Sitía

Kommt man aus Richtung Ágios Nikólaos auf der Straße nach Sitía hinunter, präsentiert sich der Ort von hier aus auf den ersten Blick nur bedingt reizvoll, links und rechts der Straße wird eifrig gebaut, und Sitía selbst wirkt vorwiegend schmutzig grau. Von drinnen aber sieht es dann aber freundlicher aus.

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Sitía ist die östlichste Stadt Kretas und nach Meinung vieler Leute eine der schönsten. Das kann ich nicht ganz unterstreichen, denn architektonisch kann der Ort nicht mit Chaniá oder Réthymnon mithalten, in puncto Lage ist Ágios Nikólaos besser dran … aber Sitía ist irgendwie lockerer (und ein bisschen billiger) als der Rest. Außerdem bietet sich der Ort als Standquartier für eine Erkundung des „äußeren kretischen Ostens“ an.

Die Geschichte der Stadt reicht nicht sonderlich weit zurück, in der Nähe lag zwar die antike Siedlung Itea, das heutige Stadtgebiet wurde aber erst in byzantinischer Zeit besiedelt.
Der Stadt ist heute noch anzusehen, dass die Venezianer sie einmal zu einem ihrer Zentren und zu einer einzigen Festung machen wollten, davon zeugt die rechtwinklige Anlage aller Straßen. Viel Erfolg war ihnen bei ihren Plänen allerdings nicht beschieden, man findet oberhalb der Stadt nur noch die spärlichen Reste eines kleinen Kastells, denn die Türken eroberten die Stadt mehrfach, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie sogar vollkommen von ihren Bewohnern verlassen.

Erst 1870 wurde ein Neuanfang gemacht, die Stadt Sitía (auch von den Türken!) wieder aufgebaut, und sie entwickelte sich schnell zum Handelszentrum Ostkretas (und ist auch Unterbezirkshauptstadt der „Eparchía Sitías“).
Bedeutendster Sohn der Stadt ist sicherlich Vizéntzos Kornáros, dessen berühmtestes Werk „Erotókritos“ viele Einheimische auswendig zitieren können. Er ist für die Kreter das, was Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer ist.

PicturesOG/sitia2_gwg2.jpgSehenswürdigkeiten und Museen
An „traditionellen“ Sehenswürdigkeiten hat Sitía außer den Resten des venezianischen Kastells oberhalb des Ortes nicht sehr viel zu bieten. Hier stehen nur noch die massiven Außenmauern und der Hauptturm.

In der Umgebung: Beim Dorf Petrás findet man die Ausgrabungen einer minoischen Siedlung (etwa 1,5 Kilometer Richtung Palékastro fahren, dann rechts nach Petrás abbiegen). Oder man fährt die Hauptstraße noch einige Kilometer weiter bis zum Dorf Agía Fotiá, auch hier minoische Ausgrabungen, u.a. eine Nekropole (Friedhof).

Auf schlechter Straße erreicht man nordwestlich von Sitía nach knapp 9 Kilometer das Kloster Moní Faneroménis.

Sitía verfügt über zwei Museen: Das Archäologische Museum liegt links an der Ausfallstraße Richtung Ierápetra. Es ist täglich von 9 bis 15 Uhr, sonntags erst ab 10 Uhr und dienstags überhaupt nicht geöffnet. Gezeigt werden hier ausschließlich regionale Funde, die aber auch sehenswert sind. Überhaupt ist es in den kleinen Museen viel gemütlicher und interessanter als im Trubel des Archäologischen Museums in Iráklion.

Zudem gibt es (auch) in Sitía ein Folklore-Museum: Es liegt in der Odós Arkadíou (die vierte parallele Straße oberhalb der Hafenpromenade) und zeigt vor allen Dingen kunsthandwerkliche, folkloristische Hand- und Webarbeiten sowie die dafür verwendeten Werkzeuge und Materialien. Außerdem auch Ackergerät. Das Museum ist wochentags von 10 bis 13 Uhr und 17.30 bis 19 Uhr geöffnet.

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Adressen
EOT – Touristeninformation:
in einem Kiosk an der Platía Iróon Polytechníou (angeblich ist diese Unterbringung provisorisch, aber dieses Provisorium dauert nun schon mehr als 25 Jahre an).

Polizei: in der Odós Missónos.

Hafenpolizei auf der Ecke Odós E. Venizélou/Odós Galanáki (hier auch Auskünfte über die Schiffsverbindungen ab Sitía).

Post: an der Platía Ethnikís Antistásseos (geöffnet werktags 7.30-14.30 Uhr). Auch Sitía bietet allerdings den Service eines zusätzlichen Postkioskes. Es steht auf der Ecke der Odós E. Venizélou mit der Odós Dimokrítou und ist werktags durchgehend von 8 bis 20 Uhr, sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet (auch zum Geldwechseln, falls nötig).

OTE (Telefon und Telegramme): Odós Kapetán Sífi 22 (schräg gegenüber des Crystal-Hotels), geöffnet täglich außer sonntags von 7.30 bis 22 Uhr. Kartentelefone sind natürlich auch überall verfügbar.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle des IKA befindet sich in der Odós Papanastassíou 39, Tel. 28430-22253.

Ärzte z.B.:
Dimítris Kolokithás, Od. Fountalídou 2, Tel. 28430-28750.
Panagióta Xantháki, Od. D. Papadáki 19, Tel. 28430-24163.

Zahnärzte z.B.:
Evángelos Avgoustinákis, Od. Dimikrítrou 4, Tel. 28430-22356.
Sofia Nikitáki-Anipsitáki, Od. N. Kazantzaki 1, Tel. 28430-28211.
Maria Plakáki, Od. E. Venizélou 9, Tel. 28430-22212.

Kinderärzte z.B.:
Amalía Neárchou, Od. Kapetán Sífi 39, Tel. 28430-23950.

Krankenhaus:
Ecke Odós Kapetán Sífi/Odós N. Kazantzáki, Tel. 28430-24311-14.

Apotheken:
befinden sich in ausreichender Anzahl im Zentrum.

