Sitía

Kommt man aus Richtung Ágios Nikólaos auf der Straße nach Sitía hinunter, präsentiert sich der Ort von hier aus auf den ersten Blick nur bedingt reizvoll, links und rechts der Straße wird eifrig gebaut, und Sitía selbst wirkt vorwiegend schmutzig grau. Von drinnen aber sieht es dann aber freundlicher aus.

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Sitía ist die östlichste Stadt Kretas und nach Meinung vieler Leute eine der schönsten. Das kann ich nicht ganz unterstreichen, denn architektonisch kann der Ort nicht mit Chaniá oder Réthymnon mithalten, in puncto Lage ist Ágios Nikólaos besser dran … aber Sitía ist irgendwie lockerer (und ein bisschen billiger) als der Rest. Außerdem bietet sich der Ort als Standquartier für eine Erkundung des „äußeren kretischen Ostens“ an.

Die Geschichte der Stadt reicht nicht sonderlich weit zurück, in der Nähe lag zwar die antike Siedlung Itea, das heutige Stadtgebiet wurde aber erst in byzantinischer Zeit besiedelt.
Der Stadt ist heute noch anzusehen, dass die Venezianer sie einmal zu einem ihrer Zentren und zu einer einzigen Festung machen wollten, davon zeugt die rechtwinklige Anlage aller Straßen. Viel Erfolg war ihnen bei ihren Plänen allerdings nicht beschieden, man findet oberhalb der Stadt nur noch die spärlichen Reste eines kleinen Kastells, denn die Türken eroberten die Stadt mehrfach, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie sogar vollkommen von ihren Bewohnern verlassen.

Erst 1870 wurde ein Neuanfang gemacht, die Stadt Sitía (auch von den Türken!) wieder aufgebaut, und sie entwickelte sich schnell zum Handelszentrum Ostkretas (und ist auch Unterbezirkshauptstadt der „Eparchía Sitías“).
Bedeutendster Sohn der Stadt ist sicherlich Vizéntzos Kornáros, dessen berühmtestes Werk „Erotókritos“ viele Einheimische auswendig zitieren können. Er ist für die Kreter das, was Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer ist.

PicturesOG/sitia2_gwg2.jpgSehenswürdigkeiten und Museen
An „traditionellen“ Sehenswürdigkeiten hat Sitía außer den Resten des venezianischen Kastells oberhalb des Ortes nicht sehr viel zu bieten. Hier stehen nur noch die massiven Außenmauern und der Hauptturm.

In der Umgebung: Beim Dorf Petrás findet man die Ausgrabungen einer minoischen Siedlung (etwa 1,5 Kilometer Richtung Palékastro fahren, dann rechts nach Petrás abbiegen). Oder man fährt die Hauptstraße noch einige Kilometer weiter bis zum Dorf Agía Fotiá, auch hier minoische Ausgrabungen, u.a. eine Nekropole (Friedhof).

Auf schlechter Straße erreicht man nordwestlich von Sitía nach knapp 9 Kilometer das Kloster Moní Faneroménis.

Sitía verfügt über zwei Museen: Das Archäologische Museum liegt links an der Ausfallstraße Richtung Ierápetra. Es ist täglich von 9 bis 15 Uhr, sonntags erst ab 10 Uhr und dienstags überhaupt nicht geöffnet. Gezeigt werden hier ausschließlich regionale Funde, die aber auch sehenswert sind. Überhaupt ist es in den kleinen Museen viel gemütlicher und interessanter als im Trubel des Archäologischen Museums in Iráklion.

Zudem gibt es (auch) in Sitía ein Folklore-Museum: Es liegt in der Odós Arkadíou (die vierte parallele Straße oberhalb der Hafenpromenade) und zeigt vor allen Dingen kunsthandwerkliche, folkloristische Hand- und Webarbeiten sowie die dafür verwendeten Werkzeuge und Materialien. Außerdem auch Ackergerät. Das Museum ist wochentags von 10 bis 13 Uhr und 17.30 bis 19 Uhr geöffnet.

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Adressen
EOT – Touristeninformation:
in einem Kiosk an der Platía Iróon Polytechníou (angeblich ist diese Unterbringung provisorisch, aber dieses Provisorium dauert nun schon mehr als 25 Jahre an).

Polizei: in der Odós Missónos.

Hafenpolizei auf der Ecke Odós E. Venizélou/Odós Galanáki (hier auch Auskünfte über die Schiffsverbindungen ab Sitía).

Post: an der Platía Ethnikís Antistásseos (geöffnet werktags 7.30-14.30 Uhr). Auch Sitía bietet allerdings den Service eines zusätzlichen Postkioskes. Es steht auf der Ecke der Odós E. Venizélou mit der Odós Dimokrítou und ist werktags durchgehend von 8 bis 20 Uhr, sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet (auch zum Geldwechseln, falls nötig).

OTE (Telefon und Telegramme): Odós Kapetán Sífi 22 (schräg gegenüber des Crystal-Hotels), geöffnet täglich außer sonntags von 7.30 bis 22 Uhr. Kartentelefone sind natürlich auch überall verfügbar.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle des IKA befindet sich in der Odós Papanastassíou 39, Tel. 28430-22253.

Ärzte z.B.:
Dimítris Kolokithás, Od. Fountalídou 2, Tel. 28430-28750.
Panagióta Xantháki, Od. D. Papadáki 19, Tel. 28430-24163.

Zahnärzte z.B.:
Evángelos Avgoustinákis, Od. Dimikrítrou 4, Tel. 28430-22356.
Sofia Nikitáki-Anipsitáki, Od. N. Kazantzaki 1, Tel. 28430-28211.
Maria Plakáki, Od. E. Venizélou 9, Tel. 28430-22212.

Kinderärzte z.B.:
Amalía Neárchou, Od. Kapetán Sífi 39, Tel. 28430-23950.

Krankenhaus:
Ecke Odós Kapetán Sífi/Odós N. Kazantzáki, Tel. 28430-24311-14.

Apotheken:
befinden sich in ausreichender Anzahl im Zentrum.

Auto- und Motorrollervermietungen
Diverse im Zentrum, z. B. „Apollon“ in der Odós Dimokrítou 4 oder für Mopeds etc. „Motor Tours“ in der Odós 4 Septemvríou.

PicturesOG/sitia4_gwg2.jpgBaden
Hier bietet sich vor allen Dingen die langgestreckte Bucht östlich des Ortes an: über einen Kilometer Sandstrand, der leider ein wenig schmal ist und dem außerdem an vielen Stellen die Straße nach Palékastro und Vái eng auf die Pelle rückt. Der Strand ist aber schön, und der Blick auf Sitía von hier aus viel freundlicher als von der anderen Seite.

Banken / Geldwechsel
Die Banken liegen größtenteils in der Odós Elevtheríou Venizélou und an der Platía Iróon Polytechníou. Normale Öffnungszeiten von 8.30 bis 13 Uhr, an einigen Wochentagen auch nachmittags zum Geldwechseln von 17.30 bis 19.30 Uhr (auch Geldautomaten vorhanden).
Bequeme Geldwechselmöglichkeit bietet auch der Postkiosk an der Ecke Od. El. Venizélou/Od. Dimokrítou (s. o.).

Essen und Trinken
Die meisten Lokale befinden sich an der Uferpromenade, hier sitzt man auch am schönsten. Das größte und wohl auch beste ist das Restaurant „Sorbas“, das meist sehr voll ist, was zu entsprechenden Wartezeiten führen kann. Wer hat es denn aber im Urlaub eilig?
Eine kleinere Ausführung dieser Taverne liegt ein Stück weiter nördlich, auch hier ist das Essen in Ordnung. Außerdem am Hafen empfehlenswert das „Mouragio“ (dicht an der Mole). Die Preise halten sich in allen Lokalen die Waage und liegen im Durchschnitt bzw. knapp (!) unter den üblichen Preisen.

Ein besonders lustiges (und gutes) Lokälchen liegt in der Odós V. Kornárou Nr. 27. Von außen sieht sie sehr unscheinbar aus, die Café-Bar „O Baklavas“, wenn man mal von den vielen handschriftlichen Schildern absieht, die einen zum Eintreten auffordern und vor allen Dingen in allen Sprachen den leichtsinnigen Hinweis enthalten: „Wenn nix schmecken, dann nix bezahlen“. Innen drin ist das Lokal klein, urig und gemütlich, ganze sechs Tische, ein paar Stufen steigt man zur Küche hinauf, um in die Töpfe zu schauen. Die Wände sind mit naiv-bunten Bildern geschmückt, die Zeichnung neben der Tür stellt den Wirt dar, dem ein zufriedener Gast das kleine Andenken hinterlassen hat. Das Essen ist gut und reichlich und die Atmosphäre trotz all der Schilder an der Tür absolut original. Und wenn man der Wirtin glauben darf, hat es sogar schon mal einen Bericht des deutschen Fernsehens über ihr Lokal gegeben. Gott sei Dank fehlt der Platz, hier viel zu verändern. Auch der sehr gute Rakí und die oft zum Nachtisch unaufgefordert servierten Trauben passen zu diesem Lokal.

PicturesOG/sitia5.gwg2.jpgWer eine gute Pizzeria sucht, findet sie in der Odós Itánou (die Durchgangsstraße, kurz bevor sie aufs Meer trifft). Imbissstuben gibt es natürlich reichlich, besondere Erwähnungen erübrigen sich nicht nur wegen der Anzahl.
Ein besonders gemütliches und noch echtes Kafenío liegt an der Platía Iróon Polytechníou, ein anderes in der Odós V. Kornárou.
Und egal, in welchem Lokal man sitzt und isst oder trinkt: Unbedingt probieren sollte man den lokalen Wein „Agrilos“, den es rot, rose‚ oder weiß gibt, er ist wirklich gut.

Nachtleben
Das Nachtleben ist in Sitía vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt wie in anderen Zentren, es kann sich aber durchaus sehen lassen. Neben dem Trubel auf der Hafenpromenade gibt es inzwischen auch die unweigerlichen Diskotheken, z. B. direkt am Strand östlich der Promenade den „Cavi-Club“ oder die Disco „Sorbas“ in der Odós V. Kornárou 121.
Wen das einheimische Nachtleben mehr interessiert, der findet ein kretisches „Kentro“ mit Lýra-Musik zumindest am Wochenende. Es liegt ein wenig außerhalb an der Straße nach Palékastro. Auch wer ein eigenes Auto zur Verfügung hat, dem sei hier ein Taxi empfohlen, und zwar zum „Kéntro Karavopétra“.

Unterkunft
Hotels B-Kat.: „Denis“ (Pension), Odós E. Venizélou 60; 13 Zimmer/25 Betten; Tel. 28430-28356.
A-Kat.: „Sitia Beach“; 162 Z./310 B.; Tel. 28430-28821; April-Oktober.
B-Kat.: „Maresol“; 25 Z./ 47 B.; Tel. 28430-28950; (direkt am Meer).
C-Kat: „Alice“, Od¢s Papanastassíou 34, 36 Zi./69 B.; Tel. 28430-28441 und 28430-28450.
C-Kat.: „Crystal“, Odós Kapetán Sífi 17; 41 Zi./75 B.; Tel. 28430-22284 und 28430-28484.
C-Kat.: „Itanos“, Odós Karamanlí 4; 72 Zi./138 B.; Tel. 28430-22146 und 28430-22900.
D-Kat.: „Archontikon“, Odós I. Kondyláki 16; 10 Zi./22 B.; Tel. 28430-28172. Dieses Hotel hat einen kleinen „Ableger“: Der Wirt Apostólis vermietet auch 3 Zimmer in seinem Privathaus, die sehr sauber und gepflegt sind (mit separater Dusche und WC), die Anmeldung erfolgt im „Archontikon“.
D-Kat.: „Flisvos“, Odós K. Karamanlí 4, 9 Zi./19 B.; Tel. 28430-22422.
D-Kat.: „Pressos“, Odós G. Mavrikáki 9; 12 Zi./22 B.; Tel. 28430-22325 und 28430-28555.
E-Kat.: „Akrogiali“, Odós K. Karamanlí 10; 9 Zi./22 B.; Tel. 28430-22357, April – Oktober.

Private Zimmervermietungen überall im Ort, z. B. in den Parallelstraßen zum Hafen: Odós Kontyláki, Odós Fountalídou und Odós V. Kornárou. Weitere Auskünfte bekommt man beim EOT.

Die Jugendherberge liegt am südwestlichen Ortsausgang Richtung Ágios Nikólaos in der Odós Theríssou (der Ausfallstraße). Recht groß, sehr einfach, aber Garten und überdachte Terrasse machen das Ganze gemütlich.

PicturesOG/sitia3_gwg2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Schiff:
Von hier aus zweimal wöchentlich nach Rhódos über Kárpathos und nach Agios Nikólaos, außerdem nach Athen. Auskünfte über genaue Zeiten und Preise erteilt die Hafenpolizei und das Reisebüro „Tsortzákis Travels“ in der Odós E. Venizélou 88. Schiffs- und Flugkarten gibt es in einem zweiten Büro in der gleichen Straße Nr. 183. Tel. 28430-28900 bzw. 28430-22631.

Mit dem Flugzeug:
Sitía verfügt über den dritten Flughafen der Insel, wenn er auch klein ist. Er wird nur im innergriechischen Verkehr angeflogen und verbindet Kreta mit Athen und Rhódos. Auskünfte (z.B. bez. der Abflugszeiten) und Flugkarten bei Olympic Airways in der Odós El. Venizélou 56, Tel. 28430-22270 und 28430-22596.
Der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Stadt, 4 Kilometer entfernt (Tel. 28430-24666). Er soll seit vielen Jahren ausgebaut und erweitert, um auch Ostkreta an den internationalen Flugverkehr anzuschließen, aber bisher tut sich nicht viel.

Mit dem Bus:
Der Busbahnhof befindet sich an der Strandpromenade Richtung Palékastro und Vái. Verbindung nach Ágios Nikólaos und Iráklion, sowie nach Ierápetra jeweils etwa 5x täglich, nach Káto Zákros (über Palékastro) 2x täglich, nach Vái (ebenfalls über Palékastro) 4x täglich.

Sonstiges
Internationale Zeitungen und Zeitschriften gibt es bei Manólios Tsirilákis in der Odós V. Kornárou und am Períptero (Kiosk) an der Platía Iróon Polytechníu.

Chaniá

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Die zweitgrößte Stadt der Insel ist für meinen Geschmack die allerschönste. Chaniá ist die Metropole des Westens, und als solche präsentiert sich der Ort auch: Er erstickt wie Iráklion in Autoverkehr und Hektik. Und so etwas soll schön oder gar liebenswert sein?

Es ist, denn nur wenige Schritte weiter findet man grüne und ruhige Flecken (die es in Iráklion beispielsweise so kaum oder gar nicht gibt). Für kretische Verhältnisse ist Chaniá sogar üppig grün.

Die von Osten kommende „New Road“ ist inzwischen (endlich) weiter ausgebaut, endet also nicht mehr bei Mourniés (wer nicht nach Chaniá hinein will, kann sie weiter fahren).

Die nächste Ausfahrt von der „New Road“ befindet sich an der Straße in die Omalós-Hochebene hinauf, die neue Straße endet bei Galatás und führt dann auf die alte Küstenstraße Richtung Kastélli Kissámou hinunter.
Insgesamt führt die „New Road“ inzwischen bis Tavronítis kurz vor Kastélli (hier zweigt die Straße nach Paleóchora ab).
Übrigens ist auch der gesamte Bereich westlich Chaniás incl. der „alten“ Ausfallstraße Richtung Kastelli inzwischen richtig „modern“ ausgebaut. Alle Ausfallstrecken aus Chaniá sind aber sehr mäßig beschildert!

