Sitía

Kommt man aus Richtung Ágios Nikólaos auf der Straße nach Sitía hinunter, präsentiert sich der Ort von hier aus auf den ersten Blick nur bedingt reizvoll, links und rechts der Straße wird eifrig gebaut, und Sitía selbst wirkt vorwiegend schmutzig grau. Von drinnen aber sieht es dann aber freundlicher aus.

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Sitía ist die östlichste Stadt Kretas und nach Meinung vieler Leute eine der schönsten. Das kann ich nicht ganz unterstreichen, denn architektonisch kann der Ort nicht mit Chaniá oder Réthymnon mithalten, in puncto Lage ist Ágios Nikólaos besser dran … aber Sitía ist irgendwie lockerer (und ein bisschen billiger) als der Rest. Außerdem bietet sich der Ort als Standquartier für eine Erkundung des „äußeren kretischen Ostens“ an.

Die Geschichte der Stadt reicht nicht sonderlich weit zurück, in der Nähe lag zwar die antike Siedlung Itea, das heutige Stadtgebiet wurde aber erst in byzantinischer Zeit besiedelt.
Der Stadt ist heute noch anzusehen, dass die Venezianer sie einmal zu einem ihrer Zentren und zu einer einzigen Festung machen wollten, davon zeugt die rechtwinklige Anlage aller Straßen. Viel Erfolg war ihnen bei ihren Plänen allerdings nicht beschieden, man findet oberhalb der Stadt nur noch die spärlichen Reste eines kleinen Kastells, denn die Türken eroberten die Stadt mehrfach, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde sie sogar vollkommen von ihren Bewohnern verlassen.

Erst 1870 wurde ein Neuanfang gemacht, die Stadt Sitía (auch von den Türken!) wieder aufgebaut, und sie entwickelte sich schnell zum Handelszentrum Ostkretas (und ist auch Unterbezirkshauptstadt der „Eparchía Sitías“).
Bedeutendster Sohn der Stadt ist sicherlich Vizéntzos Kornáros, dessen berühmtestes Werk „Erotókritos“ viele Einheimische auswendig zitieren können. Er ist für die Kreter das, was Goethe für die Deutschen oder Shakespeare für die Engländer ist.

PicturesOG/sitia2_gwg2.jpgSehenswürdigkeiten und Museen
An „traditionellen“ Sehenswürdigkeiten hat Sitía außer den Resten des venezianischen Kastells oberhalb des Ortes nicht sehr viel zu bieten. Hier stehen nur noch die massiven Außenmauern und der Hauptturm.

In der Umgebung: Beim Dorf Petrás findet man die Ausgrabungen einer minoischen Siedlung (etwa 1,5 Kilometer Richtung Palékastro fahren, dann rechts nach Petrás abbiegen). Oder man fährt die Hauptstraße noch einige Kilometer weiter bis zum Dorf Agía Fotiá, auch hier minoische Ausgrabungen, u.a. eine Nekropole (Friedhof).

Auf schlechter Straße erreicht man nordwestlich von Sitía nach knapp 9 Kilometer das Kloster Moní Faneroménis.

Sitía verfügt über zwei Museen: Das Archäologische Museum liegt links an der Ausfallstraße Richtung Ierápetra. Es ist täglich von 9 bis 15 Uhr, sonntags erst ab 10 Uhr und dienstags überhaupt nicht geöffnet. Gezeigt werden hier ausschließlich regionale Funde, die aber auch sehenswert sind. Überhaupt ist es in den kleinen Museen viel gemütlicher und interessanter als im Trubel des Archäologischen Museums in Iráklion.

Zudem gibt es (auch) in Sitía ein Folklore-Museum: Es liegt in der Odós Arkadíou (die vierte parallele Straße oberhalb der Hafenpromenade) und zeigt vor allen Dingen kunsthandwerkliche, folkloristische Hand- und Webarbeiten sowie die dafür verwendeten Werkzeuge und Materialien. Außerdem auch Ackergerät. Das Museum ist wochentags von 10 bis 13 Uhr und 17.30 bis 19 Uhr geöffnet.

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Adressen
EOT – Touristeninformation:
in einem Kiosk an der Platía Iróon Polytechníou (angeblich ist diese Unterbringung provisorisch, aber dieses Provisorium dauert nun schon mehr als 25 Jahre an).

Polizei: in der Odós Missónos.

Hafenpolizei auf der Ecke Odós E. Venizélou/Odós Galanáki (hier auch Auskünfte über die Schiffsverbindungen ab Sitía).

Post: an der Platía Ethnikís Antistásseos (geöffnet werktags 7.30-14.30 Uhr). Auch Sitía bietet allerdings den Service eines zusätzlichen Postkioskes. Es steht auf der Ecke der Odós E. Venizélou mit der Odós Dimokrítou und ist werktags durchgehend von 8 bis 20 Uhr, sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet (auch zum Geldwechseln, falls nötig).

OTE (Telefon und Telegramme): Odós Kapetán Sífi 22 (schräg gegenüber des Crystal-Hotels), geöffnet täglich außer sonntags von 7.30 bis 22 Uhr. Kartentelefone sind natürlich auch überall verfügbar.

Ärztliche Versorgung
Die Dienststelle des IKA befindet sich in der Odós Papanastassíou 39, Tel. 28430-22253.

Ärzte z.B.:
Dimítris Kolokithás, Od. Fountalídou 2, Tel. 28430-28750.
Panagióta Xantháki, Od. D. Papadáki 19, Tel. 28430-24163.

Zahnärzte z.B.:
Evángelos Avgoustinákis, Od. Dimikrítrou 4, Tel. 28430-22356.
Sofia Nikitáki-Anipsitáki, Od. N. Kazantzaki 1, Tel. 28430-28211.
Maria Plakáki, Od. E. Venizélou 9, Tel. 28430-22212.

Kinderärzte z.B.:
Amalía Neárchou, Od. Kapetán Sífi 39, Tel. 28430-23950.

Krankenhaus:
Ecke Odós Kapetán Sífi/Odós N. Kazantzáki, Tel. 28430-24311-14.

Apotheken:
befinden sich in ausreichender Anzahl im Zentrum.

Auto- und Motorrollervermietungen
Diverse im Zentrum, z. B. „Apollon“ in der Odós Dimokrítou 4 oder für Mopeds etc. „Motor Tours“ in der Odós 4 Septemvríou.

PicturesOG/sitia4_gwg2.jpgBaden
Hier bietet sich vor allen Dingen die langgestreckte Bucht östlich des Ortes an: über einen Kilometer Sandstrand, der leider ein wenig schmal ist und dem außerdem an vielen Stellen die Straße nach Palékastro und Vái eng auf die Pelle rückt. Der Strand ist aber schön, und der Blick auf Sitía von hier aus viel freundlicher als von der anderen Seite.

Banken / Geldwechsel
Die Banken liegen größtenteils in der Odós Elevtheríou Venizélou und an der Platía Iróon Polytechníou. Normale Öffnungszeiten von 8.30 bis 13 Uhr, an einigen Wochentagen auch nachmittags zum Geldwechseln von 17.30 bis 19.30 Uhr (auch Geldautomaten vorhanden).
Bequeme Geldwechselmöglichkeit bietet auch der Postkiosk an der Ecke Od. El. Venizélou/Od. Dimokrítou (s. o.).

Essen und Trinken
Die meisten Lokale befinden sich an der Uferpromenade, hier sitzt man auch am schönsten. Das größte und wohl auch beste ist das Restaurant „Sorbas“, das meist sehr voll ist, was zu entsprechenden Wartezeiten führen kann. Wer hat es denn aber im Urlaub eilig?
Eine kleinere Ausführung dieser Taverne liegt ein Stück weiter nördlich, auch hier ist das Essen in Ordnung. Außerdem am Hafen empfehlenswert das „Mouragio“ (dicht an der Mole). Die Preise halten sich in allen Lokalen die Waage und liegen im Durchschnitt bzw. knapp (!) unter den üblichen Preisen.