Auto- und Motorrollervermietungen
Diverse im Zentrum, z. B. „Apollon“ in der Odós Dimokrítou 4 oder für Mopeds etc. „Motor Tours“ in der Odós 4 Septemvríou.

PicturesOG/sitia4_gwg2.jpgBaden
Hier bietet sich vor allen Dingen die langgestreckte Bucht östlich des Ortes an: über einen Kilometer Sandstrand, der leider ein wenig schmal ist und dem außerdem an vielen Stellen die Straße nach Palékastro und Vái eng auf die Pelle rückt. Der Strand ist aber schön, und der Blick auf Sitía von hier aus viel freundlicher als von der anderen Seite.

Banken / Geldwechsel
Die Banken liegen größtenteils in der Odós Elevtheríou Venizélou und an der Platía Iróon Polytechníou. Normale Öffnungszeiten von 8.30 bis 13 Uhr, an einigen Wochentagen auch nachmittags zum Geldwechseln von 17.30 bis 19.30 Uhr (auch Geldautomaten vorhanden).
Bequeme Geldwechselmöglichkeit bietet auch der Postkiosk an der Ecke Od. El. Venizélou/Od. Dimokrítou (s. o.).

Essen und Trinken
Die meisten Lokale befinden sich an der Uferpromenade, hier sitzt man auch am schönsten. Das größte und wohl auch beste ist das Restaurant „Sorbas“, das meist sehr voll ist, was zu entsprechenden Wartezeiten führen kann. Wer hat es denn aber im Urlaub eilig?
Eine kleinere Ausführung dieser Taverne liegt ein Stück weiter nördlich, auch hier ist das Essen in Ordnung. Außerdem am Hafen empfehlenswert das „Mouragio“ (dicht an der Mole). Die Preise halten sich in allen Lokalen die Waage und liegen im Durchschnitt bzw. knapp (!) unter den üblichen Preisen.

Ein besonders lustiges (und gutes) Lokälchen liegt in der Odós V. Kornárou Nr. 27. Von außen sieht sie sehr unscheinbar aus, die Café-Bar „O Baklavas“, wenn man mal von den vielen handschriftlichen Schildern absieht, die einen zum Eintreten auffordern und vor allen Dingen in allen Sprachen den leichtsinnigen Hinweis enthalten: „Wenn nix schmecken, dann nix bezahlen“. Innen drin ist das Lokal klein, urig und gemütlich, ganze sechs Tische, ein paar Stufen steigt man zur Küche hinauf, um in die Töpfe zu schauen. Die Wände sind mit naiv-bunten Bildern geschmückt, die Zeichnung neben der Tür stellt den Wirt dar, dem ein zufriedener Gast das kleine Andenken hinterlassen hat. Das Essen ist gut und reichlich und die Atmosphäre trotz all der Schilder an der Tür absolut original. Und wenn man der Wirtin glauben darf, hat es sogar schon mal einen Bericht des deutschen Fernsehens über ihr Lokal gegeben. Gott sei Dank fehlt der Platz, hier viel zu verändern. Auch der sehr gute Rakí und die oft zum Nachtisch unaufgefordert servierten Trauben passen zu diesem Lokal.

PicturesOG/sitia5.gwg2.jpgWer eine gute Pizzeria sucht, findet sie in der Odós Itánou (die Durchgangsstraße, kurz bevor sie aufs Meer trifft). Imbissstuben gibt es natürlich reichlich, besondere Erwähnungen erübrigen sich nicht nur wegen der Anzahl.
Ein besonders gemütliches und noch echtes Kafenío liegt an der Platía Iróon Polytechníou, ein anderes in der Odós V. Kornárou.
Und egal, in welchem Lokal man sitzt und isst oder trinkt: Unbedingt probieren sollte man den lokalen Wein „Agrilos“, den es rot, rose‚ oder weiß gibt, er ist wirklich gut.

Nachtleben
Das Nachtleben ist in Sitía vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt wie in anderen Zentren, es kann sich aber durchaus sehen lassen. Neben dem Trubel auf der Hafenpromenade gibt es inzwischen auch die unweigerlichen Diskotheken, z. B. direkt am Strand östlich der Promenade den „Cavi-Club“ oder die Disco „Sorbas“ in der Odós V. Kornárou 121.
Wen das einheimische Nachtleben mehr interessiert, der findet ein kretisches „Kentro“ mit Lýra-Musik zumindest am Wochenende. Es liegt ein wenig außerhalb an der Straße nach Palékastro. Auch wer ein eigenes Auto zur Verfügung hat, dem sei hier ein Taxi empfohlen, und zwar zum „Kéntro Karavopétra“.

Unterkunft
Hotels B-Kat.: „Denis“ (Pension), Odós E. Venizélou 60; 13 Zimmer/25 Betten; Tel. 28430-28356.
A-Kat.: „Sitia Beach“; 162 Z./310 B.; Tel. 28430-28821; April-Oktober.
B-Kat.: „Maresol“; 25 Z./ 47 B.; Tel. 28430-28950; (direkt am Meer).
C-Kat: „Alice“, Od¢s Papanastassíou 34, 36 Zi./69 B.; Tel. 28430-28441 und 28430-28450.
C-Kat.: „Crystal“, Odós Kapetán Sífi 17; 41 Zi./75 B.; Tel. 28430-22284 und 28430-28484.
C-Kat.: „Itanos“, Odós Karamanlí 4; 72 Zi./138 B.; Tel. 28430-22146 und 28430-22900.
D-Kat.: „Archontikon“, Odós I. Kondyláki 16; 10 Zi./22 B.; Tel. 28430-28172. Dieses Hotel hat einen kleinen „Ableger“: Der Wirt Apostólis vermietet auch 3 Zimmer in seinem Privathaus, die sehr sauber und gepflegt sind (mit separater Dusche und WC), die Anmeldung erfolgt im „Archontikon“.
D-Kat.: „Flisvos“, Odós K. Karamanlí 4, 9 Zi./19 B.; Tel. 28430-22422.
D-Kat.: „Pressos“, Odós G. Mavrikáki 9; 12 Zi./22 B.; Tel. 28430-22325 und 28430-28555.
E-Kat.: „Akrogiali“, Odós K. Karamanlí 10; 9 Zi./22 B.; Tel. 28430-22357, April – Oktober.