Wer nach Chaniá hinein will (und das ist vermutlich die Mehrheit), biege am günstigsten bei Mourniés ab.

PicturesOG/chaniagitter.jpgGeschichte
An der Stelle des heutigen Chaniá lag (nach Archäologenmeinung bereits im Neolithikum, zumindest in den ersten Anfängen) einmal das antike Kydonia.

In der Folge blieb Chaniá (ich bleibe einmal bei diesem Namen, obwohl es seinerzeit noch nicht so hieß) relativ autonom, bis die Araber Kreta eroberten.
Im 9. Jahrhundert nahmen sie auch Chaniá ein. Sie ließen die Stadt aber ebenso vergammeln wie den Rest der Insel, erst die späteren Herren Kretas, die Venezianer, putzten Chaniá wieder heraus. Noch heute sind an allen Ecken und Enden die zwar nicht besonders gepflegten, aber dennoch prächtigen Relikte der venezianischen Zeit erkennbar. Unter den Venezianern war das heutige Viertel Kastélli (östlich des Hafens) das Stadtzentrum.

PicturesOG/chaniamoschee.jpgDem türkischen Ansturm 1645 konnte auch Chaniá nicht standhalten. Viel an bleibenden Werten hinterließen die Türken auf Kreta nicht, in Chaniá aber immerhin die Janitscharen-Moschee am Hafen und ein Minarett unweit der Markthalle (etwas nördlich davon).

1898 mussten die Türken dann die Insel räumen, der Hochkommissar der Großmächte, Prinz Georg, machte Chaniá zur Inselhauptstadt. Dies blieb sie bis 1971, dann trat Iráklion an ihre Stelle.

Auch der Aufstand der freiheitssüchtigen Kreter gegen Prinz Georg ging von Chaniá aus, genauer gesagt, vom kleinen Dorf Thérissos ein Stück weiter südlich. Unter Führung des kretischen Nationalhelden Elevthérios Venizélos forderten die Kreter den Anschluss an das griechische Mutterland. Der spätere griechische Ministerpräsident Venizélos und sein Sohn Sofoklís sind oberhalb von Chaniá auf Akrotíri begraben, ein Besuch der Gräber erweist nicht nur die Reverenz einem kretischen Nationalhelden gegenüber, sondern bietet auch einen einmaligen Blick auf Chaniá und die westliche Nordküste.

Während des Zweiten Weltkriegs war der Bezirk Chaniá das am meisten betroffene Gebiet. Beim Flughafen Máleme westlich der Stadt gelang es den deutschen Invasionstruppen zuerst, Fuß zu fassen. Mit der Eroberung des Flughafens war auch der Nachschub gesichert und der Fall der Insel trotz weiteren heftigen Widerstandes der Kreter nur eine Frage der Zeit. In vielen Kafenía und Geschäften dieser Gegend und auch in Chaniá selbst kann man (immer noch) die heroische Darstellung kretischer Bauern sehen, die gerade mit einem Stein oder Knüppel einen deutschen Fallschirmjäger erschlagen. Fremden- oder gar Deutschenfeindlichkeit braucht man aber nicht zu befürchten. Wie vieles andere auch ist dies für die Kreter heute nicht viel mehr als ein Kapitel ihrer langen und blutigen Geschichte.PicturesOG/chanipla.jpg

Sehenswürdigkeiten
Beginnen wir unseren Rundgang an der Platía Elevtheríou Venizélou am Hafen neben der türkischen Moschee. Links die Hafenpromenade (Aktí Koundouriótou) mit den zahllosen Lokalen und den schmalen venezianischen Häusern dahinter. Man folge aber vom Platz aus zuerst einmal der hinter der Hafenpromenade verlaufenden Parallelstraße (Odós Zambelíou), die an der Südwestecke des Platzes beginnt. In der Zambelíou liegt nämlich die alte venezianische Loggia (auf der linken Seite), von deren einst viergeschossigem Bau leider nur noch die Außenmauern stehen. Zwischen ihren Fenstern ist ein Wappen angebracht, das den schönen Spruch „Nulli parvus est census qui magnus est animus“ (Keiner, der einen großen Geist besitzt, wird gering geschätzt).

Überhaupt ist das ganze Viertel hinter der Hafenpromenade eine einzige Sehenswürdigkeit. Die schmalen Gassen der venezianischen Altstadt laden geradezu dazu ein, sich darin zu verlaufen. Und tagsüber fallen einem die auch hier überall vorhandenen Lokale kaum auf. Wer diesen Teil der Altstadt schon kennt, kann allerdings die nächste Möglichkeit hinter der venezianischen Loggia nutzen, wieder rechts hinunter zur Hafenpromenade abzubiegen und ihr dann links nach Westen zu folgen, vorbei am Nautischen Museum (erkennbar am großen Anker vor der Tür, unten näher beschrieben) um die Landzunge herum, bis man auf der anderen Seite links abbiegend die Odós Pireós erreicht, der man dann wieder landeinwärts folgt. Sie führt an der alten venezianischen Befestigungsmauer entlang, die nirgendwo sonst so gut und zusammenhängend erhalten ist. Auf der anderen Straßenseite liegen allerdings nur reizlose Mietshäuser. Bei der nächsten Möglichkeit biegt man wieder links ab und erreicht die Odós Chalídon, die den wieder links hinunter zurück zur Platía El. Venizélou führt, der schon genug hat.

Wer mehr sehen will, geht hier nach rechts und biegt gleich die nächste Straße wieder links hinein, dies ist die berühmte „Ledergasse“ PicturesOG/markthalle.jpgChaniás, die Odós Skrídlof.

Wer hier zum Einkaufen gehen will, nicht nur zum Schauen, findet unten mehr Informationen. Folgt man der Skrídlof weiter nach Osten, erreicht man die zentrale Markthalle der Stadt, die kreuzförmig nach Marseiller Vorbild (so ist es überliefert, ich kenne leider die Markthalle von Marseille nicht) gebaut wurde.

Sie gehört sicherlich zu den echten Sehenswürdigkeiten der Stadt und ist ebenfalls unter dem Stichwort „Einkaufen“ näher beschrieben.
Folgt man der Straße weiter (inzwischen heißt sie schon seit einer Weile Odós Tsoudéron), erreicht man weitere Überreste venezianischer Stadtmauern, davor links aber auch die Kirche „Ágii Anargíri“. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und war in der venezianischen Zeit die einzige orthodoxe Kirche der Stadt, später unter den Türken gar die einzige christliche. Sie ist dreischiffig, deshalb ist die in jeder Kirche anzutreffende Ikonenwand hier dreifach vorhanden.

PicturesOG/Chaniamarkt_wn.jpgWer der venezianischen Befestigungsmauer nach links ein Stück folgt, erreicht die Odós Vourdoúmba, in die er wieder links einbiegt, um auch die Kirche des „Ágios Nikólaos“ zu erreichen, die an der Platía 1821 liegt. Hier steht das Minarett, welches davon zeugt, dass die Kirche unter der türkischen Herrschaft zur Moschee umfunktioniert wurde. Nicht weit davon am gleichen Platz die kleine San-Rocco-Kirche, deren Inneres interessanter ist als das des großen Bruders in der Nähe.

Von hier aus folgt man der Straße zurück Richtung Westen (Odós Vourdoúmba) oder nach Norden zum alten venezianischen Hafen herunter, dem man dann gemütlich nach links entlang wieder bis zur Platía El. Venizélou folgen kann.
Anspruch auf Vollständigkeit darf dieser Spaziergang nicht erheben, sind doch bisher die (kleinen) minoischen Ausgrabungen nicht erwähnt, die in der Odós Kaneváro (an zwei Stellen links der Straße eingezäunt) liegen. Die Straße beginnt ebenfalls an der Platía El. Venizélou, führt aber nach Osten.

Ebenfalls noch nicht erwähnt ist der kleine Stadtpark zwischen der Odós Tsanakáki und der Odós Dimokratías, eine der kleinen grünen Lungen der Stadt und auch während der Mittagshitze ein Ort der Kühle und Erholung. Er beherbergt neben einem kleinen Tierpark auch ein Kino und ein altes Kafenío, hier kommen die Einheimischen in der Mittagspause oft her, denn es ist sicher angenehmer hier als in ihren heißen Wohnungen. Das „alte“ Kafenío ist übrigens in den letzten Jahren positiv renoviert worden, laut Zeugenaussagen sind „die Toiletten die schönsten in der ganzen Stadt“!

PicturesOG/chania16_gwg.jpgGegenüber der Markthalle (allerdings jetzt auf der anderen Seite) geht es rechts neben der Nationalbank die Odós Tsanakáki hinein (dann nur noch wenige 100 Meter).
Ebenfalls noch nicht erwähnt ist vieles andere, was sich in Chaniá auf vielen kleinen Spaziergängen noch entdecken lässt.

Archäologisches Museum
Das relativ kleine Archäologische Museum von Chaniá befindet sich in der San-Francesco-Kirche in der Odós Chalídon, nicht weit vom Hafen auf der rechten Seite. Es ist montags von 12.30-19 Uhr, dienstags bis freitags von 8-19 Uhr und am Wochenende sowie freitags von 8.30-15 Uhr geöffnet.

Es gibt keinen speziellen Führer für das Museum, die Vitrinen sind allerdings beschriftet, so daß ich hier auf einzelne Beschreibungen verzichten kann.
Die Funde, die das Museum ausstellt, sind vorwiegend regionaler Natur (die unter anderem belegen, dass es die minoische Stadt Kydonia an dieser Stelle wirklich gegeben hat). Besonders interessant sind ziemlich weit hinten die römischen Mosaiken auf dem Fußboden.

Historisches Museum
Das Historische Museum liegt in der Odós Sfakianáki 20, geöffnet werktags von 8 bis 13 Uhr. Seine Ausstellungsstücke zeugen von der „jüngeren“ Geschichte der Region (der späteren byzantinischen, venezianischen und türkischen Zeit). Den Interessierten erwarten hier historische Bilder, Ikonen, Waffen und Rüstungen sowie eine der bedeutendsten Dokumentensammlungen  ganz Kretas.
Die kurzen Öffnungszeiten signalisieren es schon, das Interesse an der jüngeren kretischen Geschichte ist wie andernorts geringer als das an der Archäologie.

PicturesOG/chanianautisch.jpgNautisches Museum
Das Nautische Museum ist ein Unikum auf Kreta, Vergleichbares gibt es in keiner anderen Stadt. Es liegt kurz vor dem Ende der Hafenpromenade (Ákti Koundouriótou) im Nordwesten des Hafens.
Nicht zu verfehlen wegen des schon erwähnten großen schwarzen Ankers vor der Tür. Montags ist es geschlossen, dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, donnerstags und samstags zusätzlich auch von 19 bis 21 Uhr geöffnet.
Das Museum bietet ein echtes Kontrastprogramm: Auf der einen Seite sind hier vorwiegend militärisch-kriegerische Reliquien aus der Geschichte der griechischen Seefahrt gesammelt, Fotos von Schiffen, Schiffsteile und -zubehör, navigatorische Instrumente, Modelldarstellungen wichtiger Seeschlachten etc., auf der anderen Seite ist eine umfangreiche Sammlung von Meeresmuscheln ausgestellt, die ja nun glücklicherweise nichts Militärisches an sich haben.

 

Praktische Informationen zu Chaniá

Adressen
EOT (Touristeninformation): Das Büro ist umgezogen und befindet sich jetzt in einer Nebenstraße der Platia 1866 (dieser fast parkähnliche Platz bildet sozusagen den oberen Abschluss der Odós Chalídon, die auf den Hafen zuführt): Vom Hafen kommend die erste Straße auf dem Platz links (Odos Kriári), in einem der ersten Häuser links das Touristeninformationsbüro.
In diesem Zusammenhang zwei weitere Hinweise: Es gibt auf selbigem 1866-Platz eine öffentliche Toilette (!). Die Straße hinunter zum Meer (Odós Chalídon) ist von 20 Uhr bis 4 Uhr morgens für den Autoverkehr gesperrt. Da sie eine der Haupt-Flaniermeilem ist, scheint das nicht unvernünftig.

Touristenpolizei: in der Odós Karaiskáki 23, die schräg gegenüber der Markthalle (südlich davon) in die Odós Giannári einmündet.

PicturesOG/chania12_gwg.jpgPost: in der Odós Tsanakáki (südlich der Markthalle rechts von der Nationalbank hinein). Eingeschränkte Öffnungszeiten, allerdings gibt es an der Platía Patriárchou Athinagóra (an der Odós Chalídon vor der Kathedrale) einen Postkiosk, der werktags von 8 bis 20 Uhr und sonntags immerhin von 9 bis 18 Uhr die üblichen Wünsche der Reisenden erfüllt.

OTE (Telefon und Telegramme): fast direkt neben der Post in der Odós Tsanakáki. Außerdem natürlich überall Kartentelefone!

Deutsches Konsulat (auf griechisch: „Proxenío Germanías“): in der Odós Sfakíon 4,
Tel. 28210-57944.

Olympic Airways, A.N.E.K., Minoikés Grammés siehe: Öffentliche Verkehrsmittel.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle der IKA liegt in der Odós Voloudákidon. Diese zweigt etwa gegenüber der Dienststellen von Post und OTE von der Odós Tsanakáki ab.
Eine besondere Empfehlung war Frank folgende Privatklinik wert: Klinik Gavrilakis, Odós M. Bótsari 76, Tel. 28210-70800 oder 28210-70814 oder 28210-87000. Guter technischer und medizinischer Standard. Billig ist allerdings nicht, man sollte besser eine private Auslandsreisekrankenversicherung haben, aber „dann werden Sie geholfen“.
Chrístos verweist zudem ausdrücklich auf das neue Staatliche Krankenhaus in Mourniés wenige Kilometer südlich von Chaniá, das auf dem allerneuesten Standard ist (und natürlich billiger, weil staatlich). Man braucht sich also um die ärztliche Versorgung in Chaniá wenig Sorgen zu machen.

PicturesOG/chania2_gwg.jpgEs gibt darüber hinaus natürlich Ärzte in großer Auswahl und in allen Richtungen spezialisiert:
Allgemeinärzte z. B.:
E. Konstantínos Myridákis, Od. Kydonías 46, Tel. 28210-57277.
Ioánnis Skarákis, Od. Smýrnis 30, Tel. 28210-21877.
Elevthería Xinídou, Od. Strat. Tsanakákis 21, Tel. 28210-25388.

Zahnärzte z. B.:
Stélios Fournianákis, Od. Chiotáki (erste Straße hinter der Post links) 17, Tel. 28210-24714 (spricht deutsch, hat in München studiert).
Káeti Kouráki, Odós Apokorónou 51, Tel. 28210-56969.
Ioánnis Myridákis, Od. Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-55633.

Kinderärzte z. B.:
Michális Anagnostákis, Odós Vouloudákidon/Sfakíon, Tel. 282100-27775.
Spýros Manousélis, Odós Chiotáki 7 (s.o.), Tel. 28210-21544.
Pári Chiotáki, Odós Tsanakáki 20, Tel. 28210-23477.

Krankenhaus: Odós Dragoúmi, Tel. 28210-27231.

Apotheken gibt es in Chaniá reichlich, z. B. am Beginn der Odós Tsanakáki und in der Markthalle.

Auto- und Motorrollervermietungen
Autovermietungen finden sich in Chaniá fast an jeder Ecke. Preisvergleiche sind auf jeden Fall lohnenswert.
Motorroller und Mofas gibt es z. B. an der Platía El. Venizélou (am Hafen) zu mieten.