Ein besonders lustiges (und gutes) Lokälchen liegt in der Odós V. Kornárou Nr. 27. Von außen sieht sie sehr unscheinbar aus, die Café-Bar „O Baklavas“, wenn man mal von den vielen handschriftlichen Schildern absieht, die einen zum Eintreten auffordern und vor allen Dingen in allen Sprachen den leichtsinnigen Hinweis enthalten: „Wenn nix schmecken, dann nix bezahlen“. Innen drin ist das Lokal klein, urig und gemütlich, ganze sechs Tische, ein paar Stufen steigt man zur Küche hinauf, um in die Töpfe zu schauen. Die Wände sind mit naiv-bunten Bildern geschmückt, die Zeichnung neben der Tür stellt den Wirt dar, dem ein zufriedener Gast das kleine Andenken hinterlassen hat. Das Essen ist gut und reichlich und die Atmosphäre trotz all der Schilder an der Tür absolut original. Und wenn man der Wirtin glauben darf, hat es sogar schon mal einen Bericht des deutschen Fernsehens über ihr Lokal gegeben. Gott sei Dank fehlt der Platz, hier viel zu verändern. Auch der sehr gute Rakí und die oft zum Nachtisch unaufgefordert servierten Trauben passen zu diesem Lokal.

PicturesOG/sitia5.gwg2.jpgWer eine gute Pizzeria sucht, findet sie in der Odós Itánou (die Durchgangsstraße, kurz bevor sie aufs Meer trifft). Imbissstuben gibt es natürlich reichlich, besondere Erwähnungen erübrigen sich nicht nur wegen der Anzahl.
Ein besonders gemütliches und noch echtes Kafenío liegt an der Platía Iróon Polytechníou, ein anderes in der Odós V. Kornárou.
Und egal, in welchem Lokal man sitzt und isst oder trinkt: Unbedingt probieren sollte man den lokalen Wein „Agrilos“, den es rot, rose‚ oder weiß gibt, er ist wirklich gut.

Nachtleben
Das Nachtleben ist in Sitía vielleicht noch nicht ganz so ausgeprägt wie in anderen Zentren, es kann sich aber durchaus sehen lassen. Neben dem Trubel auf der Hafenpromenade gibt es inzwischen auch die unweigerlichen Diskotheken, z. B. direkt am Strand östlich der Promenade den „Cavi-Club“ oder die Disco „Sorbas“ in der Odós V. Kornárou 121.
Wen das einheimische Nachtleben mehr interessiert, der findet ein kretisches „Kentro“ mit Lýra-Musik zumindest am Wochenende. Es liegt ein wenig außerhalb an der Straße nach Palékastro. Auch wer ein eigenes Auto zur Verfügung hat, dem sei hier ein Taxi empfohlen, und zwar zum „Kéntro Karavopétra“.

Unterkunft
Hotels B-Kat.: „Denis“ (Pension), Odós E. Venizélou 60; 13 Zimmer/25 Betten; Tel. 28430-28356.
A-Kat.: „Sitia Beach“; 162 Z./310 B.; Tel. 28430-28821; April-Oktober.
B-Kat.: „Maresol“; 25 Z./ 47 B.; Tel. 28430-28950; (direkt am Meer).
C-Kat: „Alice“, Od¢s Papanastassíou 34, 36 Zi./69 B.; Tel. 28430-28441 und 28430-28450.
C-Kat.: „Crystal“, Odós Kapetán Sífi 17; 41 Zi./75 B.; Tel. 28430-22284 und 28430-28484.
C-Kat.: „Itanos“, Odós Karamanlí 4; 72 Zi./138 B.; Tel. 28430-22146 und 28430-22900.
D-Kat.: „Archontikon“, Odós I. Kondyláki 16; 10 Zi./22 B.; Tel. 28430-28172. Dieses Hotel hat einen kleinen „Ableger“: Der Wirt Apostólis vermietet auch 3 Zimmer in seinem Privathaus, die sehr sauber und gepflegt sind (mit separater Dusche und WC), die Anmeldung erfolgt im „Archontikon“.
D-Kat.: „Flisvos“, Odós K. Karamanlí 4, 9 Zi./19 B.; Tel. 28430-22422.
D-Kat.: „Pressos“, Odós G. Mavrikáki 9; 12 Zi./22 B.; Tel. 28430-22325 und 28430-28555.
E-Kat.: „Akrogiali“, Odós K. Karamanlí 10; 9 Zi./22 B.; Tel. 28430-22357, April – Oktober.

Private Zimmervermietungen überall im Ort, z. B. in den Parallelstraßen zum Hafen: Odós Kontyláki, Odós Fountalídou und Odós V. Kornárou. Weitere Auskünfte bekommt man beim EOT.

Die Jugendherberge liegt am südwestlichen Ortsausgang Richtung Ágios Nikólaos in der Odós Theríssou (der Ausfallstraße). Recht groß, sehr einfach, aber Garten und überdachte Terrasse machen das Ganze gemütlich.

PicturesOG/sitia3_gwg2.jpgÖffentliche Verkehrsmittel
Mit dem Schiff:
Von hier aus zweimal wöchentlich nach Rhódos über Kárpathos und nach Agios Nikólaos, außerdem nach Athen. Auskünfte über genaue Zeiten und Preise erteilt die Hafenpolizei und das Reisebüro „Tsortzákis Travels“ in der Odós E. Venizélou 88. Schiffs- und Flugkarten gibt es in einem zweiten Büro in der gleichen Straße Nr. 183. Tel. 28430-28900 bzw. 28430-22631.

Mit dem Flugzeug:
Sitía verfügt über den dritten Flughafen der Insel, wenn er auch klein ist. Er wird nur im innergriechischen Verkehr angeflogen und verbindet Kreta mit Athen und Rhódos. Auskünfte (z.B. bez. der Abflugszeiten) und Flugkarten bei Olympic Airways in der Odós El. Venizélou 56, Tel. 28430-22270 und 28430-22596.
Der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateau oberhalb der Stadt, 4 Kilometer entfernt (Tel. 28430-24666). Er soll seit vielen Jahren ausgebaut und erweitert, um auch Ostkreta an den internationalen Flugverkehr anzuschließen, aber bisher tut sich nicht viel.

Mit dem Bus:
Der Busbahnhof befindet sich an der Strandpromenade Richtung Palékastro und Vái. Verbindung nach Ágios Nikólaos und Iráklion, sowie nach Ierápetra jeweils etwa 5x täglich, nach Káto Zákros (über Palékastro) 2x täglich, nach Vái (ebenfalls über Palékastro) 4x täglich.

Sonstiges
Internationale Zeitungen und Zeitschriften gibt es bei Manólios Tsirilákis in der Odós V. Kornárou und am Períptero (Kiosk) an der Platía Iróon Polytechníu.

Praessós (Ausgrabungen)

Die Reste des antiken Praessós, einer nachminoischen Stadt aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. liegen etwa 14 Kilometer südlich von Sitía beim Dorf Néa Praessós (an der Straße von Sitía nach Chandrás). Vom Dorf führt eine befahrbare Betonpiste etwa 2 Kilometer nach Norden bis zu den spärlichen Ausgrabungen.

Alten Funden zufolge wurde die Stadt Praessós von der minoischen Urbevölkerung gegründet, die sich vor den neuen dorischen Herren der Insel  Kreta ins Landesinnere zurückzogen. Die Stadt  Praessós lag auf drei Hügeln.

Zu sehen sind noch einige Grundmauern, Tholos- und Kammergräber, die in den Felsen gehauen wurden, sowie einige andere kleinere Überreste. Auch die Bewohner von Praessós hat einen schönen Blick bis zum ägäischen Meer bei Sitía.

Kreta – Zu den Ausgrabungen 

Spinalónga und Kalydón(a)

Die ehemalige „Leprainsel“ liegt nördlich von Ágios Nikólaos gegenüber des Badeortes Eloúnda.

Tatsächlich besteht Spinalónga aus zwei Inseln, der südlichen, die wirklich so heißt, aber nicht (!)  die Leprainsel war, und der nördlichen, die die Leprainsel war, aber richtig Kalydón bzw. Kalydóna heißt.