Private Zimmervermietungen überall im Ort, z. B. in den Parallelstraßen zum Hafen: Odós Kontyláki, Odós Fountalídou und Odós V. Kornárou. Weitere Auskünfte bekommt man beim EOT.

Die Jugendherberge liegt am südwestlichen Ortsausgang Richtung Ágios Nikólaos in der Odós Theríssou (der Ausfallstraße). Recht groß, sehr einfach, aber Garten und überdachte Terrasse machen das Ganze gemütlich.

PicturesOG/sitia3_gwg2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Schiff:
Von hier aus zweimal wöchentlich nach Rhódos über Kárpathos und nach Agios Nikólaos, außerdem nach Athen. Auskünfte über genaue Zeiten und Preise erteilt die Hafenpolizei und das Reisebüro „Tsortzákis Travels“ in der Odós E. Venizélou 88. Schiffs- und Flugkarten gibt es in einem zweiten Büro in der gleichen Straße Nr. 183. Tel. 28430-28900 bzw. 28430-22631.

Mit dem Flugzeug:
Sitía verfügt über den dritten Flughafen der Insel, wenn er auch klein ist. Er wird nur im innergriechischen Verkehr angeflogen und verbindet Kreta mit Athen und Rhódos. Auskünfte (z.B. bez. der Abflugszeiten) und Flugkarten bei Olympic Airways in der Odós El. Venizélou 56, Tel. 28430-22270 und 28430-22596.
Der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Stadt, 4 Kilometer entfernt (Tel. 28430-24666). Er soll seit vielen Jahren ausgebaut und erweitert, um auch Ostkreta an den internationalen Flugverkehr anzuschließen, aber bisher tut sich nicht viel.

Mit dem Bus:
Der Busbahnhof befindet sich an der Strandpromenade Richtung Palékastro und Vái. Verbindung nach Ágios Nikólaos und Iráklion, sowie nach Ierápetra jeweils etwa 5x täglich, nach Káto Zákros (über Palékastro) 2x täglich, nach Vái (ebenfalls über Palékastro) 4x täglich.

Sonstiges
Internationale Zeitungen und Zeitschriften gibt es bei Manólios Tsirilákis in der Odós V. Kornárou und am Períptero (Kiosk) an der Platía Iróon Polytechníu.

Vassilikí

PicturesOG/vassiliki_archea3.jpgDas kleine Dorf Vassilikí liegt etwas westlich abseits der Straße von Ierápetra an die Nordküste kurz vor derselben. Die Abzweigung ist ausgeschildert. Schon nach weniger als einem Kilometer passiert man ein fast unauffälliges Schild, das nach links in die Olivenhaine weist: Auch hier gibt es eine kleine minoische Ausgrabung, genauer gesagt, die einer spätminoischen Siedlung aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Es sind nur einige hundert Meter in den Hain auf einem erkennbaren Fußweg hinein. Meist ist das Ausgrabungsgelände abgeschlossen, allerdings fand ich die Möglichkeit, links am Zaun vor dem Wächterhäuschen entlang zu gehen und dann ohne größere Mühe an einer Stelle unter dem Zaun durchzukriechen, um die hier gezeigten Fotos zu schießen.PicturesOG/vassiliki_archea1.jpg Außer diesen Mauern ist nicht sonderlich viel zu sehen, schön ist allein die Ruhe (kein Mensch da!), der Blick in die Ebene und die Gewissheit, dass hier vor etwa 2.300 Jahren Leute lebten, die diesen Ausblick auch genossen.

Bei den Ausgrabungen wurden hier einige Keramikgefäße gefunden, die auf eine bestimmte Art gefärbt wurden, nämlich durch die Flammenstärke beim Brennen. Farben kannte man noch nicht, bzw. konnte damit noch nicht arbeiten. Beispiele dieser Gefäße im „Vassilikí-Stil“ sind heute in den Archäologischen Museen von Ágios Nikólaos und Iráklion zu sehen.Read More

Týlissos

Im Dorf Týlissos an der Straße von Iráklion nach Anógia (etwa 15 Kilometer von Iráklion, etwa 19 Kilometer von Anógia) sind Ausgrabungen minoischer Häuser zu besichtigen (am Ortseingang von Iráklion aus der Beschilderung links zu Fuß folgen). Sie wurden Anfang dieses Jahrhunderts gefunden und ausgegraben, die meisten Funde von hier sind heute im Archäologischen Museum in Iráklion im Saal VII ausgestellt, weil sie hier wahrscheinlich geklaut würden.

Es handelt sich um drei Feudalvillen (ca. 1600 v. Chr.), die zwar zusammenhängen, aber getrennte Wohnungen darstellen. Im Parterre befanden sich Magazine und Kulträume, die Wohnungen darüber. Man vermutet, dass hier früher eine größere Siedlung gelegen hat, die wohl eine der ältesten der Insel war.Read More

Pitsídia / Komós-Strand

Pitsídia ist ein schönes (ein sehr schönes!) Binnendorf in der Messará-Ebene zwischen Festós und Mátala. Für viele ehemalige Fans von Mátala ist es längst ein mehr als gutes „Ausweichquartier“ geworden, was allerdings zur Folge hat, dass auch Pitsídia längst nicht mehr so ganz ruhig ist, sondern sich ebenfalls dankbar der Touristen annimmt. Die Preise sind hier aber durchweg etwas niedriger.