Baden
In Chaniá selbst ist es mit dem Baden nicht besonders gut bestellt. Allerdings sind in Richtung Westen die Strände schnell erreicht, die Busse Richtung Kastélli Kissámou und Kolymbári fahren fast andauernd vom Busbahnhof aus (den ersten Strand von „Néa Chóra“ erreicht man auch in etwa 10-15 Minuten zu Fuß – entsprechende Infrastruktur wie Liegen, Sonnenschirme und Tretboote sind vorhanden).

PicturesOG/chania8_gwg.jpgBis Agía Marína führt die Straße allerdings fast überall recht dicht am Strand entlang, das schmälert den Reiz des Bades etwas (schöner ist es da schon in der Nähe des „Camping Chaniá“). Die Strände bieten vorwiegend Sand, nur der eine oder andere Kiesel ist zu verzeichnen. Das Gebiet westlich von Chaniá wird eifrig touristisch erschlossen, sprich bebaut, für ein Bad am Nachmittag ist es aber jederzeit angenehm.

Der Weg nach Osten ist weiter, denn vor Kalýves bietet sich keine nennenswerte Bademöglichkeit.

Eine mögliche Alternative ist der Wasserpark „Limnoúpolis“ bei Varýpetro: Von Chaniá nimmt man zuerst die Strecke zur Omalós-Hochebene/Samariá-Schlucht, biegt dann aber schon bald links ab (Ausschilderung). Es gibt etwa 10 verschiedene Riesenrutschen (was besonders Kinder eine tolle Abwechslung zum Bad im Meer finden), einen Pool, Babybecken, Spielplatz, Mini-Market und sonstige Verpflegungsmöglichkeiten. Besonders preiswert ist es allerdings nicht.

Banken
Banken gibt es in Chaniá in ausreichender Anzahl. Die Nationalbank z. B. gegenüber der Markthalle am Eingang der Odós Tsanakáki, weitere Banken an der Platía 1866 und beim Busbahnhof. Alle Banken sind in der Regel werktags von 8.30 bis 13 Uhr geöffnet, manchmal auch nachmittags von 17.30 bis 19.30 Uhr. Euroschecks und Travellerschecks werden entgegengenommen. Geldwechsel ist ja nun im „Euro“pa nicht mehr nötig.
Die größeren Banken verfügen natürlich inzwischen auch über Geldautomaten! Den ganzen Tag über und sonntags steht auch der Kiosk der Post an der Kathedrale (Platía Patriárchou Athinagóra) zur Verfügung.

Einkaufen
Waren des touristischen Bedarfs und Souvenirs werden vor allen Dingen in der Odós Chalídon und in kleineren Straßen und Gassen östlich davon angeboten. Schmuck aus Gold und Silber fand ich am besten ebenfalls ganz unten in der Odós Chalídon und in der von der Platía El. Venizélou am Hafen abzweigenden Odós Karaolí ke Dimitríou.

PicturesOG/chaniaamphora_gwg2.jpgBücher und Postkarten (auch etwas ausgefallenere, darunter ziemlich pornografische) gibt es z. B. in der „Internationalen Buchhandlung“ an der selbigen Platía El. Venizélou. Griechisches findet sich ein gutes Stück weiter oben rechts in der Odós Chalídon Nr. 98 bei P. Pelekanákis.

Und wenn man schon mal da oben ist, hier biegt auch die Odós Skrídlof von der Odós Chalídon ab: die berühmteste Ledergasse der Insel! Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein paar Stiefel maßanfertigen zu lassen, ist hier richtig. Es dauert ungefähr eine Woche und kostet auch durchaus gutes Geld, allerdings nur einen Bruchteil dessen, was es in Deutschland kosten würde. Man kann natürlich auch Stiefel und anderes Lederzeug „von der Stange“ kaufen. Es ist aber sinnvoll, vor einem Kauf erst ein paarmal durch die Gasse zu laufen und Preise sowie Qualität zu vergleichen.

In der Nr. 29 der Laden von Herrn Mallinákis, bei dem man Angeln, Tauch- oder Campingzubehör, Harpunen, Rucksäcke, Isoliermatten etc. kaufen kann. Wer nach einem Rucksack- und Campingurlaub seine Ausrüstung am liebsten hier lassen würde, der kann sie bei Mallinákis zu wahrscheinlich nicht sonderlich gutem Preis wieder verkaufen.

PicturesOG/markthalle2.jpgIn der Odós Pótie (geht man weiter die Skrídlof Richtung Markthalle entlang, eine Nebenstraße links) gibt es ein ganz besonderes Geschäft. Auf der rechten Seite mit der Nr. 51 (das Geschäft heißt „MAT“ verkaufte der „Schachmeister von Chaniá“, der übrigens auch gut deutsch sprach, Schach- und Távlibretter in sonst jedenfalls von mir nicht gefundener Qualität und Auswahl. Wer sich auf Kreta ein Távlispiel kaufen will, sollte das unbedingt hier tun. Es mag woanders sichere billigere Távlibretter geben (mit Folie beklebt, nicht mit Holz-Einlegearbeiten), aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier auf jeden Fall wie nirgendwo sonst. Und der Besitzer riet durchaus von teuren Prestigekäufen ab, wenn er ein ebensogut verarbeitetes Brett anbieten konnte, das (etwas) billiger warist. Ich selbst besitze drei schöne Távlibretter bester Verarbeitung und sie stammen alle aus diesem Laden!
Dass ich hier in der Verrgangenheitsform schreibe, liegt daran, dass der Besitzer des Geschäfts im  August 2002 verstorben ist. Letzten Meldungen zufolge wird das Geschäft weitergeführt, allerdings ist es ohne ihn sicher nicht mehr dasselbe.

Folgt man der Verlängerung der Skrídlof, der Odós Tsoudéron, erreicht man bald die berühmte Markthalle von Chaniá (bereits unter „Sehenswürdigkeiten“ erwähnt). Sie ist kreuzförmig erbaut, jeder der vier Kreuz-Arme beherbergt andere Warengruppen. Einer Fisch und Fleisch, einer Gemüse, Eier und Geflügel, einer Brot, Wurst und Käse, und der letzte von allem ein bisschen, dazu noch Gewürze, Windeln und Spielwaren.

PicturesOG/fotochania.jpgZwischen den Ständen auch ein paar kleine Lokale, in die die Marktleute selbst einkehren, auch der Besucher braucht sich nicht zu genieren. Im Gegenteil, die Lokale mögen zwar auf den einen oder anderen möglicherweise etwas schmuddelig wirken, sie sind aber völlig in Ordnung und es schmeckt!

Übrigens: Neben der Markthalle gibt es immer noch einen oder mehrere Photographen, die mit antiken Kameras hantieren!

Internationale Presse führt das Kiosk an der Ecke Odós Micháli Giannári (Hauptstraße von der Markthalle nach Westen)/Ecke Odós Chalídon, oder auch der etwa 250 Meter näher auf der rechten Seite der Od. Giannári gelegene Laden.
Spirituosen in großer Auswahl bieten zwei Läden ganz unten in der Odós Chalídon kurz vor dem Hafenplatz.

Schallplatten (bzw. natürlich inzwischen nur noch CDs) gibt es in mehr als respektabler Auswahl bei Níkos Stathópoulos an der Platía Agorás (oder auch Platía S. Venizélou, letzteres der offizielle Name, ersterer aber bei den Einheimischen bekannter, da er „Platz am Markt“ bedeutet). Es ist dies der Platz an der Südseite der Markthalle, der Plattenladen liegt nur wenige Meter links der Nationalbank. Mit dieser Auswahl können einige Läden in Athen nicht mithalten. Absolut mein Lieblingsladen in dieser Hinsicht!

Essen und Trinken
Man trifft sich in den zahlreichen Cafés an der Platía El. Venizélou am Hafen zum Frühstück, das wie überall in Griechenland nicht zwingend empfehlenswert ist. Eine „Frühstückskultur“ kennen die Griechen halt immer noch nicht so wirklich. Alle Cafés bieten frischgepresste Säfte, Bier vom Faß (!) und diverse Cocktails (d. h. man sitzt hier nicht etwa nur zum Frühstück). Eigentlich gibt es keine nennenswerten Preis- oder Qualitätsunterschiede. Ich schätze dennoch von diesen Cafés am meisten das „Remetso“ (Remezzo), das letzte kurz vor der Moschee. Hier hat man erstens den schönsten Blick über den Hafen, zweitens fand ich die Kellner hier ein wenig netter als anderswo. Das kann aber auch Geschmackssache, Tagesform oder Zufall sein, denn qualitativ sind ansonsten diese Lokale alle gleich.

Sehr beliebt bei den Einheimischen (auch Studenten) ist das „Café 13“ auf der Ecke Odós Chatzimichaíl Giannári (die Ausfallstraße Richtung Westen) und der Odós Chalídon (die Straße hinunter zum Hafen). Hier sitzt man den ganzen Tag zwar dicht am Straßenverkehr, aber gemütlich bei Eis, Kaffee und Kuchen. Und um die Ecke herum gibt es ja auch eine kleine Parkanlage.

PicturesOG/chania1_gwg.jpgWenn es noch zu früh zum Essen ist, bieten sich zudem die Cafeterien, Café-Bars etc. am Ende der Hafenpromenade kurz vor dem Nautischen Museum an, den Abend mit einem Drink einzuläuten (oder später ausklingen zu lassen).

Hier am Aktí Koundouriótou ballen sich auch die meisten Tavernen und Restaurants der Stadt. Qualitativ wie preislich gibt es meines Erachtens keine entscheidenden Unterschiede, man überlege sich nur, von welchem „Krachtis“ man sich hereinlocken lässt.

Eine Empfehlung, die ich nicht selbst ausprobiert habe und deshalb ohne Gewähr weitergebe (inzwischen wurde der Tipp von Claudia noch einmal ausdrücklich bestätigt!), ist das „Ekstra“ in der Odós Zambelíou 8 (der Parallelstraße zur Hafenpromenade). Hier haben zwei deutsche Frauen eine kleine Oase in einem alten Gewölbe mit Natursteinbögen geschaffen. Eine „Café-Eateria“, in der man Kaffee trinken, deutsch und griechisch (?) frühstücken, essen oder auch nur einfach ein Weißbier trinken kann. Es soll für Frau besonders angenehm sein, da es hier keinerlei Anmache gibt. Außerdem findet man hier nur wenige Meter von der trubeligen Hafenpromenade entfernt seine Ruhe (auch als Mann).
Und das besondere für Kinder: hier gibt es auch Fischstäbchen!

Wendet man sich stattdessen von der Platía El. Venizélou nach rechts zum Aktí Tombázi (vorbei an der Moschee), liegt um die Ecke herum eine Ouzeri‚ mit leckeren Häppchen (Mesédes) zum Oúzo. Außerdem das Restaurant „Fáros“ mit leckeren Fischspezialitäten vom Holzkohlegrill. Weiter empfehlenswert in dieser Gegend das „Babit“ und das „Karnágio“ an der Platía Katecháki 8. Erkennbar an dem hölzernen Dirigentenpult mit der Speisekarte vor der Tür. Die Kellner sind sehr nett und lassen einen sogar möglicherweise die Sandkörner im Tintenfisch vergessen (die hatte ich hier zwar nicht immer, aber doch mehrmals).

PicturesOG/chania5_gwg.jpgGeht man weiter bis zum Ende des alten venezianischen Hafens, der heute als Yachthafen dient, findet man dort das wohl allerbeste Fischlokal der Stadt: „O Apostolis“ (das vorletzte Lokal – Ákti Enóseos 10). Diese Einschätzung teile ich mit vielen Einheimischen und sogar mit meiner Frau.

Bratkartoffeln und Steaks, sprich deftige internationale Küche, bietet das „Oleander“ in der Odós Skoúfon 7, einer Nebenstraße der Odós Zambelíou (und die ist wiederum die Parallelstraße hinter der Hafenpromenade Aktí Kondouriótou). Nicht mehr „in deutscher Hand“, aber das Essen ist nach wie vor O. k.

Das witzigste Café/Lokal im Hafen ist allerdings das „Fortetsa“, das als „moderne“ venezianische Festung vorne auf die Mole gebaut wurde. Damit man nicht von ganz hinter dem Yachthafen über die Mole hinlaufen muss, gibt es sowohl vom Nautischen Museum als auch aus dem Yachthafen einen kostenlosen Transfer mit viereckigen kleinen Fährbooten – sie sind schon wirklich einfallsreich, die Kreter!

Es gibt übrigens ein chinesisches Restaurant rechts hinter der Moschee am Hafen: „Golden Wok“. Aber wer isst als Tourist auf Kreta schon chinesisch?

In der venezianischen Altstadt hinter dem Fischerhafen sind immer mehr Lokale entstanden, die sich in alten (eigentlich abbruchreifen) venezianischen Häusern angesiedelt haben. Manchmal sitzt man dort ohne Dach über dem Kopf, oft spielen ein paar Studenten Bousoúki und Gitarre, praktisch immer isst man ordentlich und überall ist es gemütlich!
Ein paar kleinere und billigere Lokale liegen in der Odós Giannári (der Durchgangsstraße zwischen Markthalle und Odós Chalídon) oder in der Markthalle. In letzterer natürlich nur tagsüber, denn abends ist die Halle geschlossen.

Imbissbuden (Fastfoudádika) gibt es reichlich in der Odós Giannári, am Beginn der Hafenpromenade Aktí Koundouriótou und in der Odós Chalídon. Ein eher klassisches Souvláki-Lokal (gemütlich) liegt ebenfalls in der Odós Chalídon neben der katholischen Kirche.

Nicht allzu weit von hier kommt der Liebhaber süßer Sachen voll auf seine Kosten: In der Odós Tsoudéron kurz vor der Markthalle auf der linken Seite das Sacharoplastío (Konditorei) „Tzedaki“: Die Leckereien liegen unübersehbar im Schaufenster, und es duftet unüberriechbar schon von weitem. Es gibt hier auch Loukoumádes (die griechische Krapfenversion).

PicturesOG/chanianight.jpgNachtleben
Später am Abend bietet Chaniá natürlich auch noch diverse Möglichkeiten der Unterhaltung westlicher Art: Mehrere Diskotheken gibt es am Aktí Tombázi hinter der Moschee.

Das „Ideon Andron“ in der Odós Chalídon ziemlich weit unten in einem Hinterhof erinnert wahrlich an eine Höhle. Hier ist oft auch westliche Gitarren-Live-Musik zu hören.

Etwas anspruchsvoller das „Fagotto“, das mehr eine Bar ist, mit Klaviermusik und Jazz (direkt vor dem Nautischen Museum die Odós Angélou links hoch, ziemlich bald im Souterrain auf der rechten Seite). Erst ab 9 Uhr abends geöffnet, dafür aber bis 2 Uhr nachts.

Unterkunft
Hotels:
B-Kat.: „Lissos“; Od. Dimokratías 68; 41 Zimmer/68 Betten; Tel. 28210-24671 und 28210-24672.
C-Kat.: „Afroditi“ (Pension); Od. Agíon Déka 18; 9 Zi./20 B.; Tel. 28210-57602.
C-Kat.: „Mary Poppins“ (Pension); 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-26357.
C-Kat.: „Plaza“; Akti Tombázi 1; 8 Zi./17 B.; Tel. 28210-22540.
C-Kat.: „Theofilos“ (Pension); Od. Papanastassíou 76; 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-53294 und 28210-56288.
D-Kat.: „Nea Ionia“; Od. Verovíts Passá 3; 12 Zi./22 B.; Tel. 28210-22706.
D-Kat.: „Tina“; Odós Bonáli 3; 15 Zi./26 B.; Tel. 28210-41195.
E-Kat.: „Averof“; Platía 1866 11; 10 Zi./20 B.; Tel. 28210-40809 und 28210-23090.
E-Kat.: „Lagonikakis“; Platía Mitropóleos; 8 Zi./20 B.; Tel. 28210-52525 und 28210-22161.
E-Kat.: „Phedias“; Od. Apokorónou Santriváni 6; 20 Zi./43 B.; Tel. 28210-52494.
E-Kat.: „Piraeus“; Od. Zambelíou 14; 15 Zi./31 B.; Tel. 28210-54154.
E-Kat: „Viennos“; Od. Skalídi 27; 8 Zi./18 B.; Tel. 28210-22470.