PicturesOG/spinalo1.jpgBeginnen wir mit der südlichen (Spinalónga) und ihren (kleinen) Sehenswürdigkeiten: Zu dieser Insel kann man auch zu Fuß oder mit dem Auto hinüber gehen/fahren, denn sie ist mit dem kretischen „Festland“ durch einen langen Damm verbunden. Diesen wiederum durchschneidet ein schmaler Kanal, über den eine Brücke führt. Die Zufahrt ist im Ort Eloúnda recht unauffällig rechts zum „Public Beach“ ausgeschildert.

Direkt hinter der Brücke geht man rechts bis zu einer recht netten Taverne. Direkt rechts daneben  führt ein schmaler Weg etwa 20 Meter landeinwärts. Dort findet man ein etwa 3-5 Meter großes (eingezäuntes) byzantinisches Fußbodenmosaik, welches Delphine und Rosetten zeigt.

PicturesOG/spinalo2.jpgZurück an der Taverne geht man weiter (links) am Wasser entlang und erreicht eine kleine Kirche. Direkt vor der Kirche kann man bei ruhiger See unter der Wasseroberfläche die Grundmauern von Häusern erkennen (es ist nicht ganz einfach, man muss schon genau gucken).
Es soll sich hier um Überreste der antiken Stadt Ólous handeln, die bei einer Erdbewegung der Insel im Meer versank.
Einige hundert Meter den Weg weiter gehend, erreicht man zwischen den felsigen Klippen diverse kleine Badestellen, wo man fast für sich alleine sein kann. Nebenbei sind die Felsen bestens als Sprungbrett ins Meer zu nutzen, da es hier tief genug ist. Einer meiner Söhne hat hier mal mit der Hand einen Oktopus gefangen, den er leider wieder schwimmen ließ, weil er ihn so traurig anschaute (und ich esse doch Oktopus für mein Leben gern!)

PicturesOG/spinalo3.jpgKommen wir nun zur nördlichen Insel Kalydón, der echten Leprainsel (man kann zu dieser Insel mit Ausflugsschiffen von Ágios Nikólaos oder von Eloúnda aus fahren, ich persönlich ziehe es vor, mit dem Auto (oder dem Bus – s. u.) weiter nach Norden bis zu dem kleinen Fischerdorf Pláka zu fahren (die Straße nach Pláka zweigt in Eloúnda hinter dem Hafenplatz und dem Uhrturm rechts ab) und von dort aus den kurzen Weg mit einem größeren Fischerboot zu fahren (Preis/Person ca. 8 Euro). Im Lokal „Gorgona“ direkt an der Anlegestelle haben wir gut gegessen, während wir auf das nächste Boot warteten. Spinalónga und Kalydón(a) weiterlesen

Vassilikí

PicturesOG/vassiliki_archea3.jpgDas kleine Dorf Vassilikí liegt etwas westlich abseits der Straße von Ierápetra an die Nordküste kurz vor derselben. Die Abzweigung ist ausgeschildert. Schon nach weniger als einem Kilometer passiert man ein fast unauffälliges Schild, das nach links in die Olivenhaine weist: Auch hier gibt es eine kleine minoische Ausgrabung, genauer gesagt, die einer spätminoischen Siedlung aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Es sind nur einige hundert Meter in den Hain auf einem erkennbaren Fußweg hinein. Meist ist das Ausgrabungsgelände abgeschlossen, allerdings fand ich die Möglichkeit, links am Zaun vor dem Wächterhäuschen entlang zu gehen und dann ohne größere Mühe an einer Stelle unter dem Zaun durchzukriechen, um die hier gezeigten Fotos zu schießen.PicturesOG/vassiliki_archea1.jpg Außer diesen Mauern ist nicht sonderlich viel zu sehen, schön ist allein die Ruhe (kein Mensch da!), der Blick in die Ebene und die Gewissheit, dass hier vor etwa 2.300 Jahren Leute lebten, die diesen Ausblick auch genossen.

Bei den Ausgrabungen wurden hier einige Keramikgefäße gefunden, die auf eine bestimmte Art gefärbt wurden, nämlich durch die Flammenstärke beim Brennen. Farben kannte man noch nicht, bzw. konnte damit noch nicht arbeiten. Beispiele dieser Gefäße im „Vassilikí-Stil“ sind heute in den Archäologischen Museen von Ágios Nikólaos und Iráklion zu sehen. Vassilikí weiterlesen

Týlissos

Im Dorf Týlissos an der Straße von Iráklion nach Anógia (etwa 15 Kilometer von Iráklion, etwa 19 Kilometer von Anógia) sind Ausgrabungen minoischer Häuser zu besichtigen (am Ortseingang von Iráklion aus der Beschilderung links zu Fuß folgen). Sie wurden Anfang dieses Jahrhunderts gefunden und ausgegraben, die meisten Funde von hier sind heute im Archäologischen Museum in Iráklion im Saal VII ausgestellt, weil sie hier wahrscheinlich geklaut würden.

Es handelt sich um drei Feudalvillen (ca. 1600 v. Chr.), die zwar zusammenhängen, aber getrennte Wohnungen darstellen. Im Parterre befanden sich Magazine und Kulträume, die Wohnungen darüber. Man vermutet, dass hier früher eine größere Siedlung gelegen hat, die wohl eine der ältesten der Insel war. Týlissos weiterlesen

Réthymnon

PicturesOG/Rethymnon 6_ww.jpgDie Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks an der Nordküste zwischen Iráklion und Chaniá gehört für mich zu den schönsten Städten Kretas. Sie wirkt von allen kretischen Städten am orientalischsten, nicht zuletzt deshalb, weil hier die Türken einiges an Bausubstanz hinterlassen haben. Für den Pauschaltourismus liegt die Stadt recht günstig, da nicht zu weit vom Hauptflughafen Iráklion entfernt. Außerdem hat sie lange Sandstrände östlich des Ortes zu bieten, ist also entsprechend voll, jedenfalls in der Saison.

Auch außerhalb der Saison ist Réthymnon Universitätsstadt. Hier sind die Philosophische Fakultät der Universität von Kreta und die Pädagogische Hochschule angesiedelt. Da das Polytechnikum in Chaniá und die anderen Fakultäten in Iráklion untergebracht sind, wird die Universität von Kreta auch scherzhaft als die „längste Universität der Welt“ bezeichnet.

Geschichte
Schon in minoischer Zeit lag hier eine Ansiedlung: Rhithymna. Von ihr ist allerdings rein gar nichts mehr zu sehen. Auch spätere Bewohner der Stadt, Römer, Byzantiner oder Araber sind optisch nicht mehr präsent, erst die Venezianer hinterließen wie vielerorts Bleibendes. Auch die Zeit der Türkenherrschaft ist in Rethymnon in Form mehrerer Moscheen und Minaretts noch sichtbar.

Unter der venezianischen Herrschaft entwickelte sich Réthymnon zu dem kulturellen Zentrum der Insel. Davon zehren die Rethymnioten heute noch gerne. Nicht umsonst liegt hier ein bedeutender Teil der kretischen Universität (s. o.).

Stolz ist Réthymnon auch auf einen berühmten Sohn der Stadt, den 1986 verstorbenen Schriftsteller Pantelís Prevelákis. Seine Bücher „Der Engel im Brunnen“ und „Die Sonne des Todes“ wurden auch ins Deutsche übersetzt, sind aber seit langem vergriffen. Leider ist inzwischen auch sein Buch über Réthymnon, die „Chronik einer Stadt“ zumindest in Deutschland nicht mehr lieferbar. Ein findiger kretischer Buchhändler aus Iráklion (die Buchhandlung am Morosíni-Brunnen) hat das Buch aber inzwischen in Lizenz nachgedruckt.

PicturesOG/rethy_fortezza_wn.jpgSehenswürdigkeiten
Der erste Weg führt natürlich hinauf zur venezianischen „Fortétsa“ (so schreiben es die Griechen, man findet aber auch dann und wann noch die venezianische Schreibweise „Fortezza“), die in erster Linie als Fluchtburg für die Einheimischen diente.