Baden
PicturesOG/Komos02_vk.jpgZum Strand von Komós biegt man mit dem Auto etwa in Ortsmitte von Pitsídia rechts (wenn man von Festós kommt) ab, ausgeschildert „Komós Beach“), fährt danach aber nicht die Steigung hoch, sondern biegt gleich wieder links ab. Die Straße ist bis auf die letzten paar hundert Meter asphaltiert. Hinter dem Strand gibt es einen zwar unebenen, aber benutzbaren Parkplatz, auf dem Strand selbst inzwischen auch die üblichen Liegen und Sonnenschirme zu mieten. Außer der Taverne am Südende der Bucht am Strand gibt es auch noch eine „Kantina“ mit Fast Food und gekühlten Getränken. Der Strand ist grobsandig, leider gibt es direkt unterhalb des Parkplatzes eine ganze Menge flacher großer Steinplatten, die das Baden bei unruhigem Meer nicht erleichtern. Weiter südlich ist es angenehmer bzw. bequemer.Read More

Mýrtos

Der kleine Ort an der Südküste knapp 15 Kilometer westlich von Ierápetra galt schon vor vielen Jahren als einer der Geheimtipps des fahrendes Volkes und als ruhiger Badeort, aber wie das bei Geheimtipps so ist, sprechen sie sich schnell rum und sind schnell kommerzialisiert. Im Sommer ist das Dorf fast immer sehr belebt, kaum noch von Rucksäcklern, sondern von Individualtouristen und anderen Durchreisenden, die sich diese Gegend hier anschauen wollen. Oder natürlich auch von Liebhabern des Ortes, die immer wieder hierher kommen und meist/oft schon längst hier „Familienanschluss“ haben.Read More

Mílatos / Paralía Milátou

Das Dorf Mílatos (bzw. dessen Strandableger Paralía Milátou) liegen an der Nordküste östlich von Mália und Síssi. An dieser Stelle soll die gleichnamige minoische Siedlung gelegen haben, die im 3. Jahrtausend vor Christi durch die Stadt Lýttos zerstört wurde, die damals neben Knossós zu den mächtigsten der Insel zählte.

In Mílatos ist es noch ein bisschen verschlafener als im benachbarten Síssi, aber es gibt gute Tavernen und Unterkünfte zu angenehmen Preisen. Für einen etwas ruhigeren (Familien)Urlaub sehr geeignet. Außerdem bezeichnen (fast) alle Surflehrer die Bucht von Mílatos wegen des Windes als ideales Revier! Der Strand allerdings ist kieselig.
Das alte Dorf Mílatos liegt etwa 1 Kilometer vom Meer entfernt.Read More

Mália

Mália ist das absolute Nonplusultra an touristischer Erschließung, um es einmal sehr vorsichtig auszudrücken. Ein Ort, den ich am liebsten ganz verschwiegen hätte, aber es gibt mehrere Gründe, warum das nicht geht – die Ausgrabungen des minoischen Palastes unweit des Ortes sind nur einer davon, wie Sie feststellen werden. Kritische Worte sind aber meines Erachtens nach absolut notwendig.

Vor knapp 25 Jahren stand hier noch ein kleines Straßendorf mit einer Stichstraße zum Meer hinunter, die über freies Feld führte. Zwei Hotels gab es unten am Strand, ich erinnere mich noch sehr gut daran. Nicht zuletzt dank dieses wirklich schönen Strandes und der kurzen Transferzeit von Iráklion hierher hat sich der Ort allerdings schnell zu einem der absoluten Zentren des pauschalen Tourismus entwickelt. Und wem es mehr oder weniger gleichgültig ist, welche Sonne seinen Bauch oder Busen bräunt, und wer darüber hinaus auf eine vielseitige Möglichkeit der Abendunterhaltung wert legt, der ist in Mália wahrscheinlich sogar gut aufgehoben, vor allen Dingen, wenn er Engländer ist. Denn diese haben den Ort recht fest in Beschlag genommen, allerdings nicht die angenehmen, die man anderswo treffen kann, sondern nur eine sehr spezielle Klientel, der es offensichtlich um Alkohol- und Drogenkonsum und Krawall ankommt, sorry!Read More

Knossós (Palast)

Knossós (Palast)

PicturesOG/knossospithoi.jpgKnossós ist sicher die berühmteste Ausgrabungsstätte eines minoischen Palastes auf Kreta – Verdienst eines Mannes: Sir Arthur Evans. Der englische Archäologe bemühte sich nach der Entdeckung des Palastes durch einen kretischen Amateurarchäologen im Jahre 1878 zuerst vergeblich (ebenso wie Heinrich Schliemann), das Gelände von dem damaligen türkischen Besitzer zu erwerben, um Ausgrabungen durchführen zu können. Erst nach der Befreiung Kretas von der Türkenherrschaft konnte er sein Lebenswerk in Angriff nehmen. Dank seiner Arbeit genießt er auf Kreta hohes Ansehen (im Ausgrabungsgelände ist er mit einer Büste verewigt, eine Straße in Iráklion wurde nach ihm benannt).

Die Ausgrabung von Knossós ist die einzige restaurierte bzw. rekonstruierte Darstellung eines minoischen Palastes, wie er seinerzeit ausgesehen hat … oder ausgesehen haben mag.
Evans‘ Gegner nämlich werfen dem Meister vor, er habe seiner Phantasie zu wenig Zügel angelegt, sprechen sogar von „Evans‘ Disneyland“. Denn beweisen konnte Evans nicht, daß der Palast wirklich so ausgesehen hat. Andere Archäologen sind zum Teil nicht einmal mit ihm einig, daß es sich bei der Ausgrabung wirklich um einen Palast gehandelt habe, sie deuten die Reste als solche von Bauten zu kultischen oder nekropolen Zwecken. Die verwinkelte und unübersichtliche Anlage führte gar zu der Deutung, hier habe das sagenhafte Labyrinth gestanden, in dem der Minotaurus eingesperrt war und aus dem Theseus nur mit Hilfe des berühmten Ariadnefadens herausfand … Tatsache ist aber sicher, dass Evans‘ teils wagemutige Rekonstruktionen Kritik und Unglauben geradezu herausfordern.

PicturesOG/knossos2.jpgSo möge der Besucher den Palast unter der Voraussetzung besichtigen, dass so ein minoischer Palast ausgesehen haben „könnte“. Anderenorts bietet sich ihm diese Möglichkeit nicht, denn alle anderen Ausgräber haben sich auf das Freilegen vorhandener Grundmauern, Treppen etc. beschränkt.

Man erreicht Knossós von Iráklion aus mit dem eigenen Auto über die ausgeschilderte Ausfallstraße über die Platía Elevtherías sowie mit dem Stadtbus Linie 2 (ab Busbahnhof A bzw. ab Platía Kalérgon). Die Ausgrabungen sind täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet, auch sonntags. Diese Öffnungszeiten ändern sich von Zeit zu Zeit, deshalb lasse man sie sich vor dem Ausflug sicherheitshalber bei der Touristeninformation in Iráklion bestätigen.