Außerdem auch viele unklassifizierte Pensionen und „Rent Rooms“, die man beim EOT (Touristeninformation) erfragen kann.

Spezielle Empfehlungen:
C-Kat.: „Eva“, Ecke Zambelíou (Parallelstr. hinter Hafenpromenade)/Theofánous; 4 Zi./8 B.
C-Kat.: „Manos“ (Pension); Akti Koundouriótou 17 (zentral, aber direkt über der Hafenpromande, also ggfs. etwas lauter); 9 Zi./19 B.; Tel. 28210-29493 und 28210-52392.

„Rooms and Studios Ifigenia“ in der Altstadt hinter dem Fischerhafen. Sehr schöne Räume und Studios teilweise mit Blick oder Balkon zum Hafen. Abends ist es deshalb nicht immer ruhig, man ist eben mitten drin. Das Preisniveau bewegt sich in mittleren bis etwas höheren Kategorien, aber man gönnt sich ja sonst nichts: Ifigenia.

Hotels Chaniá – Preisvergleich bei trivago.


Einen nicht luxuriösen, aber sehr netten Campingplatz gibt es ca. 4 Kilometer westlich von Chaniá (ohne eigenes Fahrzeug mit dem Bus Richtung Kastélli erreichbar): „Camping Chaniá“ (Tel. 28210-33125).
Ich habe gehört, lange Wohnwagengespanne könnten leichte Probleme mit der engen Einfahrt haben. Ich war selbst noch nie mit so einem Gespann dort. Das Gelände ist flach und verfügt über natürlichen Schatten durch Olivenbäume. Die sanitären Anlagen sind gepflegt und in Ordnung. Es gibt eine Taverne, einen Mini-Market, Waschmaschinen und einen Swimmingpool (zum Meer sind es aber nur etwa 5 Minuten zu Fuß).


PicturesOG/chanianight2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel

Mit dem Flugzeug:
Der Flughafen von Chaniá befindet sich auf der Halbinsel Akrotíri (Entfernung 14 Kilometer). Er wurde inzwischen bombastisch zum „International Airport“ ausgebaut. Das hier früher allgegenwärtige Militär ist nur noch diskret vorhanden. Man erreicht den Flughafen über die von der Markthalle ausgeschilderte Straße Richtung Osten oder auch mit dem Stadtbus Linie 1. Die Olympic Airways stellt auch Zubringerbusse zur Verfügung, die beim dortigen Büro abfahren. Nachts gibt es allerdings nur Taxis.
Flüge gibt es von bzw. nach Athen 6x täglich. Genauere Information (so weit es die bei Olympic Airways überhaupt gibt *g), im Büro der Olympic Airways: Odós Stratígou Tsanakáki 66 (gegenüber des Stadtparks – Tel. 28210-22701).

Mit dem Schiff:
Der alte venezianische Hafen von Chaniá ist so klein, daß die dortigen Mauern schon beim Anblick eines ausgewachsenen Fährschiffes kollabieren würden. Deshalb leistet sich Chaniá den Luxus eines eigenen Hafenortes. Was für Athen Piräus ist, ist für Chaniá Soúda. Die Stadtbusse der Linie 2 pendeln ständig von der Markthalle zum Hafen von Soúda. Jeden Abend fahren von hier die Fährschiffe der Gesellschaften „A.N.E.K.“ und „Minoikés Grammés“ nach Piräus ab, jedenfalls mit dem Auto sollte man mindestens eine Stunde früher da sein. Fahrkarten kann man auch in Soúda kaufen, die zentralen Büros der beiden Gesellschaften in Chaniá befinden sich:
A.N.E.K. am Platz gegenüber der Markthalle, neben der Nationalbank.
Minoikés Grammés (Minoan Lines): in der Odós Chalídon 8 (ziemlich weit unten).
Beide Linien haben praktisch identische Preise.

PicturesOG/chania15_gwg.jpgMit dem Bus:
Der zentrale Busbahnhof von Chaniá liegt an der Ecke der Odós Kylaídi/Odós Kydonías.
Von hier aus fahren Busse nach:
– Alikianós/Fournés/Lákki (8x täglich).
– Agía Triáda (Kloster auf Akrotíri) (2x täglich).
– Chandris-Hotel (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kolymbári und/oder Kastélli weiterfahren – fährt vorher durch Stálos, Agía Marína, Plataniás, Geráni, Máleme an der Nordküste entlang nach Westen) vormittags und nachmittags alle 15 Minuten.
– Chóra Sfakíon (Sfakiá)(3x täglich).
– Elafonísi (über Kloster Chryssoskalitisa) (1x täglich – morgens!)
– Falássarna (über Kastélli und alles, was vorher an der Nordküste liegt) (3x täglich).
– Kastélli (über alle Orte, die unter Chandris-Hotel genannt sind und Kolymbári) (14x täglich).
– Kolymbári (zusätzlich zu den Bussen, die nach Kastélli weiterfahren) (knapp 30x täglich).
– Omalós-Hochebene (Samariá-Schlucht) (4x täglich). Zur Omalós-Hochebene bietet KTEL von Chaniá Pauschaltouren an (Chaniá-Omalós und zurück Chóra Sfakíon-Chaniá), die preislich deutlich günstiger liegen als die der Reiseunternehmen.
– Paleóchora (5x täglich).
– Réthymnon und Iráklion (andauernd, mindestens 25x täglich).
– Über Réthymnon nach Agía Galíni (6x täglich).
– Über Réthymnon nach Plakiás (5x täglich).
– Soúgia (2x täglich, sonntags nicht).
– Stavrós (Akrotíri) (6x täglich).
– Vámos (auf der Halbinsel Drápano) (5x täglich).
Weitere Busverbindungen in kleinere Dörfer erfrage man am Busbahnhof.

Außerdem gibt es Stadtbusse in Chaniá, die man erstens an der dunkler blauen Farbe und zweitens an der Nummer vorne im Sichtfenster erkennt. Sie befahren folgende Strecken:
– Linie 1: von der Markthalle über Chalépa und Akrotíri zum Flughafen.
– Linie 2: von der Markthalle zum Hafen von Soúda.
– Linie 3: von der Markthalle nach Galatás.
– Linie 4: von der Markthalle nach Mourniés und Nerokoúres.


Einen besonderen Busservice gibt es seit Juni 2009: Einen Minibus, der laufend durch Innen- und Altstadt die gleiche Route abfährt und zwar:
Start ist in der Odós Stratígou Tzanakáki vor dem Gebäude der Olympic Airways (zur besseren Orientierung, es ist unweit von Post, OTE und dem kleinen Stadtpark). Nächster Haltepunkt ist die Markthalle, von der es ein Stück die Hauptstraße weiter nach Westen geht. Odós Moussoúron – Od. Chatzimichálí Giannári – Od. Episkópou Chrysánthou – Od. Sifáka (H) – Pýli ton Neoríon (H) – Od. Kalérgon – Pýli tis ámmou (am kleinen östlichen Stadtstrand – H) – durch die Odós Kýprou zur Odós Koraí (H am Nationalstadion). Wieder nach Osten über die Od. E. Venizélou (H) und dann nach Süden durch die Od. Kyriákou Mitsotáki zu den Gerichtsgebäuden (H). Der letzte Haltepunkt,  bevor der Bus wieder seinen Ausgangsort erreicht, liegt in der Od. Ioánnou Sfakianáki. Die Route ist an den Haltepunkten ausgehänbgt.

Der Bus verkehrt zwischen 9:00 und 23. alle 20 Minuten und ist kostenlos! Er wird zwar durch KTEL betrieben, aber von der Stadt finanziert.


Mit dem Taxi:
Innerorts und abends wieder nach draußen bietet das Taxi die beste Verbindung. Die Preise sind an mitteleuropäischen Maßstäben gemessen angenehm.

PicturesOG/chania3_gwg.jpgSonstiges
Diverse Reisebüros bieten Tagesausflüge z.B. in die Samariá-Schlucht an, das Angebot des KTEL (s.o.) ist aber in jedem Fall das preiswerteste. Dieses Angebot des KTEL gilt für alle Orte zwischen Réthymnon und Kastélli: Fahrt vom jeweiligen Ort zur Omalós-Hochebene und Rückfahrt von Chóra Sfakíon zum jeweiligen Ausgangsort der Preis für das Fährschiff(chen) von Agía Rouméli nach Chóra Sfakíon ist nicht inbegriffen).
Es gibt in Chaniá auch eine katholische Kirche, und zwar in der Odós Chalídon ziemlich weit unten. Jeden Sonntag um 10 Uhr wird die Messe gelesen.
Die ELPA (der griechische ADAC) befindet sich in der Odós Nikólaou Skoulá, einer rechten Seitenstraße der Ausfallstraße Richtung Soúda (ausgeschildert).

 

Réthymnon

PicturesOG/Rethymnon 6_ww.jpgDie Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks an der Nordküste zwischen Iráklion und Chaniá gehört für mich zu den schönsten Städten Kretas. Sie wirkt von allen kretischen Städten am orientalischsten, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Türken einiges an Bausubstanz hinterlassen haben. Für den Pauschaltourismus liegt die Stadt recht günstig, da nicht zu weit vom Hauptflughafen Iráklion entfernt. Außerdem hat sie lange Sandstrände östlich des Ortes zu bieten, ist also entsprechend voll, jedenfalls in der Saison.

Auch außerhalb der Saison ist Réthymnon Universitätsstadt. Hier sind die Philosophische Fakultät der Universität von Kreta und die Pädagogische Hochschule angesiedelt. Da das Polytechnikum in Chaniá und die anderen Fakultäten in Iráklion untergebracht sind, wird die Universität von Kreta auch scherzhaft als die „längste Universität der Welt“ bezeichnet.

Geschichte
Schon in minoischer Zeit lag hier eine Ansiedlung: Rhithymna. Von ihr ist allerdings rein gar nichts mehr zu sehen. Auch spätere Bewohner der Stadt, Römer, Byzantiner oder Araber sind optisch nicht mehr präsent, erst die Venezianer hinterließen wie vielerorts Bleibendes. Auch die Zeit der Türkenherrschaft ist in Rethymnon in Form mehrerer Moscheen und Minaretts noch sichtbar.

Unter der venezianischen Herrschaft entwickelte sich Réthymnon zu dem kulturellen Zentrum der Insel. Davon zehren die Rethymnioten heute noch gerne. Nicht umsonst liegt hier ein bedeutender Teil der kretischen Universität (s. o.).

Stolz ist Réthymnon auch auf einen berühmten Sohn der Stadt, den 1986 verstorbenen Schriftsteller Pantelís Prevelákis. Seine Bücher „Der Engel im Brunnen“ und „Die Sonne des Todes“ wurden auch ins Deutsche übersetzt, sind aber seit langem vergriffen. Leider ist inzwischen auch sein Buch über Réthymnon, die „Chronik einer Stadt“ zumindest in Deutschland nicht mehr lieferbar. Ein findiger kretischer Buchhändler aus Iráklion (die Buchhandlung am Morosíni-Brunnen) hat das Buch aber inzwischen in Lizenz nachgedruckt.

PicturesOG/rethy_fortezza_wn.jpgSehenswürdigkeiten
Der erste Weg führt natürlich hinauf zur venezianischen „Fortétsa“ (so schreiben es die Griechen, man findet aber auch dann und wann noch die venezianische Schreibweise „Fortezza“), die in erster Linie als Fluchtburg für die Einheimischen diente.

Um auf die Fortétsa zu gelangen, biegt man von der Odós Melisinoú rechts in die ansteigende Odós Katecháki ab, diese führt zum Eingang.
Die Fortétsa bietet einen interessanten Blick über die Stadt und viel Ruhe. Außerdem steht hier noch eine große (wenn auch völlig leere) Moschee, nicht weit davon gleichsam als Kontrast ein kleines christliches Kirchlein.

PicturesOG/arimondi.jpgAn der Platía Títou Petycháki (die die Einheimischen nach dem dort stehenden Baum nur „Plátanos“, die Platane, nennen) steht auf der der Fortétsa zugewandten Stirnseite des Platzes (das wird hier so genau beschrieben, da viele auf der Suche nach dem Brunnen einfach vorbeilaufen!) der (A.) Rimóndi-Brunnen. Der venezianische Statthalter Alvise Rimóndi ließ ihn 1629 erbauen – wollte es wohl gerne seinem Kollegen Morosíni in Iráklion gleichtun.
Hier sind es zwar nur drei venezianische Löwen, die nebeneinander angeordnet sind, aber im Gegensatz zu ihren berühmteren Brüdern speien sie wenigstens meistens Wasser.
Allerdings sollte der Brunnen mal restauriert werden.

Das Standbild des kretischen Freiheitshelden Kóstas Giamboudákos, der 1866 das Kloster Arkádi in die Luft sprengte, ist vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen weniger sehenswert. Martialisch-heroisch steht es auf der Platía 4 Martyrón. Nicht weit davon als harscher Kontrast ein türkisches Minarett.

PicturesOG/mart_rethy03.jpgDie türkischen Hinterlassenschaften in Form von drei Moscheen sind ebenfalls sehenswert: ganz in der Nähe der Platía 4 Martyrón in der Odós Moátsou die „Moschee des Véli Paschá“. An der Platía Títou Peticháki die „Moschee Tis Nerantsés“, in der sich heute der Konzertsaal der Stadt befindet. Und die dritte ist die „Moschee des Kára Mussá Paschá“ in der Odós Arkadíou (der Parrallelstraße der Hafenpromenade landeinwärts) an der Ecke der Odós Viktóros Ugó (ja, die Victor-Hugo-Straße). In dieser Moschee ist heute die rethymniotische Dienststelle des Büros für byzantinische Denkmalpflege auf Kreta untergebracht.

Wie Chaniá ist auch Réthymnon an sich eine einzige Sehenswürdigkeit, zumindest in der Altstadt. Überall sind die Überreste venezianischer Baukunst zu sehen, eine Tür, ein Balkongitter u. a.

Archäologisches Museum
Neben den Schätzen, die im Archäologischen Museum Iráklions zusammengetragen wurden, wirken alle anderen Museen Kretas ein wenig ärmlich. Dennoch lohnt sich auch hier der Besuch. Das neue Archäologische Museum ist von der Venezianischen Loggia in der Odós Arkadíou inzwischen in das Haus gegenüber des Eingangs zur Fortétsa umgezogen (die Eintragung im Stadtplan ist also nicht mehr korrekt!). Ausgestellt sind hier Funde vorwiegend aus dem Bezirk Réthymnon: Werkzeuge, Haushaltsgerät, Waffen und Weihegaben, Keramik, Amphoren. Insbesondere interessant ist eine umfangreiche Münzsammlung und einige Sarkophage.
Nebenbei bemerkt: Auch die Venezianische Loggia ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellte wohl so etwas ähnliches wie einen Herren-Club für die venezianischen Edelmänner jener Zeit dar. Hier traf man sich, unterhielt sich und spielte.