Um auf die Fortétsa zu gelangen, biegt man von der Odós Melisinoú rechts in die ansteigende Odós Katecháki ab, diese führt zum Eingang.
Die Fortétsa bietet einen interessanten Blick über die Stadt und viel Ruhe. Außerdem steht hier noch eine große (wenn auch völlig leere) Moschee, nicht weit davon gleichsam als Kontrast ein kleines christliches Kirchlein.

PicturesOG/arimondi.jpgAn der Platía Títou Petycháki (die die Einheimischen nach dem dort stehenden Baum nur „Plátanos“, die Platane, nennen) steht auf der der Fortétsa zugewandten Stirnseite des Platzes (das wird hier so genau beschrieben, da viele auf der Suche nach dem Brunnen einfach vorbeilaufen!) der (A.) Rimóndi-Brunnen. Der venezianische Statthalter Alvise Rimóndi ließ ihn 1629 erbauen – wollte es wohl gerne seinem Kollegen Morosíni in Iráklion gleichtun.
Hier sind es zwar nur drei venezianische Löwen, die nebeneinander angeordnet sind, aber im Gegensatz zu ihren berühmteren Brüdern speien sie wenigstens meistens Wasser.
Allerdings sollte der Brunnen mal restauriert werden.

Das Standbild des kretischen Freiheitshelden Kóstas Giamboudákos, der 1866 das Kloster Arkádi in die Luft sprengte, ist vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen weniger sehenswert. Martialisch-heroisch steht es auf der Platía 4 Martyrón. Nicht weit davon als harscher Kontrast ein türkisches Minarett.

PicturesOG/mart_rethy03.jpgDie türkischen Hinterlassenschaften in Form von drei Moscheen sind ebenfalls sehenswert: ganz in der Nähe der Platía 4 Martyrón in der Odós Moátsou die „Moschee des Véli Paschá“. An der Platía Títou Peticháki die „Moschee Tis Nerantsés“, in der sich heute der Konzertsaal der Stadt befindet. Und die dritte ist die „Moschee des Kára Mussá Paschá“ in der Odós Arkadíou (der Parrallelstraße der Hafenpromenade landeinwärts) an der Ecke der Odós Viktóros Ugó (ja, die Victor-Hugo-Straße). In dieser Moschee ist heute die rethymniotische Dienststelle des Büros für byzantinische Denkmalpflege auf Kreta untergebracht.

Wie Chaniá ist auch Réthymnon an sich eine einzige Sehenswürdigkeit, zumindest in der Altstadt. Überall sind die Überreste venezianischer Baukunst zu sehen, eine Tür, ein Balkongitter u. a.

Archäologisches Museum
Neben den Schätzen, die im Archäologischen Museum Iráklions zusammengetragen wurden, wirken alle anderen Museen Kretas ein wenig ärmlich. Dennoch lohnt sich auch hier der Besuch. Das neue Archäologische Museum ist von der Venezianischen Loggia in der Odós Arkadíou inzwischen in das Haus gegenüber des Eingangs zur Fortétsa umgezogen (die Eintragung im Stadtplan ist also nicht mehr korrekt!). Ausgestellt sind hier Funde vorwiegend aus dem Bezirk Réthymnon: Werkzeuge, Haushaltsgerät, Waffen und Weihegaben, Keramik, Amphoren. Insbesondere interessant ist eine umfangreiche Münzsammlung und einige Sarkophage.
Nebenbei bemerkt: Auch die Venezianische Loggia ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellte wohl so etwas ähnliches wie einen Herren-Club für die venezianischen Edelmänner jener Zeit dar. Hier traf man sich, unterhielt sich und spielte.

Historisches bzw. Volkskundemuseum
Das „Istorikó ke Laografikó Mouseío“ liegt in der Odós Mesolongíou 28 (unterhalb der Fortétsa, es gibt auch Hinweischilder), geöffnet täglich von 18 bis 20.30 Uhr.

Adressen
PicturesOG/Rethymnon 4_ww.jpgEOT – Touristeninformation: In einem Flachbau auf dem Strand an der Strandpromenade Prokiméa Elevtheríou Venizélou. Geöffnet täglich von 9 bis 18.30 Uhr, sonntags nur bis 14 Uhr. Hier kann man auch Privatzimmer erfragen.

Polizei: an der Platía Iróon Polytechníou.

Post: in der Odós Moátsou; geöffnet von 8 – 20 Uhr, samstags von 8 – 15 Uhr. Postkiosk an der Strandpromenade Prokiméa El. Venizélou mit den üblichen moderaten Öffnungszeiten.

OTE (Telefon und Telegramme): in der Durchgangsstraße Odós Koundouriótou 26. Natürlich überall auch Kartentelefone.

A.N.E.K. (Fährtickets Iráklion-Piräus bzw. Soúda-Piräus): an der Platía 4 Martyrón.

Olympic Airways: in der Odós Koumoundoúrou 5, Tel. 08 31/2 22 57 und 2 33 33.

Rethymniakí (Fährgesellschaft der Verbindung Réthymnon-Piräus und zurück): Odós Arkadíou 250, Tel. 0831/2 92 21 und 2 15 18 (wenn man am hinteren Ende des alten venezianischen Hafens links um die Ecke biegt, läuft man direkt darauf zu).

Außerdem erhält man Tickets für A.N.E.K., Minoikés Grammés (Minoan Lines) und Olympic Airways auch im Reisebüro in der Odós Arkadíou 94.

Ärztliche Versorgung
Dienststelle der IKA in der Odós Chatsidákis.

Praktische Ärzte z.B.:
Sotíris Katsantónis, Od. Kastrinojannaki 25, Tel. 28310-28849.
Christóforos Frangedákis, Paxiarchías Rímini, Tel. 28310-28538.

Zahnärzte z.B.:
Georgía Varoúcha-Kalligéri, Od. Arkadíou 203, Tel. 28310-22855.
Emmanuíl Thomadákis, Od. Gerakári 73, Tel. 28310-23383.

Hals-Nasen-Ohren-Ärzte z.B.:
Zacharías A. Mávros, Od. Ch. Daskaláki 11, Tel. 28310-24666

Kinderärzte z.B.:
Agápios Akoumianákis, Od. Gerakári 184, Tel. 28310-28428.
Konstantínos Anastasákis, Od. Charíklias Daskaláki 14, Tel. 28310-23532.
Vágia Pramatevtáki-Kafási, Od. G. Chatsidáki 23, Tel. 28310-24297.

Krankenhaus: Odós Trandalídou, Tel. 28310-27491.
Apotheken sind überall reichlich vorhanden.

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Der Busbahnhof ist hier falsch eingezeichnet. Er befindet sich jetzt an der Spitze des kleinen N-Pfeils links unten in der Ecke des Plans.


Auto- und Motorrollervermietungen

Autovermietungen sind über die Stadt verstreut.
Besondere Empfehlung: „Klearchos S.A“ in der Odós M. Krits 85 (gegenüber vom Grecotel „Creta Palace“). Der Chef spricht Deutsch. Telefon 28310-54534, E-Mail info@klearchos.gr. Ob er der Allerbilligste von Rethymnon ist, weiß ich nicht, aber er ist auf jeden Fall jemand, der bei Problemen zuverlässig und problemlos hilft. Und das ist nicht nur meiner Meinung nach das Allerwichtigste.
Es gibt noch eine Filiale neben dem Grecotel „El Greco“, Pigianos Kampos. Telefon 28310-72555 (hier spricht man mindestens Englisch). Webseite hier .

Noch eine Empfehlung: Intercity , Sofoklís Venizélou 70 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten).

Baden
Vor vielen Jahren hat man in Réthymnon mal von einem großen Hafen mit regem Schiffsverkehr geträumt. Deshalb baute man zwei lange Molen ins Meer hinaus. Tatsächlich aber versandete alles zwischen diesen beiden Molen, so dass heute kein größeres Schiff mehr genug Wasser unter den Kiel bekäme. So ist eine riesige Badewanne entstanden, die zum Baden ideal wäre, da inzwischen die Abwässer der Stadt hier nicht mehr ins Meer fließen (früher mal war Réthymnon ein Eldorado für Hautärzte, das hat sich zum Glück geändert). „Wäre“, denn der Strand ist keine Offenbarung, da er ziemlich ungepflegt ist.
Man kann z. B. mit dem Bus auch ein Stück aus Réthymnon nach Osten herausfahren, hier gibt es lange Sandstrände, hinter denen auch die großen Hotelanlagen liegen.

