauptstraße in Richtung Ortsausgang nach Iráklion (7.30 – 14 Uhr geöffnet).

Ärztliche Versorgung
Das örtliche Büro der IKA liegt in einer Seitenstraße: Man verlässt die Hauptstraße gegenüber der Taverne „O Frangiskos“ und geht die Odós Logíou hinauf. An der nächsten Ecke sieht man dann das Dienstgebäude links liegen.
Apotheken gibt es mehrere an der Hauptstraße.

Banken
gibt es in der Odós Logíou (Nationalbank) und in der nächsten Parallelstraße westlich. In der Nähe des Busbahnhofs die Handelsbank (Emborikí Trápeza), auch mit Geldautomaten.

 

Essen und Trinken
Besonders anspruchsvolle Lokale bietet der Ort nicht. Mir gefiel und schmeckte es bisher am besten in einer kleinen namenlosen Taverne schräg gegenüber des Hotels „Olympic“, die für Míres-Verhältnisse geradezu gemütlich ist (allerdings liegt auch sie nach vorne weitgehend offen direkt an der Hauptstraße), oder auch in der Taverne „O Frangiskos“ etwa in Ortsmitte auf der linken Seite der Hauptstraße (von Górtys kommend).
Ein Internet-Café liegt an der Hauptdurchgangsstraße (dort, wo sie sich fast zu einem kleinen Platz verbreitert): „Netescape-Café“.

Unterkunft
bieten mehrere „Rent Rooms“ oder Pensionen, z.B.: „Górtys“ (Odós Arkadíou 11) und „Festós“ (Odós Mitropóleos), die alle von der Bushaltestelle aus ausgeschildert sind.
Nur unwesentlich teurer ist auch das einzige Hotel des Ortes, allerdings liegt es direkt an der Hauptstraße (ungefähr 300 Meter vom Busbahnhof Richtung Górtys):
D-Kat: „Olympic“, Hauptstraße, 14 Zimmer/30 Betten; Tel. 28920-22777 und 28920-22477.

Sonstiges
In Míres wird der Karneval übrigens begeistert gefeiert!

Öffentliche Verkehrsmittel
Der Busbahnhof befindet sich direkt an der Hauptstraße, da, wo sie sich fast zu einem kleinen Platz verbreitert. Fast neben dem Zoogeschäft das KTEL-Büro für die Busse nach Réthymnon (1x täglich) und für die Strecke Agía Galíni – Plakiás – Chóra Sfakíon. Gegenüber das Büro für alle Busse von und nach Agía Galíni, Festós, Mátala, Léntas, Górtys und Iráklion. An den Samstagen (= Markttagen) wird der Haltepunkt für die Busse auf die südliche Parallelstraße der Hauptstraße verlegt, die Busse würden nämlich zwischen den eng an eng aufgestellten Buden nicht hindurchpassen.

Knossós (Palast)

Knossós (Palast)

PicturesOG/knossospithoi.jpgKnossós ist sicher die berühmteste Ausgrabungsstätte eines minoischen Palastes auf Kreta – Verdienst eines Mannes: Sir Arthur Evans. Der englische Archäologe bemühte sich nach der Entdeckung des Palastes durch einen kretischen Amateurarchäologen im Jahre 1878 zuerst vergeblich (ebenso wie Heinrich Schliemann), das Gelände von dem damaligen türkischen Besitzer zu erwerben, um Ausgrabungen durchführen zu können. Erst nach der Befreiung Kretas von der Türkenherrschaft konnte er sein Lebenswerk in Angriff nehmen. Dank seiner Arbeit genießt er auf Kreta hohes Ansehen (im Ausgrabungsgelände ist er mit einer Büste verewigt, eine Straße in Iráklion wurde nach ihm benannt).

Die Ausgrabung von Knossós ist die einzige restaurierte bzw. rekonstruierte Darstellung eines minoischen Palastes, wie er seinerzeit ausgesehen hat … oder ausgesehen haben mag.
Evans‘ Gegner nämlich werfen dem Meister vor, er habe seiner Phantasie zu wenig Zügel angelegt, sprechen sogar von „Evans‘ Disneyland“. Denn beweisen konnte Evans nicht, daß der Palast wirklich so ausgesehen hat. Andere Archäologen sind zum Teil nicht einmal mit ihm einig, daß es sich bei der Ausgrabung wirklich um einen Palast gehandelt habe, sie deuten die Reste als solche von Bauten zu kultischen oder nekropolen Zwecken. Die verwinkelte und unübersichtliche Anlage führte gar zu der Deutung, hier habe das sagenhafte Labyrinth gestanden, in dem der Minotaurus eingesperrt war und aus dem Theseus nur mit Hilfe des berühmten Ariadnefadens herausfand … Tatsache ist aber sicher, dass Evans‘ teils wagemutige Rekonstruktionen Kritik und Unglauben geradezu herausfordern.