Eintritt und Parkgebühren sind im Verhältnis zu anderen archäologischen Stätten happig. Fotografieren mit Stativ und Videoaufnahmen sind ebenfalls gebührenpflichtig! Es herrscht aber vor allen Dingen in der Hauptsaison ein solcher Andrang, dass es einem kaum gelingt, überhaupt Fotos ohne gnadenlos posierende andere Reisende in den Kasten zu bekommen. Nicht nur deshalb empfiehlt sich Besuch direkt um 8 Uhr, dann sind noch keine Reisebusse da.

Geschichte
PicturesOG/knossos1.jpgAus der Tatsache, dass unter den minoischen Ausgrabungen eine Schicht von Wohnschutt aus dem Neolithikum (über 5 m stark) gefunden wurde, wird geschlossen, dass Knossós schon zu jener Zeit erstmals besiedelt war. Wie die anderen alten Paläste wurde der erste Palast an dieser Stelle aber erst etwa 2000 v. Chr. gebaut und wurde ca. 300 Jahre später zerstört. Wie auch anderswo wurde an der gleichen Stelle wenig später der Neue Palast errichtet, schöner, größer, luxuriöser. Die meisten der sichtbaren Ausgrabungen stammen von diesem Neuen Palast. Wiederum etwa 100 Jahre später zerstörte eine Naturkatastrophe fast alle Ansiedlungen auf der Insel, auch den Palast von Knossós. Die Stadt übernahm zwar noch einmal unter der dorischen Herrschaft eine Führungsrolle auf der Insel. Erst als die Römer Herrscher über die Insel wurden, verlor Knossós die Vormachtstellung an Górtys, welches von den neuen Herren präferiert wurde. Die beiden Städte hatten sich schon vorher nicht besonders gut vertragen.

Rundgang durch die Ausgrabungen
Man betritt die Ausgrabungen von Westen her und erreicht durch einen üppig bewachsenen Laubengang zuerst die Büste von Sir Arthur Evans (1). Links davon drei runde Gruben (2), bei denen es sich wahrscheinlich um Vorratsräume handelte. Von hier aus halte man sich halbrechts und betritt den Palast durch den Westeingang (3). Direkt diesem gegenüber ein Wachraum. Links davon beginnt ein langer und verwinkelter Gang (der für Knossós typisch ist, was auch ein wenig die alte Sage vom Labyrinth erklärt), der der archäologischen Deutung zufolge Prozessionszwecken diente (4). Hier wurde auch das „Prozessionsfresko“ (bzw. das, was davon übrig war) gefunden, welches jetzt im Archäologischen Museum von Iráklion hängt.

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Man folgt dem Gang immer links an der Wand lang und erreicht das südliche Propyläum (5). Von hier aus steigt man die Treppe hoch zum Oberen Propyläum (6) ins „Piano nobile“, dem Obergeschoss. Dieses ist übrigens komplett „Made by Evans“ (hier stand nichts mehr, als er ausgrub). Links hinunter bietet sich ein interessanter Blick auf Vorratsräume mit alten „Pithoi“, großen tönernen Krügen zur Aufbewahrung von Lebensmitteln. Geradeaus erreicht man den „Pfeilersaal“ (7), in dem die Sockel von drei Pfeilern und drei Säulen zu erkennen sind, sich weiter links haltend, einem offenen Korridor folgend, auch die „Sechssäulenhalle“ (8), in der das Fresko der „Kleinen Pariserin“ gefunden wurde (jetzt im Archäologischen Museum in Iráklion). Ein wenig zurück führt rechts die Treppe zum Innenhof des Palastes hinunter (9). Ein solch offener Innenhof ist für alle minoischen Palastanlagen charakteristisch. Er diente vermutlich zu religiösen Handlungen und kultischen Sportspielen wie z. B. dem Stierspringen, welches man als restauriertes Fresko ebenfalls im AM Iráklion und auf zahlreichen Ansichtskarten bewundern kann.
PicturesOG/knossos4.jpgLinks von der Treppe, die man aus dem „Piano nobile“ herunter gestiegen ist, liegt der alte Thronsaal (10), in dem hinter einer Absperrung der „Thron des Minos“ aus Alabaster zu sehen ist. Bei einem ebenfalls zu besichtigenden Holzthron handelt es sich freilich um eine Nachbildung. Gegenüber des Throns ein bassinartiger Raum hinter (restaurierten) Säulen, dessen Bestimmung nicht eindeutig bekannt ist. Es könnte tatsächlich ein Schwimmbad, ein Raum für rituelle Waschungen oder vielleicht auch ein Terrarium für heilige Schlangen gewesen sein. Ähnliche Räume finden sich auch an anderen Stellen im Palast.
Auf der anderen Seite der Treppe, also südlich des Thronsaals, ein heiliger Schrein (11), hinter dem mehrere kultische Räume liegen (12). Geht man von hier aus nach Süden an der Fassade entlang, erreicht man die Überreste der einzigen griechischen Ausgrabung auf dem Palastgelände, eines Tempels (13).
Von hier aus überquert der Besucher den Hof und betritt den Ostflügel des Palastes. Hier lagen wohl die Privatgemächer Ihrer und Seiner Durchlaucht. Über eine großzügige Treppe steigt man hinunter und findet hier die Gemächer der Königin (14) sowie dahinter das wohl älteste Wasserklosett der Welt (15), zumindest halten die Gelehrten es für ein solches. Der König wird es wohl mitbenutzt haben, sein Raum liegt nicht weit entfernt (16), bekannt als die „Halle der Doppeläxte“, auch hier steht ein (unechter) Holzthron. Wer sich nun nach Norden wendet, passiert die Ostbastion (17) und erreicht den Bereich, in dem die alten Werkstätten des Palastes lagen, klein und verschachtelt (18). Hier hält man sich wieder links, verläßt das eigentliche Palastgelände durch den Nordausgang (19) und erreicht nicht weit entfernt davon ein altes „Theater“ (20), von dem sich die Wissenschaft auch nicht so ganz einig ist, ob es eines war.
PicturesOG/knossos3.jpgEs können wirklich ansteigende Sitzreihen gewesen sein, oder aber auch eine Schautreppe, die darauf zuführende gepflasterte Straße, die vermutlich zu Prozessionszwecken angelegt wurde (21), lässt möglicherweise letzteres vermuten. Evans allerdings schien sich seiner Sache sehr sicher und lokalisierte im „Theater“ sogar die königliche Loge.
Wenn auch dieser Rundgang nicht jeden Winkel der Ausgrabung erreicht (manchmal sind Teile wegen laufender Arbeiten auch abgesperrt), das Wichtigste hat man nun allemal gesehen, und was Originales betrifft, ist man im Archäologischen Museum in Iráklion jedenfalls besser beraten. Und wie oben schon erwähnt: Eines hat Knossós leider mit der Akrópolis in Athen gemeinsam. An bestimmten Tagen sieht man vor lauter Leuten die Trümmer kaum noch.