Banken / Geldwechsel
Die meisten Banken liegen in der Hauptdurchgangsstraße Odós Koundouriótou. Ansonsten Geldwechsel (auch Schecks) auch auf der Post in der Odós Moátsou, oder zu den üblichen Kursen (allerdings wie bei allen solchen Wechslern unter Abzug einer Bearbeitungsgebühr), im Postkiosk an der Strandpromenade auch sonntags und im Reisebüro auf der Odós Arkadíou, der Parallelstraße hinter der Strandpromenade. Deutsche und Österreicher brauchen natürlich wegen des Euros keinen Geldwechsel mehr.
Geldautomaten gibt es selbstverständlich auch in Rethymnon.

PicturesOG/mart_rethy02.jpgEinkaufen
Réthymnon bietet aufgrund der Größe und der touristischen Infrastruktur Einkaufsmöglichkeiten aller Art. Touristische Artikel gibt es reichlich auf der Strandpromenade (Prokiméa El. Venizélou). Weitere Zentren der Souvenirläden sind die Platía Títou Peticháki und die Odós Paläológou. Kleine Geschäfte mit „Trödel“ aller Art ebenfalls an der Platía Títou Peticháki und in der Odós Thessaloníkis 14.

Réthymnon ist berühmt für seine Lederwaren. Zum Beispiel bei „Christidis“ an der Strandpromenade (gegenüber des EOT) oder im Laden an der Ecke Odós Antistáseos/Odós Tsoudéron. Oder ebenfalls in der Odós Arkadíou am anderen Ende, Richtung Hafen, bei „Karras“, der besondere Qualität anbietet. Etwas teurer, aber mehr Kunst als Handwerk. „Karras“ hat inzwischen noch zwei kleinere Dependancen, eine versteckt in der Altstadt, die andere außerhalb an der Strandstraße.

Der wohl bekannteste Lederwarenhändler der Stadt, der „Leder-Partisan“, hat sich offensichtlich inzwischen aus dem Geschäft zurückgezogen oder ist sogar gestorben. Bekannt wurde er vor allem durch seine „Stoppt Strauß“-Parolen, selbst dann noch, als dieser längst von „himmlischen Mächten gestoppt“ worden war.

Wer sich für kretisches Kunstgewerbe interessiert, sollte mal bei „Dimito“ in der Odós Sofoklís Venizélou 16 (die Verlängerung der Strandpromenade nach Osten) vorbeischauen.

Und der berühmteste Kräuterladen der Insel darf hier nicht vergessen werden: in der Odós Soulíou (Ecke Odós Vitzéntzou Kornárou) liegt er, der Kräuterladen „Kontojannis“, mit einer riesigen Auswahl an Heil- und Gewürzkräutern, die alle auf griechisch und deutsch auf Schildern angepriesen werden. Die deutschen Übersetzungen sind vor allen Dingen deshalb so lustig, weil sie Wort für Wort mit Hilfe eines Wörterbuches von 1903 übersetzt wurden. Darüberhinaus haben sich einige kleinere und größere Schreibfehler eingeschlichen. Der Laden ist sehenswert, für den preiswerten Einkauf (der gängigeren Kräuter) aber lohnt die Markthalle in Chaniá mehr, da es dort die meisten Kräuter etwa zum halben Preis gibt.

Schallplatten/CDs z. B. im „Music Inn“ in der Odós Arkadíou 113. Große Auswahl und ein engagierter Inhaber, der sich freut, wenn man sich nicht nur für die übliche „Touristen-Sirtáki-Musik“ interessiert.
Und als Mitbringsel für die Lieben daheim oder für einsame Abende an ebensolchen Stränden: Spirituosen in umfangreicher griechischer und internationaler Auswahl gibt es in der Odós Arkadíou 152.

Lebensmittel kauft man am besten morgens frisch in der Odós Ethnikís Antistáseos. Jeden Donnerstag ist Markttag auf der Platía 4 Martyrón.

PicturesOG/mart_rethy01.jpgEssen und Trinken
Am romantischsten sitzt man natürlich im kleinen Venezianischen Hafen, und entsprechend voll ist es auch.
Die „Kráchtes“ (Kundenfänger) der verschiedenen Lokale versuchen, den potentiellen Gast in teilweise sehr zudringlicher Art hineinzulocken, das „fresh fish“ ist überall und immer wieder zu hören. Ich kann hier beim besten Willen keine Empfehlung geben, das ganze hängt von der Tagesform des Kochs ab.
Ich erlebte einmal die Klage eines Wirtes, der sich über einen weiblichen Gast beschwerte, die nur die Hälfte des Salates bezahlen wollte, weil die Gurken angeblich holzig gewesen seien. Dabei habe er sie erst an diesem Tag auf dem Markt gekauft.

Ich aß auch einen solchen Salat … die Gurken waren wirklich kaum genießbar (und der Tintenfisch praktisch zu Holzkohle verbrannt). Im gleichen Lokal habe ich allerdings mehrfach gut gegessen … deswegen keine Schelte, aber auch keine Namensnennung (auch wenn andere dieses Lokal gerne empfehlen). Am Besten sollte man seine Abendmahlzeit im Venezianischen Hafen allerdings bis etwa 22 Uhr beendet haben, da später die sanfte griechische Hintergrundmusik brutal durch eine hier liegende Disco vernichtet wird.

Nicht ganz so romantisch, aber sicher nicht schlechter sind die Lokale an der Strandpromenade. Hier hat es mir besonders gut in den nebeneinander liegenden Tavernen „Samaria“ und „Tassos“ geschmeckt (ich habe aber die Rückmeldung bekommen, dass man im „Samaria“ nicht so zufrieden war – wahrscheinlich ebenfalls Tagesform).
Den einen oder anderen Abstrich an die Tagesqualität muss man auch hier möglicherweise machen, denn alle Lokale, die an solchen „Abfütterungspromenaden“ liegen, leiden unter großem Konkurrenzdruck und so gibt es auch schon mal einen schlechteren Tag. Aber auch hier gilt: Man suche sich das Essen am besten drinnen in der Wärmetheke aus (nichts Kurzgebratenes, das gibt es überall) und vergesse niemals die Frage, ob das Essen frisch (apó símera) sei.

PicturesOG/Rethymnon 1_ww.jpgEin Tipp der Leiterin der Jugendherberge, der mir als hervorragend bestätigt wurde, ist das „Catarina“ auf der Ecke der Odós Katecháki mit der Odós Melissinoú. Man spricht hier zwar deutsch, trifft aber hauptsächlich Griechen … und das ist bekanntermaßen ein Merkmal für gute Qualität!

Ein Lokal für schlechtes Wetter und den Winter ist das „Baluardo“ in der Odós Plastíra 20, welches gepflegte kretische Küche in europäischer Verkleidung serviert. Das ganz Besondere ist auch die Inneneinrichtung …

Tipp: Christos‘ Taverne in Gállou
Ein Tipp von Martina H. ist „Christos‘ Taverne“ im nur 2 Kilometer vom Zentrum Réthymnons entfernten Gállou (ganz in der Nähe der Universität – man kann der Ausschilderung dorthin folgen). Die Taverne ist ausgesprochen gemütlich und serviert ganzjährig vom frühen Nachmittag bis in die späte Nacht traditionelle Gerichte vom Holzkohlegrill oder aus dem Ofen. Christos Tsifakis und seine Frau Maria sind sehr um das Wohl ihrer Gäste bemüht.

Und ein paar Möglichkeiten, sich beim Trinken satt zu essen: die optisch und kulinarisch (!) schönste ist sicherlich die Taverne „Iliovassilémata“ westlich unterhalb der venezianischen Fortétsa, in der man geruhsam seinen Oúso oder Rakí mit vielen leckeren Kleinigkeiten genießt und den Sonnenuntergang obendrein. Leider führt die Straße direkt vor dem Lokal vorbei.