PicturesOG/knossos2.jpgSo möge der Besucher den Palast unter der Voraussetzung besichtigen, dass so ein minoischer Palast ausgesehen haben „könnte“. Anderenorts bietet sich ihm diese Möglichkeit nicht, denn alle anderen Ausgräber haben sich auf das Freilegen vorhandener Grundmauern, Treppen etc. beschränkt.

Man erreicht Knossós von Iráklion aus mit dem eigenen Auto über die ausgeschilderte Ausfallstraße über die Platía Elevtherías sowie mit dem Stadtbus Linie 2 (ab Busbahnhof A bzw. ab Platía Kalérgon). Die Ausgrabungen sind täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet, auch sonntags. Diese Öffnungszeiten ändern sich von Zeit zu Zeit, deshalb lasse man sie sich vor dem Ausflug sicherheitshalber bei der Touristeninformation in Iráklion bestätigen.

Eintritt und Parkgebühren sind im Verhältnis zu anderen archäologischen Stätten happig. Fotografieren mit Stativ und Videoaufnahmen sind ebenfalls gebührenpflichtig! Es herrscht aber vor allen Dingen in der Hauptsaison ein solcher Andrang, dass es einem kaum gelingt, überhaupt Fotos ohne gnadenlos posierende andere Reisende in den Kasten zu bekommen. Nicht nur deshalb empfiehlt sich Besuch direkt um 8 Uhr, dann sind noch keine Reisebusse da.

Geschichte
PicturesOG/knossos1.jpgAus der Tatsache, dass unter den minoischen Ausgrabungen eine Schicht von Wohnschutt aus dem Neolithikum (über 5 m stark) gefunden wurde, wird geschlossen, dass Knossós schon zu jener Zeit erstmals besiedelt war. Wie die anderen alten Paläste wurde der erste Palast an dieser Stelle aber erst etwa 2000 v. Chr. gebaut und wurde ca. 300 Jahre später zerstört. Wie auch anderswo wurde an der gleichen Stelle wenig später der Neue Palast errichtet, schöner, größer, luxuriöser. Die meisten der sichtbaren Ausgrabungen stammen von diesem Neuen Palast. Wiederum etwa 100 Jahre später zerstörte eine Naturkatastrophe fast alle Ansiedlungen auf der Insel, auch den Palast von Knossós. Die Stadt übernahm zwar noch einmal unter der dorischen Herrschaft eine Führungsrolle auf der Insel. Erst als die Römer Herrscher über die Insel wurden, verlor Knossós die Vormachtstellung an Górtys, welches von den neuen Herren präferiert wurde. Die beiden Städte hatten sich schon vorher nicht besonders gut vertragen.

Rundgang durch die Ausgrabungen
Man betritt die Ausgrabungen von Westen her und erreicht durch einen üppig bewachsenen Laubengang zuerst die Büste von Sir Arthur Evans (1). Links davon drei runde Gruben (2), bei denen es sich wahrscheinlich um Vorratsräume handelte. Von hier aus halte man sich halbrechts und betritt den Palast durch den Westeingang (3). Direkt diesem gegenüber ein Wachraum. Links davon beginnt ein langer und verwinkelter Gang (der für Knossós typisch ist, was auch ein wenig die alte Sage vom Labyrinth erklärt), der der archäologischen Deutung zufolge Prozessionszwecken diente (4). Hier wurde auch das „Prozessionsfresko“ (bzw. das, was davon übrig war) gefunden, welches jetzt im Archäologischen Museum von Iráklion hängt.