Káto Zákros

Káto Zákros

Káto Zákros ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Zum einen findet man hier die Ausgrabungen des vierten minoischen Palastes auf der Insel, zum zweiten ist hier das Klima so „milde“, daß in der Bucht von Káto Zákros sogar Bananen ohne Gewächshaus gedeihen, zum dritten ist hier Kreta wirklich „zu Ende“ (die Ansiedlung liegt im äußersten Südosten der Insel).

PicturesOG/katozakros1_gwg2.jpgMan fährt von Sitía über Palékastro und Áno Zákros. Im letzteren Dorf biegt man vor dem Hotel „Zakros“ rechts hinein. Auf der (neuen) Asphaltstraße sind es etwa 8 Kilometer. Auch der Linienbus fährt nach Káto Zákros hinunter, seit es diese Asphaltstraße gibt.
Kurz hinter dem Ortsausgang von Áno Zákros liegt direkt rechts unterhalb der Straße die kleine Ausgrabung einer minoischen Villa.Read More

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

2008-2010 (einschließlich) war/ist das Museum leider geschlossen, weil es renoviert wurde/wird. Ich hoffe, die Beschreibungen hier stimmen nach der Wiedereröffnung noch einigermaßen.

Das Archäologische Museum in Iráklion hat wohl die meisten Besucher aller Museen Kretas. Das ist weiter nicht verwunderlich, bietet es doch die größte Sammlung minoischer Kulturgüter auf der ganzen Welt. Aus allen Epochen der minPicturesOG/ami-delphine.jpgoischen Zeit und aus allen Teilen Kretas sind hier Funde zusammengetragen worden. Das Museum liegt in der Odós Xanthoudídou, einer Nebenstraße der Platía Elevtherías (gegenüber der Touristeninformation EOT). Es ist an Wochentagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 15 Uhr.

Die Fülle der Ausstellungsgegenstände erschlägt den Besucher tatsächlich. Mit einem einzigen Besuch kann man gar nicht alles sehen bzw. nicht richtig wahrnehmen. Wer sich also für die minoische Vergangenheit Kretas interessiert, sollte mehrfach ins Museum gehen und sich jedesmal ein paar andere Säle vornehmen. Im folgenden ein kurzer Überblick, was in den einzelnen Sälen bzw. Vitrinen zu sehen ist, einen ausführlichen Führer gibt es für einen vergleichsweise lächerlichen Preis an der Kasse, verfaßt von einem ehemaligen Direktor des Museums, Stylianós Alexíou.

Saal I: Neolithikum und Präpalatikum (Vorpalastzeit) 7000 – 2000 v. Chr.
In den ersten beiden Vitrinen, direkt rechts vom Eingang, Funde aus dem Neolithikum aus der Eileithyia-Grotte und aus Knossós (unter der Palastanlage ausgegraben) sowie aus Festós. Einfachere, ohne Töpferscheibe hergestellte Keramik, Statuetten, einfache Werkzeuge.
Die anderen Vitrinen zeigen Funde aus der Vorpalastzeit. Die meisten von ihnen stammen aus Gräbern. Handwerkliche Fortschritte sind unübersehbar, nicht nur in der Keramik, sondern auch in der Bearbeitung von Stein. In Vitrine 11 eine große Sammlung alter Siegelsteine (Nachahmungen davon gibt es in vielen Andenkengeschäften zu kaufen und selbst die neuen sind hübsch). Auch erste Funde von Metallbearbeitung sind zu sehen, z.B. Dolchklingen (Vitrine 14) und Schmuck (Vitrine 16 bis 18).

Saal II: Protopalatikum (Altpalastzeit) 2000 – 1700 v. Chr.
Hier sind Funde aus den ersten Palästen von Knossós und Mália bzw. aus Heiligtümern zu sehen. Vor allen Dingen in der Keramik wurden nicht zuletzt durch die Erfindung der Töpferscheibe große Fortschritte gemacht, die Formen der Gefäße wurden vervollkommnet, teilweise wurden sie extrem dünnwandig hergestellt („Eierschalenkeramik“) und mehrfarbig (weiß, orangerot) bemalt („Kamáresstil“). Besonders schöne Exemplare in Vitrine 22/23. In Vitrine 24 kleine Terrakottafiguren, die Votivzwecken dienten, und in Vitrine 25 das „Stadtmosaik“ von Knossós (u.a.). In Vitrine 28 wieder eine große Sammlung von Siegelsteinen.

PicturesOG/ami-diskos.jpgSaal III: Protopalatikum 2000 – 1700 v. Chr.
Funde aus dem Palast von Festós in der Messaráebene. In Vitrine 30 Funde mehrfarbig bemalter Vasen aus der Kamáres-Höhle (deshalb auch die Bezeichnung „Kamáres-Stil“, diese Funde waren die ersten dieser Art). Weitere Keramik im gleichen Stil in den folgenden Vitrinen. Das berühmteste Ausstellungsstück dieses Saales findet der Besucher in Vitrine 41, den „Diskos“ von Festós (dessen Nachbildung als Anhänger in jedem Souvenirgeschäft zu haben ist). Im Original ist er aus Ton. Die spiralförmig nach innen laufende hieroglyphenartige Schrift ist bis heute nicht entziffert, deshalb besteht auch immer noch keine wirkliche Klarheit über den Gebrauchswert oder die Funktion des „Diskos“, der aus der auslaufenden Altpalastzeit stammt. In Vitrine 42/43 Kultgeräte und Geschirr aus Festós.