Historisches bzw. Volkskundemuseum
Das „Istorikó ke Laografikó Mouseío“ liegt in der Odós Mesolongíou 28 (unterhalb der Fortétsa, es gibt auch Hinweischilder), geöffnet täglich von 18 bis 20.30 Uhr.

Adressen
PicturesOG/Rethymnon 4_ww.jpgEOT – Touristeninformation: In einem Flachbau auf dem Strand an der Strandpromenade Prokiméa Elevtheríou Venizélou. Geöffnet täglich von 9 bis 18.30 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr. Hier kann man auch Privatzimmer erfragen.

Polizei: an der Platía Iróon Polytechníou.

Post: in der Odós Moátsou; geöffnet von 8 – 20 Uhr, samstags von 8 – 15 Uhr. Postkiosk an der Strandpromenade Prokiméa El. Venizélou mit den üblichen moderaten Öffnungszeiten.

OTE (Telefon und Telegramme): in der Durchgangsstraße Odós Koundouriótou 26. Natürlich überall auch Kartentelefone.

A.N.E.K. (Fährtickets Iráklion-Piräus bzw. Soúda-Piräus): an der Platía 4 Martyrón.

Olympic Airways: in der Odós Koumoundoúrou 5, Tel. 08 31/2 22 57 und 2 33 33.

Rethymniakí (Fährgesellschaft der Verbindung Réthymnon-Piräus und zurück): Odós Arkadíou 250, Tel. 0831/2 92 21 und 2 15 18 (wenn man am hinteren Ende des alten venezianischen Hafens links um die Ecke biegt, läuft man direkt darauf zu).

Außerdem erhält man Tickets für A.N.E.K., Minoikés Grammés (Minoan Lines) und Olympic Airways auch im Reisebüro in der Odós Arkadíou 94.

Ärztliche Versorgung
Dienststelle der IKA in der Odós Chatsidákis.

Praktische Ärzte z.B.:
Sotíris Katsantónis, Od. Kastrinojannaki 25, Tel. 28310-28849.
Christóforos Frangedákis, Paxiarchías Rímini, Tel. 28310-28538.

Zahnärzte z.B.:
Georgía Varoúcha-Kalligéri, Od. Arkadíou 203, Tel. 28310-22855.
Emmanuíl Thomadákis, Od. Gerakári 73, Tel. 28310-23383.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte z.B.:
Zacharías A. Mávros, Od. Ch. Daskaláki 11, Tel. 28310-24666

Kinderärzte z.B.:
Agápios Akoumianákis, Od. Gerakári 184, Tel. 28310-28428.
Konstantínos Anastasákis, Od. Charíklias Daskaláki 14, Tel. 28310-23532.
Vágia Pramatevtáki-Kafási, Od. G. Chatsidáki 23, Tel. 28310-24297.

Krankenhaus: Odós Trandalídou, Tel. 28310-27491.
Apotheken sind überall reichlich vorhanden.

PicturesOG/rethipla.jpg
Der Busbahnhof ist hier falsch eingezeichnet. Er befindet sich jetzt an der Spitze des kleinen N-Pfeils links unten in der Ecke des Plans.


Auto- und Motorrollervermietungen

Autovermietungen sind über die Stadt verstreut.
Besondere Empfehlung: „Klearchos S.A“ in der Odós M. Krits 85 (gegenüber vom Grecotel „Creta Palace“). Der Chef spricht Deutsch. Telefon 28310-54534, E-Mail info@klearchos.gr. Ob er der Allerbilligste von Rethymnon ist, weiß ich nicht, aber er ist auf jeden Fall jemand, der bei Problemen zuverlässig und problemlos hilft. Und das ist nicht nur meiner Meinung nach das Allerwichtigste.
Es gibt noch eine Filiale neben dem Grecotel „El Greco“, Pigianos Kampos. Telefon 28310-72555 (hier spricht man mindestens Englisch). Webseite hier .

Noch eine Empfehlung: Intercity , Sofoklís Venizélou 70 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten).

Baden
Vor vielen Jahren hat man in Réthymnon mal von einem großen Hafen mit regem Schiffsverkehr geträumt. Deshalb baute man zwei lange Molen ins Meer hinaus. Tatsächlich aber versandete alles zwischen diesen beiden Molen, so dass heute kein größeres Schiff mehr genug Wasser unter den Kiel bekäme. So ist eine riesige Badewanne entstanden, die zum Baden ideal wäre, da inzwischen die Abwässer der Stadt hier nicht mehr ins Meer fließen (früher mal war Réthymnon ein Eldorado für Hautärzte, das hat sich zum Glück geändert). „Wäre“, denn der Strand ist keine Offenbarung, da er ziemlich ungepflegt ist.
Man kann z. B. mit dem Bus auch ein Stück aus Réthymnon nach Osten herausfahren, hier gibt es lange Sandstrände, hinter denen auch die großen Hotelanlagen liegen.

Banken / Geldwechsel
Die meisten Banken liegen in der Hauptdurchgangsstraße Odós Koundouriótou. Ansonsten Geldwechsel (auch Schecks) auch auf der Post in der Odós Moátsou, oder zu den üblichen Kursen (allerdings wie bei allen solchen Wechslern unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr), im Postkiosk an der Strandpromenade auch sonntags und im Reisebüro auf der Odós Arkadíou, der Parallelstraße hinter der Strandpromenade. Deutsche und Österreicher brauchen natürlich wegen des Euros keinen Geldwechsel mehr.
Geldautomaten gibt es selbstverständlich auch in Rethymnon.

PicturesOG/mart_rethy02.jpgEinkaufen
Réthymnon bietet aufgrund der Größe und der touristischen Infrastruktur Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Touristische Artikel gibt es reichlich auf der Strandpromenade (Prokiméa El. Venizélou). Weitere Zentren der Souvenirläden sind die Platía Títou Peticháki und die Odós Paläológou. Kleine Geschäfte mit „Trödel“ aller Art ebenfalls an der Platía Títou Peticháki und in der Odós Thessaloníkis 14.

Réthymnon ist berühmt für seine Lederwaren. Zum Beispiel bei „Christidis“ an der Strandpromenade (gegenüber des EOT) oder im Laden an der Ecke Odós Antistáseos/Odós Tsoudéron. Oder ebenfalls in der Odós Arkadíou am anderen Ende, Richtung Hafen, bei „Karras“, der besondere Qualität anbietet. Etwas teurer, aber mehr Kunst als Handwerk. „Karras“ hat inzwischen noch zwei kleinere Dependancen, eine versteckt in der Altstadt, die andere außerhalb an der Strandstraße.

Der wohl bekannteste Lederwarenhändler der Stadt, der „Leder-Partisan“, hat sich offensichtlich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen oder ist sogar gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Stoppt Strauß“-Parolen, selbst dann noch, als dieser längst von „himmlischen Mächten gestoppt“ worden war.

Wer sich für kretisches Kunstgewerbe interessiert, sollte mal bei „Dimito“ in der Odós Sofoklís Venizélou 16 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten) vorbeischauen.

Und der berühmteste Kräuterladen der Insel darf hier nicht vergessen werden: in der Odós Soulíou (Ecke Odós Vitzéntzou Kornárou) liegt er, der Kräuterladen „Kontojannis“, mit einer riesigen Auswahl an Heil- und Gewürzkräutern, die alle auf griechisch und deutsch auf Schildern angepriesen werden. Die deutschen Übersetzungen sind vor allen Dingen deshalb so lustig, weil sie Wort für Wort mit Hilfe eines Wörterbuches von 1903 übersetzt wurden. Darüberhinaus haben sich einige kleinere und größere Schreibfehler eingeschlichen. Der Laden ist sehenswert, für den preiswerten Einkauf (der gängigeren Kräuter) aber lohnt die Markthalle in Chaniá mehr, da es dort die meisten Kräuter etwa zum halben Preis gibt.

Schallplatten/CDs z. B. im „Music Inn“ in der Odós Arkadíou 113. Große Auswahl und ein engagierter Inhaber, der sich freut, wenn man sich nicht nur für die übliche „Touristen-Sirtáki-Musik“ interessiert.
Und als Mitbringsel für die Lieben daheim oder für einsame Abende an ebensolchen Stränden: Spirituosen in umfangreicher griechischer und internationaler Auswahl gibt es in der Odós Arkadíou 152.

Lebensmittel kauft man am besten morgens frisch in der Odós Ethnikís Antistáseos. Jeden Donnerstag ist Markttag auf der Platía 4 Martyrón.

PicturesOG/mart_rethy01.jpgEssen und Trinken
Am romantischsten sitzt man natürlich im kleinen Venezianischen Hafen, und entsprechend voll ist es auch.
Die „Kráchtes“ (Kundenfänger) der verschiedenen Lokale versuchen, den potentiellen Gast in teilweise sehr zudringlicher Art hineinzulocken, das „fresh fish“ ist überall und immer wieder zu hören. Ich kann hier beim besten Willen keine Empfehlung geben, das ganze hängt von der Tagesform des Kochs ab.
Ich erlebte einmal die Klage eines Wirtes, der sich über einen weiblichen Gast beschwerte, die nur die Hälfte des Salates bezahlen wollte, weil die Gurken angeblich holzig gewesen seien. Dabei habe er sie erst an diesem Tag auf dem Markt gekauft.

Ich aß auch einen solchen Salat … die Gurken waren wirklich kaum genießbar (und der Tintenfisch praktisch zu Holzkohle verbrannt). Im gleichen Lokal habe ich allerdings mehrfach gut gegessen … deswegen keine Schelte, aber auch keine Namensnennung (auch wenn andere dieses Lokal gerne empfehlen). Am Besten sollte man seine Abendmahlzeit im Venezianischen Hafen allerdings bis etwa 22 Uhr beendet haben, da später die sanfte griechische Hintergrundmusik brutal durch eine hier liegende Disco vernichtet wird.

Nicht ganz so romantisch, aber sicher nicht schlechter sind die Lokale an der Strandpromenade. Hier hat es mir besonders gut in den nebeneinander liegenden Tavernen „Samaria“ und „Tassos“ geschmeckt (ich habe aber die Rückmeldung bekommen, dass man im „Samaria“ nicht so zufrieden war – wahrscheinlich ebenfalls Tagesform).
Den einen oder anderen Abstrich an die Tagesqualität muss man auch hier möglicherweise machen, denn alle Lokale, die an solchen „Abfütterungspromenaden“ liegen, leiden unter großem Konkurrenzdruck und so gibt es auch schon mal einen schlechteren Tag. Aber auch hier gilt: Man suche sich das Essen am besten drinnen in der Wärmetheke aus (nichts Kurzgebratenes, das gibt es überall) und vergesse niemals die Frage, ob das Essen frisch (apó símera) sei.

PicturesOG/Rethymnon 1_ww.jpgEin Tipp der Leiterin der Jugendherberge, der mir als hervorragend bestätigt wurde, ist das „Catarina“ auf der Ecke der Odós Katecháki mit der Odós Melissinoú. Man spricht hier zwar deutsch, trifft aber hauptsächlich Griechen … und das ist bekanntermaßen ein Merkmal für gute Qualität!

Ein Lokal für schlechtes Wetter und den Winter ist das „Baluardo“ in der Odós Plastíra 20, welches gepflegte kretische Küche in europäischer Verkleidung serviert. Das ganz Besondere ist auch die Inneneinrichtung …

Tipp: Christos‘ Taverne in Gállou
Ein Tipp von Martina H. ist „Christos‘ Taverne“ im nur 2 Kilometer vom Zentrum Réthymnons entfernten Gállou (ganz in der Nähe der Universität – man kann der Ausschilderung dorthin folgen). Die Taverne ist ausgesprochen gemütlich und serviert ganzjährig vom frühen Nachmittag bis in die späte Nacht traditionelle Gerichte vom Holzkohlegrill oder aus dem Ofen. Christos Tsifakis und seine Frau Maria sind sehr um das Wohl ihrer Gäste bemüht.

Und ein paar Möglichkeiten, sich beim Trinken satt zu essen: die optisch und kulinarisch (!) schönste ist sicherlich die Taverne „Iliovassilémata“ westlich unterhalb der venezianischen Fortétsa, in der man geruhsam seinen Oúso oder Rakí mit vielen leckeren Kleinigkeiten genießt und den Sonnenuntergang obendrein. Leider führt die Straße direkt vor dem Lokal vorbei.

Nicht so romantisch, aber echt urig ist das Kafenío „Anagnostáki“ in der Odós Agías Varváras 11. Hier gibt es in der Glut gebackene Kartoffeln und mit Zitronensaft beträufelte Kohlblätter zum Rakí, und man sitzt wirklich unter Einheimischen (ich hörte kürzlich, man habe es nicht gefunden, es wäre schade, wenn es das nicht mehr gäbe!).

An der Schwelle zum Fast-Food-Restaurant stehen die meisten Lokale an der Platía Títou Peticháki. Die Speisekarte des „Ovelistírion Neratzé“ z. B. erinnert sehr an gewisse Hamburgerlokale. Es schmeckt dennoch nicht schlecht. Das empfehlenswerteste Lokal hier an diesem Platz ist für mich aber das „Platanos“, auch wenn die Lokale rechts und links schicker aussehen und in der Regel voller sind. Hier ist es (bisher) alles noch ein wenig älter und behäbiger als bei den Nachbarn (wenn das auch vermutlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte).

PicturesOG/Rethymnon 5_ww.jpgIn diesem Lokal erlebte ich einmal wirklich Erstaunliches: Ich saß hier mit ein paar jungen Leuten aus München, die ich (lustigerweise über meinen Reiseführer – damals war da noch ein Foto von mir drauf) kennengelernt hatte. Die Wirtin hatte irgendwie registriert, dass ich des Griechischen einigermaßen mächtig bin. Und so kam sie plötzlich mit einem englischen Touristen an unseren Tisch und bat mich, als Dolmetscher zu fungieren. Sie verstand nicht, was der junge Mann von ihr wollte.

Ich auch nicht sofort, denn die Geschichte erschien absurd, aber dann übersetzte ich ihr doch sein Anliegen: Er war drei Tage zuvor hier im Lokal gewesen, hatte zwei Cola getrunken und war gegangen, ohne sie zu bezahlen. Nicht aus bösem Willen, er war einfach so in Gedanken gewesen, dass er es vergessen hatte. Nun war er voll schlechten Gewissens zurückgekehrt, das Versäumte nachzuholen. Ungläubiges Staunen machte sich auf dem Gesicht der Wirtin breit. Sie hatte es wohl selbst noch gar nicht bemerkt, und wenn, hatte sie so viel nachträgliche Ehrlichkeit sicherlich noch niemals erlebt. Dies machte sich für den Engländer bezahlt, denn wir konnten durch das Fenster nach drinnen beobachten, dass sie ihm einen großen Rakí ausgab (und uns dann später auch).

Das Besondere an dieser Geschichte ist wirklich dies: In solch touristifizierten Gegenden wie Réthymnon kann man so etwas eigentlich nicht mehr erleben. Und das macht Hoffnung: Der Tourismus wird diese Insel wohl nicht wirklich klein kriegen, das hoffe ich jedenfalls! Und nur deshalb habe ich diese Geschichte auch erzählt. Wenn erst einmal der endgültige Generationswechsel vollzogen ist, d. h. alle jetzt Älteren und Alten gestorben sind, kann man das aber vermutlich nicht mehr garantieren. Auch jetzt erlebt man anderswo genügend Fälle von Geldgier und Rücksichtslosigkeit. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wo ist diese Entwicklung denn nicht festzustellen?

Das alte und das neue Kreta treffen sich an der Platía 4 Martyrón: traditionelle griechische „Loukoumádes“ (Honigkrapfen) in einem Self-Service-Café (Ecke Odós Ethnikís Antistáseos).
Die beste Eiscreme bietet nach wie vor das „Méli“ (nicht die billigste allerdings), etwas außerhalb nach Osten an der Strandpromenade.