PicturesOG/knosplan.jpg

Man folgt dem Gang immer links an der Wand lang und erreicht das südliche Propyläum (5). Von hier aus steigt man die Treppe hoch zum Oberen Propyläum (6) ins „Piano nobile“, dem Obergeschoss. Dieses ist übrigens komplett „Made by Evans“ (hier stand nichts mehr, als er ausgrub). Links hinunter bietet sich ein interessanter Blick auf Vorratsräume mit alten „Pithoi“, großen tönernen Krügen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Geradeaus erreicht man den „Pfeilersaal“ (7), in dem die Sockel von drei Pfeilern und drei Säulen zu erkennen sind, sich weiter links haltend, einem offenen Korridor folgend, auch die „Sechssäulenhalle“ (8), in der das Fresko der „Kleinen Pariserin“ gefunden wurde (jetzt im Archäologischen Museum in Iráklion). Ein wenig zurück führt rechts die Treppe zum Innenhof des Palastes hinunter (9). Ein solch offener Innenhof ist für alle minoischen Palastanlagen charakteristisch. Er diente vermutlich zu religiösen Handlungen und kultischen Sportspielen wie z. B. dem Stierspringen, welches man als restauriertes Fresko ebenfalls im AM Iráklion und auf zahlreichen Ansichtskarten bewundern kann.
PicturesOG/knossos4.jpgLinks von der Treppe, die man aus dem „Piano nobile“ herunter gestiegen ist, liegt der alte Thronsaal (10), in dem hinter einer Absperrung der „Thron des Minos“ aus Alabaster zu sehen ist. Bei einem ebenfalls zu besichtigenden Holzthron handelt es sich freilich um eine Nachbildung. Gegenüber des Throns ein bassinartiger Raum hinter (restaurierten) Säulen, dessen Bestimmung nicht eindeutig bekannt ist. Es könnte tatsächlich ein Schwimmbad, ein Raum für rituelle Waschungen oder vielleicht auch ein Terrarium für heilige Schlangen gewesen sein. Ähnliche Räume finden sich auch an anderen Stellen im Palast.
Auf der anderen Seite der Treppe, also südlich des Thronsaals, ein heiliger Schrein (11), hinter dem mehrere kultische Räume liegen (12). Geht man von hier aus nach Süden an der Fassade entlang, erreicht man die Überreste der einzigen griechischen Ausgrabung auf dem Palastgelände, eines Tempels (13).
Von hier aus überquert der Besucher den Hof und betritt den Ostflügel des Palastes. Hier lagen wohl die Privatgemächer Ihrer und Seiner Durchlaucht. Über eine großzügige Treppe steigt man hinunter und findet hier die Gemächer der Königin (14) sowie dahinter das wohl älteste Wasserklosett der Welt (15), zumindest halten die Gelehrten es für ein solches. Der König wird es wohl mitbenutzt haben, sein Raum liegt nicht weit entfernt (16), bekannt als die „Halle der Doppeläxte“, auch hier steht ein (unechter) Holzthron. Wer sich nun nach Norden wendet, passiert die Ostbastion (17) und erreicht den Bereich, in dem die alten Werkstätten des Palastes lagen, klein und verschachtelt (18). Hier hält man sich wieder links, verläßt das eigentliche Palastgelände durch den Nordausgang (19) und erreicht nicht weit entfernt davon ein altes „Theater“ (20), von dem sich die Wissenschaft auch nicht so ganz einig ist, ob es eines war.
PicturesOG/knossos3.jpgEs können wirklich ansteigende Sitzreihen gewesen sein, oder aber auch eine Schautreppe, die darauf zuführende gepflasterte Straße, die vermutlich zu Prozessionszwecken angelegt wurde (21), lässt möglicherweise letzteres vermuten. Evans allerdings schien sich seiner Sache sehr sicher und lokalisierte im „Theater“ sogar die königliche Loge.
Wenn auch dieser Rundgang nicht jeden Winkel der Ausgrabung erreicht (manchmal sind Teile wegen laufender Arbeiten auch abgesperrt), das Wichtigste hat man nun allemal gesehen, und was Originales betrifft, ist man im Archäologischen Museum in Iráklion jedenfalls besser beraten. Und wie oben schon erwähnt: Eines hat Knossós leider mit der Akrópolis in Athen gemeinsam. An bestimmten Tagen sieht man vor lauter Leuten die Trümmer kaum noch.

Arsaníou (Kloster)

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Etwa 15 Kilometer östlich von Rethymnon liegt beim Dorf Pangalochóri das Kloster Arsaníou (16. Jahrhundert). Die Kirche wurde in ihrer heutigen Form allerdings „erst“ Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. In der Kirche hängen sehr schöne Ikonen, auch die holzgeschnitzte Ikonostase ist prächtig.