Nicht so romantisch, aber echt urig ist das Kafenío „Anagnostáki“ in der Odós Agías Varváras 11. Hier gibt es in der Glut gebackene Kartoffeln und mit Zitronensaft beträufelte Kohlblätter zum Rakí, und man sitzt wirklich unter Einheimischen (ich hörte kürzlich, man habe es nicht gefunden, es wäre schade, wenn es das nicht mehr gäbe!).

An der Schwelle zum Fast-Food-Restaurant stehen die meisten Lokale an der Platía Títou Peticháki. Die Speisekarte des „Ovelistírion Neratzé“ z. B. erinnert sehr an gewisse Hamburgerlokale. Es schmeckt dennoch nicht schlecht. Das empfehlenswerteste Lokal hier an diesem Platz ist für mich aber das „Platanos“, auch wenn die Lokale rechts und links schicker aussehen und in der Regel voller sind. Hier ist es (bisher) alles noch ein wenig älter und behäbiger als bei den Nachbarn (wenn das auch vermutlich nur eine Frage der Zeit sein dürfte).

PicturesOG/Rethymnon 5_ww.jpgIn diesem Lokal erlebte ich einmal wirklich Erstaunliches: Ich saß hier mit ein paar jungen Leuten aus München, die ich (lustigerweise über meinen Reiseführer – damals war da noch ein Foto von mir drauf) kennengelernt hatte. Die Wirtin hatte irgendwie registriert, dass ich des Griechischen einigermaßen mächtig bin. Und so kam sie plötzlich mit einem englischen Touristen an unseren Tisch und bat mich, als Dolmetscher zu fungieren. Sie verstand nicht, was der junge Mann von ihr wollte.

Ich auch nicht sofort, denn die Geschichte erschien absurd, aber dann übersetzte ich ihr doch sein Anliegen: Er war drei Tage zuvor hier im Lokal gewesen, hatte zwei Cola getrunken und war gegangen, ohne sie zu bezahlen. Nicht aus bösem Willen, er war einfach so in Gedanken gewesen, dass er es vergessen hatte. Nun war er voll schlechten Gewissens zurückgekehrt, das Versäumte nachzuholen. Ungläubiges Staunen machte sich auf dem Gesicht der Wirtin breit. Sie hatte es wohl selbst noch gar nicht bemerkt, und wenn, hatte sie so viel nachträgliche Ehrlichkeit sicherlich noch niemals erlebt. Dies machte sich für den Engländer bezahlt, denn wir konnten durch das Fenster nach drinnen beobachten, dass sie ihm einen großen Rakí ausgab (und uns dann später auch).

Das Besondere an dieser Geschichte ist wirklich dies: In solch touristifizierten Gegenden wie Réthymnon kann man so etwas eigentlich nicht mehr erleben. Und das macht Hoffnung: Der Tourismus wird diese Insel wohl nicht wirklich klein kriegen, das hoffe ich jedenfalls! Und nur deshalb habe ich diese Geschichte auch erzählt. Wenn erst einmal der endgültige Generationswechsel vollzogen ist, d. h. alle jetzt Älteren und Alten gestorben sind, kann man das aber vermutlich nicht mehr garantieren. Auch jetzt erlebt man anderswo genügend Fälle von Geldgier und Rücksichtslosigkeit. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wo ist diese Entwicklung denn nicht festzustellen?

Das alte und das neue Kreta treffen sich an der Platía 4 Martyrón: traditionelle griechische „Loukoumádes“ (Honigkrapfen) in einem Self-Service-Café (Ecke Odós Ethnikís Antistáseos).
Die beste Eiscreme bietet nach wie vor das „Méli“ (nicht die billigste allerdings), etwas außerhalb nach Osten an der Strandpromenade.

PicturesOG/rethynight.jpgNachtleben
Ist die Nacht noch jung, findet sie in erster Linie am Venezianischen Hafen statt. Hier sitzt oder flaniert man, sieht und wird gesehen.

Nach der Abendessenszeit begibt man sich dann entweder ins „Delfini“ (das zweite Gebäude direkt auf dem Strand), wo es abends Bousoukimusik mit entsprechender Anmache gibt, oder in eine der zahlreichen Diskotheken: in der Odós Neárchou das „La Loggia“ und das „Fortétsa“, im venezianischen Stil, in der Odós Arkadíou 287 das ehemalige „Scratch“, welches heute „To Milo“ (der Apfel) heißt.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist die Disco „Ichokínisi – Soundmotion“ am östlichen Ende der Stadt am Strand, unweit des Hotels „Steris“. Es wird zwar langsam langweilig, mich immer zu wiederholen, aber alle solche Empfehlungen unterliegen auch kurzfristigen Änderungen. Hinweise werden immer gerne entgegengenommen!

Wer es lieber ein wenig kretischer hat, geht vielleicht zu Níkos Gounákis in die Odós Pánou Koronéou. Níkos selbst spielt Lýra, und viele Gastmusiker geben sich bei ihm die Ehre. Fast jeden Abend ist hier also noch originales Kreta zu erleben, allerdings muss ich hier leider ein Posting von Peter aus Linz zitieren: „Selbst zu den Instrumenten gegriffen hat er eher nur mehr sporadisch. Er ist diesen Sommer an einem Leberleiden verstorben. Bei unseren Besuch in der Taverne spielte sein Sohn Jorgos ziemlich betrunken allein auf der Bühne, als fast alle Gäste vertrieben waren, entschuldigte er sich bei uns und später auch noch die Mutter, die sich natürlich Sorgen macht, dass ihr Sohn seine Trauer um den Vater mit Alkohol bekämpfen will.“
Danke, Peter, leider auch wieder ein Stück altes Kreta verloren!

PicturesOG/Rethymnon 2_ww.jpgNach Westen Richtung Chaniá liegen an der alten Straße (!) etwa 5 Kilometer von Réthymnon entfernt mehrere kretische „Kéntra“ bzw. Lokale, in denen das Essen und Trinken des Abends nahtlos ins Nachtleben übergeht. Besonderes kretisches Ambiente findet man hier im „Kombos“ vor, während man im „Rises“ des öfteren (seltener allerdings in der Hauptsaison) „Kritikés vradiés“ (das heißt zwar nicht, aber bedeutet auf griechisch das gleiche wie die berüchtigten „Cretan nights“ – im Gegensatz zu jenen sind diese aber nicht für Touristen, sondern in erster Linie für Einheimische organisiert) erleben kann: Musik von Lýra und Laoúto, aber etwas kommerzialisiert.

Nach Osten wiederum sind es etwa 15 Kilometer bis zum Örtchen Skaléta. Auch hier gibt es ein Lokal, in dem man freitags und samstags kretische Live-Musik erleben kann: Die Taverne „Ilios“.

Selbst wer mit dem eigenen Auto auf Kreta unterwegs ist, sollte hier für An- und Abreise ein Taxi benutzen, denn es könnte und wird ziemlich feucht werden.

