Kókkinos Pýrgos

Kókkinos Pýrgos liegt 2 Kilometer westlich von Timbáki (in der Messará-Ebene im Süden Zentralkretas) am Meer. Der Ortsname bedeutet auf deutsch „Roter Turm“ und erinnert an irgendein Massaker, niemand kann allerdings genau erklären, von wem an wem …

Eigentlich ist das Dorf nur eine Ansiedlung am Meer, die die Bewohner von Timbáki ursprünglich sozusagen als Sommerhäuser errichtet hatten, heute wird überall wie wild gebaut, die Betonskelette stehen manchmal jahrelang in der GePicturesOG/kokkpyrgos.jpggend rum, weil den Bauherren das Geld ausging. Die plastikbespannten Gewächshäuser sind bis ins Dorf vorgedrungen, im Winter zerreißt der Wind die Planen und treibt sie in alle Ecken, wo sie für immer und ewig einfach liegen bleiben! Und irgendwie liebe ich das Dorf trotzdem. Denn hier und in der Umgebung wohnen viele Freunde, liebenswerte, schrullige und unmögliche Typen. Und es ist interessant zu bemerken: Alle Besucher schimpfen auf das Dorf (manch einer, der mit dem Bus herkam, wollte erst gar nicht aussteigen), und alle kamen wieder. Ich versuche gerne, mir und anderen zu erklären, warum, es ist mir bis heute nicht gelungen! „Kókkinos Pýrgos“ weiterlesen

Górtys (Ausgrabungen)

Die Hauptstraße Iráklion – Ágii Déka – Míres – Timbáki – Agía Galíni passiert nur etwa einen Kilometer hinter Ágii Déka die Ausgrabungen von Górtys. Hier auch die Abzweigung nach Léntas.PicturesOG/gortys3.jpg

Górtys war zwar schon in minoischer Zeit besiedelt, aber bedeutungslos. Erst unter den Dorern wurde sie zu einem der mächtigeren Stadtstaaten, die Römer machten sie dann sogar zu ihrer kretischen Hauptstadt. Der biblischen oder sonstigen Überlieferung zufolge war auch der Apostel Paulus in Górtys. Die Christianisierung Kretas ging von hier aus. Einer der ersten Gefolgsleute des Apostels, der Heilige Titus (Ágios Títos), wurde später der erste christliche Bischof der Insel. Er war übrigens auch der Adressat von Paulus‘ Titusbrief.
Erst als die Araber die Insel von Süden her eroberten und Górtys sozusagen auf dem Weg nach Iráklion nebenbei mitnahmen, verlor die Stadt wieder völlig an Bedeutung.

Die Ausgrabungen liegen rechts und links der Straße, der bekanntere Teil von Ágii Déka aus gesehen rechts. Direkt hinter dem großen Parkplatz (der viel Platz bietet, aber dennoch oft völlig mit Reisebussen überfüllt ist) befindet sich das Hauptausgrabungsgelände, welches eingezäunt ist und Eintritt kostet. An einem kleinen Kiosk am Eingang kann man den einen oder anderen Führer erstehen.
Gleich links vom Eingang stehen die Überreste der Basilika des Heiligen Titus, des ersten Bischofs der Insel. Sein Haupt wird als Reliquie heute in der ihm geweihten Ágios-Títos-Kirche in Iráklion aufbewahrt. Der Kirchenbau in Górtys ist insofern besonders interessant, als er auf der einen Seite drei Apsiden statt nur einer Apsis aufweist (eine dreifache Hauptapsis und zwei kleinere Nebenapsiden – in der linken steht heute noch ein kleiner Altar mit einigen unechten Ikonen), andererseits aber durch weitere seitliche Apsiden eine Kreuzform erhielt. Der Schnittpunkt des Kreuzes war von einer Kuppel überdacht.