Saal IV: Neopalatikum (Neue Palastzeit) 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus den Neuen Palästen von Knossós, Festós und Mália. Als 1700 v. Chr. die alten Paläste der Insel zerstört wurden, entstanden schon bald die neuen, schöner und prachtvoller als zuvor.
PicturesOG/ami-stierspringen.jpgDie Kultur und das Kunsthandwerk befanden sich auf einem Höhepunkt. Keramik, Töpferei, Metallbearbeitung – Beispiele dafür Vitrine 44 bis 49. In den Vitrinen 50/51 kultische Gegenstände aus Knossós. Z.B. die kleinen Statuetten der Schlangengöttinnen im traditionellen busenfreien minoischen Frauengewand (muß eine schöne Zeit gewesen sein!) und ein fein gearbeiteter Stierkopf (Kultgefäß für Flüssigkeitsopfer). Der Stierkopf ist eines der religiösen Symbole Kretas, der Stierkult kam ziemlich sicher aus dem östlichen Kleinasien nach Kreta. In diesem Zusammenhang ist auch das „Stierspringen“ zu sehen (Fresko im Saal XIV). Einen solchen Stierspringer kann man in Vitrine 56 sehen, er wird im Fliegen, also beim Sprung dargestellt, der Rest der Gruppe ist leider nicht erhalten. In Vitrine 52 zwei Schwerter, von denen eines einen Akrobaten zeigt, der über ein Schwert springt. Man vermutet deshalb, daß es sich bei diesem Schwert um sein „Arbeitsgerät“ handelt.

Saal V: Neopalatikum – Spätzeit 1450 – 1400 v. Chr.
Funde aus der Spätzeit des Palastes von Knossós, der als einziger Palast nach der großen Flutkatastrophe von ca. 1450 v. Chr. noch einmal „auflebte“. In der Keramik entsteht der neue sogenannte „Palaststil“. Erste mykenische Einflüsse sind erkennbar. Die Vitrinen 60 bis 68 zeigen hauptsächlich Keramik und kleine Statuetten. In Vitrine 69 Tontäfelchen in Linear-A- und B-Schrift, nur letztere ist entziffert, es handelt sich aber leider prosaischerweise nur um buchhalterische bzw. inventarische Aufzeichnungen. In diesem Saal außerdem das Modell eines minoischen Hauses in Archánes und der königlichen Villa in Knossós.

PicturesOG/ami-melisses.jpgSaal VI: Neo- und Postpalatikum 1700 – 1300 v. Chr.
Funde in Gräbern um Knossós und Festós: Figuren, Vasen und andere Gefäße (in Vitrine 75 A das Skelett eines Pferdes), Waffen und andere Grabbeigaben (in Vitrine 78 ein Helm aus auf Leder aufgenähten Eberzähnen, ein einmaliger Fund auf Kreta, deshalb wird „Importware“ vermutet) sowie Schmuck. In den Vitrinen 81 und 87 besonders schöne Goldschmiedearbeiten. In Vitrine 88 Beigaben aus den mykenischen Tholosgräbern bei Archánes.

Saal VII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus Villen und Herrenhäusern, Gräbern und Kultstätten. Die minoische Kultur jener Zeit war nicht auf die Paläste beschränkt. Auch in kleineren Ausgrabungen wurden Funde gemacht, die von der minoischen Blütezeit zeugen. Direkt rechts an der Wand drei restaurierte Doppeläxte (neben dem Stierkopf das zweite religiöse Symbol der Insel). Des weiteren Gefäße, Haushaltsgegenstände, Keramik, Votivgaben wie kleine bronzene Tiere u.a. (Vitrine 92). In den Vitrinen 94/95 Funde aus Agía Triáda bei Festós, z.B. die „Schnittervase“, die eine Gruppe marschierender Männer zeigt.
Außerdem weitere Doppeläxte (Vitrine 98 und 101), Schmuck, Werkzeuge und in Vitrine 99 „Talente“ aus Kupfer (Zahlungsmittel von je 29 Kilo …).

Saal VIII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Die Funde aus dem Palast von Káto Zákros, der als letzter der vier großen minoischen Paläste entdeckt wurde. Die ersten Vitrinen zeigen vorwiegend Kultur und Gebrauchsgefäße aus Stein, Ton oder Bronze. In Vitrine 112 Waffen und eine mit Bronze verzierte Doppelaxt sowie Werkzeuge, in Vitrine 113 Elefantenzähne und Kupfertalente. In Vitrine 114 wohl kultischen Zwecken dienende Kelche aus kostbarem Gestein wie Marmor oder Obsidian. Mehrere bronzene Sägen in Vitrine 115. Und ein ähnlicher, aber etwas kleinerer Stierkopf als der aus Knossós (Saal IV), der wohl ebenfalls kultischen Zwecken diente, in Vitrine 116.

Saal IX: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Ausstellungsstücke anderer ostkretischer Fundstätten. Vitrine 119 bis 122 Keramik-Gefäße aus Palékastro, Goúrnia und Psíra. In Vitrine 123 kleine Terrakottafiguren, Menschen und Käfer, Weihegaben, die im Gipfelheiligtum von Piskokéfalo gefunden wurden. In Vitrine 124 wieder eine große und variantenreiche Sammlung von Siegelsteinen, ebenso in Vitrine 128. Vitrine 125 bis 129 zeigen Gefäße und Vasen, Vitrine 127 Werkzeuge und Waffen aus Bronze.