Unterkunft
Hotels
A-Kat.: „Achillion Palace“; Od. Giamboudáki 27; 72 Z./139. B.; Tel. 28310-54423.
A-Kat.: „Byzantio“; 5 Z./11 B.; Tel. 28310-55609 (nettes traditionelles Familienhotel).
A-Kat.: „Kreta Star“; 324 Z./591 B.; Tel. 28310-71812; April-Oktober.
A-Kat.: „Rethymno Bay“; 69 Z./131 B.; April-Oktober (direkt am Meer).
B-Kat.: „Filoxenia“; Odos Stamathioudáki; 39 Z./71 B. (am Meer).
B-Kat.: „Fortetsa“; Od. Melissinoú 16 (unterhalb der venezianischen Fortétsa zentral gelegenes nettes Familienhotel); Tel. 28310-55551; April-November.
B-Kat.: „Gortyna“; 37 Z./71 B.; Tel. 28310-71802; April-Oktober.
B-Kat.: „Idaeon“; Platia Plastíra 10; 86 Z./160 B.; Tel. 28310-28667; April-Oktober.
B-Kat.: „Liberty“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 24 Z./45 B.; Tel. 28310-55851.
B-Kat.: „Makaris“; Od. Stamathioudáki 97; 97 Z./197 B.; Tel. 28310-54280; März-November.
B-Kat.: „Olympic“; Od. Moátsou (mitten in der Stadt); 64 Z./123 B.; Tel. 28310-24761.
B-Kat.: „Rethymniotiko Spiti“; 11 Z./19 B.; Tel. 28310-23923; März-Oktober (nettes traditionelles Hotel nicht weit vom Meer).
C-Kat.: „Archipelagos“; Od. Stamathioudáki 66; 56 Z./118 B.; Tel. 28310-54757; April-Oktober.
C-Kat.: „Astali“; Od. G. Papandreou 1; 36 Z./68 B.; Tel. 28310-24721; April-Oktober (nahe am Meer).
C-Kat.: „Ionia“; Od. Giamboudáki 52; 33 Zimmer/50 Betten; Tel. 28310-22902 und 23016.
C-Kat.: „Kyma Beach“; Platia Iróon (also trotz des Namens in Stadtmitte); 35 Z./66 B.; Tel. 28310-55503 (fast direkt am Meer).
C-Kat.: „Park“; Od. Igouménou Gavriíl 7 (in der Nähe des Stadtparks); 10 Zi./18 B.; Tel. 28310-29958.
C-Kat.: „Steris Beach“; Konstantioupóleos 1 (Kallithéa); 45 Zi./83 B.; Tel. 28310-28303 und 24781; April – November.
C-Kat.: „Valari“; Od. Kountouriótou 84; 29 Zi./55 B.; Tel. 28310-22236 und 29368.
D-Kat.: „Kastro“; Od. Nik. Plastíra 15; 6 Zi./14 B.; Tel. 28310-24973.
D-Kat.: „Minoa“; Od. Arkadíou 60; 31. Zi./54 B.; Tel. 28310-22508.
E-Kat.: „Achillion“; Od. Arkadíou 151; 10 Zi./21 B.; Tel. 28310-22581.
E-Kat.: „Paradissos“; Od. Igouménou Gavriíl 35; 11 Zi./23 B.; Tel. 28310-22419.
E-Kat.: „Possidon“; Od. Kallithéas 23; 9 Zi./24 B.; Tel. 28310-23795.

Hotels Réthymnon – Preisvergleich bei trivago.

PicturesOG/Rethymnon 3_ww.jpgNatürlich gibt es auch unzählige Privatzimmer.
Die Jugendherberge liegt in der Odós Tobási (der direkten Parallelstr. zur Odós Koundouriótou), sauber und gemütlich, in der Nähe der Minarette. Wie man mir schrieb, bekommt man bei der (deutschen) Besitzerin gute Tipps für Lokale.

Ein weiterer Tipp, der nicht von mir stammt, den ich aber gerne einfach weitergebe: Pension „Isidora“ der Familie Chalkiadákis in der Odós Mavíli 1. Der Besitzer spricht ein wenig deutsch und ist ausgesprochen nett. Die wenigen Zimmer sind alle mit eigener Dusche und WC ausgestattet und kosten ca. 28 Euro (mit Kochgelegenheit ca. 32 Euro). Mieten bzw. reservieren kann man die (wenigen) Zimmer bei der Tochter des Hauses, die in der Odós Ethnikís Antistásseos 14 ein Reisebüro („Rithian“) betreibt.


Camping Elisabeth
Den Campingplatz von Réthymnon erreicht man etwa 4 Kilometer östlich der Stadt über die Alte Straße (Tel. 28310-28694): direkt am langen Sandstrand unter schattigen Tamarisken und Schilfdächern. Das kleine und gemütliche Restaurant ist Mittelklasse, Minimarkt und Waschmaschinen sind vorhanden. Die sanitären Anlagen sind gut, Strand und Platz zwischen Tamarisken, teilweise mit Rasen sehr angenehm.
Die Chefin Elisabeth spricht sehr gut deutsch. Man kann Sonnenschirme, Motorräder und Mopeds mieten. Tische und Stühle, die man sich gratis vor das Zelt stellen darf, sind auch vorhanden.
Zudem vermittelt man gerne Mietfahrzeuge, geführte Wanderungen oder interessante Bootstouren.
Es gibt billigere Plätze auf Kreta, aber die sind dann in der Regel auch nicht so gemütlich. Nicht nur die Chefin gibt einem hier das Gefühl, willkommen zu sein.


Öffentliche Verkehrsmittel – Flugverbindungen
Einen Flughafen hat Réthymnon nicht. Ein Zubringerbus der Olympic Airways fährt aber von Réthymnon zum Flughafen in Chaniá. Büro der Olympic Airways siehe Adressen.


Öffentliche Verkehrsmittel – Schiffs-/Fährverbindungen
Mit der „Vitzentzos Kornaros“ von Lane Sea Lines:
– Nach Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Sonntagabend
– Von Piräus über Kýthira: Abfahrt jeweils Freitagabend

– Von Réthymnon über Kastélli Kissámou, Antikýthira und Kýthira nach Kalamáta (Peloponnes): Abfahrt jeweils Sonntagmorgen
– Von Kalamáta (Peloponnes) über Kýthira, Antikýthira, Kastélli Kissámou nach Réthymnon: Abfahrt jeweils sonntags früh morgens

Das Fährschiff „Arkadi“ der „A.N.E.K.“ verbindet auch Réthymnon mit Piräus. Es fährt vier Mal die Woche abends ab.
„Fast Boats Neárchos“ (Büro in der Odós Arkadíou 250) fährt mit Schnellbooten nach Santoríni. Es gibt auch pauschale Komplettangebote, so z. B. jeden Sonntag einen Tagesausflug nach Santoríni inkl. Essen.
Tickets für die Schiffe von Iráklion nach Santoríni, Íos, Náxos, Páros, Piräus gibt es in Réthymnon bei „Caroline Tours“ an der Platía Iróon (beim „Ágnostos“, dem „unbekannten Soldaten“ – wieder ein Beispiel dafür, dass offizielle Namen von den Einheimischen gerne „vereinheimischt“ werden).


Öffentliche Verkehrsmittel – Busverbindungen
Der zentrale Busbahnhof ist leider ebenfalls im Stadtplan nicht (mehr) korrekt eingezeichnet! Er liegt jetzt (nein, seit ein paar Jahren) an der Ausfallstraße Richtung Chaniá, dort, wo die Straße rund um die Fortétsa wieder auf diese trifft. Am Busbahnhof erhält man auf Wunsch die aktuellen Fahrpläne, deshalb hier nur die generellen Informationen. Die Busse verkehren von hier aus nach:

– Agía Galíni 6x täglich.
– Arkádi 3 x täglich.
– Chaniá ständig, ca. 30 x täglich.
– Iráklion dito!
– Chóra Sfakíon (siehe unten: Plakiás).
– Omalós-Hochebene (zur Samariá-Schlucht) 2 x frühmorgens, auf Wunsch auch als Pauschalarrangement abends von Chóra Sfakíon zurück! Viel preiswerter als mit jedem Reisebüro!
– Plakiás 8 x täglich (zwei Busse davon – darunter der Frühbus um 8 Uhr – fahren weiter nach Chóra Sfakíon)

Der „Hotelbus“ befährt die Strecke nach Osten morgens jede halbe, den ganzen Tag über jede Stunde, zu den diversen Hotels.
Fahrkarten kauft man vorher im Büro der KTEL am Busbahnhof (incl. nummeriertem Sitzplatz, was nicht immer heißt, dass der entsprechende Platz auch frei ist. Das nehmen die Einheimischen nicht so genau, man arrangiere sich, denn Streiten macht überhaupt keinen Sinn!).

Die dunkler blau gefärbten Stadtbusse befahren die folgenden Routen:
Linie 1: Platía Iróon (ziemlich im Westen der Stadt) quer durch Réthymnon und weiter in die Vororte Perivólia, Platanés und zu den Campingplätzen.
Linie 2: Bis Platanés die gleiche Strecke wie Linie 1, biegt dann Richtung Arkádi ins Landesinnere ab nach Pigí, Endstation ist Loútro.
Linie 3: Von der Platía 4 Martyrón auf der Straße Richtung Spíli bis nach Arméni.
Linie 4: Vom Stadtpark auf der alten Straße Richtung Chaniá bis nach Atsipópoulo.