Ebenso lohnt ein Besuch des Klostermuseums (unweit des Eingangs), in dem alte Siegel, Kreuze, Evangelien und lithurgische Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Messgewänder und alte Fotografien zu sehen sind.

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Allgemeine Einführung

Was Athen für Griechenland, ist Iráklion für Kreta: eine laute, geschäftige, eigentlich eher recht ungemütliche, unkontrolliert wachsende Metropole, aber auch ePicturesOG/irakhafen.jpgin Ort, an dem man alles bekommt, was es nirgendwo sonst (oder fast nirgendwo, denn auch einige der anderen Städte der Insel sind wirklich keine Dörfer) gibt. Ein Ort, an dem sich der Tourist nur gezwungen aufhält? Weil er da mit fast allen Charterflügen und zumindest mit der Hälfte aller Fährverbindungen ab Piräus landet? Ein Ort, den man am liebsten und besten ganz schnell hinter sich lässt?

Ja und gleichzeitig absolut Nein! Zum gemütlichen Verweilen lädt Iráklion zumindest auf den ersten Blick tatsächlich nicht ein, dafür ist es zu laut und zu wenig „romantisch“. Und kommt man mit Schiff oder Flugzeug an, wirken Stadt wie Flughafen alles andere als besonders einladend, wenn man sich die weißgekalkten Häuser eines Hafenortes auf den Kykladen vorgestellt hat. Wer vom Flughafen in die Stadt fährt, bekommt darüber hinaus auch noch die allerhässlichsten Teile der Stadt als Willkommensgruß zu sehen. Mein (damals) 7-jähriger Sohn kommentierte nach anstrengendem Flug mit Zwischenlandung in Rhodos und nächtlicher Taxifahrt ins Zentrum: „Jetzt weiß ich, dass wir auf Kreta sind, hier liegt überall so viel Müll rum.“ Und so ist es leider hier ganz besonders.
Wer Iráklion einmal kennt und es nicht nach seinen zugegeben nicht gerade hübschen Außenbezirken beurteilt, wird dem allerdings entgegenhalten: Hier ist wenigstens was los. Und das durchaus nicht nur auf touristische Vergnügungen bezogen, denn davon wird anderswo sicher mehr geboten. Iráklion ist tatsächlich eine brodelnde Metropole, hier ist das kretisch-städtische (unromantische) Leben auf seinem Höhepunkt. Und auch das hat seinen Reiz.

Und um eben noch eine weitverbreitete Macke auszuräumen: der Ort heißt nicht Heráklion, diese Verstümmelung verdankt er nur der (antiquierten) Umschreibungskonvention und der damit verbundenen Tatsache, dass alle Charterpiloten sich immerzu im Anflug auf „Heraklion“ befinden. Das ignoriere man einfach und nenne den Ort bei seinem richtigen Namen: Iráklion.

So wichtig und bedeutend die Stadt heute für Kreta ist, sie war es durchaus nicht immer. In minoischen Zeiten genoß sie ein absolutes Schattendasein als kleiner Nebenhafen von Knossós. Erst die Araber gründeten an der Stelle des heutigen Iráklion eine Stadt, nachdem sie Kreta von Süden her erobert hatten. Sie nannten die Stadt Rabd-el-Kandak. Nachdem die Griechen die Stadt zurückerobert hatten, nannten sie sie in Anlehnung an den arabischen Namen „Chandax“, die Venezianer machten später „Candia“ daraus, ein Name übrigens, der auch für ganz Kreta galt. Während der türkischen Fremdherrschaft hieß die Stadt „Megalokástro“, die „Große Burg“, und unter diesem Namen kommt sie z. B. auch in Níkos Kazantzákis‘ Roman „Freiheit oder Tod“ (im Original „O Kapetán Michális“) vor.

Die heute teilweise noch erhaltenen (bzw. restaurierten) gewaltigen Stadtmauern hatten den Türken seinerzeit die Eroberung sehr schwer gemacht. Diese behoben auch nach der Eroberung die Schäden an den Mauern nicht, sondern ließen alles langsam verrotten. Im Schatten der Mauern entwickelten sich slumähnliche Wohnviertel, die erst vor 25 Jahren verschwanden, als die griechische Regierung (inzwischen hieß die Stadt „endlich“ Iráklion, und zwar seit dem Anschluss an das griechische Mutterland) umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchführte. Die so restaurierte Stadtmauer, auf der man in praller Sonne umherspazieren kann, gehört heute mit zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Iráklion als Kretas größte Stadt hat wegen des Umfangs eine eigene Subnavigation