Wandert man von der Basilika weiter nach Norden, also von der Straße weg, überquert man die alte Agorá (den Marktplatz) von Górtys und erreicht das römische Odeon (2) mit der alten Stadtrechtsinschrift von Górtys im Hintergrund. PicturesOG/gortys2.jpgWenn nichts weiter los ist und der Wächter Zeit hat, schließt er das halbrunde Gebäude mit der Stadtrechtsinschrift auf, ansonsten reicht aber auch der Blick durch die Gitter auf diese griechische, in Stein gemeißelte Inschrift aus dem 5. Jahrhundert vor Christi. Sie ist inzwischen entziffert und enthält allerlei Bestimmungen bis hin zur Ahndung von Ehebruch. Interessant ist, dass sie geschrieben ist „wie der Ochse pflügt“, d. h. in jeder zweiten Zeile von rechts nach links und in Spiegelschrift. „Górtys (Ausgrabungen)“ weiterlesen

Campingplätze auf Kreta

Campingplätze auf Kreta

Die Campingplätze auf Kreta erreichen nicht „mitteleuropäischen Standard“, es lässt sich aber sehr gut auf ihnen leben. Manche von ihnen sind noch relativ neu, dann sind sie besonders sauber und gepflegt, bieten aber weniger natürlichen Schatten – diesem Manko wurde auf einigen Plätzen dadurch abgeholfen, dass Schilfdächer aufgestellt wurden. Andere sind älter mit viel Schatten unter großen Bäumen – gepflegt und gemütlich sind sie in der Regel trotzdem. „Campingplätze auf Kreta“ weiterlesen

Frangokástello

Frangokástello

Die ziemlich verstreute Ansiedlung liegt etwa 12 Kilometer östlich von Chóra Sfakíon an der Südküste. Ich kann diesen Ort nicht als „Dorf“ bezeichnen, da es keinen Ortskern gibt, sondern sich die Gebäude über die Ebene verteilen, als habe ein Riese ein paar Spielzeughäuschen einfach hinkullern lassen. Wie weiter unten erwähnt, sind aber von jeder notwendigen Sorte Häuschen welche dabei gewesen.

PicturesOG/frangokastello.jpgHier findet man eine der größten Hinterlassenschaften der Venezianer auf der Insel, die Festung Frangokástello. Sie wurde von den Venezianern nach Eroberung der Insel Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut. Von außen sieht sie sehr gut erhalten aus, innen allerdings stehen nur noch die Mauern. Das Besteigen derselben ist leider nicht möglich (keine Decken bzw. Treppen, Baufälligkeit). Imposant ist der Bau aber jedenfalls. „Frangokástello“ weiterlesen

Festós (Ausgrabungen)

PicturesOG/festos1.jpgDie Ausgrabungen des Palastes von Festós liegen in der Messará-Ebene in Kretas zentralem Süden. Befährt man die Straße Iráklion – Agía Galíni zwischen Míres und Timbáki, taucht „auf einmal“ links ein Hügel auf (dies ist wirklich der erste und einzige Hügel links der Straße zwischen Míres und Timbáki!). Und auf diesem Hügel liegen die Ausgrabungen des Palastes von Festós.

Kaum hat man den Hügel passiert, ist auch schon links die Abbiegung nach Festós (und Mátala) ausgeschildert. Nach Überquerung einer Brücke geht es in Serpentinen den Hang hinauf. Oben angekommen findet man rechts einen großen Parkplatz vor – und links die Ausgrabungen von Festós.

PicturesOG/festos4.jpgSchräg gegenüber des Parkplatzes führt der Weg zu den Ausgrabungen hinüber. Hier sitzt fast immer (jedenfalls in der Saison) ein älterer Kreter, der Rohrblattflöten feilbietet. Damit ihn auch niemand übersieht, spielt er ständig darauf. Wie es scheint, macht sein Beispiel Schule: Zuhauf erstehen die Ankömmlinge seine Lärminstrumente und probieren sie natürlich auch gleich aus: Der Zug der Touristen entfernt sich unter misstönendem Gezirpe Richtung Ausgrabungen. Die ortsansässigen Zikaden haben darob vermutlich längst entsetzt das Weite gesucht und gefunden. „Festós (Ausgrabungen)“ weiterlesen

Arméni

Arméni

Das kleine Dorf an der neuen Straße von Réthymnon (knapp 10 Kilometer) nach Agía Galíni (und Plakiás) bietet etwas für Kulturinteressierte: Nach ca. 8 Kilometern von Réthymnon liegt rechts der Straße in einem Wäldchen eine spätminoische Nekropole (Grabstätte) mit einer Menge von Kammergräbern. Einige der hier gefundenen Sarkophage sind heute im Museum in Chaniá ausgestellt. „Arméni“ weiterlesen