PicturesOG/rethynight.jpgNachtleben
Ist die Nacht noch jung, findet sie in erster Linie am Venezianischen Hafen statt. Hier sitzt oder flaniert man, sieht und wird gesehen.

Nach der Abendessenszeit begibt man sich dann entweder ins „Delfini“ (das zweite Gebäude direkt auf dem Strand), wo es abends Bousoukimusik mit entsprechender Anmache gibt, oder in eine der zahlreichen Diskotheken: in der Odós Neárchou das „La Loggia“ und das „Fortétsa“, im venezianischen Stil, in der Odós Arkadíou 287 das ehemalige „Scratch“, welches heute „To Milo“ (der Apfel) heißt.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist die Disco „Ichokínisi – Soundmotion“ am östlichen Ende der Stadt am Strand, unweit des Hotels „Steris“. Es wird zwar langsam langweilig, mich immer zu wiederholen, aber alle solche Empfehlungen unterliegen auch kurzfristigen Änderungen. Hinweise werden immer gerne entgegengenommen!

Wer es lieber ein wenig kretischer hat, geht vielleicht zu Níkos Gounákis in die Odós Pánou Koronéou. Níkos selbst spielt Lýra, und viele Gastmusiker geben sich bei ihm die Ehre. Fast jeden Abend ist hier also noch originales Kreta zu erleben, allerdings muss ich hier leider ein Posting von Peter aus Linz zitieren: „Selbst zu den Instrumenten gegriffen hat er eher nur mehr sporadisch. Er ist diesen Sommer an einem Leberleiden verstorben. Bei unseren Besuch in der Taverne spielte sein Sohn Jorgos ziemlich betrunken allein auf der Bühne, als fast alle Gäste vertrieben waren, entschuldigte er sich bei uns und später auch noch die Mutter, die sich natürlich Sorgen macht, dass ihr Sohn seine Trauer um den Vater mit Alkohol bekämpfen will.“
Danke, Peter, leider auch wieder ein Stück altes Kreta verloren!

PicturesOG/Rethymnon 2_ww.jpgNach Westen Richtung Chaniá liegen an der alten Straße (!) etwa 5 Kilometer von Réthymnon entfernt mehrere kretische „Kéntra“ bzw. Lokale, in denen das Essen und Trinken des Abends nahtlos ins Nachtleben übergeht. Besonderes kretisches Ambiente findet man hier im „Kombos“ vor, während man im „Rises“ des öfteren (seltener allerdings in der Hauptsaison) „Kritikés vradiés“ (das heißt zwar nicht, aber bedeutet auf griechisch das gleiche wie die berüchtigten „Cretan nights“ – im Gegensatz zu jenen sind diese aber nicht für Touristen, sondern in erster Linie für Einheimische organisiert) erleben kann: Musik von Lýra und Laoúto, aber etwas kommerzialisiert.

Nach Osten wiederum sind es etwa 15 Kilometer bis zum Örtchen Skaléta. Auch hier gibt es ein Lokal, in dem man freitags und samstags kretische Live-Musik erleben kann: Die Taverne „Ilios“.

Selbst wer mit dem eigenen Auto auf Kreta unterwegs ist, sollte hier für An- und Abreise ein Taxi benutzen, denn es könnte und wird ziemlich feucht werden.

Unterkunft
Hotels
A-Kat.: „Achillion Palace“; Od. Giamboudáki 27; 72 Z./139. B.; Tel. 28310-54423.
A-Kat.: „Byzantio“; 5 Z./11 B.; Tel. 28310-55609 (nettes traditionelles Familienhotel).
A-Kat.: „Kreta Star“; 324 Z./591 B.; Tel. 28310-71812; April-Oktober.
A-Kat.: „Rethymno Bay“; 69 Z./131 B.; April-Oktober (direkt am Meer).
B-Kat.: „Filoxenia“; Odos Stamathioudáki; 39 Z./71 B. (am Meer).
B-Kat.: „Fortetsa“; Od. Melissinoú 16 (unterhalb der venezianischen Fortétsa zentral gelegenes nettes Familienhotel); Tel. 28310-55551; April-November.
B-Kat.: „Gortyna“; 37 Z./71 B.; Tel. 28310-71802; April-Oktober.
B-Kat.: „Idaeon“; Platia Plastíra 10; 86 Z./160 B.; Tel. 28310-28667; April-Oktober.
B-Kat.: „Liberty“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 24 Z./45 B.; Tel. 28310-55851.
B-Kat.: „Makaris“; Od. Stamathioudáki 97; 97 Z./197 B.; Tel. 28310-54280; März-November.
B-Kat.: „Olympic“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 64 Z./123 B.; Tel. 28310-24761.
B-Kat.: „Rethymniotiko Spiti“; 11 Z./19 B.; Tel. 28310-23923; März-Oktober (nettes traditionelles Hotel nicht weit vom Meer).
C-Kat.: „Archipelagos“; Od. Stamathioudáki 66; 56 Z./118 B.; Tel. 28310-54757; April-Oktober.
C-Kat.: „Astali“; Od. G. Papandreou 1; 36 Z./68 B.; Tel. 28310-24721; April-Oktober (nahe am Meer).
C-Kat.: „Ionia“; Od. Giamboudáki 52; 33 Zimmer/50 Betten; Tel. 28310-22902 und 23016.
C-Kat.: „Kyma Beach“; Platia Iróon (also trotz des Namens in Stadtmitte); 35 Z./66 B.; Tel. 28310-55503 (fast direkt am Meer).
C-Kat.: „Park“; Od. Igouménou Gavriíl 7 (in der Nähe des Stadtparks); 10 Zi./18 B.; Tel. 28310-29958.
C-Kat.: „Steris Beach“; Konstantioupóleos 1 (Kallithéa); 45 Zi./83 B.; Tel. 28310-28303 und 24781; April – November.
C-Kat.: „Valari“; Od. Kountouriótou 84; 29 Zi./55 B.; Tel. 28310-22236 und 29368.
D-Kat.: „Kastro“; Od. Nik. Plastíra 15; 6 Zi./14 B.; Tel. 28310-24973.
D-Kat.: „Minoa“; Od. Arkadíou 60; 31. Zi./54 B.; Tel. 28310-22508.
E-Kat.: „Achillion“; Od. Arkadíou 151; 10 Zi./21 B.; Tel. 28310-22581.
E-Kat.: „Paradissos“; Od. Igouménou Gavriíl 35; 11 Zi./23 B.; Tel. 28310-22419.
E-Kat.: „Possidon“; Od. Kallithéas 23; 9 Zi./24 B.; Tel. 28310-23795.

Hotels Réthymnon – Preisvergleich bei trivago.

PicturesOG/Rethymnon 3_ww.jpgNatürlich gibt es auch unzählige Privatzimmer.
Die Jugendherberge liegt in der Odós Tobási (der direkten Parallelstr. zur Odós Koundouriótou), sauber und gemütlich, in der Nähe der Minarette. Wie man mir schrieb, bekommt man bei der (deutschen) Besitzerin gute Tipps für Lokale.

Ein weiterer Tipp, der nicht von mir stammt, den ich aber gerne einfach weitergebe: Pension „Isidora“ der Familie Chalkiadákis in der Odós Mavíli 1. Der Besitzer spricht ein wenig deutsch und ist ausgesprochen nett. Die wenigen Zimmer sind alle mit eigener Dusche und WC ausgestattet und kosten ca. 28 Euro (mit Kochgelegenheit ca. 32 Euro). Mieten bzw. reservieren kann man die (wenigen) Zimmer bei der Tochter des Hauses, die in der Odós Ethnikís Antistásseos 14 ein Reisebüro („Rithian“) betreibt.


Camping Elisabeth
Den Campingplatz von Réthymnon erreicht man etwa 4 Kilometer östlich der Stadt über die Alte Straße (Tel. 28310-28694): direkt am langen Sandstrand unter schattigen Tamarisken und Schilfdächern. Das kleine und gemütliche Restaurant ist Mittelklasse, Minimarkt und Waschmaschinen sind vorhanden. Die sanitären Anlagen sind gut, Strand und Platz zwischen Tamarisken, teilweise mit Rasen sehr angenehm.
Die Chefin Elisabeth spricht sehr gut deutsch. Man kann Sonnenschirme, Motorräder und Mopeds mieten. Tische und Stühle, die man sich gratis vor das Zelt stellen darf, sind auch vorhanden.
Zudem vermittelt man gerne Mietfahrzeuge, geführte Wanderungen oder interessante Bootstouren.
Es gibt billigere Plätze auf Kreta, aber die sind dann in der Regel auch nicht so gemütlich. Nicht nur die Chefin gibt einem hier das Gefühl, willkommen zu sein.


Öffentliche Verkehrsmittel – Flugverbindungen
Einen Flughafen hat Réthymnon nicht. Ein Zubringerbus der Olympic Airways fährt aber von Réthymnon zum Flughafen in Chaniá. Büro der Olympic Airways siehe Adressen.


Öffentliche Verkehrsmittel – Schiffs-/Fährverbindungen
Mit der „Vitzentzos Kornaros“ von Lane Sea Lines:
– Nach Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Sonntagabend
– Von Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Freitagabend

– Von Réthymnon über Kastélli Kissámou, Antikýthira und Kýthira nach Kalamáta (Peloponnes): Abfahrt jeweils Sonntagmorgen
– Von Kalamáta (Peloponnes) über Kýthira, Antikýthira, Kastélli Kissámou nach Réthymnon: Abfahrt jeweils sonntags früh morgens

Das Fährschiff „Arkadi“ der „A.N.E.K.“ verbindet auch Réthymnon mit Piräus. Es fährt vier Mal die Woche abends ab.
„Fast Boats Neárchos“ (Büro in der Odós Arkadíou 250) fährt mit Schnellbooten nach Santoríni. Es gibt auch pauschale Komplettangebote, so z. B. jeden Sonntag einen Tagesausflug nach Santoríni inkl. Essen.
Tickets für die Schiffe von Iráklion nach Santoríni, Íos, Náxos, Páros, Piräus gibt es in Réthymnon bei „Caroline Tours“ an der Platía Iróon (beim „Ágnostos“, dem „unbekannten Soldaten“ – wieder ein Beispiel dafür, dass offizielle Namen von den Einheimischen gerne „vereinheimischt“ werden).


Öffentliche Verkehrsmittel – Busverbindungen
Der zentrale Busbahnhof ist leider ebenfalls im Stadtplan nicht (mehr) korrekt eingezeichnet! Er liegt jetzt (nein, seit ein paar Jahren) an der Ausfallstraße Richtung Chaniá, dort, wo die Straße rund um die Fortétsa wieder auf diese trifft. Am Busbahnhof erhält man auf Wunsch die aktuellen Fahrpläne, deshalb hier nur die generellen Informationen. Die Busse verkehren von hier aus nach:

– Agía Galíni 6x täglich.
– Arkádi 3 x täglich.
– Chaniá ständig, ca. 30 x täglich.
– Iráklion dito!
– Chóra Sfakíon (siehe unten: Plakiás).
– Omalós-Hochebene (zur Samariá-Schlucht) 2 x frühmorgens, auf Wunsch auch als Pauschalarrangement abends von Chóra Sfakíon zurück! Viel preiswerter als mit jedem Reisebüro!
– Plakiás 8 x täglich (zwei Busse davon – darunter der Frühbus um 8 Uhr – fahren weiter nach Chóra Sfakíon)

Der „Hotelbus“ befährt die Strecke nach Osten morgens jede halbe, den ganzen Tag über jede Stunde, zu den diversen Hotels.
Fahrkarten kauft man vorher im Büro der KTEL am Busbahnhof (incl. nummeriertem Sitzplatz, was nicht immer heißt, dass der entsprechende Platz auch frei ist. Das nehmen die Einheimischen nicht so genau, man arrangiere sich, denn Streiten macht überhaupt keinen Sinn!).

Die dunkler blau gefärbten Stadtbusse befahren die folgenden Routen:
Linie 1: Platía Iróon (ziemlich im Westen der Stadt) quer durch Réthymnon und weiter in die Vororte Perivólia, Platanés und zu den Campingplätzen.
Linie 2: Bis Platanés die gleiche Strecke wie Linie 1, biegt dann Richtung Arkádi ins Landesinnere ab nach Pigí, Endstation ist Loútro.
Linie 3: Von der Platía 4 Martyrón auf der Straße Richtung Spíli bis nach Arméni.
Linie 4: Vom Stadtpark auf der alten Straße Richtung Chaniá bis nach Atsipópoulo.

Réthymnon hat außerdem für die „Mittelstrecken“ noch einen Nebenbusbahnhof beim „Ágnostos“ (dem unbekannten Soldaten, s. o.). Der Platz heißt wie erwähnt eigentlich Platía Iróon, aber niemand nennt ihn so. Das Kafenío an der Südseite des Platzes gilt als Wartehalle, Fahrscheine kauft man im Bus. Von hier aus fahren die Busse nach:
Amári 3 x täglich.
Anógia (über Axós) 3 x täglich.
Margarites 2 x täglich.

Taxi
Standplätze an der Platía 4 Martyrón und beim „Ágnostos“.

PicturesOG/Rethymnon_bg.jpgSonstiges
Ein interessantes Tagesausflugsangebot: Die Fahrt mit dem „Cretan Pirate Ship“, Abfahrt 10 Uhr im venezianischen Hafen. Unterwegs wird gefischt (und das Gefangene auch gegrillt, aber unter uns: tagsüber fängt man in der Regel nicht so sehr viel, nicht umsonst fahren alle professionellen Fischer nachts hinaus), es bieten sich tolle Fotomotive und natürlich auch Bademöglichkeit an einem schönen, einsamen Strand. Rückkehr nach Réthymnon gegen 17.30 Uhr. Informationen und Fahrkarten gibt es im Hafen am Boot selbst, das nicht nur durch entsprechende Tafeln leicht erkennbar ist. Das Boot fährt nur bei ruhiger See, zwischen März und Oktober, und ist in der Hochsaison häufig früh ausgebucht. Eine nette Art, das Fischerleben auf „softe“ Art kennenzulernen, denn die ernsthafte Fischerei ist wie gesagt etwas strapaziöser, sie findet nämlich mitten in der Nacht statt.

Weinfest
Im Stadtpark findet jeden Sommer ein großes Weinfest statt. Den genauen Termin findet man in der Regel im Kreta-Forum.

Biologische Bierbrauerei (in der Nähe von Arméni)
Die Information verdanke ich der Zeitung „Creta Summer“ bzw. Tom und Angelika. Man fährt von Réthymnon aus Richtung Spíli, bis ca. 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni. Schon kurz hinter der ausgeschilderten Abzweigung nach Karé liegt rechts ein allein stehendes gelbes Haus. Dort biege man in den Feldweg ein. Was Bernd hier braut, ist tatsächlich ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelchen chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure.
Füll- und Reinigungsvorgang der Bügelflaschen geschieht halb bis ganz manuell. Das Ganze ist sicherlich ein mühsames Geschäft, aber – auch wegen der Überwachung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde – darf das Bier stolz die Bezeichnung „Produkt der biologischen Landwirtschaft“ tragen.