Iráklion Kreta Infos

Iráklion – Kreta

Górtys (Ausgrabungen)

Die Hauptstraße Iráklion – Ágii Déka – Míres – Timbáki – Agía Galíni passiert nur etwa einen Kilometer hinter Ágii Déka die Ausgrabungen von Górtys. Hier auch die Abzweigung nach Léntas.PicturesOG/gortys3.jpg

Górtys war zwar schon in minoischer Zeit besiedelt, aber bedeutungslos. Erst unter den Dorern wurde sie zu einem der mächtigeren Stadtstaaten, die Römer machten sie dann sogar zu ihrer kretischen Hauptstadt. Der biblischen oder sonstigen Überlieferung zufolge war auch der Apostel Paulus in Górtys. Die Christianisierung Kretas ging von hier aus. Einer der ersten Gefolgsleute des Apostels, der Heilige Titus (Ágios Títos), wurde später der erste christliche Bischof der Insel. Er war übrigens auch der Adressat von Paulus‘ Titusbrief.
Erst als die Araber die Insel von Süden her eroberten und Górtys sozusagen auf dem Weg nach Iráklion nebenbei mitnahmen, verlor die Stadt wieder völlig an Bedeutung.

Die Ausgrabungen liegen rechts und links der Straße, der bekanntere Teil von Ágii Déka aus gesehen rechts. Direkt hinter dem großen Parkplatz (der viel Platz bietet, aber dennoch oft völlig mit Reisebussen überfüllt ist) befindet sich das Hauptausgrabungsgelände, welches eingezäunt ist und Eintritt kostet. An einem kleinen Kiosk am Eingang kann man den einen oder anderen Führer erstehen.
Gleich links vom Eingang stehen die Überreste der Basilika des Heiligen Titus, des ersten Bischofs der Insel. Sein Haupt wird als Reliquie heute in der ihm geweihten Ágios-Títos-Kirche in Iráklion aufbewahrt. Der Kirchenbau in Górtys ist insofern besonders interessant, als er auf der einen Seite drei Apsiden statt nur einer Apsis aufweist (eine dreifache Hauptapsis und zwei kleinere Nebenapsiden – in der linken steht heute noch ein kleiner Altar mit einigen unechten Ikonen), andererseits aber durch weitere seitliche Apsiden eine Kreuzform erhielt. Der Schnittpunkt des Kreuzes war von einer Kuppel überdacht.

Wandert man von der Basilika weiter nach Norden, also von der Straße weg, überquert man die alte Agorá (den Marktplatz) von Górtys und erreicht das römische Odeon (2) mit der alten Stadtrechtsinschrift von Górtys im Hintergrund. PicturesOG/gortys2.jpgWenn nichts weiter los ist und der Wächter Zeit hat, schließt er das halbrunde Gebäude mit der Stadtrechtsinschrift auf, ansonsten reicht aber auch der Blick durch die Gitter auf diese griechische, in Stein gemeißelte Inschrift aus dem 5. Jahrhundert vor Christi. Sie ist inzwischen entziffert und enthält allerlei Bestimmungen bis hin zur Ahndung von Ehebruch. Interessant ist, dass sie geschrieben ist „wie der Ochse pflügt“, d. h. in jeder zweiten Zeile von rechts nach links und in Spiegelschrift.

Westlich des Odeons liegt ein kleines griechisches Theater (3), auf dem Berg darüber die alte Akrópolis (4). Diese gibt es nämlich nicht nur in Athen, das Wort „Akropolis“ heißt schlicht „Obere Stadt“. Oben findet man allerdings nicht mehr allzu viel vor.
Ein Stück links hinter der Stadtrechtsinschrift steht übrigens die Platane, unter der angeblich Zeus mit Europa den Mínos zeugte. Ich bin mir dessen allerdings weniger sicher, diese Platane müsste älter sein, als es je eine Platane vor oder nach ihr wurde. Beeindruckend ist sie allerdings und der Platz lädt ein, es Zeus nachzutun (falls man entsprechende Begleitung hat), doch der Ort ist heute nicht mehr menschenleer! Also lassen wir es besser.

PicturesOG/gortipla.jpgVerlässt man das eingezäunte Gelände wieder, liegt links am Kiosk vorbei ein Stück von der Straße entfernt ein kleines Museum, in dem ein paar interessante Statuen ausgestellt sind, die hier in Górtys gefunden wurden; außerdem Fotos aus der Zeit der Ausgrabungen, die die Arbeiten zeigen.