Apodoúlou

PicturesOG/AgioGeorgaussen.jpgRelativ unscheinbares Dorf an der alten Straße von Süden her nach Réthymnon. Dass es dennoch hier Aufnahme findet, liegt an zwei Sehenswürdigkeiten unweit des Dorfes. Etwas oberhalb der Ortsmitte weisen zwei braune Schilder darauf hin: Auf die byzantinische Kirche Ágios Geórgios und auf die Ausgrabungen einer spätminoischen Siedlung.

Die Zufahrtsstraße ist schmal, teilweise steil, aber asphaltiert und auch weiterhin gut ausgeschildert.Etwa nach 1 1/2 Kilometer ist die Kirche nach rechts in einen (nicht asphaltierten, aber bis auf letzten 30 Meter problemlos befahrbaren) Weg ausgeschildert.

PicturesOG/AgioGeorginnen.jpgDie Kirche aus dem 13. Jahrhundert ist schon etwas verfallen, die wenigen noch hier verbliebenen Fresken nicht besonders gut erhalten (die besseren kann man im AMI Iraklion besichtigen).

Zurück auf dem asphaltierten Hauptweg fährt man weiter bis zur Ausgrabung der minoischen Siedlung, die in der Regel verschlossen ist. Allerdings kann man vor dem Wächterhäuschen links den Zaun entlang gehen und dann sehr gut in die Ausgrabungen hinein schauen (eigentlich sieht man nicht weniger, als wenn man drin wäre).

PicturesOG/minoan1.jpgDie Siedlung stammt etwa aus dem Jahre 1350 v. Chr. und wurde 1934 von Prof. Marinatos entdeckt. Natürlich sind solche kleinen Ausgrabungen nicht mit den Palästen oder auch Goúrnia zu vergleichen, aber hier ist man in der Regel ganz oder ziemlich alleine und hat seine Ruhe. Und natürlich ist auch die umgebende Landschaft sehr reizvoll.

Öffentliche Verkehrsmittel
Einige Busse von Rethymnon nach Agía Galini und zurück fahren über die alte Straße. Diese fahren auch durch Apodoúlou.

Áno und Káto Saktoúria

Zwei kleine zusammenhängende Bergdörfer westlich von Agía Galíni oberhalb der Südküste. Von Galíni aus nimmt man die Straße Richtung Mélambes, wohin es 10 Kilometer auf kurvenreicher Asphaltstraße fast immer bergauf geht. Ein toller Blick entschädigt für die vielen Kurven.
Hinter dem Dorf Mélambes führt die Straße wieder talwärts. Nach etwa 3 Kilometern biegt dann links die ebenfalls asphaltierte Straße Richtung Saktoúria ab.
Alternativ kann man natürlich auch die (langweiligere) Strecke von Agía Galíni über die neue Straße Richtung Spíli und Réthymnon nehmen. Dazu folge man erst einmal der Beschilderung Richtung Réthymnon. Auf der neuen Straße nimmt man die erste Abzweigmöglichkeit links (ausgeschildert) und biegt bei der nächsten Möglichkeit (ca. 1 Kilometer) wieder rechts ab.

Erreicht man Áno Saktoúria (das obere), gabelt sich vor dem Ort die Straße; links geht es ins Dorf hinein. Biegt man rechts hinunter, erreicht man bald Káto Saktoúria (das untere).

Die Dörfer selbst sind nicht Weltbewegendes, aber in Áno Saktoúria habe ich vor vielen Jahren mit Begleitung mal eine durchaus kulinarische Überraschung erlebt. Im Kafenío auf der linken Straßenseite erhofften wir uns nach langer Fahrt irgend etwas zu essen, denn eine „normale Taverne“ fanden wir im Dorf nicht (und wir waren sehr hungrig). „Áno und Káto Saktoúria“ weiterlesen

Áno Méros

PicturesOG/Ano Meros_ww.jpgDieses Bergdorf liegt am Fuß des Kédhros-Massivs gegenüber des Ida-Gebirges an der alten Straße zwischen Agía Galíni und Réthymnon (Anfahrtsbeschreibung siehe Agía Paraskeví). Von dort aus fährt man einfach weiter.