Piskopianó und Koutouloufári

Piskopianó liegt östlich von Iráklion zwischen Límin Chersonísou und der „New Road“ unweit der Küste. Im alten Dorf sind die meisten Häuser prächtig mit Blumen geschmückt. Die örtlichen Tavernen, z. B. „Dionysos“, „David’s“ oder „Lychnos“ bieten ebenso wie die örtliche Pizzeria „Platia“ sehr gutes Essen, sodass vor allen Dingen abends auch viele Besucher aus den umliegenden Ortschaften nur des Essens wegen nach Piskopianó kommen.Read More

Kastélli Kissámou

Kastélli Kissámou

Die Hauptstadt des Unterbezirks Kíssamos liegt an der Nordküste im äußersten Westen. Manche nennen dieses Städtchen wegen des Bezirks auch einfach „Kíssamos“, was aber nicht der wirkliche Name ist.

Auf der einen Seite scheint der Ort ein „ziemlich verschlafenes Landstädtchen“ zu sein, auf der anderen Seite aber bekommt man doch hier fast alles, was das Herz begehrt. Und der Ort ist kein schlechter Standort für diejenigen, die den äußersten Westen der Insel auf eigene Faust erkunden wollen.
Die Durchgangsstraße umfährt den eigentlichen Ortskern südlich, wer nicht möglichst bald rechts hinein biegt, ist schneller wieder aus dem Ort draußen, als er eigentlich wollte.Read More

Arsaníou (Kloster)

PicturesOG/Moni Arseniou_ww.jpg
Etwa 15 Kilometer östlich von Rethymnon liegt beim Dorf Pangalochóri das Kloster Arsaníou (16. Jahrhundert). Die Kirche wurde in ihrer heutigen Form allerdings „erst“ Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. In der Kirche hängen sehr schöne Ikonen, auch die holzgeschnitzte Ikonostase ist prächtig.

Ebenso lohnt ein Besuch des Klostermuseums (unweit des Eingangs), in dem alte Siegel, Kreuze, Evangelien und lithurgische Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Messgewänder und alte Fotografien zu sehen sind.

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

PicturesOG/irakhistor.jpgHistorisches Museum
Neben dem wirklich beeindruckenden Archäologischen Museum von Iráklion nimmt das Historische Museum nur einen „Platz am Katzentisch“ ein. Das ist sehr schade, denn die kretische Geschichte hat ja nun wirklich nicht mit den Römern aufgehört. Oder interessiert sich niemand für die jüngere kretische Geschichte (die wir Deutschen für kurze Zeit leider ebenfalls mitprägten?). Der Direktor des Museums hat eine Erklärung parat: „Wir führen ein Schattendasein, weil die Touristen nicht wissen, dass es uns gibt. Für Werbung fehlt uns das Geld.“ Ob das nun wirklich der Grund ist?

Sei es wie es sei, dem Historischen Museum seien jedenfalls mehr Besucher gewünscht. Es erfordert weniger Zeit als das Archäologische Museum und ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr geöffnet, samstags schließt es schon um 14 Uhr, sonn- und feiertags ist geschlossen.
Das Museum liegt an der Uferstraße Odós Makaríon westlich des Hafens (gegenüber des Xenia-Hotels).

Wer die „jüngere“ kretische Geschichte chronologisch betrachten möchte, der beginne im Untergeschoss und wandere in Ruhe bis ganz nach oben.

Untergeschoss: Byzantinisch-mittelalterliche Sammlung (ca. 6.-18. Jahrhundert)
Gezeigt werden frühchristliche, byzantinische, venezianische und türkische Gefäße, Grabsteine, Inschriftentafeln, Säulen- und andere Fragmente.

Erdgeschoss: Historische Sammlung
Der erste Raum links vom Eingang zeigt im Uhrzeigersinn gesehen venezianische Brustpanzer und Waffen wie Schwerter, Äxte, Pfeile und Handgranaten (!). Des weiteren Bilder kretischer Freiheitskämpfer gegen die Türken, ihre Waffen, andere Dokumente, eine Fahne mit dem berühmten Wahlspruch „Énosi i Thánatos“ („Vereinigung oder Tod“ – es ging dabei um den Anschluß Kretas an Griechenland) und letztendlich ein Bild des Prinzen Georg von Griechenland, seinen Schreibtisch und die Admiralsuniform, die er trug, als er im Dezember 1898 Kreta betrat.
In den weiteren Räumen auf der anderen Seite des Ganges ist eine umfangreiche Sammlung alter Münzen zu sehen, Töpferwaren, Meßgewänder und andere Kirchengerätschaften. Außerdem zahlreiche alte Ikonen. Sehr interessant (aber schon ziemlich verwittert) die Darstellung der Zwölf Apostel gegenüber des Eingangs. Die Christus-Ikone links des Eingangs erinnert allerdings weniger an den asketischen jungen Jesus, sondern stellt ihn als ölig-dicklichen Jüngling mit verwegenem Schnurrbart dar.

Im Gang zwei alte Kanonen, die den Eingang des Museums schützen, und viele alte Fotografien von der Insel. Manches, was hier dargestellt ist, sieht heute noch fast genauso aus. Am Ende des Ganges in einem kleinen Gewölberaum an Decke und Wänden Fragmente alter Fresken; ebenso an der Treppe rechts vorbei in einem weiteren Raum am Ende des Ganges.

Erster Stock:
Im Treppenhaus zum 1. Stock hängen Gemälde und historische Fahnen aus dem Befreiungskampf gegen die türkischen Besatzer (z.T. mit dem Schlachtruf der Kreter „Elevthería i Thánatos“ („Freiheit oder Tod“). Geradeaus dem Gang am Ende der Treppe folgend, Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg (Deutsche Invasion), an der Decke ein deutscher Fallschirm.
Am Ende des Ganges rechter Hand das Arbeitszimmer von Emmanuel Tsoudéron, des ehemaligen griechischen Ministerpräsidenten. Man beachte einmal, wie spartanisch sein eigener Stuhl, wie opulent hingegen die für seine Besucher sind. Im gleichen Raum alte Karten und Bücher. In Vitrine 67 (an der Wand) werden Briefmarken aus der Zeit gezeigt, als Kreta noch nicht zu Griechenland gehörte (um die Jahrhundertwende); außerdem einige alte Briefmarken anderer Länder, die Kreta zum Thema haben.
Auf der anderen Seite des Ganges gegenüber das Arbeitszimmer des kretischen Schriftstellers Níkos Kazantzákis, in einem Vorraum eine Auswahl seiner Werke im Original und in diversen Übersetzungen. Wer sich darüber hinaus intensiver für den berühmtesten aller kretischen Schriftsteller interessiert, sollte das „Museum Níkos Kazantzákis“ besuchen (s.u.).

Zweiter Stock: Folkloreausstellung
Eine halbe Treppe höher werden Webarbeiten (Teppiche, Decken, Kissen), Spitzenarbeiten und alte kretische Kostüme gezeigt. Hinten rechts eine komplette Bauernstube mit einer „Sitzgruppe“ vor dem offenen Kamin, der auch als Kochstelle dient(e), im Hintergrund neben dem Doppelbett ein großer Webstuhl. Recht interessant ist auch die kleine Getreide-Handmühle aus zwei ineinander passenden Mühlsteinen vorne auf dem Fußboden.

Naturkundlich-Historisches Museum
Das Naturkundlich-Historische Museum der Universität von Kreta befindet sich in der Zufahrtsstraße nach Knossós, dem Leofóros Knossoú 157. Es wurde 1980 gegründet, ist aber erst seit 1998 in einer ständigen Ausstellung jedermann/frau zugänglich. Es bietet einen guten Überblick über die naturhistorische Entwicklung des östlichen Mittelmeerraums anhand lebensgroßer Dioramen u.a.

Direkt vom Eingangsbereich aus betritt man eine Ausstellung mit Fauna und Flora Kretas (Raum 2). Hält man sich rechts (Raum 3), gelangt man zur Ausstellung über Kretas Höhlen, gleich daneben (Raum 4) zu den Wäldern der Insel (von denen ja bekannt ist, daß es sie früher reichlicher gab, als heutzutage). In Raum 5 und 6 wiederum dahinter erfährt man etwas über die Feuchtgebiete, Strände und die Meeresfauna.

Wer nicht zwischendurch einen Kaffee braucht oder ein Mitbringsel kaufen will (denn nun erreicht man die entsprechenden Etablissements), wendet sich nun am besten wieder zum Eingangsbereich zurück, um sich dort dann links zu halten. Raum 10 und 11 sind den Gebirgen und den Macchiagebieten gewidmet. Besonders interessant in Raum 12 ist die Ausstellung über bedrohte Tierarten der Insel wie den Bartgeier oder das „Agrimi“, die kretische Wildziege. Beide stehen ja schon länger unter Naturschutz.
Ein Abstecher in den Hof führt zu einem Botanischen Garten.
Im 1. Stock des Museums findet man Ausstellungen zur menschlichen Evolution, der minoischen Entwicklung, Fossilien und Mineralien und einen Überblick über die geologische Entwicklung der Insel. Und übrigens auch die Toiletten …
In meinen Augen stellt dieses Museum eine sehr interessante Ergänzung zu den beiden anderen „großen“ Museen Iráklions dar und ist unbedingt einen Besuch wert. Über die jeweils aktuellen Öffnungszeiten informiert die Touristeninformation.


Museum Níkos Kazantzákis
Dieses Museum liegt nicht in Iráklion selbst, sondern in Myrtiá, einem Dorf südlich der Stadt (wer über kein eigenes oder gemietetes Fahrzeug verfügt, nimmt sich am besten ein Taxi, wobei der Preis vorher ausgemacht werden sollte).

Man verlässt Iráklion von der Platía Elevtherías über die Ausfallstraße Richtung Knossós, lässt diese Ausgrabungen aber links liegen, falls man nicht den Besuch der beiden Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden will. Etwa 6 Kilometer von Iráklion entfernt sind nahe der Straße die Reste eines alten Aquäduktes zu sehen. Hinter dem Dorf Spiliá biegt man links ab in Richtung Skaláni (Ausschilderung auch zum Museum), in diesem Dorf dann am Ortseingang wiederum rechts ab. Wenige Kilometer später erreicht man Myrtiá, das Museum liegt auf dem Dorfplatz. Es ist ganz allein dem Leben und Werk von Níkos Kazantzákis gewidmet, dem berühmten kretischen Schriftsteller (z.B. „Alexis Sorbas“ oder „Die letzte Versuchung“).

PicturesOG/kazantzakis.jpgGeöffnet ist das Museum von März – Oktober täglich von 9-13 Uhr (außer Donnerstag); zusätzlich montags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 16-20 Uhr. Im Winterhalbjahr nur sonntags von 9-14 Uhr, da dann wohl kaum noch Interesse vorhanden ist.
Sicherheitshalber lasse man sich die Öffnungszeiten vorher bei der Touristeninformation (EOT) in Iráklion bestätigen.

Die Vitrinen sind beschriftet, deshalb hier nur einige kurze Hinweise auf besonders Interessantes:

Raum 1: Bilder aus seinem Leben, sowie Bücher, die Kazantzákis ins Griechische übersetzte (u.a. Nietzsche, Büchner, H. Bergson). Außerdem Bilder aus seinem Theaterschaffen, Kostümentwürfe und Handschriftliches von ihm.

Raum 2: Zwei Büsten des Dichters. In der ersten Vitrine rechts oben ein handschriftlicher Brief (auf griechisch), der mit „liebe, liebe Germaine“ beginnt. Jugendbücher und weitere Bilder aus seinem Theaterschaffen.

Raum 3: Prachtausgaben der „Odyssee“ und eine weitere Büste.

Raum 4: Puppen mit Theaterkostümen. Über dem Kamin ein Mosaikbild des Dichters (von Álkis Voliótis). In einem Vortragsraum nebenan eine Sammlung aller seiner Werke in Übersetzung (eine Unmenge!).

Raum 5: (oben geradeaus) Z.B. in Vitrine 26 Bilder, Skizzen und Programme aus seinem Theaterschaffen.

Raum 6: Bücher und Bilder, Modelle von Bühnenbildern. In Vitrine 38 ein Brief von Albert Schweitzer an Níkos Kazantzákis und ein Foto der beiden. In Vitrinen 45 und 47 persönliche Gegenstände (Pfeifen, Handschuhe, Krawatten u.a. sowie verschiedene Ausweise). Dazu eine Blechschachtel mit Zimt und Muskatnuß, die er auf alle Reisen mitnahm und beim Schreiben geöffnet vor sich auf den Tisch stellte.

Ein etwas ausführlicherer Führer durch das Museum ist an der Kasse erhältlich.

Ikonen-Museum
Das Ikonen-„Museum“ ist in der Kirche der Agía Aekateríni am gleichnamigen Platz (Platía Agías Aekaterínis) untergebracht. Hier hängen sehr schöne Ikonen, in erster Linie solche im sog. „Kretischen Stil“. Einige stammen sogar vom berühmtesten Vertreter dieser Kunst aus Kreta, Michális Damaskinós. Die Kirche ist montags bis freitags von 9.30 bis 16 Uhr geöffnet.

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Allgemeine Einführung

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Kleiner Rundgang

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Sehenswürdigkeiten

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Die anderen Museen

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Essen und Trinken

Iráklion – Adressen – Ärztliche Versorgung – Auto- und Motorrollervermietung – Banken

Iráklion Adressen

Iráklion – Nachtleben / Sonstiges

Iráklion – Nachtleben

Iráklion – Baden

Iráklion – Baden

Iráklion – Archäologisches Museum

Iráklion – Archäologisches Museum

2008-2010 (einschließlich) war/ist das Museum leider geschlossen, weil es renoviert wurde/wird. Ich hoffe, die Beschreibungen hier stimmen nach der Wiedereröffnung noch einigermaßen.

Das Archäologische Museum in Iráklion hat wohl die meisten Besucher aller Museen Kretas. Das ist weiter nicht verwunderlich, bietet es doch die größte Sammlung minoischer Kulturgüter auf der ganzen Welt. Aus allen Epochen der minPicturesOG/ami-delphine.jpgoischen Zeit und aus allen Teilen Kretas sind hier Funde zusammengetragen worden. Das Museum liegt in der Odós Xanthoudídou, einer Nebenstraße der Platía Elevtherías (gegenüber der Touristeninformation EOT). Es ist an Wochentagen von 9 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 15 Uhr.

Die Fülle der Ausstellungsgegenstände erschlägt den Besucher tatsächlich. Mit einem einzigen Besuch kann man gar nicht alles sehen bzw. nicht richtig wahrnehmen. Wer sich also für die minoische Vergangenheit Kretas interessiert, sollte mehrfach ins Museum gehen und sich jedesmal ein paar andere Säle vornehmen. Im folgenden ein kurzer Überblick, was in den einzelnen Sälen bzw. Vitrinen zu sehen ist, einen ausführlichen Führer gibt es für einen vergleichsweise lächerlichen Preis an der Kasse, verfaßt von einem ehemaligen Direktor des Museums, Stylianós Alexíou.

Saal I: Neolithikum und Präpalatikum (Vorpalastzeit) 7000 – 2000 v. Chr.
In den ersten beiden Vitrinen, direkt rechts vom Eingang, Funde aus dem Neolithikum aus der Eileithyia-Grotte und aus Knossós (unter der Palastanlage ausgegraben) sowie aus Festós. Einfachere, ohne Töpferscheibe hergestellte Keramik, Statuetten, einfache Werkzeuge.
Die anderen Vitrinen zeigen Funde aus der Vorpalastzeit. Die meisten von ihnen stammen aus Gräbern. Handwerkliche Fortschritte sind unübersehbar, nicht nur in der Keramik, sondern auch in der Bearbeitung von Stein. In Vitrine 11 eine große Sammlung alter Siegelsteine (Nachahmungen davon gibt es in vielen Andenkengeschäften zu kaufen und selbst die neuen sind hübsch). Auch erste Funde von Metallbearbeitung sind zu sehen, z.B. Dolchklingen (Vitrine 14) und Schmuck (Vitrine 16 bis 18).