Weitläufiger ist das Ausgrabungsgelände auf der anderen Seite der Straße und jedenfalls mehr zu empfehlen als der Aufstieg auf die Akrópolis. Verstreut in den Olivenhainen finden sich kleinere Ausgrabungsfunde, es könnten viel mehr sein, aber die meisten antiken Steine der Stadt finden sich heute in irgendwelchen Hausmauern von Ágii Déka wieder.
Entweder man folgt dem Pfad, der ungefähr am Ortsschild „Górtys“ von der Hauptstraße abzweigt, nach Süden, oder man läuft erst ein Stückchen die Straße nach Léntas hinein und wendet sich dann nach links. Eine Reihenfolge kann und will ich hier nicht empfehlen, in Erläuterung zum Plan hier nur kurz die wichtigsten Angaben:

(5) Heiligtum der ägyptischen Gottheiten Isis und Serapis,
(6) Tempel des Apollon Pythios
(7) kleines Theater, zum Tempel gehörend,
(8) römisches Prätorium,
(9) Thermen (Warmwasserbadeanstalt),
(10) Reste einer frühbyzantinischen Basilika,
(11) wahrscheinlich auch Thermen.
(12) römisches Theater.

Wer hier durch die Olivenhaine gewandert ist, wird mir zustimmen, nirgendwo sonst auf Kreta kann man in Ausgrabungen solche Ruhe und Beschaulichkeit erleben.

Öffentliche Verkehrsmittel
Jeder Bus, der diese Hauptstrecke (siehe oben) befährt, hält bei Bedarf.

Fódele

Etwa 27 Kilometer westlich von Iráklion entfernt erreicht der Reisende auf der „New Road“ die Abzweigung nach Fódele. Von hier aus sind es auf schmaler und kurvenreicher Asphaltstraße noch 3 Kilometer bis ins Dorf, das nicht am Strand liegt (dort hat sich allerdings eine heftige Bautätigkeit entwickelt, es steht schon alles voller Hotelanlagen), sondern im Landesinneren. Infolge dieser Lage wäre Fódele normalerweise ein völlig verschlafenes und von Fremden unbehelligtes Dorf, wäre es nicht als Geburtsort eines der zahlreichen berühmten Söhne der Insel bekannt.
Hier wurde der Maler El Gréco geboren, der mit bürgerlichem Namen Doménikos Theotokópoulos hieß (jedenfalls beansprucht Fódele sein Geburtsort zu sein, wenn auch nicht exclusiv).

PicturesOG/elgreco.jpgZumindest gab es zur fraglichen Zeit eine Familie Theotokópoulos im Dorf, vergessen wir einmal, dass El Gréco eigener Aussage nach aus Chaniá stammte. Den Bewohnern des Dorfes kommt der prominente ehemalige Mitbürger gerade recht, beschert er ihnen doch täglich eine Anzahl von Touristenbussen, derem Inhalt sie das eine oder andere einheimisch-folkloristische Produkt verkaufen können. Berühmt sind die Spitzen und Webwaren, die die Frauen des Dorfes herstellen.

Von El Gréco selbst ist in Fódele nicht viel zu sehen. Am Dorfplatz steht eine Gedenktafel, die von der spanischen Universität Valladolid gestiftet wurde. Und besonders sehenswert sind auch die Überreste seines angeblichen Geburtshauses nicht, eher aber eine kleine Kreuzkuppelkirche der Panagía, der Heiligen Muttergottes, die nördlich des Ortes in der Nähe des Geburtshauses liegt. Die Fresken im Inneren stammen aus dem 14. Jahrhundert. Möglicherweise ist die Kirche verschlossen, also frage man vorher im Dorf nach dem Pappás, dem Dorfpriester, denn der hat den Schlüssel. Und vielleicht begleitet er einen auch auf dem Spaziergang durch die Orangenhaine, die das ganze Dorf umgeben. Denn Fódele lebt nun wirklich nicht vom Tourismus, auch wenn er ein willkommenes Zubrot ist.

Öffentliche Verkehrsmittel
Zweimal täglich Busverbindung mit Iráklion (sonntags allerdings nicht).