Im Prinzip gibt es nichts besonders spannendes hier, aber dafür einen meiner absoluten Lieblingsplätze auf Kreta.

Etwa in Ortsmitte führt ein Fußweg links den Berg hinauf, es zweigen viele Pfade links und rechts ab, aber man achte darauf, das es immer bergauf geht. Notfalls kann man auch fragen, ob der Weg noch stimmt: „Avtós íne o sostós dhrómos jia ti Kaloídhena?“ „Kaloídhena“ ist ein Platz oberhalb des Dorfes, den man in etwa einer halben Stunde zu Fuß erreicht. Der Name erklärt sich nach Erzählungen der Dorfbewohner wie folgt: Einst hatte eine Bewohnerin des Dorfes hier die Erscheinung der Mutter Gottes. Keiner wollte ihr glauben, doch sie bestand hartnäckig darauf: „Kalo ídhena“ („Ich habe es gut gesehen“).

PicturesOG/kaloidena1.jpgVon dem hier daraufhin gebauten Kloster, welches durch die Türken zerstört wurde, ist nichts mehr zu sehen. Es steht hier nur noch ein kleines Kirchlein. Unterhalb der Kirche stehen mächtige Platanen, unter denen eine Quelle entspringt. Steintische und -bänke laden zu einem Picknick ein (wehe dem, der nichts mit zu essen hinauf genommen hat). Selbst bei der Mittagshitze ist die Kühle hier herrlich, der Blick auf das Ida-Gebirge gewaltig, der anschließende Mittagsschlaf unter den Bäumen erfrischend. Leider gibt es manchmal zu viele Wespen hier, was an den Essensresten der Picknicker liegen mag.

PicturesOG/kaloidena2.jpgSeit 2004 ist der Fußweg zur Kapelle nun nicht mehr nötig: Kurz hinter dem südlichen Ortsausgang von Áno Méros führt nun eine kurvenreiche, aber asphaltierte Straße hinauf (kleines braunes Schild „Monastéri Kaloídena“). Man kann direkt bis an die Kirche fahren.
Diese wurde kräftig renoviert. Auch der Picknickplatz wurde erheblich erweitert und bietet nun ganzen Heerscharen Platz. Vermutlich wird hier deshalb im Sommer mehr los und der Platz wohl daher nicht mehr ganz so idyllisch sein!

Öffentliche Verkehrsmittel
Nur der Schulbus, also am Wochenende nicht.

Ágios Pávlos

PicturesOG/agiospavlos3_gwg2.jpgÁgios Pávlos ist ein „Badeörtlein“ westlich von Agía Galíni an der Südküste. Von dort aus nimmt man die Straße Richtung Mélambes, wohin es 10 Kilometer auf kurvenreicher Asphaltstraße fast immer bergauf geht. Ein toller Blick entschädigt für die vielen Kurven.
Hinter dem Dorf Mélambes führt die Straße wieder talwärts. Nach etwa 3 Kilometer biegt dann links die ebenfalls asphaltierte Straße Richtung Saktoúria ab.

Alternativ kann man natürlich auch die (langweiligere) Strecke von Agía Galíni über die neue Straße Richtung Spíli und Réthymnon nehmen. Dazu folge man erst einmal der Beschilderung Richtung Réthymnon. Auf der neuen Straße nimmt man die erste Abzweigmöglichkeit links (ausgeschildert) und biegt bei der nächsten Möglichkeit (ca. 1 Kilometer) wieder rechts ab.

PicturesOG/agiospavlos1_gwg2.jpgErreicht man Áno Saktoúria (das obere), gabelt sich vor dem Ort die Straße; links geht es ins Dorf hinein. Biegt man rechts hinunter, erreicht man bald Káto Saktoúria (das untere).

Die weitere Straße hinunter nach Ágios Pávlos ist inzwischen komplett asphaltiert. Das Dorf besteht nur aus dem gleichnamigen Kirchlein (oberhalb der anderen Häuser im Hang) und ein paar Lokalen. „Ágios Pávlos“ weiterlesen