Saal II: Protopalatikum (Altpalastzeit) 2000 – 1700 v. Chr.
Hier sind Funde aus den ersten Palästen von Knossós und Mália bzw. aus Heiligtümern zu sehen. Vor allen Dingen in der Keramik wurden nicht zuletzt durch die Erfindung der Töpferscheibe große Fortschritte gemacht, die Formen der Gefäße wurden vervollkommnet, teilweise wurden sie extrem dünnwandig hergestellt („Eierschalenkeramik“) und mehrfarbig (weiß, orangerot) bemalt („Kamáresstil“). Besonders schöne Exemplare in Vitrine 22/23. In Vitrine 24 kleine Terrakottafiguren, die Votivzwecken dienten, und in Vitrine 25 das „Stadtmosaik“ von Knossós (u.a.). In Vitrine 28 wieder eine große Sammlung von Siegelsteinen.

PicturesOG/ami-diskos.jpgSaal III: Protopalatikum 2000 – 1700 v. Chr.
Funde aus dem Palast von Festós in der Messaráebene. In Vitrine 30 Funde mehrfarbig bemalter Vasen aus der Kamáres-Höhle (deshalb auch die Bezeichnung „Kamáres-Stil“, diese Funde waren die ersten dieser Art). Weitere Keramik im gleichen Stil in den folgenden Vitrinen. Das berühmteste Ausstellungsstück dieses Saales findet der Besucher in Vitrine 41, den „Diskos“ von Festós (dessen Nachbildung als Anhänger in jedem Souvenirgeschäft zu haben ist). Im Original ist er aus Ton. Die spiralförmig nach innen laufende hieroglyphenartige Schrift ist bis heute nicht entziffert, deshalb besteht auch immer noch keine wirkliche Klarheit über den Gebrauchswert oder die Funktion des „Diskos“, der aus der auslaufenden Altpalastzeit stammt. In Vitrine 42/43 Kultgeräte und Geschirr aus Festós.

Saal IV: Neopalatikum (Neue Palastzeit) 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus den Neuen Palästen von Knossós, Festós und Mália. Als 1700 v. Chr. die alten Paläste der Insel zerstört wurden, entstanden schon bald die neuen, schöner und prachtvoller als zuvor.
PicturesOG/ami-stierspringen.jpgDie Kultur und das Kunsthandwerk befanden sich auf einem Höhepunkt. Keramik, Töpferei, Metallbearbeitung – Beispiele dafür Vitrine 44 bis 49. In den Vitrinen 50/51 kultische Gegenstände aus Knossós. Z.B. die kleinen Statuetten der Schlangengöttinnen im traditionellen busenfreien minoischen Frauengewand (muß eine schöne Zeit gewesen sein!) und ein fein gearbeiteter Stierkopf (Kultgefäß für Flüssigkeitsopfer). Der Stierkopf ist eines der religiösen Symbole Kretas, der Stierkult kam ziemlich sicher aus dem östlichen Kleinasien nach Kreta. In diesem Zusammenhang ist auch das „Stierspringen“ zu sehen (Fresko im Saal XIV). Einen solchen Stierspringer kann man in Vitrine 56 sehen, er wird im Fliegen, also beim Sprung dargestellt, der Rest der Gruppe ist leider nicht erhalten. In Vitrine 52 zwei Schwerter, von denen eines einen Akrobaten zeigt, der über ein Schwert springt. Man vermutet deshalb, daß es sich bei diesem Schwert um sein „Arbeitsgerät“ handelt.

Saal V: Neopalatikum – Spätzeit 1450 – 1400 v. Chr.
Funde aus der Spätzeit des Palastes von Knossós, der als einziger Palast nach der großen Flutkatastrophe von ca. 1450 v. Chr. noch einmal „auflebte“. In der Keramik entsteht der neue sogenannte „Palaststil“. Erste mykenische Einflüsse sind erkennbar. Die Vitrinen 60 bis 68 zeigen hauptsächlich Keramik und kleine Statuetten. In Vitrine 69 Tontäfelchen in Linear-A- und B-Schrift, nur letztere ist entziffert, es handelt sich aber leider prosaischerweise nur um buchhalterische bzw. inventarische Aufzeichnungen. In diesem Saal außerdem das Modell eines minoischen Hauses in Archánes und der königlichen Villa in Knossós.

PicturesOG/ami-melisses.jpgSaal VI: Neo- und Postpalatikum 1700 – 1300 v. Chr.
Funde in Gräbern um Knossós und Festós: Figuren, Vasen und andere Gefäße (in Vitrine 75 A das Skelett eines Pferdes), Waffen und andere Grabbeigaben (in Vitrine 78 ein Helm aus auf Leder aufgenähten Eberzähnen, ein einmaliger Fund auf Kreta, deshalb wird „Importware“ vermutet) sowie Schmuck. In den Vitrinen 81 und 87 besonders schöne Goldschmiedearbeiten. In Vitrine 88 Beigaben aus den mykenischen Tholosgräbern bei Archánes.

Saal VII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Funde aus Villen und Herrenhäusern, Gräbern und Kultstätten. Die minoische Kultur jener Zeit war nicht auf die Paläste beschränkt. Auch in kleineren Ausgrabungen wurden Funde gemacht, die von der minoischen Blütezeit zeugen. Direkt rechts an der Wand drei restaurierte Doppeläxte (neben dem Stierkopf das zweite religiöse Symbol der Insel). Des weiteren Gefäße, Haushaltsgegenstände, Keramik, Votivgaben wie kleine bronzene Tiere u.a. (Vitrine 92). In den Vitrinen 94/95 Funde aus Agía Triáda bei Festós, z.B. die „Schnittervase“, die eine Gruppe marschierender Männer zeigt.
Außerdem weitere Doppeläxte (Vitrine 98 und 101), Schmuck, Werkzeuge und in Vitrine 99 „Talente“ aus Kupfer (Zahlungsmittel von je 29 Kilo …).

Saal VIII: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Die Funde aus dem Palast von Káto Zákros, der als letzter der vier großen minoischen Paläste entdeckt wurde. Die ersten Vitrinen zeigen vorwiegend Kultur und Gebrauchsgefäße aus Stein, Ton oder Bronze. In Vitrine 112 Waffen und eine mit Bronze verzierte Doppelaxt sowie Werkzeuge, in Vitrine 113 Elefantenzähne und Kupfertalente. In Vitrine 114 wohl kultischen Zwecken dienende Kelche aus kostbarem Gestein wie Marmor oder Obsidian. Mehrere bronzene Sägen in Vitrine 115. Und ein ähnlicher, aber etwas kleinerer Stierkopf als der aus Knossós (Saal IV), der wohl ebenfalls kultischen Zwecken diente, in Vitrine 116.

Saal IX: Neopalatikum 1700 – 1450 v. Chr.
Ausstellungsstücke anderer ostkretischer Fundstätten. Vitrine 119 bis 122 Keramik-Gefäße aus Palékastro, Goúrnia und Psíra. In Vitrine 123 kleine Terrakottafiguren, Menschen und Käfer, Weihegaben, die im Gipfelheiligtum von Piskokéfalo gefunden wurden. In Vitrine 124 wieder eine große und variantenreiche Sammlung von Siegelsteinen, ebenso in Vitrine 128. Vitrine 125 bis 129 zeigen Gefäße und Vasen, Vitrine 127 Werkzeuge und Waffen aus Bronze.

PicturesOG/ami-snake.jpgSaal X: Postpalatikum (Nachpalastzeit) 1450 – 1100 v. Chr.
Mit der Zerstörung der Paläste einher geht auch der Niedergang der minoischen Kultur. Das Kunsthandwerk wurde wieder einfacher, erste Einflüsse der mykenischen Einwanderer nach Kreta werden deutlich. Die Funde in diesem Saal stammen aus allen Teilen Kretas. Die Vitrinen 130 bis 133 zeigen Töpferei und Keramik, die Muster werden wieder einfacher. Weibliche Statuetten aus dem Heiligtum von Gázi in Vitrine 133. Die beiden folgenden Vitrinen zeigen Funde aus Zentralkreta, Grabbeigaben, Statuetten etc. Ebenfalls mykenische Einflüsse dann erkennbar in Vitrine 137, es handelt sich um Grabbeigaben mykenischer Funde. In Vitrine 139 Schmuck und Material zur Schmuckherstellung (Negativformen aus Stein). Die Vitrinen 140 bis 143 zeigen Kultobjekte wie Vasen und Tongefäße, Plastiken von Menschen (Göttinnen) und Tieren, und Vitrine 144 schließlich Waffen und Werkzeuge aus Bronze. Besonders interessant sind nach Archäologenmeinung auch gefundene Gewandfibeln aus Bronze, die einen Wandel in der Art der Bekleidung dokumentieren.

Saal XI: Subminoische und frühgeometrische Zeit 1100 – 800 v. Chr.
Die Dorer kamen nach Kreta und brachten die ersten Eisenwaffen mit auf die Insel. Mit ihrer Hilfe eroberten sie die Burgen der Mykener. Die einheimische Bevölkerung flüchtete ins Innere der Insel, wo sie ihre alte minoische Kultur noch eine ganze Weile aufrechterhalten konnte. Sie wurden später von den Griechen als die „echten“, als „Eteokreter“ bezeichnet. Funde aus solchen eteokretischen Siedlungen zeigen besonders Vitrine 148 und 154. Im übrigen Kreta setzt sich der dorische Einfluß durch, so auch in Form des neuen Werkstoffs Eisen, nicht nur für Waffen. In Vitrine 145 besonders sehenswert ein kleiner „Kernos“ (runder Opferstein mit mehreren Vertiefungenen für z.B. Getreideopfer), der reich verziert ist.
In Vitrine 146 u.a. zwei große Vasen, in denen die Asche der Toten aufbewahrt wurde, mit Totenklageszenen verziert, in Vitrine 147 Töpferei und kleine Figürchen aus Bronze. Kultische Statuetten einer Göttin mit erhobenem Arm und die interessante Darstellung eines Ochsenwagens (den Körper des Ochsen ließ der Künstler der Einfachheit halber weg, am Wagen angesetzt sind nur die Köpfe der Tiere) sind in Vitrine 148 zu sehen. In Vitrine 149 Funde aus der Höhle der Eileithyia (Göttin der Fruchtbarkeit und Geburt) bei Tsoútsouros im Süden der Insel: Statuetten und andere Votivgaben, die alle mit Zeugung, Geburt und Säuglingen zu tun haben. Der Kult in dieser Höhle begann schon in der minoischen Zeit und ging bis hin zu den Römern weiter, wie die verschiedenen Funde beweisen. Sogar aus Ägypten stammen ein paar kleine Figürchen aus Elfenbein.
In den beiden folgenden Vitrinen werden Keramik und andere Grabbeigaben gezeigt. In Vitrine 153 die ersten Waffen und Werkzeuge aus Eisen. In Vitrine 154 wieder eteokretische Funde aus der Siedlung bei Karfí (wie auch schon die Ausstellungsstücke in Vitrine 148) und in den Vitrinen 155 bis 157 geometrische Amphoren und andere Gefäße. In Vitrine 158 noch einmal Funde aus der Eileithyia-Höhle (s. Vitrine 148): Werkzeuge, Goldschmuck, Siegel.

Saal XII: Geometrische und orientalisierende Zeit 800 – 650 v. Chr.
Fast alle Funde stammen aus der Gegend von Knossós. Die Vitrinen 160 bis 161C zeigen Funde aus einer neueren Ausgrabung eines Gipfelheiligtums bei Sími/Viános: Votivgaben aller Art, vor allen Dingen Figürchen. Vitrine 162 Grabbeigaben aus den Gräbern des „orientalisierenden Stils“, der östliche Einflüsse in die kretische Kunst einbringt. Vitrinen 166 bis 168 weitere Grabbeigaben aus und um Knossós. Und schließlich sind in den Vitrinen 169/170 Funde aus der Zeushöhle im Idagebirge zu sehen: Bronzearbeiten und Goldschmuck.

PicturesOG/ami-lilienprinz.jpgSaal XIII: Minoische Sarkophage
Der Saal XIII liegt im Erdgeschoß links der Eingangshalle. Hier steht eine große Sammlung verzierter minoischer Tonsarkophage, die im Postpalatikum häufig zur Bestattung der Toten Verwendung fanden. Ihre geringe Größe läßt nicht etwa auf Zwergwuchs der Minoer schließen, die Toten wurden vielmehr in Hockstellung beerdigt, um Platz zu sparen. An der Treppe zum Obergeschoß stehen große „Pithoi“, tönerne Vorratsbehälter. Der Besucher steigt nun von hier aus nach oben und erreicht Saal XIV.

Saal XIV: Minoische Wandgemälde 1600 – 1400 v.Chr.
Die meisten der hier ausgestellten Fresken stammen aus dem Palast von Knossós und aus Ostkreta. „Stammen aus“ muß allerdings so verstanden werden, daß von den Original-Malereien nur sehr geringe Reste vorhanden waren, die hier restauriert und (re)konstruiert gezeigt werden. Es ist zumindest nicht auszuschließen, daß die Restauratoren (ebenso wie Evans im Palast von Knossós) ihrer Phantasie nicht immer genügend Zügel angelegt haben.
In den beiden kleineren Sälen XV und XVI weitere Fresken.

Saal XVII: Sammlung Giammalákis
In diesem Saal ist die bedeutendste Privatsammlung minoischer Kunstgegenstände zu sehen, die der Sammler dem Museum mit seinem Tode vermacht hat.

Saal XVIII: Kleinere Kunstgegenstände aus archaischer, hellenischer und römischer Zeit:
Wer immer noch nicht genug hat, kann hier in Schmuckstücken, Münzen, Tonfigürchen etc. noch einmal schwelgen.

Iráklion Kreta Infos

Iráklion – Kreta

Ierápetra

Ierápetra

Man erreicht diese einzige kretische Stadt an der Südküste (im Osten) entweder von der Nordküstenstraße Ágios Nikólaos – Sitía, indem man kurz hinter Pachiá Ámmos rechts abbiegt, oder ausgeschildert von Sitía aus.
Außerdem kann man von Iráklion aus auch nach Süden über Arkalochóri und Áno Viános fahren, oder aber die unter Istró beschriebene Strecke nehmen.

PicturesOG/napoleon.jpgNähert sich der Reisende diesem Ort egal aus welcher Richtung auch immer, fallen ihm die zahlreichen Plastikgewächshäuser auf. Auch hier lebt man vorwiegend vom Anbau von Tomaten etc. Abgebrannte Rucksäckler finden hier fast immer einen Job (wenn sie bereit sind, so billig zu arbeiten wie Albaner und Bulgaren).

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Vóri

Das Dorf Vóri liegt zwischen Míres (bzw. Festós) und Timbáki ausgeschildert abseits der Hauptstraße und lohnt einen Besuch wegen seines kleinen Volkskundemusuems. Dieses ist vom Dorfplatz aus ausgeschildert. Es ist werktags von 10-18 Uhr geöffnet.

Hier in Vóri sind viele Dinge aus dem alltäglichen ländlichen Leben ausgestellt, die natürlich ganz so in dieser Form heute kaum noch oder gar nicht mehr benutzt werden (deswegen gibt es ja ein Museum), z. B. Fischfangutensilien, Pflüge, Dreschflegel, Hacken, Beile, eine große Auswahl von gewebten Teppichen und der dazugehörige Webstuhl, Krüge, Pithoi (große Tonkrüge, die zum Aufbewahren von Getreide u. Ä. dienten), Sättel, Körbe, Werkzeuge aller Art, altes Geld, Gewichte uvm.Read More