PicturesOG/ami-snake.jpgSaal X: Postpalatikum (Nachpalastzeit) 1450 – 1100 v. Chr.
Mit der Zerstörung der Paläste einher geht auch der Niedergang der minoischen Kultur. Das Kunsthandwerk wurde wieder einfacher, erste Einflüsse der mykenischen Einwanderer nach Kreta werden deutlich. Die Funde in diesem Saal stammen aus allen Teilen Kretas. Die Vitrinen 130 bis 133 zeigen Töpferei und Keramik, die Muster werden wieder einfacher. Weibliche Statuetten aus dem Heiligtum von Gázi in Vitrine 133. Die beiden folgenden Vitrinen zeigen Funde aus Zentralkreta, Grabbeigaben, Statuetten etc. Ebenfalls mykenische Einflüsse dann erkennbar in Vitrine 137, es handelt sich um Grabbeigaben mykenischer Funde. In Vitrine 139 Schmuck und Material zur Schmuckherstellung (Negativformen aus Stein). Die Vitrinen 140 bis 143 zeigen Kultobjekte wie Vasen und Tongefäße, Plastiken von Menschen (Göttinnen) und Tieren, und Vitrine 144 schließlich Waffen und Werkzeuge aus Bronze. Besonders interessant sind nach Archäologenmeinung auch gefundene Gewandfibeln aus Bronze, die einen Wandel in der Art der Bekleidung dokumentieren.

Saal XI: Subminoische und frühgeometrische Zeit 1100 – 800 v. Chr.
Die Dorer kamen nach Kreta und brachten die ersten Eisenwaffen mit auf die Insel. Mit ihrer Hilfe eroberten sie die Burgen der Mykener. Die einheimische Bevölkerung flüchtete ins Innere der Insel, wo sie ihre alte minoische Kultur noch eine ganze Weile aufrechterhalten konnte. Sie wurden später von den Griechen als die „echten“, als „Eteokreter“ bezeichnet. Funde aus solchen eteokretischen Siedlungen zeigen besonders Vitrine 148 und 154. Im übrigen Kreta setzt sich der dorische Einfluß durch, so auch in Form des neuen Werkstoffs Eisen, nicht nur für Waffen. In Vitrine 145 besonders sehenswert ein kleiner „Kernos“ (runder Opferstein mit mehreren Vertiefungenen für z.B. Getreideopfer), der reich verziert ist.
In Vitrine 146 u.a. zwei große Vasen, in denen die Asche der Toten aufbewahrt wurde, mit Totenklageszenen verziert, in Vitrine 147 Töpferei und kleine Figürchen aus Bronze. Kultische Statuetten einer Göttin mit erhobenem Arm und die interessante Darstellung eines Ochsenwagens (den Körper des Ochsen ließ der Künstler der Einfachheit halber weg, am Wagen angesetzt sind nur die Köpfe der Tiere) sind in Vitrine 148 zu sehen. In Vitrine 149 Funde aus der Höhle der Eileithyia (Göttin der Fruchtbarkeit und Geburt) bei Tsoútsouros im Süden der Insel: Statuetten und andere Votivgaben, die alle mit Zeugung, Geburt und Säuglingen zu tun haben. Der Kult in dieser Höhle begann schon in der minoischen Zeit und ging bis hin zu den Römern weiter, wie die verschiedenen Funde beweisen. Sogar aus Ägypten stammen ein paar kleine Figürchen aus Elfenbein.
In den beiden folgenden Vitrinen werden Keramik und andere Grabbeigaben gezeigt. In Vitrine 153 die ersten Waffen und Werkzeuge aus Eisen. In Vitrine 154 wieder eteokretische Funde aus der Siedlung bei Karfí (wie auch schon die Ausstellungsstücke in Vitrine 148) und in den Vitrinen 155 bis 157 geometrische Amphoren und andere Gefäße. In Vitrine 158 noch einmal Funde aus der Eileithyia-Höhle (s. Vitrine 148): Werkzeuge, Goldschmuck, Siegel.

Saal XII: Geometrische und orientalisierende Zeit 800 – 650 v. Chr.
Fast alle Funde stammen aus der Gegend von Knossós. Die Vitrinen 160 bis 161C zeigen Funde aus einer neueren Ausgrabung eines Gipfelheiligtums bei Sími/Viános: Votivgaben aller Art, vor allen Dingen Figürchen. Vitrine 162 Grabbeigaben aus den Gräbern des „orientalisierenden Stils“, der östliche Einflüsse in die kretische Kunst einbringt. Vitrinen 166 bis 168 weitere Grabbeigaben aus und um Knossós. Und schließlich sind in den Vitrinen 169/170 Funde aus der Zeushöhle im Idagebirge zu sehen: Bronzearbeiten und Goldschmuck.

PicturesOG/ami-lilienprinz.jpgSaal XIII: Minoische Sarkophage
Der Saal XIII liegt im Erdgeschoß links der Eingangshalle. Hier steht eine große Sammlung verzierter minoischer Tonsarkophage, die im Postpalatikum häufig zur Bestattung der Toten Verwendung fanden. Ihre geringe Größe läßt nicht etwa auf Zwergwuchs der Minoer schließen, die Toten wurden vielmehr in Hockstellung beerdigt, um Platz zu sparen. An der Treppe zum Obergeschoß stehen große „Pithoi“, tönerne Vorratsbehälter. Der Besucher steigt nun von hier aus nach oben und erreicht Saal XIV.

Saal XIV: Minoische Wandgemälde 1600 – 1400 v.Chr.
Die meisten der hier ausgestellten Fresken stammen aus dem Palast von Knossós und aus Ostkreta. „Stammen aus“ muß allerdings so verstanden werden, daß von den Original-Malereien nur sehr geringe Reste vorhanden waren, die hier restauriert und (re)konstruiert gezeigt werden. Es ist zumindest nicht auszuschließen, daß die Restauratoren (ebenso wie Evans im Palast von Knossós) ihrer Phantasie nicht immer genügend Zügel angelegt haben.
In den beiden kleineren Sälen XV und XVI weitere Fresken.

Saal XVII: Sammlung Giammalákis
In diesem Saal ist die bedeutendste Privatsammlung minoischer Kunstgegenstände zu sehen, die der Sammler dem Museum mit seinem Tode vermacht hat.

Saal XVIII: Kleinere Kunstgegenstände aus archaischer, hellenischer und römischer Zeit:
Wer immer noch nicht genug hat, kann hier in Schmuckstücken, Münzen, Tonfigürchen etc. noch einmal schwelgen.

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