Réthymnon hat außerdem für die „Mittelstrecken“ noch einen Nebenbusbahnhof beim „Ágnostos“ (dem unbekannten Soldaten, s. o.). Der Platz heißt wie erwähnt eigentlich Platía Iróon, aber niemand nennt ihn so. Das Kafenío an der Südseite des Platzes gilt als Wartehalle, Fahrscheine kauft man im Bus. Von hier aus fahren die Busse nach:
Amári 3 x täglich.
Anógia (über Axós) 3 x täglich.
Margarites 2 x täglich.

Taxi
Standplätze an der Platía 4 Martyrón und beim „Ágnostos“.

PicturesOG/Rethymnon_bg.jpgSonstiges
Ein interessantes Tagesausflugsangebot: Die Fahrt mit dem „Cretan Pirate Ship“, Abfahrt 10 Uhr im venezianischen Hafen. Unterwegs wird gefischt (und das Gefangene auch gegrillt, aber unter uns: tagsüber fängt man in der Regel nicht so sehr viel, nicht umsonst fahren alle professionellen Fischer nachts hinaus), es bieten sich tolle Fotomotive und natürlich auch Bademöglichkeit an einem schönen, einsamen Strand. Rückkehr nach Réthymnon gegen 17.30 Uhr. Informationen und Fahrkarten gibt es im Hafen am Boot selbst, das nicht nur durch entsprechende Tafeln leicht erkennbar ist. Das Boot fährt nur bei ruhiger See, zwischen März und Oktober, und ist in der Hochsaison häufig früh ausgebucht. Eine nette Art, das Fischerleben auf „softe“ Art kennenzulernen, denn die ernsthafte Fischerei ist wie gesagt etwas strapaziöser, sie findet nämlich mitten in der Nacht statt.

Weinfest
Im Stadtpark findet jeden Sommer ein großes Weinfest statt. Den genauen Termin findet man in der Regel im Kreta-Forum.

Biologische Bierbrauerei (in der Nähe von Arméni)
Die Information verdanke ich der Zeitung „Creta Summer“ bzw. Tom und Angelika. Man fährt von Réthymnon aus Richtung Spíli, bis ca. 2 Kilometer hinter dem Dorf Arméni. Schon kurz hinter der ausgeschilderten Abzweigung nach Karé liegt rechts ein allein stehendes gelbes Haus. Dort biege man in den Feldweg ein. Was Bernd hier braut, ist tatsächlich ein naturtrübes dunkles oder helles Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot. Die Zutaten kommen aus garantiert biologischem Anbau ohne irgendwelchen chemischen Bestandteile und ohne Hinzufügung zusätzlicher Kohlensäure.
Füll- und Reinigungsvorgang der Bügelflaschen geschieht halb bis ganz manuell. Das Ganze ist sicherlich ein mühsames Geschäft, aber – auch wegen der Überwachung durch die entsprechende Aufsichtsbehörde – darf das Bier stolz die Bezeichnung „Produkt der biologischen Landwirtschaft“ tragen.

Polyrrínia

PicturesOG/polyrrinia_gwg.jpgDas Dorf liegt südlich von Kastélli Kissámou an der Nordküste.

Die Abzweigung nach Polyrrínia ist mitten in Kastélli von der Durchgangsstraße ausgeschildert. Die Straße schlängelt sich von hier aus landschaftlich eindrucksvoll in die Berge hinauf, bis nach etwa 7 Kilometer von Kastélli entfernt die Straße zu Ende ist. Und zwar an einer Wasserstelle unterhalb der Taverne von Polyrrínnia, die sich bei näherem Hinsehen als Kafenío entpuppt. Mit ein bisschen Glück kann man hier gut und preiswert essen, und einen guten Wein gibt es auch. Mit etwas Unglück sind die Wirtsleute selbst gerade nicht da …

PicturesOG/polyrrinia03_gwg.jpgDen Hunger holt man sich am besten durch einen Spaziergang zu den Ausgrabungen der antiken Stadt von Polyrrínia. Vom Brunnen aus geht es den schmalen Pfad durch das Dorf hinauf. Manchmal ahnt man den richtigen Weg nur, aber nur einer führt wirklich nach oben, jede falsche Abzweigung endet vor einem der kleinen Häuser. Polyrrínia weiterlesen

Pitsídia / Komós-Strand

Pitsídia ist ein schönes (ein sehr schönes!) Binnendorf in der Messará-Ebene zwischen Festós und Mátala. Für viele ehemalige Fans von Mátala ist es längst ein mehr als gutes „Ausweichquartier“ geworden, was allerdings zur Folge hat, dass auch Pitsídia längst nicht mehr so ganz ruhig ist, sondern sich ebenfalls dankbar der Touristen annimmt. Die Preise sind hier aber durchweg etwas niedriger.

Baden
PicturesOG/Komos02_vk.jpgZum Strand von Komós biegt man mit dem Auto etwa in Ortsmitte von Pitsídia rechts (wenn man von Festós kommt) ab, ausgeschildert „Komós Beach“), fährt danach aber nicht die Steigung hoch, sondern biegt gleich wieder links ab. Die Straße ist bis auf die letzten paar hundert Meter asphaltiert. Hinter dem Strand gibt es einen zwar unebenen, aber benutzbaren Parkplatz, auf dem Strand selbst inzwischen auch die üblichen Liegen und Sonnenschirme zu mieten. Außer der Taverne am Südende der Bucht am Strand gibt es auch noch eine „Kantina“ mit Fast Food und gekühlten Getränken. Der Strand ist grobsandig, leider gibt es direkt unterhalb des Parkplatzes eine ganze Menge flacher großer Steinplatten, die das Baden bei unruhigem Meer nicht erleichtern. Weiter südlich ist es angenehmer bzw. bequemer. Pitsídia / Komós-Strand weiterlesen

Mýrtos

Der kleine Ort an der Südküste knapp 15 Kilometer westlich von Ierápetra galt schon vor vielen Jahren als einer der Geheimtipps des fahrendes Volkes und als ruhiger Badeort, aber wie das bei Geheimtipps so ist, sprechen sie sich schnell rum und sind schnell kommerzialisiert. Im Sommer ist das Dorf fast immer sehr belebt, kaum noch von Rucksäcklern, sondern von Individualtouristen und anderen Durchreisenden, die sich diese Gegend hier anschauen wollen. Oder natürlich auch von Liebhabern des Ortes, die immer wieder hierher kommen und meist/oft schon längst hier „Familienanschluss“ haben. Mýrtos weiterlesen

Mália

Mália ist das absolute Nonplusultra an touristischer Erschließung, um es einmal sehr vorsichtig auszudrücken. Ein Ort, den ich am liebsten ganz verschwiegen hätte, aber es gibt mehrere Gründe, warum das nicht geht – die Ausgrabungen des minoischen Palastes unweit des Ortes sind nur einer davon, wie Sie feststellen werden. Kritische Worte sind aber meines Erachtens nach absolut notwendig.

Vor knapp 25 Jahren stand hier noch ein kleines Straßendorf mit einer Stichstraße zum Meer hinunter, die über freies Feld führte. Zwei Hotels gab es unten am Strand, ich erinnere mich noch sehr gut daran. Nicht zuletzt dank dieses wirklich schönen Strandes und der kurzen Transferzeit von Iráklion hierher hat sich der Ort allerdings schnell zu einem der absoluten Zentren des pauschalen Tourismus entwickelt. Und wem es mehr oder weniger gleichgültig ist, welche Sonne seinen Bauch oder Busen bräunt, und wer darüber hinaus auf eine vielseitige Möglichkeit der Abendunterhaltung wert legt, der ist in Mália wahrscheinlich sogar gut aufgehoben, vor allen Dingen, wenn er Engländer ist. Denn diese haben den Ort recht fest in Beschlag genommen, allerdings nicht die angenehmen, die man anderswo treffen kann, sondern nur eine sehr spezielle Klientel, der es offensichtlich um Alkohol- und Drogenkonsum und Krawall ankommt, sorry! Mália weiterlesen