Agía Pelagía

An Agía Pelagía an der Nordküste von Kreta unweit westlich von Iráklion scheiden sich möglicherweise die Geister. Wer Tourismus immer dann nicht mag, wenn er sich zu sehr knubbelt, PicturesOG/Agia Pelagia_ww.jpgder braucht hier eigentlich nicht hinzufahren. Andererseits höre ich auch immer wieder von Leuten (auch hier im Internet), die dort einen wunderschönen Kreta Urlaub verlebt haben. Und das zweifele ich nicht an, denn auch hier gilt wieder einmal: Jedem das Seine.
Agía Pelagía wird in den Prospekten vieler Reiseveranstalter als „nettes Fischerdorf mit Charme und kretischem Flair“ angepriesen, aber tatsächlich ist er inzwischen nicht viel anderes als eine aus dem Boden gestampfte Touristensiedlung. Das „Fischerdorf“ habe ich nicht gefunden.
Biegt man von der „New Road“ aus hinunter nach Agía Pelagía ab, so bewundert man zuerst einmal die wilde zerklüftete Landschaft, die wirklich großartig ist.

Baden

Der schmale, aber einladende Sandstrand in der „Hauptbucht“ von Agía Pelagía ist naturgemäß stark bevölkert. Das Meer ist hier in der Regel ruhig, weil das Kap im Nordosten von Kreta gut vor dem Wind schützt. Wen es nicht stört, dass er sich praktisch ausschließlich unter seinesgleichen befindet, wen es nicht stört, dass er wirklich kaum noch feststellen kann, unter welcher südlichen Sonne er sich befindet, der ist hier tatsächlich gut aufgehoben. Eine touristische Infrastruktur ist jedenfalls vorhanden, man kann Wasserski fahren oder gar Fallschirmsegeln, Tauchgänge oder Bootsausflüge unternehmen und was in solchen Orten eben alles geboten wird.
Wem es hier zu voll und zu eng ist, der weicht in die – ebenfalls allerdings nicht ganz unbelebten – Nachbarbuchten aus: Im Nordosten z. B. die Mononáftis-Bucht oder im Südwesten Lygariá und Madé (alle diese Buchten sind „natürlich“ auch durch Tavernen und/oder „Beach-Bars“ bewirtschaftet).

Essen und Trinken
Am Strand liegen die meisten Lokale des Ortes, genannt seien hier nur stellvertretend für andere die Lokale „Sokratis (Socrates)“, „Kochyli“ und „To Votsalo“. Hier isst man gut.
Einen Tipp schickte mir Melanie Dress: „… das allerbeste Restaurant in Agía Pelagía ist wirklich „Irini“, und das liegt nicht am Strand, sondern in der Hauptstraße. Der Chefkoch versteht es wirklich, frische Dinge zuzubereiten!“ Danke für den Hinweis.

Informationen, Tickets, Autos, Wohnungen
Ebenfalls in der Hauptstraße bei „Kritinet Travel“.

Sehenswert
Ausgrabungen spätminoischer Gräber und die Kirche der Agía Pelagía auf einem Felsen am Meer.

Unterkunft
Hotels:
Luxus: „Capsis Beach“; 660 Z./1220 B.; Tel. 2810-811112; März-November.
A-Kat.: „Alexander House“; 80 Zimmer/147 Betten; Tel. 2810-811303; April-Oktober.
A-Kat.: „Peninsula“; 204 Z./367 B. (auch Bungalows); Tel. 2810-811313; April-Oktober.
B-Kat.: „Manonavtis“; 40 Z./74 B.; Tel. 2810-811213; April-Oktober (direkt am Meer).
B-Kat.: „Panorama“; 130 Z./254 B.; Tel. 2810-811002; April-Oktober.
B-Kat.: „Stelios“; 42 Z./76 B.; Tel. 2810-811072; April-Oktober.
B-Kat.: „Perla“; 42 Z./80 B.; Tel. 2810-811034; März-November.
C-Kat.: „Charis“; 42 Z./81 B.; Tel. 2810-811508.
D-Kat.: „Evi“; 10 Z./19 B.; Tel. 2810-811167; April-Oktober (direkt am Meer).
D-Kat.: „Lady M.“; 3 Z./6 B.; Tel. 2810-811533; April-Oktober (direkt am Meer).
D-Kat.: „Miros“; 18 Z./30 B.; Tel. 2810-811222.
Darüber hinaus aber auch private Zimmervermieter.

Öffentliche Verkehrsmittel
Viermal täglich Busverbindung mit Iráklion.